[0001] Die Erfindung betrifft eine Schießtrainingsanlage zur Schießausbildung von Auszubildenden,
insbesondere in Verbindung mit einem computergesteuerten Videoprojektionssystem zur
Zieldarstellung.
[0002] Schießtrainingsanlagen sind beispielsweise aus dem Prospekt "Schießtrainings-Systeme"
der Fa. bke-Media/Germany bekannt. Solche modernen Video-Schießtraining-Anlagen tragen
weltweit zu einer qualifizierten Schusswaffen-Ausbildung bei. Die Anlagen können sowohl
zum Training mit scharfer Munition wie auch mit Laserwaffen benutzt werden. Somit
können alle Schießübungen von der Grundausbildung bis hin zu Spezialübungen für Sondereinsatzgruppen
in diesem vielseitig nutzbaren Anlagen durchgeführt werden. Solche System basieren
meist auf modernen Video-Projektions-Einrichtungen, die von einem Computerkontrollsystem
gesteuert werden. Dabei können unterschiedliche Zieldarstellungen projiziert werden,
wie z.B. statische Ziele in verschiedenen Größen und Formen, computeranimierte Zieldarstellungen
und Realbild-Video-Szenarios mit interaktiven Verzweigungen, die abhängig vom Schießergebnis
oder vom Ausbilder gesteuert werden. Der Ausbilder kann dabei über ein Computerkontrollsystem
alle Aktivitäten in der Schießanlage kontrollieren und mit den Auszubildenden bzw.
Schützen permanent über eine Mikrofon-Lautsprecher-Anlage oder über Funk-Headsets
kommunizieren.
[0003] Um ein realistisches situationsabhängiges Training zu ermöglichen, ist es notwendig,
den Auszubildenden Stresssituationen auszusetzen, wie sie entstehen, wenn dieser beschossen
wird.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die bekannten Schießtrainingsanlagen
so zu verbessern, dass der Auszubildende Situationen ausgesetzt werden kann, die möglichst
realitätsnah solchen Situationen gleichen, in denen er beschossen wird. Dabei soll
die Anlage relativ einfach und kostengünstig aufgebaut sein.
[0005] Diese Aufgabe wird in Verbindung mit dem Oberbegriff des Anspruches 1 dadurch gelöst,
dass dem Ziel benachbart eine Rückschusseinrichtung angeordnet ist, mit der der Auszubildende
mit elastischen Kugeln beschießbar ist.
[0006] Durch die Rückschusseinrichtung ist der Auszubildende mit elastischen Kugeln beschießbar,
so dass er einer erhöhten realistischen Stresssituation ausgesetzt werden kann, ohne
dabei verletzt zu werden. Dies wird relativ einfach und kostengünstig erzielt.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Rückschusseinrichtung
eine Kugelabschussvorrichtung auf, die der Kugel einen Impuls aufprägt, der diese
über ein der Kugelschussvorrichtung vorgelagertes Kugelführungsrohr verschießt. Der
Kugelabschussvorrichtung werden dabei aus einem Vorratsbehälter über ein Zuführsystem
Kugeln zugeführt.
[0008] Durch das Kugelführungsrohr lässt sich eine gewisse Zielgenauigkeit erreichen, wobei
sich durch den Vorratsbehälter eine Vielzahl von Kugeln abschießen lassen, ohne nachladen
zu müssen.
[0009] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Vorratsbehälter
eine seinem Boden benachbarte rotierbare Scheibe auf, die von einem Motor antreibbar
ist. Zum Transport der Kugeln weist die Scheibe radial angeordnete Federn auf, über
die die im Vorratsbehälter angeordneten Kugeln dem Zuführsystem zugeführt werden.
[0010] Durch die rotierende Scheibe mit den radial angeordneten Federn wird auf einfache
Weise sichergestellt, dass die Kugeln dem Zuführsystem zugeführt werden. Bei entsprechender
Anordnung des Vorratsbehälters können die Kugeln dann mit Hilfe der Schwerkraft in
dem Zuführsystem transportiert werden.
[0011] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Kugelabschussvorrichtung
ein Sperrsystem auf, das die Zufuhr der zur nächsten Schuss anstehenden Kugel in das
Kugelführungsrohr regelt, wobei ein Kugelsperrvorrichtung vorgesehen ist, die ein
unbeabsichtigtes Herausrollen der Kugel aus dem Kugelführungsrohr verhindert. Dadurch
wird eine einfache und kostengünstige Möglichkeit geschaffen, das Kugelführungsrohr
jeweils mit einer Kugel zu laden.
[0012] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Kugelabschussvorrichtung
eine Pneumatikeinrichtung zur Erzeugung des Impulses auf die Kugel auf. Durch eine
Pneumatikvorrichtung lässt sich der notwendige Schiessimpuls ebenfalls kostengünstig
und einfach realisieren.
[0013] Grundsätzlich ist es aber auch möglich, einen mechanischen Impuls, beispielsweise
über ein Federsystem oder ein anderes mechanisches System zu erzeugen.
[0014] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Kugelführungsrohr
über ein Bewegungssystem positionierbar.
[0015] Das Bewegungssystem ermöglicht ein Zielen der Rückschusseinrichtung auf unterschiedliche
feste oder bewegliche Ziele.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Rückschusseinrichtung
eine Videokamera auf, deren Bilder an eine Computerkontrolleinrichtung übertragen
werden können. Auch kann die Rückschusseinrichtung einen Lichtzeiger zur Darstellung
des Zieles aufweisen, der beispielsweise von einem an der Kugelabschussvorrichtung
angeordneten Laser erzeugt wird. Dadurch ist es für den Ausbilder möglich, die Zielrichtung
der Rückschusseinrichtung zu erkennen.
[0017] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Rückschusseinrichtung
manuell steuerbar. Dadurch, dass die Rückschusseinrichtung manuell steuerbar ist,
kann der Ausbilder manuell in das Training eingreifen und die Rückschusseinrichtung
auf gewünschte Ziele einstellen.
[0018] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Rückschusseinrichtung
über eine Eingabevorrichtung der Computerkontrollvorrichtung steuerbar. Dadurch ist
es möglich, die Rückschusseinrichtung beispielsweise über einen Joystick oder eine
Computertastatur oder andere Computereingabegeräte zu steuern.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Rückschusseinrichtung
nach vorprogrammierbaren Abläufen steuerbar. Es ist aber auch möglich, die Rückschusseinrichtung
vollautomatisch von einem Computerkontrollsystem des Video-Projektionssystems zu steuern.
[0020] Durch Einbindung der Rückschusseinrichtung in das Computerkontrollsystems des Video-Projektionssystems
bzw. der gesamten Schiesstrainingsanlage ist eine situationsbedingtes Beschießen des
Auszubildenden möglich.
[0021] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist am Auszubildenden
ein Sender anordenbar, über den dessen Position von dem Computerkontrollsystem festgestellt
wird, wobei das Computerkontrollsystem das Bewegungssystem der Rückschusseinrichtung
in Abhängigkeit von der Position des Auszubildenden steuert. Dadurch ist es möglich,
auch bei Positionswechsel des Auszubildenden mit der Rückschusseinrichtung auf diesen
zu zielen bzw. zu schießen.
[0022] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird aus der Rückschusseinrichtung
eine Kugel abgeschossen, sobald eine Bedrohungsszene für den Auszubildenden erscheint
und diese im Computerkontrollsystem mit einer Trefferzone hinterlegt ist.
[0023] Dadurch ist es möglich, relativ realitätsnah, ungefährlich und kostengünstig mit
einfachen Mitteln den Auszubildenden zu trainieren.
[0024] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen
Beschreibung und den beigefügten Zeichnungen, in denen bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung beispielsweise veranschaulicht sind.
[0025] In den Zeichnungen zeigen
- Figur 1:
- eine schematische Seitenansicht einer Rückschusseinrichtung, teilweise geschnitten
und
- Figur 2:
- eine schematische Draufsicht auf eine Schießtrainingsanlage.
[0026] Eine Schießtrainingsanlage besteht im Wesentlichen aus einem Geschossfang 1, einer
Bildwandanlage 2, einem Video-Projektionssystem 3, einem Computerkontrollsystem 4
und einer Rückschusseinrichtung 5.
[0027] Die Bildwandanlage 2 ist dem Geschossfang 1 vorgelagert. Mit Hilfe des der Bildwandanlage
2 vorgelagerten Videoprojektionssystems 3 werden die Ziele bzw. Simulationsszenen
auf die Bildwandanlage projiziert. Im rückwärtigen Bereich ist das Computerkontrollsystem
4 angeordnet, über das ein Ausbilder 6 die Schießtrainingsanlage bedienen kann. Ein
Schütze bzw. ein Auszubildender 7 befindet sich beim Schießtraining zwischen dem Computerkontrollsystem
4 und dem Video-Projektionssystem 3. Zwischen Auszubildenden 7 und der Bildwandanlage
2 ist die Rückschusseinrichtung 5 angeordnet.
[0028] Die Rückschusseinrichtung 5 weist einen in vertikaler Richtung oben angeordneten
Vorratsbehälter 8 für zu verschießende elastische Kugeln 9 auf. Die Kugeln 9 sind
aus Kunststoff ausgebildet. Hierzu können beispielsweise handelsübliche Tischtennisbälle
verwendet werden. Der Vorratsbehälter 8 weist eine seinem Boden benachbarte und durch
einen Motor 10 rotierbare Scheibe 11 auf. Die rotierbare Scheibe 11 ist über Federn
12 mit einem ebenfalls rotierbaren Ring 13 verbunden. Im Bereich des Bodens 13 des
Vorratsbehälters befindet sich im Bereich der Federn 12 eine Bodenöffnung 14, über
die die Kugeln 9 einem Zuführsystem 15 zugeführt werden. Das Zuführsystem 15 ist mit
einer unterhalb des Vorratsbehälters 8 angeordneten Kugelabschussvorrichtung 16 verbunden.
Über ein Sperrsystem 17 wird sichergestellt, dass jeweils nur eine Kugel 9 einem mit
der Kugelabschussvorrichtung 16 verbundenem Kugelführungsrohr 18 zugeführt wird. Eine
im Kugelführungsrohr 18 angeordnete Kugelsperrvorrichtung 19 verhindert dabei, dass
vor Aufprägung eines Energieimpulses auf die Kugel 9, die Kugel 9 aus dem Kugelführungsrohr
18 herausrollen kann. Zur Erzeugung des Energie- bzw. Schießimpulses auf die Kugel
weist die Kugelabschussvorrichtung 16 eine Pneumatikeinrichtung 20 auf, mit der der
zum Abschießen der Kugel 9 benötigte Impuls erzeugbar ist. Die Kugelsperrvorrichtung
19 bzw. das Kugelführungsrohr 18 ist über ein Bewegungssystem 21 positionierbar. Das
Bewegungssystem 21 kann beispielsweise über zwei Motoren 22 angetrieben werden. Weiterhin
weist die Rückschusseinrichtung 5 eine Videokamera 23 auf, deren Bilder an das Computerkontrollsystem
4 übertragbar sind. Der Videokamera 23 benachbart ist ein Laser 24 zur Erzeugung eines
Lichtzeigers angeordnet. Die Rückschusseinrichtung 5 ist über eine Eingabevorrichtung,
beispielsweise der Computertastatur 25 oder einem Joystick 26 oder einer anderen Eingabevorrichtung
des Computerkontrollsystems 4 steuerbar. Grundsätzlich ist es auch möglich, der Rückschusseinrichtung
eine eigene Computerkontrolleinrichtung zuzuordnen. Die Rückschusseinrichtung ist
vollautomatisch vom Computerkontrollsystem 4, das mit dem Video-Projektionssystem
3 verbunden ist, steuerbar.
[0029] Am Auszubildenden 7 ist ein nicht dargestellter Sender anordenbar, über den die Position
des Auszubildenden 7 von dem Computerkontrollsystem 4 feststellbar ist. Das Computerkontrollsystem
4 kann das Bewegungssystem 21 der Rückschusseinrichtung 5 in Abhängigkeit von der
Position des Auszubildenden 7 steuern.
[0030] Sobald eine Bedrohungsszene für den Auszubildenden 7 erscheint und diese im Computerkontrollsystem
4 mit einer Trefferzone hinterlegt ist, wird vom Computerkontrollsystem der Abschuss
einer Kugel 9 aus der Rückschusseinrichtung 5 bzw. aus dem Kugelführungsrohr 18 ausgelöst.
1. Schießtrainingsanlage zur Schießausbildung von Auszubildenden, insbesondere in Verbindung
mit einem computergesteuerten Videoprojektionssystem zur Zieldarstellung, dadurch gekennzeichnet, dass dem Ziel benachbart eine Rückschusseinrichtung (5) angeordnet ist, mit der der Auszubildende
(7) mit elastischen Kugeln (9) beschießbar ist.
2. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschusseinrichtung (5) eine Kugelabschussvorrichtung (16) aufweist, die der
Kugel (9) einen Impuls aufprägt, der diese über ein der Kugelabschussvorrichtung (16)
vorgelagertes Kugelführungsrohr (18) verschießt.
3. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kugelabschussvorrichtung (16) aus einem Vorratsbehälter (8) über ein Zuführsystem
(15) Kugeln (9) zugeführt werden können.
4. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter (8) eine seinem Boden (13) benachbarte und durch einen Motor
(10) rotierbare Scheibe (11) mit radial angeordneten Federn (12) aufweist, über die
im Vorratsbehälter (8) angeordnete Kugeln (9) dem Zuführsystem (15) zugeführt werden.
5. Schießtrainingsanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugelabschussvorrichtung (16) ein Sperrsystem (17) aufweist, das die Zufuhr der
zum nächsten Schuss anstehenden Kugel (9) in das Kugelführungsrohr (18) regelt, und
dass eine Kugelsperrvorrichtung 19) vorgesehen ist, die ein unbeabsichtigtes Herausrollen
der Kugel (9) aus dem Kugelführungsrohr (18) verhindert.
6. Schießtrainingsanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugelabschussvorrichtung (16) eine Pneumatikeinrichtung (20) zur Erzeugung des
auf die Kugel (9) aufzubringenden Impulses aufweist.
7. Schießtrainingsanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kugelführungsrohr (18) über ein Bewegungssystem (21) positionierbar ist.
8. Schießtrainingsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschusseinrichtung (5) eine Videokamera (23) aufweist, deren Bilder an eine
Computerkontrolleinrichtung übertragbar sind.
9. Schießtrainingsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschusseinrichtung (5) einen Lichtzeiger zur Darstellung des Zieles aufweist.
10. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtzeiger von einem an der Kugelabschussvorrichtung (16) angeordneten Laser
(24) erzeugt wird.
11. Schießtrainingsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschusseinrichtung (5) manuell steuerbar ist.
12. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschusseinrichtung (5) über eine Eingabevorrichtung der Computerkontrollvorrichtung
steuerbar ist.
13. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschusseinrichtung (5) nach vorprogrammierbaren Abläufen steuerbar ist.
14. Schießtrainingsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückschusseinrichtung (5) vollautomatisch von einem Computerkontrollsystem (4)
des Video-Projektionssystems (3) steuerbar ist.
15. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass am Auszubildenden (7) ein Sender anordenbar ist, über den dessen Position von dem
Computerkontrollsystem (4) feststellbar ist, und dass das Computerkontrollsystem (4)
das Bewegungssystem (21) der Rückschusseinrichtung (5) in Abhängigkeit von der Position
des Auszubildenden (7) steuert.
16. Schießtrainingsanlage nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass sobald eine Bedrohungsszene für den Auszubildenden (7) erscheint und diese im Computerkontrollsystem
(4) mit einer Trefferzone hinterlegt ist, eine Kugel (9) abgeschossen wird.