[0001] Die Erfindung betrifft einen Leichtbauteil. Weiters umfasst die Erfindung ein Verfahren
sowie eine Vorrichtung zur Herstellung eines Leichtbauteiles.
[0002] Ein Leichtbauteil soll in der Regel für einen vorgesehenen Verwendungszweck, zum
Beispiel für eine Stütz- oder Haltefunktion von Konstruktions- oder Maschinenkomponenten,
die dabei geforderten mechanischen und gegebenenfalls schwingungsdämpfenden Eigenschaften
erfüllen und gleichzeitig ein geringes Gewicht besitzen. Genauer dargelegt: Ein Leichtbauteil
sollte eine derartige Masse- bzw. Werkstoffverteilung aufweisen, dass bei einer Belastung
des Teiles in allen Bereichen möglichst gleich hohe spezifische, mechanische Materialspannungen
herrschen. Auch als sogenannte Crashteile, die bei einer Verformung eine hohe Energieaufnahme
zeigen, können Leichtbauteile, die zumeist aus einem Leichtmetall oder einer Leichtmetall-Legierung
bestehen und vorteilhaft durch Gießen hergestellt sind, Verwendung finden.
[0003] Prinzipiell sind Leichtbauteile als Hohlkörper mit dünnen Wänden, die gegebenenfalls
gegen ein leichtes und/oder vorzeitiges Einknicken oder Beulen derselben Versteifungen
aufweisen können, ausgeführt. Zur Versteifung der Teilwände können diese quer zur
Hauptbelastungsrichtung gekrümmt oder wellig ausgeführt sein, allerdings erfordern
komplizierte Innenformen von Guss-Stückteilen bei deren Herstellung Sandkerne, die
nach dem Guss oft in aufwendiger Art aus dem Hohl entfemt werden müssen.
[0004] Für eine Herstellung von einfachen Hohlkörpern mit beispielsweise zylindrischer oder
rechteckiger Querschnittsform des Hohles können wiederverwendbare metallische Kerne
für eine Erstellung eines gegossenen Leichtbauteiles eingesetzt werden, allerdings
sind derart formbedingt oft dickere Wandbereiche mit höheren Teilgewichten in Kauf
zu nehmen.
[0005] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Leichtbauteil anzugeben, welches
dünne, tragende Außenwände besitzt, einen die Wand stützenden Kern hat und ein vermindertes
Gewicht aufweist.
[0006] Ein weiteres Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zu schaffen, mittels welchen ein
Stützmittel, das gegebenenfalls als Dämpfungs- und/oder als Energieabsorptionsmittel
bei einer Verformung wirken kann, innerhalb einer tragenden Wand zu einem Leichtbauteil
einformbar ist.
[0007] Schließlich zielt die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Herstellung des eingangs
genannten Gegenstandes ab.
[0008] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Leichtbauteil, bestehend aus einem zumindest
teilweise geschlossenen, metallischen Außenwandkörper und einem aus Metallschaum schmelzmetallurgisch
gebildeten Innenbereich, wobei der Innenbereich als Kernteil zumindest im Anlagebereich
an den Außenwandkörper mit einer dichten Kernoberflächenschicht und einem mit dieser
metallisch verbundenen, geschäumten Kerninnnenteil aufgebaut ist und den Kernteil
als Außenwandkörper eine im wesentlichen porenfreie Gussmetallschicht mit einer formschlüssigen
und/oder metallischen Verbindung zur Kernoberflächenschicht umgibt.
[0009] Die mit der Erfindung erreichten Vorteile sind im Wesentlichen darin zu sehen, dass
das Leichtbauteil aus zwei Teilen, die miteinander flächig in Verbindung stehen, erstellt
ist und dadurch die Teile leicht und der Kernteil unabhängig vom Außenwandkörper ausbildbar
sind.
[0010] Der metallurgisch dargestellte Metallschaum des Kernteiles besitzt dabei eine metallische
Bindung an die Kemoberflächenschicht, welche dadurch eine hohe Stabilität besitzt
und große Stützkräfte aufzunehmen imstande ist. Aus diesem Grunde ist es vorteilhaft
möglich, den Außenwandkörper mit geringer Dicke hoch belastbar auszuformen, womit
sich geringe Bauteilgewichte ergeben.
[0011] Es ist aus der WO 01/62416 bekannt geworden, einteilige Formkörper aus Metallschaum,
insbesondere aus Aluminiumschaum herzustellen. Dabei wird eine Kokille in eine schäumbare
Schmelze eingetaucht und mit dieser gefüllt, wonach in die Schmelze in der Kokille
eine Einbringung von Schaum durch aufsteigende Blasen erfolgt. Die Formkörperoberfläche,
die durch die an die Kokillenwand anliegenden Wandbereiche der jeweiligen Schaumblasen
gebildet wird, ist allerdings dünn und deren Güte offenbar vom metallostatischen Druck
abhängig. Ein Anheben der Kokille bei der Füllung derselben mit Schaum soll sich deshalb
günstig auf die Oberflächengüte des Formkörpers auswirken. Derartig erstellte Schaumköper
haben jedoch die Nachteile, dass deren Oberfläche der dünnen Schaumblasenwand wegen
und insbesondere bei großen Einzelblasen nur gering belastbar ist und dass die Formkörperwand
und die die Blasen umgebende Wand aus gleichen Werkstoffen mit gleichen Eigenschaften
gebildet sind. Ein Eingießen dieser Formkörper in eine Schmelze mit unterschiedlicher
Zusammensetzung ist offensichtlich nicht günstig durchführbar, weil es dabei zu unkontrollierbaren
Einbrüchen und zum Kollabieren von Schaumblasenwänden bzw. insbesondere von größeren
Blasen an der Oberfläche des Körpers kommt, wodurch auch in unvorhersehbarer Weise
das Teilgewicht beeinflusst wird.
[0012] Erfindungsgemäß ist von besonderem Vorteil, wenn der Werkstoff des Außenwandkörpers
und jener des Kernteiles voneinander verschiedene chemische Zusammensetzungen und/oder
unterschiedlichen metallischen Aufbau besitzen und vorzugsweise jeweils aus einem
Leichtmetall oder einer Leichtmetall-Legierung gebildet sind. Derart ist es möglich,
einer unterschiedlichen Beanspruchung der Teile Rechnung zu tragen. Beispielsweise
kann der gesamte Kernteil mit dem aus Schaum bestehenden Innenbereich aus einem harten
und/oder spröden partikelaufweisenden Werkstoff gebildet sein und der Außenwandkörper
aus weichem Material oder auch aus partikelfreien Matrixwerkstoff bestehen, je nach
gewünschten Eigenschaften oder Anforderung an das Leichtbauteil.
[0013] Wenn in einer Ausgestaltung der Erfindung mit Vorteil der Außenwandkörper aus einer
zähen oder zähfesten Legierung und der Kernteil aus einem Werkstoff mit Keramikpartikeln
in einer Metallmatrix gebildet sind, können besonders hohe und auch dynamische Belastungen
bei guter Dämpfungswirkung vom Leichtbauteil aufgenommen bzw. übertragen werden.
[0014] Die Stützwirkung der Kernoberflächenschicht, insbesondere bei einer kleinflächigen
Belastung oder in Kantenbereichen kann weiter erhöht werden, wenn die Gasblasen des
geschäumten Kerninnenteiles eine weitgehend monomodale Grössenverteilung in einem
engen Grössenbereich aufweisen. Dabei ist es in hohem Maße günstig, wenn die Kernoberflächenschicht
eine mittlere Dicke von mindestens 0,30 mm, höchstens jedoch 2,9 mm besitzt.
[0015] In einer auch wirtschaftlich günstigen Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass der Außenwandkörper Ausformungen für mindestens eine Befestigung und/oder
Führung des Bauteiles an Maschinen oder Tragkomponenten besitzt und gegebenenfalls
eine im Wesentlichen gleiche oder vorzugsweise eine teilweise unterschiedliche Wanddicke
aufweist, welche Dicke des Außenwandköprers örtlich derart gebildet ist, dass im Wesentlichen
gleiche mechanische Spannungen bei Belastung des Bauteiles in diesem gegeben sind.
[0016] Derart kann auf einfache Weise das Leichtbauteil als gegebenenfalls kompliziertes
verschiedenartig beanspruchtes Maschinen- oder Konstruktionselement mit besonders
geringem Gewicht geschaffen werden, in welches Element nur mehr die Bohrungen für
Befestigungsmittel einzubringen sind.
[0017] Das weitere Ziel der Erfindung wird erreicht mit einem Verfahren zur Herstellung
eines Leichtbauteiles mit einem zumindest teilweise geschlossenen, metallischen Außenwandkörper
und einem aus Metallschaum bestehenden Innenbereich, wobei in einem ersten Schritt
schmelzmetallugisch ein Kernteil mit einer Kernoberflächenschicht und einem dieselbe
ausfüllenden und mit dieser metallisch verbundenen, geschäumten Keminnenteil geformt
hergestellt wird, wonach in einem zweiten Schritt der Kernteil in einer Gießform positioniert
und darin dieser mit einer Schmelze umgossen und diese unter Bildung des Außenwandkörpers
erstarren gelassen werden, wobei derart eine formschlüssige und/oder metallische Verbindung
der Kernoberflächenschicht mit dem Außenwandkörper geschaffen wird.
[0018] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen insbesondere darin, dass der
Kernteil und der Außenwandkörper mittels getrennter Verfahrenschritte gefertigt werden
und daher auch unabhängig voneinander dimensioniert werden können. Weil nun die Kernoberflächenschicht
mit den Wänden der peripheren Schaumblasen metallisch verbunden wird, kann ein besonders
leichtgewichtiger, aber auch druckfester Kernkörper oder Kernteil geschaffen werden,
wobei die vom Außenwandkörper getrennte Erstellung eine dimensionsmäßig im Wesentlichen
freie Ausformung derselben erlaubt. Ein danach erfolgendes Umgießen des Kernteiles
kann mit unterschiedlichen Wanddicken vorgenommen werden, sodass auf einfache Weise
an Stellen mit hoher Beanspruchung des Leichtbauteiles dessen Außenwand verstärkt
ausbildbar ist.
[0019] Ein besonders günstiges Verhältnis der Belastbarkeit und des Gewichtes vom Leichtbauteil
ist erreichbar, wenn der Kernteil aus einem schäumbaren Metall oder einer schäumbaren
metallischen Legierung, gegebenenfalls mit erhöhter Festigkeit und der Außenwandkörper
aus einem dazu unterschiedlichen metallischen Werkstoff, vorzugsweise einer zähen
oder zähfesten Leichtmetall-Legierung gebildet wird.
[0020] Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist es vorteilhaft und wichtig, dass im ersten,
kemerstellenden Verfahrensschritt eine Gießform mit einer Eintragsöffnung und mit
zumindest einer kleinformatigen Öffnung im vertikal höchsten Bereich auf eine Temperatur
von unterhalb der Liquidustemperatur einer schäumbaren Legierung gebracht und/oder
belassen und mit einem in eine Schmelze dieser Legierung einerseits einragenden rohr-oder
trichterfötmigen, gegebenenfalls heizbaren Eingieß- oder Füllstück andererseits flüssigmetalldichtend
verbunden wird, wonach ein Verdrängen bzw. Ausbringen der Luft aus der Gießform mittels
eines aufwärts gerichteten Bewegens des Meniskus bzw. Flüssigmetallspiegels der Schmelze
durch die Eintragsöffnung bis in die höchsten kleinformatigen Öffnungen der Gießform
und eine Bildung einer erstarrten dichten Kernoberflächenschicht mit gewünschter Dicke
an der gesamten Gießforminnenoberfläche erfolgen und der zentrale Flüssigmetallanteil
durch ein Einbringen von Gasblasen, die zum Metallschaum zusammengeführt werden, aus
dieser verdrängt wird und mittels eines gezielten Wärmeentzuges vom System eine Erstarrung
des geschäumten Kerninnenteiles unter Bildung eines Verbundkernteiles erfolgt.
[0021] Mittels des Eingieß- oder Füllstückes, an welchem auf einfache Weise, zum Beispiel
durch eine Heizung, ein Erstarren von Metallschmelze verhinderbar ist, wird lediglich
in den Innenraum der Gießform Schmelze eingebracht und dabei die Luft verdrängt. Weil
nun die Gießform erfindungsgemäß eine Temperatur von unterhalb der Liquidustemperatur
der schäumbaren Legierung besitzt, wird an der Innenwand und in den kleinformatigen
Öffnungen der Form Flüssigmetall erstarren und es bildet sich eine dichte Oberflächenschicht
aus. Die Schichtausbildung ist dabei von der Zeit sowie der Gießform- und Schmelzentemperatur
abhängig und es kann durch eine Regelung dieser Parameter eine gewünschte Dicke der
Kernoberflächenschicht leicht gesteuert bzw. eingestellt werden. Eine zu hohe Temperatur
der Gießform, beispielsweise im Bereich der Solidustemperatur der Legierung, kann
zu einem Austreten des Flüssigmetalles aus den Spalten und Luftauslässen und/oder
zum Kollabieren der Schaumblasen an diesen Stellen führen und zumindest die Oberflächengüte
des Kernteiles, insbesondere jedoch dessen Belastbarkeit nachteilig beeinflussen.
[0022] Nach einem Erreichen der vorgesehenen Schichtausbildung erfolgt ein Einbringen von
Gasblasen in den Innenraum der Gießform, welche Gasblasen sich zu Metallschaum ausformen.
Die metallischen Wandbereiche der äußeren Gasblasen legen sich dabei an der erstarrten
Kernoberflächenschicht an, wobei durch einen weiteren Wärmeentzug mittels der Gießform
der Metallschaum verfestigt wird.
[0023] Mit Vorteil insbesondere für eine komplizierte Kernteilgestalt kann vorgesehen sein,
dass die Gießform aus mehreren Teilen mit gasdurchlässigen Pass-Spalten gebildet und
an der Eintragsöffnung mit dem Eingieß-oder Füllstück verbunden wird, wobei durch
die aufsteigende in die Spalte und die kleinformatigen Öffnungen eindringende und
dabei erstarrende Schmelze ein Dichtungseffekt erzielt und eine durchgehende Kernoberflächenschicht
erstellt werden.
[0024] Um die Stabilität des Metallschaumes zu erhöhen bzw ein Kollabieren von Gasblasen
zu vermeiden, ist es günstig, wenn die den Flüssigmetallteil in der Kernoberflächenschicht
verdrängenden Gasblasen mit einer im Wesentlichen gleichen Größe in der Schmelze,
abhängig vom Partikelgehalt insbesondere von SiC-Gehalt derselben in einem Abstand
von mindestens 20 mm oder mehr von der Eintragsöffnung der Gießform gebildet und aufsteigen
gelassen werden.
[0025] Verbesserte Gebrauchseigenschaften des Leichtbauteiles bei wirtschaftlicher Fertigungs
desselben sind erreichbar, wenn der metallische Außenwandkörper im Druck-Gießverfahren
hergestellt und die Dicke der Kernoberflächenschicht des Kernteiles in Abhängigkeit
von der Schaumblasengröße des Keminnenteisl sowie des vorgesehehen Flüssigmetalldruckes
und der geplanten Gießtemperatur im Druckgießverfahren erstellt werden.
[0026] Ein weiteres Ziel der Erfindung, eine Vorrichtung zur Herstellung eines Leichtbauteiles
mit einem zumindest teilweise geschlossenen, metallischen Außenwandkörper und einem
aus Metallschaum bestehenden Innenbereich zu schaffen, wird dadurch erreicht, dass
die Vorrichtung aus einer Kernfertigungseinrichtung und einer Außenwand-Druck-Gießeinrichtung
besteht.
[0027] Der mit dieser Vorrichtung erfindungsgemäß erreichte Vorteil ist im Wesentlichen
in einer getrennten Einsetzbarkeit der Kernerstellungseinrichtung und dem Außenwandkörperherstellmittel
zu sehen. Unabhängig voneinander sind damit auf einfache Weise jeweils die Voraussetzungen
geschaffen, den Kernteil und den Außenwandkörper in gewünschten Dimensionen bzw. mit
den örtlich vorgesehenen Wandstärken und Ausformungen herzustellen.
[0028] Wenn dabei, wie günstig vorgesehen sein kann, die Kernfertigungseinrichtung im Wesentlichen
aus einer Gießform mit einer bodenseitigen Eintragsöffnung und mindestens einer Auslassöffnung
im vertikal obersten Formbereich, gegebenenfalls aus einem Verschlussmittel für die
Eintragsöffnung der Gießform, aus einer Schmelze in einem abdichtbaren und mit Druck
beaufschlagbaren Schmelzengefäß mit einem in die Schmelze einerseits einragenden Eingieß-
oder Füllstück und aus einem Einblasmittel für ein metallschaumbildendes Gas gebildet
ist, so besteht erfindungswesentlich die Möglichkeit, Kerne hochwertig und wirtschaftlich
mit geringer Zeitfolge zu fertigen.
[0029] Weiters ist es von fertigungstechnischem Vorteil, wenn die Gießform aus mehreren
Teilen gebildet ist, gasdurchlässige Pass-Spalten aufweist und mit einem Verschlussmittel,
relativ zu dieser verschiebbar, oder mit dem gegebenenfalls beheizbaren Eingieß- oder
Füllstück schmelzendicht verbunden ist. Wie vorher erwähnt, sind auf Grund der geringeren
Gießformtemperatur die Pass-Spalten vorerst gewünscht gasdurchlässig und in der Folge
durch die darin erstarrte Schmelze abgedichtet.
[0030] Wenn vorzugsweise, wie an sich bekannt, in der Wand des Schmelzengefäßes bodenseitig
unter dem Eingieß- oder Füllstück ein Gaseinleitmittel mit in die Schmelze vorragenden
Düsenteilen angeordnet ist, ist ein Metallschaum mit weitgehend gleicher Blasengröße
und bester Stützwirkung der Kernoberflächenschicht herstellbar.
[0031] Für eine kontrollierbare Einbringung mit steuerbarer Geschwindigkeit kann es günstig
sein, wenn die Schmelze mit deren Meniskus im inneren Bereich des Eingieß- oder Füllstückes
in den Innenraum der Gießform mittels Gasdruckes auf die äußere Gießspiegelfläche
im Schmelzengefäß einbringbar ist.
[0032] Besonders genau einhaltbar ist die vorgesehene Wanddicke an allen Stellen des Außenwandkörpers,
wenn die Außenwand-Druck-Gießeinrichtung zu Halterung und Positionierung des Kernteiles
ein Spannmittel aufweist, welches mit weiteren Wandformteilen zusammengeführt eine
Druck-Gießform bildet, an welche eine Düse für eine Gießmetallfzufuhr anlegbar ist.
In einer unterschiedlichen Ausführungsform können diese Spann- oder Positionierungsmittel
auch als an sich bekannte Kernmarken ausgeführt sein.
[0033] Leichtbauteile mit gegebenenfalls in verschiedenen Positionen unterschiedlichen Dicken
des Außenwandkörpers sind auch als Teile mit hoher Kapazität für eine Verformungsenergie-Aufnahme
höchst effizient einsetzbar. Leicht können diese Teile derart ausgebildet werden,
dass deren Verformungsbeginn gewünscht druckund druckrichtungsabhängig erfolgt.
[0034] Weil, wie vorher dargelegt, Kernteile mit einer gewünscht dicken Kernoberflächenschicht
herstellbar sind, ist es erfindungsgemäß auch möglich, einen solchen als Gegenstand
mit hoher Kapazität für eine Verformungsenergie-Aufnahme einzusetzen.
[0035] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, welches lediglich eine Ausführungsweg darstellt,
ist in den Zeichnungen gezeigt und wird im Folgenden näher beschrieben.
- Fig. 1
- Ein Leichtbauteil
- Fig. 2
- Eine Kernteilgießform
- Fig. 3
- Eine Gießform, verbunden mit einer Gießeinrichtung
- Fig. 4
- Ein Kernteil in der Gießform
- Fig. 5
- Ein Kernteil bei Ausschalung
- Fig. 6
- Ein Kernteil
- Fig. 7
- Ein Kernteil mit Halterung
- Fig. 8
- Ein Kernteil in einer Außenwandkörperkokille
- Fig. 9
- Ein Leichtbauteil bei Ausschalung
[0036] Nachfolgend ist eine Liste mit den in den Figuren verwendeten Besuchszeichen zusammengestellt.
- 1
- Leichtbauteil
- 10
- Kernteil
- 12
- Außenwandkörper
- 13
- Innenbereich
- 14
- Kernoberflächenschicht
- 15
- Kerninnenteil
- 16,16',16",16"'
- Ausformungen des Außenwandkörpers
- 17
- Einspannbereich
- 2
- Kernfertigungseinrichtung
- 21
- Gießform
- 21',21",21"'
- Gießformteile
- 211
- Gießform-Eintragsöffnung
- 212
- Auslassöffnung
- 213,213'
- Pass-Spalte
- 214
- Verschlussmittel
- 22
- schäumbares Flüssigmetall
- 221
- Meniskus
- 222
- äußere Gießspiegelfläche
- 23
- Schmelzengefäß
- 231
- Füllstück
- 24
- Gaseinleitmittel
- 241
- Düsenteil
- 3
- Außenwand-Druck-Gießeinrichtung
- 31,31'
- Kernspannmittel
- 32
- Druckgießform
- 32,32'
- Wandformteile
- 33
- Düse
- 4
- Druckgieß-Metallzufuhr
[0037] In Fig. 1 ist schematisch ein Leichtbauteil 1 mit einem Kemteil 10 und mit einem
Außenwandkörper 12, welcher eine Dicke D hat, dargestellt. Der Kernteil 10 weist zum
Außenwandkörper 12 hin eine dichte, geschlossene Kernoberflächenschicht 14 auf und
besitzt einen Innenbereich 13 mit einem aus Metallschaum gebildeten Kerninnenteil
15, sowie einen Einspannbereich 17. Der Außenwandkörper 12 ist mit Ausformungen 16,
16'., 16", 16'" versehen, welche zur Teilhalterung oder Teilführung dienen können.
[0038] Fig. 2 bis Fig. 5 zeigen in schematischer Darstellung eine Kernteilfertigung.
[0039] In Fig. 2 ist ein Zusammenbau einer Gießform 21 mit einer Eintragsöffnung 211 gezeigt,
wobei Gießformteile 21', 21" als Seitenteile in Richtung X bzw X' und ein Gießformkopfteil
21"' mit einer Gasauslassöffnung 212 in Richtung Y' zusammengeführt und miteinander
verspannt werden können.
[0040] Fig. 3 zeigt eine Kernfertigungseinrichtung 2 mit einer Gießform 21 und einem mit
dieser verbundenen Schmelzengefäß 23. Das Schmelzengefäß 23 besitzt ein einerseits
in eine Schmelze 22 einragendes, trichterförmiges Füllstück 231, welches beheizbar
sein kann. Andererseits steht das Füllstück 231 mit einem Verschlussmittel 214 oder
einer Kokille 21 in Verbindung. Senkrecht unter dem Füllstück 231 ist im Boden des
Schmelzengefäßes 23 ein Gaseinleitmittel 24 mit einem Düsenteil 241 zur Metallschaumbildung
eingebracht. Es ist jedoch auch möglich, ein Gaseinleitmittel 24 direkt in einer Schmelze
22 zu positionieren.
[0041] Bei einer Herstellung eines Kemteiles 10 wird beispielsweise durch Aufbringen von
Gasdruck auf eine äußere Gießspiegelfläche 222 in einem geschlossenen Schmelzengefäß
ein Meniskus 221 der Schmelze 22 im Inneren des Füllstückes 231 in Richtung Z nach
oben durch eine Eintragsöffnung 211 einer Gießform 21 verbracht. Bei einem Ansteigen
des Meniskus entweicht die Luft aus der Gießform durch die Pass-Spalten 213, 213'
und durch eine eingebrachte kleinformatige Auslassöffnung 212, wobei infolge einer
geringeren Temperatur der Gießform 21 die Schmelze in den Spalten 213, 213', sowie
in der Auslassöffnung 212 erstarrt und eine dichte Kernoberflächenschicht 14 bildet.
Eine nachfolgende Gaseinleitung mittels Düsenteile 241 erstellt in der schäumbaren
Schmelze stabile im Wesentlichen gleichformatige Gasblasen, welche aufsteigen und
innerhalb der Kernoberflächenschicht 14 einen Metallschaum formen, der infolge einer
Kühlung der Gießform 1 erstarrt und einen Kernteil 10 bildet. Um vor einer Durcherstarrung
des Metallschaumes die Gießform 21 verbringen zu können, kann (Fig. 4) ein Verschlussmittel
214 deren Eintragsöffnung 211 abdichten.
[0042] Fig. 5 zeigt eine Ausschalung eines Kernteiles 10
[0043] Ein Kernteil 10 (Fig. 6) wird, wie funktionsdarstellend in Fig. 7 bis Fig. 9 gezeigt,
mit einem Außenwandkörper 12 in einer Druckgießeinrichtung 3 versehen.
[0044] Wie aus Fig. 7 ersichtlich ist, wird ein Kernteil 10, beispielsweise mittels Kernspannmittel
31, 31' gehalten und Wandformteile 32, 32' in Richtung X, X' und Y zu einer Druckgießform
32 aneinander angestellt. Ein verbleibender Gießspalt wird nach Anschluss beispielsweise
einer Düse 33, wie in Fig. 8 gezeigt, mit einem zugeführten Metall 4 im Druckgießverfahren
gefüllt derart ein den Kernteil 10 umhüllender Außenwandkörper 12 hergestellt und
das Leichtbauteil 1 geschaffen.
[0045] Fig. 9 zeigt eine Ausformung eines Leichtbauteiles.
1. Leichtbauteil (1) bestehend aus einem zumindest teilweise geschlossenen, metallischen
Außenwandkörper (12) und einem aus Metallschaum schmelzmetallurgisch gebildeten Innenbereich
(13), wobei der Innenbereich (13) als Kernteil (10) zumindest im Anlagebereich an
den Außenwandkörper mit einer dichten Kernoberflächenschicht (14) und einem mit dieser
metallisch verbundenen, geschäumten Keminnenteil (15) aufgebaut ist und den Kernteil
(10) als Außenwandkörper (12) eine im Wesentlichen porenfreie Gussmetallschicht mit
einer formschlüssigen und/oder metallischen Verbindung zur Kernoberflächenschicht
(14) umgibt.
2. Leichtbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff des Außenwandkörpers (12) und jener des Kernteiles (10) von einander
verschiedene chemische Zusammensetzungen und/oder unterschiedlichen metallischen Aufbau
besitzen und vorzugsweise jeweils aus einem Leichtmetall oder einer Leichtmetall-Legierung
gebildet sind.
3. Leichtmetallbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenwandkörper (12) aus einer zähen oder zähfesten Legierung und der Kernteil
(10) aus einem Werkstoff mit Keramikpartikeln in einer Metallmatrix gebildet sind.
4. Leichtbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasblasen des geschäumten Kerninnenteiles (15) eine weitgehend monomodale Grössenverteilung
in einem engen Grössenbereich aufweisen.
5. Leichtbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernoberflächenschicht (14) eine mittlere Dicke von mindestens 0,30 mm, höchstens
jedoch 2,9 mm besitzt.
6. Leichtbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenwandkörper (12) Ausformungen (16, 16', 16") für mindestens eine Befestigung
und/oder Führung des Bauteiles (1) an Maschinen oder Tragkomponenten besitzt und gegebenenfalls
eine im Wesentlichen gleiche oder vorzugsweise eine teilweise unterschiedliche Dicke
(D) aufweist, welche Dicke des Außenwandkörpers örtlich derart gebildet ist, dass
im Wesentlichen gleiche mechanische Spannungen bei Belastung des Bauteiles (1) in
diesem gegeben sind.
7. Verfahren zur Herstellung eines Leichtbauteiles mit einem zumindest teilweise geschlossenen,
metallischen Außenwandkörper und einem aus Metallschaum bestehenden Innenbereich,
wobei in einem ersten Schritt schmelzmetallurgisch ein Kemteil mit einer Kemoberflächenschicht
und einem dieselbe ausfüllenden und mit dieser metallisch verbundenen, geschäumten
Kerninnenteil geformt hergestellt wird, wonach in einem zweiten Schritt der Kernteil
in einer Gießform positioniert und darin dieser mit einer Schmelze umgossen und diese
unter Bildung des Außenwandkörpers erstarren gelassen werden, wobei derart eine formschlüssige
und/oder metallische Verbindung der Kernoberflächenschicht mit dem Außenwandkörper
geschaffen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kemteil aus einem schäumbaren Metall oder einer schäumbaren metallischen Legierung,
gegebenenfalls mit erhöhter Festigkeit und der Außenwandkörper aus einem dazu unterschiedlichen
metallischen Werkstoff, vorzugsweise einer zähen oder zähfesten Leichtmetall-Legierung,
gebildet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten kernerstellenden Verfahrensschritt eine Gießform mit einer Eintragsöffnung
und mit zumindest einer kleinformatigen Öffnung im vertikal höchsten Bereich auf eine
Temperatur von unterhalb der Liquidustemperatur einer schäumbaren Legierung gebracht
und/oder belassen und mit einem in eine Schmelze dieser Legierung einerseits einragenden
rohr- oder trichterförmigen, gegebenenfalls heizbaren Eingieß- oder Füllstück andererseits
flüssigmetalldichtend verbunden wird, wonach ein Verdrängen bzw. Ausbringen der Luft
aus der Gießform mittels eines aufwärts gerichteten Bewegens des Meniskus bzw. Flüssigmetallspiegels
der Schmelze durch die Eintragsöffnung bis in die höchsten kleinformatigen Öffnungen
der Gießform und eine Bildung einer erstarrten dichten Kernoberflächenschicht mit
gewünschter Dicke an der gesamten Gießforminnenoberfläche erfolgen und der zentrale
Flüssigmetallanteil durch ein Einbringen von Gasblasen, die zu Metallschaum zusammengeführt
werden, aus dieser verdrängt wird und mittels eines gezielten Wärmeentzuges vom System
eine Erstarrung des geschäumten Kerninnenteiles unter Bildung eines Verbundkernteiles
erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gießform aus mehreren Teilen mit gasdurchlässigen Pass-Spalten gebildet und an
der Eintragsöffnung mit dem Eingieß- oder Füllstück verbunden wird, wobei durch die
aufsteigende in die Spalte und die kleinformatigen Öffnungen eindringende und dabei
erstarrende Schmelze ein Dichtungseffekt erzielt und eine durchgehende Kernoberflächenschicht
erstellt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die den Flüssigmetallteil in der Kernoberflächenschicht verdrängenden Gasblasen mit
einer im Wesentlichen gleichen Größe in der Schmelze, abhängig vom Partikelgehalt,
insbesondere vom SiC-Gehalt in einem Abstand von mindestens 20 mm oder mehr von der
Eintragsöffnung der Gießform gebildet und aufsteigen gelassen werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der metallische Außenwandkörper im Druck-Gießverfahren hergestellt und die Dicke
der Kernoberflächenschicht in Abhängigkeit von der Schaumblasengröße des Kerninnenteiles
sowie des vorgesehenen Flüssigmetalldruckes und der Gießtemperatur im Druckgießverfahren
erstellt werden.
13. Vorrichtung zur Herstellung eines Leichtbauteiles (1) mit einem zumindest teilweise
geschlossenen, metallischen Außenwandkörper (12) und einem aus Metallschaum bestehenden
Innenbereich (13), wobei die Vorrichtung aus einer Kernfertigungseinrichtung (2) und
einer Außenwand-Druck-Gießeinrichtung (3) besteht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernfertigungseinrichtung (2) im Wesentlichen aus einer Gießform (21) mit einer
bodenseitigen Eintragsöffnung (211) und mindestens einer Auslassöffnung (212) im vertikal
obersten Formbereich, gegebenenfalls aus einem Verschlussmittel (214) für die Eintragsöffnung
(211) der Gießform (21), aus einer Schmelze (22) in einem abdichtbaren und mit Druck
beaufschlagbaren Schmelzengefäß (23) mit einem in die Schmelze (22) einerseits einragenden
Eingieß- oder Füllstück (231) und aus einem Einblasmittel (24) für ein metallschaumbildenes
Gas gebildet ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Gießform (21) aus mehreren Teilen (21', 21", 21"') gebildet ist, gasdurchlässige
Pass-Spalten (213, 213') aufweist und mit einem Verschlussmittel (214), relativ zu
dieser verschiebbar, oder mit dem gegebenenfalls beheizbaren Eingieß- oder Füllstück
(231) schmelzendicht verbunden ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass in der Wand des Schmelzengefäßes (23) bodenseitig unter dem Eingieß- oder Füllstück
(231) ein Gaseinleitmittel (24) mit in die Schmelze (22) vorragenden Düsenteilen (241)
angeordnet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze (22) mit deren Meniskus (221) im inneren Bereich des Eingieß-oder Füllstückes
(231) in den Innenraum der Gießform (21) mittels Gasdruck auf die äußere Gießspiegelfläche
(222) einbringbar ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenwand-Druck-Gießeinrichtung zur Halterung und Postionierung des Kernteiles
(10) ein Spannmittel (31, 31') aufweist, welches mit weiteren Wandformteilen (32',
32") zusammengeführt eine Druck-Gießform (32) bildet, an welche ein Schmelzeneintragsmittel,
zum Beispiel eine Düse (33) für eine Gießmetallzufuhr (4) anlegbar ist.
19. Verwendung eines Leichtbauteiles gemäß der Ansprüche 1 bis 6, hergestellt nach einem
Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11 für Teile mit hoher Kapazität für eine
Verformungsenergie-Aufnahme.
20. Verwendung eines Kernteiles (10) mit einer Kernoberflächenschicht (14) und einem geschäumten
Kerninnenteils (15), hergestellt nach einem Verfahren gemäß Anspruch 7 sowie Anspruch
9 bis 11 für Teile mit hoher Kapazität für eine Verformungsenergie-Aufnahme.