[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Einleitung oder Ausleitung von hohen Strömen
in bzw. aus einer Leiterplatte.
[0002] Die Erfindung betrifft ein Hochstrom-Kontaktelement zur Befestigung an einer Leiterplatte,
mit einem metallischen Kontaktkörper und mit einem mit dem Kontaktkörper verbindbaren
Schraubelement, wobei der Kontaktkörper an einer ersten Seitenfläche ein Gewinde aufweist
zur Befestigung eines Hochstrom-Kabels mittels des Schraubelements. Die Erfindung
betrifft außerdem eine Leiterplattenanordnung sowie eine Verwendung des genannten
Hochstrom-Kontaktelements.
[0003] DE 198 42 590 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Schaltungsanordnungen.
[0004] Zum Einleiten niedriger Ströme in eine Leiterplatte oder zum Ausleiten solcher Ströme
von der Leiterplatte sind beispielsweise aus DE 196 08 032 A1, US 5,281 166 A und
DE 197 43 251 C1 Kontaktelemente bekannt, die eine Kontaktfläche aufweisen, die auf
einer leitenden Oberfläche einer gedruckten Leiterplatte befestigbar ist. Die Befestigung
geschieht durch Löten. An dem Kontaktelement können Kabel z.B. über eine Steckverbindung
angebracht werden. Mehrteilige Anschlussklemmen mit einer Anschlussschraube zum Befestigen
des Anschlusskabels sind in EP 0 878 868 A2 und in DE 39 11 108 C2 beschrieben.
[0005] Allgemeiner ausgedrückt werden Kontaktelemente für niedrige Ströme unter Anwendung
der "Surface Mounting Technologie (SMT) bei Bearbeitung nur von einer Seite aus, nämlich
der Oberfläche, auf der Leiterplatte befestigt. Die SMT Technik, hat daher den Vorteil
einer einfachen Montierbarkeit. Weil ein Zugriff auf die Leiterplatte von nur einer
Seite aus nötig ist, kann die Montage in einfacher Weise mit einem Bestückautomaten,
insbesondere unter Verwendung von Saugpipetten, erfolgen.
[0006] Zur Übertragung von hohen Strömen in eine oder aus einer Leiterplatte sind spezielle
Hochstrom-Kontaktelemente bekannt, die berücksichtigen, dass wesentlich größere Leistungen
übertragen werden können. Übermäßige Erwärmungen müssen ebenso vermieden werden wie
- aus Sicherheitsgründen - ein ungewolltes Ablösen des Kontaktelements. Im Bereich
hoher Ströme kommt daher die sogenannte "Through Hole Technik" (THT) zum Einsatz.
Entsprechende Kontaktelemente können in Durchstecktechnik, Einspresstechnik oder Verschraubtechnik
mit der Leiterplatte verbunden werden.
[0007] Eine Hochstrom-Kabelklemme für eine Leiterplattenanordnung ist beispielsweise aus
EP 0 784 354 A2 bekannt. Diese weist Einpressstifte zur Befestigung an der Leiterplatte
und am gegenüberliegenden Ende eine Klemmschraube zur Befestigung eines Hochstromkabels
auf.
[0008] Aus DE 201 04 407 U1 ist ein Leitungsverbinder mit einer Klemmschraube für einen
elektrischen Leiter bekannt. Dieser Leitungsverbinder ist ebenfalls in THT-Technik
ausgeführt.
[0009] Die bekannten Hochstrom-Kontaktelemente in THT-Technik sind schwieriger zu montieren.
Eine Montage mittels Bestückautomaten ist in der Regel nicht möglich, weil auch Bearbeitungsvorgänge
von der gegenüberliegenden Seite der Leiterplatte, beispielsweise das Anbringen einer
Mutter oder ein Verlöten, notwendig sind. Außerdem können Bestückautomaten die für
die Einpresstechnik notwenigen Kräfte nicht aufbringen.
[0010] Da die integrierte Klemmschraube bei Verkanten des Kabelschuhs während der Montage
leicht abreißen kann, muss in solchen Fällen unter Umständen eine gesamte Flachbaugruppe
ausgetauscht und entsorgt werden. Bei Flachbaugruppen, die auch zur Abdichtung eines
Vakuums oder einer Ölkammer dienen, kann dies sehr aufwändig sein. Das THT-Hochstromkontaktelement
kann nämlich nicht ausgewechselt werden, ohne die Leiterplatte zu delaminieren.
[0011] Ein weiterer Nachteil der THT-Technik besteht darin, dass die dem Kontaktelement
gegenüberliegende Seite auf der Leiterplatte als Montagefläche benötigt wird und daher
nicht zum Anbringen anderer Bauteile auf der Leiterplattenordnung zur Verfügung steht.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hochstrom-Kontaktelement anzugeben,
mit dem diese Nachteile gemindert, abgeschwächt oder vermieden sind. Zu diesem Zweck
soll auch eine Leiterplattenanordnung angegeben werden sowie eine Betriebsweise für
eine Leiterplattenanordnung.
[0013] Die auf ein Hochstrom-Kontaktelement bezogene Aufgabe wird für das eingangs genannte
Hochstrom-Kontaktelement gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass der Kontaktkörper
einstückig oder einteilig ausgebildet ist und an einer zweiten Seitenfläche eine leitende
Lötzone aufweist, umfassend eine ebene Kontaktfläche oder mehrere in einer Ebene liegende
Kontaktflächen, wobei die Lötzone derart dimensioniert ist, dass sie auf einem leitenden
Pad oder Feld der Leiterplatte platzierbar ist.
[0014] Die erste Seitenfläche kann der Leiterplattenanordnung abgewandt und die zweite Seitenfläche
ihrerseits der ersten Seitenfläche abgewandt sein. Vorzugsweise sind die Seitenflächen
einander parallel.
[0015] Der Erfindung liegt u.a. die Erkenntnis zugrunde, dass die an sich bekannte SMT-Technik
auch im Hochstrombereich einsetzbar ist, ohne dass nennenswerte oder gar störende
Erwärmungen auftreten würden oder Abstriche bei der Festigkeit der Befestigung der
Kontaktelemente auf der Leiterplatte oder auf der Leiterplattenanordnung gemacht werden
müssten.
[0016] Das Hochstrom-Kontaktelement nach der Erfindung ist beispielsweise als "Power-Element"
im Bereich von Hochspannungsgeräten einsetzbar. Es eignet sich insbesondere zur Fertigung
elektronischer Komponenten als Bestandteil von Röntgengeneratoren oder von Transformatoren
oder von Röntgenröhrenanordnungen.
[0017] Bei Anwendungen, beispielsweise bei den eben genannten, bei welchen die Platte einer
Leiterplattenanordnung nicht nur zur Befestigung elektronischer Komponenten sondern
gleichzeitig als Wandelement zur Erzeugung eines gasdichten oder vakuumdichten Innenraums
verwendet wird, ergibt sich mit dem Hochstrom-Kontaktelement in SMT-Technik nach der
Erfindung der zusätzliche Vorteil, dass Undichtigkeiten sicher vermeidbar sind. Solche
Undichtigkeiten entstehen beispielsweise bei der Verwendung von Kontaktelementen in
THT-Technik. Bei der Einpresstechnik ist die Verbindung ohnehin nicht gasdicht. Bei
der Löttechnik erfolgt durch hohe Wärme oftmals eine ungewollte Ablösung einer Kupferhülse
von der Durchkontaktierung von der Ober- zur Unterseite der Leiterplatte und somit
ebenfalls eine Undichtigkeit. Hier wäre bei THT-Technik ein zusätzliches Abdichten
mittels Kleber oder Vergussmasse nötig. Demgegenüber benötigt das Hochstrom-Kontaktelement
nach der Erfindung nicht zwangsweise Löcher in der Leiterplatte.
[0018] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist der Kontaktkörper mit seiner ersten
Seitenfläche zur Aufnahme eines Kabelschuhs des Hochstrom-Kabels ausgebildet.
[0019] Vorzugsweise ist der Kontaktkörper an seiner ersten Seitenfläche plan ausgeführt.
Mit anderen Worten: Der Kontaktkörper kann gewindeseitig völlig eben und ohne Vorsprünge
abschließen.
[0020] Das Hochstrom-Kontaktelement nach der Erfindung ist insbesondere für eine Überleitung
eines Stroms von mehr als 50 A, insbesondere von mehr als 100 A, geeignet. Um einen
besonders geringen elektrischen Übergangswiderstand und eine besonders hohe mechanische
Haftung zu erreichen weist die Lötzone vorzugsweise eine Querschnittsfläche von mindestens
70 mm
2, insbesondere von mindestens 100 mm
2, auf.
[0021] Das Gewinde ist insbesondere als Gewindebohrung (Innengewinde) zur Aufnahme eines
als Schraubelement fungierenden Schraubstiftes ausgebildet. Mit dem Schraubstift ist
es in einfacher Weise möglich, ein Hochstromkabel, welches endseitig mit einem U-förmigen
oder einem ringförmigen Kabelschuh versehen ist, durch eine Schraubverbindung an dem
Kontaktelement stabil zu befestigen. Für Hochstrom-Anwendungen kommen insbesondere
Gewinde M5, M6 oder größer in Betracht.
[0022] Nach einer anderen bevorzugten Ausgestaltung ist die erste Seitenfläche als ebene
Saugfläche für die Aufnahme des Kontaktkörpers von einer Saugdüse ausgebildet. Damit
ist das Kontaktelement in einfacher Weise von einem Bestückautomaten montierbar, wobei
das Kontaktelement von der Saug- oder Vakuumdüse des Bestückautomaten aufgenommen
werden kann.
[0023] Für eine platzsparende Anordnung auf der Leiterplatte ist es zweckmäßig, dass die
erste Seitenfläche des Kontaktkörpers in einer Draufsicht in Richtung Leiterplatte
deckungsgleich mit der zweiten Seitenfläche des Kontaktkörpers ist.
[0024] Nach einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung ist der Kontaktkörper ausgehend
von einem einzigen Rohling gefertigt. Dadurch sind sowohl die mechanische Stabilität
in vorteilhafter Weise erhöht als auch ggf. auftretende unerwünschte elektrische Übergangswiderstände
unterbunden.
[0025] Die auf eine Leiterplattenanordnung bezogene Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst
durch eine Leiterplattenanordnung, an der ein Hochstrom-Kontaktelement nach der Erfindung
angelötet ist.
[0026] Die für das Hochstrom-Kontaktelement genannten Vorteile und bevorzugten Ausgestaltungen
gelten für die Leiterplattenanordnung analog.
[0027] Eine solche Leiterplattenanordnung ist vorteilhaft derart verwendbar, dass sich auch
als Wandelement zur Erzeugung eines gas- oder vakuumdichten Innenraums fungiert.
[0028] Nach einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung weist eine Leiterplatte der Leiterplattenanordnung,
welche das leitende Pad zur Aufnahme des Hochstrom-Kontaktelements trägt, im Bereich
des Pads ein Lochraster auf. Die Löcher dieses Lochrasters dienen anders als bei der
THT-Technik nicht dazu, um Kontaktstifte oder Pins des Kontaktelements hindurch zu
stecken, sondern vielmehr dazu, eine Verbesserung des mechanischen und elektrischen
Kontakts des Kontaktelements zur Platte der Leiterplattenanordnung zu erreichen, indem
Lötzinn in die Löcher eindringen kann.
[0029] Nach einer anderen bevorzugten Ausgestaltung ist das Lochraster ein Mikro-Lochraster
mit einem Lochdurchmesser von weniger als 0,4 mm oder von weniger als 0,3 mm. Damit
sind besonders gute Kontaktwerte erzielt worden.
[0030] Die Erfindung bezieht sich auch auf die Verwendung eines Hochstrom-Kontaktelements
nach der Erfindung zum Einleiten oder Ausleiten eines Stromes von mehr als 50 A, insbesondere
von mehr als 100 A, in eine bzw. aus einer Leiterplattenanordnung.
[0031] Außerdem liegt im Rahmen der Erfindung die Verwendung eines Hochstrom-Kontaktelements
nach der Erfindung zur Oberflächen-Montage auf einer Leiterplattenanordnung unter
Einsatz einer Saugdüse eines Bestückautomaten, insbesondere eines SMT-Bestückautomaten.
[0032] Vier Ausführungsbeispiele eines Hochstrom-Kontaktelements nach der Erfindung sowie
Beispiele für Leiterplattenanordnungen nach der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren 1 bis 8 näher erläutert. Es zeigen:
- FIG 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Hochstrom-Kontaktelements nach der Erfindung
in perspektivischer Ansicht,
- FIG 2
- das Hochstrom-Kontaktelement der FIG 1 in Seiten-, Querschnitts- und Draufsicht,
- FIG 3
- eine Leiterplatte, die auf ihrer Oberseite zur Montage eines Kontaktelements nach
der Erfindung mit Lotpaste vorbereitet ist,
- FIG 4
- die Leiterplatte der FIG 3, von der Rückseite aus gesehen, noch ohne Blaulack-Abdeckung,
- FIG 5
- das Hochstrom-Kontaktelement der FIG 1 in montiertem Zustand auf der Leiterplatte
der FIG 3 und 4 in einer Querschnittsansicht,
- FIG 6
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Hochstrom-Kontaktelements nach der Erfindung
in zu FIG 5 analoger Ansicht,
- FIG 7
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Hochstrom-Kontaktelements nach der Erfindung
in perspektivischer Darstellung und
- FIG 8
- ein viertes Ausführungsbeispiel eines Hochstrom-Kontaktelements nach der Erfindung
in perspektivischer Ansicht.
[0033] FIG 1 zeigt ein Hochstrom-Kontaktelement 1 nach der Erfindung, das Bestandteil einer Leiterplattenanordnung
2 nach der Erfindung ist. Die Leiterplattenanordnung 2 umfasst eine bedruckte elektrische
Platine oder Leiterplatte 2', auf der ein elektrisch leitfähiges Feld oder Pad 3 mit
Lötpaste zur lötenden Befestigung eines metallischen Kontaktkörpers 4 des Hochstrom-Kontaktelements
1 angebracht wurde. Die Befestigung des Kontaktkörpers 4 auf dem leitfähigen Pad 3
erfolgte dann durch Reflow-Löten.
[0034] Der Kontaktkörper 4 weist an seiner oberen ersten Seitenfläche 7 ein M6-Gewinde 9
auf zum Einschrauben eines als Schraubstift ausgebildeten selbstsichernden Schraubelements
5 (mit unverlierbarer Scheibe). Äquivalent zu dem Schraubgewinde können andere Verbindungstechniken
zum Einsatz kommen, die nur schwer lösbar sind, z.B. eine einrastende Steckverbindung.
[0035] Über einen Block 11 steht die erste Seitenfläche 7 mit einer der Leiterplatte 2'
zugewandten unteren zweiten Seitenfläche 13 (Lötfläche) in Verbindung, die auf das
Pad 3 aufgelötet ist.
[0036] Parallel zur Leiterplatte 2' verläuft durch den Block 11 eine Bohrung oder Öffnung
15, die einerseits der Gewichtsersparnis dient um die Aufnahmefähigkeit des Hochstrom-Kontaktelements
1 durch eine Saugdüse eines Bestückautomaten ("pick-and-place") zu gewährleisten.
Die Masse des Kontaktkörpers 4 beträgt vorzugsweise weniger als 13 g, z.B. nur 10
g.
[0037] Da die Gewindebohrung 9 bis in die Öffnung 15 hinein durchgeführt ist, kann die Öffnung
15 auch zur klemmenden Aufnahme des Endes eines Hochstrom-Kabels verwendet werden.
Bevorzugt wird das Hochstromkabel, mit Hilfe dessen Strom in die Leiterplatte 2' oder
aus dieser heraus geleitet werden soll, aber befestigt, in dem ein Kabelschuh 16 des
Hochstrom-Kabels 17 zwischen die Unterseite des Kopfes des Schraubelements 5 mit einer
nicht dargestellten unverlierbaren Scheibe und die erste Seitenfläche 7 gepresst wird.
Der ein-/ ausgeleitete Strom fließt dann in einer nur beispiel- und schemahaft dargestellten
Leitung 3' auf der Leiterplatte 2' und/oder auf der Rückseite der Leiterplatte 2'
(siehe z.B. Figur 5).
[0038] FIG 2 zeigt den aus verzinntem Buntmetall, insbesondere aus Bronze oder Messing, beispielsweise
aus CuZn39B63F51, gefertigten Kontaktkörper 4 in einer Seiten-, Querschnitts- und
Draufsicht. Die Breite B der zweiten Seitenfläche 13 beträgt ca. 11 mm, ihre Länge
L ca. 15 mm. Die Höhe H des Kontaktkörpers 4 ist im Beispiel 13 mm und der Durchmesser
D der Öffnung 15 ca. 8 mm. Der Gewichtsersparnis durch die Öffnung 15 sind Grenzen
gesetzt insofern, dass der Kontaktkörper 4 im Bereich des Blocks 11 noch eine ausreichende
Stromtragfähigkeit aufweisen muss. Die Dimensionierung dieses Bereichs kann der Fachmann
aufgrund an sich bekannter Berechnungen vornehmen. Im Beispiel einer Ausgestaltung
des Hochstrom-Kontaktelements 1 für Ströme bis zu 200 A beträgt die Höhe h 11 mm und
seine Breite b 7 mm.
[0039] Bei Beaufschlagung mit einer elektrischen Durchgangsleistung von 63 kW wurde an dem
Hochstrom-Kontaktelement 1 mittels einer Thermokamera ein maximaler Temperaturanstieg
von 2,1° C gemessen. Die gemessenen Torsionsfestigkeiten lagen im Bereich von 14 Nm
bis 21 Nm, die gemessenen Biegefestigkeiten (Scherung) im Bereich von 1000 Nm bis
1100 Nm. Für eine hohe Festigkeit des Kontaktelements 1 zur Leiterplatte 2' sind galvanisierte
Buntmetall- oder Messingkontakte mit Zinn förderlich. Ebenso zweckmäßig hierfür ist
eine gute Wärmedurchdringung der Kontakte im Reflow-Ofen während der Reflow-Phase
und eine hohe Haltekraft des Lotpads 3 auf der Leiterplatte 2'.
[0040] In der unteren zweiten Seitenfläche 13 ist eine runde Ausnehmung 20 vorhanden, durch
die entstehendes Gas aus dem Flussmittel der Lötpaste entweichen kann (Durchmesser
d = 1,25 mm).
[0041] FIG 3 zeigt ein elektrisch leitfähiges Pad 3 als Bereich auf einer Leiterplatte 2' mit
einem Lötpastendruck (in Folienausprägung) vor der Montage des Hochstrom-Kontaktelements
1. Der Lötpastendruck, der zusammen mit ggf. vorhandenen weiteren Leitungen auf der
Platine in einem Arbeitsschritt hergestellt wird, weist sich kreuzende Unterbrechungen
21, 23 auf. Diese dienen dazu, ein Entweichen von Gasen zu unterstützen, die beim
Verdampfen von Flussmittel der Lötpaste entstehen.
[0042] FIG 4 zeigt die Leiterplatte 2' im Bereich des Pads 3 der FIG 3 von der Rückseite aus betrachtet.
Es ist dort ein Mikro-Lochraster mit einem Lochdurchmesser von ca. 0,3 mm vorhanden.
Ein solches Mikro-Lochraster könnte auch als Mikro-Via bezeichnet werden. Das Lochraster
weist insgesamt 216 Löcher mit Bezugszeichen 25 auf. Damit wird eine besonders hohe
Stromtragfähigkeit der Verbindung des Kontaktelements 1 zur Leiterplatte 2' gewährleistet.
Als Faustregel kann gelten: Ein Loch pro 2 A Stromtragfähigkeit. Außerdem wird durch
die Verwendung des Mikro-Lochrasters auch die mechanische Stabilität erhöht. Die Löcher
25 der Mikro-Lochrasterung müssen nicht notweniger Weise durchgehend sein. Vielmehr
genügt es, wenn sie von der Oberseite ausgehend als Sacklöcher ausgebildet sind. Eine
aufwändigere Variante könnte vorsehen, dass die Sacklöcher in einem Innenlayer der
Leiterplatte 2' quer entflochten sind.
[0043] Zur Herstellung einer Leiterplattenanordnung nach der Erfindung wird auf die gemäß
den Figuren 3 und 4 vorbereitete Leiterplatte 2' das Hochstrom-Kontaktelement 1 der
FIG 1 im Bereich des Pads 3, aufgenommen von einer Saugdüse eines Bestückautomaten,
positioniert. Bei einem anschließenden nicht dargestellten Lötvorgang in einer Reflow-Lötanlage
wird eine Lötverbindung zwischen der Leiterplatte 2' und dem Hochstrom-Kontaktelement
1 hergestellt, wobei die Lötpaste in die Löcher 25 der Rasterung eindringt, wie dies
in
FIG 5 näher dargestellt ist.
[0044] Damit das Lötzinn im Falle von durchgehenden Löchern 25 beim Reflowprozess nicht
kapillarartig durch die Mikro-Via zur gegenüberliegenden Seite der Leiterplatte 2'
fließt und sich auf dem gegenüberliegenden Pad absetzt, wurde dort zuvor eine Blaulack-Lochabdeckung
26 angebracht.
[0045] Es ist vorteilhaft, die Geometrie des Pads 3 so zu dimensionieren, dass das Hochstrom-Kontaktelement
1 während der Reflow-Phase nicht verschwimmt. Das Pad 3 ragt hierzu nur maximal 0,5
mm über die Lötfläche 13 hinaus.
[0046] Die Lötpaste ist in Figur 5 mit 27 bezeichnet. Es wurde für ein beispielhaftes Verfahren
eine Lötpaste vom Typ "Heraeus F360" verwendet. Dabei kam ein Bestückautomat "Siemens
Siplace 80F" mit Saugpipette 0335761-01 zum Einsatz.
[0047] Die Leiterplatte 2' war vom Typ "FR 4" (Metric) mit Kupferdicke 105µm und Oberfläche
HAL. Die Löttemperatur betrug im Peak 220°C bei einer Transportgeschwindigkeit von
88 cm/min und einer Vorwärme von 2,5°C/sec. Es wurde eine Edelstahl-Lotpastendruckfolie
mit einer Dicke von 250 µm verwendet.
[0048] In
FIG 6 ist ein zweites Ausführungsbeispiel eines Hochstrom-Kontaktelements 1 nach der Erfindung
dargestellt, das im Wesentlichen mit dem in FIG 5 dargestellten Ausführungsbeispiel
identisch ist, mit dem Unterschied, dass die untere zweite Seitenfläche 13 nicht mit
einer durchgehenden ebenen Kontaktfläche ausgestattet ist, sondern mit mehreren in
einer Ebene liegenden Kontaktflächen 31. Anders formuliert ist bei diesem Ausführungsbeispiel
die untere Seitenfläche 13 mit Rillen, Furchen oder Kanälen durchzogen. Dadurch wird
die mechanische Stabilität der Verbindung hin zur Leiterplatte 2' noch weiter erhöht.
[0049] In
FIG 7 ist ein drittes Ausführungsbeispiel eines Hochstrom-Kontaktelements 1 nach der Erfindung
dargestellt, dass sich im Wesentlichen bezüglich seiner Außenkontur von dem Kontaktelement
1 der Figuren 1, 2, 5 und 6 unterscheidet. Wogegen die letztgenannten Ansichten ein
im Wesentlichen doppel-Tförmiges Hochstrom-Kontaktelement 1 zeigen, ist das Kontaktelement
1 der FIG 7 bezüglich seiner Außenkontur quaderförmig.
[0050] FIG 8 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Hochstrom-Kontaktelements 1 nach der
Erfindung, das ebenso wie die bereits dargestellten Ausführungsbeispiele mit einem
einstückigen Kontaktkörper 4 ausgestattet ist. Der Kontaktkörper 4 ist durch Absägen
oder Abschneiden von einem U-förmigen Längsprofil entstanden. Die beiden Schenkel
des U dienen als die beiden Seitenflächen 7, 13. Der somit seitlich offene Kontaktkörper
4 könnte an seiner offenen Seite mit einem zweiten vertikalen Steg ausgestattet sein,
so dass sich - wie in FIG 7 - eine quaderförmige Außenkontur ergeben würde. Bei dem
in FIG 8 dargestellten Ausführungsbeispiel weist der Kontaktkörper 4 an seiner unteren
Seitenfläche 13 mehrere Bohrungen 35 mit einem Durchmesser von ca. 1 mm auf, um die
Haltekraft und die Gasableitfähigkeit noch weiter zu vergrößern. Bei diesem Beispiel
kann durch entsprechende Materialwahl (Festigkeit) eine Torsionsfestigkeit von mindestens
8 Nm für Messing-Schraubelemente 5 gewährleistet werden.
[0051] Es ist auch möglich, den Kontaktkörper 4 einstückig ohne Gewinde auszuführen und
stattdessen eine Einpressmutter o. dgl. vorzusehen.
[0052] Das Hochstrom-Kontaktelements 1 nach der Erfindung kann außer zum Überleiten von
elektrischen Strömen auch als rein mechanische Halterung zur Befestigung von Bauteilen
auf einer Platine Verwendung finden.
1. Hochstrom-Kontaktelement (1) zur Befestigung an einer Leiterplatte (2'), mit einem
metallischen Kontaktkörper (4) und mit einem mit dem Kontaktkörper (4) verbindbaren
Schraubelement (5), wobei der Kontaktkörper (4) an einer ersten Seitenfläche (7) ein
Gewinde (9) aufweist zur Befestigung eines Hochstrom-Kabels mittels des Schraubelements
(5), dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktkörper (4) einstückig ausgebildet ist und an einer zweiten Seitenfläche
(13) eine leitende Lötzone aufweist, umfassend eine ebene Kontaktfläche oder mehrere
in einer Ebene liegende Kontaktflächen (31), wobei die Lötzone derart dimensioniert
ist, dass sie auf einem leitenden Pad (3) der Leiterplatte (2') platzierbar ist.
2. Hochstrom-Kontaktelement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktkörper (4) mit seiner ersten Seitenfläche (7) zur Aufnahme eines Kabelschuhs
(16) des Hochstrom-Kabels ausgebildet ist.
3. Hochstrom-Kontaktelement (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktkörper (4) an seiner ersten Seitenfläche (7) plan ausgeführt ist.
4. Hochstrom-Kontaktelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lötzone eine Querschnittsfläche (B x L) von mindestens 70 mm2, insbesondere von mindestens 100 mm2, aufweist.
5. Hochstrom-Kontaktelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde (9) als Gewindebohrung zur Aufnahme eines als Schraubelement (5) fungierenden
Schraubstiftes ausgebildet ist.
6. Hochstrom-Kontaktelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Seitenfläche (7) als ebene Saugfläche für die Aufnahme des Kontaktkörpers
(4) von einer Saugdüse ausgebildet ist.
7. Hochstrom-Kontaktelement (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Seitenfläche (7) des Kontaktkörpers (4) in einer Draufsicht in Richtung
Leiterplatte (2') deckungsgleich mit der zweiten Seitenfläche (13) des Kontaktkörpers
(4) ist.
8. Hochstrom-Kontaktelement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktkörper (4) ausgehend von einem einzigen Rohling gefertigt ist.
9. Leiterplattenanordnung (2) mit einem daran angelöteten Hochstrom-Kontaktelement (1)
nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
10. Leiterplattenanordnung (2) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine das leitende Pad (3) tragende Leiterplatte (2') im Bereich des leitenden Pads
(3) ein Lochraster, insbesondere ein Mikro-Lochraster mit einem Lochdurchmesser von
weniger als 0,4 mm oder von weniger als 0,3 mm, aufweist.
11. Verwendung einer Leiterplattenanordnung (2) gemäß Anspruch 9 oder 10 als Wandelement
zur Erzeugung eines gasdichten oder vakuumdichten Innenraums.
12. Verwendung eines Hochstrom-Kontaktelements (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zum
Einleiten oder Ausleiten eines Stromes von mehr als 50 A, insbesondere von mehr als
100 A, in eine bzw. aus einer Leiterplattenanordnung (2).
13. Verwendung eines Hochstrom-Kontaktelements (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zur
Oberflächen-Montage auf einer Leiterplattenanordnung (2) unter Einsatz einer Saugdüse
eines Bestückautomaten.