[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem
Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen aus Naturstoffen und/oder synthetischen
Stoffen.
[0002] Solche Maschinen werden insbesondere zur Verbesserung der Garnqualität nach dem Spinnen
bzw. dem Zwirnen von Textilgarnen verwendet.
[0003] Bei dieser Behandlung wird beispielsweise die Form, in der sich das Garn nach dem
Spinnen oder Zwirnen befindet, stabilisiert und gleichzeitig das Volumen des Textilgarnes
erhöht.
[0004] Im Stand der Technik sind solche Maschinen als sogenannte Fixiereinrichtungen bekannt,
bei welchen das Garn einem überhitzten Dampf-Luft-Gemisch in einer Schleuse oder einem
Bad ausgesetzt wird.
[0005] Neben qualitativen Einbußen des so behandelten Textilgarns haben diese bekannten
Fixiereinrichtungen den Nachteil, dass sie räumlich groß, in ihrer Investitionssumme
sehr teuer und somit unwirtschaftlich sind. Ein weiterer Nachteil liegt im diskontinuierlichen
Behandlungsverfahren, bei welchem die zu fixierenden Garnspulen aufgewickelt, transportiert,
behandelt und wieder abgewickelt werden müssen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Behandlung von langgestrecktem
Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen aus Naturstoffen und/oder synthetischen
Stoffen bereitzustellen, mit welcher auf kosteneffizienter Weise das zu behandelnde
Gut an vorgegebene qualitative Eigenschaften angepasst werden kann.
[0007] Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß
Anspruch 13 gelöst.
[0008] Bevorzugte Gestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut und insbesondere
von fadenartigen Textilgarnen aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen vorgesehen,
welche wenigstens einen Behandlungsraum aufeist, durch welchen das Garn im wesentlichen
kontinuierlich geführt wird. In diesem Behandlungsraum wird das Garn einer Behandlung
mit vorgegebenen Prozessparametern unterworfen. Dem Behandlungsraum vor- und/oder
nachgeschaltet ist wenigstens ein Abdichtbereich, durch welchen das Garn vor Eintritt
in den Behandlungsraum oder nach Austritt aus dem Behandlungsraum geführt wird und
welcher Zustandsgrößen aufweist, die im wesentlichen thermodynamischer Natur sind
und sich in wenigstens einer Zustandsgröße von Zustandsgrößen des Behandlungsraums
unterscheiden.
[0010] Gemäß der vorliegenden Erfindung kann in dieser Vorrichtung langgestrecktes Gut behandelt
werden, wobei bevorzugt fadenartige Textilgarne aus Naturstoffen und/oder synthetischen
Stoffen behandelt werden. Neben den einzelnen Textilgarnen kann auch eine Vielzahl
von Textilgarnen gleichzeitig der Behandlung in der Vorrichtung unterzogen werden.
[0011] Die vorliegende Erfindung wird anhand von fadenartigen Textilgarnen beschrieben,
es sei jedoch darauf hingewiesen, dass auch andere, insbesondere langgestreckte, Güter,
welche nicht zu der Gruppe von fadenartigen Textilgarnen gehören, mit der Vorrichtung
und/oder dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung behandelt werden können.
[0012] Gemäß der vorliegenden Erfindung versteht man unter Zustandsgrößen, Eigenschaftskennwerte
eines Mediums insbesondere eines Fluids, die im wesentlichen thermodynamischer Natur
sind. Hierunter sind beispielsweise der Druck, die Temperatur, der Taupunkt, etc.
zu verstehen. Weitere Zustandsgrößen können sich aus den prozesstechnologischen Anforderungen
für die Behandlung von Textilgarnen ergeben.
[0013] Des weiteren werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung fließfähige Materialien
wie Flüssigkeiten, Gase, Schüttungen, Pulver, etc als Fluide bezeichnet, deren Aggregatzustand
gasförmig und/oder flüssig und/oder fest ist und deren Fließverhalten im wesentlichen
durch strömungsmechanische Eigenschaften beschrieben werden kann.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform bestehen die fadenartigen Textilgarne aus
einzelnen Fäden oder aus einer Vielzahl von einzelnen Fäden. Insbesondere bestehen
die Fäden aus wenigstens einem Naturstoff und/oder synthetischem Stoff, der aus der
Gruppe von Stoffen ausgewählt ist, welche Fasern, pflanzliche Fasern, Wolle, Polyester,
Polyacrylnitrit, Polyamid, Polyamid-6, Polyamid-66, Polypropylen, Baumwolle, Zellulose,
Zellulosederivate, Acetat, Elasthan, Flachs, Hanf, Polivinylalkohol, Seide, PVC, Triacetat,
Polyacrylacetat, Polyacryl, Sisal, Jute und Kombinationen hiervon enthält.
[0015] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der Behandlungsraum wenigstens
eine Einlass- und Auslassöffnung auf, durch welche ein Fluid, bevorzugt ein Gas, besonders
bevorzugt auch ein Gas-Flüssigkeitsgemisch wie zum Beispiel Wasserdampf strömt. Die
Ein- und Auslassöffnung stehen miteinander in Gas- und/oder Flüssigkeitsverbindung.
[0016] Ferner ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass vor der Einlassöffnung
für das Fluid in den Behandlungsraum ein Raum angeordnet ist, in welchem das durchströmende
Fluid mittels einer Wärmequelle erwärmt wird.
[0017] Gemäß der vorliegenden Erfindung kann diese Wärmequelle eine elektrische Heizeinrichtung,
wie zum Beispiel einen elektrischen Widerstand, ein PTC-Element und/oder ein Wärmetauscher
sein.
[0018] In einer Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung weist die Vorrichtung einen
Verteiler für das Fluid auf, welcher vor dem Behandlungsraum angeordnet ist. Durch
eine vorgegebene Zahl an Strömungswegen ist der Verteiler mit dem Behandlungsraum
verbunden.
[0019] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann in einem Verteiler auch eine
Wärmequelle angeordnet sein, um das durchströmende Fluid gemäß der zuvor beschriebenen
Art zu erwärmen insbesondere zu überhitzen.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform gemäß der vorliegenden Erfindung wird das Textilgarn
im Behandlungsraum einer bestimmten Behandlung, die durch vorgegebene Prozessparameter
definiert ist, unterzogen. Diese Prozessparameter werden unter anderem durch die im
Behandlungsraum herrschende Temperatur, Feuchte, Taupunkt und Druck bestimmt. Über
die Verweilzeit, die Transportgeschwindigkeit des Textilgarns und die Differenzgeschwindigkeit
zwischen Ein- und Auslassöffnung des Behandlungsraumes lassen-sich zusätzliche Prozessparameter
definieren.
[0021] So läßt sich beispielsweise durch eine unterschiedliche Transportgeschwindigkeit
der Transporteinrichtung zwischen Einund Auslaßöffnung des Textilgarns eine vorbestimmte
Differenzgeschwindigkeit des Garnes einstellen, mittels welcher das Garn einem vorgegebenen
Schrumpfungs- oder Dehnungsprozeß im Behandlungsraum unterzogen wird. Insbesondere
läßt sich durch eine definierte Schrumpfung oder Dehnung das Volumen bzw. die Dichte
des Textilgarns beeinflussen und steuern. Beispielsweise kann durch einen gezielten
Schrumpf das Volumen des Textilgarns, der sog. Bausch, erhöht werden.
[0022] Neben der Differenzgeschwindigkeit haben jedoch auch weitere Prozeßparameter direkten
oder indirekten Einfluß auf diesen Eigenschaftskennwert des Garns.
[0023] Es sei darauf hingewiesen, dass neben den hier aufgezählten Prozessparametern weitere
Parameter definiert werden können, um die Qualität und Eigenschaft des behandelten
Gutes definiert beeinflussen zu können.
[0024] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung einen Raum
zum Trennen des Fluids im Behandlungsraum und dem Fluid im Abdichtbereich auf, durch
welchen das Garn kontinuierlich geführt wird. Dieser Raum, auch Trennkammer genannt,
weist wenigstens eine weitere Öffnung zum Ableiten von Gasen oder Flüssigkeiten auf.
[0025] Diese Öffnung kann beispielsweise als starre Öffnung ausgebildet sein oder in einer
bevorzugten Ausführungsform ein Ventil. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist die Öffnung ein geregeltes Ventil bzw. ein Regelkreis.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung einen Regelkreis zur Steuerung
der Position einer Grenzschicht zweier flüssiger Medien auf. Dieser Regelkreis dient
dazu, im Trennbereich zwischen den Medien eine Vermischung derselben im wesentlichen
zu erhindern.
[0027] Dieser Regelkreis weist einen Strömungsweg für ein Leckagefluid, ein Ventil, welches
den Volumenstrom wenigstens eines Mediums beeinflusst und einen zumindest teilweise
begrenzten flexiblen Raum mit einem Steuerfluid auf, wobei das Steuerfluid in Reaktion
auf physikalische, insbesondere thermodynamische Bedingungen des Leckagefluids expandiert
oder kontraktiert, wobei wenigstens der eine flexible Raum den Volumenstrom durch
das Ventil steuert.
[0028] Unter einer Grenzschicht wird dabei im Rahmen der Erfindung ein Übergangsbereich
zweier Medien verstanden. Dabei kann es sich um ein räumlich abgegrenztes Volumen
handeln, innerhalb dessen die zwei Medien aufeinander treffen und sich zumindest teilweise
durchmischen. Die Grenzschicht kann dabei beliebige Dicken aufweisen, wird aber bevorzugt
schmal begrenzt sein.
[0029] Unter einem Strömungsweg wird ein Pfad verstanden, auf welchem ein Fluid wenigstens
teilweise zwangsweise geführt wird.
[0030] Unter einem Leckagefluid ist im Rahmen der Erfindung ein Medium zu verstehen, aus
welchem bevorzugt eine vorgegebenen Menge aus der obengenannten Grenzschicht abfließt.
[0031] Der Begriff "Steuerfluid" kennzeichnet im Rahmen dieser Erfindung ein Medium, insbesondere
eine Flüssigkeit, welche ihre eigenen physikalischen Eigenschaften derart verändern
kann, dass durch diese Veränderung Prozesse außerhalb des Steuerfluids gesteuert werden
können.
[0032] Unter dem Begriff "zumindest teilweise flexibel begrenzt" wird verstanden, dass der
Raum einerseits vollständig von einem flexiblen Medium umgeben sein könnte, andererseits
aber auch nur in einer bestimmten vorgegebenen Raumrichtung bzw. in einem geringen
Oberflächenbereich flexibel gestaltet ist.
[0033] Bevorzugt weisen die Medien unterschiedliche Temperatur auf, wobei besonders bevorzugt
das erste Medium ein Gas, insbesondere Luft mit einer Temperatur zwischen 5 Grad Celsius
und 60 Grad Celsius, bevorzugt zwischen 10 Grad Celsius und 40 Grad Celsius und besonders
bevorzugt zwischen 10 Grad Celsius und 20 Grad Celsius ist. Das zweite Medium ist
bevorzugt ein Gas, insbesondere Dampf mit einer Temperatur zwischen 80 Grad Celsius
und 180 Grad Celsius, bevorzugt zwischen 90 Grad Celsius und 150 Grad Celsius und
besonders bevorzugt zwischen 100 Grad Celsius und 130 Grad Celsius.
[0034] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Steuerfluid einen im Vergleich
zu Wasser hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten auf. Besonders bevorzugt enthält das
Steuerfluid wenigstens ein Fluid aus einer Gruppe von Fluiden, welche Alkohole, wie
zum Beispiel Ethanol, Methanol, Propanol und dergleichen, Quecksilber, Aceton, Ammoniak,
Benzol, Ameisensäure, Zyanwasserstoff, Ethyläther, Pentan, Silikonöle, Tetrachlorkohlenstoff,
Methylenplurit, Hexan, Chloroform, beliebige Mischformen und dergleichen aufweist.
[0035] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist eine mechanische Verbindung vorgesehen,
welche wenigstens dazu beiträgt, eine Stellungsänderung des Ventils in Abhängigkeit
der Volumenänderung des Steuerfluids zu bewirken. Dabei ist bevorzugt als Rückstelleinrichtung
für das Ventil eine Vorspanneinrichtung, insbesondere eine Feder, vorgesehen.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind zwischen dem flexiblen Raum des
Steuerfluids und dem Ventil wenigstens zwei Räume angeordnet, wobei der eine Raum
eines der Medien und der zweite Raum das andere Medium aufweist. Dabei sind besonders
bevorzugt wenigstens die zwei Räume durch eine erste, im wesentlichen elastische Trennschicht
voneinander gas- und/oder flüssigkeitsdicht getrennt.
[0037] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bewirkt eine Druckdifferenz zwischen
den beiden Räumen eine Positionsänderung des Ventils, insbesondere mittels der mechanischen
Verbindung. Die mechanische Verbindung kann einteilig oder mehrteilig ausgebildet
sein.
[0038] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist im Anschluss an das Ventil ein
zweiter Strömungsweg angeordnet, welcher wenigstens in einem Abschnitt an den ersten
Raum angrenzt, wobei zwischen dem zweiten Strömungsweg und dem ersten Raum eine flexible
Schicht angeordnet ist.
[0039] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind wenigstens die elastischen Schichten
in der Weise mit der mechanischen Verbindung verbunden, dass eine Bewegung der Schicht
eine Bewegung der mechanischen Verbindung bewirkt.
[0040] Unter einer mechanischen Verbindung wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine
Einrichtung verstanden, welche insbesondere dazu geeignet ist, eine mechanische Bewegung
zu übertragen.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem
Gut wenigstens eine Transporteinrichtung auf, die vor und nach dem Behandlungsraum
angeordnet ist. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist diese Transporteinrichtung
vor und/oder nach dem Abdichtbereich angeordnet. Auch die Anordnung vor dem Behandlungsraum
und nach dem Abdichtbericht oder vor dem Abdichtbereich und nach dem Behandlungsraum
sind mögliche Varianten für die Anordnung einer Transporteinrichtung der Vorrichtung.
[0042] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform kann die Transporteinrichtung
auch im Behandlungsraum und/oder im Abdichtbereich angeordnet sein. Auch die getrennte
Anordnung der Transporteinrichtung und der Abdichteinrichtung liegt im Sinn der vorliegenden
Erfindung.
[0043] Dies hat unter anderem den Vorteil, dass die Mengen der Fluide in ihrem Verbrauch
reduziert und die Anforderung bezüglich eines schonenden Transportes bzw. bezüglich
einer möglichst vollständigen Abdichung besser erreicht werden können. Auch die Reduzierung
des benötigten Energiebedarfs stellt einen weiteren Vorteil dar.
[0044] Die Steuerung der Transporteinrichtung erfolgt in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
in Abhängigkeit der Eigenschaftskennwerte des Endprodukts, wie beispielsweise dem
Volumen und der Produktionsgeschwindigkeit von vor- bzw. nachgeschalteter Maschinen
und Prozessen.
[0045] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
die Vorrichtung eine Kühlstrecke auf, die nach dem Behandlungsraum angeordnet ist
und gemäß einer besonders bevorzugen Ausführungsform ein mit Preßluft gekühlter Transportweg
für das Textilgarn ist. Neben einer Durchführung für das Textilgarn weist diese Kühlstrecke
wenigstens eine weitere Öffnung zum Einleiten einer Flüssigkeit und/oder eines Gases
auf.
[0046] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann diese Kühlstrecke mit der
Funktion des Abdichtbereichs kombiniert werden.
[0047] Des weiteren wird in einer besonders bevorzugten Ausführungsform durch eine vorbestimmte
Strömung des Fluids, insbesondere der Flüssigkeit und/oder des Gases im Transportweg,
das Garn oder die Garne so geführt, dass eine Berührung des Garns mit der inneren
Wandung des Transportwegs weitgehend vermieden wird.
[0048] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform wird durch die Strömung des
Fluids im Transportweg die Berührung der Garne weitgehend vermieden.
[0049] Als Flüssigkeiten und/oder Gase können Luft, Wasser, Öle und Kombinationen hiervon
verwendet werden.
[0050] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann auch eine Kühlstrecke oder
eine sogenannte Konditionierstrecke vor und/oder nach dem Behandlungsraum angeordnet
werden, um das Gut vor zu behandeln.
[0051] Unter Konditionieren wird gemäß der vorliegenden Erfindung der Ausgleich von Feuchteunterschieden
im Behandlungsgut durch beispielsweise Klimatisierung, Abkühlung oder Trocknung verstanden.
[0052] Es sei ferner darauf hingewiesen, dass sich die Prozessbedingungen in den Kühlstrecken
und/oder Abdichtbereichen in mindestens einem Prozessparameter von den vorgegebenen
Prozessparametern im Behandlungsraum unterscheiden. Gemäß einer besonders bevorzugten
Ausführungsform ist dies beispielsweise die Temperatur, Feuchte, etc.
[0053] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Vorrichtung weist die Transporteinrichtung
wenigstens zwei im wesentlichen parallel zueinander angeordnete, als Dichtrollen ausgebildete,
Rotationskörper auf.
[0054] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform schließt sich an diese Rotationskörper
eine Aufnahmeeinrichtung an, welche den Behandlungsraum und/oder den Abdichtbereich
zusammen mit den Dichtrollen im wesentlichen druckdicht gegenüber der Umgebung abschließt.
[0055] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weisen die Abdichtrollen wenigstens
in einem Abschnitt der Oberfläche ein elastisches Material auf. Besonders bevorzugt
ist dieser elastische Bereich der Abdichtrolle so angeordnet, dass sie zusammen mit
wenigstens einer weiteren Abdichtrolle, neben dem Transport des langgestreckten Guts,
auch den anschließenden Raum der Vorrichtung, bevorzugt den Abdichtbereich, besonders
bevorzugt den Behandlungsraum, im wesentlichen dicht abschließen.
[0056] Beispielsweise weist wenigstens die Oberfläche in einem solchen Abschnitt der Abdichtrolle
ein elastisches Material auf, das wenigstens ein Material enthält, das aus der Gruppe
von Thermoplasten, wie beispielsweise Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol, etc.
und/oder Duroplasten, wie beispielsweise Polyurethan, Polyesterharze, Silicone, Teflon
etc. ausgewählt wird.
[0057] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
die Vorrichtung eine Steuereinrichtung auf, mit welcher die Prozessparameter im Behandlungsraum
und/oder die Prozessparameter im Abdichtbereich der Kühlstrecke und/oder dem Vorbehandlungsbereich
und/oder die Transporteinrichtung gesteuert werden. Insbesondere ist in einer bevorzugten
Ausführungsform vorgesehen, die Prozessparameter gemäß vorgegebener Qualitätseigenschaften,
wie beispielsweise den Schrumpf, die Dehnung, den Bausch, die Morphologie des Gutes
zu steuern.
[0058] Die Erfindung wird ferner durch ein Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut,
insbesondere von fadenartigen Textilgarnen aus Naturstoffen oder Synthetikstoffen
gelöst, welches neben dem im wesentlichen kontinuierlichen Transport des Textilgarns
entlang eines vorgegebenen Transportweges durch wenigstens einen Behandlungsraum,
das Textilgarn in wenigstens einem dieser Behandlungsräume mit vorgegebenen Prozessparametern
behandelt und dass die Zustandsgrößen im Behandlungsraum, welche im wesentlichen thermodynamische
Zustandsgrößen sind, durch wenigstens eine unterschiedliche Zustandsgröße in wenigstens
einem Abdichtbereich eingestellt werden.
[0059] Gemäß der vorliegenden Erfindung erfolgt der im wesentlichen kontinuierliche Transport
mit einer Transporteinrichtung, die vor und/oder nach dem Behandlungsraum, bevorzugt
vor und/oder nach dem Abdichtbereich, angeordnet ist.
[0060] Es liegt jedoch auch im Sinn der vorliegenden Erfindung, wie bereits zuvor erläutert,
die Transporteinrichtung innerhalb des Behandlungsraumes und/oder innerhalb des Abdichtbereiches
anzuordnen.
[0061] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird zur Behandlung
des Textilgarns im Behandlungsraum ein Gas und/oder eine Flüssigkeit verwendet. Dies
kann Dampf, bevorzugt Sattdampf und besonders bevorzugt überhitzter Dampf sein. Auch
der Einsatz alternativer Gase und/oder Flüssigkeiten zur Behandlung des Textilgarns
werden gemäß der vorliegenden Erfindung berücksichtigt. Insbesondere auch der Einsatz
von Flüssigkeit wie Wasser, Öle, Suspensionen, Dispersionen und Lösungen zum Behandeln
des Garns, entsprechen der vorliegenden Erfindung.
[0062] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird der Transportweg des Textilgarns
wenigstens vor und/oder nach dem Behandlungsraum mit einem Gas, bevorzugt Luft, besonders
bevorzugt mit Druckluft, durchströmt.
[0063] Durch eine entsprechende Vorgabe und/oder durch Regelung der Prozessparameter lässt
sich sowohl der Behandlungsraum gegenüber den angrenzenden Bereichen abdichten, als
auch ein Nachbehandeln des Garns, wie beispielsweise das Konditionieren oder Kühlen
im Kühlbereich realisieren.
[0064] Der Behandlungsraum wird durch ein verdichtetes Gas und/oder eine Flüssigkeit wenigstens
in einer Dimension räumlich begrenzt, so dass beispielsweise bei konstanten Transportgeschwindigkeiten
des Textilgarns die Behandlungsdauer auf die Wegstrecke im Behandlungsraum begrenzt
wird.
[0065] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist
das Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut eine Trennkammer auf, die im Bereich
zwischen dem Abdichtbereich und dem Behandlungsraum angeordnet ist und welche durch
eine vorgegebene Abströmung eines Teils der Fluide aus dem Behandlungsraum und dem
Abdichtbereich ein Mischen dieser Fluide, beispielsweise im Behandlungsraum, weitgehend
vermeidet.
[0066] Dies ist insbesondere von Bedeutung, da die Behandlung des langgestreckten Guts auf
den Bereich des Behandlungsraums begrenzt und somit die Eigenschaftskennwerte des
Guts gezielt beeinflusst werden können.
[0067] Des weiteren wird durch eine vorgegebene Abströmung eines Teils der Fluide über eine
Trennkammer, beispielsweise beim Einsatz von gasförmigen Fluiden, das im Grenzraum
zwischen Behandlungsraum und Abdichtbereich entstehende Kondensat in der Trennkammer
gesammelt und über eine Öffnung in der Trennkammer aus der Vorrichtung abgeleitet.
[0068] Die Erfindung betrifft ferner auch die Verwendung einer Vorrichtung zum Behandeln
von langgestrecktem Gut und insbesondere von fadenartigen Textilgarnen aus Naturstoffen
und/oder synthetischen Stoffen.
[0069] Auch langgestrecktes Gut, insbesondere fadenartige Textilgarne aus Naturstoffen und/oder
synthetischen Stoffen, welches einer erfindungsgemäßen Behandlung mit den Verfahrensschritten
eines im wesentlichen kontinuierlichen Transports entlang eines vorgegebenen Transportweges,
durch wenigstens einen Behandlungsraum, der Behandlung in wenigstens einem dieser
Behandlungsräume mit vorgegebenen Prozessparametern und dem Einstellen der Zustandsgrößen
im Behandlungsraum unterworfen wird, entspricht der vorliegenden Erfindung.
[0070] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den
Ansprüchen und der Zeichnung.
[0071] Obwohl die Erfindung im wesentlichen als eine im Herstellungsprozess integrierte
Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut beschrieben wurde, liegt es jedoch
auch im Sinn der vorliegenden Erfindung, diese Vorrichtung als eigenständige Vorrichtung
zu verwenden, wobei für eine solche Anordnung zusätzliche Abroll- bzw. Aufrollvorrichtungen
vor bzw. nach der Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut vorgesehen sein
sollten. Die Ergänzung mit weiteren Prozessstufen, welche sich nicht unmittelbar an
den Herstellungsprozess des Garns, sondern beispielsweise offline von diesem Prozess
befinden, können gemäß der vorliegenden Erfindung auch in einen solchen Prozessschritt,
der sich als eigenständige Behandlungsstufe für beispielsweise ein Textilgarn, in
diesem Offline-Prozess darstellt, integriert werden.
[0072] Unter dem Begriff "Steuern" ist im Sinne der vorliegenden Erfindung insbesondere
"Regeln" und/oder "Steuern" gemäß der Deutschen Industrienorm zu verstehen. Entsprechendes
gilt für von dem Begriff "steuern" abgeleitete Begriffe.
[0073] Die Ausführungsbeispiele sind nicht als Einschränkung der Erfindung zu verstehen.
Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung zahlreiche Abänderungen und Modifikationen
möglich, insbesondere solche Varianten, Elemente und Kombinationen und/oder Materialien,
die zum Beispiel durch Kombination oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung mit
den in der allgemeinen Beschreibung und Ausführungsform sowie den Ansprüchen beschriebenen
und in der Zeichnung enthaltenen Merkmalen bzw. Elementen oder Verfahrensschritten
für den Fachmann im Hinblick auf die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch
kombinierbare Merkmale zu einem neuen Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten
bzw. Verfahrensschrittfolgen führen, soweit sie Herstellungs-, Prüf- und Arbeitsverfahren
betreffen.
[0074] Im folgenden werden bevorzugte Aspekte der Erfindung anhand der Figuren beschrieben.
Die Erfindung soll jedoch hierdurch nicht beschränkt werden.
[0075] Dabei zeigt beispielhaft:
- Fig. 1
- eine Behandlungsvorrichtung für Textilgarn gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine weitere Ausführungsform einer Behandlungsvorrichtung für Textilgarne gemäß der
vorliegenden Erfindung;
- Fig. 3
- eine Detaildarstellung einer Transporteinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- Schnittdarstellung eines Abdichtrollenpaars aus Fig. 3 entlang der Linie I;
- Fig. 5
- eine Transporteinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung im geöffneten Zustand;
- Fig. 6
- eine weitere Ausführungsform einer Behandlungsvorrichtung mit zwei Regelungsvorrichtungen;
- Fig. 7
- Regelvorrichtung zum Steuern der Grenzschicht der beiden Fluide gemäß Fig. 6.
[0076] Die nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiele betreffen bevorzugte Ausführungsformen
einer Behandlungsvorrichtung für Textilgarn, insbesondere für schweres Textilgarn
wie beispielsweise Teppichgarne und dergleichen, gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0077] Entsprechend der vorliegenden Erfindung werden mittels dieser Vorrichtung ein oder
mehrere Fäden, bevorzugt ein Faden, auf einer vorgegebenen Strecke und Raum in der
Art behandelt, dass die Form, in der sich das Garn nach dem Spinnen oder Zwirnen befindet,
stabilisiert und/oder fixiert und im Volumen erhöht, d. h. gebauscht wird.
[0078] Diese Behandlungsvorrichtung wird unter anderem auch als Fixiereinrichtung bezeichnet
und ist gemäß der hier dargestellten Ausführungsform so gestaltet, dass sie in eine
vorgelagerte Fertigungsstufe der Textilgarnherstellung, wie z. B. dem Kalibrieren,
Zwirnen, Spinnen, Spulen und beliebige Kombinationen hiervon integriert werden kann.
[0079] Fig. 1 zeigt eine Behandlungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung für Textilgarne,
welche im wesentlichen aus zwei Transporteinrichtungen 2, 11, zwei Trennkammern 4,
8, einer Behandlungsstrecke 5 und einer Kühlstrecke 9 besteht.
[0080] Die beiden Transporteinrichtungen 2, 11 weisen eine Dichtschleuse auf, die neben
dem Transport des Textilgarns 1, die Spannung bzw. den Schrumpf des Garns steuert,
und den Transportweg des Garns zwischen den Transporteinrichtungen 2, 11 abdichtet.
[0081] In den Behandlungsraum 5 wird über eine Öffnung 6 und den Verteiler 7, beispielsweise
aus einer zentralen Dampfversorgung, Sattdampf mit vorgegebenem Druck und Temperatur
geleitet.
[0082] Vom Verteiler 7 aus strömt der Sattdampf über die Bohrungen 12 in den eigentlichen
Behandlungsraum 5.
[0083] Der Transportweg zwischen dem Behandlungsraum 5 und den Abdichtrollen 21, 20, 30,
29 wird mit Druckluft, welche den identischen Druck des Dampfes im Behandlungsraum
aufweist, über die Anschlüsse 13, 18 beaufschlagt.
[0084] Im Bereich der Trennkammern 4, 8 stellt sich unter definitiven Prozeßbedingungen
eine Grenzschicht zwischen dem Sattdampf in Behandlungsraum und der Druckluft in den
Abdichtbereichen 24, 28 ein.
[0085] Durch ein kontinuierliches Ableiten einer vorgegebenen Menge der beiden Medien über
die Trennkammern 4, 8 wird sicher gestellt, dass sich der Dampf aus dem Behandlungsraum
und die Luft aus den Abdichtbereichen nicht mischen und die Grenzschicht weitgehend
an einer vorbestimmten Position bestehen bleibt. Insbesondere wird ein wandern der
Grenzschicht verhindert. Über die Steuerung der Ablassmenge und den Luftdruck im Abdichtbereich
24, 28 kann das System geregelt und in einer stabilen Balance gehalten werden.
[0086] Das sich an der Grenzschicht von Druckluft und Sattdampf bildende Kondensat wird
in den Trennkammer 4, 8 aufgefangen und über die Auslassstellen 25, 27 aufgrund des
vorherrschenden Drucks in der Vorrichtung, selbstständig ausgetrieben.
[0087] Durch die Druckluft wird ferner die Schleuse 2, 11 und die Transporteinrichtung vor
Feuchtigkeit und Wärme geschützt.
[0088] Über die Umfangsgeschwindigkeit der Schleusenrollen 22, 23, 31, 32 lässt sich das
Produktionsvolumen steuern. Eine definierte Differenzgeschwindigkeit des Garns 1 zwische
der Transporteinrichtung 2 und der Transporteinrichtung 11 lässt eine gezielte Beeinflussung
vorbestimmter Eigenschaftskennwerte der Garne zu. Durch verändern der Prozessparameter
können alle bekannten Qualitäten für Textilgarne, wie beispielsweise unterschiedlicher
Bausch, erzielt werden.
[0089] Die Vorrichtung weist ferner eine Kühlstrecke 9 auf, welche mit Hilfe von Druckluft
eine Kühlung, Trocknung und/oder Konditionierung des Garnes ermöglicht. Die Kühlung
des Garns erlaubt einerseits eine sofortige Weiterverarbeitung im Anschluss an diese
Vorrichtung und wirkt andererseits einem Bügeleffekt des Garns d. h. einer Glättung
und dem damit verbundenen Verlust an Volumen beim Verlassen der Schleuse 11 entgegen.
[0090] Neben den bereits dargestellten Einlassöffnungen weist die Vorrichtung im Abdichtbereich
die Auslassöffnungen 14, 17 und im Behandlungsraum die Auslassöffnungen 15, 16 auf.
Sie ermöglichen das kontinuierliche Durchströmen des entsprechenden Mediums durch
den jeweiligen Transportweg bzw. Transportwegabschnitt.
[0091] An die Schleusenrollen 22, 23 schließen sich die Abdichtrollen 20, 21 an, die zusammen
mit der Aufnahmeeinrichtung 3, 10 den Transportweg, insbesondere die Abdichtbereiche
24, 28, gegenüber der Umgebung abdichten. Entsprechendes gilt für die Abdichtrollen
29, 30 und die Aufnahmeeinrichtung 10, die den Auslassbereich der Vorrichtung für
das Garn abdichten.
[0092] Die Öffnung 26 steht mit der Einlassöffnung 6 in der Fluidverbindung und ermöglicht
somit eine gesteuerte Durchströmung des Verteilers mit Sattdampf, insbesondere wenn
die Öffnung mit einem geregelten Ventil versehen ist.
[0093] Durch diese Vorrichtung kann die Behandlung eines Textilgarns in der Weise erfolgen,
dass die Garneigenschaften, wie z. B. der Bausch, das Volumen, die Morphologie gezielt
beeinflusst werden können. Der relativ hohe Druck des Behandlungsmediums im Behandlungsraum
ermöglicht eine gleichmäßige Fixierung über den gesamten Querschnitt des Garns. Auch
wird durch die Behandlung mit einer weitgehend reinen Sattdampfatmosphäre ein sogenanntes
Vergilben des Garnes vermieden. Die sofortige Abkühlung des Garns im Anschluss an
den Behandlungsraum verbessern die Stabilisierung des Garnvolumens. Durch den weitgehend
kontaktfreien Transport des Garns zwischen dem Ein- bzw. Auslauf der Vorrichtung wird
eine einheitliche und gleichmäßige Garnqualität erreicht.
[0094] Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, als sogenanntes
"offenes" System.
[0095] Die Behandlungsvorrichtung besteht gemäß dieser Ausführungsform aus den Transporteinrichtungen
117, 116 mit den Transportrollen 101, 102, 114, 115. Diese übernehmen den Transport
des Garns 100 und steuern über die Transportgeschwindigkeit die Spannung bzw. den
Schrumpf des Garns 100. Die Vorrichtung weist ferner einen Raum 107 auf, in welchem
eine Wärmequelle insbesondere eine elektrische Heizung 105 angeordnet ist. Hieran
schließt sich der Verteiler 108 mit Düsen 120 und der eigentliche Behandlungsraum
109 an.
[0096] Am Einlauf und am Auslauf des Behandlungsraumes befinden sich zwei Kammern 103, 111,
welche mit einem beispielsweise geregeltem Vakuum beaufschlagt sind und den Dampf
in diesem Bereich aus dem Transportweg absaugen. An die Kammer 111 schließt sich gemäß
dieses Ausführungsbeispiels eine Kühlstrecke 112 an, welche mit Pressluft über die
Einlassöffnung 113 beaufschlagt wird.
[0097] Über den Einlass 110 wird gemäß dieses Ausführungsbeispiels Sattdampf in den Raum
107 geleitet. Dieser Sattdampf strömt entlang der Heizung 105 und wird beispielsweise
überhitzt. Dieser überhitzte Dampf wird über den Bereich 104 in den Verteiler 108
geleitet und von dort über eine vorgegebene Anzahl an Düsen 120 in den Behandlungsraum
geleitet. Im Behandlungsraum findet die eigentliche Fixierung und das Bauschen des
Textilgarnes statt.
[0098] Die vorgegebene Anzahl an Düsen und deren Ausrichtung gewährleistet ferner, dass
der Faden zentrisch im Transportweg geführt und Zugkräfte weitgehend vermieden werden.
[0099] Durch eine definierte Differenzgeschwindigkeit des Garns zwischen Einlauf 117 und
Auslauf 116 kann die Qualität des Garns insbesondere der Bausch vorgegebenen Eigenschaftskennwerten
angepasst werden. Durch die im Anschluss an den Behandlungsraum angeordnete Kühlstrecke
wird das.Garn für die anschließende Weiterverarbeitung gekühlt und konditioniert.
[0100] Gemäß der beschriebenen Vorrichtung kann das Textilgarn in seinen Eigenschaftskennwerten
insbesondere in seinen Bauscheigenschaften gezielt beeinflusst werden. Ein Vergilben
wird durch den Einsatz von reinenden Dampf verhindert. Die sofortige Kühlung des Textilgarnes
stabilisiert das erzeugte Volumen Bausch des Textilgarnes. Die in weiten Bereichen
optimale Einstellung des Feuchtengehalts der Garne erlaubt ferner den Verzicht auf
eine Nachkonditionierung, wobei durch den Auflagefreien Transport der Garne eine einheitliche
und gleichmäßige Qualität des behandelten Garns erzeugt werden kann.
[0101] Fig. 3 zeigt eine Detaildarstellung der Transporteinrichtung aus Fig. 1. Neben den
Schleusenrollen 202, 203 sind die Abdichtrollen 200, 201 und die Aufnahmeeinrichtung
204 zu erkennen. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Faden zwischen den beiden
Abdichtrollen 200, 201 geführt und mündet über die Aufnahmeeinrichtung 204 in den
Transportweg des Abdichtbereichs 205.
[0102] Gemäß dieses Ausführungsbeispiels sind die beiden Schleusenrollen 202, 203 angetrieben
und können wenigstens in horizontaler Richtung [entlang der Pfeile 206, 207] verschoben
werden. Die Abdichtrollen 200, 201 werden beispielsweise durch Reibschluss mit den
Schleusenrollen 202, 203 angetrieben.
[0103] Gemäß einer weiteren Ausführungsform können auch die Abdichtrollen 200, 201 wenigstens
horizontal verschoben werden, um beispielsweise den Faden durch die Vorrichtung zu
führen oder die Vorrichtung zu reinigen. Alternative Antriebskonzepte, wie z. B. ein
Einzelantrieb der Rollen, entsprechen der vorliegenden Erfindung.
[0104] Fig. 4 zeigt eine Schnittdarstellung der Abdichtrollen aus Fig. 3 entlang der Linie
I. Neben den Walzenkörpern 300, 301 sind die Kunststoffabschnitte 302, 303 zu erkennen;
die in ihrem Berührungspunkt 305 den elastischen und weitgehend dichten Einoder Auslauf
für den Transport des Garns in bzw. aus den Abdichtbereichen und/oder Behandlungsraum
der Vorrichtung bereitstellen.
[0105] Fig. 5 zeigt eine Transporteinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung im geöffneten
Zustand. Neben den Schleusenrollen 401, 403 sind die Abdichtrollen 404, 405 und die
Aufnahmeeinrichtung 406 zu erkennen. Im Gegensatz zur Fig. 3 stellt die Fig. 5 den
Auslaß einer Transportvorrichtung im geöffneten Zustand dar.
[0106] Fig. 6 zeigt eine weitere besonders bevorzugte Ausführungsform einer Behandlungsvorrichtung,
welche mit zwei erfindungsgemäßen Regelungsvorrichtungen versehen sind, um die Grenzschicht
zwischen dem Behandlungsraum und dem Abdichtbereich zu steuern.
[0107] Hierbei zeigt die Figur die Behandlungsvorrichtung mit dem Einlass des fadenförmigen
Gutes 518, einer ersten Transportvorrichtung 511, die sich gemäß eines besonders bevorzugten
Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung innerhalb des Abdichtbereiches, das
heißt innerhalb der mit Druckluft beaufschlagten Zone, vor dem Behandlungsraum befindet.
Im Anschluss an den Transportbereich ist ein erster Abdichtbereich 528 angeordnet,
welcher durch die Trennkammer 580 vom Behandlungsraum 550 getrennt ist.
[0108] Bei der Behandlung von fadenförmigem Gut wird dieses durch diese Bereiche geführt
und verlässt den Behandlungsraum über die Trennkammer 540 in den zweiten Abdichtbereich
524, in welchem entsprechend dem Einlassbereich die Transporteinrichtung 511 mit angeordnet
ist. Die Abdichtvorrichtung für den mit Druckluft beaufschlagten Abdichtbereich ist
in der Fig. 6 nicht dargestellt.
[0109] Gemäß dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel wird der Behandlungsraum mit Dampf
über die Zuleitung 512 in der Art beaufschlagt, dass insbesondere zur Vermeidung von
Kondensatbildung innerhalb der Vorrichtung der Übergangsbereich zwischen Abdichtbereich
und Trennkammer durch die Dampfführung erwärmt.Im Anschluss hieran über eine Verbindung
513 dem Behandlungsraum 550 zugeführt wird. In der Hauptströmungsrichtung wird der
Dampf über die Leitung 519 einem weiteren Übergangsbereich zwischen dem Abdichtbereich
524 und der Trennkammer 540 ebenfalls zur Vermeidung von beispielsweise Kondensat
im Führungsbereich des Garns erwärmt und verlässt diesen Bereich im wesentlichen über
die Ableitung 516, in welchem beispielsweise auch ein Kondensatabscheider 516 angeordnet
ist.
[0110] Mit den Bezugszeichen 510 und 520 sind die Leckageventile für die Trennkammern 540
bzw. 580 gekennzeichnet. Über diese Leckageventile wird ein vorgegebener, bevorzugt
kontinuierlicher Volumenstrom, insbesondere eine Mischung der beiden Fluide, aus dem
Abdichtbereich und dem Behandlungsraum abgeführt und als sogenannte Steuergröße zur
Regelung der Druck- und Temperaturverhältnisse im Behandlungsraum bzw. Abdichtbereich
den Regelungsventilen 501 bzw. 500 zugeführt.
[0111] Mit dem Bezugszeichen 517 ist die allgemeine Druckluftversorgung der Vorrichtung,
insbesondere der Vorrichtung zum Behandeln von Garnen und der Regelungsventile 501
bzw. 500 dargestellt. Die Bezugszeichen 512 kennzeichnen die Dampfversorgung sowohl
für die Behandlungsvorrichtung als auch für die Beaufschlagung der Regelungsventile.
[0112] Die Regelungsventile selbst werden nachfolgend in Bezug auf Fig. 7 dargestellt.
[0113] Im folgenden wird grundsätzlich auf das Regelventil bzw. den Regelkreis eingegangen.
[0114] Bei einen Aufeinandertreffen zweier Fluide tritt generell das Problem auf, dass zwangsläufig
ein Grenzbereich zwischen einem Fluid, z. B. einem Medium unter atmosphärischem Druck
und dem zweiten Fluid, z. B. einem Dampfgemisch zur Fixierung des Garns auftritt.
Zumindest bei längerem Betriebszeiten würde es zu einer Durchmischung der Medien kommen.
Auch wenn sich die Medien nicht durchmischen würden, würde der Grenzbereich zwischen
den Medien dennoch zu wandern beginnen. Ursachen für ein Wandern der Grenzschicht
oder des Grenzbereichs können beispielsweise schleichende Verluste des einen oder
anderen Medium sein oder die Förderung von zu behandelndem Gut - im Falle der Erfindung
das Garn - durch die Medien sein beispielsweise durch Kondensationsverluste. Ein derartiges
Durchmischen der Medien durch das Wandern der Grenzschicht muss aber in jedem Fall
unterbunden werden, da nur auf diese Weise gewährleistet werden kann, dass zu jeder
Zeit genau festgelegte Behandlungsparameter vorliegen. Um diesen Effekt eliminieren
zu können, wird an der Stelle, an der man die Grenzschicht beider Medien wünscht,
eine minimale künstliche Leckage, insbesondere in Form einer Düse, angeordnet, an
der sich beide Medien mischen und in kleinster Menge entweichen können. Dieser durch
diese Leckage fließende Fluidstrom verhindert im wesentlichen das Durchmischen der
Medien, wenn sichergestellt ist, dass die Grenzschicht nicht zu wandern beginnt. Durch
das lokal begrenzte Mischen beider Medien ergibt sich darüber hinaus in dem Leckagestrom
auch eine Mischtemperatur beider Medien.
[0115] Die Mischtemperatur selbst ist ein Anhaltspunkt dafür, in welchem Verhältnis die
Volumina der beiden Medien stehen, wenn sie durch die Leckage treten. Darüber hinaus
ist die Mischtemperatur ein Gradmesser dafür, inwieweit sich die Grenzschicht in Richtung
des einen oder des anderen Medium bewegt haben muss. Die Temperatur bzw. die Veränderung
dieser Mischtemperatur wird dann verwendet, um die Position der Grenzschicht zu regeln.
[0116] Die Vorrichtung 640 dient dazu, Störungen, welche durch ein Wandern der Grenzschicht
hervorgerufen werden, entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck wird ein Mediengemisch durch
einen Zugang 634 der Vorrichtung 640 zugeführt. Der Vorrichtung liegt, wie gesagt,
das Prinzip zugrunde, dass die beiden Medien in der Vorrichtung 630 sich insbesondere
auch hinsichtlich ihrer Temperatur unterscheiden, da es sich bei dem einen Medium
vorzugsweise um Dampf hoher Temperatur, beispielsweise im Bereich von 120 Grad Celsius
und bei dem anderen Medium um Druckluft einer Temperatur im Bereich von 10 bis 20
Grad Celsius handelt.
[0117] Wie erwähnt, wird die Position der Grenzschicht bzw. eine Veränderung der Position
der Grenzschicht beider Medien durch eine Abweichung der Mischtemperatur beider Medien
am Zugang 632 festgestellt. Die Mischtemperatur sollte bevorzugt einen genau festgelegten
Wert haben.
[0118] Das Mediengemisch gelangt über den Bereich 634 in einen unteren Raumbereich 642 der
Einrichtung 640. Dieser Raumbereich 642 ist einerseits durch das Gehäuse der Vorrichtung
640 begrenzt und andererseits durch eine Wand 648. In diesem Bereich kommt das Mediengemisch
in Berührungskontakt mit einem weiteren Raumbereich 647. Genauer gesagt, kommt das
Mediengemisch in Berührung mit der Wand 648, die ihrerseits den Raumbereich 647 in
einer Richtung begrenzt. Der Raumbereich 647 wird neben der Wand 648 auch durch das
Gehäuse sowie eine vorzugsweise wenigstens teilweise elastische Membran 657 begrenzt.
Die Wand 648 ist vorzugsweise nicht elastisch und weist einen hohen Wärmeübertragungskoeffizienten
auf, um Temperaturänderungen möglichst schnell auf dem Raumbereich 647 zu übertragen.
In diesem Raumbereich 647 ist vorzugsweise eine Flüssigkeit mit einem hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten,
beispielsweise Alkohol, in einer vorzugsweise geringen Menge vorgesehen. Diese Flüssigkeit
wird im folgenden auch als Steuerfluid bezeichnet. Dieses Steuerfluid kann sich je
nach dem Vorzeichen der Temperaturänderung des Mediumgemisches ausdehnen oder zusammenziehen.
Da es sich lediglich um eine geringe Menge an Steuerfluid handelt, findet eine schnelle
Reaktion auf Temperaturänderungen des eintretenden Mediengemisches statt.
[0119] Falls sich in dem Bereich 580 die Mischzone in Fig. 6 nach links Richtung verschiebt,
wird die Temperatur des aus der Öffnung 520 austretenden Gemisches ansteigen und damit
das Gemisch höherer Temperatur in einen Raum 642 eintreten. Dies bewirkt, dass sich
das Steuerfluid in dem Raum 647 ausdehnt. Falls sich in dem Bereich 580 die Mittelzone
nach rechts in Fig. 6 bewegt, wird die Temperatur des aus der Öffnung 632 austretenden
Gemisches absinken und damit ein Gemisch niedrigerer Temperatur in den Raum 642 eintreten.
Dies bewirkt eine Abkühlung der Wand 648 und damit auch des Raums 647. Dadurch zieht
sich die Flüssigkeit im Raum 647 zusammen.
[0120] Eine Ausdehnung des Steuerfluids bewirkt, dass sich die elastische Schicht 657 in
Fig. 3 nach rechts bewegt, da das Steuerfluid sich nur in Richtung der elastischen
Schicht ausdehnen kann, da es in den anderen Richtungen durch im wesentlichen starre
Elemente begrenzt wird. Durch die Bewegung der elastischen Schicht 657 wird eine mechanische
Verbindung, hier ein Stößel 641, in der Zeichnung nach rechts verschoben. Dies bewirkt,
dass durch den insgesamt mit 649 gekennzeichneten Bereich eine größere Menge an Druckluft
in den Kammerbereich 646 eintreten kann. Die Druckluft wird dem Bereich 649 über einen
Vorratsbehälter 675 und ein Ventil 667 zugeführt. Von dort gelangt das Medium, das
heißt die Druckluft, über eine Leitung 512 und eine Öffnung in den Bereich der Trennvorrichtung,
wodurch der Übergangsbereich in Fig. 6 nach links verschoben wird, da der Druck im
Bereich 635 ansteigt. Die Bezugszeichen 673 und 675 beziehen sich auf Vorratsbehälter
für die beiden Medien und das heißt einen Vorratsbehälter für das dampfförmige Medium
und einen Vorratsbehälter für die Druckluft.
[0121] Aus dem Raum 646 gelangt die Druckluft nicht nur in den Raum 635, sondern auch durch
eine Verbindungsstelle in den Raum 651. Auf diese Weise wird ein Druckgleichgewicht
zwischen den Räumen 646 und 651 hergestellt. Zwischen der Raumbereichen 646 und 651
ist ebenfalls eine elastische Schicht 656 angeordnet.
[0122] Dabei wird in dieser Ausführungsform der Dampfdruck bzw. die Menge an zugeführtem
Dampf im wesentlichen konstant gehalten. Eine Regelung findet daher in dieser Ausführungsform
über eine Regelung der Druckluft statt. Es ist jedoch auch möglich, umgekehrt die
Druckluft konstant zu halten und eine Regelung über den Dampfdruck durchzuführen.
Auch wäre es denkbar, eine Regelung durch eine Veränderung beider Medien gegenüber
der Vorrichtung 630 durchzuführen.
[0123] Falls umgekehrt sich der Übergangsbereich in Fig. 6 nach rechts verschiebt, wird
das in den Bereich 634 gelangende Medium, genauer das Mediengemisch, eine geringere
Temperatur aufweisen und sich daher das flüssige Medium 647 zusammenziehen. Auf diese
Weise wird bewirkt, dass sich der Stößel 641 unter der Wirkung einer Feder 643 absenkt
und damit die Druckluftzufuhr im Bereich 649 vermindert wird. Die Federkraft kann
dabei bevorzugt variabel sein, so dass auch eine externe Regulierung des Systems möglich
ist.
[0124] Dies führt dazu, dass dem Bereich 580 weniger Druckluft zugeführt wird, und sich
der Grenzbereich in Fig. 6 wieder nach links verschiebt.
[0125] In dem Raumbereich 655 der Vorrichtung 40 wird Dampf eingeführt und den Raum 651
Druckluft. Diese beiden Raumbereiche sind durch eine Membran 653 voneinander getrennt,
wobei die Membran wiederum mit der mechanischen Verbindung, das heißt dem Stößel 641,
verbunden ist. Diese beiden Kammern dienen dazu, eventuell auftretende Druckungleichmäßigkeiten
auszugleichen. Falls in dem Raum 651 der Dampfdruck ansteigt, wird sich die Membran
653 in der Zeichnung nach rechts bewegen, wodurch sich auch der Stößel 641 nach rechts
bewegt und dadurch sich die Menge an Druckluft, die über die Zuleitung 661 der Öffnung
636 zugeführt wird, erhöht. Auf diese Weise wird wieder ein Gleichgewicht zwischen
den beiden Medien in der Einrichtung hergestellt.
[0126] Mit anderen Worten arbeitet die Erfindung, um die Drücke gleich zu halten, nach dem
Prinzip eines Druckminderers, jedoch mit dem Unterschied dass der Druck des einen
Mediums durch den Druck des anderen Mediums vorgegeben wird. So wird beispielsweise
der Luftdruck in unserem Beispiel durch den Dampfdruck bestimmt. Der Regelkreis weist,
wie oben ausgeführt, einen mit Druckluft gefüllten 651 und den mit Dampf gefüllten
Raum 652 auf. Diese Räume sind, wie erwähnt, durch die Membran bzw. Trennschicht 653
voneinander getrennt. Die Membran ist mit der mechanischen Verbindung, in diesem Fall
einem Stößel 641, verbunden. Eine Erhöhung des Dampfdruckes bzw. der Dampftemperatur
bewirkt, dass sich die Membran 653 auslenkt und der Stößel 641 sich nach rechts bewegt.
Durch das Heben des Stößels kann Druckluft in das System, das heißt den Raum 646,
einströmen. Sobald die Druckluft wieder dem Dampfdruck entspricht, senkt sich die
Membran 653 wieder, das heißt bewegt sich in Fig. 3 nach links und der Stößel 641
schließt den Lufteinlass. Der Stößel 641 kann sowohl einteilig ausgebildet sein als
auch in mehrere Segmente aufgeteilt sein, wobei bevorzugt der Stößel durch die Raumabgrenzungen,
wie beispielsweise die Membran 653 oder die Membran 658, begrenzt wird.
[0127] Falls umgekehrt der Dampfdruck in dem Raumbereich 655 absinkt, wird sich die Membran
653 nach links bewegen und mit ihr die mechanische Verbindung, das heißt der Stößel
641. Auf diese Weise wird der Druckluftauslaß aus dem Raum 646 vermindert, und damit
auch die Druckluftzufuhr in dem Raumbereich 51, wodurch wieder ein Gleichgewicht zwischen
den beiden Kammer 651 und 655 hergestellt wird.
[0128] Über eine Öffnung 644 wird das Medium, des über die Öffnung 632 aus der Vorrichtung
630 abgeleiteten Fluids aus der Vorrichtung 644 abgeleitet.
1. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen
(1) aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen, mit
wenigstens einem Behandlungsraum,(5) durch welchen das Garn im wesentlichen kontinuierlich
geführt wird, und in welchem das Garn (1) einer Behandlung mit vorgegebenen Prozessparametern
unterworfen wird, und
wenigstens einem, dem Behandlungsraum vor- und/oder nachgeschalteten Abdichtbereich,
(24, 28) durch welchen das Garn (1) vor Eintritt in den Behandlungsraum oder nach
Austritt aus dem Behandlungsraum, geführt wird und welcher Zustandsgrößen aufweist,
die im wesentlichen thermodynamischer Natur sind und sich in wenigstens einer Zustandsgröße
von Zustandsgrößen des Behandlungsraums unterscheiden.
2. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die fadenartigen Textilgarne (1) aus einzelnen Fäden oder aus einer Vielzahl von einzelnen
Fäden bestehen und wenigstens einen Naturstoff und/oder synthetischen Stoff aus der
Gruppe von Stoffen, die pflanzliche Fasern, Wolle, Polyester, PAN, Polyamid, Polyamid
6, Polyamid 66, Polypropylen, Baumwolle, Cellulose, Cellulosederivate, Acetat, Elastan,
Flachs, Hanf, Polyvinylalkohol, Seide, PVC, Triacetat, Polyacryl, Sisal, Jute enthält,
aufweist.
3. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Behandlungsraum (5) wenigstens eine Ein- (6) und Auslassöffnung (26) für ein Fluid,
bevorzugt für ein Gas, besonders bevorzugt für Wasserdampf, aufweist, welche miteinander
in Gas- und/oder Flüssigkeitsverbindung stehen.
4. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
nach der Einlassöffnung (110) für das Fluid ein Raum (107) vorgesehen ist, in welchem
das durchströmende Fluid mittels einer Wärmequelle (105) erhitzt wird.
5. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
vor den Behandlungsraum (5, 100) (7, 108) ein Verteiler für das Fluid vorgesehen ist,
der durch eine vorgegebene Zahl an Strömungswegen (12, 120) mit dem Behandlungsraum
verbunden ist.
6. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die vorgegebenen Prozessparameter im Behandlungsraum (5) aus der Gruppe von Prozessparametern
ausgewählt sind, welche Temperatur, Feuchte, Druck, Verweilzeit, Transportgeschwindigkeit,
Differenzgeschwindigkeit enthält.
7. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung wenigstens eine Transporteinrichtung (2, 11) aufweist, die vor und/oder
nach dem Behandlungsraum, (5) bevorzugt vor und/oder nach dem Abdichtbereich (24,
28) angeordnet ist.
8. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
im Grenzbereich zwischen dem Behandlungsraum (5) und dem Abdichtbereich (24, 28) eine
Trennkammer (4, 8) angeordnet ist, welche wenigstens eine Öffnung (25, 27) zum Durchführen
des Textilgarns und wenigstens eine weitere Öffnung zum Ableiten von Gasen und/oder
Flüssigkeiten aufweist.
9. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
nach dem Behandlungsraum eine Kühlstrecke, (9) insbesondere ein gekühlter Transportweg
für das Textilgarn angeordnet ist, welche eine Öffnung zum Durchführen des Textilgarns
und wenigstens eine Öffnung (18) zum Einleiten einer Flüssigkeit und/oder eines Gases
aufweist.
10. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Transporteinrichtung (2, 11) wenigstens zwei im wesentlichen parallel zueinander
angeordnete, als Abdichtrollen (21, 20, 30, 29) ausgebildete, Rotationskörper und
eine Aufnahmeeinrichtung (3, 10) aufweist, welche den Behandlungsraum (5) und/oder
der Abdichtbereich (24, 88) im wesentlichen druckdicht abschließen.
11. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens eine der Abdichtrollen (300, 301) wenigstens in einem Abschnitt der Oberfläche
(302, 300) ein elastisches Material aufweist, das wenigstens ein Material aus der
Gruppe von Materialien aufweist, welche Thermopaste wie Polyethylen, Polypropylen,
Polystyrol, etc und Duroplaste wie Polyurethan, Polyesterharze, Silicon, Teflon etc.
enthält.
12. Vorrichtung zum Behandeln von langgestrecktem Gut gemäß wenigstens einem der vorgenannten
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung eine Steuereinrichtung aufweist, mit welcher die Prozessparameter
zum Behandeln des Textilgarns gesteuert werden.
13. Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen
aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen, mit wenigstens folgenden Verfahrensschritten:
im wesentlichen kontinuierlicher Transport des Textilgarns entlang eines vorgegebenen
Transportweges durch wenigstens einen Behandlungsraum (5);
Behandeln des Textilgarns in wenigstens einem dieser Behandlungsräume mit vorgegebenen
Prozessparametern;
Einstellen der Zustandsgrößen im Behandlungsraum, welche im wesentlichen thermodynamische
Zustandsgrößen sind, durch wenigstens eine unterschiedliche Zustandsgröße in einem
Abdichtbereich(24, 28).
14. Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen
aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Behandlung des Textilgarns im Behandlungsraum (5) ein Gas und/oder eine Flüssigkeit,
insbesondere Dampf, bevorzugt Sattdampf und besonders bevorzugt überhitzter Dampf,
verwendet wird.
15. Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen
aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen gemäß wenigstens einem der Ansprüche
13 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass
der Transportweg des Textilgarns wenigstens vor und/oder nach dem Behandlungsraum
(5) mit einem Gas, bevorzugt Luft, besonders bevorzugt Druckluft, durchströmt wird.
16. Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen
aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen gemäß wenigstens einem der Ansprüche
13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass
der Behandlungsraum (5) durch ein verdichtetes Gas und/oder eine Flüssigkeit wenigstens
in einer Dimension räumlich begrenzt wird.
17. Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen
aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen gemäß wenigstens einem der Ansprüche
13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Kühlung des Garns nach dem Behandlungsraum (5) ein Gas, bevorzugt Luft und besonders
bevorzugt Druckluft, verwendet wird.
18. Verfahren zum Behandeln von langgestrecktem Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen
aus Naturstoffen und/oder synthetischen Stoffen gemäß wenigstens einem der Ansprüche
13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass
durch eine vorgegebene Abströmung eines Teils der Fluide des Abdichtbereichs (24,
28) und des Behandlungsraums (5) in einer Trennkammer (4, 8) ein Mischen dieser Fluide
im Behandlungsraum weitgehend vermieden wird.
19. Verwendung einer Vorrichtung gemäß der Ansprüche 1 bis 12 zum Behandeln von langgestrecktem
Gut, insbesondere von fadenartigen Textilgarnen aus Naturstoffen und/oder synthetischen
Stoffen.
20. Langgestrecktes Gut, insbesondere fadenartige Textilgarne aus Naturstoff und/oder
synthetischen Stoffen, welches einer Behandlung gemäß wenigstens einem der Ansprüche
13 bis 15 unterworfen wurde.
21. Vorrichtung insbesondere nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, insbesondere
dadurch gekennzeichnet, dass ein Regelkreis zur Steuerung der Position einer Grenzschicht (33) zweier fluidförmiger
Medien (81, 35) vorgesehen ist, mit:
- einem Strömungsweg (32, 42) für ein Leckagefluid;
- einem Ventil (49), welches den Volumenstrom wenigstens eines Mediums beeinflusst;
- einem zumindest teilweise flexibel begrenzten Raum (47) mit einem Steuerfluid, welches
sich in Reaktion auf physikalische Bedingungen des Leckagefluids expandiert oder kontraktiert,
wobei der wenigstens eine flexible Raum den Volumenstrom durch das Ventil (49) steuert.
22. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Medien (21, 35) unterschiedliche Temperatur aufweisen.
23. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Medium ein Gas, insbesondere Luft mit einer Temperatur zwischen 5 Grad Celsius
und 60 Grad Celsius, bevorzugt zwischen 10 Grad und 40 Grad Celsius und besonders
bevorzugt zwischen 10 Grad Celsius und 20 Grad Celsius ist.
24. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das zweite Medium ein Gas, insbesondere Dampf mit einer Temperatur zwischen 80 Grad
Celsius und 180 Grad Celsius, bevorzugt zwischen 90 Grad Celsius und 150 Grad Celsius
und besonders bevorzugt zwischen 100 Grad Celsius und 130 Grad Celsius ist.
25. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Steuerfluid einen im Vergleich zu Wasser hohen Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweist.
26. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Steuerfluid wenigstens ein Fluid aus einer Gruppe von Fluiden enthält, welche
Alkohole, wie z.B. Ethanol, Methanol, Propanol und dergleichen, Quecksilber, Aceton,
Ammoniak, Benzol, Ameisensäure, Zyanwasserstoff, Diethylether, Pentan, Siliconöle,
Tetrachlorkohlenstoff, Methylenchlorid, Hexan, Chloroform, beliebige Mischformen und
dergleichen aufweist.
27. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine mechanische Verbindung (41) vorgesehen ist, welche wenigstens dazu beiträgt,
eine Stellungsänderung des Ventils (49) in Abhängigkeit der Volumenänderung des Steuerfluids
zu bewirken.
28. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Rückstelleinrichtung (43) für das Ventil (49) eine Vorspanneinrichtung, insbesondere
eine Feder vorgesehen ist.
29. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem flexiblen Raum des Steuerfluids (47) und dem Ventil (49) wenigstens zwei
Räume (51, 55) angeordnet sind, wobei der eine Raum (51) eines der Medien und der
zweite Raum (52) das andere Medium aufweist.
30. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens die zwei Räume (51, 55) durch eine erste, im wesentlichen elastische, Trennschicht
(53) voneinander gas- und/oder flüssigkeitsdicht getrennt sind.
31. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Druckdifferenz zwischen den beiden Räumen (51, 55) eine Positionsänderung des
Ventils (49) insbesondere mittels der mechanischen Verbindung (41) bewirkt.
32. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
dass im Anschluss an das Ventil (49) ein zweiter Strömungsweg (46) angeordnet ist,
welcher wenigstens in einem Abschnitt an den ersten Raum (51) angrenzt, wobei zwischen
dem zweiten Strömungsweg (46) und dem ersten Raum (51) eine flexible Schicht (56)
angeordnet ist.
33. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens die elastischen Schichten (53, 56, 57, 58) in der Weise mit der mechanischen
Verbindung (41) verbunden ist, dass eine Bewegung der Schicht eine Bewegung der mechanischen
Verbindung bewirkt.