(19)
(11) EP 1 355 036 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.10.2003  Patentblatt  2003/43

(21) Anmeldenummer: 03008578.1

(22) Anmeldetag:  14.04.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E06C 1/10, E06C 1/32, E06C 1/39
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(30) Priorität: 15.04.2002 DE 20205873 U

(71) Anmelder: Firma Zarges GmbH & Co. KG
82362 Weilheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Schneider, Friedrich
    1066 Budapest (HU)

(74) Vertreter: Baronetzky, Klaus, Dipl.-Ing. 
Splanemann Reitzner Baronetzky Westendorp Patentanwälte Rumfordstrasse 7
80469 München
80469 München (DE)

   


(54) Leitergelenk


(57) Es ist eine Leiter oder ein Gerüst vorgesehen, mit mindestens zwei Steckelementen, insbesondere steckbaren Rohren, mit einem Verbindungsglied für das Verbinden zwischen mindestens zwei Steckelementen. Das Verbindungsglied weist zwei Kupplungselemente auf, die für den Eingriff an den Steckelementen bestimmt sind. Das Verbindungsglied (16) erstreckt sich zwischen den Kupplungselementen (18, 20) und ein Sonderkupplungselement (44) ist seitlich an dem Verbindungsglied (16) ausgebildet, mit welchem ein drittes Steckelement (34) seitlich an das Verbindungsglied (16) ankuppelbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Leiter oder ein Gerüst, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

[0002] Aus der DE-OS 197 41 953 ist eine Leiter bekannt, die aus mehreren Leiterteilen besteht, die mit einem Verbindungsglied verbunden sind. Das dort verwendete Modul ist im Wesentlichen K-förmig ausgebildet und für den Anschluss von zwei seitlichen Zusatz-Leiterteilen bestimmt. Das Verbindungsglied weist C-förmige Profile auf, die auch zwei Sprossen tragen, die im Raster der übrigen Sprossen der Leiterteile angeordnet sein sollen. Das Verbindungsglied erstreckt sich zum großen Teil seitlich der Leiterteile oder Steckelemente. Es ist asymmetrisch ausgebildet, so dass lediglich an einer Seite des Verbindungsglieds weitere Leiterteile einsteckbar sind. Durch die asymmetrische Anordnung mit den seitlichen Anschluss-C-Profilen ist die Handhabung der Leiter als Stehleiter problematisch; die stummelförmig vorstehenden Metallteile sind verletzungsträchtig.

[0003] Zudem ist die Ausbildung von Sprossen im Verbindungsglied recht aufwändig. Das Verbindungsglied wird deutlich teurer in der Herstellung. Durch die zusätzlichen Sprossen an den seitlichen Anschluss-C-Profilen ist ein Besteigen der Leiter über das Verbindungsglied hinaus nur einseitig möglich, zumindest, wenn nicht eine deutlich erhöhte Unfallgefahr in Kauf genommen werden soll.

[0004] Daher liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Leiter oder ein Gerüst gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, welches Gerüst oder welche Leiter bei geringerer Unfallgefahr besser handhabbar ist, günstiger herzustellen ist, eine erhöhte Flexibilität aufweist, aber dennoch die erforderliche Stabilität bietet.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

[0006] Erfindungsgemäß ist es besonders günstig, dass das Verbindungselement als kompaktes Bauteil sich harmonisch in den Verlauf der Leiterteile oder Gerüstteile, die hier der Einfachheit halber als Steckelemente bezeichnet werden, einbinden lässt. Es steht seitlich nicht signifikant über, beispielsweise lediglich etwa um eine halbe Holmbreite, und ist zudem abgerundet. Dies bedeutet aber, dass durch das Einfügen des Verbindungsglieds keine Verletzungsgefahr induziert wird, während erfindungsgemäß überraschend die Stabilität des kompakten Verbindungsglieds durchaus zufriedenstellend ist. Hier lässt sich die Tatsache günstig ausnutzen, dass das Verbindungsglied keine Sprosse aufnehmen muss, so dass keine zusätzlichen seitlichen Momente beim Begehen der Leiter vom Verbindungsglied selbst aufgenommen werden müssen, sondern lediglich die Aussteifung der Leiter.

[0007] In einer ersten Ausgestaltung erstrecken sich die Kupplungselemente des Verbindungsglieds in die Steckelemente hinein, und zwar gerade bis zur je nächst benachbarten Sprosse. Durch die Anlage dort wird ein zusätzlicher Formschluss bereitgestellt. In einer weiteren, von der Stabilität her noch etwas günstigeren Ausführungsform erstrecken sich die Kupplungselemente im Wesentlichen U-förmig um die Sprosse herum, wobei die dortigen Steckfinger noch zusätzlich ausgesteift sind.

[0008] Erfindungsgemäß ist es besonders günstig, wenn ein recht hart eingestellter Kunststoff mit Glasfaseranteil für die Herstellung des Verbindungsglieds verwendet wird. Das Verbindungsglied lässt sich preisgünstig einschließlich der einstückig angeformten Kupplungselemente fertigen, wobei die Verletzungsgefahr auf Grund der balligen Ausrundung auch bei harter Materialeinstellung gering ist.

[0009] Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, für den seitlichen Anschluss eines weiteren Leiterteils ein Sonderkupplungselement bereitzustellen. Dies hat den besonderen Vorteil, dass keine vorstehenden Teile des Verbindungsglieds erforderlich sind; vielmehr kann das Sonderkupplungselement im Verbindungsglied selbst bereitgestellt werden. Hierzu dienen beispielsweise zwei im Abstand voneinander vorgesehene Zapfen, die mit entsprechenden Ausnehmungen des dritten Steckelements zusammenwirken und einen momentensteife Aufhängung ermöglichen. Die Zapfen können beispielsweise aus einem Zentralzapfen in der symmetrischen Mitte des Verbindungsglieds und einem recht weit außen angeordneten Lagerzapfen bestehen. Alternativ ist es auch möglich, lediglich zwei außen liegende Lagerzapfen zu verwenden, so dass der dortige Lastarm etwa das eineinhalbfache des Holmdurchmessers betragen kann. Auch bei dieser Ausgestaltung ist ein beidseitiges Einstecken eines dritten bzw. vierten Steckelements möglich, und zwar indem entsprechend ausgebildete Brückenglieder in verschiedenen Ebenen an den Lagerzapfen angelenkt sind.

[0010] Erfindungsgemäß besonders günstig ist es, dass zahlreiche Winkeleinstellungen und Steckmöglichkeiten mit dem erfindungsgemäß ausgebildeten Verbindungsglied realisierbar sind. Die Festigkeit wird wesentlich durch das Zusammenwirken zwischen einer endseitigen Aussparung im Steckelement und dem Vorsprung des Kupplungselements verbessert. Durch die Abstützung in seitlicher Richtung des Holmes werden die eingeleiteten Kräfte günstig verteilt, denn auch im Endbereich ist die Durchbiegbarkeit des Holmes in Richtung quer zur Leiterebene am geringsten. Unabhängig davon, ob ein C-förmiger oder ein Rohrförmiger Holm verwendet wird, weist er regelmäßig in dieser Richtung die größte Momentensteifheit auf, was auch der Belastungssituation einer Leiter entspricht. Typische Holme haben ein Längen/Breiten-Verhältnis der Querschnittsfläche von etwa 3:1, und durch die formschlüssige Verbindung zwischen Vorsprung und Ausnehmung lassen sich die eingeleiteten Kräfte in der günstigsten Belastungsrichtung auffangen.

[0011] Erfindungsgemäß besonders günstig ist es, dass trotz der Verwendung eines Sonderkupplungselements der gleiche Anschluss an einem dritten Steckelement möglich ist, und zwar indem gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ein Brückenglied vorgesehen ist, das ein Verbindungselement aufweist, das in gleicher Weise ausgestaltet ist. Durch diese Lösung sind die Leiterteile oder Steckelemente beliebig austauschbar und kombinierbar.

[0012] Das Brückenglied kann beliebiger geeigneter Weise ausgestaltet sein und für den Anschluss in einer 90°-Stellung, aber auch beispielsweise für den Anschluss in einem Winkel von 40° zur Bereitstellung einer Bockleiter ausgestaltet sein. Es ist ausgesprochen kompakt und kann mit geringem Aufwand mitgeführt werden, um die gewünschte Leiternkonfiguration vor Ort bereitzustellen.

[0013] In einer weiteren, besonders bevorzugten Ausgestaltung ist es vorgesehen, die Rastnasen oder Rastzapfen für die Arretierung von Kupplungselementen oder Sonderkupplungselementen an dem Verbindungsglied durch eine zentrale Betätigung zu sperren oder freizugeben. Ein hierzu vorgesehenes Sperrglied kann beispielsweise drehbeweglich um die zentrale Achse des Verbindungsglieds gelagert sein, beispielsweise um einen Betätigungswinkel von 10 oder 20°.

[0014] Bei der Betätigung kann durch eine entsprechende Symbolisierung deutlich gemacht werden, ob das Sperrelement sperrt oder freigibt. Diese Lösung ermöglicht es in besonders einfacher und bedienungssicherer Weise, den Montagezustand und den Betriebszustand festzulegen, wobei es sich versteht, dass auch im Montagezustand ein Selbstsperren der Rastzapfen und Rastnocken ein unbeabsichtigtes Lösen bereits verhindert, dies jedoch federbelastet, während ein mechanisches Sperren durch das Sperrelement bereitgestellt werden kann.

[0015] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung mehrere Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen.

[0016] Es zeigen:
Fig. 1
eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Leiter, unter Darstellung eines Details;
Fig. 2
verschiedene Steckmöglichkeiten der erfindungsgemäßen Leiter;
Fig. 3
weitere Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Leiter, wobei auch eine Bühne aufgebaut ist;
Fig. 4
eine vergrößerte Ansicht eines Details aus Fig. 2;
Fig. 5
eine vergrößerte Ansicht eines weiteren Details aus Fig. 2;
Fig. 6
ein erfindungsgemäß ausgestalteter Leiternfuß;
Fig. 7
eine weitere Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Leiternfußes;
Fig. 8
eine dritte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Leiternfußes;
Fig. 9
eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Leiternanschlags;
Fig. 10
eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Leiternanschlags;
Fig. 11
eine vergrößerte Darstellung eines Details aus Fig. 3;
Fig. 12
eine vergrößerte Darstellung eines Details aus Fig. 3;
Fig. 13
eine schematische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Leiter, unter Verwendung eines anderen Verbindungsglieds und eines anderen Brückenglieds;
Fig. 14
eine vergrößerte perspektivische Ansicht des Brückenglieds für die Ausführungsform gemäß Fig. 13, wobei ein zusätzliches Einsatzelement vorgesehen ist;
Fig. 15
das Verbindungsglied gemäß Fig. 14 in vergrößerter perspektivischer Darstellung; und
Fig. 16
das Verbindungsglied mit allen erfindungsgemäß integrierten Einzelheiten in der Ausführungsform gemäß Fig. 13.


[0017] Die in Fig. 1 dargestellte Leiter 10 weist ein erstes Steckelement 12 und ein zweites Steckelement 14 auf, die über ein erfindungsgemäßes Verbindungsglied 16 miteinander verbunden sind, wobei sich das Verbindungsglied 16 zwischen den Steckelementen 12 und 14 erstreckt und diese seitlich nur um Weniges überragt.

[0018] Für die Verbindung zwischen Steckelement und Verbindungsglied sind die Kupplungselemente 18 und 20 vorgesehen, die in die Steckelemente 12 bzw. 14 einsteckbar sind und in Ihrer Außenform an die Rechteckrohr-förmigen Steckelemente angepasst sind.

[0019] Jedes Kupplungselement weist einen zur Seitenwand 22 des Steckelements 12 bzw. 14 hin vorspringenden Vorsprung 24 auf, der im Wesentlichen halbkreisförmig, jedoch etwas elliptisch geformt ausgebildet ist und mit einer Ausnehmung 26 zusammenpasst, die in der Seitenwand 22 des Elements 12 bzw. 14 vorgesehen ist. Durch diese Lösung lässt sich die Momentensteifheit des erfindungsgemäßen Verbindungsglieds gegenüber dem Steckelement 12 bzw. 14 verbessern. Zusätzlich sind je Rastnasen 28 an dem Kupplungselement 18 bzw. 20 ausgebildet, die die Seitenwand 22 durchtreten und bei der eingesteckten Position des Steckelements 12 bzw. 14 einrasten. Durch Druck auf die Rastnase 28 von außen lässt sich das Steckelement 12 bzw. 14 in einfacher Weise lösen und entfernen. Die Rastnase 28 springt jedoch nicht so weit über die Seitenwand 22 vor, dass ein versehentliches Auslösen zu befürchten ist.

[0020] Das Kupplungselement 18 weist eine solche Länge auf, dass es sich genau bis zur nächst benachbarten Sprosse 30 des Steckelements 12 erstreckt. In einer modifizierten Ausgestaltung erstreckt sich das Kupplungselement 18 noch etwas weiter und ist zusätzlich seitlich in dem Zwischenraum zwischen der Sprosse 30 und den Stirnwänden 32 des betreffenden Steckelements abgestützt.

[0021] Erfindungsgemäß ist das Verbindungsglied 16 aus zwei Halbschalen aufgebaut, zwischen denen sich ein Hohlraum erstreckt. In den Hohlraum ist ein drittes Steckelement 34 einsteckbar. Zur Verbindung weist die hier dargestellte Ausführungsform einen Zentralzapfen 36 auf, der mit einem Maul 38 des dritten Steckelements 34 zusammenwirken kann. Zusätzlich sind zwei lösbare Lagerzapfen 40 vorgesehen, die mit einer Festlegungsausnehmung 42 des dritten Steckelements zusammenwirken kann.

[0022] Für die Montage der erfindungsgemäßen Leiter in der vorgesehenen Konfiguration wird der Lagerzapfen 40 auf der gewünschten Seite zunächst herausgezogen. Das Steckelement 34 wird dann eingeführt, so dass sein U-förmiges Maul 38 den Zentralzapfen 36 an drei Seiten umgibt. Nach Justierung der Winkelposition wird der Lagerzapfen 40 eingesteckt, so dass das dritte Steckelement 34 momentenfest gelagert ist.

[0023] Die Ausgestaltung des Verbindungsglieds 16 mit dem inneren Hohlraum und dem Zentralzapfen 36 sowie dem Lagerzapfen 40 bildet eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Sonderkupplungselements 44. Es versteht sich, dass eine beliebige andere Ausführungsform auch möglich ist, wobei erfindungsgemäß wichtig ist, dass das Sonderkupplungselement 44 sich nicht spitz nach außen erstreckt, sondern in das Verbindungsglied 16 integriert ist, wie auch, dass eine beabstandete und damit momentensichere Lagerung des Steckelements 34 möglich ist.

[0024] Die dargestellte Ausführungsform des dritten Steckelements 34 weist ein Brückenglied 50 auf, das mit einem weiteren Kupplungselement 53 versehen ist, das in seine Ausführung den Kupplungselementen 18 und 20 entspricht. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel hat das Brückenglied 50 ein Gelenk 52 mit zwei Schwenkanschlägen 54, die ein Verschwenken um etwa 40° erlauben. Diese Ausführungsform des erfindungsgemäßen Brückenglieds erlaubt es, eine in an sich bekannter Weise zusammenschwenkbare Bockleiter zu realisieren.

[0025] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel läuft das Brückenglied 50 zum Maul 38 hin recht spitz zu, was die Einrührung in das Verbindungsglied 16 erleichtert. Es versteht sich, dass eine beliebige andere geeignete Ausgestaltung auch möglich ist, wobei das Brückenglied 50 bevorzugt mindestens im Bereich der Festlegungsausnehmung 42 den Hohlraum des Verbindungsglieds 16 seitlich ausfüllt, um auch eine seitliche Abstützung zu ermöglichen.

[0026] Wie es aus Fig. 12 ersichtlich ist, steht dem nicht entgegen, dass der Zentralzapfen 36 von zwei einander gegenüberliegenden Brückengliedern umgeben ist, wobei die Brückenglieder dann in der Zeichnungsebene betrachtet auf zueinander versetzer Höhe vorgesehen sein müssen.

[0027] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, in welchen zahlreichen beliebigen Kombinationen und Konfigurationen eine erfindungsgemäße Leiter realisierbar ist. Fig. 2a zeigt eine Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Leiter als Stehleiter. Im mit Detail 1 bezeichneten Bereich ist das erfindungsgemäße Verbindungsglied 16 vorgesehen, das auch das nicht im Einzelnen dargestellte Sonderkupplungselement 44 aufweist, das jedoch in dieser Konfiguration ohne zusätzliche Kupplungsfunktion verbleibt.

[0028] Die erfindungsgemäße Leiter 10 ist mit einem Leiternfuß 60 versehen, dessen Ausgestaltungen aus Fig. 6, 7 und 8 besser ersichtlich sind.

[0029] Ferner ist bei dieser Lösung ein Leiternanschlag 62 vorgesehen, der in an sich bekannter Weise dazu dient, die Anlegeleiter an einer Wand oder dergleichen anzulehnen.

[0030] Aus Fig. 2b ist eine modifizierte Ausgestaltung einer Anlegeleiter ersichtlich. Bei dieser Ausführungsform ist die Leiter im Wesentlichen gerade, jedoch in ihrem oberen Bereich in einem Winkel von etwa 70° abgewinkelt. Hierzu dient ebenfalls ein erfindungsgemäßes Verbindungsglied, das in der Konfiguration gemäß Fig. 5 verwendet ist.

[0031] Es ist ersichtlich, dass auch mehrere Leiternteile beliebiger Länge mit erfindungsgemäßen Verbindungsgliedern kombinierbar sind.

[0032] Aus Fig. 2c sind verschiedene Ausführungsformen unter Verwendung des in Fig. 1 dargestellten Brückenglieds 50 ersichtlich. Die erfindungsgemäße Leiter kann entweder - wie es recht weit links dargestellt ist - als Bockleiter mit sich zusätzlich nach oben erstreckenden Leiternteilen vorgesehen sein, oder aber als reine Bockleiter gemäß den weiter rechts dargestellten Konfigurationen.

[0033] Aus Fig. 3 ist ersichtlich, in welcher Weise eine erfindungsgemäße Ausbildung eines Gerüsts möglich ist. Hierzu werden zahlreiche Leiternteile 12, 14 je mit Verbindungsgliedern 16 in geeigneter Weise ineinander gesteckt. Die senkrechte Steckrichtung wird je durch das Zusammenwirken der Steckelemente 12, 14 mit Kupplungselemente 18 und 20 realisiert, während die horizontalen Steckmöglichkeiten durch das erfindungsgemäße Sonderkupplungselement realisiert sind. Die Ausgestaltung von Details ist besser aus Fig. 11 und 12 ersichtlich.

[0034] Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, lassen sich ohne Weiteres auch Laufbohlen 70 auf horizontale Leiternteile auflegen, so dass eine echte Gerüstfunktion erfindungsgemäß realisierbar ist.

[0035] Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass sich das Verbindungsglied 16 als eine Art Leiternverlängerung harmonisch zwischen zwei Steckelemente 12 und 14 einfügt, wobei erfindungsgemäß dennoch eine gute Momentenübertragung gewährleistet ist. Fig. 5 zeigt, in welcher Weise sich erfindungsgemäß mit einem Brückenglied 50 auch eine 70°-Stellung des Steckelements 34 realisieren lässt. Hierzu sind neben der Festlegungsaufnehmung 42 zwei weitere Festlegungaufnehmungen 72 und 74 vorgesehen, die beim Einstecken des Lagerzapfens 40 entsprechend abgewinkelte Steckpositionen ermöglichen. Diese Ausführungsform zeigt eine modifizierte Ausgestaltung eines Kupplungselements 18, das sich lediglich elliptisch in das zugehörige Steckelement hineinerstreckt. Die Momentenübertragung erfolgt bei dieser Lösung ausschließlich über die Seitenwand 22. Es versteht sich, dass diese Lösung dann in Betracht kommt, wenn geringere seitliche Kräfte übertragen werden müssen.

[0036] Aus Fig. 6 ist eine Ausgestaltung eines höhenverstellbaren Leiternfußes 60 ersichtlich. Bei dieser Lösung ist ein Zapfen 78 höhenverstellbar in einem Leiternfußkörper 18 gelagert. Ein Kupplungselement 82 ist vorgesehen, das in seiner Konfiguration den Kupplungselementen 18 und 20 entspricht.

[0037] Eine modifizierte Lösung eines Leiternfußes 60 ist aus Fig. 7 ersichtlich, wobei bei dieser Ausgestaltung der Leiternfuß aus einem Hohlprofil ausgebildet ist, und nicht höhenverstellbar ist. Durch das Hohlprofil ist der Leiternfuß etwas nachgiebiger. Eine dritte Ausgestaltung eines Leiternfußes ist aus Fig. 8 ersichtlich. Bei dieser Lösung ist der Leiternfuß aus Vollkunststoff ausgebildet und recht massiv. Auch hier ist das Kupplungselement 82 in gleicher Weise ausgebildet. Mögliche Ausgestaltungen des Leiternanschlags 62 sind aus Fig. 9 und 10 ersichtlich. Auch hier ist das Kupplungselement 82 je in gleicher Weise ausgebildet, und die Ausgestaltungen des Leiternanschlags unterscheiden sich durch die Verwendung eines Hohlprofils bzw. eines Vollprofils.

[0038] Fig. 11 zeigt das Einstecken eines Brückenglieds in das Sonderkupplungselement 44 in einem Winkel von 90° zur Ausrichtung der Steckelemente 12 und 14. Diese Lösung kommt beim Aufbau eines Gerüsts gemäß Fig. 3 zum Einsatz. Sie ermöglicht eine momentensichere Abstützung über den Lastarm zwischen dem Zentralzapfen 36 und dem Lagerzapfen 40.

[0039] Eine weitere Einsatzmöglichkeit eines erfindungsgemäßen Verbindungsglieds 16 ist aus Fig. 12 ersichtlich. Bei dieser Lösung erstrecken sich zwei dritte Steckelemente 34, die auch als drittes und viertes Steckelement bezeichnet werden könnten, seitlich in das Sonderkupplungselement 44 hinein. Beide Lagerzapfen 40 kommen zur Festigung der Schwenkposition von 90° zum Einsatz, wobei je ein Maul 38 eines Brückenglieds 50 den Zentralzapfen halbkreisförmig umkreist. Die Spitzen der Brückenglieder 50 überlappen einander, wobei sie sich auf unterschiedlichen Höhen - in Zeichnungsrichtung betrachtet - erstrecken. Dennoch füllen die Brückenglieder 50 den Hohlraum im Verbindungsglied 16 im Wesentlichen aus, um eine momentsichere Abstützung auch in seitlicher Richtung zu gewährleisten.

[0040] In Fig. 13 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Leiter dargestellt. Diese Ausführungsform weist ein modifiziertes Verbindungsglied 16 auf, das ein größeres seitliches Vorsprungsmaß für die Ankupplung eines Sonderkupplungselements hat, jedoch dafür unmittelbar in entsprechende Leitern- oder Gerüstteile einsteckbar ist. In Fig. 13 ist der Leiternteil 14 an einem Vorsprung 83 des Verbindungsglieds 16 eingesteckt dargestellt, wobei es sich versteht, dass in gleicher Weise an einem Vorsprung 85 ein entsprechender Leiterteil aufsteckbar ist, und ebenso an einem Vorsprung 87. Die Vorsprünge 83 bis 85 bilden insofern sowohl die Kupplungselemente als auch die Sonderkupplungselemente.

[0041] Das Verbindungsglied 16 ist ferner auch für die Ankupplung eines Brückenglieds 50 geeignet. Das Brückenglied 50 weist bei dieser Ausführungsform die aus Fig. 14 besser ersichtliche Ausgestaltung auf, die ein Einklemmen bei der Betätigung sicher verhindert.

[0042] Das Verbindungsglied 16 weist ferner ein integriertes Sperrelement 86 auf, von dem in Fig. 13 lediglich ein Betätigungsglied 88 ersichtlich ist. Das Betätigungsglied 88 ist zusammen mit dem Sperrelement drehbeweglich gelagert. Über einen versenkten Griff 90 lässt es sich zwischen zwei Stellungen, nämlich einer Freigabeposition gemäß dem Symbol 92 und einer Sperrposition gemäß dem Symbol 94 verstellen. Die Realisierung dieser Sperrfunktion wird anhand von Fig. 16 erläutert.

[0043] In Fig. 14 ist das Brückenglied 50 dargestellt. Es weist Ausnehmungen 96 für die Aufnahme von Rastzapfen 98 (Fig. 16) auf. Ferner sind an seinem unteren Ende ebenfalls federbelastete Rastzapfen 100 ausgebildet. Über ein Einsatzelement 102 lässt sich trotz der integrierten Blattfeder einer robuste und mechanisch von außen nicht beeinträchtigbare Einheit für das Brückenglied 50 realisieren. Durch die Abdeckung der Betätigungskurve des Gelenks 52 ist sichergestellt, dass es zu keiner Klemmneigung kommen kann.

[0044] Aus Fig. 16 sind die Einzelheiten des Verbindungsglieds 16 dargestellt. Das Sperrelement 86 erstreckt sich in der dargestellten Position mit seinen Sperrnocken 104 kreuzförmig zwischen den Rastzapfenarmen 106, so dass die Rastzapfen 98 nicht eingedrückt werden können. Durch Verdrehen des Sperrelements 86 um einen geringen Winkel wie 15° sind die Sperrnocken 104 außer Eingriff der Rastzapfenarme, so dass sich die Rastzapfenarme beidseitig eindrücken und aufeinander zubewegen lassen, wodurch die Freigabe von Leiterteilen, Brückengliedern usw. möglich ist. Durch die beidseitige Betätigung der Rastzapfen 98 wird eine zusätzliche Sicherheitsfunktion bereitgestellt, denn auch ein einseitiges versehentliches Eindrücken der versenkten Rastzapfen 98 realisiert noch keine Freigabe der verbundenen Teile.


Ansprüche

1. Leiter oder Gerüst, mit mindestens zwei Steckelementen, insbesondere steckbaren Rohren, mit einem Verbindungsglied für das Verbinden zwischen mindestens zwei Steckelementen, welches Verbindungsglied zwei Kupplungselemente aufweist, die für den Eingriff an den Steckelementen bestimmt sind, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Verbindungsglied (16) zwischen den Kupplungselementen (18, 20) erstreckt und ein Sonderkupplungselement (44) seitlich an dem Verbindungsglied (16) ausgebildet ist, mit welchem ein drittes Steckelement (34) seitlich an das Verbindungsglied (16) ankuppelbar ist.
 
2. Leiter oder Gerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sonderkupplungselement (44) beidseitig des Verbindungsglieds (16) ausgebildet ist.
 
3. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Brückenglied (50) an dem dritten Steckelement (34) ausgebildet ist, das mit dem Sonderkupplungselement (44) in Eingriff bringbar und von diesem lösbar ist.
 
4. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Brückenglied (50) ein Gelenk (52) aufweist.
 
5. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsglied (16) und das Brückenglied (50) je ein Formteil, insbesondere aus Kunststoff, aufweisen und daß die Steckelemente (12, 14) an Rohren, insbesondere aus Metall und vorzugsweise aus Leichtmetall, ausgebildet sind.
 
6. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungselemente (18, 20) je im wesentlichen zapfenförmig ausgebildet sind und sich in die Steckelemente (12, 14) hineinerstrecken und daß die Kupplungselemente (18, 20) formschlüssig in die Steckelemente (12, 14) eingreifen.
 
7. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Steckelemente (12, 14) endseitig eine Ausnehmung (26) aufweisen, die in ihrer Form an einen Vorsprung des Kupplungselements (18, 20) angepaßt ist und das Steckelement (12, 14) formschlüssig mit dem Kupplungselement (18, 20) verbindet.
 
8. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsglied (16) zwei Halbschalen aufweist, zwischen denen sich ein Zentralzapfen (36) erstreckt, der Teil des Sonderkupplungselements (44) ist und für den Eingriff an dem dritten Steckelement (34) bestimmt ist.
 
9. Leiter oder Gerüst nach Anspruch 8, dadurch gekennzeinet, daß sich seitlich des Zentralzapfens (36) zwischen den Halbschalen des Verbindungsglieds (16) je ein Lagerzapfen (40) erstreckt, der die Schwenkposition des dritten Steckelements (34) festlegt, und daß das Brückenglied (50) zwischen die Halbschalen einsteckbar und an dem Zentralzapfen (36) und an einem Lagerzapfen (40) festlegbar ist.
 
10. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Brückenelement (50) des dritten Steckelements (34) ein Maul (38) aufweist, das für das Umgreifen des Zentralzapfens (36) bestimmt ist, und daß das Brückenglied (50) mindestens eine Festlegungsausnehmung (42) aufweist, über welche der Schwenkwinkel des Brückenglieds (50) gegenüber dem Verbindungsglied (16) durch Eingriff mit dem Lagerzapfen (40) festlegbar ist.
 
11. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Brückenglied (50) des dritten Steckelements (34) ein Gelenk (52) aufweist, das eine begrenzte Schwenkbewegung mit Schwenkanschlägen erlaubt.
 
12. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Brückenglied (50) des dritten Steckelements (34) zu seinem vorderen Ende hin spitz zuläuft und eine Dicke aufweist, die die Dicke zwischen den Halbschalen ausfüllt.
 
13. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erfindungsgemäße Ausgestaltung von Verbindungsglied (16), Kupplungselementen (18, 20) und Steckelementen (12, 14) symmetrisch, also an beiden Holmen des Gerüsts oder der Leiter (10) vorgesehen ist.
 
14. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Brückenglied (50) an seinem Übergang zu dem Rohr des dritten Steckelements (34) eine Ausgestaltung aufweist, die der Ausgestaltung des Kupplungselements (18, 20, 82) entspricht.
 
15. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Kupplungselement (18, 20, 82) und eine Verlängerung des Brückenglieds (50), die in das zugehörige Rohr des Steckelements (12, 14, 34) hineinreicht, an der nächst benachbarten Stufe oder Sprosse (30) endet und insbesondere an dieser anliegt.
 
16. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Fuß (60) oder ein modifiziertes Verbindungsglied (16) oder Anschlußstück vorgesehen ist, durch welches das Verbindungsglied (16) ersetzbar ist und welche je Kupplungselemente aufweisen, die den Kupplungselementen des Verbindungsglieds (18, 20, 82) entsprechen.
 
17. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsglied (16) ein Sperrelement (86) aufweist, mit welchem das Kuppeln durch das Verbindungsglied sperrbar oder freigebbar ist.
 
18. Leiter oder Gerüst nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (86) zentral und drehbar in dem Verbindungsglied (18, 20) gelagert ist.
 
19. Leiter oder Gerüst nach einem der Ansprüche 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (86) mit einem Betätigungsglied (88) in Verbindung steht, dessen Drehposition die Freigabe oder das Sperren des Sperrelements anzeigt und über welches das Sperrelement zwischen seinen beiden Positionen verstellbar ist.
 
20. Leiter oder Gerüst nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (86) und insbesondere auch das Betätigungsglied (88) vollständig in das Verbindungsglied (16) integriert ist und Rastnasen (28) oder Rastzapfen (90) gegenüber der Oberfläche der Leiter oder des Gerüsts mindestens nicht vorspringen und insbesondere versenkt sind.
 
21. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein ein Gelenk (52) aufweisendes Brückenglied (50) selbst Kupplungselemente aufweist, die mit den Kupplungselementen des Verbindungsglieds kompatibel sind.
 
22. Leiter oder Gerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Rastnasen (28) oder Rastzapfen (90) durch Druck von außen mit einem spitzen Gegenstand betätigbar sind.
 




Zeichnung




















































Recherchenbericht