| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 352 718 A1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
| (43) |
Veröffentlichungstag: |
|
15.10.2003 Patentblatt 2003/42 |
| (22) |
Anmeldetag: 01.04.2003 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B25D 17/06 |
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
|
Benannte Erstreckungsstaaten: |
|
AL LT LV MK |
| (30) |
Priorität: |
11.04.2002 DE 10216051
|
| (71) |
Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft |
|
9494 Schaan (LI) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Echtler, Karl
82178 Puchheim (DE)
- Richter, Martin
85354 Freising (DE)
- Troeder, Lutz
82299 Türkenfeld (DE)
- Wanninger, Stefan
41169 Mönchengladbach (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Wildi, Roland et al |
|
Hilti Aktiengesellschaft,
Feldkircherstrasse 100,
Postfach 333 9494 Schaan 9494 Schaan (LI) |
|
| |
|
| (54) |
Pneumatisches Schlagwerk |
(57) Ein Schlagwerk mit einem, durch eine Luftfeder hin- und herbewegten Flugkolben, welche
direkt oder mittels eines zwischengeordneten Döppers auf das Stirnende eines in einer
Werkzeugaufnahme aufgenommenen Werkzeugs schlägt, wobei der aus einem Stück gefertigte
Flugkolben und/oder der Döpper aus einem nichtferromagnetischem Material besteht.
[0001] Die Erfindung bezeichnet ein pneumatisches Schlagwerk mit einem durch eine Luftfeder
hinund herbewegten Flugkolben, vorzugsweise zum Einsatz in zumindest teilweise schlagenden
Handwerkzeugmaschinen.
[0002] Üblicherweise weist ein elektromechanisch angetriebenes Schlagwerk einer Handwerkzeugmaschine
einen, in einem Führungsrohr durch eine Luftfeder hin- und herbewegten Flugkolben
auf, welche auf einen Döpper und dieser das Stirnende eines in einer Werkzeugaufnahme
aufgenommenen Werkzeugs schlägt. Der Flugkolben und der Döpper bestehen üblicherweise
aus Stahl, wodurch bei hinreichend hoher Massendichte zur Schlagimpulserzeugung auch
eine hohe Zähigkeit und Festigkeit erzielt wird.
[0003] Bei Sonderanwendung von Handwerkzeugmaschinen in Umgebungen mit starken, insbesondere
statischen, Magnetfeldern, wie sie bspw. in der Nähe von Aluminiumschmelzanlagen auftreten,
besteht bei einem Schlagwerk mit üblichen Flugkolben und/oder Döppern aus magnetisierbarem
Material wie Stahl vermittelt durch ein starkes, das Schlagwerk durchsetzendes, Magnetfeld
die Möglichkeit eines magnetisch bewirkten Festklebens des Flugkolbens insbesondere
in seiner Ruhelage, wodurch die zweckbestimmte Nutzung des Schlagwerks gestört oder
gänzlich verhindert wird.
[0004] Nach der US2283292 weist ein pneumatisches Schlagwerk einer Elektrohandwerkzeugmaschine
einen in einem Führungsrohr durch eine Luftfeder hin- und herbewegten Flugkolben aus
Stahl auf.
[0005] Nach der US3114421 sowie der US4602689 weist der Flugkolben im Schlagkontaktbereich
einen zylinderförmigen Einsatz aus einem anderen, schlaggeeigneten Material auf. Nach
der US4602689 besteht der nicht schlagbeanspruchte innere Kern des Flugkolbens zudem
aus einem bezüglich Stahl schwereren Metall. Derartige mehrteilige Flugkolben weisen
durch die Schlagschädigung der Trennflächen eine verminderte Lebensdauer auf und sind
zudem technologisch aufwendig in der Fertigung.
[0006] Die Aufgabe besteht in der Realisierung eines Schlagwerks zur Nutzung in der Umgebung
starker Magnetfelder.
[0007] Die Aufgabe wird im wesentlichen durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Im wesentlichen weist ein Schlagwerk einen durch eine Luftfeder hin- und herbewegten
Flugkolben auf, welche direkt oder mittels eines zwischengeordneten Döppers auf das
Stirnende eines in einer Werkzeugaufnahme aufgenommenen Schlagwerkzeugs schlägt, wobei
der aus einem Stück gefertigte Flugkolben und/oder der Döpper aus einem nichtferromagnetischem,
vorteilhaft härtbarem Material besteht.
[0009] Die aus einem Stück gefertigte Ausführung des Flugkolbens und/oder Döppers aus einem
nichtferromagnetischem Material ermöglicht bei voller Lebensdauer die volle Funktionsfähigkeit
des Schlagwerks auch in der Umgebung starker Magnetfelder, wie praktische Versuche
ergaben.
[0010] Die derzeit noch unklare physikalische Ursache könnte sowohl in einer vollständigen
oder lokalen Magnetisierung dieser miteinander verklebenden Bauteile liegen, welche
durch die Schlagbeanspruchung unterstützt wird, als auch in der Anziehung divergenter
Magnetfeldkomponenten auf die Aussenkonturen dieser, stark vom magnetischen Fluss
durchsetzten, ferromagnetischen Bauteile. Die auf ein nur paramagnisches Bauteil wirkenden
Kräfte wären hingegen vernachlässigbar klein. Somit sollte durch zumindest ein nichtferromagnetisches
Bauteil die Ursache des Verklebens beseitigt sein.
[0011] Vorteilhaft ist das Material ähnlich massendicht und/oder zähefest wie Stahl, bspw.
eine nichtferromagnetische Stahllegierung wie eine übliche Chrom-Nickel-Eisen Legierung
bzpw. V2A oder V4A oder eine härtbare Legierung wie X90CrMoV18, wodurch eine für Bauteile
aus Stahl dimensionierte Schlagwerksdynamik unverändert übernehmbar ist, was technologisch
vorteilhaft ist.
[0012] Vorteilhaft besteht sowohl der Döpper als auch der Flugkolben aus einem nichtferromagnetischem
Material, wodurch ein magnetisch bewirktes Festkleben weiter unterdrückt wird.
[0013] Vorteilhaft ist der Flugkolben in einem in einem Führungsrohr geführt, welches weiter
vorteilhaft aus einem nichtferromagnetischen, vorzugsweise diamagnetischem Material
wie einer Magnesium-Aluminium-Legierung besteht, wodurch ein magnetisch bewirktes
Festkleben am Führungsrohr unterdrückt wird.
[0014] Vorteilhaft weist ein Handwerkzeugmaschine ein derartiges Schlagwerk auf, wodurch
dieses in in Umgebungen mit starken, insbesondere statischen, Magnetfeldern einsetzbar
ist.
[0015] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels nachfolgend
näher erläutert.
[0016] Eine übliche Elektrohandwerkzeugmaschine in Form eines zumindest teilweise schlagenden
Kombihammers weist einen in einem Führungsrohr aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung
geführten, über eine Luftfeder hin- und herbewegten Flugkolben auf, welcher auf einen
Döpper trifft, der auf das Stirnende eines in eine Werkzeugaufnahme aufgenommenen
Schlagwerkzeugs wie einen Meissel schlägt. Der im Vergleich zur üblichen Standardserie
der Elektrohandwerkzeugmaschine die gleiche Geometrie aufweisende und technologisch
weitgehend gleichartig fertigbare Flugkolben und Döpper besteht jedoch statt aus ferromagnetischem
Stahl aus einer nichtferromagnetischen Chrom-Nickel-Stahl-Legierung, speziell aus
V4A.
1. Schlagwerk mit einem, durch eine Luftfeder hin- und herbewegten Flugkolben, welche
direkt oder mittels eines zwischengeordneten Döppers auf das Stirnende eines in einer
Werkzeugaufnahme aufgenommenen Werkzeugs schlägt, dadurch gekennzeichnet, dass der aus einem Stück gefertigte Flugkolben und/oder der Döpper aus einem nichtferromagnetischem
Material besteht.
2. Schlagwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material ähnlich massendicht und/oder zähefest wie Stahl ist.
3. Schlagwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material eine nichtferromagnetische, optional härtbare, Stahllegierung ist.
4. Schlagwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl der Döpper als auch der Flugkolben aus einem nichtferromagnetischem Material
besteht.
5. Schlagwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Flugkolben in einem in einem Führungsrohr geführt ist.
6. Schlagwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr aus einem nichtferromagnetischen Material besteht.
7. Schlagwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr aus einem diamagnetischem Material besteht.
8. Handwerkzeugmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schlagwerk nach einem der vorherigen Ansprüche vorhanden ist.

