[0001] Die Erfindung betrifft eine Abdichtung von Rohr und Bodenstück bei nach dem Vorderladerprinzip
arbeitenden Mörsern.
[0002] Durch die Verschraubung von Rohr und Bodenstück wird eine axiale Vorspannkraft erzeugt,
die axiale Ringflächen zur Anlage und Abdichtung bringt. Dabei wird häufig ein zusätzlicher
Kupferring eingesetzt. Nach dem Vorderladerprinzip arbeitende Mörser werden zum Schießen
in der Regel auf den Boden abgesetzt. Je nach Bodenbeschaffenheit treten unterschiedliche
Rücklaufwege und Rücklaufbeschleunigungen auf. Bei sehr nachgiebigem Untergrund können
die vom Gewinde infolge der Rücklaufbeschleunigung zu übertragenden Kräfte so groß
werden, dass die Dichtflächen voneinander abheben. Dieses wird besonders durch die
relativ geringe axiale Nachgiebigkeit der Verschraubung begünstigt.
[0003] Hier greift die Erfindung die Aufgabe auf, diesen Nachteil zu vermeiden.
[0004] Gelöst wird die Erfindung durch die Merkmale des Patentanspruchs 1.
[0005] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, ein Dichtelement zwischen Rohr und Bodenstück
einzubinden, welches die axiale Relativbewegung zwischen Rohr und Bodenstück durch
elastische Verformung ausgleicht.
Vorzugsweise ist dieses Dichtelement vorgespannt. Die Dichtwirkung wird durch diese
Vorspannung, unterstützt durch den Gasdruck, erzeugt.
[0006] Vorteilhafte Ausführungen sind in den Unteransprüchen aufgezählt.
[0007] Abgedichtet wird durch einen Stahlring, dessen vorzugsweise U-förmige Querschnittsfläche
nach innen geöffnet ist. Die Schenkel werden beim Verschrauben von Rohr und Bodenstück
soweit axail vorgespannt, dass auch bei maximaler Relativbewegung zwischen Rohr und
Bodenstück eine zur Abdichtung ausreichende Pressung zwischen Dichtring und Rohr bzw.
Bodenstück eingestellt ist. Die Öffnung des Dichtringprofiles nach innen erhöht die
Dichtwirkung durch den im Dichtring wirkenden Gasdruck.
[0008] Alternativ kann das Dichtelement als ein L-förmig ausgebildeter Dichtring, gleichfalls
aus Stahl, mittels leichter Presspassung in das Rohr bzw. Bodenstück eingedrückt werden.
Über den inneren Schenkel wird dann beim Zusammenschrauben von Rohr und Bodenstück
die gasdichte Verbindung hergestellt. Beim Verschuß auftretende Längenänderungen zwischen
Rohr und Bodenstück werden über Dichtlippen des Ringes in X- und Y- Achse elastisch
aufgenommen.
[0009] Durch diese Dichtelemente werden eine Abdichtung zwischen Rohr und Bodenstück geschaffen,
wodurch Gasschlupf und damit verbundene Auswaschungen vermieden werden. Des Weiteren
wird dem Eindringen von Pulvergasen sowie starken Verschmutzungen vorgebeugt. Auch
wird eine Demontage erleichtert.
[0010] Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher erläutert werden.
[0011] Es zeigt
- Fig. 1
- in einer Ausschnittsdarstellung einen Dichtring zwischen einem Rohr und einem Bodenstück,
angebracht im Bodenstück,
- Fig. 2
- in einer weiteren Ausschnittsdarstellung den Dichtring wie in Fig. 1, angebracht im
Rohr,
- Fig. 3
- in einer Ausschnittsdarstellung einen weiteren Dichtring zwischen Rohr und Bodenstück.
[0012] In den Figuren sind mit 1 ein Rohr, mit 2 ein Bodenstück, mit 3 und 6 ein Dichtring
und mit 4 die Stirnflächen des Rohres 1 und des Bodenstückes 2 eines nicht näher dargestellten
Mörserrohres bezeichnet.
[0013] Das Rohr 1 und das Bodenstück 2 sind miteinander verschraubt.
Hierbei werden, wie in Fig. 1 bzw. Fig. 2 dargestellt, die Schenkel 3.1 eines Dichtringes
3 zusammengedrückt, wobei das Rohr 1 und das Bodenstück 2 über die Stirnflächen 4
miteinander verspannt sind. Wenn die Stirnfläche 4 bei Rücklaufbeschleunigung abheben,
erfolgt die Abdichtung zwischen den elastisch vorgespannten Schenkeln 3.1 des Dichtringes
3 und Rohr 1 bzw. Bodenstück 2. Der Gasdruck im Rohr 1, gegen den abgedichtet wird,
herrscht auch zwischen den Schenkeln 3.1 des Dichtringes 3 und unterstützt somit die
Dichtwirkung.
Fig. 1 zeigt die Variante, in der der Dichtring 3 in einer Nut 5 im Bodenstück 2 eingebracht
ist. In Fig. 2 befindet sich die Nut 5 im Rohr 1.
Fig. 3 zeigt einen weiteren Dichtring 6, der hier nicht U-förmig ausgeführt ist. Der
Dichtring 6 ist hier ein Winkelring, der beim Schuß elastisch verspannt wird. Dieser
Winkelring 6 befindet sich dabei zwischen den Stirnflächen 4 des Rohres 1 und des
Bodenstücks 2. Ein innerer Schenkel 6.1 weist einen Winkel von ca. 1° auf. Über diesen
inneren Schenkel 6.1 wird beim Zusammenschrauben von Rohr 1 und Bodenstück 2 die gasdichte
Verbindung hergestellt. Über Dichtlippen 6.2 werden Längenänderungen zwischen Rohr
1und Bodenstück 2 in X- und Y- Achse elastisch aufgenommen.
1. Mörserrohr mit einem Rohr und einem Bodenstück, zwischen denen beim Schuß axiale Relativbewegungen
auftreten,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Dichtelement (3, 6) zwischen Rohr (1) und Bodenstück (2) eingebunden ist, welches
die axiale Relativbewegung zwischen Rohr (1) und Bodenstück (2) durch elastische Verformung
ausgleicht.
2. Mörserrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (3) ein Stahlring ist, dessen U-förmige Querschnittsfläche nach
innen geöffnet ist, wobei die Schenkel (3.1) beim Verschrauben von Rohr (1) und Bodenstück
(2) soweit axial vorgespannt werden, dass auch bei maximaler Relativbewegung zwischen
Rohr (1) und Bodenstück (2) eine zur Abdichtung ausreichende Pressung zwischen Dichtring
(3) und Rohr (1) bzw. Bodenstück (2) eingestellt ist.
3. Mörserrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (6) ein L-förmig ausgebildeter Dichtring ist, der mittels leichter
Presspassung in das Rohr (1) bzw. Bodenstück (2) eindrückbar ist, wobei über den inneren
Schenkel (6.1) die gasdichte Verbindung hergestellt wird und die beim Verschuß auftretende
Längenänderungen zwischen Rohr (1) und Bodenstück (2) über Dichtlippen (6.2) des Dichtringes
(6) in X- und Y- Achse elastisch aufgenommen werden.