[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Flachbandkabeln,
bei denen in einer Kunststoffumhüllung mehrere metallische Leiter nebeneinander angeordnet
sind, durch Belegung eines bandförmigen Trägers mit elektrischen Leitern und deren
Befestigung mit einer Kunststoffschmelze.
[0002] Diese Möglichkeit der Herstellung von Flachbandkabeln ist aus der FR 2446532 A1 bekannt
geworden. Hier werden bereits von einer Isolierschicht ummantelte elektrische Leiter
auf ein textiles Band gelegt, in die Zwischenräume zwischen den ummantelten Leitern
und dem Band wird zur Befestigung der ummantelten Leiter eine heiße Schmelze eingebracht
und die ganze Kombination durch ein die Leiter ausrichtendes Zieheisen gezogen. Hierdurch
entsteht ein relativ dickes bandförmiges Kabel, wie es heute in der Technik wenig
gefragt ist.
[0003] Dünne Flachbandkabel gewinnen in der Technik immer mehr an Bedeutung, denn sie lassen
sich einfacher und übersichtlicher als Kabelbäume verlegen, sie weisen weniger Gewicht
auf und ihre Leiter lassen sich bei einheitlicher Dicke und der zu übertragenden Stromstärke
angepaßter Breite besser unterscheiden und in ein elektrisches Netzwerk einfacher
montieren. Dabei handelt es sich um Kabel, bei denen je nach Bedarf bis zu zehn, zwanzig
oder mehr Leiter nebeneinander mit vorzugsweise gleichem Abstand voneinander angeordnet
sind. Bei diesen dünnen Flachbandkabeln werden metallisch blanke nebeneinander liegende
Leiter allseitig von Kunststoff umhüllt.
[0004] Hergestellt werden solche dünnen Flachbandkabel z.B. nach den Vorgaben der DE 101
03 367 A1 in einer Zweiwalzenvorrichtung, bei der durch den Walzenspalt die blanken
metallischen Leiter geführt werden und in diesem Spalt beidseitig mit mit einer Kunststoffmasse
beschichtet werden, die dann jeden der einzelnen Leiter allseitig umhüllt. Dazu wird
auf jede der beiden Walzen die Kunststoffmasse im Chill-Roll-Verfahren aufgetragen
und durch die Walzen auch in die Zwischenräume zwischen den Leitern gedrückt, wo sich
die beiden aufgetragenen Kunststoffschichten zu einem einheitlichen Band von allseitig
umschlossenen metallischen Leitern, dem Flachbandkabel, miteinander verbinden. Die
Prozeßführung ist nicht einfach, denn das Einhalten einer exakt mittigen Lage der
metallischen Leiter in der Mitte des erzeugten Bandes ist durch unterschiedliche Wulstbildungen
der Kunststoffmassen vor dem Walzenspalt schwierig. Zudem ist die Herstellungsvorrichtung
aufwendig.
[0005] Durch die DE 195 34 012 C2 ist es bekannt geworden, einen Verbundwerkstoff aus mindestens
einer Kunststoffschicht auf einem Träger mit einer zwischenliegenden Schicht eines
Haftvermittlers oder Klebers durch Direktextrusion geschmolzenen Kunststoffes herzustellen,
wobei der Haftvermittler oder der Kunststoff Metalle enthalten. Für die Herstellung
von Flachbandkabeln ist dieses Verfahren wenig geeignet.
[0006] Die Erfindung vermeidet die Nachteile des Standes der Technik. Es ist die Aufgabe
der Erfindung, Flachbandkabel in einfacherer Technik und mit leicht modifizierbaren
Werkzeugen frei von Lufteinschlüssen und ohne Verwendung von Kleber herzustellen.
[0007] Die Erfindung besteht darin, daß eine Kunststoffolie in einem Spalt zwischen einer
Walze und einer Formleiste mit den metallischen elektrischen Leitern zusammengeführt
und zu einem Verbundprodukt verbunden wird, daß dieses Vorprodukt in demselben Spalt
zwischen der Walze und der Formleiste mit einer Kunststoffmasse in plastischemZustand
so zusammengeführt und beschichtet wird, daß die Leiter allseitig eingehüllt sind
und ein Flachbandkabel bilden.
[0008] Mit diesem Vorgang läßt sich problemlos lufteinschlußfreie Ware in einfacher Weise
mit geringem maschinellem Aufwand herstellen. Mit diesem Vorgang läßt sich ebenfalls
problemlos und ohne Maschinenumstellung Ware beliebiger Breite mit beliebiger Leiteranzahl
fertigen.
[0009] Hierbei geht man so vor, daß man Folie an einem Ort, an dem sie bereits die Walze
teilweise umschlingt, vor dem Spalt zwischen der Walze und der Formleiste mit den
metallischen Leitern belegt und daß man dieses Vorprodukt in diesem Spalt zwischen
der Walze und einer Formleiste mit einer Kunststoffmasse in plastischem Zustand zusammenführt
und beschichtet.
[0010] Dabei geht man so vor, daß man die plastische Kunststoffmasse in einem Extruder erzeugt
und die Walze, die Zuführung der Leiter sowie die Formleiste am oder im Spritzkopf
des Extruders anordnet.
[0011] Unter "plastischer Kunststoffmasse" ist hier und im folgenden immer eine "Kunststoffmasse
im plastischen Zustand" verstanden, wie man sie aus aus einem Extruder erwärmt und
plastisch erhält.
[0012] Um die metallischen Leiter besser in die Folie einzubetten und um die Folie besser
mit der Beschichtung mit der plastischen Kunststoffmasse zu verbinden, kann es zweckmäßig
sein, daß man die Folie vor dem Zulauf zu einer Walze bis auf eine Temperatur beheizt,
welche die Verbindung oder Verschmelzung mit der aufgebrachten Kunststoffmasse begünstigt.
[0013] Das Verfahren der Erfindung läßt sich auch dort anwenden, wo ein Flachbandkabel hergestellt
werden soll, bei dem die Leiter in zwei Ebenen liegen. Hierbei geht man so vor, daß
man mit Rillen versehene Walzen verwendet, die zwischen den Rillen jeweils einen Spalt
belassen und daß man jeden zweiten Leiter über den Rillengrund, die dazwischen liegenden
Leiter über die erhabenen Teile der Wlze in den Walzenspalt einführt.
[0014] Ein bedeutsamer Vorteil dieser Erfindung ist es, daß man die Produktion sehr schnell
auf beliebige Leiterzahlen und unterschiedliche Breiten der Flachbandkabel umstellen
kann. Eine nach der Produktion der Flachbandkabel erfolgende Randbeschneidung ermöglicht
bei vorgegebenen Leiterzahlen beliebige Breiten der Flachbandkabel einzustellen. Es
ist aber auch die Möglichkeit eröffnet, ein erzeugtes Flachbandkabel in mehrere Flachbandkabel
geringerer Leiterzahl aufzuteilen.
[0015] Das Wesen der Erfindung ist nachstehend anhand von in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0016] Es zeigen:
Fig.1 einen mit einer Walze ausgestatteten Spritzkopf eines Extruders.
Fig.2 eine Ansicht des hergestellten Produktes.
Fig.3 einen Querschnitt durch das hergestellte Produkt.
[0017] Die in Fig.1 dargestellte Anlage zur Herstellung eines Flachbandkabels besteht aus
einem Extruder 1, einem aus den beiden fest angeordneten Spritzkopfteilen 2,3 aufgebauten
Spritzkopf und der angetriebenen Walze 4 aufgebauten Spritzkopf sowie einer Folienzuliefervorrichtung
5 und einer Zuliefervorrichtung 6 für die Gruppe von Leitern 7.
[0018] Mit dieser Anlage wird ein Flachbandkabel hergestellt, welches in Fig.2 in Ansicht
und in Fig.3 im Querschnitt dargestellt ist. In einer gemeinsamen Kunststoffumhüllung
8 liegt die Gruppe von Leitern 7 flach und parallel zueinander. Die Kunststoffumhüllung
ist aus der Kunststofffolie 9 und einer aufgebrachten, folienstarken Kunststoffbeschichtung
10 hergestellt.
[0019] Der zweiteilige Spritzkopf 2,3 der Fig.1 weist eine Formleiste 12 auf, deren Abstand
gegenüber der Walze 4 die Höhe des Spaltes zwischen der Walze 4 und der Formleiste
12 bestimmt und damit die Dicke der auf die Kunststoffolie 9 und die Gruppe von Leitern
7 aufgebrachte Kunststoffbeschichtung 10. - Ein zweiter Extruder 13 kann für eine
Beschickung mit einem anderen Extrudat. z.B.für eine Farbmarkierung, vorgesehen sein.
Liste der Bezugszeichen
[0020]
- 1
- Extruder
- 2
- Spritzkopfteil
- 3
- Spritzkopfteil
- 4
- Walze
- 5
- Folienabwickelvorrichtung
- 6
- Leiterzuliefervorrichtung
- 7
- Leiter
- 8
- Kunststoffumhüllung
- 9
- Kunststoffolie
- 10
- Kunststoffbeschichtung
- 12
- Formleiste
- 13
- zweiter Extruder
- 16
- Flachbandkabel
- 20
- Kunststoffmasse
1. Verfahren zur Herstellung von Flachbandkabeln, bei denen in einer Kunststoffumhüllung
mehrere metallische Leiter nebeneinander und im Abstand voneinander in mindestens
einer Ebene angeordnet sind, durch Belegung eines bandförmigen Trägers mit elektrischen
Leitern und deren Befestigung mit einer erhärtenden Kunststoffschmelze,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kunststoffolie (9) in einem Spalt zwischen einer Walze (4) und einer Formleiste
(12) mit den metallischen elektrischen Leitern (7) zusammengeführt und zu einem Verbundprodukt
verbunden wird,
daß dieses Vorprodukt in demselben Spalt zwischen der Walze (4) und der Formleiste (12)
mit einer Kunststoffmasse in plastischemZustand so zusammengeführt und beschichtet
wird,
daß die Leiter allseitig (7) eingehüllt sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Kunststoffolie (9) an einem Ort, an dem sie bereits die Walze (4) teilweise
umschlingt, vor dem Spalt zwischen der Walze (4) und der Formleiste (12) mit den metallischen
Leitern (7) belegt,
und daß man dieses Vorprodukt in diesem Spalt zwischen der Walze (4) und der Formleiste (12)
mit einer Kunststoffmasse in plastischem Zustand zusammenführt und beschichtet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die plastische Kunststoffmasse in einem Extruder (1) erzeugt und die Walze (4),
die Zuführung der Leiter (7) sowie die Formleiste (12) am oder im Spritzkopf (2,3)
des Extruders (1) anordnet.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Folie (9) vor dem Zulauf zu der Walze (4) bis auf eine Temperatur beheizt,
welche die Verbindung oder Verschmelzung mit der aufgebrachten Kunststoffmasse begünstigt.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Ränder des Flachbandkabels (16) nach dem Verlassen des Walzenspaltes beschneidet
und/oder
daß man das erzeugte Flachbandkabel (16) in mehrere Flachbandkabel geringerer Leiterzahl
zerschneidet.
6. Vorrichtung zur Herstellung von Flachbandkabeln, bei denen in einer Kunststoffumhüllung
mehrere metallische Leiter nebeneinander angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen Spalt zwischen einer Walze (4)und einer Formleiste (12) aufweist,
daß sie mit Mitteln (5) zur Zuführung einer Kunststoffolie (9) sowie mit Mitteln (6)
zur Zuführung der Leiter (7) in den Spalt ausgestattet ist,
und daß Mittel zur Zuführung einer zu einer Deckschicht werdenden Kunststoffmasse auf der
der Kunststoffolie (9) abgekehrten Seite der Leiter (7) in den Spalt vorgesehen sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie aus einer angetriebenen Walze (4) und einem die Walze (4) teilweise umfassenden,
feststehenden Block (3) mit einer den Walzenspalt gegenüber der Walze (4) begrenzenden
Formleiste (12) besteht,
daß der Block (3) als Spritzkopf mindestens eines Extruders (1) fungiert und von mindestens
einem von dem Extruder (1) auf die Walzenoberfläche führenden, den Extrudatstrang
breit ausformenden Kanal durchsetzt ist, und daß die Vorrichtung mit einer Folienzuführung
sowie einer Zuführungsvorrichtung für die Gruppe parallel laufender Leiter (7) und
aus einer Abzugsvorrichtung für das Flachbandkabel (16) versehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Walze (4) des Spritzkopfes mit einer Beheizung oder Kühlung ausgestattet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Folienliefervorrichtung oder eine ihr nachgeschaltete von der abgewickelten Folie
(9) durchlaufene Wegstrecke der Folie (9) mit einer Beheizung der Folie (9) ausgestattet
ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Walzenspalt eine Schneidanlage für die Beschneidung der Ränder des Flachbandkabels
(16) oder für die Teilung des erzeugten Flachbandkabels (16)in mehrere Flachbandkabel
geringerer Leiterzahl nachgeschaltet ist.