[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdecken eines Hörgerätegehäuses
mit einem Gehäusedeckel, der eine Öffnung zur Durchführung einer Batterie und eines
Elektronikmoduls aufweist und einer Batterielade, die durch ein Verbindungselement
schwenkbar an dem Gehäusedeckel angebracht ist zur Aufnahme einer Batterie. Insbesondere
betrifft die vorliegende Erfindung das Verriegelungssystem der Batterielade.
[0002] Sogenannte In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO) besitzen ein Gehäuse, das an den Gehörgang
des Hörgeräteträgers individuell angepasst ist. Auf das Gehäuse ist an der dem Trommelfell
abgewandten Seite ein Gehäusedeckel aufgebracht. Dieser Gehäusedeckel ist in der Regel
fest auf das Gehäuse montiert. Zum Beladen des Hörgeräts mit einer Batterie umfasst
der Hörgerätedeckel eine spezielle Batterielade, die schwenkbar an dem Gehäusedeckel
angebracht ist. Eine derartige Batterielade ist aus der Patentschrift US-A-5784470
bekannt. Beim Entnehmen der Batterie aus dem Hörgerät wird die Batterielade von dem
Gehäusedeckel aufgeschwenkt, so dass die Batterie zur Entnahme nach außen geführt
wird.
[0003] Batterieladen beziehungsweise Batteriefächer sind aber auch bei sogenannten Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten
(HdO) in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. So zeigt beispielsweise die Patentschrift
US-A-4831655 einen Deckel für ein Batteriefach, der durch eine Drahtfeder schwenkbar
in dem Gehäuse des HdO-Geräts gelagert ist. Die Drahtfeder dient zur einfachen Montage
und zur Gewährleistung einer gewissen Robustheit des Gelenks des Batteriedeckels.
[0004] Ein IdO-Gerät weist üblicherweise eine integrierte Elektronik auf, die mit einem
Verstärker, einem Mikrofon und weiteren Bauelementen bestückt ist. Darüber hinaus
stehen IdO-Geräte zur Verfügung, die modulare Elektronikbaugruppen besitzen. Ein derartiges
Modul ist beispielsweise aus der Patentschrift US-A-5008943 bekannt. Zur Entnahme
des Moduls wird dort allerdings der gesamte Gehäusedeckel aufgeschwenkt.
[0005] Weiterhin sind Moduleinsätze bekannt, die mit Federn oder mit extra an das Modul
angespritzten Schnappnasen an dem Gehäusedeckel verriegelt werden.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, den Platzbedarf einer Entlade-
und Beladeeinrichtung für eine Batterie und ein Elektronikmodul eines IdO-Hörgeräts
zu reduzieren.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung zum Abdecken eines
Hörgerätegehäuses mit einem Gehäusedeckel, der eine Öffnung zur Durchführung einer
Batterie und eines Elektronikmoduls aufweist, und einer Batterielade, die durch ein
Verbindungselement schwenkbar an dem Gehäusedeckel angebracht ist, zur Aufnahme einer
Batterie, wobei die Batterielade in jedem Schwenkzustand die Öffnung derart bedeckt,
dass das Elektronikmodul nicht durch die Öffnung durchführbar ist, und das Verbindungselement
mit der Batterielade von dem Gehäusedeckel abnehmbar ist, so dass bei abgenommener
Batterielade das Elektronikmodul durch die Öffnung durchführbar ist.
[0008] Vorteilhafterweise besteht das Verbindungselement aus einer Drahtfeder mit zwei Endabschnitten
und einem elastischen Mittelabschnitt, so dass die beiden Endabschnitte, die im eingespannten
Zustand auf einer Achse liegen, entlang dieser verschiebbar sind. Der Mittelabschnitt
der Drahtfeder ist dabei beispielsweise ein kreisbogenförmiger, U-förmiger, spitzwinkliger
Drahtabschnitt oder dergleichen.
[0009] Die Endabschnitte der Drahtfeder ragen vorteilhafterweise durch Führungen der Batterielade
und am äußersten Ende durch Führungen beziehungsweise Aufnahmen des Gehäusedeckels.
Zur Entnahme der Batterielade sind die äußersten Enden der Endabschnitte der Drahtfeder
aus den Führungen des Gehäusedeckels zu ziehen. Damit bleibt die Drahtfeder in den
Führungen der Batterielade, auch wenn die Batterielade von dem Gehäusedeckel entnommen
wird.
[0010] Damit das Elektronikmodul im eingebauten Zustand eine definierte Position besitzt,
sollte die Öffnung, durch die das Elektronikmodul in das Hörgerät eingeschoben wird,
mindestens eine Führungsnut aufweisen. Diese hat dann auch den Vorteil, dass das Modul
beispielsweise senkrecht aus der Öffnung, das heißt durch eine definierte Bewegung,
bewegt werden muss. Dadurch kann eine verhältnismäßig kleine Kante an der Batterielade
ein Herausrutschen des Elektronikmoduls aus dem Hörgerät verhindern.
[0011] Die Batterielade stellt vorteilhafterweise eine Halterung für die Batterie und einen
Deckel für die Öffnung dar. Im geschlossenen Zustand sollte die Batterielade die Öffnung
zum Schutz der darunter liegenden Elektronik komplett verschließen. Bei günstiger
Bauform ist in der schwenkbaren Batterielade neben der Halterung der Batterie eine
Schalleintritts-öffnung für ein darunter liegendes Mikrofon in dem Elektronikmodul
vorgesehen.
[0012] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert,
in denen zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer aufgeschwenkten Batterielade gemäß der vorliegenden
Erfindung; und
- Figur 2
- eine perspektivische Detailansicht des Verschlussmechanismus der in Figur 1 dargestellten
Batterielade.
Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen sind bevorzugte Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung.
[0013] In Figur 1 ist eine Batterielade 1 im aufgeklappten Zustand dargestellt. Sie ist
in dem dargestellten Fall an einem Kunststoffplättchen 2 montiert, das wie der Gehäusedeckel
eines Hörgeräts ein Kunststoffspritzgussteil darstellt. Die Batterielade 1 weist eine
Batteriehalterung 3 auf, in der die Batterie eines Hörgeräts gehalten wird. Im geschlossenen
Zustand ist die Batteriehalterung einschließlich Batterie in eine Öffnung 4 geschwenkt.
In die Öffnung ist ein Elektronikmodul 5 eingeschoben. Falls die Batterielade 1 niedergeschwenkt
ist, bedeckt sie die gesamte Öffnung 4 einschließlich des Elektronikmoduls 5.
[0014] Figur 2 zeigt den Gelenkmechanismus der Batterielade 1 im Detail. Das Gelenk, um
das die Batterielade 1 schwenkbar gelagert ist, besteht aus einer Drahtfeder 6, Führungen
7, die an der Batterielade 1 angebracht sind, und Aufnahmen 8, die an der Platte 2
angebracht sind.
[0015] Die Drahtfeder 6 besitzt im Wesentlichen Ω-Gestalt, wobei deren Enden der Gelenkachse
entsprechen. Die beiden Enden beziehungsweise Endabschnitte sind durch die beiden
Führungen 7 in die jeweiligen Aufnahmen 8 geführt. Somit ergibt sich ein Scharnier
für die Batterielade 1, dessen elastischer Scharnierzapfen durch die Drahtfeder 6
gegeben ist.
[0016] Das Elektronikmodul 5 ist durch Führungen 9 in die Platte 2 gesteckt und damit in
dieser Position fixiert. Es ist damit nicht möglich, dass das Elektronikmodul 5 bezogen
auf die Darstellung von Figur 2 nach vorne rutscht. Da das Elektronikmodul 5 an seiner
ebenfalls auf die Darstellung von Figur 2 bezogenen Rückseite einen nicht dargestellten
Fortsatz aufweist, der unter das Gelenk mit der Drahtfeder 6 und den Führungen 7 reicht,
kann das Elektronikmodul 5 nicht aus der Öffnung 4 entnommen werden, wenn die Batterielade
1 mit dem Gelenk auf der Platte 2 befestigt ist. Wesentlich für diese Funktion ist
dabei nicht der nicht dargestellte Fortsatz am Elektronikmodul 5 sondern die Tatsache,
dass die Batterielade 1 auch im aufgeschwenkten Zustand die Öffnung 4 derart verkleinert,
dass das Elektronikmodul 5 nicht durch die Öffnung 4 geschoben werden kann. Damit
wird erreicht, dass das Elektronikmodul 5 ohne spezielle Halterung in der Öffnung
4 fixiert wird. Zur Entnahme des Elektronikmoduls 5 wird die Drahtfeder 6 beispielsweise
mit einer Pinzette an der Engstelle der Ω-Form gefasst und zusammengedrückt. Dadurch
werden die äußersten Enden der Drahtfeder aus den Aufnahmen 8 gezogen, womit sich
die Batterielade von der Platte 2 abnehmen lässt. Sodann kann auch das Elektronikmodul
aus der Öffnung 4 entnommen werden.
[0017] Somit besitzt das Gelenk bestehend aus der Drahtfeder 6, den Führungen 7 und den
Aufnahmen 8 die doppelte Funktion des Schwenkens der Batterielade 1 und des Verriegelns
des Elektronikmoduls 5 in der Öffnung 4. Folglich kann auf eine spezielle Verriegelungseinheit
für das Elektronikmodul 5 verzichtet werden, wodurch der Platzbedarf auf dem Gehäusedeckel
2 verringert wird. Wie bereits geschildert erfolgt das Entriegeln des Elektronikmoduls
5 durch die Abnahme der Batterielade 1, was durch die speziell gestaltete Drahtfeder
ohne weiteres möglich ist.
[0018] Das Elektronikmodul 5 weist ein Mikrofon auf, dessen Austrittsöffnung 10 in Figur
2 dargestellt ist. Damit diese Öffnung 10 im geschlossenen Zustand der Batterielade
1 nicht durch diese bedeckt ist, weist die Batterielade 1 an entsprechender Stelle
eine Durchgangsöffnung 11 auf. Da diese Öffnung 11 in der Nähe des Gelenks 6, 7, 8
angeordnet ist, erweist sich die Ω-Form der Drahtfeder 6 auch deswegen als günstig,
weil bei dieser Drahtform der Draht um die Öffnung 11 geführt wird.
[0019] Ferner ist es sehr vorteilhaft, wenn die Drahtfeder 6 derart dimensioniert ist, dass
beim Zusammendrücken lediglich die Enden der Drahtfeder aus den Aufnahmen 8 aber nicht
aus den Führungen 7 gezogen werden. Damit kann die Drahtfeder 6 bei der Abnahme der
Batterielade nicht verloren gehen und die Montage der Batterielade 1 ist mit wenigen
Handgriffen zu vollziehen.
1. Vorrichtung zum Abdecken eines Hörgerätegehäuses mit
einem Gehäusedeckel (2), der eine Öffnung (4) zur Durchführung einer Batterie und
eines Elektronikmoduls (5) aufweist, und
einer Batterielade (1), die durch ein Verbindungselement schwenkbar an dem Gehäusedeckel
(2) angebracht ist, zur Aufnahme einer Batterie,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Batterielade (1) in jedem Schwenkzustand die Öffnung (4) derart bedeckt, dass
das Elektronikmodul (5) nicht durch die Öffnung (4) durchführbar ist, und das Verbindungselement
mit der Batterielade (1) von dem Gehäusedeckel (2) abnehmbar ist, so dass bei abgenommener
Batterielade (1) das Elektronikmodul (5) durch die Öffnung (4) durchführbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Verbindungselement eine Drahtfeder (6) mit
zwei Endabschnitten und einem dazwischenliegenden elastischen Mittelabschnitt umfasst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei die Endabschnitte der Drahtfeder (6) im eingespannten
Zustand auf einer Achse liegen und der Mittelabschnitt kreisbogenförmig, U-förmig
oder dreiecksförmig ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, wobei die Endabschnitte der Drahtfeder (6) durch
Führungen (7) der Batterielade (1) in Aufnahmen (8) des Gehäusedeckels (2) ragen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei der Mittelabschnitt der Drahtfeder (6) derart verbiegbar
ist, dass die Endabschnitte der Drahtfeder (6) vollständig aus den Aufnahmen (8) des
Gehäusedeckels (2) gezogen werden können, um die Batterielade (1) von dem Gehäusedeckel
(2) zu entnehmen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Öffnung (4) in dem Gehäusedeckel
(2) mindestens eine Führungsnut (9) zur Führung des Elektronikmoduls (5) bei dessen
Durchführung durch die Öffnung (4) umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Batterielade (1) in einen
Schließzustand schwenkbar ist, in dem sie die Öffnung (4) vollständig verdeckt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Batterielade (1) eine Schallöffnung
(11) für ein in das Elektronikmodul (5) integriertes Mikrofon aufweist.