[0001] Die Erfindung betrifft eine Nockenwellenanordnung mit einer Nockenwelle und mindestens
einem Nockenwellenlager, das einen Schmiermittelkanal mit einer Austrittsöffnung an
der Lagerfläche des Nockenwellenlagers aufweist.
[0002] Nockenwellen werden insbesondere dazu verwendet, die Ventile einer Brennkraftmaschine
anzusteuern, d.h. bei einer Drehung der Nockenwelle durch Nocken zu öffnen beziehungsweise
zu schließen. Eine Nockenwelle ist in der Regel in Nockenwellenlagern drehbeweglich
gelagert, welche häufig aus einer Nockenwellenlager-Basis und einer Nockenwellenlager-Kappe
bestehen. Bei einer aus der US 4 258 673 bekannten Ausführungsform ist in der Nockenwellenlager-Basis
ein Ölkanal ausgebildet, welcher zur Lagerfläche führt. Weiterhin ist in der korrespondierenden
Lagerfläche der Nockenwelle eine über ca. 85° in Umlaufrichtung verlaufende Nut vorgesehen.
Diese liegt bei Drehung der Nockenwelle periodisch der Austrittsöffnung des Schmiermittelkanals
gegenüber und sorgt hierdurch für eine intermittierende Weiterleitung des unter Druck
stehenden Schmiermittels. Das Schmiermittel wird dabei über die Nut der Nockenwelle
in ein Kanalsystem im Nockenwellenlager zurückgeleitet, von wo aus das Schmiermittel
in Axialrichtung der Nockenwelle verspritzt bzw. verteilt wird, um die benachbarten
Nocken zu schmieren.
[0003] Bei der vorstehend erläuterten sowie bei ähnlichen Nockenwellenanordnungen befindet
sich bei jedem zu einem Zylinder gehörenden Satz von Nocken auch ein Nockenwellenlager,
über welches eine Schmierung der Nocken sowie - bei obenliegenden Nockenwellen durch
ablaufendes Schmiermittel - der zugehörigen Ventilstößel erfolgt.
[0004] Vor diesem Hintergrund war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen einfacheren
Aufbau einer Nockenwellenanordnung bereitzustellen, welcher eine gute Schmierung der
beweglichen Elemente gewährleistet.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Nockenwellenanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0007] Die erfindungsgemäße Nockenwellenanordnung enthält mindestens eine Nokkenwelle und
mindestens ein Nockenwellenlager, in welchem die Nockenwelle drehbar gelagert ist.
Das Nockenwellenlager weist einen durch das Nockenwellenlager verlaufenden Schmiermittelkanal
auf, dessen Austrittsöffnung an der Lagerfläche des Nockenwellenlagers liegt, die
definitionsgemäß in Kontakt mit der Nokkenwelle steht. Über den Schmiermittelkanal
kann den Lagerflächen ein Schmiermittel - insbesondere Öl - zugeführt werden. Die
Anordnung ist dadurch gekennzeichnet, daß in der zur Lagerfläche des Nockenwellenlagers
korrespondierenden Lagerfläche der Nockenwelle mindestens eine axial verlaufende Nut
vorhanden ist, welche bei entsprechender Winkelstellung der Nockenwelle der Austrittsöffnung
des Schmiermittelkanals gegenüberliegt und daher mit dieser kommuniziert, und die
eine Öffnung in den Bereich außerhalb der Lagerfläche aufweist.
[0008] Bei der beschriebenen Anordnung wird das Nockenwellenlager über die Austrittsöffnung
des Schmiermittelkanals ständig und in ausreichender Weise geschmiert. Zusätzlich
wird jedoch eine mit der Drehung der Nockenwelle intermittierend auftretende Verteilung
von Schmiermittel in axialer Richtung erreicht, da bei einer entsprechenden Winkelstellung
der Nockenwelle das Schmiermittel vom Schmiermittelkanal in die Nut der Nockenwelle
übertreten und von dieser in den außerhalb der Lagerfläche liegenden Bereich austreten
kann. Bei entsprechender geometrischer Ausgestaltung des Schmiermittelkanals, der
Nut in der Nockenwelle sowie ihres Auslasses findet hierbei ein Verspritzen bzw. Verteilen
des Schmiermittels statt, da dieses unter Druck steht und zusätzlich durch die Drehung
der Nockenwelle geschleudert wird. Das Schmiermittel kann auf diese Weise auf einer
einer Flugbahn weiter entfernt vom Nockenwellenlager gelegene Teile erreichen und
für deren Schmierung sorgen. Gleichzeitig ist durch den nur intermittierend stattfindenden
Kontakt von Nut und Schmiermittelkanal sichergestellt, daß auf diese Weise nur begrenzte
Mengen an Schmiermittel verteilt werden und daß zwischen zwei Spritzvorgängen ein
ausreichend hoher Schmiermitteldruck für die Schmierung des Nockenwellenlagers erhalten
bleibt.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Nockenwelle zwei in entgegengesetzte
axiale Richtungen verlaufende Nuten in der Lagerfläche auf. Die Nuten kommunizieren
jeweils in der vorstehend beschriebenen Weise bei einer entsprechenden Winkelstellung
der Nockenwelle mit der Austrittsöffnung des Schmiermittelkanals und unterscheiden
sich dadurch, daß ihre Auslässe zu verschiedenen Seiten außerhalb der Lagerfläche
weisen. Durch die zwei Nuten kann das intermittierende Verspritzen von Schmiermittel
daher in zwei entgegengesetzte axiale Richtungen erfolgen.
[0010] Das Nockenwellenlager ist vorzugsweise zweiteilig aufgebaut aus einer Nockenwellenlager-Basis
und einer hiermit verbundenen Nockenwellenlager-Kappe. Dies erleichtert die Montage
der Nockenwelle.
[0011] Gemäß einer anderen Weiterbildung der Nockenwellenanordnung weist die Nokkenwelle
Nocken zur Betätigung der Ventile von Zylindern einer Brennkraftmaschine auf, wobei
die Anzahl der Nockenwellenlager kleiner ist als die Anzahl der Zylinder der Brennkraftmaschine.
Das bedeutet, daß anders als bei bekannten Nockenwellenanordnungen nicht für jede
Nockenwelle pro Zylinder ein Nockenwellenlager vorhanden ist, sondern daß eine kleinere
Anzahl von Nockenwellenlagern vorgesehen wird. Hierdurch ergeben sich entsprechende
Kosteneinsparungen. Diese sind möglich, da bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
eine Verteilung von Schmiermittel über größere axiale Strecken möglich ist, so daß
auch weiter entfernt von einem Nockenwellenlager liegende Bauteile ausreichend geschmiert
werden.
[0012] Insbesondere kann dabei in Axialrichtung der Nockenwelle gesehen bei jedem zweiten
Zylinder ein Nockenwellenlager der erfindungsgemäßen Ausgestaltung angeordnet sein.
Die zwischen zwei solchen Lagern gelegenen Ventilmechanismen und Nocken werden dann
durch das von den Lagern intermittierend verspritzte Schmiermittel ausreichend geschmiert.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Nockenwellenanordnung kann zwischen zwei (vollständigen)
Nockenwellenlagern jeweils ein Nockenwellenlager entfernt werden.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend mit Hilfe der Figuren beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Aufsicht auf eine Nockenwellenanordnung mit zwei parallelen, obenliegenden Nockenwellen,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang einer Nockenwelle gemäß Figur 1 mit einem vergrößerten Ausschnitt
aus einem erfindungsgemäß ausgestalteten Nockenwellenlager, und
- Fig. 3
- einen Schnitt entlang der Linie III-III von Figur 2 durch eine erfindungsgemäß mit
einer Nut versehene Nockenwelle.
[0015] In Figur 1 ist eine Aufsicht auf eine Nockenwellenanordnung mit zwei parallelen,
obenliegenden Nockenwellen 1a, 1b dargestellt. An den Nockenwellen 1a, 1b sind für
jeden Zylinder einer Brennkraftmaschine (nicht dargestellt) zwei Nocken 3 angeordnet,
welche jeweils einen Ventilstößel 2 betätigen. Zwischen zwei einem Zylinder zugeordneten
Nocken 3 ist ein Nockenwellenlager 4, 5, 6, 7, 8 vorgesehen, welches in nicht näher
dargestellter Weise aus einer Nockenwellenlager-Basis und einer Nockenwellenlager-Kappe
besteht. Die Ölversorgung der Ventilstößel 2 erfolgt über Schmieröl, das aus den Nockenwellenlagern
austritt und links und rechts hiervon zu den darunter gelegenen Ventilstößeln fließt.
[0016] Der beschriebene Aufbau einer Nockenwellenanordnung ist verhältnismäßig aufwendig
und teuer. Erfindungsgemäß wird daher vorgeschlagen, auf jedes zweite Nockenwellenlager
5, 7 komplett beziehungsweise zumindest auf die zugehörige Nockenwellenlager-Kappe
zu verzichten, was in Figur 1 durch eine gestrichelte Darstellung dieser Lager angedeutet
ist.
[0017] Bei einem Weglassen der Nockenwellenlager-Kappen tritt jedoch das Problem auf, daß
hierdurch der Öldruck des entsprechenden Schmiermittelkanals im Nokkenwellenlager
freigegeben wird, welcher zuvor von der Lagerkappe reduziert wurde. Andererseits ist
es nicht möglich, den Austritt des Schmiermittelkanals zu verschließen, da sonst die
Ölversorgung der links und rechts des Lagers gelegenen Ventilstößel abgeschnitten
wäre.
[0018] Um dennoch den Kostenvorteil eines Weglassens der Nockenwellenlager 5, 7 erzielen
zu können, wird erfindungsgemäß der in Figur 2 detaillierter dargestellte Aufbau der
übrigen Nockenwellenlager 4, 6, 8 (mit Nockenwellenlager-Kappe) vorgeschlagen. Die
Lösung besteht im Wesentlichen darin, in der Nockenwelle 1a (bzw. analog in der Nockenwelle
1b) in Axialrichtung verlaufende Schlitze oder Nuten 10a, 10b auszubilden. Diese kommunizieren
mit der Austrittsöffnung des Schmiermittelkanals 9 im Nockenwellenlager 4, 6, 8, wenn
die Nockenwelle 1a in die entsprechende Winkelstellung gedreht ist. Ferner enden die
Nuten 10a, 10b in Axialrichtung an gegenüberliegenden Seiten außerhalb der Lagerfläche
des Nokkenwellenlagers.
[0019] Wenn die Nockenwelle 1a sich in einer Winkelstellung befindet, in welcher die Nuten
10a, 10b der Austrittsöffnung des Schmiermittelkanals 9 gegenüberliegen, kann das
dort unter Druck anstehende Schmiermittel in die Nuten übertreten und diese füllen.
Anschließend verläßt das Schmiermittel die Nuten 10a, 10b wieder im Raum außerhalb
der Lagers. Auf diese Weise werden intermittierend Tropfen des Schmiermittels in Axialrichtung
geschleudert, welche auch weiter entfernt liegende Elemente wie insbesondere Ventilstößel
2 erreichen. Dies erlaubt es, gemäß Figur 1 jede zweite Lageranordnung 5, 7 wegzulassen,
da die dort befindlichen Ventilstößel ausreichend durch das von den übrigen Nockenwellenlagern
4, 6 und 8 intermittierend verspritzte Schmieröl geschmiert werden.
[0020] Wie Figur 2 weiterhin zu entnehmen ist, sind in der Nockenwelle 1a vorzugsweise zwei
in entgegengesetzte Richtungen verlaufende und miteinander nicht verbundene Nuten
10a, 10b vorgesehen. Figur 3 zeigt die Nut 10a in einem Querschnitt entlang der Linie
III-III durch die Nockenwelle 1a.
1. Nockenwellenanordnung mit einer Nockenwelle (1a, 1b) und mindestens einem Nockenwellenlager
(4, 6, 8), das einen Schmiermittelkanal (9) mit einer Austrittsöffnung an der Lagerfläche
des Nockenwellenlagers aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß
in der korrespondierenden Lagerfläche der Nockenwelle mindestens eine axial verlaufende
Nut (10a, 10b) vorgesehen ist, die bei entsprechender Winkelstellung der Nockenwelle
mit der Austrittsöffnung des Schmiermittelkanals (9) kommuniziert und die einen Auslass
in den Bereich außerhalb der Lagerfläche aufweist.
2. Nockenwellenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens zwei Nuten (10a, 10b) in der Lagerfläche der Nockenwelle (1a) ausgebildet
sind, die sich dadurch unterscheiden, dass ihre Auslässe zu Bereichen an verschiedenen
Seiten außerhalb der Lagerfläche weisen.
3. Nockenwellenanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Nockenwellenlager eine Nockenwellenlager-Basis und eine Nockenwellenlager-Kappe
aufweist.
4. Nockenwellenanordnung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Nockenwelle (1a, 1b) Nocken (3) zur Betätigung der Ventile (2) von Zylindern
einer Brennkraftmaschine aufweist, wobei die Anzahl der Nockenwellenlager kleiner
ist als die Anzahl der Zylinder.
5. Nockenwellenanordnung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Axialrichtung der Nockenwelle (1a, 1b) gesehen bei jedem zweiten Zylinder ein
Nockenwellenlager (4, 6, 8) angeordnet ist.
6. Nockenwellenanordnung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen zwei Nockenwellenlagern (4, 6, 8) mindestens eine Nockenwellenlager-Basis
(5, 7) ohne Nockenwellenlager-Kappe angeordnet ist.