[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Trennen von Abfällen
gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei der Entsorgung von Abfällen werden zunehmend schärfere Bestimmungen über die
Behandlung verschiedener Sorten von Abfällen erlassen. Ein Ziel dabei ist die Abfallreduktion
durch eine möglichst vollständige biologische Zersetzung des organischen Anteils.
Eine Voraussetzung hierfür ist eine wirksame Trennung von Abfallgemischen in einen
organischen Anteil (Biomasse) und einen Störstoffanteil. Allgemein gelten als Störstoffe
alle diejenigen Komponenten, die bei der Behandlung der organischen Komponente, wie
Kompostierung oder andere biologische Verfahren, stören bzw. das daraus entstehende
Produkt entwerten. Der organische Anteil kann dann einem effektiven Zersetzungsprozess
(Vergärung - Kompostierung) unterworfen werden. Aber auch der Störstoffanteil kann
besser weiterverarbeitet werden, z.B. durch eine weitere Auftrennung in Metall und
Nichtmetall. Im Endeffekt wird dadurch auch eine Verminderung der Menge erzielt, die
beispielsweise in einer Deponie als inerte Fraktion endgelagert werden kann.
[0003] Eine Art Abfall, der jüngst die Aufmerksamkeit in Deutschland auf sich gezogen hat,
sind die sogenannten Marktabfälle. Früher handelte es sich dabei um den Abfall, der
bei der Reinigung nach einem Wochenmarkt anfiel. Er bestand zum weitaus überwiegenden
Teil aus organischen Abfällen, wie Gemüse- und Pflanzenresten, Holz, Papier etc. Heutzutage
wird unter Marktabfall der Abfall verstanden, der aus dem Betrieb von Lebensmittelgeschäften,
Supermärkten, Verteilerzentren etc. herrührt: überlagerte bzw. beschädigte Waren,
Reinigungs-Rückstände, Verpackungen usw. Diese modernen Marktabfälle weisen daher
auch einen beträchtlichen Störstoffanteil auf, wie Glas, Kunststoff (z.B. Joghurtbecher),
Metall (z.B. Konserven). Insbesondere bei Konserven tritt auch das Problem auf, dass
sie teilweise oder vollständig gefüllt sind. Für eine Trennung müsste daher auch gewährleistet
sein, dass Behälter entleert werden. Das Problem bei den bekannten Abfalltrennanlagen
besteht darin, dass bei Marktabfällen entweder eine ungenügende Abtrennung der organischen
Anteile und/oder ein zu hoher Störstoffanteil in der organischen Fraktion auftritt.
Bekannt ist z.B. eine Trennvorrichtung mit sog. Schneidschnecken, d.h. Schnecken,
deren Gänge mit Messerversehen sind. Bei derartigen Schneidschnecken-Separatoren werden
Umhüllungen von Behältern aufgeschnitten. Die Abtrennung des organischen Anteils erfolgt
dabei durch Pressen des Materials gegen ein Sieb. Experimente mit derartigen Vorrichtungen
zeigten jedoch, dass das oben genannte Problem der unzulänglichen Trennung nicht gelöst
wird.
[0004] Ähnliche Probleme treten bei anderen Abfällen auf, die ein Gemenge von biologisch
abbaubarem Material und Störstoffen darstellen, z.B. Abfall aus Restaurants oder sogenannter
Biomüll, d.h. getrennt gesammelter Hausmüll, der biologisch abbaubar ist.
[0005] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Vorrichtung anzugeben,
die eine verbesserte Auftrennung von Abfällen, die im Wesentlichen aus einer Mischung
organischen Materials und Störstoffen bestehen, insbesondere von Marktabfällen, in
einen organischen Anteil und einen Störstoffanteil gestattet.
[0006] Eine derartige Vorrichtung ist im Anspruch 1 angegeben. Die weiteren Ansprüche geben
bevorzugte Ausführungsformen, Verfahren zu ihrem Betrieb und Verwendungen an.
[0007] Eine bekannte Vorrichtung zur Zerkleinerung von Abfällen ist die Hammermühle. Im
Wesentlichen besteht sie aus einem als Sieb ausgebildeten Gehäuse, in dem eine Welle
rotiert, an der Hämmer beweglich befestigt sind. Ein Austritt des Materials aus der
Hammermühle ist entsprechend nur für den Anteil möglich, der auf die Siebporenweite
zerkleinert worden ist. Für die Trennung von Marktabfällen kann eine ausgangsseitige
Öffnung des Gehäuses in Betracht gezogen werden. In der Praxis wird jedoch beobachtet,
dass der Störstoffanteil von Marktabfällen in einer solchen Hammermühle doch so stark
der Zerkleinerungswirkung unterliegt, dass ein unzulässig hoher Störstoffanteil in
der organischen Fraktion auftritt. Beispielhaft seien dafür Glassplitter, Hartplastik,
Steine genannt.
[0008] Überraschend wurde jedoch befunden, dass dieses Problem durch mindestens eine der
folgenden Massnahmen, bevorzugt durch Anwendung beider Massnahmen, behoben werden
kann:
1. Die Hämmer sind im weitesten Sinne plattenförmig ausgebildet, z.B. als Stahlstäbe
mit rechteckigem Querschnitt. Durch eine leichte Schrägstellung dieser Hämmer gegenüber
der Längsachse der Welle, in Verbindung mit der entsprechenden Drehrichtung, wird
der Abfall von den Hämmern zum Ausgang hin fortbewegt. Es kann vermutet werden, dass
hierdurch eine besser definierte und begrenzte Verweilzeit des Abfalls im Bereich
der Hämmer erzielt wird, wodurch die Zerkleinerungswirkung insbesondere auf den Störstoffanteil
verringert wird.
2. Das Gehäuse des Separators ist nicht vollumfänglich, sondern nur im unteren Teil
mit einem Sieb versehen. Im nicht als Sieb ausgebildeten Teil des Gehäuses erfolgt
ein verstärkter Transport des Abfalls, wodurch wiederum eine Begrenzung der Zerkleinerungswirkung
durch geringere Verweilzeit erreicht wird.
[0009] Mit Separatoren, die diese Merkmale aufweisen, kann eine effektive Trennung von Marktabfällen
und ähnlichen Abfallgemischen erzielt werden.
[0010] Die Erfindung soll weiter an einem Beispiel unter Bezugnahme auf die Figuren erläutert
werden.
Fig. 1 zeigt eine schematisierte Seitenansicht einer Trennanlage;
Fig. 2 zeigt einen Teillängsschnitt durch einen Hammerseparator; und
Fig. 3 zeigt in einem vergrösserten Teilschnitt die Befestigung eines Hammers.
Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch einen Hammerseparator im Bereich des Zufuhrschachts.
[0011] Für die folgende Beschreibung werden kurz als Abfall Abfallgemische bezeichnet, die
eine Mischung von organischem und Störstoff-Anteil aufweisen.
[0012] Die Anlage 1 zur Trennung von Abfall gemäss Fig. 1 weist einen Zufuhrschacht 2 auf,
an den sich eine aufsteigende Transportspirale 4 anschliesst. Sie mündet in den Zufuhrschacht
6 des Hammermühlenseparators 8, der im Weiteren kurz "Separator" genannt wird. Die
Steigung der Transportspirale 4 beträgt ca. 15°. Das Ende der Spirale 4 ist als Schnecke
ausgebildet, um die Ausbildung eines sog. Zapfens 47 im Bereich der Mündung zu bewirken.
Der Zapfen 47 am Ende der Transportspirale 4 bildet die Abdichtung gegen die Stützluft,
die über den Gebläsekanal 12 zuführbar ist.
[0013] Der Separatorzufuhrschacht ist, wie in Fig. 4 zu sehen ist, in etwa tangential am
Separatorgehäuse 14 angebracht, und zwar in Drehrichtung (Pfeil 9), so dass das herunterfallende
Gut von den Hämmern 18 in den Separator hineingefördert wird.
[0014] Am Separatorzufuhrschacht 6 befindet sich auch noch ein Anschluss für ein Gebläse
10, um einen Strom von Stützluft durch den Separator zu erzeugen. Das Gebläse 10 weist
eine Leistung von einigen Kubikmetern/min. auf, z.B. 15 m
3/min. Der Nenndruck des Gebläses liegt im Bereich von einigen Kilopascal, z.B. 3 -
4 kPa.
[0015] Die Transportspirale 4 mündet dabei seitlich in den Separatorzufuhrschacht 6, während
der Gebläsekanal 12 oben am Separatorzufuhrschacht 6 angeschlossen ist.
[0016] Fig. 2 zeigt eine vergrösserte Seitenansicht des Separators 8 mit aufgeschnittenem
Separatorgehäuse 14. Im Separatorgehäuse 14 befindet sich die Welle 16 mit den Hämmern
18. Von den Hämmern sind nur die drei letzten dargestellt, die andern durch die spiralförmigen
Linien 19 angedeutet, gemäss denen die Hämmer 18 auf der Welle 16 angeordnet sind.
Im Beispiel bilden die Hämmer 18 zwei um 180° versetzte Spiralen. Das Separatorgehäuse
14, das im Wesentlichen rohrförmig ausgebildet ist, weist im oberen Teil eine im Wesentlichen
glatte Oberfläche auf. Unten ist sie mit einem Siebteil 21 zu sehen. An das Siebteil
21 schliesst sich ein Schacht 23 und ein Tank 25 an. Der Tank 25 ist für die Lagerung
des abgetrennten organischen Anteils vorgesehen. Der Schacht 23 ist an den Mantel
26 angeschlossen, der das Separatorgehäuse 14 im Siebbereich umgibt.
[0017] Das Siebteil 21 weist in Transportrichtung 28 Sieblöcher auf, die zunehmend kleiner
werden. Die vorteilhafte Wirkung dieser Verengung der Sieblöcher beruht vermutlich
darauf, dass dadurch eine doch auftretende Zerkleinerung von nicht organischen Bestandteilen
kompensiert wird, d.h. auch die zerkleinerten Störstoffanteile nicht durch den Siebteil
21 wegen der kleiner werdenden Löcher hindurchtreten können.
[0018] Die Hämmer 18 sind wie gesagt spiralförmig auf der Welle 16 in zwei Spiralen angeordnet.
Bei dieser Anordnung wurde auch eine verringerte Neigung zu Unwuchten durch Abfall
beobachtet, der sich an den Hämmern vorübergehend festsetzt (z.B. langfasrige Anteile).
[0019] Wie in Fig. 3 im Detail dargestellt, besteht die Befestigung der Hämmer 18 auf der
Welle 16 im Wesentlichen aus je 2 Böcken 30, zwischen denen ein Hammer 18 mittels
einer durchgesteckten Achse schwenkbar gehalten ist. Die Aussenfläche und die Verankerung
der Achse in den Löchern der Böcke 30 sind dabei so ausgeführt, dass sich möglichst
gerade Flächen ohne Vorsprüngen oder Ecken ergeben, um das Anhängen von Abfall, insbesondere
fasrigem Material, zu verhindern. Ecken und Kanten sind aus dem gleichen Grund abgerundet.
[0020] Eine bevorzugte Möglichkeit der Befestigung der Achse in den Böcken 30 besteht darin,
in die Achse 32 wenigstens von einer Seite einen Spreizstift 34 einzusetzen. Das mit
einer Passung für das Loch 31 im Bock 30 ausgeführte Achsenende 35 wird dadurch gegen
die Wände des Lochs 31 angepresst und fest verankert. Der Kopf des Spreizstiftes 34
wird bevorzugt bis zur Planlage mit der Stirn des Achsenendes 35 eingeschlagen oder
eingeschraubt, so dass sich eine ebene Fläche ergibt. Zusätzlich oder statt dessen
kann auch die Oberfläche nachbearbeitet werden, z.B. durch Schleifen, um die angestrebten
glatten Oberflächen zu behalten. Am anderen Achsenende 36 genügt die Passung, zusätzlich
kann aber auch hier ein Spreizstift vorgesehen werden.
[0021] Am Ende des Gehäuses 14 ist ein Ring 40 befestigt, der die Öffnung des Gehäuses 20
verengt. Dadurch wird vermieden, dass Flüssigkeit aus dem Gehäuse austritt, da die
Flüssigkeit Bestandteil des organischen Anteils des Abfalls ist. An den Ring 40 schliesst
sich eine Haube 42 an, die unten eine Auswurföffnung 43 für die Störstoffe aufweist.
Die Haube 42 trägt auch noch das Lager 45 für das Ende der Welle 16.
[0022] Der beispielhafte Separator ist durch folgende Angaben spezifiziert.

[0023] Lochdurchmesser des Siebteils 21: 24-10 mm, zum Ausgang hin abnehmend in Stufen von
z.B. 2 mm, wobei die Anzahl der Löcher gleich bleibt oder sogar verringert wird.
Durchmesser Separatorgehäuse 14: ca. 350 mm;
Abstand Hammerende/Gehäuseinnenwand bei radial ausgerichtetem Hammer: 1-10 mm, bevorzugt
ca. 5 mm;
Hammeranordnung: 2 Spiralen im Abstand 60 mm; Hämmer dabei so eng als möglich nebeneinander
gesetzt, dass noch die Montage möglich ist, z.B. 8 Hämmer/360°, d.h. Winkelabstand
ca. 45°; 18 - 24 Windungen jeder Spirale über die Länge des Separators.
Hammerabstand axial: 60 mm;
Hammerform: Stahlstreifen, rechteckiger Zuschnitt;
Schrägstellung der Hämmer 18 gegen Ebene senkrecht zur Wellenlängsachse: ca. 10°.
[0024] Die Förderwirkung des Separators und damit die Verweilzeit des Abfalls kann auf einfache
Art durch Veränderung der Neigung und des Stromes der Stützluft des Separators eingestellt
werden. Dafür kann eine hydraulische Hebevorrichtung vorgesehen werden. Die Neigung,
wodurch der Transport in Transportrichtung 28 mehr oder weniger gegen die Wirkung
der Schwerkraft erfolgt, liegt dabei im Bereich von wenigen Graden, z.B. im Bereich
1° - 20°.
Funktion
[0025] Der Abfall wird über den Zufuhrschacht 2 der Transportspirale 4 zugeführt. Diese
befördert den Abfall nach oben zum Einlass in den Separatorzufuhrschacht 6. Am Ende
der Spirale 4 bildet sich dabei ein Pfropfen 47 aus Abfall. Dieser Pfropfen 47 dichtet
die Transportspirale 2 gegen die Luft ab, die vom Gebläse 10 in den Separator-Zufuhrschacht
6 eingeblasen wird.
[0026] Der Abfall fällt durch den Separator-Schacht 6 in den Separator 8. Durch die Wirkung
der Hämmer 18 werden die Bestandteile des Abfalls zerkleindert und allfällige gefüllte
Behälter aufgebrochen. Die organischen Bestandteile, gegebenenfalls nach Zerkleinerung,
können durch das Sieb 21 hindurchtreten und fallen durch den Schacht 23 in den Tank
25. Die gleichsinnig mit der Transportrichtung 28, die durch die Schrägstellung der
Hämmer 18 vorgegeben ist, den Separator durchdringende Luft aus dem Gebläse 10 treibt
dabei insbesondere auch die kleinen, leichten Störstoffanteile in den Separator hinein
und in Richtung auf den Ausgang des Separators 6. Es werden aber auch relativ grosse
Teile, z.B. Blechstücke, Holzstücke durch die Stützluft durch den Separator gefördert,
wodurch die Zerkleinerungswirkung des Separators, die bei diesem Anteil unerwünscht
ist, verringert wird. Dadurch wird dem Effekt entgegengewirkt, dass diese Teilchen
von den schnell rotierenden Hämmern in den Zufuhrschacht hochgeschleudert werden,
u.U. mehrfach. Durch den dabei auftretenden Kontakt mit den Hämmern würde dabei eine
erhöhte Zerkleinerungswirkung auf diese Teilchen eintreten, was unerwünscht ist. Der
weitgehend von organischen Bestandteilen befreite, nicht organische Anteil des Abfalls
gelangt in die Haube 42 und fällt durch die Auswurföffnung 43 in einen darunter bereitgestellten
Container.
[0027] Während des Betriebs ist von Zeit zu Zeit der Separator mit umgekehrter Drehrichtung
zu betreiben, um Bestandteile, insbesondere relativ langfasrige Anteile, von den Hämmern
und deren Befestigungen an der Welle herunterzuschleudern. Die Abstände und die Dauer
des Umkehrbetriebs kann vorbestimmt werden oder je nach Betriebsverhalten des Separators
ausgelöst werden.
[0028] Aus der vorangehenen Beschreibung sind dem Fachmann zahlreiche Abwandlungen und Anpassungen
möglich, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen, der ausschliesslich durch
die Patentansprüche definiert ist. Einige derartige Änderungen sind:
- An einer Hammerhalterung können mehr als ein Hammer befestigt sein, insbesondere zwei
(Doppelhammer).
- Die Lochdurchmesser des Siebes, die Drehzahl des Antriebs, die Neigung des Separators,
Dimensionierung und Form der Hämmer usw. können in weiten Grenzen den örtlichen Gegebenheiten
bzw. auch vor Ort an die Abfallzusammensetzung angepasst werden.
- Die Schrägstellung der Hämmer ist bestimmt durch die erforderliche Transportwirkung
und nach oben durch die zunehmende Querkraft auf die Halterung der Hämmer begrenzt.
In der Praxis haben sich Winkel zwischen 2° und 20° mit einem bevorzugten Bereich
von 5°-15° als günstig erwiesen.
- Die Abdeckung des Umfangs des Separatorgehäuses durch die Siebe ist nach oben dadurch
beschränkt, dass der Längstransport im Bereich der Siebe stark verringert ist. Bei
einer geringeren Umfangsabdeckung wird dagegen die Siebwirkung selbst reduziert. In
der Praxis haben sich daher Umfangsabdeckungen des Gehäuses durch die Siebe von 1/4
- 3/4, besser von etwa 1/3, als anwendbar erwiesen. Denkbar ist dabei auch, die Umfangsabdeckung
von verschiedenen Bereichen unterschiedlich zu wählen, z.B. zum Auslass hin steigend
oder fallend.
- In einer bevorzugten Ausführung weist das Sieb von Einlass zu Auslass in etwa gleich
breite Abschnitte auf, die Löcher mit Durchmessern von 24, 22, 20, 18, 16, 14, 12
und 10 mm aufweisen.
- Eine andere Anzahl von Hämmern pro Umfang.
- Die Abweichung des angularen Abstands benachbarter Hämmer kann auch eine andere, insbesonders
grössere und/oder unregelmässige Abweichung vom Winkel für eine gleichbleibende Anordnung
sein.
- Die Befestigung der Hämmer an der Welle kann anders ausgeführt sein, solange Vorsprünge
usw. vermieden werden, an denen sich insbesondere langfaserige Bestandteile festsetzen
können. Z.B. kann die Achse auch als Schraube ausgeführt sein, die in einen der Böcke
eingeschraubt ist und deren Kopf von einer Ausnehmung im anderen Bock aufgenommen
wird.
1. Vorrichtung (1) zum Trennen von Abfällen mit organischen und Störstoff-Anteilen, insbesondere
von Marktabfällen, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Zerkleinerer (8) aufweist, in dem auf einer motorisch angetriebenen Welle
(16) schwenkbare Hämmer (18) angebracht sind, dass die Hämmer plattenförmig sind,
im Wesentlichen in ihrer Plattenebene schwenkbar sind und die Plattenebene in einem
Winkel zur Längsachse steht, der von 90° abweicht, und dadurch, dass die Welle (16)
und die Hämmer (18) von einem im Wesentlichen rohrförmigen Gehäuse (14) mit einem
Einlass (6) und einem Auslass (43) umgeben sind, das über eine wesentliche Länge unterhalb
der Welle ein Sieb (21) aufweist, so dass in den Zerkleinerer durch die Einlassöffnung
eingebrachter Abfall durch die Hämmer zerkleinerbar, durch die Schrägstellung der
Hämmer (18) in Richtung des Auslasses bewegbar und der organische Anteil weitgehend
durch das Sieb von anderen Bestandteilen abtrennbar ist.
2. Vorrichtung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lochweite im Sieb (21) vom Einlass (6) zum Auslass (43) abnimmt und die Anzahl
der Löcher pro Flächeneinheit gleich bleibt oder abnimmt.
3. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrägstellung der Plattenebene der Hämmer gegenüber der Ebene quer zur Längsachse
der Welle (16) im Bereich von 1°-20°, bevorzugt 5°-15° liegt und insbesondere etwa
10° beträgt.
4. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Siebs (21) am Umfang des Gehäuses (14) im Bereich von 270°-90°, bevorzugt
etwa 120° beträgt.
5. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hämmer im Wesentlichen spiralförmig in wenigstens einer, bevorzugt mindestens
zwei und weiter bevorzugt genau zwei Spiralen angeordnet sind.
6. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Zerkleinerer (8), insbesondere das Gehäuse (14), vom Einlass (6) zum Auslass
(43) ansteigend geneigt ist, insbesondere in einem Winkel von 2°-15° und besonders
bevorzugt von 4°-8°.
7. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das rohrförmige Gehäuse (14) zwischen Sieb (21) und Auslass (43) wenigstens im unteren
Teil, bevorzugt über den ganzen Umfang, eine Verengung (40) aufweist, um flüssige
Bestandteile zurückzuhalten.
8. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Einlass (6) eine Vorrichtung (10) zum Erzeugen eines Luftstromes angeschlossen
ist, so dass im Zerkleinerer (8) ein Luftstrom in Richtung zum Auslass (43) erzeugbar
ist, um den Transport insbesondere von leichten Teilchen zum Auslass (43) zu verbessern.
9. Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehrichtung der Welle (16) in Intervallen kurzzeitig umgedreht wird, um Bestandteile
des Abfalls, die sich an den Hämmern (18) oder ihren Halterungen (30-32) festgesetzt
haben, wieder abzuschleudern.
10. Verwendung der Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8 zum Auftrennen von Abfallgemischen,
insbesondere Marktabfällen, in einen organischen und einen Störstoff-Anteil, wobei
auch geschlossene Behältnisse geöffnet werden.