[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Beleuchtungsschaltkreis, insbesondere für Kraftfahrzeuge.
Solche Beleuchtungsschaltkreise werden zunehmend mit Leuchtdioden als Leuchtmitteln
aufgebaut. Je nach Anwendung ist dabei eine unterschiedliche Anzahl von LEDs erforderlich.
Dabei stellt sich die Frage nach der Schaltungsanordnung, in der die LEDs angeordnet
werden. Eine Reihenschaltung aller LEDs hätte den Nachteil, daß beim Ausfall einer
LED sämtliche LEDs ausfallen würden. Eine reine Parallelschaltung aller LEDs hätte,
insbesondere bei Kraftfahrzeugen, den Nachteil einer hohen Verlustleistung, da die
Bordnetzspannung, die typischerweise 12Volt beträgt, wesentlich höher ist als die
Flußspannung einer LED, die typischerweise zwischen 2V und 3 V beträgt, und daher
ein entsprechend hoher Spannungsabfall an einem Vorwiderstand zur Anpassung an die
LED-Flußspannung notwendig ist, was wiederum eine hohe Verlustleistung an dem Vorwiderstand
hervorruft. Ein Kompromiß zwischen diesen beiden Extremen ist eine kombinierte Reihen/Parallelschaltung,
in der die parallelgeschalteten Reihen untereinander unter Ausbildung einer Leuchtdiodenmatrix
vernetzt sind. Eine derartige Leuchtdiodenmatrix besteht aus n parallelgeschalteten
Reihen mit jeweils
m hintereinandergeschalteten Strängen, wobei in jedem Strang eine Leuchtdiode angeordnet
ist und zwischen den Strängen jeweils einer Reihe eine elektrisch leitende Querverbindung
zu den jeweils benachbarten Reihen verläuft. Durch die Querverbindungen wird sichergestellt,
daß bei Ausfall einer LED die übrigen LEDs weiter mit Strom versorgt werden und weiterleuchten
können. Eine solche Leuchtdiodenmatrix für Kraftfahrzeuge ist beispielsweise aus der
EP 0896 899A2 bekannt. Die Querverbindungen zwischen den Reihen sind durch Kabel oder
Leiterbahnen realisiert, deren ohmscher Widerstand vernachlässigbar klein ist.
[0002] In den meisten Anwendung besteht die Anforderung, daß die LEDs gleichmäßig hell leuchten,
damit ein homogener Beleuchtungseindruck entsteht. Zu diesem Zweck werden in einer
solchen Leuchtdiodenmatrix vorzugsweise nur LEDs verbaut, die in derselben Spannungsklasse
liegen, wobei die Spannungsklasse sich auf den Wertebereich der zulässigen Fußspannungen
bezieht. Allerdings unterscheiden sich auch die LEDs einer Spannungsklasse hinsichtlich
ihrer Diodenkennlinie innerhalb eines Toleranzbereiches. Dies führt dazu, daß bei
ungünstigen Konstellationen die Ströme durch die verschiedenen Stränge der Leuchtdiodenmatrix
sehr unterschiedlich sein können; in Extremfällen können sie sich um den Faktor 2
und mehr unterscheiden. Dies bewirkt nun wiederum in unerwünschter Weise unterschiedliche
Helligkeiten. Darüber hinaus kann dies dazu führen, daß die Nennströme bestimmter
LEDs in der Leuchtdiodenmatrix deutlich überschritten werden, was sich negativ auf
die Lebensdauer der LEDs auswirkt.
[0003] Um diesen Nachteilen zu begegnen wird in der EP 0 793 402 B1 vorgeschlagen, jeder
LED eines Stranges einen Widerstand in Reihenschaltung zu zuordnen. Hierdurch wird
eine gleichartige Linearisierung unterschiedlicher LED-Kennlinien erreicht und somit
insgesamt eine gleichmäßige Stromaufteilung auf die verschiedenen Stränge/LEDs. Die
große Anzahl von Widerständen, die benötigt wird, ist jedoch problematisch, da damit
hohe Bauteile- und Bestückungskosten verbunden sind. Außerdem ist für die Vielzahl
der Widerstände zusätzlicher Bauraum erforderlich. Ein weiteres Problem besteht darin,
daß über den in Reihe geschalteten Widerständen jeweils eine Spannung abfällt, die
eine thermische Verlustleistung erzeugt. Die thermische Verlustleistung reduziert
zum einen den Wirkungsgrad der Lichterzeugung und zum anderen bewirken die durch die
thermische Verlustleistung erzeugten hohen Temperaturen eine erhöhte Degradation der
LEDs.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Beleuchtungsschaltkreis für eine LED-Matrix zu
schaffen, der die vorstehend aufgeführten Nachteile überwindet.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in mindestens einer der leitenden
Querverbindungen ein ohmscher Widerstand angeordnet ist. Auf Widerstände in den Strängen,
welche jeweils in Reihe zu einer LED geschaltet sind (vgl. EP 0793 402 B1), kann dabei
verzichtet werden. Die Querwiderstände erlauben eine Potentialtrennung zwischen Strängen
benachbarter paralleler Reihen und gleichzeitig das Fließen eines Ausgleichsstromes,
falls die LED-Flußspannungen unterschiedlich sind. Hierdurch wird im Falle unterschiedlicher
Flußspannungen eine gleichmäßigere Stromverteilung durch die verschiedenen LED-Stränge
erreicht als beim Stand der Technik gemäß EP 0896 899A2. Im Unterschied zur EP 0793
402 B1 fließt über die Querwiderstände nur dann ein thermische Verlustleistung erzeugender
Ausgleichsstrom, wenn die LED-Flußspannungen tatsächlich unterschiedlich sind, während
gemäß EP 0793 402 B1 über die Vorwiderstände in jedem LED-Strang immer, auch dann,
wenn die Flußspannungen gleich sind, der LED-Strom fließt und dort Verlustleistung
erzeugt. Außerdem wird durch die erfindungsgemäße Lösung die Zahl der Bauteile erheblich
reduziert. Beispielweise werden bei einer LED-Matrix bestehend aus 2 Reihen mit jeweils
3 Strängen erfindungsgemäß maximal 2 Querwiderstände im Unterschied zu 6 Vorwiderständen
gemäß EP 0 793 402 A1 benötigt.
[0006] Anhand der beigefügten Zeichnungen soll die Erfindung nachfolgend näher erläutert
werden. Es zeigt:
- Figur 1
- eine LED-Matrix gemäß dem Stand der Technik nach EP 0896 899A2,
- Figur 2
- eine LED-Matrix gemäß dem Stand der Technik nach EP 0793 402 B1,
- Figur 3
- eine erfindungsgemäße LED-Matrix gemäß einer ersten Ausführungsform,
- Figur 4
- eine erfindungsgemäße LED-Matrix gemäß einer zweiten Ausführungsform,
- Figur 5
- eine erfindungsgemäße LED-Matrix gemäß einer dritten Ausführungsform,
- Figur 6
- eine Widerstandssternschaltung, wie sie gemäß Ausführungsform von Figur 5 verwendet
wird,
- Figur 7
- den Kennlinienverlauf zweier LEDs mit unterschiedlichen Flußspannungen,
- Figur 8
- den Einfluß des Querwiderstands auf eine gleichmäßige Stromverteilung.
[0007] In Figur 1 ist eine LED-Matrix nach dem Stand der Technik gemäß EP 0896 899A2 dargestellt.
Sie besteht aus einer kombinierten Reihen-/Parallelschaltung mit 2 Reihen, die jeweils
3 Stränge aufweisen. In jedem Strang ist eine LED angeordnet. Zwischen den Strängen
jeweils einer Reihe ist eine elektrisch leitende Verbindung angeordnet, deren ohmscher
Widerstand praktisch gleich Null ist. Die LED-Matrix ist über einen Vorwiderstand
(Rv) mit der Versorgungsspannung verbunden. Eine Schutzdiode dient als Verpolungsschutz.
[0008] In Figur 2 ist eine LED-Matrix nach dem Stand der Technik gemäß EP 0793 402 B1 dargestellt.
Dort ist in jedem Strang ein Vorwiderstand einer LED in Reihe zugeschaltet.
[0009] Figur 3 zeigt einen Beleuchtungsschaltkreis mit einer 6er LED-Matrix, wie in Figur
1, jedoch ist erfindungsgemäß in den Querverbindungen zwischen den Strängen ein Querwiderstand
eingebaut. Die erfindungsgemäß erzielte Wirkung, die mit den Querwiderständen erreicht
wird, wird anhand der Figuren 7 und 8 erläutert. In Figur 7 sind die Kennlinien für
die LED mit der Nr. 4 und die LED mit der Nr. 3 dargestellt. Dabei soll die LED mit
der Nr. 4 eine Flußspannung aufweisen, die am unteren Rand des Toleranzbereiches einer
Spannungsklasse liegt, während die Flußspannung der LED mit der Nr. 3 am oberen Rand
liegt. Die Flußspannungen der übrigen LEDs (1,2, 5, 6) seien gleich und liegen in
der Mitte des Toleranzbandes. Der Nennstrom der LEDs betrage 50 m Ampere. Ohne den
erfindungsgemäßen Querwiderstand, d.h. bei einer kurzgeschlossenen Querverbindung
(Rq = 0) gemäß Stand der Technik (vgl. Figur 1) sind die LED-Ströme durch die LEDs
3 und 4 sehr unterschiedlich. Bei Rq = 0 beträgt der Strom durch die LED mit der Nr.
3 nur 39 m Ampere, während de Strom durch die LED mit der Nr. 4 mit 61 m Ampere über
dem Nennstrom liegt. Dieser Stromunterschied verursacht eine unterschiedliche Helligkeit
der LEDs und bewirkt dauerhaft eine Degradation der LEDs. Mit zunehmendem Querwiderstand
nimmt dann der Stromunterschied ab, wobei die Ströme sich dem Nennstrom annähern.
Ab ca. 80 Ω haben die Ströme sich dann maximal dem Nennstrom angenähert. Falls die
Flußspannungen der LEDs identisch sind, fließt über die Querwiderstände kein Strom,
somit wird dann auch keine Verlustleistung erzeugt. Die LED-Matrix wird über Vorwiderstände
mit der Versorgungsspannung (Vcc) verbunden. Dabei kann die Anzahl der in einer Reihe
hintereinander geschalteten LEDs entsprechend der Flußspannung (ca. 2 bis 3V) so gewählt
werden, daß der Spannungsabfall an allen in Reihe geschalteten LEDs (Funktionsspannungsgrenze)
möglichst nah an die schwankungsbedingt untere Grenze der Versorgungsspannung herankommt.
In einem Kraftfahrzeug kann die Versorgungsspannung durchaus kurzfristig von normalerweise
14 Volt auf 9 Volt sinken. Dabei dient der Vorwiderstand dazu, den Strom, der in die
LED-Matrix fließt, einzustellen. Um die Verlustleistung gleichmäßig zu verteilen,
sind vorzugsweise zwei oder mehr parallel geschaltete Vorwiderstände (Rv) vorgesehen.
[0010] Im Unterschied zum Beleuchtungsschaltkreis gemäß EP 0 793 402 B1, wo die Vorwiderstände
auch in der LED-Matrix in Reihenschaltung zu den LEDs angeordnet sind, kann beim erfindungsgemäßen
Beleuchtungsschaltkreis die LED-Matrix mit den thermisch gering belasteten Querwiderständen
in dem Gehäuse eines Leuchtkörpers (z.B. Scheinwerfer oder Heckleuchte) untergebracht
sein, während der oder die Vorwiderstände außerhalb des Gehäuse angeordnet sein können.
Damit wird die störende Verlustwärme von dem Inneren des Gehäuse ferngehalten. Beim
Stand der Technik gemäß EP 0 793 402 B1 sind die Vorwiderstände als Bestandteil der
LED-Matrix in dem Gehäuse mitenthalten. Darüber hinaus können erfindungsgemäß im Unterschied
zur EP 0 793 402 B1 die Ausgleichsströme unabhängig vom Laststrom durch die LEDs eingestellt
werden.
[0011] In einer nicht dargestellten Ausführungsform wird die LED-Matrix von einer Konstantstromquelle
gespeist, die unabhängig von Spannungsschwankungen einen konstanten Strom bereitstellt.
In diesem Fall kann eine niedrige, optimal an die Funktionsspannungsgrenze angepasste
Versorgungsspannung gewählt werden, da der Spannungsabfall an den Vorwiderständen
in den Strängen gemäß EP 0 793 402 B1 entfällt.
[0012] In Figur 4 ist die Ausführungsform eines Beleuchtungsschaltkreises mit einer 9er
LED-Matrix bestehend aus 3 parallel geschalteten Reihen mit jeweils drei Strängen
dargestellt. Dabei ist zwischen dem ersten und dem zweiten Strang der ersten Reihe
und zwischen dem ersten und dem zweiten Strang der zweiten Reihe ein Querwiderstand
angeordnet. Ebenso ist zwischen dem ersten und dem zweiten Strang der zweiten Reihe
und zwischen dem ersten und dem zweiten Strang der dritten Reihe ein Querwiderstand
angeordnet. Entsprechende Querwiderstände finden sich auch zwischen den zweiten und
dritten Strängen der jeweils benachbarten Reihen. Insofern ist der Beleuchtungsschaltkreis
gemäß Figur 4 analog zum Beleuchtungsstromkreis gemäß Figur 3. Im Unterschied zu Figur
3 kommt jedoch ergänzend hinzu, daß auch zwischen dem ersten und dem zweiten Strang
der ersten Reihe und zwischen dem ersten und dem zweiten Strang der dritten Reihe
sowie zwischen dem zweiten und dem dritten Strang der ersten Reihe und zwischen dem
zweiten und dem dritten Strang der dritten Reihe ein Querwiderstand angeordnet ist.
Damit sind nicht nur die benachbarten Reihen über Querwiderstände miteinander verbunden,
sondern auch die äußeren Reihen. Durch die quasi ringförmige Vernetzung auch der äußeren
Reihen durch Querwiderstände wird eine bessere Symmetrie der LED-Matrix erreicht,
die sicherstellt, daß auch beim Ausfall einer LED in einer "äußeren" Reihe eine möglichst
gleichmäßige Stromverteilung erfolgt. Durch die ringförmige Vernetzung macht es keinen
Unterschied, ob in einer inneren oder einer äußeren Reihe eine LED ausfällt oder eine
unterschiedliche Kennlinie aufweist. Eine Unterscheidung von inneren Reihen und äußeren
Reihen ist somit eigentlich gar nicht mehr vorhanden.
[0013] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 5 sind die Querwiderstände jeweils in einer Sternschaltung
aus
m (= Reihenzahl der LED-Matrix) Querwiderständen angeordnet. Dabei sind die Querwiderstände
mit ihrem einen Ende jeweils mit einem gemeinsamen Sternkontenpunkt verbunden und
mit ihrem jeweils anderen Ende jeweils mit einer Reihe im Bereich zwischen zwei Strängen
verbunden. In Figur 6 ist diese Sternschaltung für sich allein zur Verdeutlichung
noch einmal dargestellt. Die Verwendung einer solchen Sternschaltung ermöglicht beim
Layout der Leiterplatte, auf der die LED-Matrix angeordnet wird, größere Gestaltungsfreiheit.
1. Beleuchtungsschaltkreis, insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit einer Leuchtdiodenmatrix
in kombinierter Reihen-/Parallelschaltung, die durch einen Versorgungsstromkreis mit
einer Gleichspannung und/oder einem Konstantstrom versorgt wird, wobei die Leuchtdiodenmatrix
aus n parallelgeschalteten Reihen mit jeweils m hintereinandergeschalteten Strängen besteht, wobei in jedem Strang eine Leuchtdiode
angeordnet ist, wobei zwischen den Strängen jeweils einer Reihe eine elektrisch leitende
Querverbindung zu den jeweils benachbarten Reihen verläuft,
dadurch gekennzeichnet, daß
in mindestens einer Querverbindung mindestens ein Querwiderstand angeordnet ist.
2. Beleuchtungsschaltkreis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Fall von drei oder mehr parallel geschalteten Reihen zwischen mindestens einem
ersten Strang und einem zweiten Strang der ersten Reihe und zwischen dem zugehörigen
ersten und zweiten Strang der letzten Reihe eine Querverbindung mit mindestens einem
Widerstand angeordnet ist.
3. Beleuchtungsschaltkreis nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens eine Sternschaltung aus m Querwiderständen vorgesehen ist, wobei die Querwiderstände mit ihrem einen Ende jeweils
mit einem gemeinsamen Sternkontenpunkt verbunden sind und mit ihrem jeweils anderen
Ende jeweils mit einer Reihe im Bereich zwischen zwei Strängen verbunden sind.
4. Beleuchtungsschaltkreis nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Reihe zur Leuchtdiodenmatrix mindestens ein Vorwiderstand geschaltet ist.
5. Beleuchtungsschaltkreis nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Leuchtdiodenmatrix mit den Querwiderständen in dem Gehäuse eines Leuchtkörpers
untergebracht ist, während der mindestens eine Vorwiderstand außerhalb des Gehäuses
untergebracht ist.