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(11) |
EP 1 339 901 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.10.2006 Patentblatt 2006/41 |
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Anmeldetag: 07.12.2001 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2001/014410 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2002/046505 (13.06.2002 Gazette 2002/24) |
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VORRICHTUNG ZUM AUFZIEHEN EINER KARDIERGARNITUR
DEVICE FOR DRAWING UP CARD CLOTHING
DISPOSITIF PERMETTANT DE TENDRE UNE GARNITURE DE CARDE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR |
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Priorität: |
08.12.2000 DE 10061286
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.09.2003 Patentblatt 2003/36 |
| (73) |
Patentinhaber: HOLLINGSWORTH GMBH |
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75387 Neubulach (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BOCHT, Bernhard
75387 Neubulach (DE)
- BAUERSACHS, Axel
75382 Althengstett (DE)
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| (74) |
Vertreter: Grünecker, Kinkeldey,
Stockmair & Schwanhäusser
Anwaltssozietät |
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Maximilianstrasse 58 80538 München 80538 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
CH-A- 255 376 GB-A- 564 214 GB-A- 1 339 209
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GB-A- 435 742 GB-A- 697 497
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufziehen einer Kardiergarnitur
auf eine Walze, mit einer Walzenantriebseinheit und einer auf die Kardiergarnitur
einwirkende Bremseinrichtung zum Erzeugen einer Aufwickelvorspannung in den Bereich
der Kardiergarnitur zwischen Walze und Bremseinrichtung.
[0002] Garnierte Kardierwalzen werden dadurch erzeugt, dass auf einen Walzengrundkörper
eine Art Sägezahndraht aufgewickelt wird. Der Sägezahndraht liegt flach auf einer
Vorlagespule auf. Von dieser Vorlagespule zieht die Vorrichtung die Kardiergarnitur
ab. Der Sägezahndraht wird mit seinem freien Endbereich an einem Außenumfangsstück
des Walzengrundkörpers befestigt und dabei im Abstand zum Walzengrundkörper durch
eine Bremseinrichtung hindurchgeführt. Der Walzengrundkörper wird über einen geregelten
Antriebsmotor angetrieben. Die Bremseinrichtung besteht aus seitlich auf den Sägezahndraht
mit Federdruck aufdrückenden Bremsbacken, so dass immer eine bestimmte Vorspannung
zwischen der Bremseinrichtung und dem Walzengrundkörper in der Kardiergarnitur beim
Aufwickelvorgang vorhanden ist siehe zb. CH 255376. Diese Vorrichtung wird auch bei
der Anmelderin schon seit Jahren verwendet und hat sich sehr gut bewährt. Dennoch
bestehen Bestrebungen auch hier eine Verbesserung zu bewirken.
[0003] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Aufziehen
einer Kardiergarnitur gemäß der eingangs genannten Art zu verbessern.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Bremseinrichtung mindestens
eine auf einer Außenseite der Kardiergarnitur aufdrückende und mitlaufende Bremsrolle
und eine die Bremskraft erzeugende Bremskrafteinrichtung umfasst, wobei die Bremskrafteinrichtung
die Kardiergarnitur indirekt über die Bremsrolle bremst.
[0005] Durch die Verwendung mindestens einer mitlaufenden Bremsrolle wird die Möglichkeit
einer Beschädigung der Kardiergarnitur beim Aufziehvorgang auf ein äußerstes Minimum
reduziert.
[0006] Die Anmelderin hat nämlich entdeckt, dass bislang zuweilen wiederkehrende Frühausfälle
von Kardiergarnituren unter Umständen auf unsachgemäßes Aufziehen zurückzuführen sind.
Wurde nämlich die Kardiergarnitur durch hauseigenes Fachpersonal aufgezogen, kam es
selten zu Beanstandungen. Zuweilen haben aber die Betreiber der Kardieranlagen selbst
Aufziehvorrichtungen, so dass sich der Aufziehvorgang dem Hersteller der Kardiergarnitur
vollständig entzieht. Falsches Einsetzen der Bremseinrichtung kann zum Beschädigen
der Gamiturflanken führen, was wiederum zu einem Frühausfall der Kardierwalzen führt.
Dieser Zusammenhang blieb bislang unerkannt, da immer ein Produktionsfehler der Kardiergarnitur
angenommen wurde, insbesondere, weil die Anlagenbetreiber immer beteuerten, den Aufziehvorgang
in korrekter Weise durchgeführt zu haben.
[0007] Um diesem Missstand abzuhelfen, wurde nunmehr eine Bremseinrichtung mit mindestens
einer aufdrückenden und mitlaufenden Bremsrolle und einer Bremskrafteinrichtung bereitgestellt.
Die Bremskraft wird nicht mehr durch Gleitreibung direkt an der Kardiergarnitur erzeugt,
sondem durch das Bremsen mittels Zwischenschaltung der Bremsrolle, so dass aufgrund
gleicher Geschwindigkeiten am aufdrückenden Umfang der Bremsrolle und an mit diesem
in Eingriff stehender Kardiergarnitur Haftreibungsbedingungen vorliegen. Wie und an
welcher Stelle dann die indirekte Bremsung über die Bremskrafteinrichtung erfolgt,
ist unerheblich, sofern möglichst keine Gleitreibung zwischen Bremsrolle und Kardiergarnitur
auftritt. Hierdurch wird die Kardiergarnitur auf jeden Fall beschädigungsfrei mit
der gewünschten Vorspannung auf einen Walzengrundkörper aufgewickelt. Solche Haftreibungsbedingungen
zwischen Kardiergarnitur und Bremsrolle sind auch besser beherrschbar und bestimmbar
als Gleitreibungszustände, weshalb auch eine verbesserte Ansteuerung bzw. Regelung
der Aufziehverhältnisse stattfinden könnte.
[0008] Gemäß einer Ausgestaltungsform kann ein Bremsrollenpaar vorgesehen sein, durch das
die Kardiergarnitur hindurchführbar und durch das gemeinsam eine Bremswirkung bewirkbar
ist. Die Bremswirkung kann auch sehr stark durch die Materialwahl für die Bremsrollen
beeinflusst werden. Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit, dass nur eine Bremsrolle
durch die Bremskrafteinrichtung gebremst wird, wohingegen die andere Bremsrolle als
mitlaufendes Widerlager dient. Durch das Hindurchführen durch einen Bremsrollenspalt
wird eine gezielte Führung der Kardiergarnitur durchgeführt. Die Aufdrückkraft kann
zusätzlich einstellbar oder steuer- bzw. regelbar sein.
[0009] Hierfür ist es weiter günstig, wenn gemäß einer Variante zumindest eine Bremsrolle
als Führungsrolle mit einer Profilierung versehen ist, wobei die Profilierung an einen
Abschnitt der Außenkontur der aufziehenden Kardiergarnitur angepasst ist. Durch die
Verwendung von drahtförmigen Garnituren bleibt der Querschnitt der Kardiergarnitur
über die gesamte Drahtlänge im Wesentlichen konstant, weshalb sich eine entsprechende
Profilierung der Bremsrolle für eine positionsgenaue Führung anbietet.
[0010] Des Weiteren kann zum Aufziehen von Kardiergarnituren mit einem schmalen Zahnbereich
und einem verbreiterten Fußbereich vorgesehen werden, dass zumindest eine Bremsrolle
eine Umfangsnut aufweist, in der der Fußbereich der Kardiergarnitur im Wesentlichen
passgenau geführt ist. Hierdurch erfolgt nicht nur eine Führung in horizontaler Richtung,
sondern auch in vertikaler Richtung, da der Fußbereich nicht aus der Umfangsnut (Ringnut)
entweichen kann. Der verbreiterte Fußbereich der Kardiergamituren kann sämtliche gängigen
Querschnittsformen aufweisen. Neben einem oft verwendeten rechteckförmigen Querschnitt
gibt es auch Fußquerschnitte, die eine Art Nut-Federprofilierung aufweisen, so dass
nebeneinander angeordnete Fußbereiche miteinander verkettet werden können. Zum Beispiel
kann sich unterhalb des Zahnbereiches eine dreiecksförmige Nut und auf der anderen
Seite des Fußbereiches eine dreiecksförmige Feder erstrecken. Diese Nut und Feder
stehen dann im Wesentlichen passgenau mit angrenzenden Windungen der Gamitur im Eingriff.
[0011] Bevorzugt kann die Bremsrolle eine gelagerte Welle aufweisen, auf die die Bremskrafteinrichtung
einwirkt. Die Welle ist dann in aller Regel mit der Bremsrolle fest verbunden. Die
Bremskrafteinrichtung kann wiederum über Gleitreibung eine Bremskraftwirkung erzielen.
Diese Gleitreibung findet aber entfemt von der Kardiergarnitur statt, so dass sie
keinen Einfluss hierauf hat und die genannte indirekte Bremsung stattfindet. Sollte
es zwischen Welle und dieser Bremskrafteinrichtung zu Verschleißerscheinungen kommen,
so kann die Bremskrafteinrichtung ohne Probleme austauschbar ausgestaltet sein.
[0012] Des Weiteren kann die Bremskrafteinrichtung auf die Welle einwirkende Bremsbacken
umfassen. Hier könnten sämtliche gängigen Bremsbackenkonstruktionen Anwendung finden,
die auf die Welle direkt oder indirekt einwirken können.
[0013] Um die Bremswirkung besser kontrollieren zu können, kann diese eine Einstelleinheit
zum Einstellen der Bremswirkung umfassen.
[0014] Des Weiteren ist es auch möglich, dass die Bremseinrichtung eine Steuer- und/oder
Regeleinheit umfasst, durch die die Bremswirkung an die Aufwickelvorspannung automatisch
anpassbar ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass die gesamte Kardiergarnitur mit
vorbestimmter Vorspannung aufgewickelt wird. In aller Regel ist dies über den gesamten
Aufwickelvorgang gleich. Es sind jedoch auch unterschiedliche Ansteuerungen über den
Aufwickelvorgang möglich.
[0015] Hierzu ist es weiter von Vorteil, wenn gemäß einer Variante die Walzenantriebseinheit
in den Steuer- und/oder Regelkreis der Steuer- und/oder Regeleinheit eingebunden ist
und die Walzenantriebseinheit zum automatischen Anpassen an die vorbestimmte Aufwickelvorspannung
ansteuerbar bzw. regelbar ist. Der Walzenantrieb sowie die Bremswirkung und auch die
hierdurch erzielte Vorspannung können exakt aufeinander abgestimmt werden, so dass
immer die gewünschte Vorspannung und somit ein optimales Aufwickeln der Kardiergarnitur
auf den Walzengrundkörper stattfindet.
[0016] Es besteht gemäß einer Variante auch die Möglichkeit, daß die Bremseinrichtung einen
Bremsmotor oder eine Wirbelstrombremse oder Drehmomentbremse umfasst, die dann die
Bremswirkung, ohne dass eine Gleitreibung zwischen den Bremsrollen und der Kardiergarnitur
vorhanden ist, aufbringt. Bei einer Variante ist ein von der Bremseinrichtung umfasster
Bremskraftsensor vorgesehen, der z. B. elektronisch die Bremskraft kontinuierlich
aufzeichnen und dokumentieren kann. Hierdurch ist eine Qualitätskontrolle für das
Aufziehen der Kardiergarnitur gegeben.
[0017] Die Bremseinrichtung kann eine Aufzeichnungseinheit zum Aufzeichnen der Bremskraft
und/oder der Aufziehgeschwindigkeit umfassen. Hierdurch können auch mehrere Parameter
parallel zueinander aufgezeichnet und überwacht werden.
[0018] Darüber hinaus kann die Bremseinrichtung auch einen Geschwindigkeitssensor umfassen.
Dieser kann z.B. auch zur Echtzeitaufzeichnung herangezogen werden, bei der z.B. die
Bremskraft und Aufziehgeschwindigkeit parallel überwacht werden.
[0019] Es können auch mindestens zwei Bremsrollen in Reihe angeordnet sein. Diese drücken
dann hintereinander auf die Kardiergarnitur, so dass eine bessere Bremsdosierung möglich
ist. Bei Verwendung von Bremsrollenpaaren auf beiden Seiten der Kardiergarnitur können
die in Reihe angeordneten Bremsrollen ebenfalls symmetrisch gruppiert werden, so dass
mehrere Bremsrollenpaare in Reihe hintereinander angeordnet sind. Es wäre jedoch auch
eine versetzte Anordnung denkbar.
[0020] Bei einer weiteren Variante ist vorgesehen, dass über die in Reihe angeordneten Bremsrollen
ein Bremsband geführt ist, das auf eine Außenseite der Kardiergarnitur aufgedrückt
ist. Das Bremsband läuft dann nach Art eines Förderbandes um die Bremsrollen um und
wird von diesen gegen die Kardiergarnitur gedrückt. Hierdurch erfolgt eine gleichmäßigere
Bremskraftübertragung über die gesamte Länge der an der Kardiergarnitur anliegenden
Seite des Bremsbandes. Das Bremsband kann aus den unterschiedlichsten Materialien
bestehen. Hier könnten auch umlaufende Ketten mit entsprechenden Bremsbelägen Anwendung
finden, so dass die Bremsrollen dann nach Art eines Kettenrades ausgeformt wären.
Auch hier ist die paarweise Anordnung zum beidseitigen Kraftbeaufschlagen der Kardiergarnitur
möglich.
[0021] Im Folgenden wird eine Ausführungsform der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Aufwickelvorrichtung in einer Seitenansicht und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Bremseinrichtung entlang der Linie II-II in Fig.
1 geschnitten.
[0022] Die in Fig. 1 dargestellte Aufziehvorrichtung 1 umfasst im Wesentlichen eine Haltestation
2 für eine Vorlagespule 3, auf der eine sägezahndrahtförmige Kardiergarnitur 4 flach
aufgewickelt ist, eine Bremseinrichtung 5 sowie eine Walze 6. Die Walze 6 wird über
einen Motor 7 und einer Transmissionseinrichtung 8 im Uhrzeigersinn angetrieben. Der
Motor 7 verfügt über eine Steuer- und Regeleinrichtung 9 durch die die Geschwindigkeit
der Walze 6 sowie die Drehrichtung gesteuert werden kann. Die Bremseinrichtung 5 umfasst
eine Steuer- und Regeleinrichtung 10, die für eine bestimmte Bremswirkung sorgt. Die
Steuer- und Regeleinrichtung 9 und die Steuer- und Regeleinrichtung 10 stehen miteinander
in Wirkverbindung. In einer weiteren Ausführungsform können diese auch als Einheit
zum Ansteuern sowohl der Bremseinrichtung 5 als auch des Motors 7 verwendet werden.
[0023] Von der auf einem Lagerbock 11 angeordneten Vorlagespule 3 wird die sägezahndrahtförmige
Kardiergarnitur 4 abgewickelt, dann durch die Bremseinrichtung 5 hindurchgeführt und
auf dem Außenumfang der Walze 6 aufgewickelt. Die Kardiergarnitur 4 verläuft dann
nach dem Aufwickelvorgang schraubenförmig am Außenumfang der Walze 6.
[0024] Die Bremseinrichtung 5 ist in der Fig. 1 nur schematisch als Kasten dargestellt.
Anhand der Fig. 2 wird diese im größeren Detail näher erläutert.
[0025] Die Bremseinrichtung 5 soll im Zusammenspiel mit der Walze 6 und hier insbesondere
über den Walzenantrieb, den Motor 7 eine Vorspannung in dem Bereich 12 der Kardiergarnitur
4 aufbringen. Diese Vorspannung sorgt für ein gleichmäßiges und dauerhaftes Aufwickeln
bzw. Aufziehen der Kardiergarnitur 4.
[0026] Anhand der Fig. 2 ist zu erkennen, dass die Kardiergarnitur 4 im Querschnitt einen
schmaleren oberen Zahnbereich 13 und einen breiteren, im Wesentlichen reckteckförmigen
unteren Fußbereich 14 umfasst. Hierdurch entsteht zwischen Zahnbereich 13 und Fußbereich
14 ein Absatz 15. Die Bremseinrichtung 5 umfasst ein Bremsrollenpaar mit einer linken,
zylindrischen Bremsrolle 16 und einer rechten, mit einer Ringnut 17 versehenen, im
Wesentlichen zylindrischen Bremsrolle 18. Die Ringnut weist im Querschnitt eine Rechteckform
auf und ist in ihrer Breite an die Höhe des Fußbereichs 14 angeformt. Hierdurch ist
ein Teil des Fußbereiches 14 im Wesentlichen passgenau in der Ringnut 17 geführt.
Der Grund der Ringnut 17 drückt gegen die rechte Seitenfläche 19 der Kardiergarnitur
4. Die linke Seitenfläche 20 der Kardiergarnitur 4 liegt an der Zylindermantelfläche
der Bremsrolle 16 an. Die Kardiergarnitur 4 ist demnach in einem Spalt 21 zwischen
den beiden Bremsrollen 16 und 18 hindurchgeführt. Die obere Seitenwand 22 der Ringnut
17 führt den Absatz 15, während die untere Seitenwand 23 der Ringnut 17 die Unterseite
24 des Fußbereichs 14 untergreift. Die Kardiergarnitur 4 ist demnach sowohl in horizontaler
als auch in vertikaler Richtung zwischen den Bremsrollen 16 und 18 geführt.
[0027] Die Bremsrolle 16 ist koaxial an einer Welle 25 angeordnet und die Bremsrolle 18
ist koaxial an einer Welle 26 angebracht. Beide Wellen sind jeweils drehbar gelagert,
so dass auch die Bremsrollen 16 und 18 jeweils zusammen mit ihren Wellen 25 und 26
um die Achsen A und B drehbar angeordnet sind. Auf die Welle 25 wirkt eine Bremskrafteinrichtung
27 und auf die Welle 26 eine Bremskrafteinrichtung 28. Beide Bremskrafteinrichtungen
27 und 28 sind lediglich schematisch dargestellt und sollen als Beispiel für eine
Bremswirkung aufgefasst werden, die zur indirekten Bremsung der Kardiergarnitur 4
dient. Die beispielhaft beschriebene Bremskrafteinrichtungen 27 umfassen jeweils über
einstellbare Federn 29 auf den Außenmantel der Wellen 25 und 26 aufgedrückte Bremsbacken
30. Sowohl die Wellen 25 und 26 als auch die Bremskrafteinrichtungen 27 und 28 können
austauschbar ausgestaltet sein, z.B. für den Verschleißfall.
[0028] Die durch die Bremskrafteinrichtungen 27 und 28 jeweils aufgebrachte Bremskraft kann
über die Steuer- und Regeleinrichtung 10 gesteuert bzw. geregelt werden, so dass eine
gezielte Bremswirkung erreicht werden kann. Wichtig bei dieser Konstruktion der Bremseinrichtung
5 ist die Tatsache, dass zwischen Kardiergarnitur 4 und den Bremsrollen 16 und 18
möglichst keine Gleitreibung vorhanden ist. Aufgrund der gleichen Geschwindigkeit
am Umfang der Bremsrollen 16 und 18 sowie an der rechten und linken Seitenfläche 19
und 20 der Kardiergarnitur 4 kann von einem Haftreibungseinfluss der Bremseinrichtung
5 gesprochen werden. Die Bremskrafteinrichtungen 27 und 28 bremsen demnach indirekt
die Kardiergarnitur 4.
[0029] Als weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten der indirekten Bremse sei das Bremsen der
Bremsrollen 16 und 18 über Gleitreibung am Außen- oder Innenumfang oder das Bremsen
über einen Bremsmotor, eine Magnetbremse oder Ähnliches, erwähnt.
[0030] Auch die Oberfläche der Bremsrollen 16 und 18 kann eine definierte Rauigkeit bis
hin zur Rändelung aufweisen, um ein Durchrutschen der Kardiergarnitur 4 aufgrund der
Vorspannung zu verhindern. Weiter ist es sehr einfach, die Bremseinrichtung 5 mit
Sensoren zu versehen, die z.B. die laufenden Meter zählen, die Geschwindigkeit während
des Aufziehens festhalten und letztendlich auch für einen Bremsmotor die Bremskraft
laufend aufzeichnen und gegebenenfalls diese Informationen in den Regelkreis mit einfließen.
Auch besteht die Möglichkeit, den Aufziehvorgang zu protokollieren und diese Daten
zu verarbeiten (z.B. Abspeichern, Ausdrucken, etc.). Insbesondere könnten die Aufziehspannung
oder ein evtl. vorhandener Verzug aufgezeichnet werden. Die hierfür benötigten Vorrichtungen
können als Extra-Erweiterung bzw. als Zubehör oder als integrale Einheit bereitgestellt
werden.
[0031] Durch all diese verschiedenen Varianten der Bremseinrichtung 5 soll keine Relativgeschwindigkeit
zwischen der Kardiergarnitur 4 und dem Außenumfang der Bremsrollen 16 und 18 auftreten,
so dass eine ganz gezielte Vorspannung aufbringbar ist. Auch für den Regelkreis zur
Abstimmung der Bremseinrichtung 5 auf den Antrieb durch den Motor 7 der Walze 6 gibt
es verschiedene Ausführungsformen, bei denen Sensoren sicherlich eine wichtige Rolle
spielen.
[0032] Die beschriebene Aufziehvorrichtung 1 eignet sich insbesondere für einen Aufziehvorgang
bei Ganzstahlgarnituren. Neben der in diesem Ausführungsbeispiel beschriebenen rechteckigen
Querschnittsform des Fußbereiches können unterschiedlichste Formen, die auch zu einer
Verkettung der nebeneinanderliegenden Windungen der Kardiergarnitur führen, angewendet
werden. Insbesondere die Ausgestaltung als Nut-und-Feder (z.B. dreieckig) kann erfolgen.
[0033] Durch die Verwendung von Bremsmotoren oder Wirbelstrombremsen oder Drehmomentbremsen
lässt sich der Regelkreislauf vereinfachen. Zum Beispiel kann ein Bremskraftsensor
die Bremskraft kontinuierlich aufzeichnen und für die Qualitätskontrolle dokumentieren.
Neben der Bremskraft kann auch parallel eine Aufziehgeschwindigkeit mittels eines
zweiten Sensors erfasst werden. Hierdurch ist auch eine Echtaufzeichnung möglich.
[0034] Bei einer weiteren, nicht dargestellten Ausführungsform können auch mehrere Bremsrollen
auf einer Seite der Kardiergarnitur in Reihe hintereinander angeordnet werden. Somit
drücken auf einer Seite der Kardiergarnitur gleich mehrere Bremsrollen gegen diese.
Dieser Reihe von Bremsrollen kann auf der gegenüberliegenden Seite der Kardiergarnitur
wiederum eine Reihe Bremsrollen zugeordnet sein. Diese können auf gleicher Höhe angeordnet
werden, so dass Bremsrollenpaare in Reihe hintereinander angeordnet sind. Eine versetzte
Anordnung ist ebenfalls möglich. Über diese in Reihe hintereinander angeordneten Bremsrollen
kann auch ein umlaufendes Bremsband geführt werden, so dass dieses Bremsband gegen
die Kardiergarnitur gedrückt ist. Die Ausführung des Bremsbandes als Kette mit entsprechendem
Andruckbelag ist ebenfalls möglich, so dass dann die Bremsrollen nach Art eines Kettenrades
ausgestaltet wären.
1. Vorrichtung zum Aufziehen einer Kardiergarnitur (4) auf eine Walze (6) mit einer Walzenantriebseinheit
(7) und einer auf die Kardiergarnitur (4) einwirkende Bremseinrichtung (5) zum Erzeugen
einer Aufwickelvorspannung in dem Bereich (12) der Kardiergarnitur (4) zwischen Walze
(6) und Bremseinrichtung (5), dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) mindestens eine auf einer Außenseite (19,20) der Kardiergarnitur
(4) aufdrückende und mitlaufende Bremsrolle (16,18) und eine die Bremskraft erzeugende
Bremskrafteinrichtung (28) umfasst, wobei die Bremskrafteinrichtung (28) die Kardiergarnitur
(4) indirekt über die Bremsrolle (16,18) bremst.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bremsrollenpaar (16,18) vorgesehen ist, durch das die Kardiergarnitur (4) hindurchführbar
ist und durch das gemeinsam eine Bremswirkung bewirkbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Bremsrolle (18) als Führungsrolle mit einer Profilierung versehen
ist, wobei die Profilierung an einem Abschnitt der Außenkontur der aufzuziehenden
Kardiergarnitur (4) angepasst ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3 zum Aufziehen von Kardiergamituren (4) mit einem schmalen
Zahnbereich (13) und einem verbreiterten Fußbereich (14), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Bremsrolle (18) eine Umfangsnut (17) aufweist, in der der Fußbereich
(14) der Kardiergarnitur (4) im Wesentlichen passgenau geführt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsrolle (16,18) eine gelagerte Welle (25,26) aufweist, auf die die Bremskrafteinrichtung
(28) einwirkt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremskrafteinrichtung (28) auf die Welle (25,26) einwirkende Bremsbacken (30)
umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) eine Einstelleinheit zum Einstellen der Bremswirkung umfasst.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) eine Steuer- und/oder Regeleinheit (10) umfasst, durch die
Bremswirkung an die Aufwickelvorspannung automatisch anpassbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenantriebseinheit (7) in den Steuer- und/oder Regelkreis der Steuer- und/oder
Regeleinheit (10) eingebunden ist und die Walzenantriebseinheit (7) zum automatischen
Anpassen an die vorbestimmte Aufwickelvorspannung ansteuerbar bzw. regelbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) einen Bremsmotor oder eine Wirbelstrombremse oder Drehmomentbremse
umfasst.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) einen Bremskraftsensor umfasst.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) eine Aufzeichnungseinheit zum Aufzeichnen der Bremskraft
und/oder der Aufziehgeschwindigkeit umfasst.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinrichtung (5) einen Geschwindigkeitssensor umfasst.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Bremsrollen (16,18) in Reihe angeordnet sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass über die in Reihe angeordneten Bremsrollen (16,18) ein Bremsband geführt ist, das
auf eine Außenseite (19,20) der Kardiergarnitur (4) aufgedrückt ist.
1. A device for winding a card clothing (4) onto a roll (6) with a roll drive unit (7)
and a brake device (5) acting on the card clothing (4) for generating a winding pretension
in the region (12) of the card clothing (4) between roll (6) and brake device (5),
characterised in that the brake device (5) includes at least one braking roller (16, 18) pressing onto
an outer side (19, 20) of the card clothing (4) and running with it and a brake-force
device (28) producing the braking force, the brake-force device (28) braking the card
clothing (4) indirectly via the braking roller (16, 18).
2. The device according to Claim 1, characterised in that a pair of braking rollers (16, 18) is provided, through which the card clothing (4)
passes and through which, taken together, a braking effect can be produced.
3. The device according to Claim 2, characterised in that at least one braking roller (18) is fitted with a profile as a guide roller, whereby
the profile is matched to a section of the outer contour of the card clothing (4)
to be wound.
4. The device according to Claim 3 for winding card clothing (4) with a narrow tooth
region (13) and a widened base region (14), characterised in that at least one braking roller (18) exhibits a circumferential groove (17) in which
the base region (14) of the card clothing (4) substantially exactly passes.
5. The device according to one of the Claims 1 to 4, characterised in that the braking roller (16, 18) exhibits a shaft (25, 26) supported in bearings and on
which the brake-force device (28) acts.
6. The device according to Claim 5, characterised in that the brake-force device (28) includes brake shoes (30) acting on the shaft (25, 26).
7. The device according to one of the Claims 1 to 6, characterised in that the brake device (5) includes an adjustment unit for adjusting the braking effect.
8. The device according to one of the Claims 1 to 7, characterised in that the brake device (5) includes an open and/or closed-loop control unit (10) through
which the braking effect can be automatically matched to the winding pretension.
9. The device according to Claim 8, characterised in that the roll drive unit (7) is integrated into the open and/or closed-loop control circuit
of the open and/or closed-loop control unit (10) and the roll drive unit (7) can be
open or closed-loop controlled for automatic matching to the specified winding pretension.
10. The device according to one of the Claims 1 to 9, characterised in that the brake device (5) includes a braking motor or an eddy current brake or a torque
brake.
11. The device according to one of the Claims 1 to 10, characterised in that the brake device (5) includes a brake force sensor.
12. The device according to one of the Claims 1 to 11, characterised in that the brake device (5) includes a recording unit for recording the braking force and/or
the winding speed.
13. The device according to one of the Claims 1 to 12, characterised in that the brake device (5) includes a speed sensor.
14. The device according to one of the Claims 1 to 13, characterised in that at least two braking rollers (16, 18) are arranged in series.
15. The device according to Claim 14, characterised in that a braking band is passed over the braking rollers (16, 18) which are arranged in
series, the band being pressed onto an outer side (19, 20) of the card clothing (4).
1. Dispositif permettant de tendre une garniture de carde (4) sur un rouleau (6), avec
une unité d'entraînement de rouleau (7) et un dispositif de freinage (5), agissant
sur la garniture de carde (4) pour produire une pré-tension mécanique d'enroulement
dans la zone (12) de la garniture de carde (4), entre le rouleau (6) et le dispositif
de freinage (5), caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend au moins un rouleau de freinage (16, 18),
pressant sur une face extérieure (19, 20) de 1a garniture de carde (4) et se déplaçant
conjointement avec elle, et un dispositif de production de force de freinage (28)
produisant la force de freinage, le dispositif de production de force de freinage
(28) freinant la garniture de carde (4) indirectement, par l'intermédiaire du rouleau
de freinage (16, 18).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'est prévue une paire de rouleaux de freinage (16, 18), à travers laquelle la garniture
de carde (4) est susceptible d'être guidée et au moyen de laquelle peut conjointement
être produit un effet de freinage.
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'au moins un rouleau de freinage (18) est muni, en tant que rouleau de guidage, d'un
profilage, le profilage étant adapté à un tronçon du contour extérieur de la garniture
de carde (4) à tendre.
4. Dispositif selon la revendication 3, pour tendre des garnitures de carde (4), avec
une zone dentée (13) étroite, et une zone de pied (14) élargie, caractérisé en ce qu'au moins un rouleau de freinage (18) présente une gorge périphérique (17), dans laquelle
est guidée, de façon ajustée sensiblement précisément, la zone de pied (14) de la
garniture de carde (4).
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le rouleau de freinage (16, 18) présente un arbre (25, 26) monté sur paliers, sur
lequel agit le dispositif de production de force de freinage (28).
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que le dispositif de production de force de freinage (28) comprend des mâchoires de freinage
(30) agissant sur l'arbre (25, 26).
7. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend une unité de réglage, pour régler l'effet
de freinage.
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend une unité de commande et/ou de régulation
(10), au moyen de laquelle un effet de freinage peut être adapté automatiquement sur
la pré-tension d'enroulement.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'unité d'entraînement à rouleaux (7) est incorporée dans le circuit de commande
et/ou de régulation de l'unité de commande et/ou de régulation (10), et l'unité d'entraînement
à rouleaux (7) est susceptible d'être commandée ou régulée, pour obtenir une adaptation
automatique à la pré-tension d'enroulement prédéterminée.
10. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend un moteur-frein ou un frein à courant de Foucault,
ou un frein à couple de rotation.
11. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend un capteur de force de freinage.
12. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend une unité d'enregistrement, pour enregistrer
la force de freinage et/ou la vitesse d'application de la tension mécanique.
13. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que le dispositif de freinage (5) comprend un capteur de vitesse.
14. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce qu'au moins deux rouleaux de freinage (16, 18) sont disposés en série.
15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce que, par l'intermédiaire des rouleaux de freinage (16, 18) disposés en série, une bande
de frein est guidée, pressée sur une face extérieure (19, 20) de la garniture de carde
(4).
