[0001] Die Erfindung betrifft eine Starteinrichtung eines Verbrennungsmotors mit einem Schwungrad,
einem Starterkranz, welcher an dem Schwungrad angebracht ist, und mit einem integrierten
Startergenerator mit einem mit dem Schwungrad verbundenen Rotor, und einem Startermotor
mit einem Antriebsrad, welches selektiv mit dem Starterkranz zusammenwirken kann.
[0002] Starteinrichtungen mit integrierten Startergeneratoren werden im Flugzeugbau eingesetzt
und finden vermehrt auch im Fahrzeugbau Anwendung.
[0003] Die GB-A-2 047 816 zeigt einen Verbrennungsmotor mit einem mit einer Kurbelwelle
über eine Kupplung verbundenen Schwungscheibe. Die Drehzahl der Schwungscheibe wird
über einer für ein Starten des Verbrennungsmotors notwendigen Drehzahl gehalten, in
dem bei Bedarf ein Startermotor betätigt wird. Dieser Startermotor kann konventionell
oder auch derart ausgeführt sein, dass das Schwungrad einen Rotor des Motors bildet.
[0004] Schwerlastfahrzeuge, wie beispielsweise Traktoren, landwirtschaftliche Maschinen,
wie insbesondere Erntemaschinen, aber auch Lastkraftwagen etc. stellen hohe Anforderungen
an das Startmoment.
[0005] Das der Erfindung zugrunde liegende Problem wird darin gesehen, dass Starteinrichtungen,
insbesondere für Nutzfahrzeuge, verhältnismäßig groß dimensioniert werden müssen,
um auch bei Bedingungen, in welchen ein großes Startmoment notwendig ist, ein sicheres
Starten des Verbrennungsmotors zu garantieren, im Betrieb als Generator aber oftmals
eine nur eingeschränkte Effizienz aufweisen.
[0006] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst,
wobei in den weiteren Patentansprüchen die Lösung in vorteilhafter Weise weiterentwickelnde
Merkmale aufgeführt sind.
[0007] Auf diese Weise wird eine Starteinrichtung für einen Verbrennungsmotor vorgeschlagen,
welche auch für den Einsatz an Schwerlastfahrzeugen geeignet ist. Eine derartige Starteinrichtung
weist einen Starterkranz auf, welcher an einem Schwungrad des Verbrennungsmotors angebracht
bzw. vorgesehen ist. Darüber hinaus weist die Starteinrichtung einen integrierten
Startergenerator mit einem Rotor auf, der mit dem Schwungrad verbunden ist. Der Startermotor
treibt ein Antriebsrad bzw. ein Antriebszahnrad oder -ritzel an, welches selektiv
mit dem Starterkranz zusammenwirken bzw. in den als Zahnkranz ausgeführten Starterkranz
eingreifen kann. Mit dem Startermotor und dem Startergenerator ist eine elektronische
Steuer- bzw. Regeleinheit verbunden, welche den Startermotor und den Startergenerator
selektiv aktiviert. Wird beispielsweise nur ein geringes Startmoment benötigt, beispielsweise
im Falle eines Warmstarts des Verbrennungsmotors, aktiviert die elektronische Steuer-
bzw. Regeleinrichtung nur den Startergenerator. Ist hingegen ein großes Startmoment
erforderlich, wie dies beispielsweise bei einem Kaltstart der Fall sein kann, aktiviert
die elektronische Steuer- bzw. Regeleinheit sowohl den Startergenerator als auch den
Startermotor. Auf diese Weise muss der Startergenerator nicht die Kapazität aufweisen,
das gesamte benötige Startmoment zur Verfügung zu stellen.
[0008] In der Zeichnung ist ein nachfolgend näher beschriebenes Ausführungsbeispiel der
Erfindung dargestellt. Die einzige Figur zeigt eine vereinfachte und teilweise geschnittene
Darstellung einer Starteinrichtung.
[0009] Es wird nun auf die einzige Figur Bezug genommen, die einen Verbrennungsmotor 10
mit einem Motorblock 12 und einer drehbaren Kurbelwelle 14 zeigt. Ein übliches Schwungrad
16 ist an einem Flansch 15, welcher an einem Endbereich der Kurbelwelle 14 angebracht
ist, beispielsweise über Schrauben befestigt. Ein als Zahnkranz ausgeführter Starterkranz
18 ist an einem äußeren Umfang des Schwungrades 16, beispielsweise durch ein Aufschrumpfen
auf das kalte Schwungrad 16, angebracht. An dem Verbrennungsmotor 20 ist ein konventioneller
Startermotor 20 vorgesehen. Der Startermotor 20 weist einen Elektromagneten 21 und
eine Ausgangswelle 22 auf, auf der ein Ritzel bzw. ein Antriebsrad 24 befestigt ist.
Der Startermotor 20 kann unterschiedliche Betriebsspannungen, wie beispielsweise 12
oder 42 Volt, aufweisen. Das Antriebsrad 24 ist axial beweglich, um in den Starterkranz
18 ein- und ausrückend eingreifen zu können. Eine Kupplung 26 verbindet das Schwungrad
16 mit einer Motorwelle 28.
[0010] Ein integrierter Startergenerator 30, wie er beispielsweise von Bosch hergestellt
wird, ist in einem Kupplungsgehäuse 32, welches mit dem Motorblock 12 verschraubt
ist, vorgesehen. Der Startergenerator 30 weist einen Stator 34, welcher an dem Kupplungsgehäuse
32 gesichert ist, und einen Rotor 36 (mit Magneten 38) auf, welcher mit dem Schwungrad
16 verschraubt ist. Der Startergenerator 30 ist elektrisch mit einer elektronischen
Steuer- bzw. Regeleinheit/einem Wandler 40 verbunden, welcher wiederum mit einer Batterie
42, beispielsweise einer 42 Volt-Batterie, in Verbindung steht. Der Startermotor 20
ist ebenfalls elektrisch mit der elektronischen Steuer- bzw. Regeleinheit/dem Wandler
40 verbunden.
[0011] Während eines Startens des Verbrennungsmotors 10 veranlasst die Steuer- bzw. Regeleinheit/der
Wandler 40 den Startergenerator 30 das Schwungrad 16 zu drehen. Die Steuer- bzw. Regeleinheit/der
Wandler 40 ermittelt aus Signalen, welchen von dem Startergenerator 30 geliefert werden,
auch die Startdrehzahl des Verbrennungsmotors 10. Ist die Startdrehzahl geringer als
eine verlangte minimale Startdrehzahl wird die Steuer- bzw. Regeleinheit/der Wandler
40 auch den Startermotor 20 und den Elektromagnete 21 aktivieren, um zusätzliches
Startmoment zur Verfügung zu stellen, indem das Antriebsrad 24 in den Startkranz 18
eingreift und diesen dreht. Somit wird der integrierte Startergenerator 30 den Verbrennungsmotor
10 unter solchen Bedingungen anlassen, in denen ein niedriges Startmoment benötigt
wird.
[0012] Der Startergenerator 30 kann auch verwendet werden, um die Motordrehzahl zu erhöhen,
nachdem der Startermotor 20 betätigt und dann ausgerückt wurde. Die Motordrehzahl
bei der der Startermotor 20 ausgerückt wird, kann eingestellt werden und liegt vorzugsweise
in einem Bereich zwischen 100 und 300 U/min.
[0013] Wird ein ausreichend hohes Startmoment benötigt, wird der Startergenerator 30 ein
solch hohes Startmoment zusammen mit dem Startermotor 20 zur Verfügung stellen. Im
Ergebnis muss der Startergenerator 30 keine hohe Leistungsklasse für Situationen mit
hohem Startmoment aufweisen, und solch ein Startergenerator 30 einer kleineren Leistungsklasse
wird, wenn er als Generator betrieben wird, effizienter sein als ein großer Startergenerator.
[0014] Während die vorliegende Erfindung in Verbindung mit einer spezifischen Ausführungsform
beschrieben wurde, soll es deutlich sein, dass viele Alternativen, Veränderungen und
Variationen für den Fachmann im Licht der vorstehenden Beschreibung offensichtlich
sein werden. Es ist entsprechend beabsichtigt, dass die Erfindung alle solchen Alternativen,
Veränderungen und Variationen, welche in den Geist und den Schutzbereich der folgenden
Ansprüche fallen, umfassen soll.
1. Starteinrichtung eines Verbrennungsmotors (10) mit einem Schwungrad (16), einem Starterkranz
(18), welcher an dem Schwungrad (16) angebracht ist, und mit einem integrierten Startergenerator
(30) mit einem mit dem Schwungrad (16) verbundenen Rotor (36), und einem Startermotor
(20) mit einem Antriebsrad (24), welches selektiv mit dem Starterzahnkranz (18) zusammenwirken
kann, gekennzeichnet durch eine elektronische Steuer- bzw. Regeleinheit (40), welche sowohl mit dem Startermotor
(20) als auch mit dem Startergenerator (30) wirksam verbunden ist und welche in Abhängigkeit
von den jeweiligen Startbedingungen den Startergenerator (30) allein bzw. den Startergenerator
(30) und den Startermotor (20) gemeinsam aktiviert.
2. Starteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nur der Startergenerator (30) aktiviert wird, wenn nur ein niedriges Startmoment
benötigt wird.
3. Starteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Startergenerator (30) und der Startermotor (20) gemeinsam aktiviert werden, wenn
ein hohes Startmoment benötigt wird.
4. Starteinrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuer- bzw. Regeleinheit (40) durch von dem Startergenerator (30)
geliefert Signale eine Startdrehzahl ermittelt.
5. Starteinrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuer- bzw. Regeleinrichtung (40) den Startergenerator (30) und
den Startermotor (20) gemeinsam aktiviert, wenn die Startdrehzahl eine vorgegebenen
Minimalstartdrehzahl unterschreitet.
6. Starteinrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dass die elektronische
Steuer- bzw. Regeleinrichtung (40) den Startermotor (20) und den Startergenerator
(30) sequentiell aktiviert.
7. Starteinrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Startermotor (20) als ein Elektromotor ausgebildet ist.
8. Starteinrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Starterkranz (18) in der Art eines Zahnkranzes ausgebildet ist, welcher mit dem
als Zahnrad bzw. Ritzel ausgebildeten ein- und ausrückbaren Antriebsrad (24) zusammenwirken
kann.