Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein elektronisches Abstimmungsverfahren gemäss den Oberbegriffen
des Patentanspruches 1.
Stand der Technik
[0002] Im Stand der Technik sind diverse Systeme zur Erfassung von Meinungen oder Reaktionen
von Einzelpersonen bekannt. Diese Abstimmungssysteme werden beispielsweise bei Aktionärsversammlungen,
bei politischen Versammlungen oder Konferenzen eingesetzt. Jeder Teilnehmer hat dabei
Zugriff auf ein portables Abstimmungsgerät, in welches er über Tastendruck seine Stimme
oder Meinung eingeben kann. Diese Eingaben werden dann von den einzelnen Abstimmungsgeräten
an eine zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit übermittelt, wobei die Übermittlung
vorzugsweise drahtlos erfolgt.
[0003] DE-A-43'33'245 und
WO95/19613 offenbaren Abstimmungssysteme, bei welchen die Informationen mittels Infrarot-Signalen
übermittelt werden. EP-A-0'917'333 offenbart und beansprucht ein Abstimmungssystem,
bei welchem der Datentransfer über Telephonlinien erfolgt.
[0004] Bevorzugt ist jedoch eine Übermittlung der Stimmabgabe über Funk. So beschreibt DE-A-43'21'801
ein derartiges drahtloses Abstimmungssystem mit einer zentralen Abfrageeinheit und
einer Vielzahl von einzelnen Abstimmungsgeräten. Die Abfrageeinheit weist eine Antenne,
einen Sender, einen Empfänger, eine Auswerteschaltung und eine Steuerelektronik auf.
Die Abstimmungsgeräte weisen je eine Sende-Empfangsantenne, einen Empfänger, einen
Sender und eine Steuerelektronik auf. Bei Abgabe der Stimme in ein Abstimmungsgerät
wird ein der Stimme entsprechender Code im Speicher dieses Abstimmungsgeräts gespeichert.
Die Abfrageeinheit sendet zeitlich nacheinander Code-Abfragesignale aus. Empfängt
ein Abstimmungsgerät ein dem gespeicherten Code entsprechendes Code-Abfragesignal,
so übermittelt es ein Antwortsignal an die Abfrageeinheit. Durch Messung der jeweiligen
Empfangsleistung der nach einer Aussendung eines Code-Abfragesignals erhaltenen Antwortsignale
lässt sich die Zahl der Personen ermitteln, welche ein bestimmtes Votum abgegeben
haben.
[0005] EP-A-0'556'853 offenbart ebenfalls ein mittels Funk arbeitendes Abstimmungssystem.
Hier verfügen die einzelnen Abstimmungsgeräte über einen kleinen Display, auf welchem
die stimmberechtigte Person erkennen kann, welches Votum sie abgegeben hat. Dieses
Votum wird im Abstimmungsgerät gespeichert. Jedes Abstimmungsgerät ist zudem mit einem
individuellen Code versehen, welcher eine Identifikation ermöglicht. Die zentrale
Abfrageeinheit sendet nacheinander diese individuellen Codes aus, worauf die einzelnen
Abstimmungsgeräte nacheinander ihren Code zusammen mit dem Votum übermitteln.
[0006] Diese Abstimmungssysteme haben den Nachteil, dass viele Benützer in der Bedienung
überfordert sind. Besonders bei Aktionärsversammlungen mit einigen hundert bis tausend
Teilnehmern werden die einzelnen Aktionäre mit einer Fülle von Informationen überflutet.
Einerseits möchte jeder Aktionär dem Geschehen vorne auf dem Podium bzw. auf der Grossleinwandprojektion
folgen. Andererseits muss er darauf achten, dass er seine Stimme zum richtigen Zeitpunkt
abgibt. Dabei werden Aufforderungen zur Abstimmung, wenn überhaupt, meistens auf anderen
Grossprojektionen dargestellt. Da er seine Stimmabgabe in sein individuelles Abstimmungsgerät
eingeben muss, fehlt ihm zudem die Sicherheit, dass seine Stimme auch tatsächlich
berücksichtigt wird. Dies führt oft zu einer unnötigen Unruhe im Saal.
[0007] Aus US-A-5'724'357 ist zwar ein drahtloses System bekannt, welches einen Dialog zwischen
einem Vortragenden und seinen Zuhörern ermöglicht. Dieses System ist jedoch für den
Einsatz in Vorlesungssälen von Universitäten entwickelt worden. Das System weist eine
Basiseinheit für den Vortragenden und mehrere Kommunikationsgeräte für die Studenten
auf, welche über Funk miteinander kommunizieren können. Die Basiseinheit besteht aus
einem PC und einem daran angeschlossenen Basisgerät. Basisgerät und Kommunikationsgeräte
sind identisch aufgebaut und verfügen über eine Antenne, eine Batterie, eine Tastatur,
einen Display und einen Mikroprozessor. Da teilweise grosse Datenmengen ausgetauscht
werden, erfolgt der Datentransfer über ein relativ aufwendiges Protokoll. Deshalb
ist der Datentransfer relativ langsam und für Abstimmungssysteme mit vielen Teilnehmern
nicht geeignet. Zudem weisen die Kommunikationsgeräte einen relativ hohen Energiebedarf
auf.
[0008] DE 198 25 978 offenbart ein System mit Datenerfassungsgeräten und einer zentralen Auswertungseinheit,
welches eine bidirektionale Datenübertragung ermöglicht. Dabei werden die Abstimmungsfragen
vorgängig in den einzelnen Datenerfassungsgeräten gespeichert.
Darstellung der Erfindung
[0009] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein elektronisches Abstimmungsverfahren zu
schaffen, welches die obengenannten Nachteile behebt.
[0010] Diese Aufgabe löst ein elektronisches Abstimmungsverfahren mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1.
[0011] Im erfindungsgemässen Verfahren wird der Teilnehmer auf einem Display seines portablen
Abstimmungsgeräts darüber informiert, dass er nun seine Stimme abgeben kann. Die vorliegende
Abstimmungsfrage wird dabei auf dem Display angezeigt, damit er erkennt, zu welchem
Thema seine Meinung gefragt ist. Wenn die Stimme an eine zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit
übermittelt worden ist, wird er auch darüber informiert.
[0012] Dadurch wird jeder Benützer einerseits direkt während der Abstimmung angeleitet,
wie er das Gerät benützen soll. Ferner erhält er eine Zusicherung, dass seine Stimme
auch tatsächlich berücksichtigt worden ist.
[0013] Vorteilhaft ist ferner, dass der Benützer die Möglichkeit hat, die Stimmabgabe zu
ändern, ohne dass er dabei unter Zeitdruck gerät, da das Abstimmungsgerät stets eine
Bestätigung der Eingabe verlangt. Um den Funkverkehr nicht zu belasten, erfolgt diese
Kommunikation mit dem Benützer vorzugsweise ausschliesslich mittels des Abstimmungsgeräts.
[0014] Die Übermittlung der Abstimmungsfrage erfolgt als Broadcast-Befehl, wobei jede Frage
mit einer Fragenummer versehen ist. Die Abfrage der einzelnen Stimmabgaben erfolgt
über individuelle Anfragen bei den einzelnen Abstimmungsgeräten, welche ihre Antwort
mit der Fragenummer und ihrer spezifischen Geräteidentifikation versehen. Dadurch
lässt sich die Anzahl der individuellen, zeitintensiven Abfragen auf ein Minimum begrenzen
und der Funkverkehr wird nicht überlastet. Vorzugsweise sind auf dem Abstimmungsgerät
selber nur wenige Angaben zur Identifikation des Abstimmenden gespeichert. Die Zuordnung
seiner Stimme mit der ihm zustehenden Gewichtung oder Stimmenzahl kann beispielsweise
in der zentralen Einheit erfolgen. Dadurch ist gesichert, dass relevante persönliche
Daten jedes Teilnehmers vertraulich behandelt werden können. Auch wird der Funkverkehr
mit derartigen Angaben, wie beispielsweise die Stimmenanzahl, nicht überbelastet.
[0015] In einer bevorzugten Variante des Verfahrens werden vor der Abstimmung die einzelnen
Positionen der verschiedenen Abstimmungsgeräte durch die zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit
erfasst, so dass die individuelle Abfrage relativ schnell über geeignete im Saal positionierte
Antennen erfolgen kann. Diese Erfassung der Positionen der einzelnen Geräte weist
weitere Vorteile auf: so wird die Sicherheit erhöht, da es auffallen würde, wenn von
einer einzigen Position im Saal eine unnatürlich hohe Anzahl Stimmen abgegeben würden
beziehungsweise wenn die Positionen im Saal zu häufig ändern. Dies liesse auf einen
Störsender schliessen. Ferner liefert diese Positionserfassung und ein allfälliges
Anfertigen einer Karte einem Organisator derartiger Generalversammlungen wertvolle
Informationen für die Gestaltung weiterer Generalversammlungen. Insbesondere unterstützt
diese Erfassung seinen Lernprozess, wie er die Antennen im Raum am besten verteilt,
um eine gleichmässige Belastung zu erzielen und somit die Abfrage möglichst effizient
durchzuführen. Diese Vorteile lassen sich auch ohne Verwendung des Displays erzielen.
Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht eine relativ schnelle Erfassung aller Stimmabgaben,
ohne aufwendige Hand-shake oder komplizierte Datenübermittlungen. Die individuellen
Abstimmungsgeräte weisen ein Minimum an Elektronik auf und lassen sich somit kostengünstig
fertigen. Die Verwendung von frei programmierbaren Eingabetasten vereinfacht das Abstimmungsgerät
und somit dessen Bedienung.
[0016] Weitere vorteilhafte Varianten des Verfahrens gehen aus den abhängigen Patentansprüchen
hervor.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0017] Im Folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels,
welches in der beiliegenden Zeichnung dargestellt ist, erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsge mässen Abstimmungssystems;
- Figur 2
- eine Ansicht eines Abstimmungsgeräts;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung der Elektronik eines Abstimmungsgerätes und
- Figur 4
- einen Funktionsablauf einer Stimmabfrage.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0018] In Figur 1 ist das erfindungsgemässe Abstimmungssystem schematisch dargestellt. Das
Abstimmungssystem besteht im wesentlichen aus einer zentralen Abfrage- und Auswerteeinheit
Z, mindestens eine Sende- und Empfangsantenne A1, A2, A3, A4, welche mit der zentralen
Abfrage- und Auswerteeinheit Z in Verbindung steht, und einer Vielzahl von individuellen,
transportablen Abstimmungsgeräten G. Die Anzahl der Sende- und Empfangsantennen A1,
A2, A3, A4 ist den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Die Antennen A1, A2, A3, A4
sind dabei so im Saal oder in den Sälen verteilt, dass jedes Abstimmungsgerät G in
kommunizierender Verbindung mit mindestens einer Antenne A1, A2, A3, A4 treten kann.
[0019] In der Figur 2 ist ein Abstimmungsgerät G dargestellt. Es weist ein Gehäuse 1 auf,
in welchem mehrere Eingabetasten 20, 21, 22, 23 und eine Anzeigefläche oder Display
3 angeordnet sind. Der Display 3 ist vorzugsweise ein LCD Display bekannter Art. Im
Gehäuse 1 sind, wie in Figur 3 dargestellt ist, eine Batterie 4, eine Empfangs- und
Sendeantenne 5, eine mit der Antenne 5 verbundene Funksignal-Übertragungseinheit 6
und eine mit der Übertragungseinheit 6 verbundene Steuereinheit 7 angeordnet. Die
Empfangs- und Sendeantenne ist beispielsweise eine Stabantenne, welche auf einem Print,
vorzugsweise demjenigen der Steuereinheit 7, aufgeätzt ist. Die Übertragungseinheit
6 weist einen Hochfrequenz-Sender, einen Hochfrequenz-Oszillator und einen Modulator
auf. Die Steuereinheit 7 weist unter anderem einen Speicher, einen Codierer und eine
Displaysteuerung auf. An die Steuereinheit 7 sind die Eingabetasten 20, 21, 22, 23
und der Display 3 angeschlossen.
[0020] Die Funktionen der Eingabetasten 20, 21, 22, 23 sind frei programmierbar. Die Tasten
20, 21, 22, 23 sind an einem Rand des Displays 3 angeordnet, so dass auf dem Display
3 die Belegungsart der Tasten 20, 21, 22, 23 angezeigt werden kann. Vorzugsweise dient
während der Abstimmung die Taste 20 dazu, mit "ja" zu stimmen, die Taste 22 entspricht
einer "nein" Stimme, die Taste 21 wird gedrückt, wenn sich der Stimmberechtigte der
Stimme enthalten will. Die Taste 23 ist eine Info-Taste, über welche sich im Speicher
gespeicherte oder über Funk von der zentralen Abfrage- und Auswerteeinheit abgefragte
Informationen auf dem Display 3 anzeigen lassen. Je nach Stand des Abstimmungsprozederes
sind den Tasten jedoch noch andere Eingabewerte zugewiesen, wie im folgenden dargelegt
ist. Der Hinweis, welche Zuweisung gerade gilt, erscheint jeweils auf dem Display
3.
[0021] Das Abstimmungsgerät G ist ein passives Element, welches lediglich bei Empfang eines
von der Abfrage- und Auswertungseinheit Z gesandten Broadcast-Befehls aktiviert wird
und seine Daten über Funk an diese Einheit Z übermittelt. Der Benützer kann somit
nicht von sich aus seine Daten an die zentrale Einheit Z übermitteln.
[0022] In der Figur 4 ist das für den Benützer während der Versammlung einsehbare Verfahren
dargestellt. Die Vierecke entsprechen dabei dem Inhalt des Displays 3 zum jeweiligen
Zeitpunkt. Jeder Stimmberechtigte erhält am Eingang eines dieser portablen Abstimmungsgeräte
G, welches speziell für ihn personalisiert worden ist. Das heisst, im Speicher sind
sein Name und beispielsweise auch die Anzahl der von ihm vertretenen Stimmen gespeichert.
Bei Aktivierung des Gerätes G durch Druck auf irgendeine Eingabetaste 20, 21, 22 23
erscheint auf dem Display 3 sein Name und durch Druck auf die Info-Taste 23 wird er
begrüsst und über seine Anzahl Stimmen informiert. Mittels der Info-Taste 23 lassen
sich auch andere Informationen anzeigen. Im Display 3 erscheint bei der Belegung der
Taste 23 "Zurück", so dass der Benüt> zer auf einfache Art und Weise wieder in die
Grundstellung des Gerätes G zurückgelangen kann. Weitere Funktionen sind möglich.
Beispielsweise kann in einer bevorzugten Ausführungsform der Benützer die Sprache
der Anzeige wählen.
[0023] Ist die Versammlung so weit fortgeschritten, dass eine Abstimmung durchgeführt werden
soll, übermittelt die zentrale Einheit Z mit einem Broadcast-Befehl an alle Geräte
G den Wortlaut der Abstimmungsfrage. Auf dem Display 3 erscheint die zur Abstimmung
stehende Frage in der gewählten Sprache. Der Stimmberechtigte wird auf dem Display
3 aufgefordert, seine Stimme abzugeben, wobei die Belegung der Tasten 20, 21, 22 mit
"ja", "enthalten" und "nein" angegeben wird. Wenn er die gewünschte Taste gedrückt
hat, erhält er auf dem Display 3 eine Bestätigung seiner Wahl und wird aufgefordert,
diese Wahl nochmals durch Tastendruck zu bestätigen. Diese Kommunikation mit dem Benützer
erfolgt ohne Beteiligung der zentralen Einheit Z und wird lediglich durch die Steuereinheit
7 des spezifischen Geräts G durchgeführt. Dadurch wird die Funkverbindung nicht überlastet.
[0024] Korrigiert der Benützer seine Wahl, wird dieser Schritt iterativ so oft wiederholt,
bis der Benützer durch Drücken der entsprechenden Taste sein "ok" zu seiner Stimmabgabe
gibt. Hat er sein Einverständnis bestätigt, so erhält er von der Steuereinheit 7 über
den Display 3 die Bestätigung, dass seine Stimme gespeichert ist und dass er nun warten
soll.
[0025] Zwischenzeitlich beginnt die zentrale Abfrage- und Steuereinheit Z, die einzelnen
Geräte G per Funk nach ihrer Stimme abzufragen. Jedes derart aufgeforderte Abstimmungsgerät
G übermittelt die Stimmabgabe des Benützers per Funk an die zentrale Abfrage- und
Steuereinheit Z, welche das Signal über eine der im Saal verteilten Antennen A1, A2,
A3, A4 erhält. Bei erfolgter Übermittlung erscheint auf dem Display 3 die Bestätigung,
dass die Mitteilung übertragen und somit berücksichtigt worden ist. Üblicherweise
wird die Anzahl der pro Gerät vertretenen Stimmen nicht übermittelt. In der zentralen
Abfrage- und Steuereinheit Z beziehungsweise in einer mit dieser verbundenen Auswerteeinheit
ist eine Teilnehmerliste mit allen relevanten Angaben inklusive der vertretenen Stimmenzahl
gespeichert. Bei Eingang des Votums wird dieses somit vorzugsweise erst bei der Auswertung
mit der entsprechenden Gewichtung versehen.
[0026] Bei der Kommunikation zwischen Abstimmungsgerät G und zentraler Abfrage- und Auswerteeinheit
Z ist zu beachten, dass die zentrale Einheit Z möglichst viele Geräte innerhalb kürzerster
Zeit erreichen und abfragen soll, dass aber trotzdem gewährleistet sein muss, dass
keine Stimme übersehen wird und dass keine Stimme doppelt gezählt wird. Ein vollständiger
Handshake zwischen den einzelnen Geräten G und der zentralen Einheit Z würde zwar
eine eindeutige Identifikation gewährleisten. Diese Handshakes würden jedoch den Funkverkehr
überlasten und zu viel Zeit für die Auswertung benötigen.
Erfindungsgemäss wird deshalb wie folgt vorgegangen:
[0027] Die versandten Datenformate sind alle gleich aufgebaut und bestehen aus einem Startbit,
mehreren Datenbits und einem Stopbit. Die als Broadcast-Signal von der zentralen Abfrage-
und Auswerteeinheit Z versandte Abstimmungsfrage ist in einem Protokoll eingebettet,
welches zusätzlich zum Text der Abstimmungsfrage auch eine Fragenummer enthält. Das
Protokoll weist dabei den folgenden Aufbau auf:
Sync|SRequ|FC|CMD|QuestNr|Text|FCS
wobei
Sync die Synchronisation,
SRequ das Startzeichen,
FC den Mitteilungstyp,
CMD eine weitere Unterteilung des Mitteilungstyps und
QuestNr die Fragenummer bezeichnet,
Text den Fragetext enthält und
FCS die Checksumme bedeutet.
[0028] Die Frage wie auch alle späteren Broadcast-Signale werden vorzugsweise in kurzen
Zeitabständen über alle Antennen A1, A2, A3, A4 mehrmals übermittelt, um alle Geräte
G zu erreichen. Der Saal wird sozusagen mit dem Befehl überflutet.
[0029] Bei der Abfrage der einzelnen Stimmabgaben sendet die zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit
Z jedem Gerät G einen individuellen Befehl, die Stimmabgabe zu übermitteln. Das Protokoll
für den Befehl sieht wie folgt aus:
Sync|SRequ|FC|ID|FCS
wobei
ID die Identifikationsnummer des jeweiligen Geräts G ist.
[0030] Das angesprochene Abstimmungsgerät G antwortet mit
Pream|SResp|FC|ID|QuestNr|Result|FCS
wobei
Pream die Synchronisation, SResp das Startzeichen bedeutet und
Result die Stimmabgabe beinhaltet.
[0031] Somit übermittelt das Abstimmungsgerät G zusammen mit seiner Stimmabgabe die Fragenummer
der Abstimmungsfrage. Es lässt sich somit garantieren, dass die Antworten der Frage
fehlerfrei zugeordnet werden. Durch diese Kopplung ist es auch möglich, dass Wähler
bereits im Vorfeld der Abstimmung ihre Stimme abgeben können und dass diese erst zum
geeigneten Zeitpunkt vom entsprechenden Abstimmungsgerät G an die zentrale Einheit
Z übermittelt werden. Es ist auch möglich, dass vorzeitige Stimmabgaben in der zentralen
Einheit Z gespeichert und zum gegebenen Zeitpunkt intern abgefragt werden.
[0032] Ist die Zeitspanne für die Stimmabgabe zu einer spezifischen Frage abgelaufen, so
übermittelt die zentrale Einheit Z einen Broadcast-Sperrbefehl, dessen Protokoll wie
folgt aufgebaut ist:
Sync|SRequ|FC|CMD|FCS
[0033] Dadurch wird verhindert, dass einzelne Geräte G nach wie vor ihre Stimmabgabe übermitteln.
Wird dieser Voting-Lock-Befehl übermittelt, schalten die Geräte G ihren Display 3
auf die Grundstellung zurück, wie in Figur 4 dargestellt ist.
[0034] Am Ende der Versammlung sendet die zentrale Einheit Z zudem ein Broadcast-Signal,
um alle Geräte G abzuschalten.
[0035] Um die einzelnen Geräte G möglichst schnell zu erreichen und abzufragen, lassen sich
zwei verschiedene Verfahren einsetzen. In beiden Varianten verfügt die zentrale Einheit
Z über eine Liste aller Geräte G, von welchen eine Antwort erwartet wird.
[0036] In einer ersten Variante des Verfahrens werden über eine erste Antenne A1 alle im
Saal befindlichen Geräte G abgefragt. Die Geräte G, von welchen die zentrale Einheit
Z bereits eine Antwort erhalten hat, werden auf der Liste vermerkt. Alle Geräte G,
welche noch keine Antwort gesandt haben, werden über eine zweite Antenne A2 abgefragt.
Die wieder nicht antwortenden Geräte G werden über die dritte Antenne A3 gesucht und
so weiter, bis über alle Antennen einmal die Antwortaufforderung versandt worden ist.
Fehlt für ein Gerät G nach wie vor eine Antwort, so wird wieder bei der ersten Antenne
A1 angefangen. Nach einem bestimmten Zeitpunkt wird, wie oben beschrieben, die Wahl
abgebrochen, so dass die nicht antwortenden Geräte G bei der Wahl nicht berücksichtigt
werden. Sollte nun ein Gerät G nicht funktionieren, so erkennt dies der Benützer aufgrund
der fehlenden Rückbestätigung auf dem Display 3 und kann sich entsprechend bemerkbar
machen, um doch noch berücksichtigt zu werden.
[0037] In einer bevorzugten zweiten Variante des Verfahrens wird jedoch bei der ersten Abstimmungsfrage
oder vor der Abstimmung empirisch ein Mapping oder eine Erreichbarkeitsliste eruiert.
Das heisst, die zentrale Einheit Z fordert vor der Abstimmung alle Geräte G auf, eine
Antwort zu senden. Diese Aufforderung wird vorzugsweise gemäss der ersten Variante
gesendet. Die zentrale Einheit Z registriert, über welche Antenne sie die Antworten
der einzelnen Geräte G erhalten hat. Bei der nachfolgenden Abstimmung wird das entsprechende
Gerät jeweils als erstes über diese Antenne aufgefordert, die Antworten zu den Abstimmungsfragen
zu übermitteln. Erst wenn keine Antwort erhalten wird, wird über die anderen Antennen
gesucht.
[0038] Vorzugsweise wird der Kontakt zwischen den einzelnen Abstimmungsgeräten und der zentralen
Einheit nicht nur bei Abstimmungen sondern in regelmässig wiederkehrenden Zeitabständen
aufrechterhalten, so dass die Einheit einen Wechsel in der Standortposition jederzeit
feststellen kann. Diese Kontrollabfragen werden dem Benützer vorzugsweise nicht angezeigt.
[0039] In einer bevorzugten Variante des Verfahrens lässt sich zudem das Abstimmungsgerät
dazu benutzen, einzelnen Teilnehmern Nachrichten zu übermitteln; beispielsweise eine
Nachricht, dass sie einen Telephonanruf erhalten haben und um Rückruf gebeten werden.
Bezugszeichenliste
[0040]
- A1
- erste Antenne
- A2
- zweite Antenne
- A3
- dritte Antenne
- A4
- vierte Antenne
- Z
- zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit
- G
- Abstimmungsgerät
- 1
- Gehäuse
- 20
- Eingabetaste
- 21
- Eingabetaste
- 22
- Eingabetaste
- 23
- Eingabetaste
- 3
- Display
- 4
- Batterie
- 5
- Empfangs- und Sendeantenne
- 6
- Funksignal-Übertragungseinheit
- 7
- Steuereinheit
1. Elektronisches Abstimmurigsverfahren in einer Versammlung, bei welchem zu einer Abstimmungsfrage
über Eingabetasten (20, 21, 22, 23) Stimmabgaben in portable Abstimmungsgeräte (G)
eingegeben werden, wobei jedes Abstimmungsgerät (G) die in dieses Gerät (G) eingegebene
Stimmabgaben auf einem Display (3) anzeigt und wobei jedes Abstimmungsgerät (G) nach
individueller, per Funk übermittelter Aufforderung durch eine zentrale Abfrage- und
Auswerteeinheit (Z) die in dieses Abstimmungsgerät (G) eingegebenen Stimmabgaben an
diese zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit (Z) per Funk übermittelt, dadurch gekennzeichnet,
dass wenn die Versammlung so weit fortgeschritten ist, dass eine Abstimmung durchgeführt
werden kann, die zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit (Z) den Text der Abstimmungsfrage
zusammen mit einer Fragenummer vor der Stimmabgabe als Befehl an die Abstimmungsgeräte
(G) übermittelt, worauf auf dem Display (3) der einzelnen Abstimmungsgeräte (G) die
Abstimmungsfrage
und eine Aufforderung zur Stimmabgabe erscheint,
dass zwecks Abfrage der einzelnen Stimmabgaben die zentrale Abfrage- und Auswerteinheit
(Z) jedem Abstimmungsgerät (G) einen individuellen Befehl mit einer Identifikationsnummer
des jeweiligen Abstimmungsgeräts (G) sendet,
dass die Antwort des von der zentralen Abfrage- und Auswerteinheit (Z) angesprochenen
Abstimmungsgeräts (G) die Identifikationsnummer, des jeweiligen Abstimmungsgeräts
(G), die Fragenummer und die Stimme enthält und
dass nach Übermittlung der Stimmabgabe an die zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit (Z)
eine Bestätigung auf dem Display (3) erscheint, dass die abgegebene Stimme an die
zentrale Abfrage- und Auswerteinheit (Z) übermittelt worden ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Aufforderung zur Stimmabgabe ein Hinweis auf zu drückende Eingabetasten (20,
21, 22, 23) auf dem Display (3) erscheint.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstimmungsfrage als Broadcast-Signal an alle Abstimmungsgeräte (G) übermittelt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit (Z) vor beziehungsweise bei Versendung
einer ersten Abstimmungsfrage individuelle Signale der einzelnen Abstimmungsgeräte
(G) erhält, anhand welcher die zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit (Z) registriert,
über welche Antenne (A1, A2, A3, A4) die einzelnen Abstimmungsgeräte (G) über Funk
erreichbar sind, und dass die zentrale Abfrage- und Auswerteeinheit (Z) während der
Abstimmung in einem ersten Abfrageschritt die individuelle Aufforderung zur Übermittlung
der Stimmabgabe über die registrierte Antenne (A1, A2, A3, A4) sendet.
1. Electronic voting method at a meeting, in which input keys (20, 21, 22, 23) are used
to input votes into portable voting devices (G) for a voting issue, wherein each voting
device (G) displays the votes input into said device (G) on a display (3) and wherein,
following an individual prompt transmitted by radio by a central interrogation and
evaluation unit (Z), each voting device (G) transmits the votes input into said voting
device (G) to said central interrogation and evaluation unit (Z) by radio,
characterized
in that, if the meeting is so far advanced that voting can be carried out, the central interrogation
and evaluation unit (Z) transmits the text of the voting issue, together with an issue
number, to the voting devices (G) as a command prior to the vote, whereupon the voting
issue and a prompt for a vote appear on the display (3) of the individual voting devices
(G),
in that, for the purpose of requesting the individual votes, the central interrogation and
evaluation unit (Z) sends each voting device (G) an individual command with an identification
number for the respective voting device (G),
in that the response of the voting device (G) addressed by the central interrogation and
evaluation unit (Z) contains the identification number of the respective voting device
(G), the issue number and the vote, and in that, following transmission of the vote
to the central interrogation and evaluation unit (Z), a confirmation appears on the
display (3) that the cast vote has been transmitted to the central interrogation and
evaluation unit (Z).
2. Method according to Claim 1, characterized in that the prompt for a vote is accompanied by the appearance of advice of input keys (20,
21, 22, 23) to be pressed on the display (3).
3. Method according to one of Claims 1 and 2, characterized in that the voting issue is transmitted as a broadcast signal to all voting devices (G).
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that, before or when a first voting issue is sent, the central interrogation and evaluation
unit (Z) receives individual signals from the individual voting devices (G) which
the central interrogation and evaluation unit (Z) uses to record which antenna (A1,
A2, A3, A4) can be used to reach the individual voting devices (G) by radio, and in that, during the voting, the central interrogation and evaluation unit (Z) sends the individual
prompt for transmission of the vote via the recorded antenna (A1, A2, A3, A4) in a
first interrogation step.
1. Procédé de vote électronique dans une réunion, selon lequel, lors d'une question à
soumettre au scrutin, des votes sont saisis dans des appareilles de vote portables
(G) par le biais de touches de saisie (20, 21, 22, 23), chaque appareil de vote (G)
affichant les votes saisis dans ce appareil(G) sur un afficheur (3) et chaque appareil
de vote (G), après une demande individuelle communiquée par voie radioélectrique par
une unité d'interrogation et d'interprétation centrale (Z), communiquant les votes
saisis dans ledit appareil de vote (G) à ladite unité d'interrogation et d'interprétation
centrale (Z) par voie radioélectrique, caractérisé en ce
que, lorsque la réunion est suffisamment avancée pour qu'un scrutin puisse avoir lieu,
l'unité d'interrogation et d'interprétation centrale (Z) communique le texte de la
question à soumettre au scrutin conjointement avec un numéro de question sous la forme
d'une instruction à l'appareil de vote (G) avant le vote, après quoi la question à
soumettre au scrutin ainsi qu'une invitation à voter apparaissent sur l'afficheur
(3) de chacun des appareilles de vote (G),
qu'en vue d'interroger les votes individuels, l'unité d'interrogation et d'interprétation
centrale (Z) envoie à chaque appareil de vote (G) une instruction individuelle avec
un numéro d'identification d' appareil de vote (G) correspondant,
que la réponse d'appareil de vote (G) sollicité par l'unité d'interrogation et d'interprétation
centrale (Z) contient le numéro d'identification d'appareil de vote (G) correspondant,
le numéro de question ainsi que la voix et
qu'après la communication du vote à l'unité d'interrogation et d'interprétation centrale
(Z), une confirmation apparaît sur l'afficheur (3) indiquant que la voix déposée a
été communiquée à l'unité d'interrogation et d'interprétation centrale (Z).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'invitation à voter qui apparaît sur l'afficheur (3) est accompagnée d'une indication
à propos des touches de saisie (20, 21, 22, 23) à actionner.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la question à soumettre au scrutin est communiquée sous la forme d'un signal diffusé
à tous les appareilles de vote (G).
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'unité d'interrogation et d'interprétation centrale (Z) reçoit, avant ou au moment
de l'envoi d'une première question à soumettre au scrutin, des signaux individuels
de chacun des appareilles de vote (G) au moyen desquels l'unité d'interrogation et
d'interprétation centrale (Z) enregistre l'antenne (A1, A2, A3, A4) par le biais de
laquelle les appareilles de vote (G) individuels peuvent être joints par radio, et
que l'unité d'interrogation et d'interprétation centrale (Z), pendant le scrutin,
envoie au cours d'une première étape d'interrogation, l'invitation individuelle à
communiquer le vote par le biais de l'antenne (A1, A2, A3, A4) enregistrée.