[0001] Die Erfindung betrifft ein Eckenprofil für den Stoß- und Lastschutz an den Ecken
von verpackten Gegenständen, welches eine Schutzecke aus einem Schaumstoff mit einer
Außenfläche und einer Innenfläche aufweist, deren Abstand durch eine vorgegebene Wandstärke
festgelegt ist und von denen sich jede aus drei zueinander im Wesentlichen senkrechten
Seitenflächen unter Bildung einer Außenpyramide mit drei Außenkanten und einer Innenpyramide
mit drei Innenkanten zusammensetzt, deren Spitzen auf einer Achsenlinie liegen.
[0002] Schutzecken (DE 91 11 983.9 U1, DE 87 00 167.5 U1) werden auf die Ecken von zu verpackenden
Gegenständern aufgesetzt, um Stoß- und Stapellasteinwirkungen beim Transport oder
der Lagerung der verpackten Gegenstände zu kompensieren. Da die bei der Stapelung
der Gegenstände auftretenden Eckenbelastungen sehr groß werden können, müssen die
Wandstärke und die Seitenflächen der Schutzecken sehr groß dimensioniert werden, was
einen großen Materialaufwand sowohl hinsichtlich Herstellung als auch Entsorgung bedeutet.
[0003] Schutzecken in der eingangs beschriebenen Ausgestaltung werden aus einem Zylinder
aus Schaumstoff so herausgeschnitten, dass die Außenfläche und die Innenfläche durch
eine Fortsatzfläche verbunden sind, die Teil der Zylinderwand ist und in drei konvex
gekrümmten Endkanten ausläuft, die in den von der Achslinie und den Außenkanten der
Außenpyramide gebildeten Ebenen unter einem rechten Winkel aneinander stoßen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Eckenprofil der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, mit dem sich bei reduziertem Materialaufwand für die Schutzecke aus
Schaumstoff und unter Gewährleistung einer ausreichenden Schutzfunktion hohe Stoß-
und Druckbelastungen kompensieren lassen.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass auf der Außenfläche der Schutzecke
ein Lastverteilungselement aus steifem Material in Form einer dreiseitigen Pyramide
mit dreieckigen Seitenflächen und drei Pyramidenkanten gehalten ist, wobei jede Pyramidenkante
eine Länge hat, die zwischen der Länge der Außenkante der Außenpyramide und der doppelten
Wandstärke des Schaumstoffs liegt.
[0006] Das Lastverteilungselement ist auf der Außenfläche der Schutzecke durch Einschäumen
in das Lastverteilungselement, durch Klebehaftung oder durch Formschluss gehalten.
[0007] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Lastverteilungselement
aus einem dünnen Blech- oder Hartkunststoffmaterial besteht, wobei im letzteren Fall
das Lastverteilungselement vorzugsweise durch Spritzgießen hergestellt wird. Ein solches
Lastverteilungselement kann auch nach Verschleiß der Schutzecke weiter verwendet werden,
beispielweise zum Schutz vom Ecken an Möbelstücken.
[0008] Das Lastverteilungselement kann innen an seinen Pyramidenkanten Vorsprünge für einen
lösbaren Halteeingriff mit den Außenkanten der Außenpyramide aufweisen, so dass das
Lastverteilungselement von der Schutzecke abnehmbar und bei Verschleiß des Schaumstoffs
wiederverwendbar ist.
[0009] Wenn die Außenfläche und die Innenfläche der Schutzecke durch eine Fortsatzfläche
verbunden sind, die von zur Achsenlinie parallel verlaufenden Mantellinien begrenzt
ist und die zueinander rechtwinklige Endkanten aufweist, ergeben sich dadurch Einsparungen
im Bereich des Schaumstoffs, dass die Seitenflächen der Außenfläche und der Innenfläche
im Wesentlichen quadratisch sind, wodurch jeweils sechs jeweils rechtwinklig aneinanderstoßende
Endkanten gebildet werden, von denen jeweils zwei aneinandergrenzende in ein und derselben
Ebene liegen. In dieser Ausgestaltung lässt sich die Schutzecke aus einem Schaumstoffprisma
mit einem Querschnitt in Form eines gleichseitigen Sechsecks so ausschneiden, dass
die Fortsatzfläche ein Teil der Prismaaußenwand ist, was gegenüber der bekannten Herstellung
aus einem Schaumstoffzylinder eine Materialeinsparung von 10% und mehr ergibt. Dabei
stehen die quadratischen Seitenflächen der Schutzecke über die auf ihr angeordneten
dreieckigen Seitenflächen des Lastverteilungselements vor und sorgen für eine weiter
erstreckte Umfassung einer Ecke eines verpackten Gegenstandes mit Schaumstoff.
[0010] Der Schaumstoff der Schutzecke besteht zweckmäßigerweise aus geschäumtem Polyethylen,
Polystyrol, Polypropylen, thermoplastischen Elastomeren oder Kombinationen daraus.
[0011] Die von der Innenfläche und der Fortsatzfläche der Schutzecke gebildeten Endkanten
sind vorzugsweise nach innen abgeflacht.
[0012] Das erfindungsgemäße Eckenprofil in Form der Kombination der Schutzecke mit dem darauf
angebrachten Lastverteilungselement sorgt für eine hohe Stoßabsicherung und Lastaufnahmefähigkeit
ohne Veränderung der Dämpfungswirkung, da durch das nicht elastische starre Lastverteilungselement
die Krafteinwirkung auf einen großen Flächeanteil des Schaumstoffs der Schutzecke
übertragen wird. Dadurch kann die Wandstärke der Schutzecke ohne eine nennenswerte
Beeinträchtigung ihrer Schutzfunktion verringert werden, was den Schaumstoffeinsatz
weiter reduziert.
[0013] Anhand von Zeichnungen werden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1
- in einer Seitenansicht schematisch ein Eckenprofil bestehend aus Schutzecke und Lastverteilungselement,
- Fig. 2
- eine axonometrische Darstellung des Lastverteilungselements,
- Fig. 3
- in einer Seitenansicht schematisch eine bevorzugte Ausführungsform eines Eckenprofils
aus Schutzecke und Lastverteilungselement,
- Fig. 4
- in einer Ansicht von unten schematisch die Schutzecke von Fig. 3 und
- Fig. 5
- perspektivisch das Eckenprofil von Fig. 3.
[0014] Fig. 1 zeigt ein Eckenprofil mit einer Schutzecke aus Schaumstoff, die eine Außenfläche
2 und Innenfläche 4 hat, die in einem einer vorgegebene Wandstärke s entsprechenden
Abstand angeordnet und aus im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordneten Seitenflächen
unter Bildung einer Außenpyramide mit drei Außenkanten 3 und einer Innenpyramide mit
drei Innenkanten 7 zusammensetzt sind. Die Spitzen 6 und 6' der Außenpyramide und
der Innenpyramide liegen dabei auf einer Achsenlinie 11.
[0015] Das Eckenprofil von Fig. 1 und Fig. 5 hat ferner ein auf der Außenfläche 2 der Schutzecke
aus Schaumstoff formschlüssig angeordnetes Lastverteilungselement 8 aus einem steifen
dünnen Material, das die Form einer dreiseitigen Pyramide mit dreieckigen Seitenflächen
und drei Pyramidenkanten 9 hat, wobei jede Pyramidenkante 9 eine Länge hat, die zwischen
der Länge der Außenkante 3 der Außenpyramide und der doppelten Wandstärke s des Schaumstoffs
liegt.
[0016] Das Lastverteilungselement 8 besteht aus einem tragfähigen harten Material, wie zum
Beispiel Blech oder hartem Kunststoff. Dadurch hat das Eckenprofil eine hohe Außenstabilität,
wobei das Lastverteilungselement 8 Stoß- und Lasteinwirkungen flächenmäßig verteilt
auf die Schutzecke aus Schaumstoff überträgt, wodurch deren Wandstärke s verglichen
mit einer Schutzecke gleicher Dämpfungswirkung ohne Lastverteilungselement wesentlich
reduziert werden kann.
[0017] Das Lastverteilungselement 8 ist mit der Außenfläche 2 der Schutzecke haftend oder
lösbar verbunden. Für einen lösbaren Hafteingriff mit der Außenkante 3 der Außenpyramide
ist an jeder Pyramidenkante 9 des Lastverteilungselements 8 innen wenigstens ein Vorsprung
12 vorgesehen. Wie in Fig. 2 gezeigt ist, sind dabei die Vorsprünge 12 vom Lastverteilungselement
8 aus nach innen gerichtet und können durch Spritzgießen oder durch Bearbeitung des
Lastverteilungselements 8, zum Beispiel durch Schneiden, Sägen oder Prägen, hergestellt
werden.
[0018] Wie in Fig. 3 gezeigt ist, sind die Außenfläche 2 und die Innenfläche 4 der Schutzecke
durch eine Fortsatzfläche 5 miteinander verbunden, die von zur Achsenlinie 11 parallel
verlaufenden Mantellinien begrenzt wird und die zueinander rechtwinklige Endkanten
10 aufweist. Die Seitenflächen der Außenfläche 2 und der Innenfläche 4 sind im Wesentlichen
quadratisch ausgebildet, wodurch jeweils sechs jeweils rechtwinklig aneinanderstoßende
Endkanten 10 gebildet werden, von denen jeweils zwei aneinandergrenzende in ein und
derselben Ebene liegen. Die gezeigte Schutzecke von Fig. 3 wird vorzugsweise aus einem
Schaumstoffprisma mit einem Querschnitt in Form eines gleichseitigen Sechsecks so
ausgeschnitten, dass die Fortsatzfläche 5 ein Teil der Prismaaußenwand ist.
[0019] Die in Fig.3 und Fig. 4 gezeigte Schutzecke wird aus dem Sechskantprisma mittels
drei in einem Punkt zusammenstoßender eckiger Schneidwerkzeuge geschnitten. Die Innenkanten
7 der Innenpyramide und die Außenkanten 3 der Außenpyramide sind dabei so ausgerichtet,
dass sie mit den Ecken des Prismas im Wesentlichen übereinstimmen.
[0020] Bei einer Modifizierung der Schutzecke werden die von der Innenfläche 4 und der Fortsatzfläche
5 gebildeten Endkanten 10 so abgeschnitten, dass jeweils nach innen gerichtete Abflachungen
13 gebildet werden, die in Fig. 5 zu sehen sind und von denen eine in Fig. 3 durch
die strichpunktierte Linie 13 angedeutet ist. Dadurch kann eine Verformung der Schutzecke
vermieden werden, die sich ergeben könnte, wenn die dünn auslaufenden Endkanten 10
mit dem zu schützenden Gegenstand in Eingriff gebracht werden.
1. Eckenprofil für den Stoß- und Lastschutz an den Ecken von verpackten Gegenständen,
welches eine Schutzecke aus Schaumstoff
- mit einer Außenfläche (2) und einer Innenfläche (4) aufweist,
- deren Abstand durch eine vorgegebene Wandstärke (s) festgelegt ist und
- von denen sich jede aus drei zueinander im Wesentlichen senkrechten Seitenflächen
unter Bildung einer Außenpyramide mit drei Außenkanten (3) und einer Innenpyramide
mit drei Innenkanten (7) zusammensetzt, deren Spitzen (6, 6') auf einer Achsenlinie
(11) liegen,
dadurch gekennzeichnet,
- dass auf der Außenfläche (2) ein Lastverteilungselement (8) aus dünnem steifem Material
in Form einer dreiseitigen Pyramide mit dreieckigen Seitenflächen und drei Pyramidenkanten
(9) gehalten ist,
- wobei jede Pyramidenkante (9) eine Länge hat, die zwischen der Länge der Außenkante
(3) der Außenpyramide und der doppelten Wandstärke (s) des Schaumstoffs liegt.
2. Eckenprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lastverteilungselement (8) auf der Außenfläche (2) der Schutzecke durch Einschäumen
in das Lastverteilungselement (8), durch Klebehaftung oder durch Formschluss gehalten
ist.
3. Eckenprofil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Lastverteilungselement (8) aus einem dünnen Blech- oder Hartkunststoffmaterial
besteht.
4. Eckenprofil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Lastverteilungselement (8) innen an seinen Pyramidenkanten (9) Vorsprünge (12)
für einen lösbaren Hafteingriff mit den Außenkanten (3) der Außenpyramide des Schaumstoffs
hat.
5. Eckenprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Außenfläche (2) und
die Innenfläche (4) der Schutzecke aus Schaumstoff durch eine Fortsatzfläche (5) verbunden
sind, die von zur Achsenlinie (11) parallel verlaufenden Mantellinien begrenzt wird
und die zueinander rechtwinklige Endkanten (10) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Seitenflächen der Außenfläche (2) und der Innenfläche (4) im Wesentlichen quadratisch
sind,
- wodurch jeweils sechs jeweils rechtwinklig aneinanderstoßende Endkanten (10) gebildet
werden, von denen jeweils zwei aneinandergrenzende in ein und derselben Ebene liegen.
6. Eckenprofil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Schaumstoffprisma mit einem Querschnitt in Form eines gleichseitigen
Sechsecks so ausgeschnitten ist, dass die Fortsatzfläche (5) ein Teil der Prismaaußenwand
ist.
7. Eckenprofil nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Innenfläche (4) und der Fortsatzfläche (5) gebildeten Endkanten (10)
Abflachungen (13) aufweisen.
8. Eckenprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaumstoff aus geschäumtem Polyethylen, Polystyrol, Polypropylen, thermoplastischen
Elastomeren oder Kombinationen daraus besteht.