[0001] Die Erfindung betrifft einen Gleichstrom-Elektromagneten aus geblechten Magnetteilen
für den Einsatz in einem elektrischen Schaltgerät, insbesondere in einem Schütz mit
einer Antriebsspule.
[0002] Gleichstrom-Elektromagnete, die insbesondere bei Schützen benutzt werden, gibt es
in verschiedenen Formen. Wenn solche Elektromagnete zwei Polflächenpaare umfassen,
beispielsweise bei einem U-förmigen Magnetjoch mit einem stabförmigen, das Magnetjoch
schließenden Anker oder bei E-förmigen Magnetteilen, ist die relative Anpassung der
Position der Polflächenpaare notwendig. Weiterhin liegen bei solchen Elektromagneten
mindestens zwei Arbeitsluftspalte vor, wodurch die Größe der Verlustleistung mitbestimmt
ist.
[0003] Aus den Schriften DE 35 05 724 C2 und US 4 700 165 gehen Anordnungen hervor mit je
einem E-förmigen festehenden und einem E-förmigen beweglichen Magnetkern. Dabei sind
drei Polflächenpaare und drei Arbeitsluftspalte vorhanden. Die geradlinige Relativbewegung
der Magnetkerne zueinander ohne Verkippen der Magnetkerne muss durch Führungseinrichtungen
gewährleistet werden. Insbesondere sind die Enden der seitlichen Schenkel der Magnetkerne
mit abgeschrägten Flächen versehen, wodurch eine Selbstausrichtung zustande kommt.
[0004] Eine ähnliche Anordnung mit jeweils E-förmigen festehenden und beweglichen Magnetkernen
ist aus der DE 28 44 361 A1 bekannt geworden. Bei dieser Anordnung sind ebenfalls
die Enden der seitlichen Schenkel der Magnetkerne abgeschrägt und es werden ebenfalls
Führungseinrichtungen eingesetzt, die die Relativbewegung der Magnetkerne zueinander
stabilisieren.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gleichstrom-Elektromagnet anzugeben
mit vergleichsweise ähnlicher Verlustleistung und Funktionalität, mit vermindertem
Kostenaufwand in der Herstellung, bzw. mit möglichst kleiner Anzahl Magnetteile und
bei dem die Zahl der Polflächenpaare vermindert ist.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des unabhängigen Anspruches gelöst,
während den abhängigen Ansprüchen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zu entnehmen
sind.
[0007] Der Kern der Erfindung liegt darin, dass eine Konstruktion mit E-förmigen Magnetkörpern
nicht verwendet wird. Es ist gegenüber den genannten Schriften des Standes der Technik
nur ein einziger Arbeitsluftspalt vorhanden.
[0008] Somit besteht die Erfindung darin, dass das feststehende Magnetjoch ring- oder C-förmig
ausgebildet ist und einen Mittelsteg und zwei, vom Mittelsteg gewinkelt abstehende
Magnetjochschenkel umfasst. Weiterhin ist zwischen dem freien Ende des bewegbaren
prismatischen Ankers und der Mitte des Mittelstegs senkrecht zur Längsachse des Ankers
ein einziger Arbeitsluftspalt ausgebildet; die beiden freien Schenkelenden des Magnetjochs
sind nah an den Anker herangeführt, wo ein enger Durchtrittsspalt für den Anker gebildet
ist.
[0009] Der Anker wird bei seinem Verschiebungshub durch Führungseinrichtungen geleitet.
Das freie Ende des Ankers ist auf den Mittelsteg des Magnetjochs gerichtet und die
Flächen des Arbeitsluftspalts sind schräg gegen die Achse des Ankers ausgebildet.
[0010] Der zwischen den freien Enden der Magnetjochschenkel und dem Anker ausgebildete enge
Durchtrittsspalt stellt nur noch einen parasitären Luftspalt dar, dessen magnetischer
Widerstand sich bei Verschiebungshubbewegungen nicht ändert.
[0011] Es wird eine symmetrische Ausbildung des Arbeitsluftspalts bevorzugt, bei der die
Flächen keilförmig liegen. Die Keilform des Arbeitsluftspalts ist am freien Ende des
Ankers derart ausgebildet ist, dass die Keilspitze in der Symmetrieebene des Mittelstegs
liegt und der Keil auf den Mittelsteg gerichtet ist. Korrespondierend dazu ist die
Keilform des Arbeitsluftspalts am Mittelsteg als keilförmige Vertiefung ausgebildet.
Der Arbeitsluftspalt ist mit mindestens einem Anschlag aus unmagnetischem Material
versehen, wobei das Material bei geschlossenem Magnetkreis den Remanenzluftspalt bildet.
[0012] Mit der Ausbildung symmetrischer, keilförmiger Flächen im Arbeitsluftspalt werden
definierte Kraftverhältnisse zwischen Anker und Magnetjoch erzielt. Es kann kein Seitwärtskippen
oder Rutschen an den Schrägflächen auftreten, da eine Art Selbstzentrierung vorliegt.
Mit der Ausbildung der Keilform wird die wirksame Magnetfläche und damit die magnetische
Energie im Luftspalt vergrößert, insbesondere bei großem Luftspalt.
[0013] Im folgenden wird unter "Jochprofil" der Innenraum verstanden, der durch die Innenflächen
der Seitenschenkel und des Mittelstegs gebildet wird. Die dem Jochprofil zugewandte
Fläche des Mittelstegs kann vorzugsweise ohne Erhebungen oder Einsprünge in das Jochprofil
hinein ausgebildet sein. Als Alternative dazu ist am Mittelsteg des Magnetjochs ein
Verlängerungssteg ausgebildet, welcher die keilförmige Vertiefung als Korrespondenz
zum am Ende des Ankers ausgebildeten Arbeitsluftspalt trägt.
[0014] Der Vorteil der beschriebenen Magnetanordnung liegt darin, dass gegenüber Anordnungen
mit vergleichbarem Antriebsvolumen und vergleichbarer Verlustleistung höhere Kontaktdruckkräfte
erreichbar sind. Weiterhin ist es von Vorteil, dass der Aufbau aus Stanz-Pakettier-Blechen
erstellt wird, die geschweißt oder genietet sein können. Die Montage des Antriebs
lässt sich einfach gestalten, da durch den symmetrischen Aufbau der Magnetanordnung
nur wenige Kupplungselemente eingesetzt werden müssen. Insgesamt lässt sich also die
Wirtschaftlichkeit der Herstellung verbessern.
[0015] Für die Montage der Antriebsspule wird bei einer der Ausführungsformen ein möglichst
großer Freiraum geschaffen. Die Ausbildung des Arbeitsluftspalts ist auf diese Forderung
(erste Ausbildungsform) derart abgestellt, dass die dem Magnetanker zugewandte gesamte
Innenfläche des Querschenkels eine einzige Ebene bildet, die keine körperliche Ausformungen
(Erhebung) hinein in das Jochprofil besitzt, wodurch das Einführen der Antriebsspule
behindert werden würde.
[0016] Zu dem erfindungsgemäßen Gegenstand werden Ausführungsformen vorgeschlagen, die sich
in der Länge des eingesetzten Ankers bzw. in der Lage des Arbeitsluftspaltes in bezug
auf den Mittelsteg des Magnetjochs unterscheiden.
[0017] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand
von Figuren erläuterten beiden Ausführungsbeispielen. Es zeigen
- Figur 1:
- Magnetanordnung mit langem Anker und tief im Mittelsteg des Magnetjochs liegendem
Arbeitsluftspalt und
- Figur 2:
- Magnetanordnung mit kürzerem Anker und am Mittelsteg des Magnetjochs mit verlängertem
Steg ausgebildetem Arbeitsluftspalt.
[0018] Die Magnetteile (Joch 10 und Anker 60) der Magnetanordnung bestehen aus Stanzblech-Paketen
und haben rechteckigen Querschnitt. Die Pakete sind ohne Deckbleche vernietet (Niete
80), woraus sich der mechanische Zusammenhalt ergibt. Damit wird eine sehr wirtschaftliche
Fertigung erreicht, die bei Herstellung aus Drehteilen (insbesondere bei der des Ankers)
nicht möglich ist.
[0019] In einem nicht dargestellten Gehäuse ist das feststehende, ring- oder C-förmige Magnetjoch
10 angeordnet, das zwei Seitenschenkel 11 umfasst, die senkrecht vom Mittelsteg 12
abstehen und somit parallel zueinander ausgerichtet sind. Die Enden 14 der Seitenschenkel
11 sind nach innen zum Anker 60 hin abgewinkelt. Die Schenkelenden sind dicht an den
Magnetanker herangeführt, wo sie einen engen Durchtrittsspalt 23 für den Anker bilden.
Im Durchtrittsspalt ist zwischen Schenkelende und Anker je ein parasitärer Luftspalt
vorhanden. Die Weite der Luftspalte beträgt wenige Zehntel mm. Die Einhaltung der
Luftspaltweite während der Ankerbewegung sollte über präzise Führungselemente oder
- vorzugsweise - durch eine Plättchenbelegung aus unmagnetischem Material gewährleistet
werden. Die Material-Auflage (aus Folie oder Plättchen) erfolgt auf den Luftspaltflächen
im Durchtrittsspalt auf den Magnetteilen 14,14',60. Mit reibungsmindernder Materialauflage
kann die Reibung im Durchtrittsspalt 23 minimiert werden. Durch mit Bezugszeichen
40 angedeutete Führungseinrichtungen wird der Magnetanker während des Verschiebungshubs
geleitet.
[0020] Der Magnetanker 60 ist prismatisch oder stabförmig gestaltet. Sein freies Ende 64
ist auf die Mitte des Mittelstegs 12 des Magnetjochs gerichtet. Die Kopfseite 66 des
Magnetankers 60 trägt eine Nut 80 zur Einführung von nicht dargestellten Kupplungselemente
für den Antriebsmechanismus. Eine Rückstellkraft kann durch mindestens eine Feder
erzeugt werden.
[0021] Der Magnetanker 60 wird von einer nicht dargestellten Antriebsspule mit Spulenkörper
und Erregerwicklung umfasst. Die Magnetanordnung wird durch die Antriebsspule komplettiert,
die den Raum (Joch- oder Innenprofil 300) zwischen Mittelsteg 12, Seitenschenkeln
11 und Schenkelenden 14 nahezu vollständig einnimmt, und in deren Inneren der Anker
60 in Richtung auf den Mittelsteg 12 des Magnetjochs bewegt wird. Der Magnetanker
hat einen entsprechenden Hub im Arbeitsluftspalt 22. Die Form des Arbeitsluftspaltes
22 ist keilförmig oder dreieckförmig gestaltet.
[0022] Die Magnetanordnung ist symmetrisch zu einer senkrechten Symmetrieebene des C-förmigen
Magnetjochs ausgebildet.
[0023] Das vom Magnetjoch 10 umspannte Jochprofil 300 ist quadratisch oder rechteckig ausgebildet.
Der vom Jochprofil gebildete Querschnitt erlaubt in der Ausführungsform gemäß Fig.
1 das ungehinderte Einschieben der nicht dargestellten Antriebsspule einschließlich
Spulenkörper senkrecht zur Symmetrieebene des Magnetjochs.
[0024] Um einen großen Freiraum für die Antriebsspule zu gewährleisten, ist der Arbeitsluftspalt
derart ausgebildet, dass die dem Magnetanker zugewandte gesamte Innenfläche 17 des
Querschenkels 12 eine solche Oberfläche bildet, über die keine Erhebung hinein in
das Jochprofil 300 ragt.
[0025] Die beiden Ausführungsformen nach Fig. 1 und Fig. 2 unterscheiden sich in der Länge
des Ankers und der Lage des Arbeitsluftspaltes 22 und auch in der Größe des Wickelraums
für die Antriebsspule. In der Ausführungsform gemäß Fig. 2 besitzt das Jochprofil
einen größeren Freiraum, da der Mittelsteg 12 mit einem kleinstmöglichen Querschnitt
ausführbar ist. Auf dem Mittelsteg 12 des Magnetjochs ist ein Verlängerungssteg 13
ausgebildet. Zwischen Verlängerungssteg und dem freien Ende 64 des Ankers ist ein
keilförmiger Arbeitsluftspalt ausgebildet, mit entsprechender Ausführung gemäß Fig.
1.
[0026] In der DC-Elektromagnetanordnung nach Figur 1 sind die Schenkelenden 14 einstückig
mit dem Magnetjoch 10 ausgebildet. Das gesamte Magnetjoch 10 besteht aus einheitlichen
Stanzblechen, die mit Niete 80 zusammengehalten sind.
[0027] In der Anordnung nach Figur 2 sind die Schenkelenden 14' aus magnetleitenden Stücken
(Flussleitstücke) am Magnetjoch 10 ausgebildet und mit nicht näher dargestellten Verbindungen
an den Seitenschenkeln 11 befestigt. Vorzugsweise können die Flussleitstücke 14' mit
Kerben 114 in Nuten auf der Kopfseite der Seitenschenkel 11 eingelegt sein. Die mehrteilige
Ausbildung ist notwendig, weil dadurch die Montage der Antriebsspule in das Magnetjoch
hinein zeitlich vor dem Zusammenbau des Magnetjochs ermöglicht wird.
[0028] Mit Bezugszeichen 77 sind Flächen angezeigt, die mit Anschlagplättchen aus unmagnetischem
Material (beispielsweise Kunststoff- oder Metallfolie) belegt sein sollten. Zwei Anschlagplättchen
können symmetrisch am Anker oder am Magnetjoch oder an beiden angeordnet sein. Mit
den Anschlagplättchen wird eine definierte Luftspaltdicke gebildet, die ein Aneinanderhaften
ausschließt und wodurch die Antiremanenzfunktion des Luftspalts erfüllt wird.
1. DC-Elektromagnetanordnung aus geblechten Magnetteilen für den Einsatz in einem elektrischen
Schaltgerät, insbesondere in einem Schütz mit einer Antriebsspule,
umfassend ein aus Mittelsteg (12) und zwei Schenkeln (11) gebildetes feststehendes
Magnetjoch (10),
wobei die freien Enden (14,14') der Magnetjochschenkel (11) mit Abstand zueinander
einen engen Durchtrittsspalt (23) für einen bewegbaren, prismatischen Anker (60) bildend
angeordnet sind,
wobei der Anker (60) bei seinem Verschiebungshub durch Führungseinrichtungen (40)
geleitet wird,
wobei das freie Ende (64) des Ankers (60) auf den Mittelsteg (12) des Magnetjochs
(10) gerichtet ist, und zwischen dem freien Ende (64) des Ankers (60) und der Mitte
des Mittelstegs (12) senkrecht zur Längsachse des Ankers (60) ein Arbeitsluftspalt
(22) vorhanden ist, dessen Flächen (15, 65) schräg gegen die Achse des Ankers (60)
geneigt ausgebildet sind.
2. DC-Elektromagnetanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächen (15, 65) des Arbeitsluftspalts (22) keilförmig ausgebildet sind.
3. DC-Elektromagnetanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Keilform des Arbeitsluftspalts (22) am Anker (60) derart ausgebildet ist, dass
die Keilspitze in der Symmetrieebene des Mittelstegs (12) verläuft.
4. DC-Elektromagnetanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Keilspitze in Richtung auf den Mittelsteg (12) angeordnet ist.
5. DC-Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Keilform des Arbeitsluftspalts (22) am Magnetjoch (10) als keilförmige Vertiefung
ausgebildet ist.
6. DC-Elektromagnetanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Jochprofil (300) zugewandte Innenfläche (17) des Mittelstegs (12) ohne Erhebungen
in das Jochprofil (300) hinein ausgebildet ist.
7. DC-Elektromagnetanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsluftspalt (22) am Magnetjoch an einem Verlängerungssteg (13) in der Mitte
des Mittelstegs (12) ausgebildet ist.
8. DC-Elektromagnetanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsluftspalt mit mindestens einem Anschlagplättchen (77) aus unmagnetischem
Material versehen ist.
9. DC-Elektromagnetanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkelenden (14) einstückig mit dem Magnetjoch (10) ausgebildet sind.
10. DC-Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dass die Schenkelenden
(14') aus magnetleitenden Stücken am Magnetjoch (10) ausgebildet sind.
11. DC-Elektromagnetanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Magnetanker zugewandten, freien Endflächen der Magnetteile (14, 14', 60)
mit einer nichtmagnetischen Folie belegt sind.