[0001] Die Erfindung richtet sich auf eine Kosmetikeinheit umfassend zwei unterschiedliche
Applikatoren mit jeweils einem Stiel, wobei die Applikatoren jeweils in einen Vorrats-Behälter
eintauchen, jeder Behälter einen Behälterhals mit einem Außengewinde aufweist, auf
welches jeweils ein Kupplungsteil aufschraubbar ist, und wobei die beiden Behälter
mittels der aufgeschraubten, gleichzeitig als Verschlusskappe dienenden Kupplungsteile
über eine Kupplungshülse lösbar miteinander verbindbar sind. Eine solche gattungsgemäße
Kosmetikeinheit ist aus DE 100 39 490 A 1 bekannt.
[0002] Bei der gattungsgemäßen Kosmetikeinheit sind die Kupplungsteile mit Außengewinden
versehen und zur Herstellung einer Verbindung in das Innengewinde der Kupplungshülse
einschraubbar. Aufgrund der überlagerten Gewinde zwischen Behälterhals und dem jeweiligen
Kupplungsteil einerseits und den Kupplungsteilen und der Kupplungshülse andererseits
kann es dazu kommen, dass nicht definiert dasjenige Gewinde betätigt wird, welches
eigentlich betätigt werden soll, so dass die Handhabung unter Umständen nicht ganz
befriedigend ist.
[0003] Aus DE 197 33 290 ist eine Kosmetik-Applikator-Einheit bekannt, welche als ersten
Applikator einen Pinsel und als zweiten Applikator einen Holz-Kosmetikstift umfasst.
Die beiden Applikatoren sind dabei fest miteinander verbunden und der Verbindungsbereich
durch eine Metall-Dekor-Hülse abgedeckt. Diese Lösung ist zwar ästhetisch sehr ansprechend,
jedoch kostenaufwendig, weil zum Abfüllen eines kosmetischen Produkts, wie Nagellack
oder Mascara-Masse, spezielle Abfüllmaschinen verwendet werden müssen, und weil die
Metallhülse in der Herstellung und Verarbeitung teuer ist.
[0004] Aus US 5,509,742 B1 ist eine ähnliche Einheit bekannt, wobei auf der einen Seite
ein Mascara-Bürstchen und auf der zweiten Seite ein Applikator für ein Abschminkmedium
vorgesehen ist. Der zweite Applikator ist über eine Steckverbindung mit einem Kupplungsteil
verbunden, in welches wiederum das Bürstchen eingesteckt ist.
[0005] Bekannt ist auch die Kombination eines Nagellackpinsels mit einem Mascara-Applikator,
wobei die jeweiligen Behälter in ein Innengewinde einer Verbindungshülse einschraubbar
sind. Eine ähnliche Konstruktion wird in US 3,690,777 beschrieben.
[0006] Wie schon bei der gattungsgemäß als bekannt vorausgesetzten Kosmetikeinheit soll
auch erfindungsgemäß die Aufgabe gelöst werden, dass eine Abfüllung von Kosmetika,
z.B. Mascara, mit herkömmlichen Maschinen bzw. Zuführungen ermöglicht wird, und dass
andererseits die Verbraucherin die Möglichkeit hat, die beiden Einheiten individuell
zu benutzen oder beim Einkauf auf ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten
individuell zu kombinieren.
[0007] Darüber hinaus soll aber auch insbesondere die Aufgabe gelöst werden, die Festigkeit
der einzelnen Verbindungen der verschiedenen Komponenten zu erhöhen und die Handhabung
zu verbessern.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die als Schraubkappen ausgebildeten
Kupplungsteile mit der Kupplungshülse durch eine axial verlaufende Verzahnung drehfest
und durch eine Rastnut-Rastwulst-Verbindung axial fest verbindbar sind.
[0009] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass am freien Rand der Kupplungsteile zur Erhöhung
der Rastelastizität eine Ausnehmung angebracht ist.
[0010] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Ausnehmungen der Kupplungshülse und die Rastteile
leicht konisch ausgebildet sind.
[0011] Die Rastteile können an ihrer Außenseite eine Riffelung aufweisen, welche einerseits
eine leichte Betätigung bei der Verwendung als Schraubkappe ermöglicht und andererseits
im Zusammenwirken mit korrespondierenden Längsvorsprüngen an der Innenseite der Ausnehmung
der Kupplungshülse dort eine drehfeste Verbindung herstellt.
[0012] Günstigerweise ist vorgesehen, dass die Kupplungshülse eine mittige Zwischenwand
aufweist, welche über Abschnitte verminderter Breite in die Zylinderwand der Kupplungshülse
übergeht.
[0013] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Kupplungsteile eine sich von deren Außenrand
axial bis in den Bereich der Rastnut erstreckende Ausnehmung aufweisen.
[0014] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung
mit der Zeichnung näher beschrieben. Dabei zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt durch eine komplette erfindungsgemäße Kosmetikeinheit,
Figur 2 einen vergrößerten Längsschnitt durch die Kupplungshülse der Kosmetik-Einheit,
Figur 3 einen Längsschnitt durch ein Kupplungsteil und
Figur 4 eine Seitenansicht des Kupplungsteils.
[0015] Eine in der Zeichnung dargestellte Kosmetikeinheit 1 umfasst zwei Behälter 2, 3,
wobei in jedem Behälter an einem Stiel 4, 5 ein Applikator 6, 7 angeordnet ist, der
in eine in dem jeweiligen Behälter 2 bzw. 3 befindliche kosmetische Flüssigkeit eintaucht.
Im Ausführungsbeispiel ist der Applikator 6 ein Mascarabürstchen und in dem Behälter
2 befindet sich Mascaraflüssigkeit und der Applikator 7 ein Nagellackpinsel und in
dem Behälter 3 befindet sich Nagellack.
[0016] Jeder Behälter 2, 3 weist einen verjüngten Hals 8, 9 mit einem Außengewinde 10, 11
auf, auf welches ein gleichzeitig als individuelle Verschlusskappe dienendes Kupplungsteil
12 bzw. 13 mit einem korrespondierenden Innengewinde 14 aufgeschraubt ist. Jeder Stiel
4 bzw. 5 ist mit dem jeweiligen Kupplungsteil 12 bzw. 13 verbunden, d.h. einstückig
mit diesem ausgebildet.
[0017] In jeden Behälterhals 8 bzw. 9 ist in an sich bekannter Weise eine Absteifeinrichtung
15, 16 auf- bzw. eingesetzt, wobei ein Ringkragen der Abstreifeinrichtung gleichzeitig
als Dichtung an der Oberseite jeder Behälteröffnung dient.
[0018] Zur Verbindung der beiden Behälter 2 bzw. 3 dient eine Kupplungshülse 17, welche
in Fig. 2 vergrößert dargestellt ist.
[0019] Die Kupplungshülse 17 umfasst zwei durch eine Zwischenwand 18 voneinander getrennte
Kupplungsausnehmungen 19, 20, an deren Innenwand in Richtung der Längsachse 21, also
axial verlaufende Drehsicherungs-Vorsprünge 22 ausgebildet sind, welche mit einer
Riffelung 23 an der Außenseite eines leicht konisch geformten Abschnitts 24 der Kupplungsteile
12, 13 zusammenwirken, wenn die Kupplungsteile 12 bzw. 13 in die Ausnehmungen 19,
20 der Kupplungshülse 17 eingesteckt werden.
[0020] Für die beim Einstecken zu bewerkstelligende axiale Festlegung sind in den Ausnehmungen
19, 20 parallel zur Zwischenwand 18 verlaufende Rastwulst-Abschnitte 25 vorgesehen,
die in eine Rastnut 26 an den Kupplungsteilen 12 bzw. 13 einrasten.
[0021] Durch die vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es möglich,
die einzelnen Vorratsbehälter 2, 3 herstellerseitig mit konventionellen Maschinen
zu befüllen und zu handhaben. Die Kupplungsteile 12, 13 werden ebenfalls mit vorhandenen
Maschinen wie konventionelle Schraubkappen aufgeschraubt. Die so hergestellten Teil-Einheiten
können - nachdem sie wie vorstehend erwähnt individuell abgefüllt wurden - vom Händler
individuell geordert und beim Händler so angeboten werden.
[0022] Die Verbraucherin wählt sich die von ihr gewünschten Teil-Einheiten nach freiem Belieben
aus und kann diese Teileinheiten durch einfaches axiales Zusammenstecken miteinander
verbinden.
[0023] Für den praktischen Gebrauch kann der jeweils nicht benutzte Vorratsbehälter 2 bzw.
3 von dem Vorratsbehälter 3 bzw. 2 mit der zu benutzenden Kosmetikflüssigkeit abgeschraubt
werden und dabei als eine Art Griff dienen, der ein besonders einfaches Handling ermöglicht.
Das Abstreifen und Wiedereintauchen erfolgt in konventioneller Weise.
[0024] Wenn ein Vorratsbehälter 2, 3 leer ist, braucht nicht die gesamte Einheit weggeworfen
zu werden, sondern durch Lösen der Steckverbindung kann die noch funktionsfähige,
ganz oder teilweise gefüllte Einheit unter Austausch der leer gewordenen Teil-Einheit
mit einer neuen Teil-Einheit kombiniert werden, wobei entweder die ursprüngliche Kombination
wiederhergestellt oder je nach Wunsch der Verbraucherin eine neue Kombination geschaffen
werden kann.
[0025] Die Kupplungshülse besteht vorteilhafter Weise aus Kunststoff, z.B. ABS, PP, PE,
PA oder PET. Die Füge- bzw. Trennkräfte bei der Herstellung der axialen Verbindung
zwischen den Kupplungsteilen 12 bzw. 13 und der Kupplungshülse 17 liegen günstiger
Weise in der Größenordnung von 150 bis 160 N, können aber auch zwischen 15 und 300
N liegen.
[0026] Die Rastwülste 25 bestehen günstiger Weise aus drei Segmenten.
1. Kosmetikeinheit (1) umfassend zwei unterschiedliche Applikatoren (6, 7) mit jeweils
einem Stiel (4, 5), wobei die Applikatoren (6, 7) jeweils in einen Vorrats-Behälter
eintauchen, jeder Behälter (2, 3) einen Behälterhals (8, 9) mit einem Außengewinde
(10, 11) aufweist, auf welches jeweils ein Kupplungsteil (12, 13) aufschraubbar ist,
und wobei die beiden Behälter (2, 3) mittels der aufgeschraubten, gleichzeitig als
Verschlusskappe dienenden Kupplungsteile (12, 13) über eine Kupplungshülse (17) lösbar
miteinander verbindbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die als Schraubkappen ausgebildeten Kupplungsteile (12, 13) mit der Kupplungshülse
(17) durch eine axial verlaufende Verzahnung drehfest und durch eine Rastnut-Rastwulst-Verbindung
(25, 26) axial fest verbindbar sind.
2. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am freien Rand der Kupplungsteile (12, 13) zur Erhöhung der Rastelastizität wenigstens
eine Ausnehmung (19, 20) angebracht ist.
3. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (19, 20) der Kupplungshülse (17) und die Rastteile (25, 26) leicht
konisch ausgebildet sind.
4. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastteile (25, 26) an ihrer Außenseite eine Riffelung (23) aufweisen, welche
einerseits eine leichte Betätigung bei der Verwendung als Schraubkappe ermöglicht
und andererseits im Zusammenwirken mit korrespondierenden Längsvorsprüngen (22) an
der Innenseite der Ausnehmung (19, 20) der Kupplungshülse (17) dort eine drehfeste
Verbindung herstellen.
5. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungshülse (17) eine mittige Zwischenwand (18) aufweist, welche über Abschnitte
(27) verminderter Breite in die Zylinderwand (28) der Kupplungshülse (17) übergeht.
6. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsteile (12) eine sich von deren Außenrand (29) axial bis in den Bereich
der Rastnut (26) erstreckende Ausnehmung (30) aufweisen.