[0001] Die Erfindung betrifft eine Flachstrickmaschine mit sich gegenüberliegenden Nadelbetten
mit längs verschiebbaren Nadeln, zwischen denen mittels Schlossteilen eines Schlittens
verstellbare Platinen angeordnet sind.
[0002] Diese Platinen haben die Aufgabe, die in den Nadeln hängenden Maschen während der
Austriebsbewegung der Nadeln zurückzuhalten. Außerdem sorgen sie dafür, dass bereits
abgeschlagene Maschen nicht aus dem Kammspalt wieder nach oben drücken. Es hat sich
herausgestellt, dass diese Aufgabe nicht mehr allein durch die Abzugseinrichtung der
Flachstrickmaschine erfüllt werden kann.
[0003] Aus der DE 39 35 763 C2 der Anmelderin ist eine Niederhalteplatineneinrichtung bekannt,
bei der jeweils neben einem starren Maschenbilder eine schwenkbare Niederhalteplatine
angeordnet ist. Diese Niederhalteplatinen werden unabhängig von der Bewegung der zugehörigen
Nadel mit einer unveränderbaren Kurvenbahn angesteuert, wie sie in der DE 43 37 776
A1 der Anmelderin offenbart ist. Die Auslegung dieser Kurvenbahn stellt einen Kompromiss
dar zwischen den eigentlich zu fordernden optimalen Kurvenbahnverläufen für die verschiedenen
Strickoperationen wie Maschen oder Fanghenkel bilden, Maschen übergeben, Maschen übernehmen
oder gleichzeitiges Maschenübergeben und -übernehmen. Bei komplexen Gestrickstücken
ist dieser Kompromiss jedoch oft unzureichend.
[0004] In der DE 197 04 664 A1 der Anmelderin ist daher eine Niederhalteplatineneinrichtung
offenbart, bei der die Niederhalteplatinen über eine Kurvenbahn angesteuert werden,
die sich in einzelnen Abschnitten verändern lässt. Mit dieser Einrichtung lassen sich
die unterschiedlichen Anforderungen an die Niederhalteplatinenbewegungen für die Strickfunktionen
Maschen bilden und Maschen umhängen besser erfüllen als bei der früheren Lösung. Allerdings
beschränkt sich die Verbesserung allein auf das Umhängen von Maschen, bei dem eine
gesteuerte Öffnungsbewegung in einem Abschnitt der Kurvenbahn durchgeführt werden
kann. Auch diese verbesserte Einrichtung ist nicht in der Lage, die stricktechnischen
Anforderungen für die Herstellung komplexer Gestricke, insbesondere von Schlauchrundfertiggestricken,
zu erfüllen.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Flachstrickmaschine vorzuschlagen,
bei der die Niederhalteplatinenbewegungen auch für die Herstellung sehr komplexer
Gestrickstücke optimal durchgeführt werden kann.
[0006] Die Aufgabe wird mit einer Flachstrickmaschine mit sich gegenüberliegenden Nadelbetten
mit längs verschiebbaren Nadeln, zwischen denen mittels Schlossteilen eines Schlittens
verstellbare Platinen angeordnet sind, erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Schlossteile
mehrere Steuerkurvenbahnen zur Beaufschlagung von an den Platinen vorgesehenen Steuerflächen
bilden, die jeweils eine optimale Position der Platine in Bezug auf die Bewegung der
zugehörigen Nadel ergeben. Bei einer bevorzugten Ausführungsform können die Schlossteile
dabei für jede der möglichen Nadelbewegungen zum Maschen- oder Fanghenkelbilden, zum
Maschenübergeben, zum Maschenübernehmen und zum gleichzeitigen Maschenübergeben und-
übernehmen eine separate Steuerkurve zur optimalen Positionierung der zugehörigen
Platine bilden. Insgesamt sind dann also vier separate Steuerkurven für die Platinen
vorhanden, die je nach der zugehörigen Nadelbewegung ausgewählt werden. Damit lassen
sich Gestrickstücke in einer Qualität herstellen, die bisher kaum erreicht wurde.
[0007] Außerdem können die Schlossteile eine oder mehrere zusätzliche Steuerkurvenbahnen
für Platinenöffnungsbewegungen, die nicht aufgrund von Nadelbewegungen, sondern für
andere Elemente wie Fadenführer oder Einstreifelemente erforderlich sind, bilden.
Solche Öffnungsbewegungen der Platinen sind beispielsweise notwendig, um Kollisionen
mit Fadenführern zu vermeiden.
[0008] Weiterhin kann die Strickmaschine Auswahlelemente zur selektiven Aktivierung nur
derjenigen Platinen, die benötigt werden, aufweisen. Bei den bisherigen Flachstrickmaschinen
werden hingegen alle Platinen gemeinsam bewegt.
[0009] Die Platinen können in an sich bekannter Weise verschwenkbar angeordnet sein, wobei
sie auch stufenlos zwischen einer maximalen Öffnungsstellung und einer maximalen Schließstellung
verschwenkbar sein können. Für eine ordnungsgemäße Funktionsweise der Platinen ist
es außerdem vorteilhaft, wenn die Platinen durch Federn in ihrer maximalen Öffnungsposition
gehalten werden, wenn ihre Steuerflächen nicht durch die Steuerkurvenbahnen beaufschlagt
werden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Platinen stets in einer definierten
Ruheposition sind. Die Federn können dabei einstückig mit den Platinen, vorzugsweise
als Biegefedern, ausgebildet sein.
[0010] Die Platinen des vorderen und hinteren Nadelbetts können identisch ausgebildet und
in identische Schließpositionen bringbar sein. Es ist aber auch möglich, die Platinen
von vorderem und hinterem Nadelbett unterschiedlich zu gestalten und/oder sie in unterschiedliche
Schließpositionen zu bewegen.
[0011] Um eine optimale Niederhaltefunktion zu gewährleisten, können die Platinen des vorderen
und hinteren Nadelbetts den Kammspalt zwischen den Abschlagdrähten an den Nadelbetten
nach oben verschließen, wenn sich beide in ihrer maximalen Schließposition befinden.
[0012] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Platinen in ihrer Schließstellung während
der Bewegung des Schlittens über das zugehörige Nadelbett verstellbar sind. Die Platinenbewegung
kann dadurch an die jeweilige Maschengröße der Nadeln und die Fadenstärke angepasst
werden.
[0013] Um einen problemlosen Nadelbettenversatz zu ermöglichen, können die Steuerkurvenbahnen
bei einem Nadelbettenversatz derart bewegbar sein, dass sich die Platinen bis zu einer
Position öffnen, in der sie sich nicht mehr mit Platinen des gegenüberliegenden Nadelbets
berühren können, aber noch eine größtmögliche Niederhaltewirkung entfalten.
[0014] Die Form der Niederhalteplatinen kann unterschiedlich gewählt werden. Bei einer bevorzugten
Ausgestaltung können die Platinen eine Wirkfläche aufweisen, die sich aus mehreren
Sektoren zusammensetzt, wobei ein Sektor auf die Maschen des zugehörigen Nadelbetts
und ein Sektor auf die Maschen unterhalb der Abschlagdrähte einwirkt. Die Platine
kann außerdem einen Sektor aufweisen, der auf Maschen des gegenüberliegenden Nadelbetts
einwirkt.
[0015] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele von Platinen und Platinensteuerungen
erfindungsgemäßer Flachstrickmaschinen anhand der Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigen:
[0016]
- Fig. 1
- einen Teilschnitt durch eine Flachstrickmaschine senkrecht zur Maschinenlängsachse
im Maschenbildungsbereich;
- Fig. 2
- eine der Fig. 1 entsprechende Schnittdarstellung in vergrößertem Maßstab mit vollständig
geöffneten Platinen;
- Fig. 3
- eine der Fig. 2 entsprechende Schnittdarstellung bei vollständig geschlossenen Platinen
in einem Nadelbett;
- Fig. 4
- eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung mit einer Niederhalteplatine im nicht ausgewählten
Ruhezustand;
- Fig. 5
- eine Detailansicht der Spitze einer Niederhalteplatine aus Fig. 3;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer Nadelkurvenbahn zur Bildung von Maschen mit einer
dazugehörigen Steuerkurvenbahn für die Platine;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung einer Nadelkurvenbahn zur Übergabe von Maschen auf das
gegenüberliegende Nadelbett mit zugehöriger Steuerkurvenbahn für die Platine;
- Fig. 8
- eine schematische Ansicht des Zusammenwirkens einer Steuerkurvenbahn mit einer Begrenzungsbahn.
[0017] In der Schnittdarstellung in Fig. 1 sind das vordere Nadelbett 1 und das hintere
Nadelbett 2 einer Flachstrickmaschine im Maschenbildungsbereich gezeigt. Neben den
Nadeln 4 sind Maschenbilder 3 sowie Niederhalteplatinen 10 angeordnet. Längs der Nadelbetten
1 und 2 sind außerdem Abschlagdrähte 5 für die Maschen gespannt.
[0018] Die Niederhalteplatinen 10 weisen ein Auswahlelement 20 mit einem Auswahlschieber
23 auf, der in Richtung des Doppelpfeils 50 bewegbar ist. Über eine nicht näher dargestellte
Bewegungseinrichtung können verschiedene Steuerkurvenbahnen eines Steuerkurvenbahnsatzes
30, die die Wirkfläche des Auswahlelements 20 der Platine 10 in Richtung des Doppelpfeils
40 beaufschlagen, verstellt werden, sodass sie über das Auswahlelement 20 die Niederhalteplatine
10 in unterschiedliche Schließ- und Öffnungspositionen verschwenken können. Das Auswahlelement
20 befindet sich in Fig. 1 in Auswahlposition, sodass der Steuerkurvensatz 30 auf
die Niederhalteplatine 10 einwirken kann. Über eine nicht dargestellte Auswahleinrichtung
kann das Element 20 über den Auswahlschieber 23 in diese Position aus einer in Fig.
4 gezeigten Ruheposition heraus verschoben verden.
[0019] Fig. 2 verdeutlicht nun am Beispiel des hinteren Nadelbetts 2 die Funktionselemente
der Niederhalteplatinensteuerung. Die Niederhalteplatine 10 ist um eine Achse 6 schwenkbar
gelagert. Die Schwenkbewegung wird dabei durch einen Rundstab 7, der durch ein gebogenes
Langloch 12 führt, begrenzt. Die größtmögliche Öffnungsposition der Niederhalteplatine
10 wird durch die Anschlagfläche 13 des Langlochs 12 begrenzt und die größtmögliche
Schließposition durch die Anschlagfläche 14. Die Niederhalteplatine 10 bildet mit
einer Schenkelfeder 11 eine Einheit. Die Schenkelfeder 11 liegt mit einer Anlagefläche
11.1 unter Vorspannung an einem Rundstab 8 an, wodurch die Fläche 13 des Langlochs
12 in Anlage an den Rundstab 7 gehalten wird, die Niederhalteplatine also in ihrer
maximalen Öffnungsposition fixiert wird.
[0020] Das mit der Niederhalteplatine 10 längs verschiebbar verbundene Auswahlelement 20
ist durch den Auswahlschieber 23, der durch eine nicht dargestellte Auswahleinrichtung
in Pfeilrichtung 51 beaufschlagt wurde, in Auswahlposition verschoben worden, das
heißt in den Einflussbereich des Steuerkurvenbahnsatzes 30, der auf einer Steuerfläche
21 des Auswahlelements 20 aufliegt. Dadurch kann die Niederhalteplatine 10 von einer
der Steuerkurvenbahnen verschwenkt werden. Der Steuerkurvensatz 30 setzt sich dabei
aus Steuerkurvenbahnen 31, 33, 35 und 37 zusammen, die die Schließbewegung der Platine
10 bewirken. Zwischen den Steuerkurvenbahnen 31, 33, 35 und 37 befinden sich Begrenzungsbahnen
32, 34 und 36, die die Platinenöffnung begrenzen. Von den dargestellten Steuerkurvenbahnen
31, 33, 35 und 37 kann beispielsweise die Steuerkurvenbahn 31 die optimale Bewegung
der Platine 10 bei der Bildung von Maschen und Fanghenkeln, die Steuerkurvenbahn 33
die optimale Bewegung für Maschenübergeben, die Steuerkurvenbahn 35 für Maschenübergeben
und -übernehmen und die Steuerkurvenbahn 37 für Maschenübernehmen bewirken. Die Begrenzungsbahn
32 ist der Steuerkurvenbahn 31 zugeordnet, die Begrenzungsbahn 34 der Steuerkurvenbahn
33 und die Begrenzungsbahn 36 der Steuerkurvenbahn 35.
[0021] Außerdem ist eine weitere Steuerkurvenbahn 40 dargestellt, welche durch eine Druckfeder
41 in Richtung des Pfeils 42 beaufschlagt wird. Diese Kurvenbahn 40 bewirkt eine Platinenöffnungsbewegung,
die nicht im funktionellen Zusammenhang zur Nadelbewegungsbahn steht und wie sie beispielsweise
zur Ermöglichung einer Fadeneinlage durch den Fadenführer erforderlich ist.
[0022] Fig. 3 zeigt in einer der Fig. 2 entsprechenden Schnittdarstellung das Einwirken
der Steuerkurvenbahn 31 sowie der Begrenzungsbahn 32 auf die Steuerfläche 21 des Auswahlelements
20. Die Steuerkurvenbahn 31 und die zugehörige Begrenzungsbahn 32 sind durch eine
nicht näher dargestellte Einrichtung in Pfeilrichtung 41 und 42 verschoben worden.
Dadurch führt die Platine 10 eine Schwenkbewegung um die Achse 6 durch, bis die Fläche
14 des Langlochs 12 am Rundstab 7 zur Anlage kommt, sich die Platine 10 also in ihrer
maximalen Schließposition befindet. Die Begrenzungsbahn 32 dient dazu, die Öffnungsbewegung
der Platine 10 zu begrenzen, wie in Fig. 8 detailliert gezeigt ist. Sowohl die Steuerkurven
31 als auch die Begrenzungskurven 32 lassen sich stufenlos verschieben, wodurch sich
stets die optimale Bewegungsbahn für die Platinen 10 erzeugen lässt.
[0023] Fig. 4 zeigt in einer der Fig. 2 entsprechenden Darstellung die Platine 10 in ihrer
Ruheposition. Das Auswahlelement 20 ist über den Auswahlschieber 23 in Pfeilrichtung
52 in Außertätigkeitsposition verschoben worden. Die Steuerfläche 21 befindet sich
nicht mehr unter dem Steuerkurvensatz 30, sodass die Steuerkurven 31, 33, 35 und 37
jetzt nicht mehr die Platine 10 beeinflussen können. Auch die Steuerkurvenbahn 40
kann jetzt nicht auf die Platine 10 einwirken, da die zugehörige Wirkfläche 22 des
Auswahlelements 20 ebenfalls nach unten verschoben worden ist. In der dargestellten
Ruheposition befindet sich die Platine 10 durch die Wirkung der Feder 11 in ihrer
maximalen Öffnungsposition.
[0024] Fig. 5 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt der Platine 10 aus Fig. 3. Daraus ist
zu erkennen, dass die Platine 10 eine Wirkfläche 15 aufweist, die sich aus mehreren
Sektoren 16, 17 und 18 zusammensetzt. Die Wirkfläche 16 wirkt auf die Maschen des
hinteren Nadelbetts 2, zu dem die Niederhalteplatine 10 gehört, ein. Der Abschnitt
18 wirkt auf die Maschen, die sich unterhalb der Abschlagdrähte 5 befinden. Der Sektor
17 an der Spitze der Platine 10 wirkt hingegen auf die Maschen des gegenüberliegenden
Nadelbetts 1 ein.
[0025] Fig. 6 verdeutlicht nun das Zusammenwirken einer Nadelkurvenbahn 60 für das Bilden
von Maschen mit einer für diese Bewegung optimierten Steuerkurvenbahn 31 für die Platinen
10. Die Bewegungsrichtung der Steuerkurvenbahnn 60 und 31 erfolgt in Pfeilrichtung
55. Die Mittelachse des kompletten Stricksystems ist mit 65 bezeichnet. Da die durch
die Steuerkurvenbahn 31 bewegten Niederhalteplatinen 10 nur die Belange für die Maschenbildung
erfüllen müssen, können die Sektoren 70, 70' und 70'', in denen die Niederhalteplatinen
10 in Schließposition sein müssen, optimal ausgelegt werden. Dasselbe gilt für die
Sektoren 80, 80' und 80'', in denen die Schließbewegung der Platinen 10 eingeleitet
wird. Auch in den Sektoren 90, 90' und 90'' kann die Steigung der Kurvenbahn 31 den
Erfordernissen einer optimalen Einleitung der Öffnungsbewegung der Platinen 10 angepasst
werden. Die Steuerkurvenbahn 31 ist außerdem so ausgeformt, dass auch Belange, die
nicht direkt mit der Maschenbildung zusammenhängen, erfüllt werden können. So werden
im Sektor 70 die Niederhalteplatinen nur deshalb in Schließposition gebracht, damit
Fäden, die über mehrere Nadeln geflottet werden, sicher in den Nadelhaken der ersten
Nadel, welche aus diesem Faden Maschen bildet, eingelegt werden können. In Sektor
80' wird eine Schließbewegung dafür eingeleitet und im Sektor 90' eine Öffnungsbewegung.
[0026] Fig. 7 zeigt das Beispiel einer Nadelkurvenbahn 60 und einer zugehörigen Steuerkurvenbahn
33 für die Übergabe von Maschen auf die Nadeln des gegenüberliegenden Nadelbetts.
Die Bewegungsrichtung der Kurvenbahnen 60 und 33 verläuft wieder in Pfeilrichtung
55. Mit 65 ist die Mittelachse des Systems bezeichnet.
[0027] Die durch die Steuerkurvenbahn 33 bewegten Niederhalteplatinen 10 müssen nur die
Belange des Maschenübergebens erfüllen. Daher kann der Sektor 70, in dem sich die
Niederhalteplatinen in Schließposition befinden müssen, optimal ausgelegt werden.
[0028] Dasselbe gilt für den Sektor 80, in welchem die Schließbewegung eingeleitet wird.
In Sektor 90 wird die Öffnungsbewegung eingeleitet. Werden die Fig. 6 und 7 so übereinandergelegt,
dass die Mittelachsen 65 in Deckung sind, so ergibt sich deutlich die Verschiebung
der Sektoren 70 (Platine geschlossen), 80 (Einleitung der Schließbewegung) und 90
(Einleitung der Öffnungsbewegung) der Steuerkurve 31 im Vergleich zu den Sektoren
70, 80 und 90 der Steuerkurve 33.
[0029] Fig. 8 zeigt am Beispiel der Steuerkurvenbahn 31 das Zusammenwirken dieser Steuerkurvenbahn
mit einer Begrenzungsbahn 32 für die Platinenöffnungsbewegung. Über eine nicht dargestellte
Bewegungseinrichtung wird die Steuerkurvenbahn 31 in Richtung des Pfeils 41 in Tätigkeitsposition
gebracht. Durch ihre Kontur ist der Ablauf der Platinensteuerung starr vorgegeben.
Die Schließtiefe der Platine 10 wird dadurch bestimmt, wie weit die Steuerkurvenbahn
31 in Richtung des Pfeils 41 bewegt wird. Die Begrenzungsbahn 32 wird parallel dazu
in Richtung des Pfeils 42 durch die nicht dargestellte Bewegungseinrichtung in Tätigkeitsposition
gebracht. Dabei begrenzt sie mit ihrer Fläche 32' die größtmögliche Öffnungsbewegung
31'', wie sie gemäß der Kontur der Steuerkurvenbahn 31 eigentlich erlaubt wäre. Die
Begrenzungsbahn 32 kann stufenlos in jede Position zwischen den Steuerkurventeilstrecken
31' und 31'' gebracht werden.
1. Flachstrickmaschine mit sich gegenüberliegenden Nadelbetten (1, 2) mit längs verschiebbaren
Nadeln (4), zwischen denen mittels Schlossteilen eines Schlittens verstellbare Platinen
(10) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlossteile mehrere Steuerkurvenbahnen (31, 33, 35, 37) zur Beaufschlagung von
an den Platinen (10) vorgesehen Steuerflächen (21) bilden, die jeweils eine optimale
Position der Platine (10) in Bezug auf die Bewegung der zugehörigen Nadel (4) ergeben.
2. Flachstrickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlossteile für jede der möglichen Nadelbewegungen zum Maschen- oder Fanghenkelbilden,
zum Maschenübergeben, zum Maschenübernehmen und zum gleichzeitigen Maschenübergeben
und -übernehmen eine separate Steuerkurve (31, 33, 35, 37) zur optimalen Positionierung
der zugehörigen Platine (10) bilden.
3. Flachstrickmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlossteile eine oder mehrere zusätzliche Steuerkurvenbahnen (40) für Platinenöffnungsbewegungen,
die nicht aufgrund von Nadelbewegungen, sondern von Bewegungen anderer Elemente wie
Fadenführern oder Einstreifelementen erforderlich sind, bilden.
4. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie Auswahlelemente (20) zur selektiven Aktivierung nur derjenigen Platinen (10),
die benötigt werden, aufweist.
5. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) verschwenkbar angeordnet sind.
6. Flachstrickmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) stufenlos zwischen einer maximalen Öffnungsstellung und einer maximalen
Schließstellung verschwenkbar sind.
7. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) durch Federn (11) in ihrer maximalen Öffnungsposition gehalten
werden, wenn ihre Steuerflächen (21, 22) nicht durch die Steuerkurvenbahnen (31, 33,
35, 37) beaufschlagt werden.
8. Flachstrickmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Federn (11) einstückig mit den Platinen (10) ausgebildet sind.
9. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) des vorderen und hinteren Nadelbetts (1, 2) in identische oder
in unterschiedliche Schließpositionen bewegbar sind.
10. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) des vorderen und hinteren Nadelbetts (1, 2) den Kammspalt zwischen
Abschlagsdrähten (5) an den Nadelbetten (1, 2) nach oben verschließen, wenn sich beide
in ihrer maximalen Schließposition befinden.
11. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) in ihrer Schließstellung während der Bewegung des Schlittens über
das zugehörige Nadelbett (1, 2) verstellbar sind.
12. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerkurvenbahnen (31, 33, 35, 37) bei einem Nadelbettenversatz derart bewegbar
sind, dass sich die Platinen (10) bis zu einer Position öffnen, in der sie sich nicht
mehr mit Platinen (10) des gegenüberliegenden Nadelbetts (1, 2) berühren können, aber
noch eine größtmögliche Niederhaltewirkung entfalten.
13. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) eine Wirkfläche (15) aufweisen, die sich aus mehreren Sektoren
(16, 17, 18) zusammensetzt, wobei ein Sektor (16) auf die Maschen des zugehörigen
Nadelbetts (2) und ein Sektor (18) auf Maschen unterhalb der Abschlagdrähte (5) einwirkt.
14. Flachstrickmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Platinen (10) außerdem einen Sektor (17) aufweisen, der auf Maschen des gegenüberliegenden
Nadelbetts (1) einwirkt.