[0001] Die Erfindung betrifft feste Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen (gaserzeugende
Mischungen), hauptsächlich für Gasgeneratortreibsätze für Airbags und Gurtstraffer,
wobei die Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen eine sehr gute thermische Langzeitstabilität
aufweisen.
[0002] Ein Airbag besteht im wesentlichen aus einem Gasgeneratorgehäuse, das mit dem Gasgeneratortreibsatz,
i.d.R. in Tablettenform, gefüllt ist, und einem Initialzünder (Squib) zur Zündung
des Gasgeneratortreibsatzes, sowie einem Gassack. Geeignete Zünder sind beispielsweise
in der US-PS-4,931,111 beschrieben. Der zunächst kleingefaltete Gassack wird nach
der Initialzündung von den beim Abbrand des Gasgeneratortreibsatzes entstehenden Gasen
gefüllt und erreicht in einem Zeitraum von etwa 10-50 ms sein volles Volumen. Der
Austritt von heißen Partikeln oder Schmelzen aus dem Gasgenerator in den Gassack muss
weitgehend verhindert werden, da er zu einer Beschädigung des Gassacks oder zur Verletzung
von Fahrzeuginsassen führen könnte. Dies wird durch Binden und Filtrieren der Schlacke
erreicht, die bei der Verbrennung des Gasgeneratortreibsatzes entsteht.
[0003] Herkömmliche Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen für Gasgeneratortreibsätze
für die Verwendung in Airbags auf der Basis von Natriumazid sind seit längerem bekannt.
Die Verwendung des toxischen Natriumazids erfordert jedoch einen erhöhten Fertigungsaufwand
bei den Gasgeneratortreibsätzen. Zudem führt die weltweit ständig zunehmende Zahl
von nicht abgebrannten Gasgeneratortreibsätzen in Altkraftfahrzeugen zu einem Entsorgungs-
und Sicherheitsproblem.
[0004] In den vergangenen Jahren wurden daher Anstrengungen unternommen, geeignete Ersatz-Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
zu finden, die kein Natriumazid oder andere toxische Bestandteile enthalten.
[0005] Aus der DE-4435790 A, die auf die Anmelderin zurückgeht, sind Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
auf der Basis von Guanidinverbindungen auf geeigneten Trägern bekannt, die im wesentlichen
ein verbessertes Abbrandverhalten und eine verbesserte Schlackenbildung aufweisen.
Die in der DE-4435790 A beschriebene Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung umfasst
(A) mindestens ein Carbonat, Hydrogencarbonat oder Nitrat von Guanidin, Aminoguanidin,
Diaminoguanidin oder Triaminoguanidin in einer Menge von etwa 20-55 Gew.-% bezogen
auf die Gesamtmenge der Komponenten (A) und (B), (B) mindestens ein Alkali- oder Erdalkalinitrat
oder Ammoniumnitrat als Oxidationsmittel in einer Menge von etwa 80-45 Gew. -%, bezogen
auf die Gesamtmenge der Komponenten (A) und (B) und zur Moderation des Abbrandes und
zur Verbesserung der Schlackenbildung in einer Menge von 5-45 Gew.-% bezogen auf die
Gesamtmenge der Komponenten (A) und (B), (C1) mindestens eine Trägersubstanz ausgewählt
aus Siliciumdioxid, Alkali-, Erdalkali- oder Alumosilicaten und/oder (C2) mindestens
eine Sauerstoff liefernde Trägersubstanz ausgewählt aus Eisen(III)oxid, Kobaltoxiden,
Mangandioxid und Kupfer(II)oxid. Diese Druckschrift beschäftigt sich jedoch nicht
mit dem Problem der Langzeitstabilität der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
unter erhöhten Temperaturen. Hinsichtlich der Frage der Stabilität verweist die DE-4435790
A auf den Holland-Test, bei dem die Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung 72 Stunden
auf 105°C erhitzt wurde. Beim Holland-Test handelt es sich um eine im Jahre 1927 ausgearbeitete
Methode zur Bestimmung der chemischen Beständigkeit von Treibmitteln. Hierbei wird
der Gewichtsverlust ermittelt, der nach einer nur 72stündigen Erhitzung bei 105°C
(mehrbasige Treibmittel) bzw. 110°C (einbasige Treibmittel) eintritt. Der hierbei
eintretende Verlust, abzüglich des in den ersten acht Stunden eingetretenen Gewichtsverlustes,
darf maximal 2% betragen (vgl. J. Köhler und R. Meyer, Explosivstoffe, 9. überarbeitete
und erweiterte Auflage 1998, Verlag Wiley-VCH, Seite 170).
[0006] Aus der DE 19812372 A1, die ebenfalls auf die Anmelderin zurückgeht, sind Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
bekannt, umfassend
(A) mindestens einen Brennstoff aus der Gruppe, umfassend Guanidiniumnitrat, Dicyanamid,
Ammoniumdicyanamid, Natriumdicyanamid, Kupferdicyanamid, Zinndicyanamid, Calciumdicyanamid,
Guanidiniumdicyanamid, Ammoniumguanidiniumbicarbonat, Ammoniumguanidiniumnitrat, Triaminoguanidiniumnitrat,
Nitroguanidin, Dicyandiamid, Azodicarbonamid sowie Tetrazol, 5-Aminotetrazol, 5-Nitro-1,2,4-triazol-3-on,
deren Salze und deren Gemische,
(B) mindestens ein Alkali- oder Erdalkalinitrat oder Ammoniumnitrat, -chlorat oder
-perchlorat,
(C) mindestens einen hochschmelzenden, im wesentlichen chemisch inerten Schlackenfänger,
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Al2O3, TiO2 und ZrO2 in hochdisperser Form oder Gemische davon, und gegebenenfalls
(D) mindestens einen Schlackenbildner, ausgewählt aus Alkali- und Erdalkalimetallcarbonaten
und -oxiden, Silicaten, Aluminaten und Aluminiumsilicaten, Eisen(III)oxid sowie Siliciumnitrid,
das beim Abbrand Stickstoff und Siliciumdioxid zur Weiterreaktion liefert und gegebenenfalls
(E) mindestens ein in Wasser bei Raumtemperatur lösliches Bindemittel.
[0007] Der hochschmelzende, im wesentlichen chemisch inerte Schlackenfänger in hochdisperser
Form, d.h. durch Flammenhydrolyse hergestellt, dient als internes Filter, wodurch
die Entstehung und der Austritt von staubförmigen Teilchen aus dem Gasgeneratorgehäuse
weitgehend verhindert wird. Ein Teil des hochdispersen Schlackenfängers kann als Trägersubstanz
für Katalysatormetalle dienen. Diese Druckschrift beschäftigt sich somit nicht mit
der Langzeitstabilität der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen unter Warmlagerung.
[0008] Aufgrund der immer größer werdenden Anzahl von verschiedenen Airbagsystemen in Kraftfahrzeugen,
wie Fahrerairbag, Beifahrerairbag, Seitenairbag und Toraxairbag, und aufgrund der
durch die technische Entwicklung zunehmenden Lebensdauer von Kraftfahrzeugen werden
von der Automobilindustrie seit kurzem in verstärktem Maße die Anforderungen an die
Stabilität von Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen verschärft. Hierbei zeigte
sich anhand von Untersuchungen durch die Erfinder, dass befriedigende Stabilitätsergebnisse
mit herkömmlichen Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen mit Nitroguanidin als Brennstoff
nicht erhalten werden.
[0009] Im Stand der Technik wurde soweit ersichtlich das Problem der Langzeitstabilisierung
von Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen unter Warmlagerung bisher nicht ausreichend
berücksichtigt.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
bereitzustellen, die die von der Automobilindustrie zunehmend geforderten strengeren
Erfordernisse hinsichtlich der Stabilität bei Warmlagerung über mindestens 400 Stunden
bei 110°C unter Erhalt der Funktionsfähigkeit erfüllen.
[0011] Gelöst wird diese erfindungsgemäße Aufgabe gemäß einer ersten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung durch eine Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung, umfassend:
(A) Nitroguanidin als Brennstoff, stabilisiert mit 0,1 bis 0,5% Nitroguanidiniumhydrogensulfat
und Nitroguanidiniumnitrat,
(B) ein Oxidationsmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Alkali- und Erdalkalinitraten,
-chloraten und - perchloraten, Ammoniumnitrat und -perchlorat, oxidierend wirkenden
Kupfer verbindungen und Gemischen davon,
(C) einen Stabilisator ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus anorganischen und organischen
Säuren und Gemischen davon, und gegebenenfalls
(D) einen Abbrandstabilisator bzw. -moderator und Schlackenbildner bzw. -fänger und
Gemische davon.
[0012] Gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die Gasgenerator-Zusammensetzung
(A) Nitroguanidin als Brennstoff,
(B) ein Oxidationsmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Alkali- und Erdalkalinitraten,
-chloraten und -perchloraten, Ammoniumnitrat und -perchlorat, oxidierend wirkenden
kupfer verbindungen und Gemischen davon,
(C) Borsäure als Stabilisator und gegebenenfalls
(D) einen Abbrandstabilisator bzw. -moderator und Schlackenbildner bzw. -fangen und
Gemische davon.
[0013] Gemäß einer dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst die Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
(A) Nitroguanidin stabilisiert mit 0,1 bis 0,5% Nitroguanidiniumhydrogensulfat und
Nitroguanidiniumnitrat als Brennstoff,
(B) Sr(NO3)2 oder ein Gemisch aus KNO3 oder NaNO3 und NH4ClO4 als Oxidationsmittel, und gegebenenfalls
(D) mindestens einen Abbrandstabilisator bzw. moderator und Schlackenbildner bzw.
-fänger.
[0014] Die vorliegende Erfindung stellt somit eine Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
bereit, die einer Warmlagerung bei 110°C über mindestens 400 Stunden Stand hält und
somit den immer höher werdenden Anforderungen der Automobilindustrie an Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
für Gasgeneratortreibsätze in Airbags erfüllt.
[0015] Aus Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen basierend auf Nitroguanidin als Brennstoff
und den angegebenen Oxidationsmitteln bzw. Oxidationsmittelgemischen in Verbindung
mit einem oder mehreren Stabilisatoren der genannten Art lassen sich überraschenderweise
Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen formulieren, die bei einer Warmlagerung von
110°C über eine Lagerdauer von 400 Stunden, bevorzugt 1000 Stunden und insbesondere
3000 Stunden, einen Gewichtsverlust von weniger als 1%, bevorzugt weniger als 0,5%
und insbesondere weniger als 0,2% aufweisen, unter Erhalt der Funktionsfähigkeit der
Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen. Die erhaltenen Stabilitätsergebnisse gelten
in offenen als auch in den in der Praxis verwendeten geschlossenen Systemen in gleicher
Weise.
[0016] Bei dem Brennstoff handelt es sich um Nitroguanidin (NIGU; NQ). Nitroguanidin ist
praktisch ungiftig, nicht hygroskopisch, wenig wasserlöslich, thermisch stabil, bei
niedriger Temperatur verbrennend und von geringer Schlag- und Reibempfindlichkeit.
Die Gasausbeute bei der Verbrennung ist hoch, wobei ein großer Anteil an Stickstoffgas
entsteht.
[0017] Ein gemäß der ersten und dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besonders
bevorzugtes Nitroguanidin ist ein Nitroguanidin, welches 0,1 bis 0,5% Nitroguanidiniumhydrogensulfat
und Nitroguanidiniumnitrat enthält. Ein solches säurestabilisiertes Nitroguanidin
wird im folgenden als stabilisiertes Nitroguanidin bezeichnet. Der pH-Wert eines wäßrigen
Extraktes (5 g Nitroguanidin pro 200 ml Wasser; 20°C) dieses stabilisierten Nitroguanidins
liegt bei 3,5 bis 4,4. Ein so stabilisiertes Nitroguanidin ist z.B. als NIGU LBD SS
von der NIGU CHEMIE GmbH, Waldkraiburg, Deutschland erhältlich.
[0018] Herkömmliches NIGU weist einen pH-Wert von 4,5-7,0 auf (5g Nitroguanidin pro 200
ml Wasser; 20°C).
[0019] Als Oxidationsmittel, Komponente (B), können Alkali- und Erdalkalinitrate (wie Lithiumnitrat,
Natriumnitrat, Kaliumnitrat, Magnesiumnitrat, Calciumnitrat, Strontiumnitrat oder
Bariumnitrat), Alkali- oder Erdalkalichlorate und -perchlorate (wie Lithium-, Natrium-,
Kalium-, Magnesium-, Calcium-, Strontium- oder Bariumchlorat und Lithium-, Natrium-,
Kalium-, Magnesium-, Calcium-, Strontium- oder Bariumperchlorat), Ammoniumnitrat,
Ammoniumperchlorat, oxidierend wirkende Kupferverbindungen (wie Cu(NO
3)
2·3Cu(OH)
2 bzw. Cu
2(OH)
3NO
3, CuCO
3 und CuO), und deren Gemische verwendet werden. Bevorzugt sind Kaliumnitrat, Kaliumperchlorat,
Strontiumnitrat, Ammoniumnitrat, Ammoniumperchlorat und Cu(NO
3)
2·3Cu(OH)
2 (Kupfer(II)trihydroxynitrat). Weiterhin bevorzugt sind Gemische aus Alkali- oder
Erdalkalinitrat mit Ammoniumperchlorat, insbesondere Gemische aus Kaliumnitrat oder
Natriumnitrat mit Ammoniumperchlorat.
[0020] Als Stabilisatoren, Komponente (C), können anorganische und organische Säuren verwendet
werden. Eine besonders bevorzugte anorganische Säure ist Borsäure. Besonders bevorzugte
organische Säuren sind Citronensäure, Weinsäure, Cyanursäure, Terephthalsäure und
Fumarsäure. Ein weiterer geeigneter Stabilisator ist hydrophobes SiO
2 (erhältlich zum Beispiel als Aerosil R812S der Degussa AG, Deutschland; Hydrophobierungsmittel:
Hexamethyldisilazan) wenn als Brennstoff stabilisiertes NIGU verwendet wird. Hydrophobes
SiO
2 ist ein Material, das nicht von Wasser benetzt wird, d.h. es schwimmt auf der Wasseroberfläche
(vgl. infra, Schriftenreihe Pigmente, Nr. 11, Seite 55ff.). Vorzugsweise liegt hydrophobes
SiO
2 in Kombination mit einem weiteren Stabilisator vor.
[0021] Die bei der Verbrennung der erfindungsgemäßen Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
entstehenden gasförmigen Produkte bestehen im wesentlichen aus Kohlendioxid, Stickstoff
und Wasserdampf. Etwaige toxische gasförmige Abbrandprodukte, wie CO, NO
x und NH
3, liegen unter den geforderten Grenzwerten.
[0022] Nitroguanidin, Komponente (A), liegt in den erfindungsgemäßen Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
in einer Menge von etwa 33 bis etwa 60 Gew.-%, vorzugsweise von etwa 40 bis etwa 60
Gew.-% und insbesondere von etwa 45 bis etwa 55 Gew.-% vor, das Oxidationsmittel,
Komponente (B), liegt in einer Menge von etwa 35 bis etwa 55 Gew.-%, vorzugsweise
von etwa 38 bis etwa 52 Gew.-% und insbesondere von etwa 40 bis etwa 48 Gew.-% vor
und der Stabilisator, Komponente (C), liegt in einer Menge von bis zu etwa 5 Gew.-%,
vorzugsweise von bis zu etwa 3 Gew.-%, besonders bevorzugt von bis zu etwa 1,6 Gew.-%
und insbesondere von etwa 0,5 bis etwa 1,6 Gew.-% vor.
[0023] Zur Einstellung des Abbrandverhaltens und der Gasausbeute sowie zur Verbesserung
der Schlackenbildung enthalten die erfindungsgemäßen Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
weitere Komponenten.
[0024] So enthalten die erfindungsgemäßen Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen gegebenenfalls
als Komponente (D) mindestens einen Abbrandstabilisator bzw. Abbrandmoderator, der
auch als Schlackenbildner bzw. Schlackenfänger wirken kann. Beispiele hierfür sind
Al
2O
3, insbesondere hochdisperses Al
2O
3 mit einer BET-Oberfläche (in Anlehnung an DIN 66131) von 100 ± 15 m
2/g (z.B. erhältlich als Aluminiumoxid C von der Degussa AG, Deutschland), Fe
2O
3, SiO
2, Eisenacetylacetonat, Gemische davon sowie Gemische aus hochdispersem Al
2O
3 und SiO
2, zum Beispiel ein Gemisch aus etwa 16% hochdispersem Al
2O
3 und etwa 84% hochdispersem SiO
2 (z.B. erhältlich als Aerosil COK 84 von der Degussa AG, Deutschland) (vgl. Schriftenreihe
Pigmente, "Grundlagen von Aerosil® ", Nr. 11, 5. Auflage 1993, Seite 38, Degussa AG).
[0025] Die vorteilhaften Eigenschaften der Verwendung von hochdispersem Aluminiumoxid in
Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen ist in der DE 19812372 A1 beschrieben, auf
die hier ausdrücklich Bezug genommen wird. Hochdisperses Aluminiumoxid mit einer Primärteilchengröße
von etwa 13 nm wirkt als Schlackenfänger, d.h. als internes Filter in der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
selbst. Hergestellt werden diese pyrogenen Oxide durch Hochtemperaturhydrolyse (Flammenhydrolyse)
des gasförmigen Metallchlorids (AlCl
3) unter dem Einfluss des bei der Knallgasreaktion entstehenden Wassers und bei der
für eine solche Reaktion charakteristischen Temperatur (4 AlCl
3 + 6 H
2 + 3 O
2 → 2 Al
2O
3 + 12 HCl) (vgl. Schriftenreihe Pigmente, "Hochdisperse Metalloxide nach dem Aerosil®
-Verfahren", Nr. 56, 4. Auflage 1989, Degussa AG).
[0026] Die Abbrandstabilisatoren bzw. -moderatoren, Komponente (D), bewirken u.a. einen
linearen Abbrand, d.h. ein exponentieller Anstieg von Druck und Temperatur während
des Abbrandes wird verhindert. Auch kann zum Beispiel Fe
2O
3 unter bestimmten Abbrandbedingungen als Sauerstofflieferant dienen. Weiterhin können
diese Verbindungen auch als Schlackenbildner verwendet werden zur Verhinderung der
Entstehung von staubförmigen Abbrandprodukten.
[0027] Komponente (D) liegt in einer Menge von bis zu etwa 7 Gew.-%, vorzugsweise in einer
Menge von bis zu etwa 5 Gew.-% und insbesondere in einer Menge von etwa 0,4 bis etwa
5 Gew.-% in der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung vor.
[0028] Hochdisperses Al
2O
3 liegt in den Gasgeneratortreibstoffen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise in
einer Menge von bis zu 5 Gew.-%, vorzugsweise in einer Menge zwischen 0,5-3 Gew.-%
und insbesondere 2-3 Gew.-%, vor. Durch diesen geringen Gehalt an Al
2O
3 wird eine hohe Gasausbeute gewährleistet.
[0029] Des weiteren können die Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung als Komponente (E) mindestens ein Bindemittel enthalten. Beispiele für geeignete
Bindemittel sind Celluloseverbindungen, Polymerisate aus einem oder mehreren polymerisierbaren
olefinisch ungesättigten Monomeren, ein in Wasser bei Raumtemperatur unlösliches Metallsalz
der Stearinsäure und Graphit. Graphit ist besonders bevorzugt.
[0030] Beispiele für Celluloseverbindungen sind Gelluloseether, wie Carboxymethylcellulose,
Methylcelluloseether, insbesondere Methylhydroxyethylcellulose, eine gut verwendbare
Methylhydroxyethylcellulose ist CULMINAL® MHEC 30000 PR der Firma Aqualon, geeignete
Polymerisate mit Binderwirkung sind Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol
und Polycarbonate.
[0031] Das Bindemittel (E) dient als Desensibilisierungsmittel und als Verarbeitungshilfe
bei der Herstellung von Granulat oder Tabletten aus der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung.
Es dient ferner zur Verminderung der Hydrophilie der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen.
[0032] Komponente (E) liegt in einer Menge von bis zu etwa 5 Gew.-%, vorzugsweise von bis
zu etwa 3 Gew.-%, besonders bevorzugt von bis zu 1 Gew.-% und insbesondere von etwa
0,2 bis etwa 0,5 Gew.-% vor.
[0033] Bevorzugte Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung
umfassen Nitroguanidin, insbesondere erfindungsgemäß stabilisiertes Nitroguanidin
als Brennstoff (Komponente (A)), Cu(NO
3)
2·3Cu(OH)
2, Sr(NO
3)
2, KNO
3 oder ein Gemisch aus KNO
3 und NH
4ClO
4 als Oxidationsmittel (Komponente (B)), mindestens einen Stabilisator, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus hydrophobem SiO
2, und Borsäure, Citronensäure, Weinsäure, Cyanursäure, Terephthalsäure und Fumarsäure,
gegebenenfalls im Gemisch mit hydrophobem SiO
2 (Komponente (C)), hochdisperses Al
2O
3, gegebenenfalls im Gemisch mit Eisen (III) oxid als Komponente (D) und Graphit als
Komponente (E).
[0034] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird in einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung gelöst durch eine Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung, umfassend:
(A) stabilisiertes Nitroguanidin als Brennstoff,
(B) Sr (NO3)2 oder ein Gemisch aus KNO3 oder NaNO3 und NH4ClO4 als Oxidationsmittel, und gegebenenfalls
(D) einen Abbrandstabilisator/-moderator und Schlackenbildner/-fänger der vorstehend
beschriebenen Art und Gemische davon, und gegebenenfalls
(E) ein Bindemittel der vorstehend beschriebenen Art.
[0035] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass eine Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung,
die stabilisiertes NIGU als Brennstoff und Sr(NO
3)
2 bzw. ein Gemisch aus NaNO
3 oder KNO
3 mit NH
4ClO
4 als Oxidationsmittel enthält, selbst in Gegenwart von Abbrandstabilisatoren/-moderatoren
und Schlackenbildnern/-fängern eine gute bzw. hervorragende Langzeitstabilität unter
Warmlagerung bei 110°C aufweist. Hierbei ist für die Stabilisierung der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
der Zusatz eines Stabilisators (Komponente (C)) nicht erforderlich.
[0036] Erklären lässt sich diese hervorragende Langzeitstabilität mit dem in den erfindungsgemäßen
Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen vorliegenden sauren Milieu.
Ausführungsbeispiele
Herstellungsvorschrift:
[0037] Allgemein erfolgte die Herstellung der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen und
Gasgeneratortreibsätze nach folgendem Vorgehen:
A) Nassverfahren:
[0038] Die Ausgangskomponenten (A), (B), (C),ggf. (D) und gegebenenfalls (E) wurden vermischt
und mittels einer Kugelmühle gemahlen bzw. vorverdichtet. Das Granulieren der Gasgeneratortreibstoff-Mischung
erfolgte in einem Vertikalmischer durch Zugabe von ca. 20% Wasser beim Rühren und
bei einer auf ca. 40°C erhöhten Temperatur. Nach kurzem Ablüften bzw. nach dem Vortrocknen
wurde die erhaltene Mischmasse bei Raumtemperatur durch eine Durchreibemaschine mit
einem lmm-Sieb gerieben. Das auf diese Weise erhaltene Granulat wurde ca. 2 Stunden
in einem Trockenofen bei ca. 80°C getrocknet.
[0039] Das fertige Granulat der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung (Kornverteilung 0-1
mm) wurde anschließend mit einer Rundläuferpresse zu Tabletten (Pellets) verpresst.
Diese Gasgeneratortreibsatzpellets wurden bei 80°C im Trockenofen nachgetrocknet.
B) Trockenverfahren:
[0040] Die Ausgangskomponenten (A), (B), (C), ggf. (D) und ggf. (E) werden trocken gemischt
und dann unter Druck kompaktiert, z.B. mittels eines Zahnradkompaktators. Anschließend
wird das Kompaktat zu einem Granulat aufgebrochen und mit einer Rundläuferpresse tablettiert.
[0041] Die in den Gasgeneratoren verwendeten Tabletten oder Pellets aus der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
können nach bekannten Verfahren hergestellt werden, etwa durch Extrudieren, in Rundläuferpressen
oder Tablettiermaschinen. Die Größe der Pellets oder Tabletten hängt von der gewünschten
Brennzeit im jeweiligen Anwendungsfall ab.
[0042] Die erfindungsgemäße Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung besteht aus nicht-toxischen,
leicht herstellbaren und kostengünstigen Komponenten, deren Verarbeitung unproblematisch
ist. Die Anzündbarkeit der Gemische ist gut. Sie brennen schnell und liefern große
Gasausbeuten mit sehr geringen CO-, NO
x- und NH
3-Anteilen, die unterhalb der zulässigen Höchstgrenze liegen. Insbesondere weisen die
Gasgeneratortreibstoffe der vorliegenden Erfindung eine sehr gute Stabilität bei einer
Warmlagerung von 110°C über mehr als 400 Stunden auf.
[0043] Die erfindungsgemäßen Gemische sind daher zur Verwendung als Gaserzeugungsmittel
in den verschiedenen Airbagsystemen, aber auch als Löschmittel oder Treibmittel besonders
geeignet.
[0044] Die nachstehenden Beispiele 1 bis 15 (Tabelle II) veranschaulichen die Erfindung,
schränken diese jedoch nicht ein.
[0045] In der Tabelle I und Tabelle II sind die Vergleichsbeispiele V1 bis V11 und V12 bis
V20 angegeben.
Die in den Tabellen angegebenen Indizes haben folgende Bedeutung:
| 1 |
Aluminiumoxid C, Degussa AG |
| 2 |
Eisen-III-oxid, 99,9%, ALFA Aesar - Johnson Mattey GmbH |
| 3 |
Aerosil COK 84, Degussa AG |
| 4 |
Aerosil, R 812 S, Degussa AG |
Erläuterung zur Treibstoffkonfiguration
| T4x2 |
Tabletten 4 mm Durchmesser und 2 mm Höhe |
| T3x1,5 |
Tabletten 3 mm Durchmesser und 1,5 mm Höhe |
| T3x0,8 |
Tabletten 3 mm Durchmesser und 0,8 mm Höhe |
| T6x2 |
Tabletten 6 mm Durchmesser und 2 mm Höhe |
Granulat (hergestellt nach dem vorstehend angegebenen Naßverfahren)
[0046] Die Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht.
[0047] GuNO
3 ist die Abkürzung für Guanidiniumnitrat und dient als energieärmerer Hilfsbrennstoff.
[0049] Die Vergleichsbeispiele 1 bis 5 belegen die übliche Stabilität von Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen
auf Basis von herkömmlichem Nitroguanidin als Brennstoff.
[0050] Aus den Vergleichsbeispielen 1 bis 3 ergibt sich die zunehmende Instabilität der
Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung bei zunehmenden Gehalt an hochdispersem Al
2O
3. Gemäß Vergleichsbeispiel 1 enthält die Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung kein
Al
2O
3 und weist eine befriedigende Langzeitstabilität bei einer Lagerdauer von 400 Stunden
bzw. 1000 Stunden auf. Jedoch ist eine solche Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
für die praktische Anwendung ungeeignet, da das Abbrandverhalten ungenügend ist. Mit
zunehmendem Gehalt an Al
2O
3 verbessert sich zwar das Abbrandverhalten, jedoch nimmt die Stabilität der Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
rapide ab. Gemäß Vergleichsbeispiel 2 liegt bereits bei einer Lagerdauer von 400 Stunden
eine Gewichtsabnahme von 1,47% vor und bei einem Gehalt von 5,0 Gew.-% Al
2O
3 liegt die Gewichtsabnahme bei einer Lagerdauer von 400 Stunden bei 3,76%. Diese Werte
sind für die praktische Anwendung inakzeptabel.
[0051] Bei dem Vergleichsbeispiel 4 zeigt sich durch die Zugabe von hydrophobem SiO
2 eine deutliche Stabilitätszunahme. Im Vergleich zu der Rezeptur gemäß Vergleichsbeispiel
5 liegt für eine Tablette mit 4 mm Durchmesser und 2 mm Höhe lediglich eine Gewichtsabnahme
von 0,62% bei einer Lagerdauer von 400 Stunden vor im Vergleich zu. 1,45% bei der
Rezeptur gemäß Vergleichsbeispiel 5. Beide Rezepturen gemäß Vergleichsbeispiel 4 als
auch gemäß Vergleichsbeispiel 5 enthalten eine ausreichende Menge von 2,6 Gew.-% Al
2O
3. Jedoch reicht diese Stabilitätsverbesserung nicht aus, um den Ansprüchen der Automobilindustrie
zu genügen.
[0052] Bei der Rezeptur gemäß Vergleichsbeispiel 6 wurde nunmehr erstmals von der Anmelderin
stabilisiertes Nitroguanidin eingesetzt. Auch hier zeigt sich gegenüber den Ergebnissen
für die Rezeptur gemäß Vergleichsbeispiel 5 ein deutlicher Anstieg der Stabilität.
Jedoch reicht auch diese Stabilitätsverbesserung nicht aus, um zu zufriedenstellenden
Stabilitätsergebnissen zu gelangen. Bei der Rezeptur gemäß Vergleichsbeispiel 6 handelt
es sich nicht um eine Rezeptur des Standes der Technik. Basierend auf den Ergebnissen
gemäß Vergleichsbeispiel 6 wurde von den Erfindern durch weitere Untersuchungen gefunden,
dass zur Stabilisierung von Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen auf Basis von
Nitroguanidin ein saures Milieu vorliegen muss.
[0053] Aus dem Vergleichsbeispiel 7 ergibt sich die Instabilität einer Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung,
die stabilisiertes Nitroguanadin in Gegenwart von Cu(NO
3)
2·3Cu(OH)
2 enthält. In den Vergleichsbeispielen 8 und 9 wurde ein Oxidatorgemisch aus Sr(NO
3)
2 und Cu(NO
3)
2·3Cu(OH)
2 verwendet. Das in der Rezeptur gemäß Vergleichsbeispiel 9 zusätzlich vorhandene Al
2O
3 bewirkt wiederum eine Abnahme der Stabilität. In den Vergleichsbeispielen 10 und
11 schließlich wurde die Stabilität von stabilisiertem Nitroguanidin in Gegenwart
von CuCO
3 bzw. CuO untersucht.
[0054] Gemäß Vergleichsbeipiel V12 (Tabelle II) wird in einer Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung,
die Al
2O
3 als Komponente (D) enthält, eine sehr gute Stabilisierung erhalten durch die Kombination
von stabilisiertem NIGU als Brennstoff und hydrophobem SiO
2 als Stabilisator (vgl. Beispiel 1 mit Vergleichsbeispielen 4 und 6).
[0055] Eine noch deutlichere Stabilitätsverbesserung ergibt sich durch die Anwesenheit eines
weiteren Stabilisators ausgewählt aus der Gruppe der anorganischen und organischen
Säuren (vgl. hierzu Beispiele 1 bis 3).
[0056] Eine sehr gute Stabilität wird auch in Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen erhalten,
die herkömmliches NIGU als Brennstoff neben Al
2O
3 als Komponente (D) enthalten bei der Verwendung von Stabilisatoren ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus anorganischen und organischen Säuren (vgl. Vergleichsbeispeile
V13 bis V18).
[0057] Bei den Beispielen 1 bis 3 und Vergleichsbeispiele V12 bis V18 wurde KNO
3 als Oxidationsmittel (Komponente (B)) in Kombination mit Al
2O
3 in hochdisperser Form und Eisen(III)oxid als Komponente (D) verwendet.
[0058] Gemäß Vergleichsbeispiel V19 wird eine sehr gute Stabilität auch in Kombination mit
Aerosil COK 84 und Eisen (III) acetylacetonat als Komponente (D) erreicht.
[0059] Die Rezeptur gemäß Vergleichsbeispiel V20 enthält KClO
4 als Oxidationsmittel (Komponente (B)) und Aerosil COK 84 als Komponente (D). Auch
hier wird für das Granulat eine sehr gute Stabilität erhalten.
[0060] Schließlich zeigen die Beispiele 4 bis 6, dass eine stabile Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung
selbst in Gegenwart von Al
2O
3 (vgl. Beispiel 14) ohne Zusatz eines Stabilisators erhalten werden kann, wenn als
Oxidationsmittel ein Gemisch aus KNO
3 und NH
4ClO
4 in Kombination mit stabilisiertem NIGU als Brennstoff verwendet wird. Ein Vergleich
mit Vergleichsbeispiel 5 belegt, dass eine derartig gute Stabilität mit herkömmlichem
Nitroguanidin als Brennstoff und KNO
3 als Oxidationsmittel in Gegenwart von Al
2O
3 nicht erhalten werden kann.
[0061] Beispiel 6 schließlich belegt die gute Stabilität von Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzungen,
die neben Nitroguanidin als Brennstoff auch Guanidiniumnitrat (GuNO
3) als energieärmeren Hilfsbrennstoff enthalten.
[0062] Gemäß den Beispielen 7 und 8 wird eine sehr gute Stabilität bei der Verwendung von
Cu(NO
3)
2 · 3Cu(OH)
2 als Oxidationsmittel unter Verwendung von Borsäure als Stabilisator auch in Gegenwart
von Al
2O
3 erreicht.
[0063] Bei den Beispielen 9 bis 11 wurde Sr(NO
3)
2 als Oxidationsmittel verwendet. Hierbei zeigte sich eine ausgezeichnete Stabilität
von stabilisiertem Nitroguanidin in Gegenwart von Sr (NO
3)
2 und Al
2O
3. Durch die Zugabe von Borsäure als Stabilisator wird diese noch verbessert.
[0064] In den Beispielen 12 und 13 wird der stabilisierende Effekt von Borsäure in Zusammensetzungen,
die Sr (NO
3)
2 und Cu(NO
3)
2·3Cu(OH)
2 als Oxidationsmittel enthalten, belegt (vgl. Vergleichsbeispiele 8 und 9).
[0065] In den Beispielen 14 und 15 schließlich wird die stabilisierende Wirkung von Borsäure
in Zusammensetzungen die CuCO
3 bzw. CuO als Oxidationsmittel enthalten, gezeigt (vgl. Vergleichsbeispiele 10 und
11).
1. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung, umfassend
(A) Nitroguanidin als Brennstoff, stabilisiert mit 0,1 bis 0,5% Nitroguanidiniumhydrogensulfat
und Nitroguanidiniumnitrat
(B) ein Oxidationsmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Alkali- und Erdalkalinitraten,
-chloraten und -perchloraten, Ammoniumnitrat und -perchlorat, oxidierend wirkenden
Kupferverbindungen und Gemischen davon,
(C) einen Stabilisator ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus anorganischen und organischen
Säuren und Gemischen davon, und gegebenenfalls
(D) einen Abbrandstabilisator bzw. -moderator und Schlackenbildner bzw. -fänger und
Gemische davon.
2. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung, umfassend
(A) Nitroguanidin als Brennstoff,
(B) ein Oxidationsmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Alkali- und Erdalkalinitraten,
-chloraten und -perchloraten, Ammoniumnitrat und -perchlorat, oxidierend wirkenden
Kupferverbindungen und Gemischen davon,
(C) Borsäure als Stabilisator, und gegebenenfalls
(D) einen Abbrandstabilisator bzw. -moderator und Schlackenbildner bzw. -fänger und
Gemische davon.
3. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, wobei Komponente (A)
in einer Menge von etwa 33 bis etwa 60 Gew.%, vorzugsweise von etwa 40 bis etwa 60
Gew.-% und insbesondere von etwa 45 bis etwa 55 Gew.-%, Komponente (B) in einer Menge
von etwa 35 bis etwa 55 Gew.-%, vorzugsweise von etwa 38 bis etwa 52 Gew.-% und insbesondere
von etwa 40 bis etwa 48 Gew.-%, Komponente (C) in einer Menge von bis zu etwa 5 Gew.-%,
vorzugsweise von bis zu etwa 3 Gew.-%, besonders bevorzugt von bis zu etwa 1,6 Gew.-%
und insbesondere von etwa 0,5 bis etwa 1, 6 Gew . -% und Komponente (D) in einer Menge
von bis zu etwa 7 Gew. -% vorzugsweise von bis zu etwa 5 Gew.-% und insbesondere von
etwa 0,4 bis etwa 5 Gew.-% vorliegt.
4. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei Komponente
(C) zusätzlich hydrophobes SiO2 als Stabilisator umfaßt.
5. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche ,1. bis 4, wobei Komponente
(B) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Natriumnitrat, Kaliumnitrat, Strontiumnitrat,
Ammoniumperchlorat, Kaliumperchlorat, Kupfer(II)trihydroxynitrat und Gemischen davon.
6. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei Komponente
(B) ein Gemisch aus Kaliumnitrat und Ammoniumperchlorat ist.
7. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 und 3 bis 6, wobei
Komponente (C) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Borsäure, Citronensäure,
Weinsäure, Cyanursäure, Terephthalsäure und Fumarsäure:
8. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei als
Komponente (C) neben hydrophobem SiO2 eine anorganische oder organische Säure als Stabilisator vorliegt.
9. Gasgeneratortreibstoff-Zusaimmensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei Komponente
(D) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Al2O3, Fe2O3, SiO2, Eisenacetylacetonat, Gemischen davon und Gemischen aus hochdispersem Al2O3 und hochdispersem SiO2.
10. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 9, wobei Al2O3 als hochdisperses Al2O3 vorliegt.
11. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 9, wobei Komponente (D) ein Gemisch
aus etwa 16% hochdispersem Al2O3 und.etwa 84% hochdispersem SiO2 ist.
12. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, des weiteren
umfassend als Komponente (E) mindestens ein Bindemittel.
13. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 12, wobei Komponente (E) ausgewählt
ist aus Celluloseverbindungen, Polymerisaten aus einem oder mehreren polymerisierbaren
olefinisch ungesättigten Monomeren, einem in Wasser bei Raumtemperatur unlöslichen
Metallsalz der Stearinsäure und Graphit.
14. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 12 oder 13 , wobei Komponente
(E) in einer Menge von bis zu etwa 5 Gew.-%, vorzugsweise von bis zu etwa 3 Gew.-%,
besonders bevorzugt von bis zu 1 Gew.-% und insbesondere von etwa 0,2 bis etwa 0,5
Gew.-% vorliegt.
15. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, umfassend
(A) Nitroguanidin stabilisiert mit 0,1 bis 0,5% Nitroguanidiniumhydrogensulfat und
Nitroguanidiniumnitrat als Brennstoff,
(B) KNO3 oder ein Gemisch aus KNO3 und NH4ClO4 als Oxidationsmittel,
(C) einen Stabilisator ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus hydrophobem SiO2, Borsäure, Citroriensäure, Weinsäure, Cyanursäure, Terephthalsäure, Fumarsäure und
Gemischen davon,
(D) hochdisperses Al2O3, gegebenenfalls im Gemisch mit Fe2O3 und
(E) Graphit.
16. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung, umfassend
(A) Nitroguanidin stabilisiert mit 0,1 bis 0, 5% Nitroguanidiniumhydrogensulfat und
Nitroguanidiniumnitrat als Brennstoff,
(B) Sr(NO3)2 oder ein Gemisch aus KNO3 oder NaNO3 und NH4ClO4 als einziges Oxidationsmittel, und gegebenenfalls
(D) mindestens einen Abbrandstabilisator bzw. -moderator und Schlackenbildner bzw.
-fänger.
17. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 16, wobei Komponente (D) ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Al2O3, hochdispersem Al2O3, Fe2O3, SiO2, Eisenacetylacetonat, Gemischen davon und einem Gemisch aus hochdispersem Al2O3 und hochdispersem SiO2.
18. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 16 oder 17, wobei Komponente
(A) in einer Menge von etwa 33 bis etwa 60 Gew.-%, vorzugsweise von etwa 40 bis etwa
60 Gew. -% und insbesondere von etwa 45 bis etwa 55 Gew. -%, Komponente (B) in einer
Menge von etwa 35 bis etwa 55 Gew.-%, vorzugsweise von etwa 38 bis etwa 52 Gew.-%
und insbesondere von etwa 40 bis etwa 48 Gew.-% und Komponente (D) in einer Menge
von bis zu etwa 7. Gew.-%, vorzugsweise von bis zu etwa 5 Gew.-% und insbesondere
von etwa 0, 4 bis etwa 5 Gew.-% vorliegt.
19. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, des weiteren
umfassend als Komponente (E) mindestens ein Bindemittel.
20. Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach Anspruch 19, wobei das Bindemittel ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Celluloseverbindungen, Polymerisaten aus einem oder
mehreren polymerisierbaren olefinisch ungesättigten Monomeren, einem in Wasser bei
Raumtemperatur unlöslichen Metallsalz der Stearinsäure und Graphit.
21. Verwendung einer Gasgeneratortreibstoff-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1
bis 20 als Gaserzeugungsmittel in Airbags, als Löschmittel oder Treibmittel.
1. Propellant composition for gas generators, comprising
(A) nitroguanidine as a fuel, stabilized with 0.1 to 0.5 percent nitroguanidinium
hydrogen sulfate and nitroguanidinium nitrate,
(B) an oxidizing agent selected from the group consisting of alkali metal and alkaline
earth metal nitrates, chlorates and perchlorates, ammonium nitrate and perchlorate,
oxidizing copper compounds and mixtures thereof,
(C) a stabilizer selected from the group consisting of inorganic and organic acids
and mixtures thereof, and optionally
(D) a combustion stabilizer/combustion moderator and slag former/slag trap and mixtures
thereof.
2. Propellant composition for gas generators, comprising
(A) nitroguanidine as a fuel,
(B) an oxidizing agent selected from the group consisting of alkali metal and alkaline
earth metal nitrates, chlorates and perchlorates, ammonium nitrate and perchlorate,
oxidizing copper compounds and mixtures thereof,
(C) boric acid as a stabilizer, and optionally
(D) a combustion stabilizer/combustion moderator and slag former/slag trap and mixtures
thereof.
3. Propellant composition for gas generators according to claim 1 or 2, wherein component
(A) is present in an amount of about 33 to about 60 percent by weight, preferably
about 40 to about 60 percent by weight and in particular about 45 to about 55 percent
by weight, component (B) is present in an amount of about 35 to about 55 percent by
weight, preferably about 38 to about 52 percent by weight and in particular about
40 to about 48 percent by weight, component (C) is present in an amount of up to about
5 percent by weight, preferably up to about 3 percent by weight, more preferably up
to about 1.6 percent by weight and in particular about 0.5 to 1.6 percent by weight
and component (D) is present in an amount of up to about 7 percent by weight, preferably
up to about 5 percent by weight and in particular about 0.4 to about 5 percent by
weight.
4. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 to 3, wherein
component (C) additionally comprises hydrophobic SiO2 as a stabilizer.
5. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 to 4, wherein
component (B) is selected from the group consisting of sodium nitrate, potassium nitrate,
strontium nitrate, ammonium perchlorate, potassium chlorate, copper (II) trihydroxynitrate
and mixtures thereof.
6. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 to 5, wherein
component (B) is a mixture of potassium nitrate and ammonium perchlorate.
7. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 and 3 to
6, wherein component (C) is selected from the group consisting of boric acid, citric
acid, tartaric acid, cyanuric acid, terepthalic acid and fumaric acid.
8. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 to 7, wherein
as component (C) an inorganic or organic acid is present in addition to hydrophobic
SiO2 as stabilizer.
9. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 to 8, wherein
component (D) is selected from the group consisting of Al2O3, Fe2O3, SiO2, iron acetylacetonate, mixtures thereof and mixtures of highly dispersed Al2O3 and highly dispersed SiO2.
10. Propellant composition for gas generators according to claim 9, wherein Al2O3 is highly dispersed Al2O3.
11. Propellant composition for gas generators according to claim 9, wherein component
(D) is a mixture of about 16 percent highly dispersed Al2O3 and about 84 percent highly dispersed SiO2.
12. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 to 11 further
comprising as component (E) at least one binder.
13. Propellant composition for gas generators according to claim 12, wherein component
(E) is selected from cellulose compounds, polymerizates of one or more polymerizable
olefinically unsaturated monomers, a metal salt of stearic acid being insoluble in
water at room temperature and graphite.
14. Propellant composition for gas generators according to claim 12 or 13, wherein component
(E) is present in amount of up to about 5 percent by weight, preferably up to about
3 percent by weight, particularly preferred up to about 1 percent by weight and in
particular about 0.2 to about 0.5 percent by weight.
15. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 1 to 14,
comprising
(A) nitroguanidine stabilized with 0.1 to 0.5 percent nitroguanidinium hydrogen sulfate
and nitroguanidinium nitrate as a fuel,
(B) KNO3 or a mixture of KNO3 and NH4ClO4 as oxidizing agent,
(C) a stabilizer selected from the group consisting of hydrophobic SiO2, boric acid, citric acid, tartaric acid, cyanuric acid, terephthalic acid, fumaric
acid and mixtures thereof,
(D) highly dispersed Al2O3, optionally as a mixture with Fe2O3 and
(E) graphite.
16. Propellant composition for gas generators comprising
(A) nitroguanidine stabilized with 0.1 to 0.5% nitroguanidinium hydrogen sulfate and
nitroguaninidinium nitrate as a fuel,
(B) Sr (NO3)2 or a mixture of KNO3 or NaNO3 and NH4ClO4 as the only oxidizing agent, and optionally
(D) at least one combustion stabilizer/combustion moderator and slag former/slag trap.
17. Propellant composition for gas generators according to claim 16, wherein component
(D) is selected from the group consisting of Al2O3, highly dispersed Al2O3, Fe2O3, SiO2, iron acetylacetonate, mixtures thereof and a mixture of highly dispersed Al2O3 and highly dispersed SiO2.
18. Propellant composition for gas generators according to claim 16 or 17, wherein component
(A) is present in an amount of about 33 to about 60 percent by weight, preferably
about 40 to about 60 percent by weight and in particular about 45 to about 55 percent
by weight, component (B) is present in an amount of about 35 to about 55 percent by
weight, preferably about 38 to about 52 percent by weight and in particular about
40 to about 48 percent by weight and component (D) is present in an amount of up to
about 7 percent by weight, preferably about 5 percent by weight and in particular
about 0.4 to about 5 percent by weight.
19. Propellant composition for gas generators according to any one of claims 16 to 18,
further comprising as component (E) at least one binder.
20. Propellant composition for gas generators according to claim 19, wherein the binder
is selected from the group consisting of cellulose compounds, polymerizates of one
or more polymerizable olefinically unsaturated monomers, a metal salt of stearic acid
being insoluble in water at room temperature and graphite.
21. Use of a propellant composition for gas generators according to any one of claims
1 to 20 as gas generating agent in airbags, as extinguishing agent or propellant.
1. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz, comprenant :
(A) la nitroguanidine comme combustible, stabilisée avec 0,1 à 0,5 % d'hydrogénosulfate
de nitroguanidinium et de nitrate de nitroguanidinium ;
(B) un agent d'oxydation choisi parmi le groupe consistant en des nitrates, chlorates
et perchlorates d'alcalin et d'alcalino-terreux, le nitrate et le perchlorate d'ammonium,
des composés du cuivre oxydants et leurs mélanges ;
(C) un stabilisant choisi parmi le groupe consistant en les acides inorganiques et
organiques et leurs mélanges, et le cas échéant,
(D) un stabilisant ou modérateur de combustion et un fondant ou piège de scorification
et leurs mélanges.
2. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz, comprenant :
(A) la nitroguanidine comme combustible ;
(B) un agent d'oxydation choisi parmi le groupe consistant en des nitrates, chlorates
et perchlorates d'alcalin et d'alcalino-terreux, le nitrate et le perchlorate d'ammonium,
des composés du cuivre oxydants et leurs mélanges ;
(C) l'acide borique comme stabilisant, et le cas échéant,
(D) un stabilisant ou modérateur de combustion et un fondant ou piège de scorification
et leurs mélanges.
3. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 1 ou
2, où les composants (A) sont présents en une quantité allant d'environ 33 à 60 %
en poids, de préférence d'environ 40 à 60 % en poids et en particulier, d'environ
45 à environ 55 % en poids, les composants (B) en une quantité allant d'environ 35
à 55 % en poids, de préférence d'environ 38 à 52 % en poids et en particulier, d'environ
40 à environ 48 % en poids, les composants (C) en une quantité de jusqu'à environ
5 % en poids, de préférence de jusqu'à environ 3 % en poids et de manière particulièrement
préférée, de jusqu'à environ 1,6 % en poids, et en particulier, d'environ 0,5 à environ
1,6 % en poids, et les composants (D) en une quantité de jusqu'à environ 7 % en poids,
de préférence de jusqu'à environ 5 % en poids et en particulier, d'environ 0,4 à environ
5 % en poids.
4. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 à 3, où le composant (C) comprend en outre, le SiO2 hydrophobe comme stabilisant.
5. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 à 4, où le composant (B) est choisi parmi le groupe consistant en le nitrate de
sodium, le nitrate de potassium, le nitrate de strontium, le perchlorate d'ammonium,
le perchlorate de potassium, le trihydroxynitrate de cuivre (II) et leurs mélanges.
6. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 à 5, où le composant (B) est un mélange de nitrate de potassium et de perchlorate
d'ammonium.
7. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 et 3 à 6, où le composant (C) est choisi parmi le groupe consistant en l'acide borique,
l'acide citrique, l'acide tartrique, l'acide cyanurique, l'acide téréphtalique et
l'acide fumarique.
8. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 à 7, où comme composant (C), en plus du SiO2 hydrophobe, est présent un acide inorganique ou organique comme stabilisant.
9. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 à 8, où le composant (D) est choisi parmi le groupe consistant en Al2O3, Fe2O3, SiO2, l'acétylacétonate de fer, leurs mélanges et les mélanges de Al2O3 très dispersé et de SiO2 très dispersé.
10. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 9,
où Al2O3 est présent comme Al2O3 très dispersé.
11. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 9,
où le composant (D) est un mélange d'environ 16 % de Al2O3 très dispersé et d'environ 84 % de SiO2 très dispersé.
12. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 à 11, comprenant en outre, comme composant (E), au moins un liant.
13. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 12,
où le composant (E) est choisi parmi les composés de la cellulose, les polymères d'un
ou de plusieurs monomères oléfiniquement insaturés polymérisables, un sel métallique
de l'acide stéarique, insoluble dans l'eau à température ambiante, et le graphite.
14. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 12
ou 13, où le composant (E) est présent en une quantité de jusqu'à environ 5 % en poids,
de préférence de jusqu'à environ 3 % en poids et de manière particulièrement préférée,
de jusqu'à environ 1 % en poids, et en particulier, d'environ 0,2 à environ 0,5 %
en poids.
15. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
1 à 14, comprenant :
(A) la nitroguanidine, stabilisée avec 0,1 à 0,5 % d'hydrogénosulfate de nitroguanidinium
et de nitrate de nitroguanidinium, comme combustible ;
(B) le KNO3 ou un mélange de KNO3 et de NH4ClO4 comme agent d'oxydation ;
(C) un stabilisant choisi parmi le groupe consistant en le SiO2 hydrophobe, l'acide borique, l'acide citrique, l'acide tartrique, l'acide cyanurique,
l'acide téréphtalique, l'acide fumarique et leurs mélanges,
(D) le Al2O3 très dispersé, le cas échéant en mélange avec le Fe2O3, et
(E) le graphite.
16. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz, comprenant :
(A) la nitroguanidine, stabilisée avec 0,1 à 0,5 % d'hydrogénosulfate de nitroguanidinium
et de nitrate de nitroguanidinium, comme combustible ;
(B) le Sr (NO3) 2 ou un mélange de KNO3 ou de NaNO3 et de NH4ClO4 comme agent d'oxydation unique, et le cas échéant,
(D) au moins un stabilisant ou modérateur de combustion et un fondant ou piège de
scorification.
17. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 16,
où le composant (D) est choisi parmi le groupe consistant en Al2O3, Al2O3 très dispersé, Fe2O3, SiO2, l'acétylacétonate de fer, leurs mélanges et un mélange de Al2O3 très dispersé et de SiO2 très dispersé.
18. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 16
ou 17, où les composants (A) sont présents en une quantité allant d'environ 33 à 60
% en poids, de préférence d'environ 40 à 60 % en poids et en particulier, d'environ
45 à environ 55 % en poids, les composants (B) en une quantité allant d'environ 35
à 55 % en poids, de préférence d'environ 38 à 52 % en poids et en particulier, d'environ
40 à environ 48 % en poids, et les composants (D) en une quantité de jusqu'à environ
7 % en poids, de préférence de jusqu'à environ 5 % en poids et en particulier, d'environ
0,4 à environ 5 % en poids.
19. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une des revendications
16 à 18, comprenant en outre, comme composant (E), au moins un liant.
20. Composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon la revendication 19,
où le liant est choisi parmi le groupe consistant en les composés de la cellulose,
les polymères d'un ou de plusieurs monomères oléfiniquement insaturés polymérisables,
un sel métallique de l'acide stéarique, insoluble dans l'eau à température ambiante,
et le graphite.
21. Utilisation d'une composition d'agents propulseurs pour générateur de gaz selon l'une
des revendications 1 à 20, comme agent produisant un gaz dans les airbags, comme agent
d'extinction ou agent propulseur.