[0001] Die Erfindung betrifft eine Gleitführungsvorrichtung für die Hemmung der Stellung
eines Flügelrahmens eines Wohndachfensters, insbesondere Schwingund/oder Klapp-Wohndachfensters.
[0002] Gleitführungsvorrichtungen der eingangs genannten Art sind bekannt. Sie bestehen
aus einem am Flügelrahmen eines Wohndachfensters festgelegten Führungsstück, das entlang
einer am Blendrahmen des Fensters befestigten Führungsschiene verlagerbar ist. Vorzugsweise
befindet sich eine derartige Gleitführungsvorrichtung auf beiden Seiten des Wohndachfensters.
Die Gleitführungsvorrichtung hat die Aufgabe, die Schwingbewegung eines Wohndachfensters
zu kontrollieren. Der Flügelrahmen ist über sogenannte Führungsstangen am Blendrahmen
befestigt. Auf beiden Seiten des Wohndachfensters ist jeweils eine Führungsstange
vorgesehen, deren untere Enden schwenkbeweglich mit dem Flügelrahmen und deren obere
Enden schwenkbeweglich mit dem Blendrahmen verbunden sind. Im Zuge einer Öffnungsbewegung
können die Führungsstangen relativ zum Blendrahmen verschwenken und ermöglichen es,
die Schwingachse anzuheben, so dass eine Bedienperson Platz unter dem sich öffnenden
Fenster findet. Ferner führt die Gleitführungsvorrichtung den Flügelrahmen bis in
eine Putzstellung, in der die Glasaußenseite vom Raum aus geputzt werden kann.
[0003] Die bekannten Gleitführungsvorrichtungen haben den Nachteil, dass -zum Beispiel in
Abhängigkeit der Dachneigung und/oder aufgrund von Winddruck- eine sichere Festlegung
des geöffneten Wohndachfensterflügels nicht möglich ist. Es kommt zu unbeabsichtigten
Positionsverstellungen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die erwähnten Nachteile zu beseitigen.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen am Blendrahmen festlegbaren Grundkörper, der
eine erste Gleitfläche eines Gleitführungskanals für einen am Flügelrahmen festlegbares
Führungsstück aufweist und mit einem mittels einer Verstelleinrichtung am Grundkörper
gehaltenen Kanalelement, das eine zweite Gleitfläche besitzt, die mit der ersten Gleitfläche
eine im Klemmabstand einstellbare Klemmpassage für das Führungsstück bildet. Durch
das am Flügelrahmen festlegbare Führungsstück sowie den dem Blendrahmen zugeordneten
Gleitführungskanal lässt sich ein Wohndachfenster, das als Schwingund/oder Klapp-Wohndachfenster
ausgebildet sein kann, problemlos mit einer Gleitführungsvorrichtung ausrüsten oder
nachrüsten. Da die erfindungsgemäße Ausgestaltung eine Klemmpassage aufweist, deren
Klemmabstand einstellbar ist, kann sichergestellt werden, dass das Führungsstück nur
unter Aufbringung einer wählbar großen Verschiebekraft entlang des Gleitführungskanals
bewegbar ist. Da die Stellung des Flügelrahmens über das sich im Gleitführungskanal
befindenden Führungsstück fixiert wird und eine selbständige Verlagerung des Führungsstücks
durch die Klemmwirkung verhindert ist, ergibt sich ein sicherer Betrieb, das heißt,
das sich in Offenstellung befindende Wohndachfenster ist an einer ungewollten, sich
selbständig veränderten Öffnungsstellung gehindert. Selbst bei Winddruck bleibt die
eingenommene Öffnungsstellung erhalten, wobei durch die Einstellbarkeit des Klemmabstands
die Klemmkraft bei der Fenstermontage individuell festgelegt werden kann. In Gegenden
erhöhten Winddrucks, beispielsweise in Küstenregionen, kann die Klemmkraft höher eingestellt
werden, als in windstilleren Wohngebieten.
[0006] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Führungsstück elastisch,
insbesondere eigenelastisch, in Bezug auf die Klemmwirkung ausgebildet ist. Die Elastizität
beziehungsweise Eigenelastizität des Klemmstücks führt dazu, dass das Führungsstück
im Gleitführungskanal sicher gehalten, aber dennoch -bei entsprechendem Kraftaufwand
an der Betätigungshandhabe des Flügelrahmens- verschoben werden kann, um beispielsweise
eine andere Öffnungsstellung herbeizuführen oder aber das Fenster zu schließen oder
in eine Putzstellung zu verbringen.
[0007] Eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Verstelleinrichtung als
Keilvorrichtung ausgebildet ist. Unter "Keilvorrichtung" ist eine Konstruktion zu
verstehen, bei der ein feststehendes Element und ein verlagerbares Element vorgesehen
sind, wobei sich das verlagerbare Element unter Nutzung mindestens einer keilförmigen
Schräge gegenüber dem feststehenden Element verlagern lässt. Aufgrund der Keilausbildung
führt eine Verlagerung zu einer Abstandsveränderung der beiden Teile. Im vorliegenden
Falle zu einer Klemmabstandsveränderung des Gleitführungskanals, in dem das Führungsstück
gleitet. Es ist möglich, dass nur ein Teil eine Keilschräge aufweist und das andere
Teil nicht keilförmig ausgestaltet ist. Dennoch ist aufgrund der einen Keilausbildung
eine Einstellbarkeit gewährleistet. Alternativ kann jedoch auch vorgesehen sein, dass
beide Teile Keilschrägen aufweisen. Auch hierdurch ist -gegebenenfalls sogar verstärkt-
bei einer Verlagerung eine Abstandsänderung gewährleistet.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Verstelleinrichtung mit einer Verstellrasterung
versehen. Eine Verlagerung lässt sich durch die Verstellrasterung in definierten Schritten
durchführen. Bevorzugt kann eine Verstellmarkierungsskala vorgesehen sein, die erkennen
lässt, in welchem Einstellzustand sich die Klemmpassage befindet. Insbesondere kann
im Falle des Wohndachfensters vorgesehen sein, dass die Verstellmarkenskala Hinweise
auf die Dachschräge aufweist. Bei steileren Dächern ist zum Beispiel eine der Verstellmarkenskala
entnehmbare stärkere Klemmung einzustellen als bei weniger stark geneigten Dächern.
[0009] Nach einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Feststellung der Keilvorrichtung
mittels mindestens einer Langloch-Schraubverbindung. Zum Einstellen der Klemmpassage
ist es dann lediglich erforderlich, die Schraubverbindung soweit zu lösen, dass eine
Verlagerung des Kanalelements relativ zum Grundkörper möglich ist. Ist die gewünschte
Lage eingestellt, so wird die Schraubverbindung festgezogen und damit der Klemmabstand
der Klemmpassage fixiert.
[0010] Die erste Gleitfläche ist bevorzugt auf der Oberseite einer Grundplatte des Grundkörpers
ausgebildet. Dieser Grundplatte liegt mit Abstand eine Montageschiene gegenüber, an
dessen Unterseite sich das Kanalelement abstützt. Die Montageschiene ist bevorzugt
über einen Steg mit dem Grundkörper verbunden. Bevorzugt bilden Grundkörper, Steg
und Montageschiene ein offenes U, in das das Führungsstück hineinragt. Durch das sich
an der Unterseite der Montageschiene abstützende Kanalelement, das in Längserstreckung
der Montageschiene relativ zu dieser verlagerbar und aufgrund der Verstelleinrichtung
im Klemmabstand einstellbar ist, lässt sich die Weite der Klemmpassage entsprechend
der gewünschten Schwergängigkeit des Führungsstückes einstellen.
[0011] Alternativ zu der erwähnten Verstellmöglichkeit der Keilvorrichtung in Längserstreckung
der Montageschiene ist es auch möglich, den Keil oder die Keile derart anzuordnen,
dass eine Verlagerung des Kanalelements quer, insbesondere rechtwinklig zur Längserstreckung
der Montageschiene zu einer Klemmabstandsveränderung führt.
[0012] Um über den gesamten Gleitführungskanal die gleichen Klemmkräfte auf das Führungsstück
wirken zu lassen, verläuft die erste Gleitfläche parallel zur zweiten Gleitfläche.
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Länge der ersten Gleitfläche größer als
die Länge der zweiten Gleitfläche ausgebildet ist. Hierdurch lassen sich Öffnungsstellungen
des Flügelrahmens erzielen, in denen das Führungsstück nicht innerhalb der Klemmpassage,
sondern außerhalb der Klemmpassage liegt und insofern der Flügelrahmen relativ zum
Blendrahmen freigegeben wird. Dies kann vorteilhaft bei der Montage beziehungsweise
Demontage des Flügelrahmens sein oder aber auch im Zuge eines Verschwenkens des Flügelrahmens
bis in eine Putzstellung von Bedeutung sein, da beim Anfahren der Putzstellung und
auch in der Putzstellung selber ein "Anheben" des Führungsstückes relativ zum Blendrahmen
aus kinematischen Gründen wünschenswert ist. So lässt sich ein die Länge der zweiten
Gleitfläche überragender Bereich der ersten Gleitfläche bogenförmig ausgestalten,
das heißt, das Führungsstück bewegt sich während der normalen Öffnungsbewegung entlang
der geradlinigen Klemmpassage und trifft -im Zuge der weiteren Öffnungsbewegung- auf
den ansteigenden Bogen jenseits der Klemmpassage, um dann -bei Erreichen der Putzstellung-
nach Durchlaufen des bogenförmigen Bereichs auf höherem Niveau zu liegen und schließlich
bis in den Wirkungsbereich eines Fangelements zu gelangen, das die Putzstellung sichert.
[0013] Die Erfindung betrifft ferner ein Wohndachfenster, das mit mindestens einer Gleitführungseinrichtung
in der vorstehend beschriebenen Ausbildung versehen ist.
[0014] Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels,
und zwar zeigt:
- Figur 1
- ein Wohndachfenster in Seitenansicht mit Gleitführungsvorrichtung, wobei sich das
Fenster in geschlossener Stellung befindet,
- Figur 2
- eine Ansicht des Fensters der Figur 1 in geöffneter Stellung,
- Figur 3
- eine Ansicht des Fensters der Figur 1 in Putzstellung,
- Figur 4
- den Bereich der Gleitführungsvorrichtung des Fensters gemäß Figur 1,
- Figur 5
- die Gleitführungsvorrichtung der Figur 2 in Detailansicht,
- Figur 6
- die Gleitführungsvorrichtung der Figur 3 in Detailansicht,
- Figur 7
- einen Querschnitt entlang der Linie A-A der Figur 4,
- Figur 8
- eine perspektivische Ansicht der Gleitführungsvorrichtung und
- Figur 9
- eine Seitenansicht der Gleitführungsvorrichtung.
[0015] Die Figur 1 zeigt ein Wohndachfenster 1, das einen Blendrahmen 2 und einen Flügelrahmen
3 aufweist. Der Flügelrahmen ist mit einer Bedienhandhabe 4 versehen.
[0016] Das Wohndachfenster 1 ist als reines Schwingfenster 5 ausgebildet, obwohl es Führungsstangen
6 aufweist, die jeweils mit ihrem einen Ende 7 mittels einer Schwenkachse 8 am Blendrahmen
2 festgelegt sind und die jeweils mit ihrem anderen Ende 9 mittels einer Schwingachse
19 den Flügelrahmen 3 tragen. Die Erfindung ist jedoch nicht auf derartige Schwingfenster
begrenzt, sondern sie kann beispielsweise auch bei Klapp- und/oder Schwing-Schrägdachfenster
eingesetzt werden.
[0017] Im Folgenden wird nur auf eine Vertikalholmausbildung des Wohndachfensters 1 eingegangen,
also auf die Ausgestaltung im Hinblick auf die Vertikalholmausbildung des Blendrahmens
2, des Flügelrahmens 3 und die Führungsstange 4 -sowie eine noch näher zu erläuternde
Gleitführungsvorrichtung 11, da dies für das Verständnis der Konstruktion und die
Arbeitsweise des Gegenstandes der Erfindung ausreichend ist. In der Praxis weist selbstverständlich
jeder Vertikalholm des Wohndachfensters 1 eine entsprechende Ausgestaltung mit bevorzugt
jeweils einer Gleitführungsvorrichtung 11 auf.
[0018] Die Gleitführungsvorrichtung 11 weist einen Gleitführungskanal 12 auf, der feststehend
am Blendrahmen 2 angeordnet ist. Am Flügelrahmen 3 ist ein Führungsstück 13 angeordnet,
das -in Abhängigkeit von der Stellung des Flügelrahmens 3- im Gleitführungskanal 12
klemmend aufgenommen ist oder sich außerhalb des Gleitführungskanals 12 befindet.
Wird auf das Führungsstück 13 vom Gleitführungskanal 12 eine Klemmwirkung ausgeübt,
so wird hierdurch die Öffnungsstellung des Flügelrahmens 3 gegenüber dem Blendrahmen
2 gesichert, das heißt, ein Verstellen des Flügelrahmens 3 ist nur durch Aufbringen
einer die Hemmung überwindenden Kraft möglich. Wie den Figuren zu entnehmen ist, befindet
sich die Gleitführungsvorrichtung 11 etwa im mittleren Bereich der Vertikalerstreckung
des Wohndachfensters 1, wobei ein Teil am Blendrahmen 2 befestigt ist und sich ein
anderer Teil am Flügelrahmen 3 befindet. Vergleicht man die Figuren 1 bis 3, so wird
deutlich, dass im Zuge einer Schwingbewegung des Flügelrahmens 3 um die Schwingachse
10 eine Verlagerung des Führungsstücks 13 im Gleitführungskanal 12 erfolgt. Gleichzeitig
wird die Schwingachse 11 aufgrund der Abstützung des Führungsstücks 13 im Gleitführungskanal
12 leicht angehoben. Dies ist möglich, weil jede der Führungsstangen 6 mittels der
Schwenkachse 8 schwenkbeweglich am Blendrahmen 2 gehalten ist. Erfolgt die Schwingbewegung
des Flügelrahmens 3 bis in die in Figur 3 dargestellte Maximalstellung, so ist eine
Putzstellung erreicht, das heißt, die Außenseite der Glasscheibe des Flügelrahmens
3 lässt sich vom Raum aus reinigen. Aus der Figur 3 ist erkennbar, dass in der Putzstellung
das Führungsstück 13 den Gleitführungskanal 12 verlassen hat und in einem mit Übergriff
versehenen Fangelement 14 aufgenommen ist, das die Putzstellung fixiert.
[0019] Die Figuren 4 bis 6 verdeutlichen die Stellung des Führungsstücks 13 in Abhängigkeit
von der Stellung des Flügelrahmens 3. Auf diese Figuren wird nachstehend näher eingegangen.
[0020] Gemäß Figur 4, die die geschlossene, insbesondere verriegelte Stellung des Flügelrahmens
3 zeigt, liegt das Führungsstück 13 im Endbereich 15 des Gleitführungskanals 12, der
geradlinig ausgebildet ist und parallel zur Längserstreckung des Vertikalholms 16
des Blendrahmens 2 verläuft. Die Schwingachse 10 liegt oberhalb des Führungsstücks
13 und ist ferner näher zum unteren Horizontalholm 17 des Blendrahmens 2 angeordnet,
als das Führungsstück 13. Im Zuge der Öffnungsbewegung des Flügelrahmens 3 verlagert
sich das Führungsstück 13 in Richtung auf den anderen Endbereich 18 des Gleitführungskanals
12, wobei aufgrund der Schrägstellung des Flügelrahmens 3 relativ zur Ebene des Blendrahmens
2 ein Anheben der Führungsstange 6 erfolgt. Wird - gemäß Figur 6- der Flügelrahmen
3 noch weiter aufgeschwungen, so verlässt das Führungsstück 13 den Gleitführungskanal
12 und bewegt sich entlang einer bereichsweise bogenförmigen Bahn 18', die aufsteigend
ausgebildet ist und zum Teil von der Gleitführungsvorrichtung 11 und zum Teil von
dem Fangelement 14 ausgebildet wird. Die am Fangelement 14 ausgebildete Führungsbahn
19 für das Führungsstück 13 geht nach einem leicht bogenförmigen Bereich in eine steigende
Gerade über und endet in einem hakenförmigen Fangbereich 20 des Fangelements 14, der
das Führungsstück 13 formangepasst aufnimmt und einen das Führungsstück 13 überfangenden
Haltesteg 21 aufweist. Zwischen Fangbereich 20 und Endbereich 18 ist eine Montagelücke
22 ausgebildet, die ein Einfädeln des Führungsstücks 13 ermöglicht und daher eine
Montage beziehungsweise Demontage des Flügelrahmens 3 möglich macht.
[0021] Die Figur 7 verdeutlicht die Ausbildung des Führungsstücks 13. Dies weist einen am
Flügelrahmen 3 befestigten Bolzen 23 auf, auf dem ein im Querschnitt quadratisches
Führungselement 24 drehbar um die Bolzenachse 25 lagert.
[0022] Die Figuren 8 und 9 verdeutlichen die Konstruktion der Gleitführungsvorrichtung 11
in Bezug auf ihren Gleitführungskanal 12. Die Gleitführungsvorrichtung 11 besitzt
einen Grundkörper 26, der eine Grundplatte 27 aufweist. Die Unterseite der Grundplatte
28 ist mit zwei, beabstandet zueinander liegenden Haltevorsprüngen 29 versehen, die
in entsprechende Aufnahmebohrungen des Blendrahmens 2 eingesteckt werden. Mittels
zweier Befestigungsbohrungen 30 erfolgt eine Schraubbefestigung am Blendrahmen 2,
das heißt, die beiden Befestigungsbohrungen 30 werden von den Schäften entsprechender
Befestigungsschrauben durchgriffen, wobei die Befestigungsbohrungen 30 mit Senkabschnitten
versehen sind, die die Schraubenköpfe aufnehmen. Auf der Oberseite 31 der Grundplatte
26 ist eine erste Gleitfläche 32 ausgebildet, auf der das Führungsstück 13 gleiten
kann. Ferner geht von einem Seitenrandbereich 33 der Grundplatte 26 ein Steg 34 aus,
der rechtwinklig zur ersten Gleitfläche 32 steht und in seiner Längserstreckung kürzer
als die Gleitfläche 32 ist, so dass sich beidseitig von ihm ein überragender Bereich
35 und ein überragender Bereich 36 der Gleitfläche 32 ausbildet. Der Steg 34 geht
in eine Montageschiene 37 über, die derart auskragt, dass sie zusammen mit dem Steg
34 und der Grundplatte 27 -im Querschnitt gesehen- ein offenes U bildet. Die Unterseite
38 der Montageschiene 37 ist derart gestaltet, dass sie -im Anschluss an den überragenden
Bereich 26 zunächst geradlinig ansteigt, das heißt, ihr Abstand zur Oberseite 31 der
Grundplatte 27 vergrößert sich stetig bis zu einer Stufe 39, die in Richtung auf die
Oberseite 31 ragt und dementsprechend den Abstand zur ersten Gleitfläche 32 verkleinert.
Anschließend -in Richtung auf den überragenden Bereich 35 zu- steigt die Unterseite
38 der Montageschiene 37 wiederum an, wobei der Steigungswinkel auf beiden Seiten
der Stufe 39 gleich groß ist. Zwischen der Stufe 39 und dem Ende 40 der Unterseite
38 befindet sich eine Verstellrasterung 41, die eine Zahnung 42 an der Unterseite
38 der Montageschiene 37 aufweist. Ferner liegt zwischen der Verstellrasterung 41
und dem Ende 40 eine Verstellmarkierungsskala 43, die an einer Seitenwand 44 der Montageschiene
37 mehrere, mit gleichem Abstand zueinander liegende Markierungsstriche 45 aufweist.
[0023] Der Steg 34 weist zwei, mit Abstand zueinander liegende Gewindebohrungen 46 auf,
in die jeweils eine Sicherungsschraube 47 eingeschraubt ist. Jede der Sicherungsschrauben
47 durchgreift ein Langloch 48, das an einem Kanalelement 49 ausgebildet ist, das
etwa die gleiche Länge wie der Steg 34 aufweist und sich mit einer Anlagefläche 50
an der Unterseite 38 der Montageschiene 37 abstützt. Die Ausbildung der Anlagefläche
50 ist derart getroffen, dass ihr Verlauf dem Verlauf der Unterseite 38 entspricht,
das heißt, es ist -in der Figur 9 von links nach rechts gesehen- zunächst ein geradlinig
ansteigender Bereich 51 vorgesehen, der in eine Stufe 52 übergeht und es schließt
sich an die Stufe 52 ein ansteigender geradliniger Bereich 53 an. Zwischen der Stufe
52 und dem Ende 54 der Anlagefläche 50 ist eine mit der Zahnung 42 zusammenwirkende
Gegenzahnung 55 ausgebildet, so dass Zahnung 42 und Gegenzahnung 55 die Verstellrasterung
41 bilden, so dass die Stellung des Kanalelements 49 an der Montageschiene 37 fixiert
wird. Ein Markierungsstrich 56 an einer Stirnseite 57 des Kanalelements 49 korrespondiert
mit einem der Markierungsstriche 45 der Montageschiene 37 und zeigt hierdurch die
Relativstellung des Kanalelements 49 zur Montageschiene 37 an.
[0024] Die der Stirnseite 57 gegenüberliegende Stirnseite 58 (Figur 8) liegt gegen den Steg
34 an und dient einer zusätzlichen Abstützung des Kanalelements 49. Die der Anlagefläche
50 gegenüberliegende Unterseite 59 des Kanalelements 49 bildet eine zweite Gleitfläche
60 für das Führungsstück 13, wobei die Anordnung derart getroffen ist, dass bei Anlage
von Unterseite 38 und Anlagefläche 50 die zweite Gleitfläche 60 parallel zur ersten
Gleitfläche 32 verläuft. Mithin bilden die beiden Gleitflächen 32 und 60 den Gleitführungskanal
12 aus.
[0025] Um den Klemmabstand 61 der auf diese Art und Weise ausgebildeten Klemmpassage 62
für das Führungsstück 13 einzustellen, ist es lediglich erforderlich, die beiden Sicherungsschrauben
47 soweit zu lösen, dass das Kanalelement 49 verschoben werden kann. Die Verschiebung
erfolgt stets in Richtung des Gleitführungskanals 12. Aufgrund der schräg verlaufenden
Abschnitte von Unterseite 38 und Anlagefläche 49 stellt sich eine Verkleinerung des
Klemmabstands 61 ein, wenn -gemäß Figur 9- das Kanalelement 49 nach links verschoben
wird. Erfolgt eine Verschiebung nach rechts, so vergrößert sich der Klemmabstand 61.
Das "+" und "-", das den Markierungsstrichen 45 zugeordnet ist, verdeutlicht, dass
eine Verschiebung in Richtung auf das "+"-Zeichen dazu führt, dass die Klemmwirkung
auf das Führungsstück 13 verstärkt wird. Das "-"-Zeichen verdeutlicht, dass eine derartige
Verschiebung zu einem geringeren Klemmdruck der Klemmpassage 62 auf das Führungsstück
13 führt.
[0026] Die Anordnung ist nun derart getroffen, dass das Führungselement 24 aus einem Material,
vorzugsweise einem Kunststoffmaterial, mit einer gewissen Eigenelastizität besteht,
so dass der von den Gleitflächen 32 und 60 aufgebrachte Klemmendruck abgefangen wird,
das heißt eine Verlagerung des Führungsstücks 13 entlang des Gleitführungskanals 12
mit entsprechendem Kraftaufwand möglich ist. Die Bauteile der aus den Figuren 8 und
9 wiedergegebenen Einrichtung bestehen vorzugsweise aus Metall und weisen daher eine
geringere Materialelastizität auf als die des Führungsstücks 13. Die Schrägflächen
von Unterseite 38 und Anlagefläche 50 führen zu einer Verstelleinrichtung 63, die
als Keilvorrichtung 64 ausgebildet ist. Durch Verschieben des Kanalelements 49 relativ
zur Montageschiene 37 wird aufgrund der Keilwirkung der Klemmabstand 61 zwischen der
ersten Gleitfläche 32 und der zweiten Gleitfläche 60 eingestellt, wobei die Verstellrasterung
41 eine stufenweise Verstellung ermöglicht. Ist die gewünschte Einstellung des Kanalelements
49 erfolgt, so wird dieses durch Festziehen der Sicherungsschrauben 47 festgelegt
und damit die gewünschte Einstellung fixiert.
[0027] Mittels der Erfindung ist eine Hemmung des geöffneten Flügelrahmens 3 gegenüber dem
Blendrahmen 2 möglich, die ein selbständiges Schwingen verhindert. Das Führungsstück
13 wird im Zuge der Öffnungsbewegung des Flügelrahmens 3 durch den Gleitführungskanal
12 bewegt, der geradlinig und parallel zur Ebene des Blendrahmens 2 verläuft. Verlässt
das Führungsstück 13 im Zuge der Einnahme einer Putzstellung den Gleitführungskanal
12, so gleitet es auf einem bogenförmig ansteigenden Bereich 36 und tritt anschließend
in das vorstehend bereits erwähnte, am Blendrahmen 2 festgelegte Fangelement 14 ein.
1. Gleitführungsvorrichtung für die Hemmung der Stellung eines Flügelrahmens eines Wohndachfensters,
insbesondere Schwing- und/oder Klapp-Wohndachfensters, gekennzeichnet durch einen am Blendrahmen (2) festlegbaren Grundkörper (26), der eine erste Gleitfläche
(32) eines Gleitführungskanals (12) für ein am Flügelrahmen (3) festlegbares Führungsstück
(13) aufweist und mit einem mittels einer Verstelleinrichtung (63) am Grundkörper
(26) gehaltenen Kanalelement (49), das eine zweite Gleitfläche (60) besitzt, die mit
der ersten Gleitfläche (32) eine im Klemmabstand (61) einstellbare Klemmpassage (62)
für das Führungsstück (13) bildet.
2. Gleitführungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsstück (13) elastisch, insbesondere eigenelastisch, in Bezug auf die Klemmwirkung
ausgebildet ist.
3. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung (63) als Keilvorrichtung (64) ausgebildet ist.
4. Gleiterführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung (63)eine Verstellrasterung (41) aufweist.
5. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinrichtung (63) eine Verstellmarkenskala (43) aufweist.
6. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellung der Keilvorrichtung (64) mittels mindestens einer Langloch/Schraubverbindung
(46,47,48) erfolgt.
7. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Gleitfläche (32) auf der Oberseite einer Grundplatte (27) des Grundkörpers
(26) ausgebildet ist.
8. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (26) eine der Grundplatte (27) mit Abstand gegenüberliegende Montageschiene
(37) aufweist, an der sich das Kanalelement (49) abstützt.
9. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Montageschiene (37) und/oder das Kanalelement (49) keilförmig ausgebildet ist/sind.
10. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Keilrichtung in oder quer zur Längserstreckung des Gleitführungskanals (12) verläuft.
11. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Gleitfläche (32) parallel zur zweiten Gleitfläche (60) verläuft.
12. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der ersten Gleitfläche (32) größer als die Länge der zweiten Gleitfläche
(60) ausgebildet ist.
13. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Länge der zweiten Gleitfläche (60) überragender Bereich (35,36) der ersten
Gleitfläche (32) eben ausgebildet ist.
14. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Länge der zweiten Gleitfläche (60) überragender Bereich (35,36) der ersten
Gleitfläche (32) ansteigend, insbesondere bogenförmig, insbesondere in Bezug auf die
Ebene des Blendrahmens ansteigend bogenförmig, ausgebildet ist.
15. Gleitführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich an den ansteigenden Bereich der ersten Gleitfläche (32) ein Fangelement (14)
für das Führungsstück (13) anschließt.
16. Dachfenster mit einer Gleitführungsvorrichtung (11) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche.