[0001] Die Erfindung betrifft zwischen metallisierten, transparenten, transluzenten, opaken
und/oder gefärbten Kunststofffolien, zellstofffreien oder zellstoffhaltigen Papieren,
Papierverbunden, Geweben oder Vliesen eingebettete bzw. kaschierte Sicherheitsmerkmale
in Form von Streifen, Bändern oder anderen Formaten, ein Verfahren zu deren Einbettung
bzw. Kaschierung, sowie deren Verwendung.
[0002] Sicherheitsmerkmale, insbesondere in Form von Fäden, Bändern oder anderen Formaten,
bestehen im allgemeinen aus einem Trägersubstrat, auf das eine oder mehrere funktionelle
und/oder dekorative Schichten verschiedenster Art aufgebracht sind.
Während diese funktionellen und/oder dekorativen Schichten auf einer Seite durch das
Trägersubstrat geschützt sind, liegen auf der anderen Seite die funktionellen und/oder
dekorativen Schichten frei. Es ist daher wünschenswert, diese Schichten vor der weiteren
Verarbeitung der Sicherheitsmerkmale gegebenenfalls beispielsweise mit einem weiteren
Trägersubstrat, das gegebenenfalls wieder eine oder mehrere weitere funktionelle und/oder
dekorative Schichten aufweisen kann, zu kaschieren. In diesem Fall ist es dann besonders
wichtig, dass der Kaschiervorgang passergenau erfolgt, um die geforderte Präzision
und Übereinstimmung der Schichten der beiden Substrate zu erhalten.
Auch bei der Einbettung derartiger kaschierter oder nicht kaschierter Sicherheitsmerkmale
zwischen metallisierten, transparenten oder transluzenten Kunststofffolien, zellstofffreien
oder zellstoffhaltigen Papieren, Papierverbunden, Geweben oder Vliesen ist die Erhaltung
der Präzision und der Eigenschaften der Sicherheitsmerkmale zur Sicherstellung der
Authentizität und deren Nachweisbarkeit von essentieller Bedeutung.
[0003] Nach dem bekannten Stand der Technik werden zwei oder mehrere gegebenenfalls mit
funktionellen und/oder dekorativen Schichten versehene Trägersubstrate entweder mit
einem lösungsmittelhaltigen oder einem reaktiven lösungsmittelfreien oder einem selbstklebenden
Klebersystem oder mittels Extrusionsbeschichtung zusammenkaschiert bzw. zwischen den
oben genannten Schichten eingebettet.
[0004] Nachteil der Verwendung von lösungsmittelhaltigen Klebersystemen ist, dass das im
Kleber enthaltende Lösungsmittel sowohl in die nicht kaschierten funktionellen und/oder
dekorativen Schichten bzw. in das Trägersubstrat selbst migrieren kann und dabei die
funktionellen und/oder dekorativen Schichten in ihren Eigenschaften, in ihrer Präzision,
in ihrem Erscheinungsbild, z.B. im farblichen Erscheinungsbild verändern kann. Das
Trägersubstrat kann durch das Lösungsmittel beispielsweise in seiner Transparenz,
seiner Elastizität und dergleichen beeinträchtigt werden und beispielsweise fleckig
oder spröde werden. Ferner muss die Trocknung meist bei hohen Temperaturen erfolgen,
wodurch das Trägermaterial schrumpfen kann.
[0005] Bei der Verwendung lösungsmittelfreier, meist reaktiv trocknender Klebersysteme ist
die Reaktion bzw. Trocknung des Klebers schwer kontrollierbar. Die Reaktion kann im
allgemeinen nicht punktgenau gestoppt werden, wodurch es bei der Trocknung bzw. Aushärtung
zu einem unerwünschten Eindringen in die funktionellen und/oder dekorativen Schichten
und zu einem Aushärten der funktionellen und/oder dekorativen Schichten bzw. gegebenenfalls
sogar des Trägersubstrats kommt. Weder die Aushärtezeit, noch das Ausmaß der Aushärtung
kann präzise gesteuert werden. Dadurch werden die funktionellen und/oder dekorativen
Schichten in ihren Eigenschaften, beispielsweise in ihren definierten magnetischen
oder elektrischen Eigenschaften, in ihrer Präzision, beispielsweise in der Dimension
einer Kodierung in Form von Bildern, Buchstaben, Mustern, Linien, Zeichen und dergleichen,
in ihrem Erscheinungsbild, z.B. auch im farblichen Erscheinungsbild, wieder verändert,
was den Authentizitätsnachweis erschwert.
[0006] Das Trägersubstrat kann wiederum durch unerwünschtes Eindringen und Aushärtung des
reaktiven Klebersystems beispielsweise in seinen optischen oder elastischen Eigenschaften
beeinträchtigt werden.
[0007] Bei diesen Verfahren ist eine bestimmte Zeit zur Aushärtung und dergleichen erforderlich,
das kaschierte bzw. eingebettete Produkt kann daher erst mit erheblicher Zeitverzögerung
weiterverarbeitet werden.
[0008] Bei der Verwendung von selbstklebenden Kaschierklebern ist meist die Einhaltung der
geforderten relativ geringen Dicken der Sicherheitsmerkmale bei einer Kaschierung
oder Einbettung zwischen metallisierten, transparenten oder transluzenten Kunststofffolien,
zellstofffreien oder zellstoffhaltigen Papieren, Papierverbunden, Geweben oder Vliesen
nicht möglich. Ferner besteht wiederum die Gefahr, dass durch die chemischen Eigenschaften
des Selbstklebers sowohl die funktionellen und/oder dekorativen Schichten als auch
das Trägersubstrat selbst beeinträchtigt werden. Außerdem gewährleisten die bekannten
selbstklebenden Systeme nicht eine ausreichende Verbundfestigkeit zwischen den kaschierten
Substraten bzw. bei einer Einbettung zwischen metallisierten, transparenten oder transluzenten
Kunststofffolien, zellstofffreien oder zellstoffhaltigen Papieren, Papierverbunden,
Geweben oder Vliesen eine ausreichende Haftung. Ferner sind die selbstklebenden Beschichtungen
meist durch Wärme lösbar, wodurch dann die kaschierten Sicherheitsmerkmale freigelegt
werden.
[0009] Bei Verwendung des Extrusionsbeschichtungsverfahrens werden ebenfalls meist nicht
ausreichende Festigkeiten des Verbundes zwischen Sicherheitsmerkmal und Kaschiersubstrat
bzw. bei der Einbettung zwischen metallisierten, transparenten, transluzenten, opaken
und/oder gefärbten Kunststofffolien, zellstofffreien oder zellstoffhaltigen Papieren,
Papierverbunden, Geweben oder Vliesen erreicht. Ferner wird auf das Trägersubstrat
und auf die auf dem Trägersubstrat vorhandenen funktionellen und/oder dekorativen
Schichten eine hohe thermische Belastung ausgeübt.
[0010] Außerdem können bei der Verwendung eines Extrusionsbeschichtungsverfahren meist die
erforderlichen Schichtdicken der Sicherheitsmerkmale nicht eingehalten werden, da
bei Extrusionsbeschichtungsverfahren meist höhere Schichtdicken aufgebracht werden
müssen.
[0011] Aufgabe der Erfindung war es daher, Sicherheitsmerkmale, insbesondere in Form von
Streifen, Bändern und anderen Formaten bereitzustellen, die mit einem oder mehreren
weiteren Trägersubstraten, die gegebenenfalls weitere funktionelle und/oder dekorative
Schichten aufweisen, kaschiert sind bzw. zwischen metallisierten, transparenten, transluzenten,
opaken und/oder gefärbten Kunststofffolien, zellstofffreien oder zellstoffhaltigen
Papieren, Papierverbunden, Geweben oder Vliesen eingebettet sind, bereitzustellen,
bei denen die oben erwähnten Nachteile der bekannten Verfahren vermieden werden.
[0012] Gegenstand der Erfindung sind daher Sicherheitsmerkmale in Form von Streifen, Bändern
und anderen Formaten, dadurch gekennzeichnet, dass sie mittels eines strahlungshärtenden,
insbesondere Elektronenstrahl- oder UV-härtenden Klebersystems mit einem oder mehreren
Trägersubstraten, die gegebenenfalls ebenfalls funktionelle und/oder dekorative Schichten
aufweisen können, kaschiert sind, bzw. zwischen metallisierten, transparenten, transluzenten,
opaken und/oder gefärbten Kunststofffolien, zellstofffreien oder zellstoffhaltigen
Papieren, Papierverbunden, Geweben oder Vliesen eingebettet sind.
[0013] Das strahlungshärtbare Klebersystem kann beispielsweise ein strahlungshärtbares Klebersystem
auf Basis eines Polyester-, eines Epoxy- oder Polyurethansystems sein. Ein UV-strahlungshärtbares
Klebersystem enthält mindestens einen Initiator, der bei Anregung durch UV-Licht der
entsprechenden Wellenlänge unter kontrollierten Bedingungen aushärtet.
[0014] Es können sowohl radikalische als auch kationische Systeme verwendet werden, die
durch UV-Licht oder auch durch Elektronenstrahl unter definierten Bedingungen kontrolliert
härtbar sind.
Gegebenenfalls können diese Systeme auch Bindemittel enthalten oder gelöst oder als
Dispersion vorliegen. Falls die Systeme Lösungsmittel enthalten, ist es vorteilhaft,
vorerst das Lösungsmittel durch physikalisches Trocknen zu entfernen und anschließend
die Aushärtung bzw. Vernetzung durchzuführen.
[0015] Ein Beispiels für einen derartigen Kaschierkleber sind beispielsweise Kaschierkleber
auf Epoxy Acrylat- Basis
[0016] Als Trägersubstrate sowohl für die Sicherheitsmerkmale als auch als aufzukaschierendes
Trägersubstrat kommen beispielsweise Trägerfolien vorzugsweise flexible Kunststofffolien,
beispielsweise aus Pl, PP, MOPP, PE, PPS, PEEK, PEK, PEI, PSU, PAEK, LCP, PEN, PBT,
PET, PA, PC, COC, POM, ABS, PVC in Frage. Die Trägerfolien weisen vorzugsweise eine
Dicke von 5 - 700 µm, bevorzugt 8 - 200 µm, besonders bevorzugt 12 - 50 µm auf.
[0017] Ferner können als Trägersubstrat auch Metallfolien, beispielsweise AI-, Cu-, Sn-,
Ni-, Fe- oder Edelstahlfolien mit einer Dicke von 5 - 200 µm, vorzugsweise 10 bis
80 µm, besonders bevorzugt 20 - 50 µm dienen. Die Folien können auch oberflächenbehandelt,
beschichtet oder kaschiert, beispielsweise mit Kunststoffen, oder lackiert sein.
Ferner können als Trägersubstrate auch Papier oder Verbunde mit Papier, beispielsweise
Verbunde mit Kunststoffen mit einem Flächengewicht von 20 - 500 g/m
2, vorzugsweise 40 - 200 g/m
2. verwendet werden.
[0018] Ferner können als Trägersubstrate Gewebe oder Vliese, wie Endlosfaservliese, Stapelfaservliese
und dergleichen, die gegebenenfalls vernadelt oder kalandriert sein können, verwendet
werden. Vorzugsweise bestehen solche Gewebe oder Vliese aus Kunststoffen, wie PP,
PET, PA, PPS und dergleichen, es können aber auch Gewebe oder Vliese aus natürlichen,
gegebenenfalls behandelten Fasern, wie Viskosefaservliese, eingesetzt werden. Die
eingesetzten Vliese weisen ein Flächengewicht von etwa 20 g/m
2 bis 500 g/m
2 auf.
[0019] Die Trägersubstrate bzw. die Kaschiersubstrate können funktionelle und/oder dekorative
Schichten jeder Art aufweisen.
[0020] So können die Träger- bzw. Kaschiersubstrate beispielsweise Oberflächenstrukturen,
Reliefs, metallische, magnetische, elektrisch leitfähige, kodierte oder nicht kodierte,
optisch strukturierte oder nicht strukturierte, vollflächige oder partielle Schichten
aufweisen.
[0021] Als funktionelle und/oder dekorative Schichten können jeweils verschiedenste Farb-
und/oder Klebersystemzusammensetzungen verwendet werden. Die Zusammensetzung der einzelnen
Schichten kann insbesondere nach deren Aufgabe variieren, also ob die einzelnen Schichten
ausschließlich Dekorationszwecken dienen oder eine funktionelle Schicht darstellen
sollen oder ob die Schicht sowohl eine Dekorations- als auch eine Funktionsschicht
sein soll.
[0022] Die zu druckenden Schichten können pigmentiert oder nicht pigmentiert sein. Als Pigmente
können alle bekannten Pigmente, beispielsweise Pigmente auf anorganischer Basis, wie
Titandioxid, Zinksulfid, Kaolin, ITO, ATO, FTO, Aluminium, Chrom- und Siliciumoxide,
oder Pigmente auf organischer Basis, wie Phthalocyaninblau, i-Indolidingelb, Dioxazinviolett
und dergleichen als auch farbige und/oder verkapselte Pigmente in chemisch, physikalisch
oder reaktiv trocknenden Bindemittelsystemen verwendet werden. Als Farbstoffe kommen
beispielsweise 1,1- oder 1,2- Chrom-Cobalt-Komplexe in Frage.
Dabei sind lösungsmittelhaltige Farben- und/oder Klebersysteme, wässrige und auch
lösungsmittelfreie Klebersysteme verwendbar.
Als Bindemittel kommen verschiedene natürliche oder synthetische Bindemittel in Frage.
[0023] Die funktionellen Schichten beispielsweise können bestimmte elektrische, magnetische,
chemische, physikalische und auch optische Eigenschaften aufweisen.
[0024] Zur Einstellung elektrischer Eigenschaften, beispielsweise Leitfähigkeit, können
beispielsweise Graphit, Ruß, leitfähige organische oder anorganische Polymere, Metallpigmente
(beispielsweise Kupfer, Aluminium, Silber, Gold, Eisen, Chrom und dergleichen), Metalllegierungen
wie Kupfer-Zink oder Kupfer-Aluminium oder auch amorphe oder kristalline keramische
Pigmente wie ITO, FTO, ATO und dergleichen zugegeben werden. Weiters können auch dotierte
oder nicht dotierte Halbleiter wie beispielsweise Silicium, Germanium, Galliumarsenid,
Arsen oder lonenleiter wie amorphe oder kristalline Metalloxide oder Metallsulfide
als Zusatz verwendet werden. Femer können zur Einstellung der elektrischen Eigenschaften
der Schicht polare oder teilweise polare Verbindungen wie Tenside, oder unpolare Verbindungen
wie Silikonadditive oder hygroskopische oder nicht hygroskopische Salze verwendet
oder zugesetzt werden. Ebenso können intrinsisch leitfähige organische Polymere wie
Polyanilin, Polyacetylen, Polyethylendioxythiophen und/oder Polystyrolsulfonat zugesetzt
werden.
[0025] Zur Einstellung der magnetischen Eigenschaften können paramagnetische, diamagnetische
und auch ferromagnetische Stoffe, wie Eisen, Nickel, Barium, und Cobalt oder deren
Verbindungen oder Salze (beispielsweise Oxide oder Sulfide) verwendet werden. Besonders
geeignet sind Fe(II)- und Fe(III)-Oxide, Barium- bzw. Cobaltferrite, seltene Erden
und dergleichen.
[0026] Die optischen Eigenschaften der Schicht lassen sich durch sichtbare Farben bzw. Pigmente,
lumineszierende Farbstoffe bzw. Pigmente, die im sichtbaren, im UV-Bereich oder im
IR-Bereich fluoreszieren oder phosphoreszieren, wärmeempfindliche Farben bzw. Pigmente,
Effektpigmente, wie Flüssigkristalle, Perlglanz-, Bronzen und/oder Multilayer-Farbumschlagspigmente
beeinflussen. Diese sind in allen möglichen Kombinationen einsetzbar.
[0027] Es können auch verschiedene Eigenschaften durch Zufügen verschiedener oben genannter
Zusätze kombiniert werden. So ist es möglich angefärbte und/oder leitfähige Magnetpigmente
zu verwenden. Dabei sind alle genannten leitfähigen Zusätze verwendbar.
Speziell zum Anfärben von Magnetpigmenten lassen sich alle bekannten löslichen und
nicht löslichen Farbstoffe bzw. Pigmente verwenden. So kann beispielsweise eine braune
Magnetfarbe durch Zugabe von Metallen in ihrem Farbton metallisch, beispielsweise
silbrig eingestellt werden.
[0028] Zum Drucken löslicher Schichten kann die verwendete Farbe bzw. der verwendete Klebersystem
in einem Lösungsmittel, vorzugsweise in Wasser löslich sein, es kann jedoch auch eine
in jedem beliebigen Lösungsmittel, beispielsweise in Alkohol, Estern und dergleichen
lösliche Farbe verwendet werden. Die Farbe bzw. der Lack können übliche Zusammensetzungen
auf Basis von natürlichen oder künstlichen Makromolekülen sein. Die Farbe kann pigmentiert
oder nicht pigmentiert sein. Als Pigmente können alle bekannten Pigmente verwendet
werden. Besonders geeignet sind TiO
2, ZnS, Kaolin und dergleichen.
Bei Verwendung einer löslichen (partiellen) Farbschicht kann diese gegebenenfalls
nach Aufbringung einer weiteren Schicht im erfindungsgemäßen Verfahren durch ein geeignetes
Lösungsmittel, das auf die Zusammensetzung der Farbschicht abgestimmt ist, entfernt
werden, um Codierungen in Form von Zeichen und/oder Mustern jeder möglichen Art herstellen
zu können, wie beispielsweise in DE 101 43 523 beschrieben.
[0029] Es können aber auch Zwischenschichten aus einem Metall, einer Metallverbindung, einer
Legierung oder einem Isolator aufgebracht werden. Als Metallschicht sind Schichten
aus Al, Cu, Fe, Ag, Au, Cr, Ni, Zn und dergleichen geeignet. Als Metallverbindungen
sind beispielsweise Oxide oder Sulfide von Metallen, insbesondere TiO
2, Cr-Oxide, ZnS, ITO, ATO, FTO, ZnO, Al
2O
3 oder Siliciumoxide geeignet. Geeignete Legierungen sind beispielsweise Cu-AI-Legierungen,
Cu-Zn-Legierungen und dergleichen. Als Isolatoren sind beispielsweise organische Substanzen
und deren Derivate und Verbindungen, beispielsweise Farb- und Lacksysteme, z.B. Epoxy-,
Polyester-, Kolophonium-, Acrylat-, Alkyd-, Melamin-, PVA-, PVC-, Isocyanat-, Urethansysteme,
die strahlungshärtend sein können, beispielsweise durch Wärme- oder UV- oder Elektronenstrahlung,
geeignet.
[0030] Alle Farbstoffe und Pigmente lassen sich einzeln oder auch in Kombination mit unterschiedlichen
natürlichen oder synthetischen Bindemitteln, wie z.B. natürliche Öle und Harze, wie
Phenolformaldehyd, Harnstoff-, Melamin-, Keton-, Aldehyd-, Epoxy-, Polyterpenharzen
verwenden. Als zusätzliche Bindemittel können beispielsweise Polyester, Polyvinylakohole,
Polyvinylacetate, - ether, propionate und -chloride, Poly(methyl)acrylate, Polystyrole,
Olefine, Nitrocellulose, Polyisocyanat, Urethansysteme und andere benutzt werden.
[0031] Alle diese Schichten können durch bekannte Verfahren, beispielsweise durch Bedampfen,
Sputtem, Drucken (Tief-, Flexo-, Sieb-, Digital-, Offsetdruck und dergleichen), Sprühen,
Galvanisieren und dergleichen aufgebracht werden.
[0032] Vor Aufbringung dieser Schichten kann die Materialbahn mittels eines Inline-, Plasma-
(Niederdruck- oder Atmosphärenplasma-), Corona- oder Flammprozesses behandelt werden.
Dabei wird die Oberfläche aktiviert, wobei endständige polare Gruppen an der Oberfläche
erzeugt werden und die Oberfläche gereinigt wird. Dadurch wird die Haftung von Metallen,
Farben und Lacken an der Oberfläche verbessert.
[0033] Gegebenenfalls kann gleichzeitig mit öder nach der Anwendung der Plasma- bzw. Corona-
oder Flammbehandlung eine dünne Metall- oder Metalloxidschicht als Haftvermittler,
beispielsweise durch Sputtern oder Aufdampfen, aufgebracht werden. Besonders geeignet
sind dabei Cr, Al, Ag, Ti, Cu, TiO
2, Si-Oxide oder Chromoxide. Diese Haftvermittlerschicht weist im allgemeinen eine
Dicke von 0,1 nm - 5 nm, vorzugsweise 0,2 nm - 2 nm, besonders bevorzugt 0,2 bis 1,0
nm auf.
[0034] Dadurch wird die Haftung der partiell oder vollflächig aufgebrachten gegebenenfalls
strukturierten funktionellen Schicht weiter verbessert. Das ist Voraussetzung für
die Erzeugung von funktionellen Schichten mit hoher Präzision und guter Haftung.
[0035] Es kann aber auch eine Schicht, die eine Oberflächenstruktur, beispielsweise eine
Diffraktionsstruktur oder ein Oberflächenrelief aufweist, aufgebracht sein bzw. werden,
wobei diese Struktur vorzugsweise in eine strahlungshärtbare Lackschicht geprägt wird.
Ferner können weitere Schichten mittels bekannter Verfahren, beispielsweise Direktmetallisierungsverfahren,
partiellen Metallisierungsverfahren registergenau, vollflächig oder partiell aufgebracht
sein oder werden.
[0036] Diese Schichten können jeweils Codierungen oder negative Codierungen in Form von
Mustern, Zeichen, Mikro- und Makrolinien, Buchstaben, Bildern, mathematisch definierbare
Linienelemente, Reliefs, Guillochen sowie maschinenlesbare Elemente und dergleichen
aufweisen.
[0037] Die übereinander aufgebrachten Schichten können unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.
Es ist dabei möglich durch Kombination von verschiedenen Eigenschaften der einzelnen
Schichten, beispielsweise Schichten mit unterschiedlicher Leitfähigkeit, Magnetisierbarkeit,
optischen Eigenschaften, Absorptionsverhalten und dergleichen beispielsweise Sicherheitselemente
mit mehreren präzisen Echtheitsmerkmalen herzustellen.
[0038] Zur Kaschierung bzw. Einbettung der oben beschriebenen Sicherheitsmerkmale können
die einzelnen Verfahrensschritte in unterschiedlicher Weise durchgeführt werden.
[0039] Zur Aufbringung das Kaschierklebers eignen sich alle bekannten Verfahren, beispielsweise
durch Tiefdruck, Flexodruck, Siebdruck, Offsetdruck, Digitaldruck, Glattwalzen-, Raster-
oder Linienrasterverfahren, jeweils mit Mit- oder Gegenlauf, und dergleichen.
[0040] Beispielsweise wird dabei aus einer beheizten temperaturkontrollierten Wanne das
strahlungshärtbare Klebersystem aufgenommen und über einen Übertragszylinder und über
einen Tiefdruckzylinder auf das Trägersubstrat aufgebracht. Dabei wird über die Temperatureinstellung
die Viskosität des Klebersystems präzise kontrolliert. In Abhängigkeit vom verwendeten
Klebersystem und dem verwendeten Trägersubstrat beträgt die Klebersystemsauftragstemperatur
etwa 20 - 80°C, vorzugsweise 30 - 60°C, besonders bevorzugt 40 - 50°C, wobei Klebersystem-
und Werkzeugtemperatur jeweils auf gleichem Niveau liegen sollten.
[0041] Wesentlich für einen gleichmäßigen Klebersystemauftrag ist dabei, dass das aufzutragende
Klebersystem immer bei exakt kontrollierter Temperatur und gleichbleibender Reinheit
gehalten wird und in einem gleichmäßigen Fluß aufgenommen und aufgetragen wird. Insbesondere
ist dabei auch ein sog. Schäumen des Klebersystems vor oder beim Auftrag zu vermeiden.
[0042] In Fig 1 ist eine Vorrichtung zum Auftrag des strahlungshärtbaren Kaschierklebers
dargestellt. Darin bedeuten 1 das Trägersubstrat, 2 die beheizte Wanne, in der der
strahlungshärtbare Kaschierkleber zugeführt wird, die das strahlungshärtbare Klebersystem
enthält, 3 den Tauchzylinder, 4 den Übertragszylinder.
In Fig. 2 ist eine für den Auftrag des strahlungshärtbaren Kaschierklebers besonders
geeignete Wanne dargestellt.
Wie bereits erwähnt, ist es zur gleichmäßigen Aufbringung des Kaschierklebers notwendig,
dass dieser auf ständig exakt kontrollierter Temperatur und unter gleichmäßiger Zufuhr
und Reinheit gehalten wird und außerdem insbesondere auch das sogenannte Schäumen
des Kaschierklebers verhindert wird.
Das kann insbesondere durch eine besondere Ausgestaltung des Kaschierkleberauftragwerks,
insbesondere auch der Kaschierkleberwanne erreicht werden.
[0043] Dabei besteht die Kaschierkleberwanne 2, wie in Fig. 2 dargestellt, aus einer Außenwanne
21 und einer Innenwanne 22 mit einem Rücklaufblech 22a. 23 bedeutet den Zulauf des
strahlungshärtbaren Kaschierklebers aus einem Vorratsbehälter 23a über eine Pumpe
23b und einen Filter 23 c, 24 bedeutet die Abfluss des strahlungshärtbaren Kaschierklebers
aus der Außenwanne 22 in den Vorratsbehälter. 3 bedeutet den Tauchzylinder und 4 den
Übertragszylinder. 25 bedeutet einen Verteilertunnel für den strahlungshärtbaren Kaschierkleber,
26 das Verteilerblech des Verteilertunnels.
[0044] Aus einem Vorratsbehälter 23a, der vorzugsweise doppelwandig ausgeführt ist und beheizt
ist um eine entsprechende Temperatur des strahlungshärtbaren Kaschierklebers einzustellen,
wird über eine Pumpe 23 b und einen Feinfilter 23c der strahlungshärtbare Kaschierkleber
in die beheizte Innenwanne 22 der Kaschierkleberwanne 2 gefördert. In der Innenwanne
wird der strahlungshärtbare Kaschierkleber über einen Verteilertunnel 25 und das Verteilerblech
26, das mit regelmäßig angeordneten Öffnungen versehen ist, gleichmäßig verteilt.
Die Innenwanne hat an der inneren Oberfläche die Form eines etwa Halbzylinders, wobei
diese Oberfläche so dimensioniert ist, dass der Tauchzylinder 2 in einem definierten
konstanten Abstand zur Innenoberfläche der Kaschierkleberwanne eingreifen kann. Je
nach Höhe der Füllung in der Innenwanne 22 der Kaschierkleberwanne greift der Tauchzylinder
mit etwa 1/3-1/2 seines Umfangs in den in die Innenwanne geförderten strahlungshärtbaren
Kaschierklebers ein. Die beheizte Innenwanne ist dabei so dimensioniert, dass sie
auf der vom Abfluss 24 der umgebenden beheizten Außenwanne abgewandten Seite ein über
die Dimension eines Halbzylinders, allerdings dessen Form im wesentlichen fortsetzendes
Rücklaufblech bis zu einen Höhe von zumindest der Hälfte des Durchmessers bis zu etwa
2/3 des Durchmessers des Tauchzylinders aufweist.
[0045] Der Tauchzylinder nimmt nun den strahlungshärtbaren Kaschierkleber aus der Innenwanne
der Kaschierkleberwanne auf und überträgt ihn auf den Übertragszylinder. Dabei läuft
nun der überschüssige Kaschierkleber, der nicht vom Übertragszylinder aufgenommen
wird, über die Außenseite der Innenwanne in die Außenwanne 21 zurück. Ebenso läuft
(in Fig2. nicht dargestellt) jener Kaschierkleberanteil der über die Rakel 6 (in Fig.1
dargestellt) nicht auf den Tiefdruckzylinder aufgebrachte Kaschierkleber in die Außenwanne
zurück.
[0046] Aufgrund der Ausrichtung der Außenwanne nicht plan in einer Ebene sondern mit einem
leichten Gefälle von der dem Abfluss abgewandten Seite der Kaschierkleberwanne zu
der Seite auf der der Abfluss situiert ist, wird der in der Außenwanne 21 aufgefangene
Kaschierkleber aus dem gesamten Kaschierkleberauftragswerk wieder zurück in den Vorratsbehälter
23a geführt. In der Innenwanne befindet sich also immer nur aus dem Vorratsbehälter
unter definierter Temperatur und mit der über die Pumpe 23 b definierten Zuflussgeschwindigkeit
eingebrachter Kaschierkleber.
[0047] Durch die Vermeidung des Rücklaufs von nicht über die folgenden Zylinder und die
Rakel aufgebrachten Kaschierklebers in die Innenwanne wird dabei die Temperatur des
Kaschierklebers in der Innenwanne korrekt konstant gehalten und auch ein sogenanntes
Schäumen des Kaschierklebers durch Lufteintrag vermieden. Ferner wird die Temperatur
des Kaschierklebers in der Innenwanne ständig über einen Temperatursensor (in Fig.2
nicht dargestellt) kontrolliert Der Kaschierkleberauftrag kann daher mit ausgezeichneter
Gleichmäßigkeit unter definierten Bedingungen erfolgen.
[0048] In den Fig. 3, 4 und 5 sind unterschiedliche erfindungsgemäße Kaschierverfahren dargestellt.
[0049] Darin bedeuten 24 und 24a jeweils ein Substrat, 25 einen Trockner, 26, 26a, 26b und
26c die Strahlungsquellen zur Aushärtung bzw. Vernetzung des Kaschierklebers und 27
den Kaschierspalt.
[0050] In einem ersten Verfahren (Fig. 3) wird der entsprechende oben beschriebene strahlungshärtbare
Kaschierkleber auf die Oberfläche des Sicherheitsmerkmals, beispielsweise, wie oben
beschrieben, aufgebracht. Falls der Kaschierkleber ein Lösungsmittel enthält, wird
anschließend durch physikalisches Trocknen das Lösungsmittel entfernt. Anschließend
wird durch eine geeignete Strahlungsquelle in Abhängigkeit vom verwendeten Kaschierkleber
die Aushärtung bzw. die Vernetzung initiiert und anschließend wird die Kaschierfolie
aufgebracht.
[0051] In einem weiteren Verfahren (Fig. 4) wird der entsprechende oben beschriebene strahlungshärtbare
Kaschierkleber auf die Oberfläche des Sicherheitsmerkmals aufgebracht, gegebenenfalls
ein etwa vorhandenes Lösungsmittel durch physikalisches Trocknen entfernt, und anschließend
das Substrat und die Kaschierfolie in einem Kaschierspalt und Druck zusammengeführt,
wobei gleichzeitig durch eine entsprechende Strahlungsquelle die Aushärtung bzw. Vernetzung
des Kaschierklebers erfolgt.
[0052] In einem dritten Verfahren (Fig. 5) wird der entsprechende oben beschriebene strahlungshärtbare
Kaschierkleber auf die Oberfläche des Sicherheitsmerkmals aufgebracht, gegebenenfalls
ein etwa vorhandenes Lösungsmittel durch physikalisches Trocknen entfernt, und anschließend
das Substrat und die Kaschierfolie in einem Kaschierspalt und Druck zusammengeführt,
worauf anschließend durch eine entsprechende Strahlungsquelle die Aushärtung bzw.
Vernetzung des Kaschierklebers durch das Substrat hindurch erfolgt. In diesem Fall
muss bei Verwendung eines UV-härtbaren Kaschierklebers zumindest das Substrat durch
das die Bestrahlung und Aushärtung des Kaschierklebers erfolgt für die entsprechende
Wellenlänge des UV-Lichtes durchlässig bzw. transparent sein. Bei Verwendung eines
elektronenstrahlhärtbaren Kaschierklebersystems ist eine derartige Transparenz nicht
notwendig.
[0053] Im Kaschierwerk erfolgt unmittelbar die Kaschierung bzw. Einbettung des Ausgangsmaterials.
[0054] Als Strahlungsquelle für UV-härtbare Kaschierkleber im kurzwelligen Bereich eignen
sich beispielsweise Hg-Lampen, im langwelligen Bereich dotierte Hg-Lampen, besonders
Ga-, Fe-, Ga/Pb-dotierte Hg-Lampen.
[0055] Die Kinetik der Vernetzung wird durch Temperaturkontrolle, insbesondere durch die
Führung des zu kaschierenden Substrats über temperaturkontrollierte Walzen am Kaschierspalt
vorbei, kontrolliert.
[0056] Vorzugsweise beträgt die Kaschier- bzw. Einbettungstemperatur in Abhängigkeit vom
verwendeten Klebersystem und der erforderlichen Kaschier- bzw. Einbettungsgeschwindigkeit
etwa 20- 150°C.
[0057] Der Kaschier- bzw. Einbettungsvorgang erfolgt vorzugsweise unter einem Druck von
etwa 0 - 1000 N/mm.
[0058] Dadurch wird gleichzeitig eine sehr schnelle und sichere Haftung und Einbettung erreicht.
Das so kaschierte Produkt ist sofort weiterverarbeitbar und kann beispielsweise sofort
anschließend bedruckt, beschichtet oder auf ähnliche Weise weiterverarbeitet werden.
[0059] Alle weiteren in der Vorrichtung vorgesehenen Zylinder und Walzen werden in Abhängigkeit
vom jeweils verwendeten Kaschierklebersystem einer genauen Temperaturkontrolle unterzogen.