[0001] Die Erfindung betrifft eine Knopfloch-Nähmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Aus dem Prospekt JUKI MEB-3200 Instruction Manual No. 02 29343316 ist eine Knopfloch-Nähmaschine
der gattungsgemäßen Art bekannt. Sie weist einen x-y-Tisch auf, der mittels zweier
Schrittmotoren als x-Antrieb und y-Antrieb in der Nähebene verschiebbar ist. Auf dem
x-y-Tisch sind zwei Nähgutklammern angeordnet, mittels derer ein Nähgut auf dem x-y-Tisch
gehalten werden kann. Diese sind jeweils mittels eines Pneumatik-Zylinders in der
durch die x-y-Ebene gebildeten Nähebene spiegelsymmetrisch zu einer Mittel-Ebene in
x-Richtung verschiebbar. Beide Pneumatik-Zylinder sind jeweils mittels eines in der
Steuer-Einheit gespeicherten Steuerbefehls betätigbar. An dem x-y-Tisch sind an jeder
Seite Stellschrauben vorgesehen, die ein Einstellen des Spreiz-Weges jeder Nähgutklammer
von einer unveränderbaren inneren Spreiz-Ausgangs-Lage in eine Spreiz-Endlage ermöglichen.
[0003] Mit der Verschiebung der Nähgutklammern wird ein Auseinanderziehen, ein sogenanntes
Spreizen, des zuvor fest in den Nähgutklammern eingespannten Nähguts erreicht, so
daß das Nähgut damit in einen gespannten, ebenen Zustand verbracht wird. Hierdurch
können qualitativ hochwertige Knopflöcher erzeugt werden. Mit dem Spreizen des Nähguts
wird außerdem erreicht, daß ausreichend Platz für die Nadel vorhanden ist, wenn das
Knopfloch zuerst geschnitten und anschließend genäht wird, d.h. wenn die Nähmaschine
im sogenannten Vorschneide-Modus arbeitet. Das Ausmaß der Verschiebung beträgt bis
zu 1,0 mm an jeder Nähgutklammer, so daß diese zueinander um einen Spreiz-Weg von
bis zu 2,0 mm verlagerbar sind.
[0004] Der Betrag des Spreiz-Weges hängt von verschiedenen Nähparametern wie der Beschaffenheit
des Nähguts, d.h. der Webdichte, des Materials und dergleichen, der Art der zu vernähenden
Fäden, der Faden-Spannwerte, der Nadeldicke, gegebenenfalls der Verarbeitung eines
Gimpenfadens und anderen Parametern ab.
[0005] Nachteilig an dieser bekannten Maschine ist, dass die Nähgut-Klammern sehr stabil
ausgeführt werden müssen, da sie ansonsten aufgrund der auftretenden Klemm-Kräfte
verbiegen würden. Außerdem treten beim Spreizen beträchtliche Reibungskräfte auf,
die von dem zur Ausführung der Spreizbewegung dienenden Verschiebe-Antrieb überwunden
werden müssen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Knopfloch-Nähmaschine der gattungsgemäßen
Art so weiterzubilden, dass die mindestens eine Nähgut-Klammer möglichst einfach aufgebaut
sein kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruches
1 gelöst.
[0008] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen wird erreicht, dass mindestens bei der verschiebbaren
Nähgut-Klammer keinerlei Kräfte in die Führungen der Nähgut-Klammer auf dem x-y-Tisch
übertragen werden. Es treten also bei der Positionierung der Nähgutklammer keinerlei
Reibungskräfte auf, die der Verschiebung der Nähgutklammer zum Spreizen entgegenwirken.
Die beim Klammern eines Nähguts auftretenden Kräfte bleiben also in der Nähgutklammer
selber. Dies wirkt sich wiederum vorteilhaft auf die Schnelligkeit und die Präzision
des Spreizvorgangs aus. Außerdem kann die gesamte Spreizvorrichtung leichter dimensioniert,
also materialsparender aufgebaut werden.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand dreier in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Knopfloch-Nähmaschine,
- Fig. 2
- eine Teil-Draufsicht auf einen x-y-Tisch der Nähmaschine entsprechend dem Sichtpfeil
II in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Teil-Seitenansicht der Nähmaschine in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 4
- eine Ansicht entsprechend der Schnittlinie IV-IV in Fig. 3,
- Fig. 5
- einen Teil-Querschnitt durch die Nähmaschine entsprechend der Schnittlinie V-V in
Fig. 3,
- Fig. 6
- eine Teil-Draufsicht auf die Nähmaschine entsprechend dem Sichtpfeil VI in Fig. 3,
- Fig. 7
- einen vertikalen Schnitt durch die Nähmaschine entsprechend der Schnittlinie VII-VII
in Fig. 6,
- Fig. 8
- einen perspektivisch dargestellten Teil der Knopfloch-NähMaschine einschließlich der
schaltungsmäßigen Verknüpfung der verschiedenen Antriebe mit der Steuer-Einheit und
der BedienEinheit,
- Fig. 9
- Teile der Nähmaschine in einer Draufsicht in einem gegenüber Fig. 2 vergrößerten Maßstab,
- Fig.10
- eine Draufsicht auf ein Nähgut-Teil mit einem Augen-Knopfloch,
- Fig. 11
- eine Teil-Ansicht einer weiteren Ausführungsform der Nähmaschine in gegenüber Fig.
1 vergrößertem Maßstab und in bereichsweise aufgebrochener Darstellung und
- Fig. 12
- eine Draufsicht auf den in Fig. 11 gezeigten Teil der Nähmaschine entsprechend der
Schnittlinie XII-XII in Fig. 11.
[0011] Wie Fig. 1 entnehmbar ist, ist eine Knopfloch-Nähmaschine C-förmig ausgebildet, d.
h. sie weist einen oberen Arm 1, eine untere, gehäuseartig ausgebildete Grundplatte
2 und einen beide verbindenden, etwa vertikalen Ständer 3 auf. Im Arm 1 ist in üblicher
Weise eine Armwelle 4 gelagert, die von einem nur in Fig. 8 angedeuteten Antriebsmotor
5 antreibbar ist. Von der Armwelle 4 werden in üblicher Weise der Antrieb einer vertikal
verschiebbaren Nadelstange 6 mit einer Nadel 7 und ein Schwingantrieb hierfür abgeleitet.
[0012] Auf der Grundplatte 2 ist ein x-y-Tisch 8 angeordnet, bei dem es sich also um einen
in zwei horizontalen Koordinatenrichtungen, nämlich der x-Richtung und der y-Richtung,
verschiebbaren Kreuzschlitten handelt. Der x-y-Tisch 8 ist in üblicher Weise ausgebildet,
wie es beispielsweise aus der DE 198 07 771 A1 (entsprechend US-PS 6,095,066) bekannt
ist. Der Antrieb des x-y-Tisches 8 erfolgt mittels nur in Fig. 8 angedeuteter Antriebe,
nämlich eines x-Antriebes 9 und eines y-Antriebes 10, bei denen es sich um positionierbare
Elektromotoren, in der Regel also bevorzugt Schrittmotoren, aber auch regelbare Gleichstrommotoren
handelt.
[0013] Auf dem x-y-Tisch 8 ist eine zweiteilige Stützplatte 11a, 11b angeordnet. Die - in
y-Richtung gesehen - linke Teil-Stützplatte 11a ist mittels Positioniereinrichtungen
12, 12' auf dem x-y-Tisch 8 fixiert. Die Positioniereinrichtungen 12, 12' sind durch
in der Teil-Stützplatte 11a ausgebildete Ausnehmungen und fest an dem x-y-Tisch 8
angeordnete Zapfen gebildet. Die Teil-Stützplatte 11a ist damit gegenüber dem x-y-Tisch
8 unverschiebbar. Demgegenüber ist die - in y-Richtung gesehen - rechte Teil-Stützplatte
11b auf dem x-y-Tisch 8 in x-Richtung verschiebbar abgestützt. Die Oberseiten der
Teil-Stützplatten 11a, 11b liegen in einer gemeinsamen x-y-Ebene.
[0014] Auf jeder Teil-Stützplatte 11a bzw. 11b ist eine Nähgut-Klammer 13a bzw. 13b angebracht,
die jeweils eine auf der jeweiligen Teil-Stützplatte 11a bzw. 11b angebrachte Teil-Auflageplatte
14a bzw. 14b aufweist, denen jeweils eine Klemmplatte 15a bzw. 15b zugeordnet ist.
Die Klemmplatten 15a, 15b sind an doppelarmigen Lagerhebeln 16a, 16b angebracht.
[0015] Jeder doppelarmige Lagerhebel 16a, 16b ist mittels eines Schwenklagers 17a, 17b in
einem Antriebs- und Lager-Gehäuse 18a, 18b gelagert. Dieses ist mit Schrauben 19 an
der Unterseite der Stützplatte 11b fest angeschraubt, wobei beide Teile an ihrer Berührungsfläche
unter Verwendung eines nicht dargestellten flüssigen Dichtmittels druckluftdicht miteinander
verbunden sind. Nachfolgend wird nur die Nähgutklammer 13b näher beschrieben.
[0016] Im Gehäuse 18b ist ein durchgehender, unten offener und oben durch die Stützplatte
11b verschlossener Zylinder-Raum 20 ausgebildet, in dem ein Kolben 21 abgedichtet
auf- und abbewegbar angeordnet ist. Dieser Kolben 21 weist eine nach unten aus dem
Zylinder-Raum 20 herausragende Kolbenstange 22 auf, die mittels eines Gelenks 23 am
zugewandten Ende 24 des Lagerhebels 16b angelenkt ist. Neben dem Zylinder-Raum 20
ist ein Druckluft-Kanal 25 im Gehäuse 18b ausgebildet, der an der Oberseite des Gehäuses
18b mittels eines Überström-Kanals 26 mit dem Zylinder-Raum 20 verbunden ist. An der
Unterseite des Gehäuses 18b mündet in den Druckluft-Kanal 25 eine Druckluft-Leitung
27 ein, die mit einem elektro-mechanisch betätigbaren 3/2-Wege-Ventil 28', einem sogenannten
Magnet-Ventil, verbunden ist. Die geschilderte Einheit bildet als einseitig pneumatisch
beaufschlagbare Kolben-Zylinder-Einheit einen Klemm-Antrieb 28b.
[0017] In dem Gehäuse 18b ist weiterhin neben dem Druckluft-Kanal 25 eine Bohrung 29 ausgebildet,
in der eine vorgespannte Zugfeder 30 angeordnet ist, die mittels eines Haltestiftes
31 an der Oberseite des Gehäuses 18b und mittels eines weiteren Haltestiftes 32 am
Lagerhebel 16b festgelegt ist. Mittels der vorgespannten Zugfeder 30 wird der untere
Hebelabschnitt 33 zwischen dem Schwenklager 17b und dem Gelenk 23 nach oben, also
zum Klemm-Antrieb 28b hin gezogen, so dass der obere Hebelabschnitt 34 des Lagerhebels
16b nach oben geschwenkt wird, d.h. die Klemmplatte 15b wird von der Stützplatte 11b
abgehoben. Wenn dagegen über die Druckluft-Leitung 27, den Druckluft-Kanal 25 und
den Überström-Kanal 26 Druckluft in den Raum 20 oberhalb des Kolbens 21 strömt, dann
wird der Kolben 21 mitsamt dem unteren Hebelabschnitt 33 gegen die Kraft der Zugfeder
30 nach unten verschoben, so dass der obere Hebelabschnitt 34 mit der Klemmplatte
15b zur Stützplatte 11b hin verschwenkt wird, wodurch ein gegebenenfalls vorhandenes
Nähgut-Teil 35 klemmend gehalten wird.
[0018] Im unteren Hebelabschnitt 33 ist eine gegen das Gehäuse 18b zur Anlage kommende Stellschraube
36 angeordnet, mittels derer eingestellt werden kann, um welchen Weg die Klemmplatte
15b von der Auflage-Platte 14b angehoben wird.
[0019] Durch die Anordnung des Klemm-Antriebs 28b zwischen dem Lagerhebel 16b und der Stützplatte
11b wird sichergestellt, dass die in der Nähgut-Klammer 13b wirkenden Kräfte innerhalb
der Klammer 13b bleiben, also nicht noch auf den x-y-Tisch 8 wirken. Die andere Stützplatte
11a mit Nähgut-Klammer 13a ist in gleicher Weise ausgestaltet.
[0020] Die Teil-Stützplatten 11a, 11b sind in einer Null-Lage symmetrisch zu einer Mittel-Ebene
37 positioniert, so dass gegenüberliegende Kanten 38a, 38b der Auflageplatten 14a,
14b zwischen sich einen Abstand z von beispielsweise 6 Millimetern aufweisen. In dieser
Ebene 37 ist auch an der Grundplatte 2 der Nähmaschine ein ortsfestes Messer 39 zum
Schneiden eines Knopfloches 40 angeordnet. Dieses Messer 39 ist Teil einer Schneidvorrichtung
41, zu der auch ein Amboss 42 gehört, der mittels eines Schneidantriebes 43 auf- und
abbewegbar an der Unterseite des Armes 1 angebracht ist.
[0021] Eine Ausgestaltung für einen Verschiebe-Antrieb für die Teil-Stützplatte 11b geht
aus den Fig. 6, 7 hervor. Die Teil-Stützplatte 11b ist direkt auf dem x-y-Tisch 8
verschiebbar geführt. Unterhalb der Stützplatte 11b ist ein pneumatisch beaufschlagbarer
Verschiebe-Antrieb 44 am x-y-Tisch 8 befestigt. Er ist mit einer Hebelanordnung 45
gekoppelt, die die Verschiebebewegungen auf die Teil-Stützplatte 11b überträgt. Hierzu
sind ein erster Hebel 46 und ein zweiter Hebel 47, die jeweils als doppelarmige Hebel
ausgebildet sind, in ihrem mittleren Bereich schwenkbar in Lagern 48 gelagert, die
am x-y-Tisch 8 ausgebildet sind. Die Hebel 46, 47 überdecken einander an den einander
zugewandten Enden, die jeweils sich in Längsrichtung der Hebel 46, 47 erstreckende,
U-förmige Ausnehmungen (Fig. 6) aufweisen. Sie werden hier von einem Bolzen 49 durchsetzt,
der an dem senkrecht zur Hauptrichtung der Hebel 46, 47 angeordneten Antrieb 44 vorgesehen
ist. Der Bolzen 49 ist an einer Kolbenstange 50 des Antriebs 44 angebracht, die wiederum
mit dem Kolben 51 des Antriebs 44 verbunden ist. Letzterer ist im Innen-Raum 52 des
Gehäuses 53 des Antriebs 44 verschiebbar angeordnet. In den Raum 52 mündet eine Druckluft-Zuführung
54 ein, in der sich ein elektro-mechanisch betätigbares 3/2-Wege-Ventil 44', also
wiederum ein sogenanntes Magnet-Ventil, befindet.
[0022] An den einander abgewandten Enden sind die Hebel 46, 47 mit jeweils einem Zapfen
55 versehen, wobei der eine Zapfen 55 in eine langlochförmige Ausnehmung 56 und der
andere Zapfen 55 in eine kreisförmige Ausnehmung 56' in der Teil-Stützplatte 11b eingreift.
An dem dem Zapfen 55 benachbarten Ende des zweiten Hebels 47 greift auch eine vorgespannte
Zugfeder 57 an, die wiederum mit dem x-y-Tisch 8 verbunden ist.
[0023] Wenn der Verschiebe-Antrieb 44 mit Druckluft beaufschlagt wird, dann wird der Bolzen
49 mit den beiden mit ihm gekoppelten Enden der Hebel 46, 47 entgegen der x-Richtung
verschoben, mit der Folge, dass die Teil-Stützplatte 11b in x-Richtung verschoben
wird, und zwar entgegen der Vorspannkraft der Zugfeder 57. Bei Druckentlastung des
Verschiebe-Antriebs 44 wird die Teil-Stützplatte 11b von der Zugfeder 57 entgegen
der x-Richtung zurückgestellt.
[0024] Am x-y-Tisch 8 ist eine erste Stellschraube 58 als einstellbarer Anschlag angebracht,
durch die eine erste Endlage der Teil-Stützplatte 11b in x-Richtung begrenzt und eingestellt
werden kann. Am Verschiebe-Antrieb 44 ist eine zweite Stellschraube 59 als einstellbarer
Anschlag angebracht, durch die der Rückstellweg des Kolbens 51 in x-Richtung begrenzt
werden kann, wodurch wiederum eine zweite Endlage der Teil-Stütz-Platte 11b entgegen
der x-Richtung begrenzt wird. Durch die beiden Stellschrauben 58, 59 werden also die
Endlagen und somit der Verschiebe-Weg der Teil-Stützplatte 11b insgesamt festgelegt.
[0025] Die aus Stahl gefertigte Teil-Stützplatte 11b wird dadurch auf dem x-y-Tisch 8 in
vertikaler Richtung gesichert, dass sie auf einer Seite eine Haltenase 60b untergreift,
während sie an der der Zugfeder 57 benachbarten Seite durch Dauer-Magnete 61 gehalten
wird. In gleicher Weise wird auch die Teil-Stützplatte 11a durch eine Haltenase 60a
und entsprechende Dauer-Magnete auf dem x-y-Tisch 8 gehalten.
[0026] Die Nähmaschine ist mit einer Steuer-Einheit 62 versehen, über die der x-Antrieb
9, der y-Antrieb 10, das Ventil 44' für den Verschiebe-Antrieb 44, der Antriebsmotor
5 der Armwelle 4, die Klemm-Antriebe 28a, 28b und der Schneidantrieb 43 angesteuert
werden. Die Steuer-Einheit 62 weist einen Speicherteil 63 auf. Weiterhin ist ihr eine
Bedien-Einheit 64 mit einer Eingabe-Tastatur 65 und einer Anzeige 66 zugeordnet.
[0027] Im Speicherteil 63 sind die Programme und Daten gespeichert, die eine zu erzeugende
Knopfloch-Naht 67 betreffen. Weiterhin sind Werte für den Abstand z gespeichert, die
den von der Teil-Stützplatte 11b einzunehmenden Spreiz-Endlagen zugeordnet sind.
[0028] Vor Beginn einer Nähoperation wird der x-y-Tisch 8 entsprechend der im Speicherteil
63 gespeicherten Daten in der üblichen Weise mittels der als Schrittmotoren ausgebildeten
Antriebe 9, 10 in die Null-Lage gebracht, in der die Mittel-Ebene 37 auch die Nadel
7 in ihrer vertikalen mittleren Lage aufnimmt. Derartige Null-Lagen-Justierungen sind
in der Näh-Steuerungstechnik allgemein üblich und bedürfen daher keiner weiteren Erläuterung.
Durch entsprechende Betätigung der Bedien-Einheit 64 wählt die Bedienungsperson eine
bestimmte Art eines Knopflochs 40 mit Knopfloch-Naht 67 aus.
[0029] Anschließend führt die Bedienungsperson einen Einstellvorgang für die Spreizbewegung
aus. Hierzu erfolgt an der Bedieneinheit 64 die Betätigung eines bestimmten Schalters
einer Eingabe-Tastatur 65, womit die Teil-Stützplatte 11b wechselweise in die erste
oder zweite Endstellung verbracht werden kann. Damit ist es möglich, die jeweils unbelastete,
also kraftfreie Stellschraube 58 oder 59 einzustellen. Dieser Vorgang wird sooft wiederholt,
bis an den Kanten 38a, 38b der Auflageplatten 14a, 14b die vorgegebenen Werte des
Abstands z mit Hilfe einer Schieblehre messbar sind.
[0030] Mit dem Einstellvorgang erfolgt also eine von der Bedienungsperson ausgeführte Übertragung
vorgegebener Spreiz-Daten an den die Teil-Stützplatte 11b positionierenden Verschiebe-Antrieb
44. In der Umkehrung ist es aber auch möglich, empirisch ermittelte Spreiz-Daten,
also Maße für die Endlagen der Teil-Stützplatte 11b im Speicherteil 63 abzuspeichern.
[0031] Nach Beendigung des Einstellvorgangs wird durch Betätigung eines Schalters der Bedien-Einheit
64 durch entsprechende Ansteuerung des Verschiebe-Antriebs 44 die Teil-Stützplatte
11b mit der Nähgutklammer 13b in eine Spreiz-Ausgangs-Lage verbracht, in der die Teil-Öffnungen
68a, 68b begrenzenden Längskanten 38a, 38b der Klemmplatten 15a, 15b einen Abstand
a, entsprechend dem Abstand z, voneinander haben, der der Gesamtbreite b der Knopfloch-Naht
67 zuzüglich eines Abstandes c von beispielsweise je 0,5 mm zwischen der Knopfloch-Naht
67 und jeder benachbarten Längskante 38a bzw. 38b entspricht.
[0032] Nunmehr werden von der Bedienungsperson über die Bedien-Einheit 64 oder automatisch
entsprechend dem gespeicherten Nähprogramm die Nähgutklammern 13a, 13b geöffnet, und
die Bedienungsperson kann das Nähgut-Teil 35 auf die Auflageplatten 14a, 14b auflegen
und ausrichten. Anschließend erfolgt das Schließen der Nähgutklammern 13a, 13b durch
entsprechende Ansteuerung von Ventilen 28' zur Betätigung der Klemm-Antriebe 28a und
28b, so dass das Nähgut-Teil 35 in den beiden Nähgutklammern 13a, 13b geklammert ist.
Danach erfolgt vollautomatisch mittels des von der Steuer-Einheit 62 angesteuerten
Verschiebe-Antriebs 44 das Verfahren der Teil-Stützplatte 11b mit der Nähgutklammer
13b um den sich aus den eingestellten Endlagen ergebenden Spreiz-Weg d in x-Richtung.
Gleichzeitig oder unmittelbar danach wird der x-y-Tisch 8 um einen Weg d/2 in entgegengesetzter
Richtung verfahren, so dass die beiden Auflageplatten 14a, 14b sich wieder spiegelsymmetrisch
zur Mittel-Ebene 37 in ihrer Spreiz-End-Lage befinden. Die Teil-Öffnungen 68a, 68b
liegen dadurch wiederum spiegelsymmetrisch zur Mittel-Ebene 37. Das geklammerte und
nunmehr gespreizte Nähgut-Teil 35 befindet sich in der für die Durchführung des Nähvorgangs
exakt definierten Lage unter der Nadel 6. In Fig. 9 ist die Klemmplatte 15b ausgezogen
in ihrer Ausgangsposition und gestrichelt in ihrer Spreizposition nach dem Verfahren
der Teil-Stützplatte 11b um den Spreiz-Weg d, aber vor der Kompensation durch das
Zurück-Verfahren des x-y-Tisches 8 um einen halben Spreiz-Weg d/2 dargestellt. Das
Schneiden des Knopfloches 40 mittels des Messers 39 kann vor dem Nähen des Knopfloches
40 oder nach dem Nähen erfolgen. Wie Fig. 10 entnehmbar ist, ist die Knopfloch-Naht
67 eine übliche Raupen-Naht, die durch einen entsprechenden Nadel-Schwingantrieb der
Nadelstange 6 erzeugt wird. Es kann zusätzlich an dem dem Knopfloch-Auge 70 entgegengesetzten
Ende der Knopfloch-Naht 67 ein nicht dargestellter Endriegel genäht werden.
[0033] Eine alternative Ausführungsform für die Verschiebung der Stützplatte 11b zeigen
die Figuren 11 und 12. Hierbei ist auf dem x-y-Tisch 8 über eine Kugel-Linear-Führung
71 eine Tragplatte 72 verschiebbar abgestützt, die die Stützplatte 11b trägt. Die
Tragplatte 72 mit der Teil-Stützplatte 11b ist mittels eines als Schrittmotor ausgebildeten
Verschiebe-Antriebs 73 in x-Richtung verschiebbar. Dieser Antrieb 73 ist am x-y-Tisch
8 angebracht und wirkt über einen auf seiner Welle 74 angebrachten Exzenter 75 und
eine mit diesem zusammenwirkende Gleitstein-Schiebeverbindung 76 auf die Tragplatte
72, so dass Maximal-Verschiebungen der Tragplatte 72 in x-Richtung entsprechend der
doppelten Exzentrizität des Exzenters 75 möglich sind. Die Verschiebe-Wege liegen
auch hier im Bereich von etwa 2 mm. Der Spreiz-Vorgang läuft hierbei ab wie zuvor
geschildert; lediglich der Spreiz-Weg d wird hierbei auch über im Speicherteil 63
abgelegte Daten gesteuert.
1. Knopfloch-Nähmaschine,
- mit einer über eine Armwelle (4) antreibbaren Nadel (7),
- mit einem x-y-Tisch (8),
- - der mittels eines x-Antriebs (9) in x-Richtung und mittels eines y-Antriebs (10)
in y-Richtung verschiebbar ist,
- - der eine erste und eine zweite relativ zueinander verschiebbar gelagerte Nähgutklammer
(13a, 13b) trägt und
- - der einen Verschiebe-Antrieb (44, 73) zur Verschiebung der Nähgutklammern (13a,
13b) relativ zueinander aus einer Spreiz-Ausgangs-Lage um einen Spreiz-Weg (d) in
eine Spreiz-End-Lage aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die erste Nähgut-Klammer (13b) eine Stützplatte (11b) zur Aufnahme eines
Nähgut-Teils (35) und eine an der Stützplatte (11b) gelagerte Klemmplatte (15b) aufweist
und
dass ein Klemm-Antrieb (28b) zur Betätigung der Klemmplatte (15b) an der Stützplatte (11b)
abgestützt ist.
2. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Klemm-Antrieb (28b) durch einen pneumatischen Kolben-Zylinder-Antrieb gebildet
ist.
3. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Klemm-Antrieb (28b) ein an der Stützplatte (11b) angebrachtes Antriebs-Gehäuse
(18b) mit einem Zylinder-Raum (20) aufweist, in dem ein mit einem Lagerhebel (16b)
verbundener Kolben (21) verschiebbar angeordnet ist, wobei der Lagerhebel (16b) die
Klemmplatte (15b) trägt.
4. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Klemm-Antrieb (28b) als einseitig beaufschlagbarer Kolben-Zylinder-Antrieb ausgestaltet
ist.