[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung des Koch- oder Bratvorgangs
von Lebensmitteln und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Bei der Wärmebehandlung von Lebensmitteln zur Zubereitung derselben, d.h. dem Kochen
oder Braten, hängt die Qualität des gastronomischen Ergebnisses von einer Reihe von
Faktoren ab. Zu diesen gehören die Temperatur und die Feuchtigkeit sowie die Ofenkammerbelüftung
während des Kochens- bzw. Bratens. Andererseits spielen die chemischen und physikalischen
Eigenschaften sowie die Dimensionierung des zuzubereitenden Lebensmittels ebenfalls
eine große Rolle für das zu erzielende gastronomische Ergebnis. Aber auch die Positionierung
des Lebensmittels im Inneren des Ofenraumes spielt eine Rolle. Damit hängt der Koch-
bzw. Bratvorgang nur teilweise von der Wärmeverteilung und der zuverlässigen -Wärmeübertragung
innerhalb des Ofenraums ab. Neben den bereits angesprochenen Faktoren spielen natürlich
vorherige Konservierungs- oder Vorbereitungsbehandlungen des Lebensmittels für das
gastronomische Ergebnis eine erhebliche Rolle. Soweit man die verschiedenen vorgenannten
Faktoren während des Koch- bzw. Bratvorgangs des Lebensmittels berücksichtigt, kann
ein gewünschtes gastronomisches Ergebnis erzielt werden. Unter gastronomischen Ergebnis
wird hier einerseits der erzielbare Geschmack durch den Koch- bzw. Bratvorgang oder
auch das Aussehen des Lebensmittels nach dem Koch- oder Bratvorgang, beispielsweise
das Erzeugen einer bestimmten Kruste an der Oberfläche eines Bratens verstanden.
[0003] Die Überwachung des Koch- bzw. Bratergebnisses erfolgt derzeit allenfalls durch die
Überwachung des Temperaturverlaufs innerhalb des Lebensmittels. Dabei sind verschiedene
Verfahren zur Messung der Temperatur innerhalb des Lebensmittels während des Koch-
bzw. Bratvorganges bekannt.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Überwachung des Koch-
oder Bratvorgangs von Lebensmitteln an die Hand zu geben, auf Grund dessen die Erzielung
eines gewünschten Zubereitungsergebnisses des Lebensmittels ermöglicht wird. Weiterhin
ist es Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Überwachung des Koch-
oder Bratvorgangs von Lebensmitteln nach dem Anspruch 1 gelöst. Demnach wird eine
elektrische, elektromagnetische oder magnetische Eigenschaft des Lebensmittel oder
eines seiner Teile während des Koch- oder Bratvorgangs gemessen. Der Erfindung liegt
die Erkenntnis zu Grunde, dass sich die elektrischen, elektromagnetischen oder magnetischen
Eigenschaften des zuzubereitenden Lebensmittels während der Wärmebehandlung verändern,
wobei diese Veränderung mit dem Zubereitungsergebnis des Lebensmittels korreliert.
So kann man beispielsweise durch die Messung der elektrischen Impedanzänderung innerhalb
des Lebensmittels während des Wärmebehandlungsprozesses eine zusätzliche wesentliche
Information über den Zubereitungsstatus des Lebensmittels gewinnen. Es kann beispielsweise
der Flüssigkeits- und/oder Gewichtsverlust des Lebensmittels während des Koch- bzw.
Bratvorgangs festgestellt werden. Damit kann konstant der Hydrationsgrad und die chemischen
und physikalischen Veränderung innerhalb des organischen Gewebes des Lebensmittels
festgestellt werden.
[0006] In den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen sind besondere Ausgestaltungen
des erfindungsgemäßen Verfahrens enthalten. So kann vorteilhaft die Änderung der elektrischen,
elektromagnetischen oder magnetischen Eigenschaften des Lebensmittels in Abhängigkeit
von der Zeit gemessen werden. Als entsprechend zu messende Größen kommen vorzugsweise
die elektrische Impedanz, der elektrische Widerstand, der Isolationswiderstand des
Lebensmittels oder die magnetische Permeabilität des Lebensmittels in Frage.
[0007] Dabei kann an das Lebensmittel während der Messung ein elektrisches Spannungsfeld
beliebiger Amplitude, Frequenz oder Wellenform angelegt werden. Hier können nicht
nur die vorgenannten elektrischen, elektromagnetischen oder magnetischen Eigenschaften
gemessen werden, sondern auch der aus zum Anlegen des elektrischen Spannungsfeldes
resultierende Strom.
[0008] Andererseits kann an das Lebensmittel während der Messung ein elektrischer Strom
beliebiger Amplitude, Frequenz oder Wellenform angelegt werden. Auch hier können die
vorgenannten Eigenschaften gemessen werden und insbesondere kann die aus dem Anlegen
des Stroms am Lebensmittel resultierende Spannung gemessen werden.
[0009] Alternativ kann an das Lebensmittel während der vorgenannten Messung ein magnetisches
Feld beliebiger Amplitude, Frequenz oder Wellenform angelegt werden. Das Verfahren
zur Messung der elektrischen, elektromagnetischen oder magnetischen Eigenschaft kann
zur Bestimmung charakeristischer Eigenschaften, die von der Vorbehandlung des Lebensmittels
herrühren, dienen.
[0010] Andererseits kann es alternativ oder auch zusätzlich zur Bestimmung der Veränderung
des organischen Gewebes des Lebensmittels an dessen Oberfläche oder in dessen Inneren
während des Koch- oder Bratvorganges herangezogen werden.
[0011] Aufgrund der Überwachungsergebnisse kann aber auch eine Steuerung, Modifizierung,
Korrektur oder Optimierung der Veränderung des organischen Gewebes des Lebensmittels
an dessen Oberfläche oder in dessen Inneren während des Koch- und Bratvorganges erfolgen.
Hier kann beispielsweise je nach aktuellem Messergebnis die Temperaturregelung des
Ofens, gegebenenfalls der Druck im Ofenraum die Feuchtigkeit oder die Ventilatorgeschwindikeit
entsprechend verändert werden.
[0012] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zur Durchführung
des vorgenannten Verfahrens beansprucht, in der zumindest ein Sensor mit Elektroden
umfasst ist, die an die Oberfläche des Lebensmittels anlegbar oder in das Innere des
Lebensmittels einführbar sind. Zusätzlich kann gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung
dieser Vorrichtung zusätzlich zumindest ein Temperaturfühler vorhanden sein.
[0013] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand der in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispiele und Diagramme erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine perspektivische Ansicht einer Sonde, wie sie in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
Anwendung findet,
- Figur 2:
- eine alternative Ausgestaltung einer Sonde, wie sie in der vorliegenden Erfindung
Anwendung findet,
- Figur 3:
- den Verlauf der Impedanz bzw. Temperatur im Inneren eines Lebensmittels aufgefangen
über die Zeit,
- Figur 4:
- ein Diagramm bezüglich des Impedanzverlaufs in Abhängigkeit von der Temperatur innerhalb
des Lebensmittels,
- Figur 5:
- den Impedanzverlauf innerhalb des Lebensmittels in Abhängigkeit von der im Inneren
des Lebensmittels gemessenen Temperatur bei zwei unterschiedlichen Kochbedingungen
und
- Figur 6:
- ein Diagramm mit dem Impedanz- und Temperaturverlauf, der an der Lebensmitteloberfläche
mittels Sonden in Abhängigkeit von der Zeit aufgenommen wird.
[0014] In Figur 1 ist eine Sonde 10 dargestellt, an der zwei Elektroden 12 gabelartig angeordnet
sind. Die Elektroden laufen in Spitzen 14 zu, die ein Einstechen in das Lebensmittel
ermöglichen. Mittels der Elektroden 12 wird das zwischen den Elektroden liegende Impedanzfeld
16 gemessen. Die Auswerteeinrichtung kann als bekannt vorausgesetzt werden und ist
hier daher nicht näher dargestellt. In der Sonde 10 gemäß der Ausführungsvariante
nach Figur 1 ist neben den Elektroden 12 zur Messung der Impedanz noch ein Temperaturfühler
18 dargestellt, der vergleichsweise länger ausgebildet ist als die Elektroden 12.
Damit eignet sich die Sonde zu einer Messung des Impedanzfeldes 16 an der Oberfläche
eines Lebensmittels, während gleichzeitig der Temperaturverlauf im Inneren des Lebensmittels
mittels des Temperaturmessfühlers 18 aufgenommen wird. Auch der Temperaturmessfühler
18 weist eine spitz zulaufende Spitze 20 auf, um ein Einstechen in das zu überwachende
Lebensmittel zu erlauben.
[0015] In Figur 2 ist eine ähnlich aufgebaute Sonde 10 gezeigt, die allerdings nur die beiden
Elektroden 12 zur Aufnahme des Impedanzfeldes 16 aufweist.
[0016] Anhand des in Figur 3 dargestellten Diagramms kann der Impedanz- bzw. Temperaturverlauf
im Lebensmittel über die Zeit erläutert werden. Der Temperaturverlauf im Inneren des
Lebensmittels T
L nimmt bei konstanter Temperatur innerhalb des Ofens T
Ofen über die Zeit kontinuierlich zu, wie in Figur 3 gezeigt. Mit Zunahme der Temperatur
ändert sich die Impedanz des Lebensmittels, wie anhand der Impedanzkurve, die hier
im Inneren des Lebensmittels aufgenommen wurde, gezeigt wird. Diese Impedanzänderung
ist ein Maß für den Dehydrierungsgrad im Lebensmittel. Die Impedanzmessung kann hier
beispielsweise mit einer der zuvor beschriebenen Sonden durchgeführt werden.
[0017] In Figur 4 ist die Abhängigkeit der Impedanz im Inneren des Lebensmittels von der
Temperatur im Inneren des Lebensmittels gezeigt. Unter Berücksichtigung von experimentell
erhaltenen Vergleichs- oder Eichkurven ist es möglich, die Kochbedingungen, beispielsweise
die Temperatur oder die Feuchtigkeit innerhalb der Ofenkammer zu verändern, um den
Koch- bzw. Bratvorgang zu beschleunigen oder zu verlangsamen, wobei hier bezogen auf
das Diagramm gemäß Figur 4 die Impedanz möglichst beim Minimum liegen soll, um die
für das gastronomische Ergebnis unerwünschte Gewichtsabnahme bzw. Lebensmitteldehydrierung
zu minimieren.
[0018] In Figur 5 sind die Impedanzkurven über die Temperatur im Inneren des Lebensmittels
für unterschiedliche Ofenbedingungen dargestellt. Hier sind Temperatur und Feuchtigkeit
innerhalb des Ofenraumes verändert worden und es wird deutlich, dass bei vergleichsweise
hohen Temperaturen die Impedanztemperaturkurve anders verläuft als bei anderen Temperatur-
und Feuchtigkeitsbedingungen. Hieraus resultiert ein unterschiedliches gastronomisches
Ergebnis bei einer vergleichsweisen Endtemperatur im Inneren des Lebensmittels.
[0019] Aufgrund dieser für die Erfindung nutzbar gemachten Erkenntnisse ist es möglich,
den Koch- bzw. Bratpunkt an der Lebensmitteloberfläche zu regeln, wie anhand der Figur
6 erläutert werden soll. Hier ist einerseits die konstante Ofentemperatur T
Ofen gezeigt und der Temperaturverlauf T
L im Inneren des Lebensmittels. Mit den Kurven 1 und 2 sind jeweils zwei Impedanzkurven
für die an der Oberfläche des Lebensmittels gemessene Impedanz aufgezeichnet, die
sich in ihrem Verlauf unterscheiden. Für die unterschiedlichen Kurven sind unterschiedliche
Koch- bzw. Bratbedingungen im Inneren der Ofenkammer verantwortlich, wobei hier beispielsweise
die Feuchtigkeit oder die Geschwindigkeit des Ventilators bei Verwendung eines Dämpfers
im Inneren des Ofenraums verändert wird. Zu einem Endzeitpunkt t
f wird bei Erreichen einer entsprechenden Endtemperatur im Inneren des Lebensmittels
T
L je nach Umgebungsbedingungen in der Ofenkammer ein unterschiedlicher Impedanzwert
an der Oberfläche erreicht (vgl. die Schnittpunkte 1 und 2). Der Unterschied zeigt
sich beispielsweise an einem unterschiedlichen Bräunungsgrad des Lebensmittels und
somit in dem endgültigen gastronomischen Ergebnis.
[0020] Das Messen der verschiedenen möglichen Größen zur Steuerung bzw. Regelung des Kochprozesses
kann für das Lebensmittel Integral oder an einer bestimmten lokalen Stelle, beispielsweise
im Inneren des Lebensmittels, im Schwerpunkt oder an dessen Oberfläche erfolgen. Die
durch die Messung gewonnenen Daten können für eine elektronische Regelung zur Modifizierung
bzw. Korrektur der Geräteparameter des Dämpfers oder Ofens herangezogen werden, um
den Koch- bzw. Bratvorgang zu optimieren. Dabei können beispielsweise als den Koch-
bzw. Bratvorgang beeinflussende Größen die Temperatur innerhalb der Ofenkammer, die
eingestellte Feuchtigkeit, ein gegebenenfalls eingestellter Überdruck innerhalb der
Ofenkammer oder die Ventilatorgeschwindigkeit eines entsprechenden Ventilators variiert
werden.
1. Verfahren zur Überwachung des Koch- oder Bratvorgangs von Lebensmitteln,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine elektrische, elektromagnetische oder magnetische Eigenschaft des Lebensmittels
oder eines seiner Teile während des Koch- oder Bratvorgangs gemessen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Änderung der elektrischen, elektromagnetischen oder magnetischen Eigenschaft
des Lebensmittels oder eines seiner Teile während des Koch- oder Bratvorgangs in Abhängigkeit
von der Zeit gemessen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Impedanz des Lebensmittels gemessen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Widerstand des Lebensmittels gemessen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Isolationswiderstand des Lebensmittels gemessen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die magnetische Permeabilität des Lebensmittels gemessen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an das Lebensmittel während der Messung ein elektrisches Spannungsfeld beliebiger
Amplitude, Frequenz oder Wellenform angelegt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem Anlegen der elektrischen Spannung resultierende Strom gemessen wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an das Lebensmittel während der Messung ein elektrischer Strom beliebiger Amplitude,
Frequenz oder Wellenform angelegt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem Anlegen des elektrischen Stroms resultierende Spannung gemessen wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an das Lebensmittel während der Messung ein magnetisches Feld beliebiger Amplitude,
Frequenz oder Wellenform angelegt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Bestimmung der charakteristischen Eigenschaften, die von der Vorbehandlung
des Lebensmittels herrühren, dient.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Bestimmung der Veränderung des organischen Gewebes des Lebensmittels an dessen
Oberfläche oder in dessen Inneren während des Koch- oder Bratvorganges herangezogen
wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Steuerung, Modifizierung, Korrektur oder Optimierung der Veränderung des organischen
Gewebes des Lebensmittels an dessen Oberfläche oder in dessen Inneren während des
Koch- oder Bratvorganges herangezogen wird.
15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, daß sie zumindest einen Sensor mit Elektroden umfaßt, die an die Oberfläche des Lebensmittels
anlegbar oder in das Innere des Lebensmittels einführbar sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich einen Temperaturfühler aufweist.