[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Eisenbahngüterwagen für den Transport
von Strassenfahrzeugen, insbesondere Lastkraftwagen, umfassend einen auf Drehgestellen
abgestützten Wagenrahmen, auf welchem eine Brücke mit einer Fahrbahn für die Aufnahme
der Strassenfahrzeuge angeordnet ist, welche um eine im Wesentlichen mittig auf dem
Wagenrahmen vorgesehene, senkrecht zur Geleiseebene stehende Achse von einer in Längsrichtung
des Güterwagens liegenden Transportposition in eine Be- und Entladeposition ausschwenkbar
ist und umgekehrt, in welcher ausgeschwenkten Beund Entladeposition die Strassenfahrzeuge
von seitlich neben dem Eisenbahngüterwagen liegenden befahrbaren Rampen auf die Brücke
bzw. von der Brücke fahren können.
[0002] Derartige Eisenbahngüterwagen sind bekannt. So zeigt beispielsweise die DE-A-37 39
888 ein Schienenfahrzeug zum Transport von Strassenfahrzeugen, bei welchem Ladeflächen
durch Radsätze abgestützt sind, und wobei auf der Ladefläche Ladebühnen angeordnet
sind, die auf Drehlagern abgestützt sind und seitlich herausschwenkbar sind. Mit dieser
Anordnung ist es möglich, dass einzelne Eisenbahngüterwagen beladen und entladen werden
können, wobei in der ausgeschwenkten Lage Strassenfahrzeuge von seitlich zum Verladegeleis
verlaufenden Rampen auf die Ladebühne fahren können, wonach diese auf die Ladefläche
eingeschwenkt wird. Dadurch können in vorteilhafter Weise gleichzeitig mehrere Eisenbahngüterwagen
miteinander beladen werden; es ist ohne weiteres auch möglich, aus der Reihe der auf
den Eisenbahnzug aufgeladenen Strassenfahrzeugen einzelne an verschiedenen Stationen
vom Eisenbahnzug zu entnehmen bzw. neue hinzu zu laden.
[0003] Bei derartigen Eisenbahngüterwagen soll eine möglichst grosse Ladehöhe erreicht werden
können. Dies bedeutet, dass die Ladefläche, auf welche insbesondere Lastkraftwagen
zu stehen kommen, möglichst tief gesetzt werden kann, damit auch Tunnels durchfahren
werden können.
[0004] Beim oben genannten bekannten Schienenfahrzeug muss die durch die Drehgestelle abgestützte
Ladefläche eine grosse Tragkraft aufnehmen können, da das Gewicht durch das zentral
angeordnete Drehlager für die Ladebühne aufgenommen werden muss. Demzufolge muss diese
Ladefläche eine bestimmte Bauhöhe aufweisen. Zusätzlich muss auch die verschwenkbare
Ladebühne entsprechend stabil ausgebildet sein, da auch diese das volle Gewicht der
Ladung aufnehmen können muss. Auch die Ladebühne muss somit aus Stabilitätsgründen
eine gewisse Bauhöhe aufweisen. Indem die Ladebühne bezüglich der Ladefläche ausschwenkbar
sein muss, ergibt sich praktisch die doppelte Bauhöhe für das Untergestell des Schienenfahrzeugs,
was sich auf die zuladbare Eckhöhe der Strassenfahrzeuge auswirken kann.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, einen Eisenbahngüterwagen
zu schaffen, welcher die Vorteile der Möglichkeit der einzelnen Be- und Entladung
gewährleistet, welcher aber andererseits eine geringe Bauhöhe aufweist und somit insbesondere
Lastkraftwagen auch mit grosser Eckhöhe auf dem Schienennetz transportieren kann.
[0006] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dadurch, dass die Brücke mittels eines Hub- und
Drehelementes bezüglich des auf den Drehgestellen abgestützten Wagenrahmens anhebbar
und verschwenkbar ist und dass das Hubund Drehelement während des Anhebens und Verschwenkens
der Brücke auf dem Geleise oder dessen Unterbau abgestützt ist.
[0007] Durch die Möglichkeit des Anhebens der Brücke bezüglich des Wagenrahmens können Brücke
und Wagenrahmen so gestaltet sein, dass bspw. Längsträger ineinander greifen können
und somit die Bauhöhe verringert werden kann.
[0008] In vorteilhafter Weise wird beim Anheben der Brücke der Unterteil des Hub- und Drehelementes
auf dem Geleise abgestützt. Dadurch wird der Wagenrahmen insbesondere im mittleren
Bereich entlastet. Die Tragfähigkeit muss nicht so gross sein, was sich wiederum auf
die Bauhöhe des Wagenrahmens auswirkt.
[0009] Es ist auch möglich, dass im Bereich des Geleiseunterbaus der Geleisestrecke, auf
welcher die Eisenbahnwagen be- und entladbar sind, eine Fahrbahn angebracht ist, entlang
welcher ein Wagen verfahrbar ist, auf welchem die Hub- und Drehelemente angeordnet
sind. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass nicht jeder Eisenbahngüterwagen mit
einem hydraulisch betätigbaren Hub- und Drehelement ausgestattet sein muss.
[0010] In vorteilhafter Weise ist hierbei der Oberteil des Hub- und Drehelementes, der bezüglich
des Wagens anhebbar und verdrehbar ist, mit einem Kupplungselement ausgestattet, welches
in ein korrespondierendes Kupplungselement eingreift, das jeweils an der Unterseite
der Brücke angebracht ist, und dass der Unterteil des Hub- und Drehelements am Wagen
befestigt ist. Dadurch wird ein sicheres Anheben und Führen der Brücke erreicht.
[0011] In vorteilhafter Weise sind am Wagen und am jeweiligen Eisenbahnwagen Positioniermittel
angebracht, mittels welcher der Wagen bezüglich des entsprechenden Eisenbahnwagens
in Position bringbar ist. Dadurch wird eine schnelle Arbeitsweise erreicht, die Ankupplung
des Oberteils des Hub- und Drehelements an der Brücke kann schnell ausgeführt werden.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung dieser Ausführungsform besteht darin, dass
der Wagen mit Verriegelungselementen ausgestattet ist, welche in entsprechend im Unterbau
angebrachten Aufnahmen einführbar sind. Durch diese Verriegelungselemente wird erreicht,
dass das Hub- und Drehelement fest im Unterbau verankert ist, die erforderliche Stabilität
der Brücke zu Be- und Entladen wird erreicht.
[0013] In vorteilhafter Weise sind die Hubmittel aus Hydraulikzylindern gebildet, die jeweils
paarweise und schräg gegeneinander geneigt angeordnet sind und miteinander zusammenwirken,
so dass sowohl die Hubbewegung wie auch die Schwenkbewegung durch steuerbare Betätigungen
dieser Hydraulikzylinder ausführbar sind. Mit dieser Anordnung können in einfacher
Weise sowohl die Hub- als auch die Drehbewegung ausgeführt werden; es ist zudem nicht
erforderlich, dass zusätzliche Führungsmittel zur Führung der Brücke bezüglich des
Wagenrahmens angebracht werden müssen.
[0014] In vorteilhafter Weise ist die Brücke in der Transportposition mit dem Wagenrahmen
fest verriegelbar, wobei die Verriegelung der Brücke mit dem Wagenrahmen über hydraulisch,
pneumatisch oder elektrisch betätigbare Hebeleinrichtungen erfolgen kann, die jeweils
in den Eckbereichen der Brücke am Wagenrahmen angebracht sind. Dadurch wird erreicht,
dass die Brücke für den Eisenbahngüterwagen zusätzlich als integriertes, Last aufnehmendes
Element dient.
[0015] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Brücke
die Form eines oben geschlossenen Kastens aufweist, dessen Frontseiten offen sind.
Durch die Kastenbauweise der Brücke kann das die Fahrbahn bildende Bodenteil mit geringerer
Bauhöhe aufgebaut sein, da die Tragkräfte auch durch die Form des Kastens aufgenommen
werden können.
[0016] In vorteilhafter Weise sind an den Endbereichen der Fahrbahn der Brücke schwenkbar
Klappen angeordnet, die zum Be- und Entladen auf die befahrbaren Rampen von einem
angehobenen Zustand absenkbar sind. Dadurch können Niveauunterschiede zwischen der
Fahrbahn der Brücke und der jeweiligen Rampe ausgeglichen werden.
[0017] Hierbei sind die Klappen in vorteilhafter Weise hydraulisch betätigbar und insbesondere
in der abgesenkten Position blockierbar, wodurch eine Abstützung für die Brücke auf
den befahrbaren Rampen gebildet wird. Dies erhöht die Stabilität der Einrichtung während
des Be- und Entladens.
[0018] Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
[0019] Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Eisenbahngüterwagens mit an der
Brücke angeordnetem Hub- und Drehelement, im in Transportposition verriegeltem Zustand;
Fig. 2 den Eisenbahngüterwagen gemäss Fig. 1 mit abgesenktem Hub- und Drehelement
und mit entriegelter Brücke;
Fig. 3 den Eisenbahngüterwagen gemäss Fig. 1 mit angehobener Brücke;
Fig. 4 den Eisenbahngüterwagen gemäss Fig. 1 mit ausgeschwenkter Brücke;
Fig. 5 in räumlicher Ansicht den Eisenbahngüterwagen gemäss Fig. 4 mit ausgeschwenkter
Brücke;
Fig. 6a die Verriegelungseinrichtung zum Verriegeln der Brücke mit dem Wagenrahmen
im verriegelten Zustand;
Fig. 6b die Verriegelungseinrichtung gemäss Fig. 6a im entriegelten Zustand;
Fig. 6c die Verriegelungseinrichtung gemäss Fig. 6b in räumlicher Darstellung;
Fig. 7 eine Ansicht zum Teil im Schnitt auf das an der Brücke des Eisenbahngüterwagens
angebrachten Hub- und Drehelements im angehobenen Zustand;
Fig. 8 das Hub- und Drehelement gemäss Fig. 7 im auf die Geleise abgesenkten Zustand;
Fig. 9 das Hub- und Drehelement gemäss Fig. 7 und 8 im Zustand, in welchem die Brücke
angehoben ist;
Fig. 10 das Hub- und Drehelement gemäss den Fig. 7 bis 9 mit angehobener und ausgeschwenkter
Brücke;
Fig. 11 eine Darstellung der Brücke im angehobenen und ausgeschwenkten Zustand;
Fig. 12a eine Ansicht des Endbereichs der Brücke mit angehobener Rampe;
Fig. 12b eine Ansicht des Endbereichs der Brücke mit abgesenkter Rampe;
Fig. 13 eine weitere Ausgestaltungsform der Erfindung mit einem Wagen, auf welchem
die Hub- und Drehelemente an geordnet sind und der im Unterbau der Geleisestrecke
entlang einer Fahrbahn verfahrbar ist;
Fig. 14 eine Ansicht von vorn auf den im Unterbau der Geleisestrecke verfahrbaren
Wagen gemäss Fig. 13;
Fig. 15 eine Seitenansicht auf den Wagen gemäss Fig. 13 und 14, wobei der angehobene
Oberteil im eingekuppelten Zustand mit der Brücke des Eisenbahngüterwagens ist; und
Fig. 16 eine Darstellung des Wagens gemäss Fig. 13 bis 15 mit angehobener und ausgeschwenkter
Brücke.
[0020] Der in Fig. 1 dargestellte, erfindungsgemässe Eisenbahngüterwagen 1 weist einen auf
Drehgestellen 2 abgestützten Wagenrahmen 3 auf. Der zwischen den Drehgestellen liegende
mittlere Bereich des Wagenrahmens 3 liegt möglichst tief über den Geleisen 4. Auf
diesen mittleren Bereich des Wagenrahmens 3 ist eine Brücke 5 aufgesetzt, die mit
einer Fahrbahn 6 ausgestattet ist. Auf diese Fahrbahn 6 kann ein Strassenfahrzeug,
insbesondere ein Lastkraftwagen 7 abgestellt werden, wie später noch beschrieben wird.
[0021] Die Brücke 5 ist in Transportposition in Längsrichtung des Eisenbahngüterwagens ausgerichtet
und liegt auf dem Wagenrahmen 3 auf. Am Wagenrahmen 3 sind in den Eckbereichen der
Brücke 5 Verriegelungsmechanismen angeordnet, mit welchen die Brücke 5 auf dem Wagenrahmen
3 verriegelt werden kann, wie später noch im Detail beschrieben wird. Die Brücke 5
weist die Form eines oben geschlossenen Kastens auf, wobei die Seitenflächen fachwerkförmig
ausgebildet sind. Dies ergibt eine optimale Tragkonstruktion, so dass der Boden der
Brücke, der die Fahrbahn 6 bildet, eine relativ geringe Bauhöhe aufweisen kann, wobei
trotzdem eine optimale Tragfähigkeit gewährleistet wird.
[0022] Am Wagenrahmen 3 können ferner Wände 41 angeordnet sein, welche die Frontseiten der
Brücke 5 in der Transportposition praktisch verschliessen, was die Strömungsverhältnisse
des Fahrtwindes beeinflussen kann, insbesondere bei unbeladenem Eisenbahngüterwagen.
[0023] Da die Brücke 5 insbesondere mit deren Endbereichen auf den Wagenrahmen 3 zur Auflage
kommen und in diesen Bereich durch die Verriegelungsmechanismen 8 auch praktisch fest
mit dem Wagenrahmen 3 verbunden ist, muss der mittlere Bereich des Wagenrahmens 3
nicht so dimensioniert werden, dass er das Gewicht der Brücke 5 und der Ladung der
Brücke 5 vollständig tragen könnte. Dadurch kann auch hier die Bauhöhe gering gehalten
werden, wodurch die Fahrbahn 6 möglichst tief gesetzt werden kann, was bedeutet, dass
die Lastkraftwagen 7, die durch diese Eisenbahngüterwagen 1 transportiert werden,
eine höhere Eckhöhe aufweisen können.
[0024] An der Unterseite der Brücke 5 ist im mittleren Bereich ein Hub- und Drehelement
9 angebracht. Im angehobenen Zustand befindet sich der Unterteil 10 dieses Hub- und
Drehelementes 9 oberhalb der Geleiseebene 11.
[0025] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, lässt sich, wenn der Eisenbahngüterwagen 1 sich an
der Stelle befindet, wo dieser be- und entladen werden kann, der Unterteil 10 des
Hub- und Drehelementes 9 absenken, bis sich der Unterteil 10 auf der Geleiseebene
11 abstützt. Die Verriegelungsmechanismen 8 können dann gelöst werden, wie in Fig.
2 dargestellt ist. Die Brücke 5 liegt nun frei auf dem Wagenrahmen 3, zusätzlich abgestützt
durch das Hub- und Drehelement 9 auf dem Geleise 4.
[0026] Durch weiteres Betätigen des Hub- und Drehelementes 9 wird nun die Brücke 5 angehoben,
abgestützt durch den Unterteil 10 des Hub- und Drehelementes 9 auf dem Geleise 4,
wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. In dieser hier dargestellten Position stützt sich
die Brücke 5 nur noch auf dem Hub- und Drehelement 9 und somit auf dem Geleise 4 ab.
[0027] In dieser angehobenen Lage kann die Brücke 5 über das Hub- und Drehelement 9, das
auf dem Geleise 4 abgestützt ist, um eine senkrecht zur Geleiseebene 11 stehende,
durch das Hub- und Drehelement 9 gehende Achse verschwenkt werden, wie dies aus den
Fig. 4 und 5 entnehmbar ist. Insbesondere in Fig. 5 ist ersichtlich, wie von parallel
zum Geleise 4, auf dem sich der zu be- bzw. entladende Eisenbahngüterwagen befindet,
angebrachte, nicht dargestellte Rampen die Strassenfahrzeuge auf die ausgeschwenkte
Brücke 5 fahren können bzw. von dieser Brücke 5 wegfahren können,
[0028] Die be- bzw. entladene Brücke 5 ist dann wieder in die Längsrichtung des Güterwagens
1 zurückschwenkbar, die Brücke 5 wird dann durch das Hubund Drehelement 9 wieder auf
den Wagenrahmen 3 abgesenkt, in dieser so eingenommenen Transportposition mit dem
Wagenrahmen 3 über die Verriegelungsmechanismen 8 verriegelt, das Hub- und Drehelement
kann danach von der auf dem Geleise 4 abgestützten Lage angehoben werden. Der Eisenbahngüterwagen
1 ist dann zur Wegfahrt bereit.
[0029] Selbstverständlich können mehrere Eisenbahngüterwagen zusammengekoppelt werden und
einen Zug bilden. Die Eisenbahngüterwagen 1 können dann, jeder für sich allein, beladen
bzw. entladen werden.
[0030] Es wäre auch denkbar, dass die Endbereiche der Wagenrahmen 3 zweier benachbarter
Eisenbahngüterwagen 1 in bekannter Weise lediglich durch ein Drehgestell abgestützt
werden.
[0031] Aus den Fig. 6a bis 6c sind die Verriegelungsmechanismen 8 ersichtlich, mit welchen
die Brücke 5 am Wagenrahmen 3 befestigt werden. Hierbei wird ein Kniehebelpaar 12,
13 durch einen Hydraulikzylinder 14 betätigt. Der eine Kniehebel 12 ist hierbei um
eine am Wagenrahmen 3 befestigte Achse 15 schwenkbar. Der andere Kniehebel ist an
einem Schwenkhebel 16 gelenkig angekuppelt. Der eine Arm dieses Schwenkhebels 16 ist
mit einem Nocken 17 versehen, der in eine entsprechende Aussparung 18 an der Brücke
eingreifbar ist. Am anderen Arm des Schwenkhebels 16 ist eine Zugstange 19 angelenkt,
die mit einem Schieberiegel 20 verbunden ist, welcher auf der Unterseite der Brücke
5 in eine entsprechende weitere Aussparung 21 eingreifen kann.
[0032] Fig. 6a zeigt den verriegelten Zustand eines Verriegelungsmechanismus 8. Hierbei
wird die Brücke 5 über den Nocken 17 nach unten verspannt, während durch den Schieberiegel
20 die Brücke 5 gegen das Drehgestell 2 hin gezogen wird. Dadurch wird eine optimale
Verbindung zwischen der Brücke 5 und dem Wagenrahmen 3 erhalten. Durch die Verwendung
eines Kniehebelpaares 12, 13 ist auch die Sicherheit dieses Verriegelungsmechanismus
8 gegen unbeabsichtigtes Lösen gewährleistet. Damit ist auch der Kraftaufwand zur
Betätigung dieses Verriegelungsmechanismus relativ gering, es könnten auch pneumatisch
oder elektrisch betätigbare Elemente verwendet werden.
[0033] Fig. 6b zeigt den Verriegelungsmechanismus 8 im entriegelten Zustand, die Brücke
5 kann in diesem Zustand, wie vorgängig beschrieben wurde, vom Wagenrahmen 3 angehoben
werden.
[0034] Fig. 6c zeigt den Verriegelungsmechanismus 8 im entriegelten Zustand, gemäss Fig.
6b, in räumlicher Darstellung.
[0035] Das Hub- und Drehelement 9 umfasst, wie aus den Fig. 7 bis 10 ersichtlich ist, einen
Oberteil 22, der an der Unterseite der Brücke 5 befestigt ist. An diesem Unterteil
22 sind Gelenkverbindungen 23 drehbar angebracht, mit welchen die Kolbenstangen 24
von Hydraulikzylindern 25 gelenkig verbunden sind. Die anderen Enden der Hydraulikzylinder
25 sind ebenfalls gelenkig mit einem Unterteil 26 verbunden. In Fig. 7 befindet sich
der Unterteil 26 im angehobenen Zustand. In diesem Zustand kann der Eisenbahngüterwagen
auf dem Geleise 4 fahren. In diesem angehobenen Zustand ist der Unterteil 26 zusätzlich
noch durch einen Klinkenmechanismus 27, der an der Unterseite der Brücke 5 befestigt
ist, gehalten.
[0036] Nach dem Entriegeln des Klinkenmechanismus 27 kann durch Betätigen der Hydraulikzylinder
25 der Unterteil 26 abgesenkt werden, wie dies in Fig. 8 dargestellt ist, bis er auf
dem Geleise 4 zur Auflage kommt. Zwischen Oberteil 22 und Unterteil 26 sind im vorliegenden
Ausführungsbeispiel acht Hydraulikzylinder 25 angeordnet, wovon jeweils zwei ein Paar
bilden, die schräg gegeneinander angeordnet sind. Wenn alle Hydraulikzylinder 25 gleichzeitig
betätigt werden, wird der Unterteil 26 bezüglich des Oberteils 22 abgesenkt bzw. angehoben.
[0037] Wenn die Position des Unterteils 26, wie sie in Fig. 8 dargestellt ist, erreicht
ist, d.h., wenn der Unterteil 26 sich auf dem Geleise 4 abstützt, können, wie vorgängig
bereits beschrieben worden ist, die Verriegelungsmechanismen zwischen Brücke 5 und
Wagenrahmen 3 gelöst werden. Die Hydraulikzylinder 25 können weiter gleichzeitig betätigt
werden, die Brücke 5 wird dann bezüglich des Geleises 4 und demzufolge bezüglich des
Wagenrahmens 3 angehoben, wie in Fig. 9 dargestellt ist. Das Gewicht der Brücke 5
lastet somit vollständig auf dem Geleise 4.
[0038] Im angehobenen Zustand der Brücke 5, wie dies in Fig. 9 dargestellt ist, können jeweils
die paarweise angeordneten Hydraulikzylinder unterschiedlich betätigt werden. Man
erhält somit ein Verschwenken des Oberteils 22 und demzufolge der Brücke 5 bezüglich
des Unterteils 26 und demzufolge des Geleises 4, wie dies in Fig. 10 dargestellt ist.
Somit lässt sich das Anheben bzw. Absenken der Brücke 5 und das Verschwenken der Brücke
5 durch entsprechendes gesteuertes Betätigen der Hydraulikzylinder 25 erreichen, ohne
dass zusätzliche Führungselemente erforderlich sind.
[0039] In Fig. 11 ist die angehobene und ausgeschwenkte Lage der Brücke 5 bezüglich des
Geleises 4 ersichtlich. Das Einfahr- und Ausfahrende der Brücke 5 befindet sich somit
oberhalb von Rampen 28, die befahrbar sind und parallel zum Geleise 4 verlaufen. Derartige
Rampen 28 sind in Stationen angeordnet, in welchen ein Be- und Entladen der Eisenbahngüterwagen
erwünscht ist.
[0040] In Fig. 11 ist die angehobene und ausgeschwenkte Lage der Brücke 5 dargestellt. Diese
Brücke 5 kann nun um ein bestimmtes Mass abgesenkt werden, bis die Unterseite der
Brücke 5 auf den Rampen 28 aufliegt, wodurch die erforderliche Stabilität zum Be-
und Entladen der Brücke 5 gegeben ist.
[0041] Die zur Betätigung der Hydraulikzylinder 25 des Hub- und Drehelementes 9 und aller
weiteren hydraulisch betätigbaren Elemente erforderlichen Hydraulikaggregate können
beispielsweise am Wagenrahmen 3 im Bereich der Drehgestelle 2 (Fig. 1) angeordnet
sein. Diese können von in Güterzügen üblicherweise vorhandenen Stromnetzen gespiesen
werden. Selbstverständlich sind auch die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen vorhanden,
welche beispielsweise nur erlauben, dass das Hub- und Drehelement betätigbar ist,
wenn der Eisenbahngüterwagen gebremst ist oder dass ein Anheben der Brücke erst beim
Entriegeln erfolgen kann, usw.
[0042] An den Endbereichen der Brücke 5 können schwenkbar Klappen 29 angeordnet sein, die
zum Be- und Entladen auf die befahrbaren Rampen 28 von einem angehobenen Zustand absenkbar
sind, wie dies in den Figuren 12a und 12b dargestellt ist. Mit diesen schwenkbaren
Klappen 29 können Niveauunterschiede zwischen der Fahrbahn 6 der ausgeschwenkten Brücke
5 zur entsprechenden Rampe 28 ausgeglichen werden. Diese schwenkbaren Klappen 29 sind
hydraulisch betätigbar, insbesondere in der abgesenkten Position sind sie blockierbar,
wodurch eine Abstützung für die Brücke 5 auf den befahrbaren Rampen 28 gebildet wird,
wodurch die Stabilität gewährleistet ist.
[0043] Wie aus den Figuren 13 und 14 entnehmbar ist, kann das Hub- und Drehelement 9 auf
einem Wagen 30 angeordnet sein, welcher entlang einer Fahrbahn 31, die im Bereich
des Geleiseunterbaus 32 der Geleisestrecke 4 angebracht ist, verfahrbar ist. Der Wagen
30 kann somit unter die Brücke 5 des entsprechenden Eisenbahngüterwagens 1 verfahren
werden, der Oberteil 33 des Hub- und Drehelementes 9 ist mit einem Kupplungselement
34 ausgestattet, welches in ein korrespondierendes Kupplungselement 35 eingreifen
kann, das an der Unterseite der Brücke 5 angebracht ist, wonach die Brücke, wie zum
vorgängigen Ausführungsbeispiel beschrieben worden ist, angehoben und verschwenkt
werden kann. Der Wagen 30 ist in vorteilhafter Weise mit Positionierelementen 36 ausgestattet,
die mit entsprechenden Mitteln 37, die am Eisenbahngüterwagen angebracht sind, zusammenwirken
können, so dass der Wagen 30 bezüglich der anzuhebenden und zu verschwenkenden Brücke
5 in die richtige Position gebracht werden kann.
[0044] In vorteilhafter Weise ist der Wagen 30 mit Verriegelungselementen 38 ausgestattet,
welche in entsprechend im Unterbau 32 angebrachte Aufnahmen 39 einführbar sind. Durch
diese Verriegelungselemente 38 kann somit das Gewicht der Brücke 5 mit der entsprechenden
Beladung aufgenommen werden, die Fahrbahn 31 und die Räder des Wagens 30 werden damit
nicht übermässig belastet. Sie können somit entsprechend dimensioniert sein. Derart
verriegelt kann die Hub-Dreh-Einrichtung auch Kippmomente aufnehmen, wodurch auch
eine asymmetrische Lastverteilung auf der Brücke ermöglicht wird.
[0045] Aus Fig. 15 ist ersichtlich, dass das Kupplungselement 34, das am Oberteil 33 des
Wagens 30 befestigt ist, im in das entsprechende Kupplungselement 35 der Brücke 5
eingesetztem Zustand ebenfalls durch entsprechend angebrachte Bolzen 40 verriegelbar
ist. Das Hub- und Drehelement 9, das auf dem Wagen 30 angeordnet ist, kann gleich
aufgebaut sein, wie beim vorgängig beschriebenen Ausführungsbeispiel, es sind aber
auch andere Hub- und Schwenkmittel denkbar, die dem Fachmann bekannt sind.
[0046] Mit diesem Wagen 30 kann die jeweilige Brücke 5 des entsprechenden Eisenbahngüterwagens
1 wie zum vorgängigen Ausführungsbeispiel beschrieben worden ist, angehoben und verschwenkt
werden, wie in Fig. 16 dargestellt ist. Es ist somit nicht erforderlich, dass jeder
Eisenbahngüterwagen mit einem Hub- und Drehelement 9 ausgestattet ist mit den dazu
erforderlichen Hydraulikaggregaten. Ein derartiger Wagen 30 kann beispielsweise für
einen ganzen Zug verwendet werden, indem er von einem Eisenbahngüterwagen zum anderen
fährt. Es ist auch denkbar, dass über die Länge eines ganzen Zuges weitere derartige
Wagen 30 eingesetzt werden können. Diese sind mit der entsprechenden Stromzuführung
und den jeweils erforderlichen Hydraulikaggregaten ausgestattet.
1. Eisenbahngüterwagen (1) für den Transport von Strassenfahrzeugen (7), umfassend ein
auf Drehgestellen (2) abgestützter Wagenrahmen (3), auf welchem eine Brücke (5) mit
einer Fahrbahn (6) für die Aufnahme der Strassenfahrzeuge (7) angeordnet ist, welche
um eine im wesentlichen mittig auf dem Wagenrahmen (3) vorgesehene, senkrecht zur
Geleiseebene (11) stehende Achse von einer in Längsrichtung des Güterwagen (1) liegenden
Transportposition in eine Be- und Entladeposition ausschwenkbar ist und umgekehrt,
in welcher ausgeschwenkten Be- und Entladeposition die Strassenfahrzeuge (7) von seitlich
neben dem Eisenbahngüterwagen (1) liegenden befahrbaren Rampen (28) auf die Brücke
(5) bzw. von der Brücke (5) fahren können, dadurch gekennzeichnet, dass die Brücke (5) mittels eines Hub- und Drehelements (9) bezüglich des auf den Drehgestellen
(2) abgestützten Wagenrahmens (3) anhebbar und verschwenkbar ist, und dass das Hub-
und Drehelement (9) während des Anhebens und Verschwenkens der Brücke (5) auf dem
Geleise (4) oder dessen Unterbau (32) abgestützt ist.
2. Eisenbahngüterwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hub- und Drehelement (9) mit einem Oberteil (22) an der Unterseite der Brücke
(5) angebracht ist, dass vor dem Anheben der Brücke (5) ein Unterteil (10) des Hub-
und Drehelements (9), der mit Abstützelementen ausgestattet ist, und der mit dem Oberteil
(22) über antreibbare Hubmittel (25) verbunden ist, auf das Geleise (4) absenkbar
ist und darauf abstützbar ist.
3. Eisenbahngüterwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Geleiseunterbaus (32) der Geleisestrecke (4), auf welcher die Eisenbahngüterwagen
(1) be- und entladbar sind, eine Fahrbahn (31) angebracht ist, entlang welcher ein
Wagen (30) verfahrbar ist, auf welchem die Hubund Drehelemente (9) angeordnet sind.
4. Eisenbahngüterwagen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Oberteil (33) des Hub- und Drehelements (9), der bezüglich des Wagens (30) anhebbar
und verdrehbar ist, mit einem Kupplungselement (34) ausgestattet ist, welches in ein
korrespondierendes Kupplungselement (35) eingreift, das jeweils an der Unterseite
der Brücke (5) angebracht ist, und dass der Unterteil des Hub- und Drehelements (9)
am Wagen (30) befestigt ist.
5. Eisenbahngüterwagen nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass am Wagen (30) und am jeweiligen Eisenbahngüterwagen (1) Positioniermittel (36, 37)
angebracht sind, mittels welcher der Wagen (30) bezüglich des entsprechenden Eisenbahngüterwagens
(1) in Position bringbar ist.
6. Eisenbahngüterwagen nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagen (30) mit Verriegelungselementen (38) ausgestattet ist, welche in entsprechend
im Unterbau (32) angebrachten Aufnahmen (39) einführbar sind.
7. Eisenbahngüterwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubmittel aus Hydraulikzylindern (25) gebildet sind, die jeweils paarweise und
schräg gegeneinander geneigt angeordnet sind und miteinander zusammenwirken, so dass
sowohl die Hubbewegung wie auch die Schwenkbewegung durch steuerbare Betätigungen
dieser Hydraulikzylinder (25) ausführbar sind.
8. Eisenbahngüterwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Brücke (5) in der Transportposition mit dem Wagenrahmen (3) fest verriegelbar
ist.
9. Eisenbahngüterwagen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelung der Brücke (5) mit dem Wagenrahmen (3) über hydraulisch, pneumatisch
oder elektrisch betätigbare Hebeleinrichtungen (12, 13, 16, 19) erfolgt, die jeweils
in den Eckbereichen der Brücke (5) am Wagenrahmen (3) angebracht sind.
10. Eisenbahngüterwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Brücke (5) die Form eines oben geschlossenen Kastens aufweist, dessen Frontseiten
offen sind.
11. Eisenbahngüterwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an den Endbereichen der Fahrbahn (6) der Brücke (5) schwenkbare Klappen (29) angeordnet
sind, die zum Be- und Entladen auf die befahrbaren Rampen (28) von einem angehobenen
Zustand absenkbar sind.
12. Eisenbahngüterwagen nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Klappen (29) hydraulisch betätigbar sind und insbesondere in der abgesenkten
Position blockierbar sind und dadurch eine Abstützung für die Brücke (5) auf den befahrbaren
Rampen (28) bilden.