[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Antennenmodul zur Anbringung auf einem Bauwerk,
insbesondere einem Lichtmast. Des weiteren betrifft die Erfindung einen Lichtmast,
der mit wenigstens einem solchen Antennenmodul versehen ist.
[0002] Die Betreiber von Mobilfunknetzen sind darauf angewiesen, in regelmäßigen Abständen
Sende- und Empfangsantennen aufzustellen, um ein flächendeckendes Telefonnetz mit
möglichst wenigen sogenannten Funklöchern den Benutzern zur Verfügung zu stellen.
Ein Problem dabei besteht darin, geeignete Standorte für solche Antennen beispielsweise
auf Hochhäusern in entsprechender Lage zu finden, zumal solche Standorte zum Teil
sehr teuer bezahlt werden müssen. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der Montage
der Antenne, die vor Ort an dem entsprechenden Gebäude erfolgt, was dazu führt, daß
die bekannten Antennen nach Art von Fernsehantennen Einzelanfertigungen darstellen.
[0003] Vor dem Hintergrund dieser Problematik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, alternative Aufstellungsmöglichkeiten für Antennen zu erschließen und individuell
einsetzbare Antennenmodule zur Verfügung zu stellen.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch ein Antennenmodul zur Anbringung auf
einem Bauwerk, insbesondere einem Lichtmast, mit einer zentralen Säule, die Befestigungsmittel
zur Anbringung von Sende- und/oder Empfangsantennen insbesondere für die Telekommunikation
aufweist und von einer Verblendung aus einem funkwellendurchlässigen Material umgeben
ist, wobei am Basisende und/oder am oberen Ende der Säule Kupplungsmittel vorgesehen
sind, um das Antennenmodul an einem Bauwerk anzubringen oder mit einem weiteren Antennenmodul
zu verbinden.
[0005] Der Erfindung liegt damit die allgemeine Überlegung zugrunde als Standort für Sende-
und Empfangsantennen insbesondere für den Mobilfunkbereich größere Lichtmasten heranzuziehen,
wie sie beispielsweise an Fußballstadien oder dergleichen ohnehin bereits zur Verfügung
stehen. Hierfür schafft die Erfindung ein Standard-Antennenmodul mit einer zentralen
Säule, an der die eigentlichen Sende- und/oder Empfangsantennen angebracht werden,
und einer die Säule umgebenden Verblendung, die sowohl einen Sichtschutz bildet, als
auch die Antennen und Versorgungsleitungen etc. vor Umwelteinflüssen schützt. Dieses
Standard-Antennenmodul kann komplett vormontiert und über die am Basisende vorgesehenen
Kupplungsmittel an dem Lichtmast angebracht werden.
[0006] Des weiteren bietet die Erfindung die Möglichkeit, mehrere Antennenmodule zu einem
Turm aufzubauen, wobei dann entsprechende Kupplungsmittel beispielsweise in Form von
Kupplungsflanschen am Basisende und auch am oberen Ende der Säule vorgesehen sind,
um eine einfache Montage zu gewährleisten. Hierdurch können beispielsweise an einem
Lichtmast die Antennen unterschiedlicher Mobilfunkanbieter jeweils in einen Modul
montiert werden, wobei auch ein nachträgliches Nachrüsten in einfacher Weise erfolgen
kann.
[0007] Aus aerodynamischen Gesichtspunkten sollte sich ein solcher Turm aus Antennenmodulen
zu seiner Spitze hin verjüngen, und aus diesem Grund ist gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen, daß sich der Querschnitt der Verblendung eines jeden Antennenmoduls
vom Basisende zum oberen Ende hin verjüngt, wobei die Außenkonturen der Verblendungen
von zwei aneinandergrenzenden Antennenmodulen zweckmäßigerweise so gewählt sind, daß
der Übergang zwischen den beiden Antennenmodulen fließend ist. In gleicher Weise können
auch die Außenkonturen des Lichtmastes und der Antennenmodule aneinander angepaßt
sein, daß der Übergang vom Lichtmast zu dem daran fixierten Antennenmodul im wesentlichen
fließend verläuft.
[0008] Die Verblendung, die im Grunde genommen einen beliebigen Querschnitt besitzen kann,
in bevorzugter Weise jedoch einen runden oder quadratischen Querschnitt hat, muß aus
einem funkwellendurchlässigen Material bestehen, wobei vorzugsweise ein Kunststoffmaterial
eingesetzt wird, das die erforderliche Stabilität und ein geringes Gewicht besitzt.
Diese Verblendung ist gemäß einer Ausführungsform der Erfindung an der Säule eingehängt
und abgespannt. Hierzu kann am oberen Ende der Säule ein Träger angebracht sein, an
welchem die Verblendung aufgehängt ist, und am Basisende der Säule ein weiterer Träger
vorgesehen sein, der die Verblendung am unteren Ende der Säule positioniert. Wesentlich
ist hierbei, daß die Träger am oberen und unteren Ende der Säule zumindest in ihren
mit der Verblendung in Kontakt kommenden Bereichen ebenfalls aus einem funkwellendurchlässigen
Material wie beispielsweise Kunststoff bestehen, so daß die Empfangs- und Sendeeigenschaften
nicht beeinträchtigt werden.
[0009] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung sind an der Säule Befestigungsmittel vorgesehen,
um Antennen mit einem Versatz von 120° zueinander am Umfang der Säule verteilt anzubringen.
Ein solcher Versatz um 120° gewährleistet gute Sende- und Empfangseigenschaften in
allen Richtungen. In Ausgestaltung dieser Ausführungsform ist es möglich, die Befestigungsmittel
so anzuordnen, daß zwei Sätze von drei um 120° zueinander versetzten Antennen übereinander
an der Säule angebracht werden können. Auf diese Weise können in einem Antennenmodul
die Antennen für verschiedene Netze (D1, D2, UMTS etc.) eines Anbieters untergebracht
werden.
[0010] Als Befestigungsmittel können beispielsweise an der Säule Befestigungsrohre angebracht
sein, an denen die Antennen festgespannt werden können. Des weiteren sind zweckmäßigerweise
an der Säule Kabelhalterungen und/oder Kabelführungen für die erforderlichen Verbindungskabel
vorgesehen.
[0011] Hinsichtlich weiterer Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie
die nachfolgende Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die
beiliegende Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt
- Figur 1
- einen Lichtmast gemäß der vorliegenden Erfindung in Vorderansicht,
- Figur 2
- in teilweise geschnittener Seitenansicht den Lichtmast aus Figur 1 in etwas verkleinertem
Maßstab,
- Figur 3
- ein Antennenmodul des kombinierten Licht/Antennenmastes aus den Figuren 1 und 2 in
perspektivischer Ansicht und
- Figur 4
- das Antennenmodul aus Figur 3 im Querschnitt.
[0012] In den Figuren 1 und 2 ist ein Lichtmast 1 gemäß der vorliegenden Erfindung dargestellt,
wie er beispielsweise zur Beleuchtung von Fußballstadien etc. verwendet wird. Dieser
Lichtmast 1 wird in an sich bekannter Weise von mehreren übereinandergesetzten Mastelementen
1a bis 1e gebildet, die miteinander verschweißt sind. Die Außenhülle oder Verkleidung
2 des Lichtmastes 1 besteht dabei aus einem Aluminiummaterial und ist innenseitig
durch ein Gitter 3 von Verstärkungsstreben versteift. Etwa auf mittiger Höhe des Lichtmastes
1 sind mehrere Beleuchtungskörper 4 an der Verkleidung 2 angebracht, die nach oben
hin Licht gegen zwei am oberen Ende des Lichtmastes vorgesehene Reflektoren 5 abstrahlen,
um eine Fläche indirekt zu beleuchten.
[0013] Auf den eigentlichen Lichtmast 6 ist gemäß der vorliegenden Erfindung ein Turm aus
vier Antennenmodulen 6 aufgesetzt. Der Aufbau dieser Antennenmodule 6 ist in den Figuren
3 und 4 dargestellt. Danach besitzt jedes Antennenmodul 6 eine zentrale Säule 7, die
an ihrem Basisende und an ihrem oberen Ende jeweils einen Kupplungsflansch 8, 9 zur
Verbindung mit einem weiteren Antennenmodul 6 bzw. mit dem oberen Ende des Lichtmastes
1 aufweist. Die Säule 7 trägt drei Befestigungsrohre 10, die sich in Säulenlängsrichtung
erstrecken und gleichmäßig verteilt entlang des Umfangs der Säule 7, d.h. mit jeweils
120° Versatz zueinander an der Säule 7 über Befestigungsringe 17 angebracht sind.
An den Befestigungsrohren 10 sind übereinander jeweils zwei Sende/Empfangs-Antennen
11 für den Bereich Mobilfunk vorgesehen. Die insgesamt sechs Antennen 11 bilden zwei
übereinanderliegende Antennensätze für jeweils ein Mobilfunknetz. Beispielsweise kann
der obere Antennensatz für das deutsche D1-Mobilfunknetz vorgesehen sein, und der
untere Antennensatz für den Bereich UMTS zuständig sein. Alternativ können natürlich
auch Antennen für andere Zwecke vorhanden sein. Die Antennen 11 sind an den Befestigungsrohren
10 mittels entsprechender Befestigungschellen 12 festgespannt.
[0014] An der Säule 7 sind weiterhin Kabelhalter bzw. Kabelführungen 13 für die Verbindungsleitungen
bzw. Versorgungskabel für die Antennen 11 angebracht.
[0015] Die Säule 7 mit den daran vorgesehenen Antennen 11, Kabelhaltern 13 etc. ist von
einer Verblendung 14 umgeben, die aus einem funkwellendurchlässigen Kunststoffmaterial
besteht. Die Verblendung 14 ist an der Säule eingehängt und abgespannt. Hierzu sind
an den Verbindungsflanschen 8, 9 jeweils Kunststoffträger 15, 16 vorgesehen, wobei
die Verblendung 14 an dem oberen Träger 16 eingehängt ist und durch den unteren Träger
15 positioniert und stabilisiert wird. Wie die Figuren 3 und 4 gut erkennen lassen,
sind die Träger 15, 16 kreuzförmig ausgebildet, wobei jeder der vier Trägerarme 18
mit einem Eckenbereich der Verblendung 14 in Kontakt steht.
[0016] Die Figuren 3 und 4 lassen erkennen, daß die Verblendung 14 einen quadratischen Querschnitt
besitzt, der sich vom Basisende zum oberen Ende des Antennenmoduls 6 hin verjüngt.
Die Abmessungen sind dabei so gewählt, daß die Querschnittsfläche der Verblendung
14 am Basisende des Antennenmoduls 6 jeweils dem Querschnitt des oberen Endes des
darunter liegenden Antennenmoduls 6 bzw. des oberen Endes des Lichtmastes 1 entspricht,
so daß die Übergänge zwischen dem Lichtmast 1 und dem Antennenmodulturm einerseits
und zwischen den einzelnen Antennenmodulen 6 andererseits fließend verläuft und der
erfindungsgemäße Licht/Antennenmast die in den Figuren 1 und 2 gezeigte, sich gleichmäßig
nach oben hin verjüngende Außenkontur erhält.
[0017] Durch den erfindungsgemäßen Licht/Antennenmast mit mehreren übereinander angeordneten
Antennenmodulen 6 wird die Möglichkeit geschaffen, die Antennen mehrerer Mobilfunkanbieter
an einem einzigen Lichtmast 1 zu installieren, wobei in jedem Antennenmodul 6 die
Antennen eines Anbieters untergebracht werden können. Durch den modulartigen Aufbau
ist es dabei möglich, Antennenmodule jederzeit zu entfernen oder neue Antennenmodule
6 nachzurüsten, wobei sich die Montage durch die endseitig an der Säule 7 vorgesehenen
Verbindungsflansche 8, 9 sehr einfach gestaltet. Durch die aerodynamische Außenkontur
ist es dabei möglich, eine große Bauhöhe zu realisieren, ohne daß der Licht/Antennenmast
statisch überbeansprucht wird.
1. Antennenmodul zur Anbringung auf einem Bauwerk, insbesondere einem Lichtmast (1),
mit einer zentralen Säule (7), die Befestigungsmittel (10) zur Anbringung von Sende-
und/oder Empfangsantennen (11) insbesondere für die Telekommunikation aufweist und
von einer Verblendung (14) aus einem funkwellendurchlässigen Material umgeben ist,
wobei am Basisende und/oder am oberen Ende der Säule (7) Kupplungsmittel (8, 9) vorgesehen
sind, um das Antennenmodul (6) an einem Bauwerk anzubringen oder mit einem weiteren
Antennenmodul (6) zu verbinden.
2. Antennenmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verblendung (14) aus einem Kunststoffmaterial besteht.
3. Antennenmodul nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verblendung (14) an der Säule (7) eingehängt und abgespannt ist.
4. Antennenmodul nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Ende der Säule (7) ein Träger (16) angebracht ist, an welchem die Verblendung
(14) aufgehängt ist, und am Basisende der Säule (7) ein weiterer Träger (15) vorgesehen
ist, der die Verblendung (14) am unteren Ende positioniert.
5. Antennenmodul nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Träger (15, 16) zumindest in ihren mit der Verblendung (14) in Kontakt kommenden
Bereichen aus einem funkwellendurchlässigen Material, insbesondere einem Kunststoffmaterial
bestehen.
6. Antennenmodul nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Verblendung (14) sich vom Basisende zum oberen Ende hin verjüngt.
7. Antennenmodul nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verblendung (14) einen quadratischen Querschnitt besitzt.
8. Antennenmodul nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsmittel (10) an der Säule (7) vorgesehen sind, um Antennen (11) mit
einem Versatz von 120° zueinander am Umfang der Säule (7) verteilt anzuordnen.
9. Antennenmodul nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsmittel (10) geeignet sind, um zwei Sätze von drei um 120° zueinander
versetzten Antennen (11) übereinander an der Säule (7) anzubringen.
10. Antennenmodul nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Befestigungsmittel an der Säule (7) Befestigungsrohre (10) angebracht sind, an
denen die Antennen (11) festgespannt werden können.
11. Antennenmodul nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß am Umfang der Säule (7) verteilt mit jeweils 120° Versatz zueinander drei Befestigungsrohre
(10) angebracht sind, die sich im wesentlichen über die gesamte Länge der Säule (7)
erstrecken.
12. Antennenmodul nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der zentralen Säule (7) Kabelhalterungen und/oder Kabelführungen (13) angebracht
sind.
13. Antennenmodul nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungsmittel am Basisende und/oder am oberen Ende der Säule als Kupplungsflansche
(8, 9) ausgebildet sind.
14. Lichtmast mit mehreren daran angebrachten Beleuchtungskörpern (4), dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Ende des Lichtmasts (1) ein Antennenmodul (6) nach einem der vorherigen
Ansprüche angebracht ist.
15. Lichtmast nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkleidung (2) des Lichtmasts (1) und die Verblendung (14) des Antennenmoduls
(6) eine aneinander angepaßte Kontur besitzen derart, daß der Übergang vom Lichtmast
(1) zu dem daran fixierten Antennenmodul (6) im wesentlichen fließend ist.
16. Lichtmast nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß ein Antennenturm bestehend aus mehreren übereinander angeordneten und miteinander
verbundenen Antennenmodulen (6) an dem Lichtmast (1) befestigt sind.
17. Lichtmast nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenkontur der Verblendungen (14) der Antennenmodule so gewählt ist, daß der
Übergang zwischen zwei aneinandergrenzenden Antennenmodulen (6) fließend ist.
18. Lichtmast nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Ende des Lichtmastes (1) Reflektoren (5) vorgesehen sind und die Beleuchtungskörper
(4) nach oben gegen die Reflektoren (5) gerichtet sind.