[0001] Die Erfindung betrifft eine Pumpeinrichtung für aggressive Flüssigkeiten, insbesondere
flüssige Metalle, z. B. Blei oder Aluminium mit mehreren Kolben-Dosierpumpen. Kolben-Dosierpumpen
umfassen ein Pumpengehäuse mit einem Pumpenboden, wobei der Pumpenboden mindestens
ein Ventil aufweist, das mit mehreren in dem Pumpenboden angeordneten Kanälen in Verbindung
steht.
[0002] Aus der US-A 5,014,219 ist eine Kolben-Dosierpumpe für aggressive Flüssigkeiten bekannt;
die Förderung flüssiger Metalle ist hierin jedoch nicht beschrieben.
[0003] Es ist bekannt, dass flüssige Metalle, und hier insbesondere flüssiges Blei und flüssiges
Aluminium, äußerst aggressiv sind. Aus der EP 610708 ist daher bereits bekannt, eine
Kolben-Dosierpumpe bereitzustellen, bei der Kolben und Zylinder aus einem keramischen
Material, z. B. Siliziumnitrit, hergestellt sind. Der Verschleiß einer derartigen
Pumpe konnte gegenüber herkömmlichen Pumpen durch den Einsatz solcher keramischer
Materialien erheblich reduziert werden. D. h., dass die eigentliche Pumpe mit Kolben
und Zylinder durchaus eine Verschleißfestigkeit aufweist, die annehmbar ist.
[0004] Problematisch bei einer derartigen Pumpe ist jedoch, dass hiermit eine kontinuierliche
Förderung der z. B. flüssigen Schmelze nicht möglich ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird infolgedessen eine Pumpeinrichtung vorgeschlagen, wie sie sich
aus den Merkmalen des Anspruches 1 ergibt.
[0006] Insbesondere zeichnet sich die Pumpeinrichtung durch mehrere Kolben-Dosierpumpen
aus. Insbesondere die Parallelanordnung mehrerer derartiger Kolben-Dosierpumpen hat
den Vorteil, dass eine kontinuierliche Förderung des Mediums möglich ist, da die Kolben
im Wechseltakt arbeiten, d. h. während der eine Kolben ansaugt, stößt der andere aus.
Bei der Beschickung von Gießformen hat dies den Vorteil, dass die Temperatur in der
Gießform während des Gießvorganges im Wesentlichen konstant bleibt, da ein kontinuierlicher
Fluss des Gießmediums gewährleistet ist. Infolgedessen ergibt sich auch keine Temperaturabsenkung
während des Gießvorganges mit der damit einhergehenden Oxydation des Gießmediums.
D. h. es erfolgt eine im Wesentlichen schonende Behandlung der Schmelze, was sich
durchaus vorteilhaft in Bezug auf die Qualität des Endproduktes auswirkt.
[0007] Vorteilhaft weisen die Kolben-Dosierpumpen einer derartigen Pumpeinrichtung jeweils
einen gesonderten Antrieb auf, um den Zufluss des Gießmediums einzeln steuern zu können.
Insbesondere auch zur Vermeidung von übermäßigen Wärmeverlusten ist vorgesehen, dass
die Kolben-Dosierpumpen der Pumpeinrichtung ein gemeinsames Gehäuse aufweisen, wobei
das Gehäuse einen gemeinsamen Druckkanal für die Kolben-Dosierpumpen aufweist. D.
h., dass bei zwei parallelen Kolben-Dosierpumpen in einer Pumpeinrichtung die Kolben-Dosierpumpen
jeweils eine gesonderte Zuführung für das zu pumpende Gießmedium aufweisen, jedoch
einen einzigen Ausgang für das geförderte Medium. Insbesondere auch hierdurch wird
die kontinuierliche Förderung des Gießmediums in die Form gewährleistet.
[0008] Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend beispielhaft näher erläutert
.
- Figur 1
- zeigt eine Kolben-Dosierpumpe in einer Seitenansicht schematisch im Schnitt;
- Figur 2
- zeigt einen Schnitt gemäß der Linie II/II aus Figur 1;
- Figur 3
- zeigt einen Schnitt gemäß der Linie III/III aus Figur 1;
- Figur 4
- zeigt einen Schnitt gemäß der Linie IV/IV aus Figur 1;
- Figur 5
- zeigt eine parallele Anordnung zweier Kolben-Dosierpumpen in einem gemeinsamen Gehäuse
als Pumpeinrichtung im Schnitt;
- Figuren 6-8
- zeigen Schnitte des Bodens gemäß der Pumpeinrichtung aus Figur 5
[0009] Wie aus Figur 1 erkennbar, zeigt die insgesamt mit 1 bezeichnete Kolbenpumpe den
Zylinder 2 und den im Zylinder angeordneten mit 3 bezeichneten Kolben. Der Boden des
Zylinders ist insgesamt mit 10 bezeichnet. Der Boden 10 besteht aus den drei scheibenförmigen
Segmenten 20, 30 und 40, die untereinander durch Schrauben 70 verbunden sind, wie
sich dies beispielsweise aus Figur 2 ergibt.
[0010] Das scheibenförmige Segment 20 zeigt eine Bohrung 21 auf, mit der der Pumpenboden
mit dem Innenraum des Zylinders 2 in Verbindung steht. Des weiteren besitzt das Segment
20 eine Bohrung 22, die in den mit 25, 35 bezeichneten Ventilraum mündet. Der Ventilraum
25, 35 besitzt im Bereich des Ausgangs der Bohrung 22 den Ventilsitz 23. Das scheibenförmige
Segment 30 zeigt eine horizontal verlaufende Nut 31, die sich an die Bohrung 21 des
scheibenförmigen Segments 20 anschließt, und die ebenfalls in den Ventilraum 25, 35
mündet. An den Ventilraum 25, 35 schließt sich nach unten wiederum eine Bohrung 32
an, die den Ventilsitz 33 aufweist. An die Bohrung 32 schließt sich eine wiederum
horizontal verlaufende Nut 41 im scheibenförmigen Segment 40 an, die in dem mit 50
bezeichneten Druckrohr endet. Dieses Druckrohr 50 ist in seinem am Pumpenboden angeordneten
Ende T-förmig (bei 55) ausgebildet, wodurch es im Bereich der Segmente 20 und 30 durch
eine entsprechende Ausnehmung 37 in dem Segment 30 sowie 27 in dem Segment 20 formschlüssig
aufgenommen ist. Vorteilhaft ist das Druckrohr 50 beheizbar ausgebildet, um die Schmelze
ohne Temperaturerniedrigung in die Gießform bringen zu können.
[0011] Im Bereich des Ventilraumes 25, 35 befindet sich das mit 60 bezeichnete Ventil mit
dem Ventilkörper 61 und der Ventilstange 62. Der Ventilkörper 61 arbeitet mit den
Ventilsitzen 23 und 33 zusammen.
Die Kolben-Dosierpumpe ist als Tauchpumpe einsetzbar, wobei der Einlass durch den
ringförmigen Spalt zwischen der Bohrung 22 und der Ventilstange 62 in das Ventilgehäuse
25, 35 stattfindet. Im Falle des Einlasses wird durch den Ventilkörper 61 die Bohrung
32 durch den Ventilkörper 61 abgesperrt. D. h., die Flüssigkeit gelangt durch die
Bohrung 22, den Kanal 31 und die Bohrung 21 in den Zylinder 2. Bei entsprechender
Abwärtsbewegung des Kolbens 3 wird die Flüssigkeit dann, wenn der Ventilkörper an
dem oberen Ventilsitz 23 anliegt, durch die Bohrung 21, den Kanal 31, die Bohrung
32 und den Kanal 41 in das Druckrohr 50 geleitet.
[0012] Die scheibenförmigen Segmente 20, 30, 40 und auch das Druckrohr 50 sind vorzugsweise
aus einer Keramik hergestellt oder aber entsprechend beschichtet, um dem Verschleiß
durch das Flüssigmetall entgegenzuwirken.
[0013] Bei der Darstellung gemäß der Figur 5 und entsprechend den Schnitten gemäß den Figuren
6 bis 8 ist eine Pumpeinrichtung mit zwei Kolben-Dosierpumpen dargestellt. Die Anordnung
der beiden Kolben-Dosierpumpen 1 in der Pumpeinrichtung ist parallel, wobei jedoch
jede einzelne mit 1 bezeichnete Kolbenpumpe einen gesonderten Antrieb (nicht dargestellt)
zeigt. Für die folgende Betrachtung wird in Bezug auf gleiche Teile auf die Ausführungsform
einer Kolben-Dosierpumpe gemäß den Figuren 1 bis 4 erwiesen. Lediglich der Boden der
Pumpeinrichtung mit den beiden Kolben-Dosierpumpen unterscheidet sich etwas; der Pumpenboden
100 der Pumpeinrichtung besteht aus den sechs Segmenten 110, 120, 130, 140, 150 und
160. Auch hier sind die scheibenförmigen Segmente 110 bis 160 durch Schrauben 70 gehalten,
wie sich dies aus den Schnittdarstellungen gemäß den Figuren 6 bis 8 ergibt. Das scheibenförmige
Segment 110 zeigt zwei Bohrungen 111 auf, mit der der Pumpenboden mit dem jeweiligen
Innenraum des Zylinders 2 in Verbindung steht. Des Weiteren besitzt das Segment 110
zwei Bohrungen 112, die in den mit 135 bezeichneten Ventilraum münden. Der Ventilraum
135 zeigt im Bereich des Ausgangs der Bohrung 112 den Ventilsitz 123. Das scheibenförmige
Segment 130 weist eine horizontal verlaufend Nut 131 auf, die in Verbindung mit der
Bohrung 111 steht. Im Bereich des scheibenförmigen Segmentes 140 befindet sich wiederum
jeweils eine Bohrung 141 mit einem entsprechenden Ventilsitz 142. Für die beiden Kolben-Dosierpumpen
ist jeweils ein Ventil 180 vorgesehen mit dem Ventilkörper 181 und der Ventilstange
182. Der Ventilkörper arbeitet hierbei mit den jeweiligen Ventilsitzen 123, 142 zusammen.
Das scheibenförmige Segment 150 zeigt eine lang verlaufende Nut 190, die schlussendlich
mit dem Druckrohr 50 in Verbindung steht. Schlussendlich bildet das scheibenförmige
Segment 160 den Abschluss des Bodens 100. Die Funktionsweise dieser Pumpeinrichtung
ist im Wesentlichen gleich der der Figur 1 - 4, so dass hierauf im einzelnen nicht
mehr eingegangen werden muss.
1. Pumpeinrichtung für aggressive Flüssigkeiten, insbesondere flüssige Metalle, z. B.
Blei oder Aluminium, mit mehreren Kolben-Dosierpumpen, gekennzeichnet durch,
ein Pumpengehäuse mit einem Pumpenboden (10), wobei der Pumpenboden (10) mindestens
ein Ventil (60) aufweist, das mit mehreren im Pumpenboden angeordneten Kanälen in
Verbindung steht, wobei der Pumpenboden (10) mehrere scheibenartige Segmente (20,
30, 40) aufweist, wobei die einzelnen Segmente (20, 30, 40) zur Bildung der Kanäle
untereinander verbundene Nuten und Bohrungen (21, 22, 31, 41) aufweisen, wobei die
Kolben-Dosierpumpen durch ein gemeinsames Druckrohr verbunden sind.
2. Pumpeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet
dass die Kolben-Dosierpumpen (1) parallel zueinander angeordnet sind.
3. Pumpeinrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Kolben-Dosierpumpe (1) einen gesonderten Antrieb aufweist.
4. Pumpeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolben-Dosierpumpen (1) der Pumpeinrichtung ein gemeinsames Gehäuse aufweisen.