[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brandschutzverglasung und Halterung für ein plattenförmiges
Bauelement mit einem mehrschichtigen Glasscheibenelement und einer brandseitig auf
dieses Glasscheibenelement aufgeklebten Brandschutzscheibe, wobei die Brandschutzscheibe
entlang des Randes gegenüber dem Glasscheibenelement zurückgesetzt ist.
[0002] Eine Brandschutzverglasung dieser Art ist aus EP 0 528 781 B1 bekannt. Darin wird
eine Brandschutzverglasung mit einem in einem Halterahmen sitzenden Glasscheibenelement
mit einer brandseitig aufgeklebten vorgespannten Silikatglasscheibe, welche mit Abstand
vor dem Halterahmen endet, offenbart. Die vorgespannte Silikatglasscheibe bildet dabei
eine Brandschutzscheibe, welche am Halterahmen durch zusätzliche vorstehende Haltezungen
abgestützt ist. Im Brandfalle soll diese Brandschutzscheibe für eine gleichmässige
Erwärmung sorgen und Wärmeenergie absorbieren, so dass das dahinterliegende Glasscheibenelement
dem Feuer länger standhalten kann. Zur Verklebung der Brandschutzscheibe mit dem Glasscheibenelement
wird beispielsweise Polyvinylbutyral oder ein anderer geeigneter organischer Kunststoff
vorgeschlagen. Während der Hitzeeinwirkung bei einem Brand schmilzt die Klebeschicht,
so dass die mechanische Verbindung zwischen der Brandschutzscheibe und dem Glasscheibenelement
gelöst wird. Die Brandschutzscheibe wird nun nur noch mit Hilfe der punktweise angebrachten
Halteelemente in ihrer Position gehalten. Dadurch wird einerseits verhindert, dass
in der Brandschutzscheibe gefährliche Temperaturdifferenzen und damit Spannungen auftreten
und andererseits die Längenveränderungen der Brandschutzscheibe nicht auf das Glasscheibenelement
übertragen werden.
[0003] Brandschutzscheiben dieser Art mit den entsprechenden Halterungen können jedoch die
Bildung von Wärmebrücken über die Brandschutzscheibe zum Glasscheibenelement nicht
verhindern, da diese beiden Elemente auch bei geschmolzener Klebeschicht in direktem
Oberflächenkontakt stehen. Im weiteren ist die Halterung nicht geeignet, grosse Kräfte
aufzunehmen und die vorgeschlagene Rahmenkonstruktion ist nur für vertikalen Einbau
geeignet.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Brandschutzverglasung und eine zugehörige
Halterung vorzuschlagen, welche für den horizontalen Einbau, insbesondere in Bodenkonstruktionen,
geeignet ist und bei welcher im Brandfalle direkte Wärmebrücken zwischen der Brandschutzscheibe
und dem Glasscheibenelement verhindert werden und die Standzeit der Verglasung im
Brandfalle erhöht wird.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 definierten
Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich nach den
Merkmalen der abhängigen Patentansprüche.
[0006] Die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Brandschutzverglasung und der Halterung weist
den Vorteil auf, dass im Brandfalle und bei Erweichung der Klebeschicht zwischen Brandschutzscheibe
und Glasscheibenelement die Brandschutzscheibe auf die mit vertikalem freiem Abstand
zur Aussenfläche der Brandschutzscheibe angeordneten Auflageflächen an den Halteleisten
fällt. Dadurch wird zwischen der Innenfläche der Brandschutzscheibe und dem Glasscheibenelement
ein Zwischenraum geöffnet, und es besteht kein direkter Kontakt mehr zwischen der
Brandschutzscheibe und dem Glasscheibenelement. Bei zunehmender Temperatur zersetzt
sich der in diesem Zwischenraum vorhandene Klebstoff und verbraucht dadurch Wärmeenergie.
Das sich über die ganze Innenfläche der Brandschutzscheibe erstreckende Luftpolster
wirkt als zusätzliche Wärmeisolation. Das über der Brandschutzscheibe bzw. dem Luftpolster
liegende Glasscheibenelement behält über lange Zeit seine volle Festigkeit, so dass
in einfacher Weise Bauelemente der Brandschutzklasse G30 und höher gebildet werden
können.
[0007] Durch die Anordnung eines freien Zwischenraumes zwischen den Kantenflächen der Brandschutzscheibe
und dem Rahmen wird der Vorteil erreicht, dass die Brandschutzscheibe bei Erwärmung
keinen Spannungen infolge der Wärmedehnung ausgesetzt wird, da sich die Brandschutzscheibe
frei ausdehnen kann. Dies gilt bereits, wenn die Klebeschicht noch intakt ist und
auch dann, wenn die Klebeverbindung zerstört und die Brandschutzscheibe auf die Auflageflächen
der Halteleisten heruntergefallen ist. Die Breite der Auflageflächen der Halteleisten
ist dabei mindestens doppelt so breit ausgebildet wie die Breite des freien Zwischenraumes
zwischen den Kantenflächen der Brandschutzscheibe und dem Rahmen. In vorteilhafter
Weise ist auf den Auflageflächen der Halteleisten für die Brandschutzscheibe ein Dämpfungselement
aufgelegt, wobei sich dieses im freien Zwischenraum zwischen der Aussenfläche der
Brandschutzscheibe und den Auflageflächen der Halteleisten befindet. Diese Dämpfungselemente
können beispielsweise aus einem keramischen Material sein und verhindern eine Beschädigung
der Brandschutzscheibe nach dem Zerstören der Klebeverbindung und verhindern aber
auch einen direkten Wärmeübergang von den Halteleisten auf die heruntergefallene und
auf den Auflageflächen aufliegende Brandschutzscheibe.
[0008] Die Brandschutzscheibe kann aus einem einfachen Brandschutzsicherheitsglas bestehen,
kann aber auch mehrschichtig aufgebaut sein, wobei bei geeigneter Ausgestaltung auch
in bekannter Weise aufschäumende Zwischenschichten vorhanden sein können. Als Glasscheibenelement
können ebenfalls alle Arten von bekannten, üblichen Verglasungen eingesetzt werden,
d.h. es kann eine Verbundglasscheibe, eine Isolierglasscheibe oder auch eine Einzelglasscheibe
eingesetzt sein. Bei Brandschutzverbund- oder Isolierverbundgläsern können die Einzelscheiben
aus einfachem Floatglas bestehen oder vorgespannt oder teilvorgespannt sein. Vorteilhaft
ist sicher, wenn mindestens eine der Scheiben des Glasscheibenelementes aus einem
vorgespannten Sicherheitsglas besteht. Die Wahl des Aufbaus und der Konstruktion des
Glasscheibenelementes ist in an sich bekannter Weise von der vertikalen Belastung
und den Belastungsfaktoren abhängig, z.B. ob das mittels der Brandschutzverglasung
und der Halterung gebildete plattenförmige Bauelement nur von Personen begangen wird
oder im Extremfall auch von schweren Fahrzeugen befahren wird. Durch den Einbau von
elastischen Zwischenelementen zwischen den Kanten und Randflächen des Glasscheibenelementes
und dem Rahmen kann die Belastungsfähigkeit des plattenförmigen Bauelementes zusätzlich
in an sich bekannter Weise an die Belastungsfaktoren angepasst werden. Die elastischen
Zwischenelemente gewährleisten auch eine gleichmässige Lastübertragung zwischen dem
Glasscheibenelement und dem Rahmen, auf welchen das Glasscheibenelement aufgelegt
ist.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme
auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert.
[0010] Die dargestellte Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch den Randbereich eines erfindungsgemässen
plattenförmigen Bauelementes 1, welches ein Brandschutzverbundglas 2, 3 und eine Halterung
in der Form eines Rahmens 6 umfasst. Dabei ist das Brandschutzverbundglas 2, 3 nur
teilweise und nur ein Seitenbereich des Rahmens 6 dargestellt. In einer Bodenkonstruktion
5 mit einer begeh- und/oder befahrbaren Fläche 24 ist der Rahmen 6 eingelassen und
damit verbunden. Im dargestellten Beispiel handelt es sich beim Rahmen 6 um einen
Stahlrahmen, welcher allseitig um das Brandschutzverbundglas 2, 3 angeordnet ist.
Innerhalb dieses Rahmens 6 ist das Brandschutzverbundglas angeordnet, welches aus
einem Glasscheibenelement 2 und einer Brandschutzscheibe 3 besteht. Im dargestellten
Beispiel ist das Glasscheibenelement 2 aus drei vorgespannten Sicherheitsgläsern 17,
18 und 19 aufgebaut, welche über die Zwischenschichten 25, 26 miteinander verklebt
sind. An der unteren gegen die allfällige Brandseite gerichtete Seite des Glasscheibenelementes
2 ist die Brandschutzscheibe 3 angeordnet, welche ebenfalls über eine Zwischenschicht
27 mit dem Glasscheibenelement 2 verklebt ist. Die Verbindung der einzelnen Gläser
17, 18, 19 und 3 miteinander, erfolgt dabei in bekannter Weise über Klebeverbindungen,
beispielsweise über eine thermoplastische Klebefolie aus Polyvinylbutyral oder einem
anderen geeigneten Verbindungsmittel. Das Glasscheibenelement 2 kann beliebige Abmessungen
aufweisen und weist im dargestellten Beispiel beispielsweise eine Länge von 200 cm
und eine Breite von 170 cm auf. Die Länge und die Breite der Brandschutzscheibe 3
ist dabei kleiner, so dass der Randbereich 4 der Brandschutzscheibe 3 gegenüber der
Kantenfläche 20 des Glasscheibenelementes 2 zurückgesetzt ist. Im dargestellten Beispiel
liegt eine Randfläche 21 eines Randbreiches 4 des Glasscheibenelementes 2 von der
Breite von ca. 3 cm frei. Dieser freiliegende Randbereich 7 des Glasscheibenelementes
2 liegt auf Halteflächen 8 des Rahmens 6 auf. Auf diese Weise ist die Brandschutzverglasung,
welche aus dem Glasscheibenelement 2 und der Brandschutzscheibe 3 gebildet ist, etwa
horizontal in die Bodenkonstruktion 5 eingesetzt. Zwischen den Kantenflächen 20 und
den Randflächen 21 des Glasscheibenelementes 2 und dem Rahmen 6 sind elastische Zwischenelemente
22 und 23 eingelegt, welche zur optimalen Übertragung der Kräfte zwischen dem Glasscheibenelement
2 und dem Rahmen 6 und dem Ausgleich von Längendifferenzen dienen. Diese elastischen
Zwischenelemente 22, 23 können aus einem wärmebeständigen Elastomer, z.B. einem Silikonprofil
oder einem anderen geeigneten Material, z.B. einem Silikonschlauch oder einer Keramikfaserschnur,
bestehen. Im Bereich der Oberfläche 24 ist der Spalt zwischen dem Rahmen 6 und dem
Glasscheibenelement 2 mit einer dauerelastischen Dichtungsmasse 29, beispielsweise
einer Brandschutzsilikonmasse ausgefüllt. Zwischen der Kantenfläche 14, der Brandschutzscheibe
3 und dem Rahmen 6 ist ein freier Zwischenraum 15 ausgebildet, welcher so breit ist,
dass die Kantenfläche 14 der Brandschutzscheibe 3 unter keinen Umständen an den Rahmen
6 anstösst. Dadurch wird die freie Beweglichkeit der Brandschutzscheibe 3 im Brandfalle
gewährleistet.
[0011] An einem unteren Teilbereich 9 des Rahmens 6 ist eine Halteleiste 10 angeordnet,
welche im dargestellten Beispiel entlang des gesamten Umfanges der Brandschutzscheibe
3 verläuft. Diese Halteleiste 10 übergreift den Bereich des Randes 4 der Brandschutzscheibe
3 und weist eine Auflagefläche 11 auf. Diese Auflagefläche 11 ist gegen die Aussenfläche
12 der Brandschutzscheibe 3 gerichtet und mit einem vertikalen freien Abstand zu dieser
Aussenfläche 12 positioniert. Dieser vertikale freie Abstand zwischen der Auflagefläche
11 an den Halteleisten 10 und der Aussenfläche 12 an der Brandschutzscheibe 3 im Montagezustand
kann je nach Ausgestaltung einen bis mehrere Millimeter betragen. Auf den Auflageflächen
11 sind umlaufend oder teilweise Dämpfungselemente 16 angebracht, welche im dargestellten
Beispiel aus flexiblen keramischen Streifen bestehen. Diese Dämpfungselemente 16 schützen
die Brandschutzscheibe 3 vor Beschädigungen und verhindern zudem den direkten Wärmeübergang
zwischen den Halteleisten 10 und der im Brandfalle auf den Dämpfungselementen 16 aufliegenden
Brandschutzscheibe 3.
[0012] Das dargestellte plattenförmige Bauelement 1 ist so aufgebaut, dass es einen grossen
Feuerwiderstand gegen einen Brandherd unter dem Bauelement 1 aufweist. Es ist deshalb
insbesondere für den Einbau als lichtdurchlässige Bodenplatte über darunterliegenden
feuergefährdeten Räumen geeignet. Tritt unter dem plattenförmigen Bauelement 1 ein
Brandherd auf, so ist die Brandschutzscheibe 3 gegen diesen Brandherd gerichtet. Vorerst
speichert die Brandschutzscheibe 3 eine gewisse Wärmemenge und erwärmt sich. Bei Temperaturen
über 100°C beginnt die im dargestellten Beispiel verwendete Zwischenschicht 27 aus
Polyvinylbutyral zu schmelzen bis die Haftungsfähigkeit der Klebeschicht 27 so weit
abgebaut ist, dass die Brandschutzscheibe 3 durch ihr Eigengewicht auf die Auflageflächen
11, bzw. die Dämpfungselemente 16 an den Halteleisten 10 herunterfällt. Diese Trennung
zwischen der Brandschutzscheibe 3 und dem Glasscheibenelement 2 erfolgt im Brandfalle
bevor das Glasscheibenelement 2 wesentlich erwärmt wird. Als Folge dieses Vorganges
entsteht zwischen der Innenfläche 13 der Brandschutzscheibe 3 und der unteren Fläche
28 des Glasscheibenelementes 2 ein freier Zwischenraum und es bestehen keine direkten
Wärmebrücken mehr zwischen der Brandschutzscheibe 3 und dem Glasscheibenelement 2.
Bei weiterer Erwärmung der Brandschutzscheibe 3 wird die Zwischenschicht 27 zersetzt
und verdampft, wodurch zusätzliche Wärmeenergie absorbiert wird. Der luftgefüllte
Zwischenraum zwischen der Brandschutzscheibe 3 und dem Glasscheibenelement 2 dient
als Wärmeisolator, so dass mit dem erfindungsgemässen plattenförmigen Bauelement 1
eine hohe Feuerwiderstandsdauer erreicht wird. Wenn auf der feuerabgewendeten oberen
Seite des Bauelementes 1 auch ein Schutz gegen Wärmestrahlung gewünscht wird, kann
die Brandschutzscheibe 3 auch als Mehrschichtscheibe mit einer oder mehreren zwischengelagerten
Brandschutzschichten, welche im Brandfalle aufschäumen, ausgebildet werden. Dies ist
in einfacher Weise möglich, da die Anpassung des Rahmens 6, bzw. der Halteleisten
10 in einfachster Weise möglich ist.
1. Brandschutzverglasung (2, 3) und Halterung für ein plattenförmiges Bauelement (1),
mit einem mehrschichtigen Glasscheibenelement (2) und einer brandseitig auf dieses
Glasscheibenelement (2) aufgeklebten Brandschutzscheibe (3), wobei die Brandschutzscheibe
(3) entlang des Randes (4) gegenüber dem Glasscheibenelement (2) zurückgesetzt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Brandschutzverglasung (2, 3) etwa horizontal in eine Bodenkonstruktion (5) eingesetzt
und auf einen Rahmen (6) aufgelegt ist, wobei die Brandschutzscheibe (3) nach unten
gerichtet ist und die Randbereiche (7) des Glasscheibenelementes (2) auf einer etwa
horizontalen Haltefläche (8) des Rahmens (6) aufliegen, am unteren Teil (9) des Rahmens
(6) Halteleisten (10) angeordnet sind, welche den Randbereich (4) der Brandschutzscheibe
(3) übergreifen und diese Halteleisten (10) Auflageflächen (11) aufweisen, welche
mit einem vertikalen, freien Abstand zur Aussenfläche (12) der Brandschutzscheibe
(3) angeordnet sind.
2. Brandschutzverglasung (2, 3) und Halterung für ein plattenförmiges Bauelement (1)
nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Kantenflächen (14) der Brandschutzscheibe (3) und dem Rahmen (6) ein
freier Zwischenraum (15) ausgebildet ist und die Breite der Auflageflächen (11) der
Halteleisten (10) mindestens doppelt so gross ist wie die horizontale Breite dieses
freien Zwischenraumes (15).
3. Brandschutzverglasung (2, 3) und Halterung für ein plattenförmiges Bauelement (1)
nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Auflageflächen (11) der Halteleisten (10) für die Brandschutzscheibe
(3) und der Aussenseite (12) der Brandschutzscheibe (3) ein Dämpfungselement (16)
eingelegt ist.
4. Brandschutzverglasung (2, 3) und Halterung für ein plattenförmiges Bauelement (1)
nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Scheiben (17, 18, 19) des Glasscheibenelementes (2) eine Sicherheitsglasscheibe
ist.
5. Brandschutzverglasung (2, 3)und Halterung für ein plattenförmiges Bauelement (1) nach
einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Kanten- und Randflächen (20, 21) des Glasscheibenelementes (2) und dem
Rahmen (6) elastische Zwischenelemente (22, 23) eingelegt sind.