[0001] Die Erfindung befaßt sich mit einem Mikrosystem und einem Verfahren zum Herstellen,
Anpassen oder Einstellen einer Lagerstelle in einem Mini- bis Mikrosystem.
[0002] Ein solches Mikrosystem ist in der
WO-A 97/12147 (Fraunhofer) als beispielsweise Mikropumpe oder Mikromotor beschrieben. Ein Fluid
zu fördern oder von einem Fluid angetrieben zu werden ist der Betrieb der Pumpe bzw.
des Motors. Lagerstellen bestehen dort und müssen passend gestaltet sein oder werden.
[0003] Aufgrund der geringen Nennmaße für die Mikrosysteme, wozu beispielsweise auf die
maßstabgetreue Zeichnung der Figur 1 verwiesen sind, besteht eine erhöhte Anforderung
an die Lagerung von Außenrädern, Innenrädern oder von Wellen, die gemeinsam als "Rotoren"
bezeichnet werden sollen. Besonders beim Durchleiten (Fördern oder Antreiben) von
nicht schmierenden Medien besteht die Notwendigkeit, sehr harte und gleichzeitig korrosionsbeständige
Werkstoffe zu verwenden, z.B. Keramik oder Hartmetall. Der Einsatz dieser Werkstoffe
ist bei allen tribologisch beanspruchten Funktionsbauteilen des Mikrosystems sinnvoll,
um den Einsatz von weichen oder korrosiven Werkstoffen mit einem stetigen oder stärkeren
Verschleiß zu vermeiden. Gerade bei kleinen und kleinsten Abmessungen im Millimeterbereich
(Minibis Mikrosystem) führt Verschleiß im Lagerbereich schnell zum Versagen des gesamten
Systems.
[0004] Hinzu tritt die fertigungstechnische Seite, die bei derartig geringen Nennmaßen Schwierigkeiten
mit sich bringt, die hochgenau erforderlichen Maße dauerhaft einzuhalten. Diese Maßgenauigkeiten
liegen im Mikrometerbereich, wobei geforderte Genauigkeiten im Bereich von 1 bis 2
µm liegen. Gerade die Verwendung von exzentrisch arbeitenden Mikrosystemen, bestehend
aus zwei miteinander kämmenden Rotoren, sog. innenverzahnte Mikropumpen nach dem Gerotor-Prinzip,
erfordert die hochgenaue Einhaltung der Exzentrizität, die durch zwei exzentrisch
angeordnete Lagerstellen erreicht wird. Die so einen Radialversatz aufweisenden Lager
haben dazuhin einen axialen Versatz, liegen aber axial dicht beieinander. Die Achsen
der beiden Hülsen sind prinzipbedingt zueinander exzentrisch versetzt. Diese Exzentrizität
erfordert eine Genauigkeit im Mikrometerbereich, was bei Verwendung spangebender Fertigungsverfahren
mit üblichem Gehäuseaufbau aufwendig bis fertigungstechnisch unmöglich ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist demgemäß eine kostengünstige Lösung vorzuschlagen, um ein Mikrosystem der bspw.
in Figur 1 abgebildeten Art mit Lagern zu versehen, welche die geforderte höchste
Genauigkeit ebenso aufweisen, wie eine langfristige Beanspruchbarkeit, insbesondere
bei Betrieb mit nicht schmierenden Fluiden.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe mit einem Mikrosystem nach Anspruch 1 oder einem Herstellverfahren,
Anpaßverfahren oder Einstellverfahren nach Anspruch 7 zur Herstellung zumindest einer
Lagerstelle des genannten Mikrosystems.
[0007] Gemäß der Erfindung wird ein mechanisch präzises Gesamtsystem aus einfachen präzisen
Körpern (Hülsen) und einem "ungenau" gefertigten Gehäuse (Stator) durch Verbindungstechnik
(Löten, Kleben, Einpressen) kostengünstig aufgebaut, insbesondere im Zusammenhang
mit zwei axial beabstandeten Lagern bzw. Lagerstellen und in einer Größenordnung der
zu lagernden "Rotoren" in einem Durchmesserbereich unter 15 mm, wobei größere Ausführungen
nicht ausgeschlossen werden sollen, die kleineren Durchmesser aber erhöhte Beachtung
finden.
[0008] Im Rahmen der Erläuterung der Erfindung wird sowohl auf das Mikrosystem Bezug genommen,
wie auch auf das Verfahren zur Herstellung der Lagerstelle des Mikrosystems, bei welcher
Verfahrensvariante das Mikrosystem in dem Sinne negativ beschrieben wird, daß Räume
und Lagerstellen geschaffen werden, in welche dieses Mikrosystem dann positiv eingesetzt
werden kann. Ist das Mikrosystem selbst betroffen, ist der fertige Zustand beschrieben,
bei dem das Herstellverfahren nur noch mittelbar erkennbar ist, wie aus der folgenden
Erläuterung zur Stützung der Ansprüche erkennbar ist.
[0009] Vorauszuschicken ist für den Anspruch 1 und 7, dass die Begriffe eines "harten" Lagerwerkstoffs
mit demjenigen eines "weichen" Statorwerkstoffs verglichen werden. Die Begriffe sind
so zu verstehen, daß der harte Lagerwerkstoff beispielsweise Keramik oder Hartmetall
ist, zur Sicherstellung einer langfristigen Beanspruchbarkeit und einer langfristigen
Genauigkeit der zumindest einen Lagerstelle. Gegenüber diesen harten Werkstoffen sind
die leichter spangebend zu bearbeitenden weicheren Statorwerkstoffe gemeint, die preisgünstiger
zu erhalten sind und leichter fertigungstechnisch bearbeitet werden können. Sie nehmen
die im wesentlichen kleinen Lagerbauteile auf, welche Genauigkeit und Abriebfestigkeit
zur Lösung der Aufgabe bereitstellen (Anspruch 1).
[0010] Der Stator hat zumindest einen Abschnitt aus spangebend leichter zu bearbeitendem
Werkstoff, der zumindest einen Lagerkörper aus dem harten Werkstoff aufnimmt. In dem
Lagerkörper, bevorzugt einer Hülse, ist der Rotor entweder als Welle oder als Außenrotor
oder Innenrotor gelagert.
[0011] Zwischen dem harten Werkstoff und dem Statorwerkstoff befindet sich ein die mechanisch
feste Verbindung begründender Bereich, der auf drei Weisen erhalten werden kann. Wird
mit einem mechanischen Preßvorgang ein Teil des Gehäusewerkstoffs im Lagerbereich
verdrängt, so führt eine unmittelbare mechanisch feste Verbindung zum Halten des Lagerbauteils
in dem Sinne, daß nach dem Einsetzen eine mechanisch fest Verbindung von Lagerbauteil
zum Stator besteht und das Lagerbauteil präzise ausgerichtet ist (Anspruch 6).
[0012] Eine alternative Variante zur Herstellung der mechanisch festen Verbindung besteht
in der zeitlich vor sich gehenden Aushärtung eines Füllwerkstoffs, der in einen Spalt
eingefügt wird, welcher zwischen dem Lagerbauteil und dem etwas größeren Innenmaß
des Aufnahmeabschnitts des Stators besteht (Anspruch 5). Dieser Spalt kann im Bereich
zwischen 20 µm und 70 µm, insbesondere unterhalb 100 µm liegen. Nach dem Aushärten
liegt ein Verbund von Werkstoffen vor, der mechanisch stabil, langfristig belastbar
und lagegenau hergestellt ist. Zudem ist die Realisierung der so gebildeten zumindest
einen Lagerstelle kostengünstig.
[0013] Eine dritte Variante liegt in der Kombination der beiden zuvor beschriebenen Verfahren,
wenn zwei axial beabstandete Lager vorgesehen werden (Anspruch 3). Dann kann zu einem
Einpressen bei einem mechanischen Preßvorgang mit mechanischer unmittelbarer fester
Verbindung zum Halten des ersten Lagerbauteils eine Aushärtung eines Füllwerkstoffs
zwischen dem zweiten Lagerbauteil und dem Stator hinzugezogen werden.
[0014] Zunächst wird das erste Lager mechanisch den weichen Werkstoff verdrängend eingepresst
(Anspruch 8). Anschließend wird das zweite Lager zunächst lose in den Stator eingelegt,
gestützt von dem mechanisch bereits festen Lager, dessen Mitte axial beabstandet ist.
Eine anschließende Lagepositionierung des zweiten Lagers gegenüber dem ersten Lager
und damit auch die absolute Positionierung des zweiten Lagers gegenüber dem Stator
folgt und ein aushärtender Füllwerkstoff sorgt nach Einbringen zwischen dem zweiten
Lager und dem Stator für das zeitlich vor sich gehende Aushärten und Fixieren (Anspruch
9). Die Adhäsionswirkung bildet sich dabei in einem Spalt, der zwischen dem zweiten
Lager und dem Stator belassen wird, wie zuvor beschrieben.
[0015] Bevorzugt ist die erste Lagerstelle die mechanisch durch Verdrängung eines Oberflächenabschnitts
des Statorwerkstoffs positioniert wird, diejenige einer Welle, wobei der äußere Durchmesser
der die Lagerstelle bildenden Hülse einen kleineren Durchmesser aufweist, als diejenige
Hülse, welche die anschließend festgelegte zweite Lagerstelle bildet, die durch Aushärten
eines Füllwerkstoffes lagegenau festgelegt wird (Anspruch 4 oder 11 oder 12).
[0016] Die Verdrängung oder die Auffüllung mit einem aushärtenden Werkstoff ist derjenige
Bereich, der als "Unpassung" beschrieben werden soll (Merkmal (a), Anspruch 7). Die
Unpassung wird beim Herstellvorgang zu einer Passung. Entweder wird die Unpassung
durch eine mechanische Verdrängung eines Teils des Statorwerkstoffs erreicht (Anspruch
5,6), oder aber die Unpassung wird zu einer mechanisch festen Verbindung durch Schaffung
eines aushärtenden Zwischenwerkstoffs, der als Füllwerkstoff die mechanisch feste
Verbindung erreicht (Anspruch 9).
[0017] Beim Eindrücken wird der Lagerkörper während des gesamten Preßvorganges hochgenau
geführt, um eine lagegenaue Aufnahme im Stator sicherzustellen. Beim mechanischen
Führen und bei dem Verdrängungsvorgang wird zumindest die Oberfläche des Statorabschnitts,
der den Lagerbauteil aufnimmt, verändert, insbesondere mehr als die Oberfläche, oder
ein radiales Stück verdrängt (Anspruch 6).
[0018] Ohne eine Verdrängung arbeitet die Aushärtung des Füllwerkstoffs (Anspruch 5,9),
wobei das Lagerbauteil während der Aushärtung lagegenau gehalten wird, um die mechanisch
feste Verbindung zu einer lage-genauen präzisen Verbindung werden zu lassen.
[0019] Der zumindest eine Lagerkörper, der vor Abschluß der Fertigung ein vom Stator gesonderter
Lagerkörper aus einem anderen Werkstoff war, wird durch eine mechanische Feinbearbeitung
der Innenfläche, beispielsweise ein Schleifen, Honen oder Läppen, so bearbeitet, daß
eine geeignete Lagerfläche für die Welle oder den Außenrotor entsteht. Besonders rotationssymmetrische
Lagerkörper sind für Schleifoperationen, wie Spitzenlosschleifen, geeignet und vergleichsweise
kostengünstig in der notwendigen Präzision herzustellen. Das Schleifen ermöglicht
zudem die Bearbeitung der harten Werkstoffe ohne Einschränkung, wodurch die Werkstoffauswahl
nicht eingeschränkt ist. Nach der hochgenauen Herstellung der Lagerflächen wird die
mechanische Verbindung mit dem Stator vorgenommen, wobei die Einführung der Lagerhülsen
und ihre gegenseitige Ausrichtung, insbesondere durch Verkleben oder Einpressen, mit
einer gesonderten Vorrichtung geschieht, welche die Lage und Orientierung der einen,
bevorzugt von zwei exzentrischen Lagerstellen (Anspruch 2,14) definiert und die notwendigen
Toleranzen mit vergleichsweise geringem Aufwand erreicht.
[0020] Vor einem Aushärten des beispielsweise Lots oder Klebers als aushärtbarem Werkstoff
kann die durchgeführte Justage der Hülsen zueinander erfolgen, so daß diese sich zunächst
in dem mit aushärtbarem Werkstoff gefüllten Spalt schwimmend bewegen und ausrichten.
[0021] Mit einer Haltevorrichtung wird die Lage stabilisiert und während des fortschreitenden
Aushärtens des Lots oder des Klebstoffs gesichert.
[0022] Das Herstellverfahren schränkt vorteilhaft die Teilevielfalt bei einem Baukastensystem
mit unterschiedlichen Rotorgrößen der Zahnringpumpe ein, da bei unterschiedlichen
Verzahnungen - definiert durch eine Exzentrizität und die Verzahnungsparameter - die
gleichen Lagerkörper eingesetzt werden können.
[0023] Beim Einpressen wird mit einer leichten Preßpassung gearbeitet, bei der die Fertigungstoleranz
eines "nicht ausreichend präzisen", beispielsweise spanend (unter Spanbildung) hergestellten
Stators das Übermaß der Passung definiert. Da die Toleranz der Lage der Negativform
im Gehäuse in der Regel nicht der vorgegebenen Lage der entsprechenden Lagerkörper
entspricht, wird beim Einpreßvorgang der Werkstoff verdrängt (Anspruch 8). Dieser
Vorgang erfolgt in den meisten Fällen asymmetrisch und wird durch die Rauheit bzw.
einen definiert geringen Traganteil der Oberfläche der Negativform möglich. Die Rauheit
der herzustellenden Oberfläche ist so eingestellt, daß Spitzen der Oberfläche, die
den einzupressenden Lagerkörper tragen, relativ leicht verdrängt werden können. Alternativ
wird die Oberfläche auch durch eine definierte axiale oder radiale Struktur (vergleichbar
einem Holzdübel) ermöglicht. Der auszugleichende Radialversatz kann zwischen Lagerkörper
und dem ihn aufnehmenden Abschnitt des Stators etwa 10µm bis 20µm betragen.
[0024] Das Prinzip der Lagerung kann auch auf weitere mechanische Systeme mit definierten
Lagerungen, wie Außenzahnradpumpen etc. übertragen werden, so daß nicht zwingend nur
exzentrisch Achsen mit zwei Lagerstellen von der Erfindung betroffen sind (Anspruch
2).
[0025] Die grobe Vorgabe der Lage der Lagerkörper wird preisgünstig durch spangebende Verfahren
(Drehen, Fräsen oder ähnlichem) oder urformend (z.B. durch Spritzguß), umformend oder
in anderen Herstellverfahren vorgegeben. Die Ausnehmungen (die Negativformen) haben
dabei nur begrenzt genaue Maße, können also größere Toleranzen aufweisen, als direkt
eingebrachte Lagerstellen. Bereits hier werden Anteile von Fertigungskosten eingespart,
um anschließend die präzise und genaue Lage der Lagerkörper zueinander mit Hilfe der
Montagevorrichtung zu erreichen, die hochgenau die harten Lagerkörper in den vergleichsweise
weichen Stator plaziert und gegeneinander in Lage und Ausrichtung mikrometergenau
festlegt.
[0026] Eine gesondert wesentliche Montagevorrichtung, die im weiteren auch beschrieben ist,
hat bei allen Montageoperationen maßgebenden Einfluß. Sie definiert durch ihre mikrometerexakte
Geometrie die exzentrische Lage der beiden Hülsenachsen zueinander und stabilisiert
diese Lage während des Montageprozesses, entweder beim Einpressen, oder aber während
der Haltezeit beim Aushärten des Fügewerkstoffs.
[0027] Die Ausführung einer Lagerung entspricht einer sog. fliegenden (einseitigen) Lagerung.
Die einseitige Lagerstelle ist dabei näher dem Antrieb, als der abgewandte Teil der
Lagerung, der vom Mikrosystem eingenommen wird. Mit der einseitigen Lagerung wird
die Anzahl der Genauigkeit erfordernden Lagerstellen reduziert. So kann durch die
Verwendung einer den Rotor (Außenrotor, Innenrotor oder Welle) aufnehmenden Lagerhülse
die radiale Lagerung des rotierenden Funktionselements sichergestellt werden. Werden
zwei Lagerungen vorgesehen, die exzentrisch zueinander angeordnet sind, dient der
Lagerkörper für die Bildung der Wellenlagerung als axiale Abstützung für den Außenrotor
des Mikrosystems. Dazu ist der Innendurchmesser des Lagerkörpers für die Welle kleiner
als der Innendurchmesser des Lagerkörpers für den Außenrotor des Mikrosystems. Dadurch,
daß auch der Außendurchmesser des Lagerkörpers für die Welle größer als der Innendurchmesser
des Lagerkörpers für den Außenrotor ist, entsteht eine axiale Lagerfläche. Der Außenrotor
(und auch der Innenrotor) liegen damit auf der axialen Stirnfläche des den kleinsten
Innendurchmesser aufweisenden Lagerbauteils an. Es bildet sich zwischen den beiden
Lagerbauteilen ein Streifen, der in umfänglicher Richtung keine konstante Breite aufgrund
der Exzentrizität aufweist.
[0028] Die exzentrischen Hülsen liegen entlang ihres gesamten Umfangs (an zumindest einer
Innenfläche) aneinander an und sind insbesondere an einem axialen Endabschnitt, also
an einer Stirnfläche des Stators angebracht. Am anderen Ende des Stators ist eine
Kupplungsvorrichtung vorgesehen, die zu einer Motoreinrichtung im Sinne eines Antriebs
eine Verbindung schafft.
[0029] Wenn von einer radial versetzten Lagerung und von einer axial versetzten Lagerung
die Rede ist, kann auf die jeweiligen Mitten Bezug genommen werden. Bei der radialen
Versetzung werden die Achsen zueinander versetzt, wofür der Parameter "dr" steht.
Eine axiale Versetzung entspricht einem Abstand der Mitten der Lagerstellen, wobei
der Abstand mit dL bezeichnet ist. Die beiden Lagerstellen selbst haben aber eine
endliche axiale Länge, und sie sind eng benachbart, insbesondere unmittelbar angrenzend
aneinander.
[0030] Die nur räumlich begrenzte Abmessung der Lagerstellen erlaubt auch die Verwendung
hochspezieller und teurer Werkstoffe für die Lagerstellen, ohne das Gesamtsystem unbotmäßig
zu verteuern.
[0031] Bei der mechanischen Feinbearbeitung, bezogen auf das gesonderte Lagerbauteil, das
vor dem Einsetzen eine als innere Lagerfläche geeignete Oberfläche aufweist, kann
auch eine Rechtwinkligkeit dieser inneren Lagerfläche gegenüber einer Stirnseite des
Lagerbauteils beachtet werden. Eine Rechtwinkligkeit ist vorteilhaft für eine zusätzliche
Hilfslagerung im Sinne einer mechanischen Stützstelle bei der Montage der Lagerstellen
(Anspruch 14).
[0032] Eine weitere Justiermöglichkeit bietet sich in axialer Richtung dann, wenn von einer
fertigen ersten Stützstelle als erste Lagerstelle schon ausgegangen werden kann (Anspruch
11 bis 13). Die Höhe (in Axialrichtung gemessen) der Lagerstelle für die Aufnahme
des Rotors, also der zweiten Lagerstelle, kann dabei fertigungstechnisch exakt gegenüber
dem Stator so eingestellt werden, daß ein definiertes Stirnspiel erreicht werden kann.
Das Stirnspiel bezieht sich auf den später eingesetzten Rotor, der in der zweiten
Lagerstelle drehgelagert wird. Mit dem Stirnspiel kann Reibung und fluidische Lagerung
vorgegeben werden. Die inneren Öffnung des Stators, in welche die zumindest eine Lagerstelle,
vorzugsweise zwei axial beabstandeten Lagerstellen eingesetzt werden, weist zwei Abschnitte
auf, welche jeweils eine nach innen weisende Oberfläche bilden. Diese Oberflächen
sind die zur Lagerung noch nicht geeigneten Flächenabschnitte, an denen durch Kleben,
Pressen oder eine Kombination dieser Verbindungstechniken die Lagerstellen durch die
fertigungstechnisch genaueren Lagerhülsen angebracht werden. Diese beiden Oberflächenabschnitte
des Rohlagers sind bereits exzentrisch zueinander ausgerichtet, um eine jeweilige
Achse zu bilden, die einen Achsabstand in radialer Richtung von "dr" besitzen.
[0033] Die innere Aufnahme hat damit zwei funktionelle Abschnitte, zur Aufnahme von zwei
funktionell unterschiedlichen Lagerstellen mit jeweiligem Lagerkörper. Eine Ausgleichsfunktion
durch Einpressen oder Kleben wirkt dann in einem nur sehr kleinen Maßbereich, wobei
eine Exzentrizität verzahnungsabhängig ist, beispielsweise 180 µm, in welchem Beispiel
ein Klebespalt eine Größenordnung von maximal 70 µm besitzt und eine Pressung dann
etwa 10 µm Übermaß besitzt.
[0034] Ausführungsbeispiele erläutern und ergänzen die beanspruchte Erfindung.
- Figur 1
- veranschaulicht in Originalgröße mit einem Maßstab 1:1 das vollständige Mikrosystem
1, bestehend aus einen Fluidanschluß F, der eigentlichen fluiddurchsetzten Mikrokomponente
M, z.B. als Pumpe mit motorischem Antrieb A, oder als fluidischer Motor M mit Antriebsobjekt
A.
- Figur 1a
- veranschaulicht in starker Vergrößerung eine Explosionsdarstellung der Figur 1 mit
allen im folgenden näher zu beschreibenden Komponenten, wobei die Mikrokomponente
M aus einem Innenrotor 3 und einem Außenrotor 2 besteht, welcher Innenrotor auf einer
Welle 40 aufgesetzt ist. Diese Mikrokomponente ist in der eingangs beschriebenen WO-Schrift
näher erläutert und soll daher im folgenden als Gerotor-System bzw. als innenverzahntes
Zahnringsystem mit miteinander kämmenden Zähnen bei der Drehbewegung bezeichnet werden.
- Figur 2
- ist eine Schnittdarstellung entlang der Hauptachse der Figur 1a und veranschaulicht
den Zusammenbau des Zahnringsystems mit allen Komponenten.
- Figur 3
- veranschaulicht einen Schnitt entlang der Mittelachse des in den vorigen Figuren bezeichneten
Systems, wobei nur der Stator 30 als Gehäuse schematisch dargestellt ist, zur Veranschaulichung
der hier eingesetzten Hülsen 10,11 als Lagerstellen.
- Figur 3a
- veranschaulicht die Oberflächen 30i und 10a von Lagerhülse 10 und Stator 30 vor und
nach dem Einsetzen der Hülse.
- Figur 4
- veranschaulicht ein Stütz- und Positioniersystem 50 für die Einbringung der Hülsen
10,11 von Figur 3.
- Figur 5
- veranschaulicht perspektivisch die Figur 3 mit dem Stator und davon noch beabstandet,
also vor dem Einsetzen das erste Hülsenteil 10 und das zweite Hülsenteil 11 zur Aufnahme
der Welle 40 im Wellenraum W und des Außenrotors des Mikrosystems im Rotorraum R.
Beide Teile werden in Richtung s in den dafür vorgesehenen Innenraum 31 des Stators
eingesetzt.
- Figur 6
- veranschaulicht eine alternative Justage und Befestigung der Hülsen 10,11 von Figur
5, verglichen mit Figur 3a.
- Figur 7
- veranschaulicht eine Aufsicht in Achsrichtung auf die Figur 3, noch ohne eingesetzten
Rotor und ohne eingesetzte Welle 40, zur Veranschaulichung der axialen Lager- und
Stützfläche 10b.
[0035] Das Mikrosystem von
Figur 1 in einer Originalgröße zeigt die Anforderungen an die Miniaturisierung sowie die
Notwendigkeit, in diesem System vorgesehene Lager mit hochgenauer Präzision zu fertigen
und ihre Beständigkeit und Abriebfestigkeit sicherzustellen.
[0036] Die
Figuren 1a und 2 sollen gemeinsam beschrieben werden, um einen Einblick in das in Figur 1 veranschaulichte
Mikrosystem zu erhalten.
[0037] Den größten Abschnitt nimmt ein Antriebssystem A ein, das über einen Flanschbereich
mit der Mikrokomponente gekoppelt ist. Eine Welle des Motors wird über eine Kupplung
23 an die Welle 40 der Mikrokomponente drehstarr oder drehfest gekoppelt. Der dafür
vorgesehene Innenraum 32 wird von einer Hülse 21 begrenzt, die sich axial länger erstreckt,
als die Kupplung 23 an Länge aufweist. Im Bereich der Welle 40 ist eine erste hutförmige
Dichtung 24 mit kragenförmig abstehendem dünnen Flanschabschnitt vorgesehen, welche
Dichtung 24 eine Öffnung zum Durchgriff der Welle 40 aufweist. Die Dichtung sitzt
in einem axialen Innenraum 31, in dem auch eine erste Lagerhülse 10 plaziert ist,
die ebenfalls eine Innenöffnung aufweist, in der die Welle 40 für ihre Drehung geeignet
gelagert ist.
[0038] Oberhalb der ersten Hülse 10 ist eine zweite, vom Außendurchmesser her größere Hülse
11 vorgesehen, die eine größere Innenöffnung aufweist, zur Aufnahme des Rotors oder
der Rotoren 2, 3 des Mikrosystems M, von denen einer auf der Welle 40 über einen Stift
40a drehfest plaziert ist.
[0039] Bei einer Drehung der Welle drehen beide innenverzahnten Rotoren ebenfalls mit, wofür
die äußere Lagerung des äußeren Zahnrings an der zweiten Hülse 11 vorgesehen ist.
[0040] Die zweite Hülse 11 hat eine axial deutlich kürzere Erstreckung, aber eine größere
radiale Innenausnehmung, während die erste Hülse 10 eine für die Welle geeignete kleine
Bohrung aufweist, aber auf einer axial größeren Länge.
[0041] Die beschriebene Mikrokomponente ist generell mit M bezeichnet, besteht aber aus
den beiden in Figur 1a dargestellten innenverzahnten Rotoren 2 und 3.
[0042] Die genannten Hülsen 10, 11, die Dichtung 24 und die Welle 40 werden in einem Stator
30 aufgenommen, der als ein Abschnitt des Gehäuses angesehen werden kann. Er hat einen
sich lang erstreckenden Flanschabschnitt 30b, der sich über die Distanzhülse 21 außen
erstreckt und randseitig am Antrieb A zur Fixierung eingreift, und einen weiter oben
liegenden Abschnitt 30a, in dem die Lagerung des Mikrosytems M und der Welle 40 erfolgt.
Der Stator 30 ist mit dem Motor direkt verschraubt. Elektrische Kleinmotoren besitzen
hierfür ein einheitliches Gewinde bzw. Anschlußlöcher, über die sonst üblicherweise
Motorgetriebe befestigt werden.
[0043] Die Innenöffnung der zweiten Hülse 11 zur Aufnahme des Mikrosystems M ist im Stator
an dessen Stirnseite angeordnet. Die Hülse kann bündig zur Stirnseite des Stators
30 montiert werden. Vorzugsweise kann auch ein geringer Überstand vorgesehen werden,
um eine bessere Dichtwirkung an den Rotoren zu erzielen, wenn der darüberliegende
Abschnitt 29 29', der die Fluidführung zu den Anschlüssen F enthält, mit einem stärkeren
Druck über einen Schraubflansch 28 an den Stator 30 mit zwischenliegendem Dichtungsring
25 und einer Nierenplatte 25a angedrückt wird. Hierzu ist zwischen dem Schraubflansch
28 und dem Stator 30 vorzugsweise ein Linksgewinde vorgesehen, das außenseitig angeordnet
ist. Die Verschraubung wird mit einem speziellen Klauenschlüssel vorgenommen, der
in eine seitliche Bohrung eingreift. Hierdurch kann ein unbefugtes Öffnen verhindert
werden. Der Abschnitt 29 29' enthält die fluidischen Ansteuerungskonturen (Einlaßöffnung
und Außlassöffnung) und wird mit seinem unteren Abschnitt 29' über einen Zylinderstift
22 zum Eingriff in eine Passöffnung 22a im Stator 30 sowie ggf. einen Bund am Stator
30 exakt (radial und umfänglich) ausgerichtet.
[0044] Die beschriebene bündige Anlage des unteren Abschnitts 29' des Fluidführungsabschnitts
29, 29' mit seiner zum Antrieb ausgerichteten Oberfläche an den Rotoren des Fluidsystems
M wird verbessert, wenn ein Ausgleichsring 27 zwischen der Spannanordnung 28 und dem
Fluidführungsabschnitt 29 ringförmig vorgesehen ist. Dieser Ausgleichsring 27 ist
aus einem weichen Material, beispielsweise Aluminium, Kupfer oder Kunststoff und sorgt
dafür, daß der Abschnitt 29' planparallel und bündig an dem ebenfalls mit einer O-förmigen
Dichtung 25 oder einer Zusatzscheibe 25a mit fluid-führenden Nieren versehenen Stator
anliegt, insbesondere auch an den nach außen weisenden Stirnflächen der Rotoren, um
hier eine bessere Dichtwirkung zu erzielen. Durch die höhere Flächenpressung (das
sattere Anliegen) des Fluidführungsabschnitts 29' gegen die zweite Hülse 11, wird
die bessere Dichtwirkung erzielt, die durch den weichen Ausgleichsring 27 begünstigt
wird.
[0045] Aus der vorgenannten Beschreibung sind drei konstruktive Abschnitte zu erkennen.
Der Fluidführungsabschnitt F mit den ebenfalls als Stator anzusehenden Komponenten
28,29,29'. Der eigentliche Stator 30 im Abschnitt 30a zur Aufnahme des Mikrosystems
mit anschließendem Kupplungsbereich 23 der Welle 40 im Abschnitt 30b. An diesen Bereich
schließt sich der Antriebsbereich A an.
[0046] Hervorzuheben ist, daß im Stator eine von der Montage her vorgesehene Trennung des
Fluidführungsabschnitts 28,29,29',F von dem Mikrosystem erfolgt und diese Trennung
an der der Lagerungsseite abgewandten Stirnseite der Rotoren des Mikrosystems befindlich
ist. Mit anderen Worten ist der Stator 30 so aufgebaut, daß die Lagerung bündig an
der vom Antrieb A wegweisenden Stirnseite plaziert ist, so daß ein Aufsetzen des Fluidführungsabschnitts
29,29' unmittelbar an die fluidische Mikrokomponent angrenzt und mit einer vorgesehenen
Fluidführungs-Struktur aus Nieren und Bohrungen ein Durchleiten und das funktionelle
Betreiben der Mikrokomponente M sicherstellt.
[0047] Die oben gegebene Übersicht soll das Einfühlungsvermögen erhöhen, wie ein Mikrosystem
nach Figur 1 konstruktiv aufgebaut wird. Im folgenden werden Details erläutert, die
insbesondere die Anbringung und Montage der ersten und zweiten Hülse 10,11 aus Figur
2 beschreiben, wozu auf Figur 3 verwiesen wird.
[0048] Figur 3 ist ein Schnitt durch die Achse des Systems von Figur 2, wobei zwei gegeneinander
versetzte Achsen 100 und 101 ersichtlich sind. Die Achsversetzung ist mit dr bezeichnet.
Die Achse 100 ist diejenige Achse der ersten Hülse 10, die eine Länge L10 aufweist.
Die Hülse ist aus einem harten Werkstoff gefertigt, beispielsweise Hartmetall oder
Keramik. Sie ist zunächst nicht in den Stator 30 eingesetzt, der für ihre Aufnahme
eine langgestreckte Öffnung 31 aufweist, deren untere Abschnitt eine innere Oberfläche
30i besitzt. Diese innere Oberfläche ist schematisch an Figur 3a (im unteren Halbbild)
zu ersehen. Sie weist eine große Rauheit auf, die bei einem spangebenden Verfahren
entstehen kann. Sie muß keine besondere Genauigkeit besitzen und kann sogar größer
ausgestaltet sein, wie aus Figur 6 erkennbar ist.
[0049] In gleicher Weise ist ein weiterer, axial oberhalb liegender Aufnahmeabschnitt im
Stator 30 als Teil der Öffnung 31 vorgesehen, zur Aufnahme der zweiten Hülse 11, die
auch aus einem harten Werkstoff, wie Keramik oder Hartmetall gefertigt sein kann.
Auch sie ist zunächst nicht eingesetzt.
[0050] Die Verwendung von harten Werkstoffen, gegenüber den "weichen" Werkstoffen des Stators
30 sichert die Lagerhülsen gegen Abrieb. Sie sind dabei räumlich von einer geringen
Erstreckung, so daß auch teure Werkstoffe Verwendung finden können. Die Lagerhülsen
sind vornehmlich als Hohlzylinder ausgestaltet und weisen einen jeweiligen Innenraum
auf, zur Aufnahme des jeweiligen "Rotors".
[0051] Die erste Hülse 10 hat einen Innenraum mit einer inneren Oberfläche 10i, zur Aufnahme
der Welle 40. Der innere Raum ist mit W bezeichnet und hat eine Längserstreckung entsprechend
der Hülsenlänge L10.
[0052] Die axial sich daran anschließende zweite Hülse 11 ist zur Aufnahme und Lagerung
des äußeren Rotors 2 vorgesehen. Sie besitzt dafür eine Rotoraufnahme R, deren Durchmesser
d11i größer ist, als derjenige Durchmesser d10i des Wellenraums W. Die innere Oberfläche
11i ist so gestaltet, daß eine Lagerung des Rotors möglich ist. Die innere Oberfläche
10i des ersten Hülsenteils 10 ist ebenfalls so gestaltet, daß eine Lagerung der Welle
40 möglich ist
[0053] Beide Oberfläche sind hochgenau und für ihre jeweilige Lagerfunktion durch Schleifen,
Erodieren, Honen oder Läppen ausgebildet.
[0054] Das Einsetzen der beiden Lagerhülsen in den entsprechenden Axialabschnitt der Öffnung
31 des Stators 30 mit der inneren Oberfläche 30i bzw. der radial größeren inneren
Oberfläche 30i' wird mit der Einsetzvorrichtung von
Figur 4 vorgenommen.
[0055] Hier werden die beiden Hülsen 10,11 durch Platzhalter 53,52 räumlich geometrisch
zueinander ausgerichtet, was die hohe Präzision sicherstellt. Beide Platzhalter 52,53
sind gegenüber einer Tragplatte 51 räumlich fixiert. Der Platzhalter 52 für den Außenrotor
nimmt die zweite Hülse 11 auf, wobei der Platzhalter die Rotorgeometrie des Rotorraumes
R ausfüllt. Der zweite Platzhalter 53 für die Welle 40 ist axial länger. Er übernimmt
die Ausfüllung des Wellenraumes W und plaziert die erste Hülse 10 räumlich geometrisch
so, daß die zwei beabstandeten Achsen 100,101 für die exzentrische Lagerung des aus
zwei Rotoren bestehenden Mikrosystems M erhalten wird. Ein nicht dargestellter Stift
an der Tragplatte 51 erlaubt ihre absolute Lagefestlegung gegenüber dem Stator 30,
zum Eingriff in die Ausnehmung 22a.
[0056] Nachdem die Hülsen 10,11 auf die Einsetzvorrichtung 50 und ihre beiden um "dr" radial
versetzten Platzhalter 52,53 aufgesetzt sind, wird die Einsetzvorrichtung mit einer
mechanischen Anordnung (die nicht dargestellt ist) geometrisch und von den Massen
her präzise, sogar hochpräzise in die vorgesehene Öffnung 31 des Stators 30 axial
eingeschoben. Der hierbei entstehende Schubweg s bzw. die Schubrichtung s ist in den
Figuren 5 und 3a gezeigt. Aufgrund der Maßdimensionierung und der Oberflächenstruktur
der beiden Hülsen 10,11 sowie der inneren Oberflächen 30i' und 30i des Stators findet
eine Veränderung zumindest der Innenflächen des Stators 30 statt, was aus
Figur 3a vor dem Einsetzen und nach dem Einsetzen des Hülsenteils 10 ersehen werden kann.
Die rauhe Oberfläche der nicht hochpräzis gefertigten Innenflächen wird eingeebnet
oder sogar abgetragen bzw. verdrängt, wobei der weiche Werkstoff an der Oberfläche
verändert wird, gleichzeitig aber mechanische Kräfte aufbringt, zur räumlich geometrischen
Fixierung der eingedrückten Hülsen 10,11, die als Lagerstücke dienen.
[0057] Die inneren Oberflächen 11i, 10i der beiden Hülsen sind hochpräzise, durch Einsetzen
dann auch geometrisch genau festgelegt, um ihrer Lagerfunktion gerecht zu werden.
[0058] Die äußeren Oberflächen 10a und 11a der beiden Hülsen gehen mit den inneren Oberflächen
30i' und 30i des Stators eine mechanische Verbindung ein, wenn die Einsetzvorrichtung
50 durch Druck axial eingeschoben wird.
[0059] Eine alternative Festlegung kann durch eine aushärtende Substanz 12 erfolgen, wenn
die inneren Oberflächen 30i' und/oder 30i in ihrer räumlichen Geometrie etwas größer
ausgestaltet sind, als die äußeren Oberflächen 11a und/oder 10a der Hülsen 10 und/oder
11, wie
Figur 6 veranschaulicht. Die Einsetzvorrichtung übernimmt dann die Zuordnung der exzentrisch
versetzten Achsen 100,101 der beiden Hülsen und plaziert diese so lange in dem Innenraum
31 mit den zwei exzentrischen Abschnitten 30i, 30i' des Stators 30, bis eine eingebrachte
aushärtende Substanz 12 den Spalt 13 fixierend ausfüllt und die Hülsen mechanisch
festlegt.
[0060] Als aushärtende Substanz kann ein Lot oder ein Kleber Verwendung finden; erstes härtet
durch Absinken der Temperatur, zweites durch eine chemische Reaktion aus.
[0061] Die Einsetzvorrichtung hat dabei einmal die Aufgabe, die mechanische Zuordnung während
des axialen Einpressens zu übernehmen. Bei der Variante der Festlegung mit einer aushärtbaren
Substanz im Spalt 13 (auch als unregelmäßiger Zwischenraum), der eine Größe von zwischen
20µm und 70µm besitzt, übernimmt sie die geometrische Festlegung der Hülsen während
des Aushärtens, braucht also beim Einsetzen in Richtung s keine zusätzliche mechanische
Kraft aufzubringen.
[0062] Die zweite Hülse 11 ist axial kürzer und weist eine axiale Länge L11 auf. Die gesamte
Statorlänge ist L. Nachdem der Stator 30 die axiale Länge L aufweist, ist die Summe
der beiden Hülsenlängen L11 und L10 noch immer kürzer als die Statorlänge. Der Abstand
der Mitten der beiden Hülsen ist dL, was einen axialen Versatz darstellt, wobei aber
die Stirnflächen der beiden Hülsen 10,11 aneinander anliegen. Diese Anlage der beiden
Stirnflächen soll anhand der Figur 7 erläutert werden.
[0063] Figur 7 veranschaulicht eine Aufsicht in Achsrichtung 100,101 von oben (gesehen aus Figur
3 oder Figur 6), wobei die Innenräume R und W für Außenrotor und Welle noch offen
sind, also noch keine Welle 40 und noch kein Rotor 2 oder 3 des Mikrosystems M eingesetzt
ist. Es ist dabei eine stimseitige Lagerfläche 10b ersichtlich, die auch in Figur
3 sowie in Figur 6 eingezeichnet ist. Sie besitzt eine Breite b, die umfänglich nicht
konstant ist, was durch die Versetzung dr oder Δr der beiden Achsen 100,101 zustandekommt,
und auch durch die Wahl der beiden Durchmesser der Hülsen, hier des Außendurchmessers
d10a der längeren Hülse 10 und des Innendurchmessers d11i der kürzeren Hülse 11. Die
Durchmesser bzw. die zugehörigen Radien als jeweilige hälftige Durchmesser, sowie
der radiale Versatz (Exzentrizität) sind so gewählt, daß einer der harten Lagerbauteile
10,11 eine außerhalb der Fläche 10b liegende ringförmige axiale Stützfläche 10c bildet,
die auch umfänglich gänzlich durchgehend ist und auf der das andere harte Lagerbauteil
11 aufliegt.
[0064] Bei Beachtung des radialen Versatzes dr ist der Außendurchmesser d10a von der Hülse
10 um soviel größer, als der Innendurchmesser d11i der Hülse 11, daß an keiner umfänglichen
Stelle der weiche Werkstoff des Stators 30 als Teil der Stützfläche 10b für den Rotor
2 aus Figur 1a und ggf. auch den Innenrotor 3 aus Figur 1a - betrachtet in axialer
Richtung - zum Vorschein oder Tragen kommt. Der Rotor oder die Rotoren werden - eingesetzt
in den Rotorenraum R - dann axial sicher gestützt, geometrisch präzise festgelegt
und es ergibt sich eine gute Dichtung an der Fläche 10b, während der Ringabschnitt
10c, der die Hülsen 10 und 11 zueinander stützt und orthogonal ausrichtet, nicht mehr
von außen sichtbar ist.
[0065] Die inneren Oberflächen 11i und 10i bilden Lagerflächen für die Welle 40 und den
Außenrotor der fluidischen Mikrokomponente M, um als Gleitlager zu dienen. Die Ringflächen
10c und 10b zusammen bilden die axial weisende Stirnfläche des gesamten Lagerbauteils
10, das für die Welle vorgesehen ist. Der innere Abschnitt 10b dient dem Stützen und
Ausrichten des Mikrosystems und der darum herumliegende äußere Abschnitt 10c, der
auf derselben Ebene liegt, dient dem Ausrichten und Stützen des zweiten Lagerbauteils
11.
[0066] Die Aufsicht in der Figur 7 veranschaulicht dabei auch den Spalt 13 aus Figur 6,
der hier bereits mit einem Klebstoff oder einem Lot 12 aufgefüllt ist, um die eingesetzte
Hülse 11 gegenüber dem weicheren Werkstoff des Stators 30 festzulegen. Bevor das Lot
oder der Klebstoff aushärtet wurde die Hülse 11 an der äußeren Ringfläche 10c der
unteren Hülse 10 durch Anliegen ausgerichtet, so daß auch ihre Achse 101 genau parallel
zu der Achse 100 ausgerichtet ist. Die genaue Ausrichtung ergibt sich aus einer hochgenauen
Fertigung der Stirnflächen, die genau senkrecht zu den Achsen verlaufen und damit
mittelbar auf die Positionierung und Lagegenauigkeit Einfluß nehmen können. In einem
Ausführungsbeispiel von spezifischen Maßen, die aber nicht einschränkend zu verstehen
sind, wurde die Hülse 10 mit einem Außendurchmesser von 5mm gefertigt und besaß einen
Innendurchmesser von 1,2mm. Der Außenrotor 2 besaß ein Außenmaß von 3,8mm und liegt
damit - auch unter Berücksichtigung der gewählten Exzentrizität der beiden Achsen
100,101 innerhalb des Außenmaßes von 5,0mm der ihn axial zur Bereitstellung eines
Drehlagers stützenden Hülse 10. Aus diesem Maß ist auch das Innenmaß d11i der zweiten
Hülse 11 zu ersehen, entsprechend dem Außenmaß des Rotors, um ihn radial mit einem
Ringlager auch Insoweit zu stützen. Beide senkrecht zueinander stehenden Lager, die
Innenwandfläche 11i und die axial weisende Stützfläche der Hülse 10 sorgen für eine
genaue Ausrichtung und präzise Lagerung des Rotorbauteils 2.
[0067] Der in Figur 7 in einem Übermaß zur Verdeutlichung dargestellte Spalt 13 ergibt sich
aus dem Differenzmaß zwischen dem Radius der inneren Fläche 30i' des Stators 30, siehe
dazu Figur 3, und dem Außenmaß der Außenfläche 11 a der harten Lagerhülse 11. Sein
Maß liegt für eine Verklebung bevorzugt zwischen 50µm und 70µm, was maßstabgerecht
bei der Darstellung nach Figur 7 nicht erkennbar wäre, wenn es nicht wesentlich vergrößert
dargestellt worden wäre.
[0068] Aus
Figur 5 ist eine perspektivische Ansicht beim Einsetzen der beiden Lagerhülsen 10,11 ersichtlich,
verwendet bei einer mit einer Klebesubstanz vorgesehenen Montage und Justage der Hülsen.
Die Klebesubstanz 12 ist in den Spalt 13 eingebracht, der zwischen 20µm und 70µm beträgt,
bezogen auf den jeweiligen Innendurchmesser des Stators 30 an den Oberflächen 30i
und 30i'. Der Innenraum 31 zur Aufnahme der ersten Hülse 10 ist länger, als die Lagerhülse
10. Die entsprechende Differenz ist - wie aus Figur 2 ersichtlich - von der Radialwellen-Dichtung
24, die gegen den Motor A durch die Distanzhülse 21 festgelegt ist, eingenommen. Ein
Einsetzweg s der beiden Lagerhülsen 10,11, gestützt von der Einsetzvorrichtung 50
nach Figur 4 führt zur genauen Plazierung. Nach dem Einfüllen der Klebesubstanz 12,
die auch vor dem Einsetzen schon an den Innenflächen entsprechend Figur 5 plaziert
sein kann, wird die räumlich geometrische Zuordnung und absolute Plazierung der Hülsen
10,11 zumindest für eine Dauer des Aushärtens der Klebesubstanz oder des Lotes beibehalten,
bis die mechanische Verfestigung eintritt.
[0069] Ersichtlich ist an Figur 5 auch die Aufnahme 22a, in die der Positionierstift 22
von Figur 2 beim Aufsetzen des Fluidführungsabschnitts 28,29,29' eingreift. Eine radial
dagegen versetzte Stufenbohrung 22b jeweils an der Innenseite der Oberfläche 30i'
und 30i des Stators 30 ist vorgegeben. Sie bietet umfänglich beabstandet von der Aufnahme
22a eine Möglichkeit, das Fluid in einer kleinen Menge nach dem Einsetzen und Anbringen
der Lagerhülsen 10,11 beim Betrieb des Systems M als Gleitlagerschmierung oder im
Ringfluß zu verwenden. Die Bohrung 22b hat eine Mindesttiefe L10 + L11. Die Stufenbohrung
22b, die auch aus Figur 1 a ersichtlich ist, liegt mit einem Abschnitt ihrer Bohrungstiefe
im Oberflächenbereich 30i' (vgl. dazu Figur 3) und mit einem weiteren Abschnitt im
Oberflächenbereich 30i. Mit ihr wird der Ringfluß für das Fluid erreicht, welches
das Wellenlager durchströmt. Durch die Stufenbohrung wird eine Ableitung des zwischen
Dichtung und Wellenlager befindlichen Fluids zur Saugseite eines Mikrosystems erreicht,
das in diesem Beispiel als Pumpe ausgebildet ist. Das Fluid aus der insoweit als Kanal
für das Fluid arbeitenden Stufenbohrung 22b wird im Fluidführungsabschnitt 28,29,29',
hier im zum Mikrosystem gewandten Abschnitt 29' durch Überdeckung des Kanals wieder
aufgenommen und in das Mikrosystem 2,3 zurückgeführt.
[0070] Es sollte erwähnt sein, daß die räumlich geometrisch hochgenaue Lagerung nur einseitig
erfolgt, hinsichtlich der Welle W aber auch eine zweite Lagerung in dem Fluidführungsteil
29 vorgesehen sein kann, die aber keine solche Präzision aufweisen muß, wie die erste
Lagerung in der Hülse 10, die zudem auf einer axial größeren Länge L10 wirksam ist.
[0071] Die Lagerteile können als Hülsen rotationssymmetrisch einfach hergestellt sein. Sie
können auch eine im Außendurchmesser anderweitige Geometrie aufweisen, nur ihr Innendurchmesser
und ihre innere Oberfläche muß so ausgerichtet sein, daß die Rotoren 40,2 (Wellen
und Außenrotor des Mikrosystems) geometrisch genau und abriebfest gelagert werden
können.
[0072] Die beschriebenen Arten des Einsetzens und Positionierens können auch kombiniert
werden.
[0073] Es kann eine weniger feste mechanische Verbindung beim Einsetzen durch Eindrücken
der Hülsen 10, 11 vorgesehen sein, bestimmt durch die entsprechende Anpassung der
Durchmessergeometrien von Innenraum und Außendurchmesser der Hülsen. Nach erfolgtem
Einpreßvorgang kann über eine zusätzliche Vorrichtung eine Ausrichtung und anschließend
eine Verklebung erfolgen, so daß beide Verfahren auch kombiniert verwendet werden
können.
[0074] Die kombinierte Art des Einsetzens kann auch zeitlich nacheinander erfolgen. Die
erste Aufnahme mit der inneren Oberfläche 30i im ersten Abschnitt der Öffnung 31 des
Stators kann mit einem mechanischen Einpreßvorgang verbunden werden, bei dem die Hülse
10 lagegenau positioniert wird, wie Figur 3a zeigt. Gegenüber der so festgelegten
ersten Hülse, die dann als ein Hilfslager oder eine Hilfseinrichtung dienen kann,
kann mit der Anordnung nach Figur 4 die zweite Lagerstelle (hier mit der Hülse 11)
im Abschnitt L11 positioniert werden, wobei ein in Figur 6 gezeigter Spalt 13 am Umfang
zwischen der äußeren Oberfläche 11a und der inneren Oberfläche 30i' mit einer Klebesubstanz
12 gefüllt wird. Bei einem festen Sitz der ersten Hülse 10 kann die zweite Hülse relativ
dazu und somit auch relativ zum Stator positioniert und eingeklebt werden. Alternativ
zum Einkleben kann auch beim zweiten Vorgang ein Preßvorgang stattfinden, was der
zuvor beschriebenen Variante entspricht, nur zeitlich nacheinander. Die Vorrichtung
nach Figur 4 kann für alle diese Varianten Anwendung finden.
[0075] Die Kombination eines Pressens und eines Klebens hat sich als besonders genau herausgestellt.
Zunächst wird die erste Hülse 10 in den Stator 30 eingepreßt, wobei die beiden Öffnungsabschnitte
30i, 30i' als zwei exzentrisch zueinander angeordnete Abschnitte der Gesamtausnehmung
31 vorgesehen sind. Nach dem Einpressen wird anschließend die zweite Lagerstelle 11
gebildet, in dem die hochgenau gefertigte Lagerhülse in das Gehäuse eingesetzt wird,
wobei sie plan auf der ersten Hülse aufliegt, und zwar an dem Stirnflächenabschnitt
10c. Es wird anschließend die Position der zweiten Hülse gegenüber der ersten Hülse
definiert, wozu die Vorrichtung nach Figur 4 Verwendung finden kann. Anschließend
läßt man einen Klebstoff 12 in den Spalt 13 an der äußeren Oberfläche 11a der zweiten
Hülse einziehen und aushärten, um diese Lagerstelle festzulegen, also fest mit dem
Stator 30 zu verbinden.
[0076] Die Rechtwinkligkeit der vorhergehenden mechanischen Feinbearbeitung der Hülse 11
bzw. auch der Hülse 10 kann dafür sorgen, daß zwei Hilfslagerstellen bei der Positionierung
und Festlegung helfen. Eine axiale Stützfläche 10c und die umfängliche innere Oberfläche
10i, die mittelbar über die Vorrichtung nach Figur 4 auch Einfluß auf die Lagegenauigkeit
der zweiten eingesetzten Hülse 11 nehmen kann.
[0077] Die beiden Hülsen 10 und 11 können in der Reihenfolge des Anbringens auch vertauscht
werden. Zunächst die im Durchmesser größere Hülse 11, dann - axial gestützt über den
Stützflächenabschnitt 10c - die längere Hülse 10 für die Welle 40. Die zweite Hülse
10 wird dann von dem Kupplungsraum 32 her in den unteren Aufnahmeabschnitt der Ausnehmung
31 eingesetzt.
[0078] Es soll angemerkt sein, daß die mechanisch genaue Positionierung im Sinne von räumlich
geometrischer Festlegung zwei maßgebliche Maße betrifft. Einmal den Betrag des Exzentrizitätsvektors
"dr" als radialen Versatz. Zum anderen die korrekte absolute Positionierung der beiden
Lagerhülsen 10,11 im Stator 30, also ihre Position/Lage zum Gehäuse. Diese Lage wird
über einen Stift, der in die Platte 51 der Vorrichtung 50 von Figur 4 eingesetzt ist
und anstelle des Stiftes 22a bei der Montage der Lagerhülsen 10,11 in das Gehäuse
eingreift, sichergestellt. Dieser Stift ist in Figur 4 nicht dargestellt, er erschließt
sich aber aus dem Zusammenhang und der räumlich/geometrischen Anordnung der Aufnahme
22a von Figur 2, in welcher der die Fertigmontage übernehmende Stift 22 eingezeichnet
ist. Er übernimmt die umfängliche Festlegung des Fluidführungsabschnitts 28,29,29'
gegenüber dem Gehäuse 30, das als Stator bezeichnet ist.
1. Mikrosystem für einen Fluiddurchsatz, welches Mikrosystem einen ersten Abschnitt zum Einlaß oder
Auslaß von Fluid (F) aufweist und in einem zweiten Abschnitt mit zumindest einer Lagerstelle
(10,11) versehen ist,
wobei
ein Rotor (40,2) gegenüber einem Stator (30) über zumindest einen oder zwei Lagerkörper
(10,11) drehgelagert ist, welche Lagerkörper aus einem harten Werkstoff vorgefertigt
sind; dadurch gekennzeichnet daß
der Stator (30), der aus einem gegenüber dem einen oder zwei Lagerkörper(n) weicheren
Werkstoff besteht, einen oder zwei den oder die Lagerkörper (10,11) aufnehmende innere
Oberflächenabschnitte (30i,30i') aufweist.
2. Mikrosystem nach Anspruch 1, wobei die zwei Lagerkörper radial gegeneinander so versetzt
in dem Stator angeordnet sind, daß die Mittelachsen (100,101) der Lagerkörper (10,11)
einen radialen Abstand voneinander besitzen (dr).
3. Mikrosystem nach Anspruch 1, mit zwei axial versetzten (dL), aber eng benachbarten Lagerstellen als gesonderte Lagerkörper (10,11) im Stator
(30).
4. Mikrosystem nach Anspruch 1, wobei der Stator (30) eine für den zumindest einen Lagerkörper
(10,11) zunächst nicht passende Aufnahme (30i', 30i) als inneren Abschnitt aufweist.
5. Mikrosystem nach Anspruch 4, wobei der zunächst nicht passende innere Abschnitt und
der zumindest eine Lagerkörper (10,11) bei einem Einsetzen des Lagerkörpers in den
nicht passenden Abschnitt einen Spalt mit einer Stärke größer Null ausbilden und in
den Spalt (13) ein aushärtender Fügewerkstoff eingebracht wird, zur Fixierung des
Lagerkörpers gegenüber dem Stator nach einem Aushärten des Fügewerkstoffs (12), insbesondere
als Lot oder Klebesubstanz.
6. Mikrosystem nach Anspruch 4, wobei der zunächst nicht passende innere Abschnitt ein
Untermaß der Aufnahme (30i',30i) des Stators ist, in den ein gegenüber der Aufnahme
ein radial größerer Lagerkörper (10,11) mechanisch eingepresst wird, wobei der vom
Werkstoff her härtere Lagerkörper einen Teil des Aufnahmeabschnitts des Stators (30)
verdrängt, zumindest aber in seiner Oberflächenstruktur verändert.
7. Verfahren zum Herstellen, Anpassen und/oder Einstellen zumindest einer Lagerstelle in einem fluidischen Mini- bis Mikrosystem (M), welches System einen
Stator (30) und zumindest einen Rotor (40,2) aufweist, wobei der Rotor an der zumindest
einen Lagerstelle (L10, L11) gegenüber dem Stator drehbar gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Stator vor dem Einsetzen von zumindest einem gesonderten Lagerkörper einen zur
Lagerung nicht geeigneten Abschnitt (30i,30i') aus einem gegenüber dem Lagerkörper
(10,11) weicheren Werkstoff aufweist;
und daß der nicht geeignete Abschnitt durch Einsetzen, insbesondere Eindrücken oder
Einkleben, des Lagerkörpers aus einem gegenüber dem Werkstoff des Stators härteren
Werkstoff zu einer mechanischen Montage und Justagestelle wird, um die vom Lagerkörper
definierte innere Oberfläche (11i, 10i) als Lagerfläche für die Drehlagerung des Rotors
(40,2) räumlich-geometrisch hochgenau festzulegen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei das Eindrücken unter Verdrängen, zumindest aber Verformen
einer inneren Oberfläche (30i) des nicht geeigneten Abschnitts erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, wobei ein aushärtbarer Werkstoff (12) in einen Spalt
oder im Anschluß an die mechanische Verdrängung in noch verbleibende Zwischenräume
eingebracht wird, um eine mechanische Fixierung und räumlich/geometrische Positionierung
des Lagerkörpers als Lagerstelle nach dem Aushärten des Füllwerkstoffs (12) zu erhalten.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei das Lagerbauteil (10,11) einen Außendurchmesser
von weniger als 15mm, insbesondere weniger als 10mm, und/oder einen Innendurchmesser
von weniger als 5mm, insbesondere weniger als 2mm, aufweist, zur Lagerung des Außenrotors
(2), insbesondere einer Welle (40).
11. Verfahren nach Anspruch 7, wobei zwei Lagerstellen (L10,L11), zeitlich nacheinander festgelegt werden, eine durch Einpressen (10a,10i)
und eine weitere durch Löten, Einkleben (11a, 11i) oder Einpressen.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei zunächst eine Einpressung und danach eine Einklebung
erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei die eingepresste erste Lagerstelle als eine
relativ zum Stator (30) festgelegte Hilfslagerstelle verwendet wird, um die zweite
Lagerstelle (L11) räumlich/geometrisch zu positionieren, bevor sie durch den aushärtenden
Werkstoff (12) festgelegt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 13, wobei das Positionieren der zweiten Lagerstelle
(11;11a,11i) in axialer (10b) und/oder radialer (10i,11i) Richtung erfolgt, gestützt
von der ersten Lagerstelle (10) aus.
1. A microsystem for a fluid throughput, which microsystem has a first section for the inlet or outlet
of fluid (F) and, in a second section, is provided with at least one bearing point
(10, 11), wherein
a rotor (40, 2) is rotationally mounted with respect to a stator (30) via at least
one or two bearing bodies (10, 11), which bearing bodies are premanufactured from
a hard material, characterised in that
the stator (30), which comprises of a material which is softer than the one or two
bearing body or bodies has one or two inner surface sections (30i, 30i') receiving
the bearing body or bodies (10, 11).
2. A microsystem according to claim 1, wherein the two bearing bodies are arranged radially
offset with respect to one another in the stator in such a way that the centre lines
(100, 101) of the bearing bodies (10, 11) have a radial spacing from one another (dr).
3. A microsystem according to claim 1, comprising two axially offset (dL) but closely adjacent bearing points as separate bearing bodies (10, 11) in the
stator (30).
4. A microsystem according to claim 1, wherein the stator (30) has a receiver (30i',
30i), as the inner section, initially not suitable for the at least one bearing body
(10, 11).
5. A microsystem according to claim 4, wherein the initially not suitable inner section
and the at least one bearing body (10, 11) form a gap with a size greater than zero
during an insertion of the bearing body into the not suitable section and a hardening
joining material is introduced into the gap (13) for fixing the bearing body relative
to the stator after hardening of the joining material (12), especially as a solder
or adhesive substance.
6. A microsystem according to claim 4, wherein the initially not suitable inner section
is an underdimension of the receiver (30i', 30i) of the stator, into which a bearing
body (10, 11), which is radially greater than the receiver, is pressed in mechanically,
wherein the bearing body, which is harder with respect to the material, displaces
a part of the receiving section of the stator (30), but at least changes it with respect
to its surface structure.
7. A method for producing, adapting and/or adjusting at least one bearing point in a fluidic mini to microsystem (M), which system has a stator (30)
and at least one rotor (40, 2), the rotor being rotatably mounted at the at least
one bearing point (L10, L11) with respect to
the stator, characterised in that the stator, prior to the insertion of at least one separate bearing body, has a section
(30i, 30i') which is not suited for mounting, made of a softer material than the bearing
body (10, 11); and in that
the not suited section, by insertion, especially pressing in or bonding in, of the
bearing body made of a material which is harder than the material of the stator, becomes
a mechanical mounting and adjustment point, in order to fix the inner surface (11i,
10i) defined by the bearing body, highly precisely spatially/geometrically, as a bearing
face for the rotational mounting of the rotor (40, 2).
8. A method according to claim 7, wherein the pressing in takes place with displacement,
but at least with deformation of an inner surface (30i) of the not suited section.
9. A method according to claim 7 or claim 8, wherein a hardenable material (12) is introduced
into a gap or, following the mechanical displacement, into remaining interstices,
in order to obtain a mechanical fixing and spatial/geometric positioning of the bearing
body as a bearing point after hardening of the filler (12).
10. A method according to any one of claims 7 to 9, wherein the bearing component (10,
11) has an external diameter of less than 15 mm, especially less than 10 mm and/or
an internal diameter of less than 5 mm, especially less than 2 mm, for mounting the
outer rotor (2) especially a shaft (40).
11. A method according to claim 7, wherein two bearing points (L10, L11), are fixed successively with respect to time, one by pressing in (10a,
10i) and a further one by soldering, bonding in (11a, 11i) or pressing in.
12. A method according to claim 11, wherein, firstly, pressing in and then bonding in
take place.
13. A method according to claim 11 or claim 12, wherein the pressed-in first bearing point
is used as an auxiliary bearing point which is fixed relative to the stator (30),
in order to position the second bearing point (L11) spatially/geometrically, before
it is fixed by the hardening material (12).
14. A method according to claim 11 or claim 13, wherein the second bearing point (11;
11a, 11i) is positioned in the axial (10b) and/or radial (10i, 11i) direction, supported
from the first bearing point (10).
1. Microsystème affecté à un débit de fluide, lequel microsystème comprend un premier
tronçon d'admission ou de sortie de fluide (F), et un second tronçon doté d'au moins
une zone de portée (10, 11),
dans lequel
un rotor (40, 2) est monté à rotation vis-à-vis d'un stator (30) par l'intermédiaire
d'au moins un ou deux corps de portée (10, 11), lesquels corps de portée sont préfabriqués
en un matériau dur ; caractérisé par le fait que
le stator (30), constitué d'un matériau plus tendre par rapport à l'un des corps de
portée, ou aux deux, comporte un ou deux tronçon(s) superficiel(s) intérieur(s) (30i,
30i') recevant le ou les corps de portée (10, 11).
2. Microsystème selon la revendication 1, dans lequel les deux corps de portée occupent,
dans le stator, des positions offrant, dans le sens radial, un décalage mutuel tel
que les axes médians (100, 101) desdits corps de portée (10, 11) présentent un espacement
radial mutuel (dr).
3. Microsystème selon la revendication 1, comprenant deux zones de portée décalées axialement
(dL), mais étroitement voisines, matérialisant des corps de portée distincts (10,
11) dans le stator (30).
4. Microsystème selon la revendication 1, dans lequel le stator (30) comporte, en tant
que tronçon intérieur, un logement (30i', 30i) ne s'adaptant pas, dans un premier
temps, au corps de portée (10, 11) prévu au minimum.
5. Microsystème selon la revendication 4, dans lequel le tronçon intérieur tout d'abord
inadapté, et le corps de portée (10, 11) prévu au minimum, forment un interstice d'une
épaisseur supérieure à zéro lors d'une insertion dudit corps de portée dans ledit
tronçon inadapté ; et un matériau durcissable de comblement est déposé dans l'interstice
(13) en vue d'une consignation à demeure du corps de portée, vis-à-vis du stator,
après un durcissement complet dudit matériau de comblement (12) revêtant, en particulier,
la forme d'une brasure ou d'une substance adhésive.
6. Microsystème selon la revendication 4, dans lequel le tronçon intérieur tout d'abord
inadapté constitue un sous-dimensionnement du logement (30i', 30i) du stator
dans lequel un corps de portée (10, 11), d'un plus grand dimensionnement radial que
ledit logement, est enchâssé mécaniquement, sachant que le corps de portée, dont le
matériau est plus dur, refoule une partie du tronçon récepteur du stator (30) ou provoque,
pour le moins, une modification de sa structure en surface.
7. Procédé de production, d'adaptation et/ou de réglage d'au moins une zone de portée
dans une structure de type minisystème à microsystème (M) parcourue par un fluide,
lequel système comprend un stator (30) et au moins un rotor (40, 2), ledit rotor étant
monté à rotation vis-à-vis dudit stator dans la zone de portée (L10, L11) prévue au
minimum,
caractérisé par le fait
que, préalablement à l'insertion d'au moins un corps de portée distinct, le stator présente
un tronçon (30i, 30i') inapproprié au montage et consistant en un matériau plus tendre
par rapport au corps de portée (10, 11);
et que ledit tronçon inapproprié est transformé en un montage mécanique et en une zone d'ajustement
par insertion, notamment par enfoncement ou par intégration collée du corps de portée
en un matériau plus dur par rapport au matériau du stator, de telle sorte que la surface
intérieure (11i, 10i) définie par ledit corps de portée soit fermement établie, avec
une haute précision spatiale-géométrique, en tant que surface de portée affectée au
montage rotatif du rotor (40, 2).
8. Procédé selon la revendication 7, dans lequel l'enfoncement a lieu avec refoulement,
pour le moins avec déformation d'une surface intérieure (30i) du tronçon inapproprié.
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8, dans lequel un matériau durcissable (12) est
intégré dans un interstice ou, dans l'enchaînement direct du refoulement mécanique,
dans des espaces interstitiels subsistants, de manière à obtenir une consignation
à demeure mécanique et un positionnement spatial/géométrique du corps de portée, en
tant que zone de portée, après le durcissement complet du matériau de comblement (12).
10. Procédé selon l'une des revendications 7 à 9, dans lequel la pièce structurelle de
portée (10, 11) présente un diamètre extérieur inférieur à 15 mm, notamment inférieur
à 10 mm, et/ou un diamètre intérieur inférieur à 5 mm, notamment inférieur à 2 mm,
en vue du montage du rotor extérieur (2), en particulier d'un arbre (40).
11. Procédé selon la revendication 7, dans lequel deux zones de portée (L10, L11) sont
fermement établies avec succession dans le temps, l'une par enchâssement (10a, 10i),
et une autre par brasage, intégration collée (11a, 11i) ou enchâssement.
12. Procédé selon la revendication 11, dans lequel s'opère tout d'abord un enchâssement,
puis une intégration collée.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, dans lequel la première zone de portée enchâssée
est utilisée en tant que zone de portée auxiliaire fermement établie vis-à-vis du
stator (30), afin d'assurer un positionnement spatial/géométrique de la seconde zone
de portée (L11) avant qu'elle soit fermement établie par le matériau durcissable (12).
14. Procédé selon la revendication 11 ou 13, dans lequel le positionnement de la seconde
zone de portée (11 ; 11a, 11i) a lieu dans la (les) direction(s) axiale (10b) et/ou
radiale (10i, 11i), avec soutien conféré à partir de la première zone de portée (10).