[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Abgasanlage für Verbrennungsmotoren, aufweisend
einen katalytischen Abgaskonverter mit einem Gehäuse, einem in dem Gehäuse gehalterten
Katalysatorkörper, und einem Zulaufrohr.
[0002] Derartige Abgasanlagen mit Abgaskonverter sind in vielfältigen Ausführungen bekannt.
[0003] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine Abgasanlage der eingangs
genannten Art verfügbar zu machen, bei welcher der Abgaskonverter eine im Vergleich
zu dem bisher Üblichen eine bessere Kombination von schnellem Anspringverhalten und
dennoch gutem Alterungsverhalten hat.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Abgasanlage dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Zulaufrohr des Abgaskonverters ein Drallerzeuger angeordnet ist, der einen
zentralen Strömungsweg frei lässt;
und dass der Katalysatorkörper - in axialer Blickrichtung betrachtet - einen Innenbereich
und einen Außenbereich hat, wobei die Zelldichte der Strömungskanäle in dem Innenbereich
größer als in dem Außenbereich ist.
[0005] Katalysatorkörper sind ganz besonders in zwei technischen Ausführungen gängig: Keramikmonolith,
der eine große Anzahl von längs verlaufenden Strömungskanälen aufweist, und Metall-Katalysatorkörper,
bei dem ebenfalls eine große Anzahl von längs verlaufenden Strömungskanälen vorhanden,
ist, wobei diese Strömungskanäle durch die Paarung eines gewellten Blechs mit einem
ebenen Blech und spiralartiges Aufwickeln dieser Paarung hergestellt sind. Häufig
nennt man die Strömungskanäle, bei Betrachtung in Axialrichtung, "Zellen", und der
Begriff "Zelldichte" bezeichnet die Anzahl von Zellen pro Flächeneinheit in der Stirnansicht
des Katalysatorkörpers. Somit bedeutet die Angabe der Zelldichte naturgemäß auch eine
Angabe über den Strömungsquerschnitt jeder einzelnen Zelle bzw. jedes einzelnen Strömungskanals,
wobei zusätzlich die Wanddicke zwischen benachbarten Strömungskanälen eingeht.
[0006] Katalytisch wirksames Material ist auf den Wänden der Strömungskanäle abgelagert.
Die Standardtechnik besteht darin, dass man einen sogenannten Washcoat als flüssige
Suspension aufbringt, wobei der Washcoat insbesondere eine Suspension von feinen Keramikteilchen
(typisch Aluminiumoxid) in einer Suspensionsflüssigkeit ist. Nach dem Trocknen des
Washcoats hat man eine poröse, stark Oberflächen vergrößernde Beschichtung auf den
Wänden der Strömungskanäle. Die eigentlichen Katalysatorpartikel, im typischen Fall
insbesondere die Edelmetalle Platin, Palladium und Rhodium, werden entweder abschließend
auf dem Washcoat abgelagert oder in in der Washcoat-Suspension enthaltener Form aufgebracht.
[0007] Die wichtigsten Parameter des Abgasstroms eines Verbrennungsmotors sind sein Massenstrom
(z.B. in kg/s), seine Temperatur und seine Strömungsgeschwindigkeit. Diese Parameter
sind nicht alle unabhängig voneinander. Aus einem gegebenen Massenstrom mit gegebener
Temperatur resultiert eine (mittlere) Strömungsgeschwindigkeit (bei einem betrachteten
Strömungsquerschnitt). Wenn sich bei konstant gehaltenem Massenstrom die Temperatur
erhöht oder erniedrigt, erhöht sich wegen der damit einher gehenden Dichteänderung
des Abgases die Strömungsgeschwindigkeit oder erniedrigt sich.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Abgasanlage ist in dem Zulaufrohr des Abgaskonverters ein
Drallerzeuger angeordnet, der einen zentralen Strömungsweg frei lässt. Der Drallerzeuger
lässt sich so auslegen, dass bei einem niedrigen Teilbereich der vorkommenden Strömungsgeschwindigkeiten
(man könnte auch sagen: "bei einem niedrigen Teilbereich der vorkommenden Massenströme"
oder "bei einem niedrigen Teilbereich der vorkommenden Abgastemperaturen", wobei die
gegenseitige Abhängigkeit der genannten Parameter zu berücksichtigen ist) das Abgas
überwiegend oder sogar nahezu vollständig nur durch den freien zentralen Strömungsweg
im Zulaufrohr und von dort in die Stirnfläche des Innenbereichs strömt. Bei höheren
Strömungsgeschwindigkeiten in einem oberen Teilbereich der vorkommenden Strömungsgeschwindigkeiten
(man könnte auch sagen: "Bei höheren Massenströmen" oder "Bei höheren Abgastemperaturen",
wobei die gegenseitige Abhängigkeit dieser Parameter zu berücksichtigen ist) durchströmt
hingegen ein sehr erheblicher Teil des Abgasstroms den Drallerzeuger und verlässt
diesen als Drallströmung mit erheblicher Komponente in Umfangsrichtung. Bei kräftiger
Drallströmung wird wegen der Zähigkeitskräfte im Abgas auch dem durch den freien zentralen
Strömungsweg strömenden Teil des Abgases ein Drall aufgeprägt. Auf Grund der in der
Gasamt-Drallströmung vorhandenen Zentrifugalkräfte wird die Strömung nach Verlassen
des Zulaufrohrs überwiegend oder sogar nahezu vollständig nach außen zu der Stirnfläche
des Außenbereichs des Katalysatorkörpers strömen. - Bei mittleren Strömungsgeschwindigkeiten
bzw. Massenströmen bzw. Abgastemperaturen werden hingegen sowohl der Innenbereich
als auch der Außenbereich des Katalysatorkörpers durchströmt.
[0009] Dieses Durchströmungsverhalten des Katalysatorkörpers ist bei der Erfindung kombiniert
mit der Maßnahme, in einem Innenbereich des Katalysatorkörpers eine höhere Zelldichte
als in einem Außenbereich des Katalysatorkörpers vorzusehen. Die höhere Zelldichte
geht einher mit einer größeren, katalytisch aktiven Oberfläche, so dass die katalytische
Abgaskonversion vom Grundsatz her in dem Innenbereich des Katalysatorkörpers perfekter
abläuft als in dem Außenbereich (wenn auch um den Preis eines höheren Strömungswiderstands
und eines höheren Herstellungspreises wegen größerer Edelmetallmenge).
[0010] Als "Anspringen" eines Katalysatorkörpers wird die Erreichung eines Betriebspunkts
bezeichnet, bei welchem die Konversion der umzuwandelnden Abgasbestandteile in breitem
Umfang einsetzt. Zum Anspringen ist primär die Erreichung der Anspringtemperatur erforderlich.
Die Anspringtemperatur lässt sich durch Wahl von Parametern, die mit dem Washcoat
zusammenhängen, beeinflussen, vergleiche detailliertere Ausführungen weiter unten.
Von besonderem Einfluss ist die Zahl der sogenannten katalytisch "aktiven Zentren"
der Beschichtung der Strömungskanäle. Bei der erfindungsgemäßen größeren Zelldichte
im Innenbereich als im Außenbereich ergibt sich, im Grundsatz, eine größere Anzahl
von aktiven Zentren, verglichen mit der Situation ohne Vergrößerung der Zelldichte.
[0011] Alles in allem schafft die Erfindung, mit ihrem ersten Aspekt, eine Abgasanlage,
bei welcher der Abgaskonverter bevorzugt in seinem Innenbereich angeströmt wird, wenn
die Strömungsgeschwindigkeit des Abgases in einem niedrigen Teilbereich der vorkommenden
Strömungsgeschwindigkeiten ist (besonders typisch: Leerlauf, aber auch Betrieb mit
ziemlich niedrigen Drehzahlen, ganz besonders bei nicht weit geöffneter Drosselklappe).
Der primär durchströmte Innenbereich des Katalysatorkörpers heizt sich sehr viel rascher
auf als wenn der gesamte Katalysatorkörper erwärmt werden müsste. Die Anspringtemperatur
wird im Innenbereich rascher erreicht. Die größere Zelldichte begünstigt die Abgaskonversion
in diesem "Warmwerdungszustand" der Abgasanlage. Insbesondere das Verhalten nach einem
Kaltstart des Verbrennungsmotors wird erheblich verbessert.
[0012] Wenn hingegen eine Strömungsgeschwindigkeit in einem oberen Teilbereich der vorkommenden
Strömungsgeschwindigkeiten herrscht (ganz besonders typisch: höhere Drehzahlen, ganz
besonders wenn die Drosselklappe weit geöffnet ist und/oder wenn bei warmem Verbrennungsmotor
höhere Abgastemperaturen herrschen) wird hingegen primär der Außenbereich des Katalysatorkörpers
angeströmt. Wegen der kleineren Zelldichte und der größeren Anström-Stirnfläche läuft
die Durchströmung des Katalysatorkörpers mit geringerem Druckverlust ab. Die innere
Aufheizung des Katalysatorkörpers durch exotherme Reaktionen verteilt sich auf ein
größeres Volumen.
[0013] Nach einem zweiten Aspekt der Erfindung wird das weiter vorn genannte technische
Problem dadurch gelöst, dass die Abgasanlage der eingangs genannten Art
dadurch gekennzeichnet ist,
dass in dem Zulaufrohr ein Drallerzeuger angeordnet ist, der einen zentralen Strömungsweg
frei lässt;
und dass der Katalysatorkörper - in axialer Blickrichtung betrachtet - einen Innenbereich
und einen Außenbereich hat, wobei der Innenbereich mit größerer Katalysatoraktivität
ausgeführt ist als der Außenbereich.
[0014] Hinsichtlich der Funktion des Drallerzeugers gilt das weiter vorn im Zusammenhang
mit dem ersten Aspekt der Erfindung Gesagte auch für den zweiten Aspekt der Erfindung.
Die größere Katalysatoraktivität in dem Innenbereich führt dazu, dass bei den geschilderten
Zuständen mit primärer Durchströmung des Innenbereichs die Abgaskonversion, im Vergleich
zur Situation ohne Erhöhung der Katalysatoraktivität, begünstigt wird. Bei der Situation
der primären Durchströmung des Außenbereichs wird der Innenbereich geschont.
[0015] Es wird betont, dass die Maßnahme "wobei der Innenbereich mit größerer Katalysatoraktivität
ausgeführt ist als der Außenbereich" als Vorzugsmerkmal auch bei dem ersten Aspekt
der Erfindung verwirklicht werden kann, so dass man sowohl mit vergrößerter Zelldichte
als auch mit größerer Katalysatoraktivität im Innenbereich arbeitet. Obwohl es bevorzugt
ist, dass, in diesem Fall, der Innenbereich mit größerer Zelldichte geometrisch mit
dem Innenbereich mit größerer Katalysatoraktivität identisch ist (ebenso der Außenbereich),
wird darauf hingewiesen, dass man grundsätzlich auch so ausbilden kann, dass der Innenbereich
mit größerer Zelldichte eine kleinere oder eine größere Stirnfläche als der Innenbereich
mit größerer Katalysatoraktivität hat (ebenso der Außenbereich).
[0016] Die Erfindung ist nicht darauf beschränkt, dass der Katalysatorkörper in nur zwei
Teilbereiche, wie sie bisher als Innenbereich und Außenbereich geschildert worden
sind, aufweist. Es sind auch Ausführungen möglich, bei denen man mehr als zwei Teilbereiche
unterscheiden kann, die sich hinsichtlich Zelldichte und/oder Katalysatoraktivität
unterscheiden.
[0017] In aller Regel bildet man so aus, dass die Stirnfläche des Innenbereichs auf den
freien zentralen Strömungsweg des Zulaufrohrs ausgerichtet ist. Dies bedeutet nicht
zwingend, dass die Längsmittelachse des Innenbereichs mit der Längsmittelachse des
gesamten Katalysatorkörpers zusammenfällt, wie weiter untern noch deutlicher werden
wird. In aller Regel, aber nicht zwingend, besitzt das Gehäuse des Abgaskonverters
einen an das dortige Ende des Zulaufrohrs anschließenden Erweiterungsabschnitt, so
dass die Gesamt-Zuströmstirnseite des Katalysatorkörpers deutlich größer ist als der
Strömungsquerschnitt des Zulaufrohrs an seinem Ende. In vielen Fällen erfordern die
Katalysatorkörper eine derartige größere Zuströmstirnseite. Außerdem ist die Erweiterung
des Strömungsquerschnitts für die Ausbildung der weiter vorn beschriebenen Drallströmung
günstig.
[0018] Vorzugsweise ist der Abgaskonverter so ausgelegt, dass mindestens 40%, besonders
bevorzugt mindestens 50% und ganz besonders bevorzugt mindestens 60%, des zuströmenden
Abgasstroms durch den Innenbereich des Katalysatorkörpers strömen, wenn der Abgasstrom
eine Strömungsgeschwindigkeit in einem unteren Teilbereich des beim Betrieb in der
Abgasanlage auftretenden Bereichs von Strömungsgeschwindigkeiten hat. Der genannte
untere Teilbereich umfasst vorzugsweise 0 bis 10%, ganz besonders bevorzugt 0 bis
20% und höchst bevorzugt 0 bis 30%, des Gesamtbereichs der auftretenden Strömungsgeschwindigkeiten.
[0019] Vorzugsweise ist der Abgaskonverter so ausgelegt, dass mindestens 80%, besonders
bevorzugt mindestens 90%, des zuströmenden Abgasstroms durch den Außenbereich des
Katalysatorkörpers strömen, wenn der Abgasstrom eine Strömungsgeschwindigkeit in einem
oberen Teilbereich des beim Betrieb in der Abgasanlage auftretenden Bereichs von Strömungsgeschwindigkeiten
hat. Der genannte obere Teilbereich umfasst vorzugsweise 80 bis 100%, besonders bevorzugt
70 bis 100%, des Gesamtbereichs der auftretenden Strömungsgeschwindigkeiten. Was die
Flächengröße der Stirnfläche des Innenbereichs des Katalysatorkörpers anlangt, ist
es bevorzugt, wenn diese Flächengröße in dem Bereich liegt, der mit der Querschnittsfläche
des freien zentralen Strömungswegs beginnt bis zu dem Gesamtströmungsquerschnitt des
stromabwärtigen Endes des Zulaufrohrs geht. Es ist aber auch möglich, die Stirnfläche
des Innenbereichs noch größer zu machen.
[0020] Vorzugsweise ist der Drallerzeuger mit seiner Außenseite an der Innenseite des Zulaufrohrs
befestigt, besonders bevorzugt angeschweißt. Auf diese Weise ist eine äußere Umströmung
des Drallerzeugers ausgeschlossen. Alternativ ist bevorzugt, dass der Drallerzeuger
integral mit dem Zulaufrohr hergestellt worden ist, insbesondere durch Gießen oder
durch Hochdruckumformung.
[0021] Zur konkreten technischen Verwirklichung des Drallerzeugers gibt es eine Reihe von
Möglichkeiten. Nach einer ersten bevorzugten Möglichkeit weist der Drallerzeuger einen
ringförmigen Kranz von Leitschaufeln auf. Nach einer zweiten bevorzugten Möglichkeit
weist der Drallerzeuger mindestens ein wendelförmig längs des Zulaufrohrs verlaufendes
Strömungsleitelement auf; die Ausdrucksweise "längs des Zulaufrohrs" soll nicht etwa
"längs des gesamten Zulaufrohrs" bedeuten, sondern lediglich die Längsausrichtung
des Strömungsleitelements wiedergeben.
[0022] Funktional kommt es bei dem erfindungsgemäß vorgesehenen Drallerzeuger darauf an,
dass bei relativ niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten des Abgases (bzw. Massenströmen
bzw. Temperaturen) praktisch überhaupt kein oder nur wenig Drall erzeugt wird, während
bei relativ hohen Strömungsgeschwindigkeiten (bzw. Massenströmen bzw. Temperaturen)
viel Drall erzeugt wird. Dabei kann auf praktisch vollständige "Strömungsumschaltung"
ausgelegt werden, also unterhalb eines ersten Schwellenwerts der Strömungsgeschwindigkeit
praktisch 100% für die Anströmung des Innenbereichs und praktisch 0% für die Anströmung
des Außenbereichs, und oberhalb eines zweiten Schwellenwerts der Strömungsgeschwindigkeit
praktisch 0% zur Anströmung des Innenbereichs und praktisch 100% zur Anströmung des
Außenbereichs. Alternativ kann man aber die Auslegung mit weniger scharfer Strömungsumschaltung
machen, also z.B. nie weniger als 20% (vorzugsweise nie weniger als 10%) zur Anströmung
des Innenbereichs oder nie weniger als 30% (vorzugsweise nie weniger als 20%) zur
Anströmung des Außenbereichs.
[0023] Außerdem kann man durch Auslegung des Drallerzeugers bestimmen, wann das Umschalten
deutlich einsetzt und wann das Umschalten deutlich aufhört.
[0024] Folgende Geometrieparameter, welche die Auslegung beeinflussen, seien genannt:
- Anzahl der Leitschaufeln für den Umfang;
- Anzahl der wendelförmigen Strömungsleitelemente, die umfangsmäßig versetzt vorgesehen
sind;
- Überlappung der Leitschaufeln in axialer Blickrichtung;
- Anstellwinkel der Leitschaufeln oder des wendelförmigen Strömungsleitelements ("Steigung");
- Höhe der Leitschaufeln oder des Strömungsleitelements und dadurch bestimmt der Durchmesser
des freien zentralen Strömungswegs;
- Länge der Leitschaufeln bzw. des Strömungsleitelements in Axialrichtung;
- Position des Drallerzeugers in axialer Hinsicht in dem Zulaufrohr (axialer Abstand
zum Ende des Zulaufrohrs oder axialer Überstand über das Ende des Zulaufrohrs hinaus);
- zunehmender Anstellwinkel der Leitschaufeln (d.h. gekrümmte Leitschaufeln) oder zunehmender
Anstellwinkel des Strömungsleitelements (d.h. abnehmende Steigung) längs des Drallerzeugers;
- zunehmende Höhe der Leitschaufeln oder des Strömungsleitelements längs des Drallerzeugers;
- Durchmesser des Zulaufrohrs;
- Durchmesser bzw. Flächengröße der Stirnseite des Katalysatorkörpers;
- Winkel der Erweiterung bei dem Erweiterungsabschnitt;
- axialer Abstand zwischen dem Drallerzeuger und der Stirnseite des Katalysatorkörpers.
[0025] Die Anzahl der Leitschaufeln bzw. der Strömungsleitelemente hat einen erheblichen
Einfluss auf die Gleichmäßigkeit des erzeugten Zentrifugalfeldes. Eine größere Anzahl
bewirkt ein gleichmäßiges Zentrifugalfeld. Andererseits nimmt der Druckverlust des
Drallerzeugers mit der Anzahl zu.
[0026] Wenn der Drallerzeuger mit überlappenden Leitschaufeln ausgelegt wird, hat man schon
bei geringen Strömungsgeschwindigkeiten einen fühlbaren Strömungswiderstand im Drallerzeuger;
die Abströmung erfolgt besonders ausgeprägt nur zu dem Innenbereich des Katalysatorkörpers.
Andererseits hat man bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten einen relativ hohen Strömungswiderstand.
[0027] Der Anstellwinkel der Leitschaufeln bzw. des Strömungsleitelements hat einen besonders
großen Einfluss auf die Stärke des erzeugten Dralls. Stark angestellte Leitschaufeln
führen z.B. schon bei mittleren Strömungsgeschwindigkeiten zu einem so starken Drall,
dass der Teil des Abgasstroms zur Anströmung des Innenbereichs des Katalysatorkörpers
sehr klein wird. Bei besonders hohen Zentrifugalkräften der Drallströmung wird der
Druck im Kernbereich der Strömung, d.h. durch den freien zentralen Strömungsweg, so
klein, dass ein Abströmen zu dem Innenbereich des Katalysatorkörpers weitgehend vermieden
werden kann. Der Anstellwinkel wird relativ zur Axialrichtung des Zulaufrohrs gemessen.
[0028] Die Höhe der Leitschaufeln bzw. des Strömungsleitelements, besonders in Relation
zu dem Gesamtdurchmesser des Zulaufrohrs, hat besonders Einfluss auf den Anteil der
Strömung, der bei kleinen Strömungsgeschwindigkeiten zu dem Innenbereich des Katalysatorkörpers
strömen soll. Bei relativ geringer Höhe der Leitschaufeln bzw. des Strömungsleitelements
und damit einem großen Durchmesser des freien zentralen Strömungswegs wird ein größerer
Teil der Strömung zu dem Innenbereich des Katalysatorkörpers strömen.
[0029] Bei der axialen Länge der Leitschaufeln bzw. des Strömungsleitelements ist die Tendenz
grundsätzlich so, dass bei einer größeren Länge ein stärkerer Drall auch im freien
zentralen Strömungsweg erzeugt wird. Mit zunehmender Länge nimmt der Druckverlust
des Drallerzeugers zu. Längs des Drallerzeugers zunehmender Anstellwinkel der Leitschaufeln
bzw. des Strömungsleitelements und längs des Drallerzeugers zunehmende Höhe der Leitschaufeln
bzw. des Strömungsleitelements reduzieren den Druckverlust des Abgaskonverters im
Vergleich zu Drallerzeugern ohne diese Maßnahmen.
[0030] Auch der Abstand zwischen dem Drallerzeuger und der Stirnfläche des Innenbereichs
des Katalysatorkörpers hat beträchtlichen Einfluss. Je größer dieser Abstand ist,
desto mehr wird die Anströmung des Außenbereichs begünstigt.
[0031] Die Leitschaufeln können verwunden (= Anstellwinkel, der sich beim Fortschreiten
längs des Radius ändert) sein oder nicht.
[0032] Vorzugsweise hat der Innenbereich des Katalysatorkörpers eine Stirnfläche, die höchstens
20% der Gesamtstirnfläche des Katalysatorkörpers einnimmt, besonders bevorzugt höchstens
15% der Gesamtstirnfläche und ganz besonders bevorzugt höchstens 10%. Der für ein
konkretes Produkt gewählte Prozentsatz der Gesamtstirnfläche ist ein Kompromiss zwischen
der möglichst sicheren Anströmung überwiegend nur des Innenbereichs ganz besonders
beim Warmfahren des Verbrennungsmotors, einerseits, und möglichst guter Schonung des
Innenbereichs bei hohen Lastzuständen des Verbrennungsmotors und/oder hohen Abgastemperaturen,
andererseits.
[0033] Vorzugsweise beträgt die flächenbezogene Zelldichte im Innenbereich mindestens das
1,2-fache der Zelldichte im Außenbereich, besonders bevorzugt mindestens das 1,5-fache
und ganz besonders bevorzugt mindestens das 1,7-fache. Hier geht es um einen optimalen
Kompromiss zwischen Verbesserung der Konversion insbesondere beim Warmfahren des Verbrennungsmotors,
einerseits, und Vermeidung ungebührlicher Erhöhung des Strömungswiderstands und der
Produktionskosten auf Grund größeren Edelmetallverbrauchs, andererseits.
[0034] Vorzugsweise ist für die größere Katalysatoraktivität im Innenbereich des Katalysatorkörpers
eine größere Edelmetallbeladung vorgesehen, besonders bevorzugt eine mindestens 20%
größere Edelmetallbeladung und ganz besonders bevorzugt eine mindestens 30% größere
Edelmetallbeladung als im Außenbereich. Hier geht es um einen optimalen Kompromiss
zwischen erhöhter Abgaskonversion im Innenbereich, einerseits, und Begrenzung der
Erhöhung der Produktionskosten durch höheren Edelmetalleinsatz, andererseits.
[0035] Vorzugsweise ist für die größere Katalysatoraktivität im Innenbereich des Katalysatorkörpers
eine feinere Edelmetalldispersion vorgesehen, besonders bevorzugt eine mindestens
20% feinere Edelmetalldispersion und ganz besonders bevorzugt eine mindestens 30%
feinere Edelmetalldispersion als im Außenbereich. Hier geht es um einen guten Kompromiss
zwischen guter Abgaskonversion beim Warmfahren des Verbrennungsmotors, einerseits,
und Begrenzung der Alterung des Katalysatorkörpers. Je feiner die eingesetzte Edelmetalldispersion
ist, desto größer ist die Gefahr der Alterung durch Sintern der aktiven Zentren bei
hohen Abgastemperaturen.
[0036] Vorzugsweise ist für die größere Katalysatoraktivität im Innenbereich des Katalysatorkörpers
eine andere Edelmetallzusammensetzung vorgesehen als im Außenbereich. Hier geht es
um einen guten Kompromiss zwischen Abgaskonversion beim Warmfahren des Verbrennungsmotors,
einerseits, und Begrenzung der Produktionskosten durch Wahl möglichst preiswerter
Edelmetallzusammensetzungen sowie Alterungsbeständigkeit, andererseits.
[0037] Die in den vorangehenden Absätzen angesprochenen konkreten technischen Möglichkeiten
zur Erhöhung der Katalysatoraktivität im Innenbereich des Katalysatorkörpers im Vergleich
zu dessen Außenbereich führen alle dazu, dass - verglichen mit einer Situation ohne
vorgenommene Erhöhung der Katalysatoraktivität-die Anspringtemperatur des Innenbereichs
sinkt und dass selbst nach gewisser Alterung des Katalysatorkörpers (was normalerweise
mit einer Erhöhung der Anspringtemperatur einhergeht) noch ausreichend Reserven für
ein ordnungsgemäßes Funktionieren der Abgaskonversion bestehen. Die mit der Erhöhung
der Katalysatoraktivität einhergehenden Nachteile, wie Erhöhung der Produktionskosten
und Erhöung der Anfälligkeit für Altern, werden dadurch in Grenzen gehalten, dass
bei höheren Lastzuständen des Verbrennungsmotors der Innenbereich des Katalysatorkörpers
im Wesentlichen nicht mehr oder zumindest reduziert durchströmt wird.
[0038] Vorzugsweise ist der Innenbereich des Katalysatorkörpers nur auf einer Teillänge
mit größerer Katalysatoraktivität ausgeführt als der Außenbereich. Bei einem Teil
der Ausführungsfälle kann es nämlich günstiger sein, den Innenbereich in seinem Querschnitt
größer zu machen als man es bei Nutzung seiner gesamten Länge mit größerer Katalysatoraktivität
tun müsste, und stattdessen nur eine Teillänge des Innenbereichs mit größerer Katalysatoraktivität
auszuführen. Ein besonders geeignetes Verfahren zur Aufbringung des Washcoats auf
einer Teillänge des Innenbereichs besteht darin, dass man den Katalysatorkörper oben
auf ein Rohrstück stellt und die Suspension von unten her durch das Rohr so lange
zuführt, bis sie eine bestimmte Höhe im Innenbereich des Katalysatorkörpers erreicht
hat. Anschließend wird die überschüssige Suspension nach unten ausgeblasen. Dieses
Herstellungsverfahren stellt eine Erfindung dar, und es wird ausdrücklich betont,
dass diese Erfindung hiermit auch unabhängig von den anderen Abgasanlagen-Merkmalen
gemäß erstem Aspekt und zweitem Aspekt der weiter vorn geschilderten Erfindung ist.
[0039] Die Beschichtung des Katalysatorkörpers mit der Washcoat-Suspension kann in einem
Tauchvorgang mit anschließendem Ausblasen oder in mehreren Tauchvorgängen mit anschließendem
Ausblasen nacheinander durchgeführt werden, wobei im letztgenannten Fall die Beschichtung
in mehreren Schritten aufgebaut wird. Bei dem Innenbereich des Katalysatorkörpers
kann man entweder, aufbauend auf einen Washcoat gleich dem im Außenbereich aufgebrachten
Washcoat, einen oder mehrere Washcoatlagen insbesondere zur Erzeugung der größeren
Katalysatoraktivität aufbringen. Alternativ ist es möglich, den Innenbereich und den
Außenbereich in separaten Beschichtungsgängen separat zu beschichten. Auch hier kann
man für den Innenbereich mit einem aufgesetzten Zuführrohr arbeiten und bei der Beschichtung
des Außenbereichs mit einer Abdeckung der Stirnseite des Innenbereichs.
[0040] Das Zulaufrohr hat im Interesse einer effektiven Erzeugung der Drallströmung vorzugsweise
einen kreisrunden Querschnitt. Ein kreisrunder Querschnitt ist auch für das Abgaskonverter-Gehäuse
insgesamt bevorzugt, weil dies für eine spiralförmige Durchströmung die besten Strömungsvoraussetzungen
bietet. Alternativ ist jedoch eine im Wesentlichen elliptische Konfiguration des Gehäusequerschnitts
bevorzugt. Eine im Wesentlichen elliptische Querschnittskonfiguration ist bei Schalldämpfern,
die unter dem Boden von Kraftfahrzeugen angebracht sind, recht häufig anzutreffen.
Wie bei Schalldämpfern ist bei dem Abgaskonverter die geringere Bauhöhe im Vergleich
zu einem querschnittsgleichen Abgaskonverter mit kreisrundem Querschnitt als Vorteil
hervorzuheben.
[0041] Es gibt Ausführungsformen, bei denen es günstig ist, die Längsmittelachse des Innenbereichs
des Katalysatorkörpers gegenüber der Längsmittelachse des Gesamt-Katalysatorkörpers
versetzt anzuordnen. Als typische Beispiele hierfür seien nicht-zentrale Positionierung
des Zulaufrohrs und schräge Einmündung des Zulaufrohrs in das Gehäuse genannt. Die
Stirnseite des Innenbereichs des Katalysatorkörpers soll so positioniert sein, dass
der durch den freien zentralen Strömungsweg strömende Abgasstrom bzw. der nicht von
der Drallströmung erfasste Teil des Abgasstroms innerhalb der Stirnseite des Innenbereichs
auf den Katalysatorkörper trifft.
[0042] Es gibt die Möglichkeit, gezielt für den Innenbereich oder gezielt für den Außenbereich
des Katalysatorkörpers, d.h. vor der vorderen Stirnseite, in dem Katalysatorkörper
oder hinter der hinteren Stirnseite, eine gezielt den Strömungswiderstand erhöhende
Ausbildung vorzusehen, insbesondere in Form einer lokalen Verengung des Strömungsquerschnitts
oder in Form von lokalen Strömungsbremsen. Eine den Strömungswiderstand für den Innenbereich
gezielt erhöhende Ausbildung begünstigt ein Strömen hin zu dem Außenbereich des Katalysatorkörpers
(wie es im Prinzip bei der Maßnahme "größere Zelldichte in dem Innenbereich" der Fall
ist) und umgekehrt. Gezielt den Strömungswiderstand erhöhende Ausbildungen sind ein
äußerst wirksames Mittel, um praktisch perfekte Umschaltschärfe bei dem Drallerzeuger/freier
zentraler Strömungsweg zu erreichen, wobei man in diesem Fall bei der Auslegung des
Drallerzeugers mehr Freiheit gewonnen hat.
[0043] Es ist möglich, vor die Frontseite des Innenbereichs des Katalysatorkörpers ein Innenrohrstück
zu positionieren, welches vorzugsweise im Wesentlichen gleichen Durchmesser wie der
Innenbereich hat. Das Innenrohrstück begünstigt das Zuströmen zu dem Innenbereich
bei niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten.
[0044] Wenn in der vorliegenden Anmeldung von Strömungsgeschwindigkeit und Temperatur des
durch das Zulaufrohr zuströmenden Abgasstroms gesprochen wird, wird ein Strömungsquerschnitt
vor dem Drallerzeuger betrachtet. Da Strömungsgeschwindigkeit und Temperatur über
den Querschnitt nicht konstant sind, sind über den Querschnitt gemittelte Werte gemeint.
Angesichts der Abgaspulsationen sind für geeignete kurze Zeitintervalle zeitlich gemittelte
Werte gemeint. Insgesamt könnte man alternativ den Massenstrom betrachten, insbesondere
weil hier die Querschnittsmittelung nicht erforderlich ist. Konstante Abgastemperatur
betrachtet, hängt die mittlere Strömungsgeschwindigkeit unmittelbar mit dem Massenstrom
zusammen. Konstanten Massenstrom betrachtet, hängt die gemittelte Strömungsgeschwindigkeit
unmittelbar mit der Abgastemperatur zusammen. Statt mit dem Begriff "Strömungsgeschwindigkeit"
könnte man die Aussagen in der vorliegenden Anmeldung auch mit dem Begriff "temperaturnormierter
Massenstrom" verknüpfen.
[0045] Es wird ausdrücklich betont, dass der Gegenstand der Erfindung, in umfassendster
Ausdrucksweise, Folgendes ist:
[0046] Abgasanlage für Verbrennungsmotoren, aufweisend einen katalytischen Abgaskonverter
mit einem Gehäuse, einem in dem Gehäuse gehalterten Katalysatorkörper, und einem Zulaufrohr,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Zulaufrohr ein Drallerzeuger angeordnet ist, der einen zentralen Strömungsweg
frei läßt;
und dass bei dem Katalysatorkörper ein die Katalysatorwirksamkeit beeinflussender
Parameter quer zur Richtung des Strömungswegs variiert.
[0047] Die vorstehend beschriebenen Merkmale "Zelldichte der Strömungskanäle in dem Innenbereich
des Katalysatorkörpers größer als in dem Außenbereich" und "Innenbereich mit größerer
Katalysatoraktivität als der Außenbereich" stellen speziellere Fälle des Merkmals
"ein die Katalysatorwirksamkeit beeinflussender Parameter variiert quer zur Richtung
des Strömungswegs" dar.
[0048] Es wird betont, dass nicht nur die bisher angesprochene Abgasanlage Gegenstand der
Erfindung ist, sondern auch der angesprochene Abgaskonverter, und zwar sowohl gemäß
erstem Aspekt der Erfindung als auch gemäß zweitem Aspekt der Erfindung, für sich
ein Gegenstand der Erfindung ist. Alle offenbarten Vorzugsausbildungen gelten nicht
nur für die Abgasanlage insgesamt, sondern auch für deren, die Erfindung verkörpernden
Bestandteil "Abgaskonverter".
[0049] Aus dem Dokument WO 00/12879 ist ein katalytischer Abgaskonverter mit einem zugeordneten
Zulaufrohr bekannt, in dem ein Drallerzeuger, der einen zentralen Strömungsweg durch
das Zulaufrohr frei lässt, angeordnet ist. Dort ist jedoch die Ausbildung so, dass
eine gleichmäßige Anströmung der vorderen Stirnseite des Katalysatorkörpers erreicht
werden soll.
[0050] Die Erfindung und bevorzugte Ausführungen der Erfindung werden nachfolgend anhand
von schematisiert zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen noch näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine Abgasanlage in Seitenansicht, sozusagen einbaufertig zum Einbau von unten
an ein Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor;
Fig. 2 einen katalytischen Abgaskonverter im Längsschnitt;
Fig. 3 den Abgaskonverter von Fig. 2 in der geschnittenen Stirnansicht gemäß III-III
in Fig. 2;
Fig. 4 den Abgaskonverter von Fig. 2, jedoch in einem anderen Durchströmungszustand,
im Längsschnitt;
Fig. 5 einen Querschnitt des Abgaskonverters von Fig. 2 gemäß V-V in Fig. 2;
Fig. 6 in einem Querschnitt analog Fig. 5 einen abgewandelten Abgaskonverter;
Fig. 7 in einem Querschnitt analog Fig. 5 einen abgewandelten Abgaskonverter;
Fig. 8 in einem Querschnitt analog Fig. 5 eine zweite Ausführungsform eines Abgaskonverters;
Fig. 9 in einem Querschnitt analog Fig. 5 und Fig. 8 einen abgewandelten Abgaskonverter
der zweiten Ausführungsform;
Fig. 10 in einem Querschnitt analog Fig. 2 eine dritte Ausführungsform eines Abgaskonverters;
Fig. 11 in einem Querschnitt analog Fig. 2 bzw. Fig. 10 eine vierte Ausführungsform
eines Abgaskonverters;
Fig. 12 in einem Längsschnitt analog Fig. 2 eine fünfte Ausführungsform eines Abgaskonverters;
Fig. 13 einen Teil eines Abgaskonverters im Längsschnitt, wobei ein Drallerzeuger
alternativer Ausführungsform vorgesehen ist.
[0051] In Fig. 1 ist eine Abgasanlage 2 für einen Verbrennungsmotor eines Fahrzeugs mit
ihren wesentlichsten Komponenten dargestellt. Fortschreitend vom stromaufwärtigen
Ende zum stromabwärtigen Ende hat man die folgenden Komponenten: Krümmer 4, der an
den Zylinderkopf des Verbrennungsmotors angeschraubt wird und die Abgase aus den Zylindern
des Verbrennungsmotors in einen gemeinsamen Rohrabschnitt 6 zusammenführt; katalytischer
Abgaskonverter 12; Mittelschalldämpfer 14; Rohrabschnitt 16, der um die Hinterachse
des Kraftfahrzeugs herumführt; Endschalldämpfer 18.
[0052] In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßer Abgaskonverter 12 dargestellt. Man erkennt ein
Zulaufrohr 22 mit kreisförmigem Querschnitt, ein Gehäuse 24 mit einem konusförmigen
Erweiterungsabschnitt 24a, einer Umfangswand 24b und einem konusförmigen Verjüngungsabschnitt
24c, und ein Ablaufrohr 26 mit kreisförmigem Querschnitt. Kurz vor dem in Fig. 2 rechten
Ende des Zulaufrohrs 22, wo es in den Erweiterungsabschnitt 24a übergeht, ist in dem
Zulaufrohr 22 ein Drallerzeuger 40 angeordnet.
[0053] Der Drallerzeuger 40 besteht aus einem umfangsmäßig verteilten Kranz von Leitschaufeln
46, die in Fig. 2 schematisiert als schräg gestellte Fläche dargestellt sind und in
Fig. 3 etwas anschaulicher zu sehen sind. Die Leitschaufeln 46 sind an ihrem radial
äußeren Rand an der Innenseite des Zulaufrohrs 22 angeschweißt und haben eine radiale
Höhe 48, siehe Fig. 3. Die Leitschaufeln lassen mit ihren inneren Rändern einen zentralen
Strömungsweg 50 frei, dessen Durchmesser bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel
etwa 60% des Innendurchmessers des Zulaufrohrs 22 beträgt. In Fig. 2 ist der Durchmesser
des zentralen Strömungswegs mit zwei gepunkteten Linien 52 angedeutet.
[0054] In dem Gehäuse 24 ist ein Katalysatorkörper 60 gehaltert, der z.B. als Keramikmonolith
mit einer Vielzahl von längs durch ihn verlaufenden Strömungskanälen 62 aufgebaut
ist. Der Katalysatorkörper 60 weist einen Innenbereich 64 und einen Außenbereich 66
auf. Der Innenbereich 64 hat eine Längsmittelachse, die mit der Längsmittelachse 68
des gesamten Katalysatorkörpers 60 zusammenfällt. Der Innenbereich 64 hat in Fig.
2 links eine Stirnseite 70 (= Zuströmseite), und der Außenbereich 66 hat in Fig. 2
links eine Stirnseite 72 (= Zuströmseite). Die Flächengröße der Stirnseite 70 des
Innenbereichs 64 ist etwas größer als der Querschnitt des freien zentralen Strömungswegs
50.
[0055] Anhand der Figuren 2 und 4 werden zwei unterschiedliche Durchströmungszustände des
Abgaskonverters 8 veranschaulicht.
[0056] Ein beim Betrieb des Verbrennungsmotors durch die Abgasanlage 2 strömender Abgasstrom
ist, was das Zulaufrohr 22 vor dem Drallerzeuger 40 anlangt, mit Pfeilen 80 gezeichnet.
Der dortige Abgasstrom 80 hat bei einem bestimmten Betriebszustand des Verbrennungsmotors
einen bestimmten Massenstrom, eine daraus resultierende bestimmte (über den Strömungsquerschnitt
gemittelte) Strömungsgeschwindigkeit und eine (über den Strömungsquerschnitt gemittelte)
Temperatur.
[0057] Bei Strömungsgeschwindigkeiten, die in einem unteren Teilbereich des beim Betrieb
der Abgasanlage 2 auftretenden Bereichs von Strömungsgeschwindigkeiten sind, hat das
Vorhandensein des Drallerzeugers nur geringen Einfluss auf die Strömung. Der Drallerzeuger
40 stellt einen Strömungswiderstand dar, so dass die Strömung weit überwiegend durch
den zentralen Strömungsweg 50 geht. Außerdem ist der strömungsmechanische Einfluss
der Leitschaufeln 46 auf die Strömung relativ gering, weil die Leitschaufeln 46 auf
Strömungsbeeinflussung bei höheren Strömungsgeschwindigkeiten ausgelegt sind. Infolge
der geschilderten Verhältnisse strömt die den Abschnitt, wo sich der Drallerzeuger
40 befindet, verlassende Strömung zu nahezu 100% in die Stirnseite 70 des Innenbereichs
64. In die Stirnseite 72 des Außenbereichs 66 strömt ein kleiner Teil des zuströmenden
Abgasstroms 60 mit kleiner Strömungsgeschwindigkeit. All diese Verhältnisse sind in
Fig. 2 mit Pfeilen veranschaulicht, die man sich als Veranschaulichung der Strömungsgeschwindigkeit
oder auch als Veranschaulichung des Massenstroms vorstellen kann.
[0058] Wenn hingegen die Strömungsgeschwindigkeit des Abgasstroms 80 in einem oberen Teilbereich
des beim Betrieb in der Abgasanalage 2 auftretenden Bereichs von Strömungsgeschwindigkeiten
ist, ist der Drallerzeuger 40 in Funktion (zumal der zuströmende Abgasstrom 80 nicht
mehr so leicht nahezu insgesamt in den zentralen Strömungsweg 50 einströmen kann,
weil eine starke düsenartige Beschleunigung stattfinden müsste); die beim Durchströmen
des Drallerzeugers 40 aufgeprägte Drallströmung übt Zentrifugalkräfte auf die Strömung
aus, wodurch die Strömung im Bereich des Erweiterungsabschnitts 24a radial nach außen
geht. Im Bereich des Drallerzeugers 40 und im Bereich zwischen dem Drallerzeuger 40
und der Zuströmseite 70 des Innenbereichs 64 übt die äußere Drallströmung Zähigkeitskräfte
auf den durch den zentralen Strömungsweg 50 strömenden Teil des Abgasstroms 80 aus
und prägt weitgehend diesem Teil des Abgasstroms auch eine Umfangskomponente der Strömungsgeschwindigkeit
auf. Als Ergebnis zeigt sich, dass bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten ein weit überwiegender
Teil des Gesamt-Abgasstroms 80, bei geeigneter Auslegung sogar ein nahe 100% liegender
Teil des Abgasstroms 80, zu der Stirnseite 72 des Außenbereichs 66 strömt. All diese
Verhältnisse sind in Fig. 4 veranschaulicht.
[0059] Zwischen den beiden beschriebenen Extremen gibt es einen mittleren Bereich von Strömungsgeschwindigkeiten,
bei denen ein erster, merklicher Teil des Gesamt-Abgasstroms 80 durch den Innenbereich
64 strömt und ein zweiter, merklicher Teil des Gesamt-Abgasstroms durch den Außenbereich
66 strömt.
[0060] In Fig. 5 erkennt man, dass der Innenbereich 64 eine erheblich größere Zelldichte
als der Außenbereich 66 hat. Die einzelnen Zellen sind mit 82 bezeichnet. Außerdem
erkennt man in Fig. 5 die Ausführungsmöglichkeit, dass der Innenbereich 64 einen kreisrunden
Querschnitt hat, der gesamte Katalysatorkörper 60 einen kreisrunden Querschnitt hat
und der Außenbereich 66 einen kreisringförmigen Querschnitt hat.
[0061] Mittels Fig. 6 ist die Abwandlung veranschaulicht, dass der Katalysatorkörper 60
insgesamt einen im Wesentlichen elliptischen Querschnitt hat. Der Innenbereich 64
hat nach wie vor einen kreisrunden Querschnitt.
[0062] Mittels Fig. 7 wird die Abwandlung veranschaulicht, dass der Innenbereich 64 einen
quadratischen Querschnitt hat. Ein quadratischer Querschnitt lässt sich perfekter
mit im Querschnitt quadratischen Zellen 82 ausnutzen.
[0063] In Fig. 8 ist in Stirnansicht auf die Stirnseite 84 bzw. im Querschnitt einer zweiten
Ausführungsform eines Abgaskonverters 8 bzw. eines Katalysatorkörpers 60 gezeigt;
dass man die Strömungskanäle 62 des Katalysatorkörpers 60 im Innenbereich 64 mit erhöhter
Katalysatoraktivität ausführen kann, zeichnerisch veranschaulicht durch dunklere Färbung.
Dabei kann es sich um höhere Edelmetallbeladung, um feinere Edelmetalldispersion,
um andere Edelmetallzusammensetzung oder um mehrere dieser Maßnahmen handeln. Bei
dem gezeichneten Ausführungsbeispiel ist die Zelldichte im Innenbereich 64 gleich
der Zelldichte im Außenbereich 66. Man könnte aber auch, wie bei der ersten Ausführungsform,
mit einer höheren Zelldichte im Innenbereich 64 arbeiten.
[0064] Bei Fig. 8 hat man kreisrunde Querschnitte wie bei Fig. 5. In Fig. 9 ist die Abwandlung
gezeichnet, dass der Gesamt-Katalysatorkörper 60 im Wesentlichen elliptisch ist, analog
zu Fig. 6.
In Fig. 10 ist eine dritte Ausführungsform gezeichnet, bei der ein Innenbereich 64
mit größerer Zelldichte exzentrisch zur Längsmittelachse 68 des Katalysatorkörpers
60 platziert ist. Bei der in Fig. 11 gezeichneten, vierten Ausführungsform ist dies
analog für einen Innenbereich 64 mit erhöhter Katalysatoraktivität gezeichnet.
[0065] In Fig. 12 ist eine fünfte Ausführungsform gezeichnet, bei welcher der Innenbereich
64 des Katalysatorkörpers 60 nur in einer stromaufwärtigen Teillänge 86 mit erhöhter
Katalysatoraktivität ausgeführt ist. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel beträgt
die Teillänge etwa 50% der Gesamtlänge des Katalysatorkörpers 60.
[0066] In Fig. 13 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der der Drallerzeuger 40 durch
ein wendelförmig verlaufendes Strömungsleitelement 88 statt durch Leitschaufeln 46
verwirklicht ist. Das Strömungsleitelement 88 hat eine radiale Höhe 48. Statt nur
ein wendelförmiges Strömungsleitelement 88 (welches mindestens eine 360°-Windung lang
sein sollte) vorzusehen, wie in Fig. 13 gezeichnet, kann man auch zwei (oder noch
mehr) Strömungsleitelemente 88 vorsehen, die um 180° (bzw. 90°, 72° etc.) versetzt
beginnen. Der strömungsmechanische Effekt des Strömungsleitelements 88 ist analog
dem Effekt, der vorstehend im Zusammenhang mit den Leitschaufeln 46 beschrieben worden
ist. Das Strömungsleitelement 88 ist mit seinem Außenrand an der Innenseite des Zulaufrohrs
22 angeschweißt.
1. Abgasanlage für Verbrennungsmotoren, aufweisend einen katalytischen Abgaskonverter
mit einem Gehäuse, einem in dem Gehäuse gehalterten Katalysatorkörper, und einem Zulaufrohr,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Zulaufrohr ein Drallerzeuger angeordnet ist, der einen zentralen Strömungsweg
frei lässt;
und dass der Katalysatorkörper - in axialer Blickrichtung betrachtet - einen Innenbereich
und einen Außenbereich hat, wobei die Zelldichte der Strömungskanäle in dem Innenbereich
größer als in dem Außenbereich ist.
2. Abgasanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenbereich mit größerer Katalysatoraktivität ausgeführt ist als der Außenbereich.
3. Abgasanlage für Verbrennungsmotoren, aufweisend einen katalytischen Abgaskonverter
mit einem Gehäuse, einem in dem Gehäuse gehalterten Katalysatorkörper, und einem Zulaufrohr,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Zulaufrohr ein Drallerzeuger angeordnet ist, der eine zentralen Strömungsweg
frei lässt;
und dass der Katalysatorkörper - in axialer Blickrichtung betrachtet - einen Innenbereich
und einen Außenbereich hat, wobei der Innenbereich mit größerer Katalysatoraktivität
ausgeführt ist als der Außenbereich.
4. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abgaskonverter so ausgelegt ist, dass mindestens 40% des zuströmenden Abgasstroms
durch den Innenbereich des Katalysatorkörpers strömen, wenn der Abgasstrom eine Strömungsgeschwindigkeit
in einem unteren Teilbereich des beim Betrieb der Abgasanlage auftretenden Bereichs
von Strömungsgeschwindigkeiten hat.
5. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abgaskonverter so ausgelegt ist, dass mindestens 80% des zuströmenden Abgasstroms
durch den Außenbereich des Katalysatorkörpers strömen, wenn der Abgasstrom eine Strömungsgeschwindigkeit
in einem oberen Teilbereich des beim Betrieb in der Abgasanlage auftretenden Bereichs
von Strömungsgeschwindigkeiten hat.
6. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenbereich des Katalysatorkörpers eine Stirnfläche hat, die ihrer Größe nach
in dem Bereich von dem Querschnitt des freien zentralen Strömungswegs bis zu dem Querschnitt
des stromabwärtigen Endes des Zulaufrohrs ist.
7. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Drallerzeuger in dem Zulaufrohr befestigt ist, vorzugsweise angeschweißt ist.
8. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Drallerzeuger integral mit dem Zulaufrohr hergestellt worden ist.
9. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Drallerzeuger einen ringförmigen Kranz von Leitschaufeln aufweist.
10. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Drallerzeuger mindestens ein wendelförmig längs des Zulaufrohrs verlaufendes
Strömungsleitelement aufweist.
11. Abgasanlage nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Anstellwinkel der Leitschaufeln oder des Strömungsleitelements längs des Zulaufrohrs
zunimmt.
12. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Höhe der Leitschaufeln oder des Strömungsleitelements längs des Zulaufrohrs
zunimmt.
13. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenbereich des Katalysatorkörpers eine Stirnfläche hat, die höchstens 20% der
Gesamtstirnfläche des Katalysatorkörpers einnimmt.
14. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1, 2, 4 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die flächenbezogene Zelldichte im Innenbereich mindestens doppelt so groß wie im
Außenbereich ist.
15. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass für die größere Katalysatoraktivität im Innenbereich des Katalysatorkörpers eine
größere Edelmetallbeladung vorgesehen ist, vorzugsweise eine mindestens 20% größere
Edelmetallbeladung als im Außenbereich.
16. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass für die größere Katalysatoraktivität im Innenbereich des Katalysatorkörpers eine
feinere Edelmetalldispersion vorgesehen ist, vorzugsweise eine mindestens 20% feinere
Edelmetalldispersion als im Außenbereich.
17. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass für die größere Katalysatoraktivität im Innenbereich des Katalysatorkörpers eine
andere Edelmetallzusammensetzung vorgesehen ist als im Außenbereich.
18. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass der Innenbereich des Katalysatorkörpers nur auf einer Teillänge mit größerer Katalysatoraktivität
ausgeführt ist als der Außenbereich.
19. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abgaskonverter einen im Wesentlichen elliptischen Querschnitt hat.
20. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass die Längsmittelachse des Innenbereichs des Katalysatorkörpers gegenüber der Längsmittelachse
des Katalysatorkörpers versetzt ist.