[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einstellhülse für ein Schleuderrad für Strahlanlagen,
die einen im Wesentlichen hohlzylindrischen Grundkörper mit einer Austrittsöffnung
für Strahlmittel aufweist, die am Umfang der Einstellhülse vorgesehen ist.
[0002] In der Strahltechnik sind Schleuderräder mit einer Einstellhülse grundsätzlich bekannt.
Derartige Schleuderräder dienen dazu, das Strahlmittel zu beschleunigen und innerhalb
eines gewünschten Wurfkegels auf das Werkstück zu schleudern.
[0003] In Fig. 1 ist ein aus dem Stand der Technik bekanntes Schleuderrad dargestellt, das
innerhalb eines im Querschnitt etwa trapezförmigen Gehäuses 10 angeordnet ist. Das
Schleuderrad weist einen innen liegenden Rotor 12, den so genannten Impeller, auf,
der beim dargestellten Ausführungsbeispiel mit insgesamt acht Schaufeln versehen ist.
Der Impeller 12 dreht sich dabei in Pfeilrichtung innerhalb einer Einstellhülse 14,
die an ihrem Umfang eine Austrittsöffnung 16 für Strahlmittel aufweist. Außerhalb
der Einstellhülse 14 sind sich ebenfalls in Pfeilrichtung drehende Wurfschaufeln 18
angeordnet, die beim dargestellten Ausführungsbeispiel leicht gekrümmt sind. Bei der
in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung wird Strahlmittel axial in das Innere des Impellers
12 eingebracht und dort durch die Rotationsbewegung des Impellers beschleunigt, bis
es durch die Austrittsöffnung 16 der Einstellhülse austreten kann. Anschließend wird
das so vorbeschleunigte Strahlmittel auf die Wurfschaufeln 18 aufgegeben und durch
die Rotationsbewegung dieser Wurfschaufeln in einem Wurfkegel K1 in Richtung des zu
strahlenden Werkstückes geschleudert.
[0004] Durch Verstellen der Einstellhülse in oder entgegen dem Uhrzeigersinn lässt sich
der Strahlkegel verstellen. So wird durch Verstellen der Einstellhülse im Uhrzeigersinn,
d.h. durch Verdrehen der Einstellhülse um die Mittelachse, der Aufgabezeitpunkt des
Strahlmittels auf die Wurfschaufeln 18 verzögert, so dass das Strahlmittel zu einem
späteren Zeitpunkt die Wurfschaufeln verlässt. Hierdurch ergibt sich ein verschobener
Strahlkegel K2, der in Fig. 1 gestrichelt dargestellt ist.
[0005] Problematisch bei den Einstellhülsen der o.g. Art ist der Umstand, dass das Strahlmittel
die Einstellhülse aufgrund der im Bereich der Austrittsöffnung entstehenden Strahlwirkung
abträgt, so dass sich nach einer bestimmten Betriebsdauer das Strahlbild verstellt.
In diesem Fall ist es erforderlich, die Einstellhülse nachzujustieren oder auszutauschen,
da ansonsten ein gutes Strahlergebnis nicht sichergestellt werden kann und der Maschinenverschleiß
im Bereich der Strahlkammer stark zunimmt.
[0006] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Einstellhülse der eingangs genannten Art zu
schaffen, die kostengünstig ist und Wartungsarbeiten an der Strahlanlage eliminiert
bzw. reduziert.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1 und insbesondere
dadurch, dass im Bereich der Austrittsöffnung an der Einstellhülse ein Kantenschutz
vorgesehen ist.
[0008] Durch einen derartigen Kantenschutz ist der Verschleiß der Einstellhülse im Bereich
der Austrittsöffnung reduziert, so dass ein Abtragen der Kante unterbleibt. Hierdurch
muss die Einstellhülse nicht mehrfach nachgestellt werden, wodurch die Betriebskosten
erheblich reduziert sind.
[0009] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in der Beschreibung, der Zeichnung
sowie den Unteransprüchen beschrieben.
[0010] Nach einer ersten vorteilhaften Ausführungsform kann der Kantenschutz bündig in den
Grundkörper eingelassen sein. Hierdurch ergibt sich ein besonders gleichmäßiges Strahlbild,
das sich von einer herkömmlichen Einstellhülse nicht unterscheidet.
[0011] Nach einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform umgibt der Kantenschutz
die Austrittsöffnung allseitig. Hierdurch ist eine besonders dauerhafte Einstellhülse
geschaffen, deren Strahlbild allseitig konstant bleibt. Insbesondere ist hier auch
eine Veränderung des Strahlbilds quer zur Auswurfrichtung, d.h. senkrecht zur Zeichenebene
der Fig. 1, ausgeschlossen.
[0012] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Kantenschutz als gewölbter
Rahmen ausgebildet. Ein derartiger Kantenschutz lässt sich vergleichsweise kostengünstig
herstellen und an der Einstellhülse montieren, wobei gleichzeitig ein allseitig konstantes
Strahlbild geschaffen ist.
[0013] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist der Rahmen
vier Innenflächen auf, wobei zwei sich quer zur Umfangsrichtung ersteckende Innenflächen
in einer Ebene liegen. Auf diese Weise sind zwei Kanten geschaffen, die mit der Tangente
an den Innenumfang einen spitzen Winkel bilden, wodurch besonders gute Strahlergebnisse
erzielbar sind. Aus dem gleichen Grund ist es vorteilhaft, wenn der Kantenschutz zumindest
eine quer zur Umfangsrichtung orientierte Kante aufweist, die mit dem Innenumfang
der Einstellhülse einen spitzen Winkel einschließt.
[0014] Bevorzugt ist der Kantenschutz als Einsatz ausgebildet, insbesondere als Hartmetalleinsatz.
Auf diese Weise lässt sich auf kostengünstige Weise die Lebensdauer der Einstellhülse
erhöhen und gleichzeitig der Wartungsbedarf der Strahlanlage verringern.
[0015] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand einer beispielhaften Ausführungsform
und unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Schleuderrad nach dem Stand der Technik; und
- Fig. 2
- eine Einstellhülse gemäß der Erfindung.
[0016] Die in Fig. 2 dargestellte Einstellhülse 20 besteht aus einem im Wesentlichen hohlzylindrischen
Grundkörper 22, der an seinem Umfang eine rechteckige Austrittsöffnung 24 für Strahlmittel
aufweist. Die Austrittsöffnung 24 erstreckt sich über etwa 60° in Umfangsrichtung
und ist allseitig von einem Kantenschutz 26 in Form eines gewölbten Rahmens versehen,
der als Hartmetalleinsatz ausgebildet ist. Der Kantenschutz 26 ist bündig in den Grundkörper
22 eingelassen und besitzt vier Innenflächen 27 bis 30, wobei sich die Innenflächen
27 und 29 in Umfangsrichtung und die Innenflächen 28 und 30 quer zur Umfangsrichtung
erstrecken. Die beiden Innenflächen 28 und 30 liegen hierbei in einer Ebene, wodurch
mit der Innenumfangsfläche 32 der Einstellhülse im Bereich der Innenflächen 28 und
30 jeweils eine angespitzte Kante 34 und 36 geschaffen ist.
[0017] Wie Fig. 2 zeigt, ist an einer Seite des Grundkörpers 22, der beispielsweise aus
Hartguss besteht, ein ringförmiger Absatz 38 vorgesehen.
[0018] Auch wenn das Ausführungsbeispiel anhand eines rahmenförmigen Einsatzes beschrieben
wurde, versteht sich, dass der erfindungsgemäße Kantenschutz auch dann wirksam ist,
wenn sich dieser lediglich entlang einer Kante der Austrittsöffnung erstreckt.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 10
- Gehäuse
- 12
- Impeller
- 14
- Einstellhülse
- 16
- Austrittsöffnung
- 18
- Wurfschaufel
- 20
- Einstellhülse
- 22
- Grundkörper
- 24
- Austrittsöffnung
- 26
- Kantenschutz
- 28 - 30
- Innenflächen
- 32
- Innenumfang
- 34, 36
- angespitzte Kante
- 38
- Absatz
- K1, K2
- Strahlkegel
1. Einstellhülse für ein Schleuderrad für Strahlanlagen, mit einem im Wesentlichen hohlzylindrischen
Grundkörper (22), der an seinem Umfang eine Austrittsöffnung (24) für Strahlmittel
aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Bereich der Austrittsöffnung (24) ein Kantenschutz (26) vorgesehen ist.
2. Einstellhülse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kantenschutz (26) bündig in den Grundkörper (22) eingelassen ist.
3. Einstellhülse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kantenschutz (26) die Austrittsöffnung (24) allseitig umgibt.
4. Einstellhülse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kantenschutz als gewölbter Rahmen (26) ausgebildet ist.
5. Einstellhülse nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Rahmen (26) vier Innenflächen (27 - 30) besitzt, wobei zwei sich quer zur Umfangsrichtung
erstreckende Innenflächen (28, 30) in einer Ebene liegen.
6. Einstellhülse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kantenschutz (26) zumindest eine quer zur Umfangsrichtung orientierte Kante (34,
36) aufweist, die mit dem Innenumfang (32) der Einstellhülse (20) einen spitzen Winkel
einschließt.
7. Einstellhülse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kantenschutz als Einsatz, insbesondere als Hartmetalleinsatz (26), ausgebildet
ist.
8. Schleuderrad mit einer Einstellhülse (20) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche.
9. Strahlanlage mit zumindest einem Schleuderrad nach Anspruch 8.