[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Schleifen von Profilen an Werkstücken
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zum Schleifen von beliebigen Profilen an metallischen Werkstücken, z.B. an Profilfräsern
mit Schneiden aus Werkzeugstahl, Hartmetall, polykristallinem Diamant oder anderen
hochharten Schneidwerkstoffen zur Holz- und Metallbearbeitung werden häufig CNC-gesteuerte
Schleifmaschinen verwendet. Die Schleifscheiben sind zumeist Umfangsschleifscheiben,
d.h. mit am äußeren Umfang befindlichem Schleifbelag, der den Abtrag am Werkstück
bewirkt. Die Schleifscheiben werden rotierend angetrieben, und die Vorschubbewegung
von Schleifscheibe und/oder Werkstück erfolgt durch die CNC-Steuerung, zumeist in
mehreren Koordinaten. Dabei muss das Schleifbelagprofil dem geforderten Profilzug
am Werkstück angepasst sein. Sind z.B. Radien am Werkstück zu schleifen, dann muss
der Schleifbelag ein Profil aufweisen, dessen maximaler Radius dem Profilradius am
Werkstück entspricht. Auch die Zustellbewegung kann CNC-gesteuert sein oder konventionell
durchgeführt werden. Durch die Vorschubbewegung in mehreren Koordinaten wird dann
das gewünschte Profil am Werkstück erzeugt.
[0003] Die Profilzüge enthalten die verschiedenen Geometrieelemente, wie Geraden, Kreise,
Ellipsen, Tangenten u.Ä. Die Profilgenauigkeit beträgt häufig nur wenige Mikrometer,
wobei häufig auch kleine Radien von wenigen Millimetern auftreten.
[0004] Um einen präzisen Abtrag zu erzielen, ist bekannt geworden, mit Hilfe der CNC-Steuerung
die Drehachse der Schleifscheibe jeweils tangential zum Profilzug einzustellen. Dies
ist jedoch bei der Bearbeitung von konkaven Radien mit eingeschlossenen Winkeln größer
120° aus Gründen der Kollision schwierig, meist unmöglich.
[0005] Die erzielbare Profilgenauigkeit am Werkstück ist zunächst abhängig von der maschinellen
Ausrüstung, z.B. von der Genauigkeit der CNC-Steuerung. Sie ist aber auch abhängig
vom Verschleiß der Schleifscheibe. Je größer der Verschleiß der Schleifscheibe je
Schleifhub längs dem Profilzug ist, desto größer ist die erzeugte Profilabweichung.
Schleifscheiben werden überwiegend mit hochharten Schleifmitteln, wie Diamant oder
kubisch kristallinem Bornitrid ausgerüstet, um den Verschleiß möglichst gering zu
halten. Gleichwohl ist er nicht zu vermeiden.
[0006] Die erzeugte Profilgenauigkeit hängt nicht nur vom Verschleiß der Schleifscheibe
in radialer Richtung ab, sondern auch von der Profiländerung der Schleifscheibe. Wird
zum Beispiel anfänglich mit einer Schleifscheibe mit Radiusprofil gearbeitet, so muss
der Profilradius der Scheibe bei der Programmierung der CNC-Steuerung berücksichtigt
werden. Ändert sich der Profilradius, was bei ungleichmäßiger Belastung während des
Schleifens nicht verhindert werden kann, muss entweder das CNC-Programm dem neuen
Scheibenprofil angepasst oder das Scheibenprofil nachgearbeitet werden. Letzteres
kann durch Abrichten in der Maschine oder durch Nacharbeit außerhalb der Maschine
geschehen, ist jedoch in jedem Fall aufwändig und führt zu zusätzlichen Nebenzeiten.
Es ist bekannt, die Profilhaltigkeit einer Schleifscheibe dadurch zu verlängern, dass
die Scheibenspezifikation auf die Belastung beim Schleifen abgestimmt wird.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Schleifen von Profilen
an Werkstücken mit Hilfe von drehend angetriebenen Umfangsschleifscheiben anzugeben,
bei dem das Scheibenprofil über eine relativ lange Zeit konstant gehalten werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Schleifscheibe während des Schleifvorgangs
um eine Achse senkrecht zur Drehachse der Schleifscheibe und senkrecht zur Symmetrieachse
des Scheibenprofils geschwenkt. Vorzugsweise erfolgt die Verschwenkung der Schleifscheibe
kontinuierlich während des Schleifvorgangs um einen vorgegebenen Winkelbereich, der
eine Kollision von Schleifscheibe und Werksütck verhütet.
[0010] Der Schwenkwinkel ist so groß wie möglich zu wählen, wobei jedoch eine Kollision
vermieden werden muss. Dadurch, dass während des Schleifvorgangs kontinuierlich andere
Radiusbereiche des Scheibenumfangs mit dem Werkstück in Eingriff sind, bleibt das
Schleifscheibenprofil länger erhalten. Ein Verschleiß findet im Wesentlichen gleichmäßig
über den Bereich des Scheibenumfangs statt, der mit dem Werkstück in Eingriff ist.
[0011] Die Verschwenkung um die konstante Schwenkachse, d.h. vorzugsweise die Symmetrieachse
des Scheibenprofils, kann mit Hilfe einer CNC-Steuerung vorgenommen werden, sodass
ein konstanter Abtrag erzielt wird bzw. die Zustellung konstant bleibt.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren soll anhand von Zeichnungen näher erläutert werden.
- Fig. 1
- zeigt schematisch die Bearbeitung eines Werkstücks mit einer rotierenden Schleifscheibe.
- Fig. 2
- zeigt eine ähnliche Darstellung wie Fig. 1, jedoch in leicht abgewandelter Form.
[0013] In Fig. 1 ist eine Schleifscheibe 10 angedeutet. Sie ist eine so genannte Umfangsschleifscheibe
mit einem Schleifbelag 12 am Umfang, der von einem sehr harten Material, beispielsweise
Diamant oder kubisch kristallines Bornitrid gebildet ist. Das Profil des Scheibenumfangs
ist kreisförmig. Die Schleifscheibe 10 wird in einer nicht gezeigten Werkzeugmaschine
um eine Drehachse 14 rotierend angetrieben mit einer Drehzahl n. Bei 16 ist ein Werkstück
angedeutet mit einem Profilzug 18, das mit der Schleifscheibe 10 bearbeitet werden
soll. Zu diesem Zweck wird die Schleifscheibe 10 um einen Betrag z zugestellt und
in Richtung v vorbewegt. Mit Hilfe der eingesetzten CNC-Steuerung wird dafür gesorgt,
dass die Schleifscheibe 10 dem Profilzug 18 nachfährt. Würde die Schleifscheibe 10
jeweils in ihrer Ebene während des Vorschubs bewegt, wären verschiedene Abschnitte
des Schleifbelages 12 mit dem Werkstück 16 unterschiedlich lang im Eingriff. Es kann
daher zu einem unterschiedlichen Verschleiß des Schleifbelags kommen, wodurch sich
das Profil der Schleifscheibe 10 ändert. Daher wird die Schleifscheibe 10 um eine
Achse 20, die senkrecht zur Drehachse 14 und senkrecht zur Vorschubrichtung v verläuft,
in Richtung des Doppelpfeils 22 verschwenkt. Findet dieses Verschwenken zyklisch statt
mit einem vorzugsweise großen Schwenkwinkel von z.B. 120°, findet eine gleichmäßige
Belastung des Schleifscheibenprofils statt, sodass es seine Form beibehält, auch wenn
ein Verschleiß auftritt, was normalerweise nicht zu verhindern ist.
[0014] Da bei einer Verschwenkung der Schleifscheibe um einen Schwenkpunkt, der nicht der
Mittelpunkt eines radialen Schleifbelagprofils ist, um einen Winkel α sich der Abstand
des Eingriffsbereichs des Schleifbelages 12 zum Werkstück ändert, muss die CNC-Steuerung
dafür sorgen, dass in Abhängigkeit vom Schwenkwinkel dieser Abstand bzw. die Zustellung
konstant ist.
[0015] In Fig. 2 wird eine andere Möglichkeit angedeutet, bei einem Verschwenken der Schleifscheibe
10 die Zustellung konstant zu halten. Dies geschieht dadurch, dass die Achse 20, die
senkrecht auf der Drehachse 14 steht, ihrerseits verschwenkt wird entlang eines Bogens
24 dergestalt, dass trotz einer kontinuierlichen Änderung der Eingriffsbereiche des
Schleifscheibenbelags 12 mit dem Werkstück die Zustellung konstant bleibt. Dies ist
in Fig. 2 durch verschiedene Winkellagen der Schleifscheibe 10 angedeutet.
1. Verfahren zum Schleifen von Profilen an Werkstücken mit Hilfe einer drehend angetriebenen
Umfangsschleifscheibe, die mit Hilfe einer CNC-Steuerung dem Profilzug entlang bewegt
wird, wobei die Schleifscheibe selbst am Umfang im Querschnitt ein bogenförmiges Profil
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifscheibe während des Schleifvorgangs um eine Achse senkrecht zur Drehachse
der Schleifscheibe und senkrecht zur Vorschubbewegung verschwenkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifscheibe während des Schleifvorgangs mehrfach und/oder kontinuierlich innerhalb
eines vorgegebenen Winkelbereichs verschwenkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkung zu beiden Seiten einer Mittellage der Schleifscheibe erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dass der Schwenkwinkel etwa 120° beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse während der Schwenkbewegung entlang eines Bogens bewegt wird derart,
dass die Zustellung der Schleifscheibe während der Verschwenkung annähernd konstant
bleibt.