[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erstellung einer kraftstoff- und/oder chemikalienresistenten
Verkehrsfläche auf Basis einer Polymerbeschichtung, die auf einer bestehenden Fahrbahn,
insbesondere im Betankungs- und Befüllbereich von Tankstellen, aufgebracht wird, sowie
deren Verwendung.
[0002] Änderungen in den gesetzlichen Bestimmungen machen eine kraftstoffresistente Abdichtung
von Fahrbahndecken im Bereich von Betankungs- und Befüllanlagen notwendig. Insbesondere
bei älteren Tankstellen erfüllen die bestehenden Fahrbahndecken nicht die neuen Anforderungen.
Es sind dementsprechend umfangreiche Abdichtungsmaßnahmen erforderlich, die häufig
darauf hinauslaufen, dass die bestehende Fahrbahn großflächig entfernt und eine neue
Fahrbahn aufgebaut werden muß. Es hat sich als ausgesprochen schwierig erwiesen, vorhandene
Fahrbahndecken, die den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr entsprechen mit einer
weiteren kraftstoffresistenten Deckschicht zu versehen, die sowohl den neuen Bestimmungen
entspricht als auch gleichzeitig auf Dauer hinreichend riß- und kraftstoffbeständig
ausgebildet ist.
[0003] Außerdem ist der komplette Austausch einer vorhandenen Fahrbahndecke und der Neuaufbau
mit Frostschutz, Tragschicht und Belag außerordentlich kostenintensiv und angesichts
der Tatsache, dass eine kraftstoffresistente neue Fahrbahndecke im Grunde genommen
den gleichen schichtweisen Aufbau aufweist, eigentlich auch unnötig. Es wäre deshalb
sinnvoll, für eine neue kraftstoffresistente Fahrbahndecke den bereits vorhandenen
Fahrbahnaufbau zu nutzen.
[0004] Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen ist es zusätzlich erforderlich, dass im
Tankstellenbereich vorhandene Fahrbahndecken nicht nur kraftstoffresistent, sondern
auch ableitfähig ausgebildet sind. Dies bedeutet im allgemeinen, dass eine Reduktion
des Ableitwiderstandes auf maximal 108 Ohm als technisch ausreichend angesehen wird.
Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Fahrbahndecke muß daher, zusätzlich
zur kraftstoffresistenten Ausbildung, Zuschläge enthalten, die die Reduzierung des
Ableitwiderstandes ermöglichen.
[0005] Entsprechendes gilt für Fahrbahndecken und Oberflächenbeschichtungen in Bereichen,
in denen Chemikalien und Lösungsmittel gehandhabt werden, sogenannte LAU- und HBV-Anlagen.
Aus der DE 199 57 657 sind kraftstoffresistente Fahrbahndecken bekannt, die mehrschichtig
auf bestehenden Decken aufgebaut sind und aus einer Trennlage auf Faserbasis und einer
Gußasphaltschicht mit einer Dicke von wenigstens 2 cm bestehen. Obwohl sich diese
Decken bewährt haben, ist hierbei nachteilig, dass durch die Dicke des Aufbaus, das
gesamte Höhenniveau z. B von einer Zapfsäule zur Bodendecke verändert wird. Zum Ausgleich
müssen diese Bereiche ebenfalls angehoben werden, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.
Problematisch ist insbesondere die Anpassung von Abflüssen und Schächten sowie Schwellen
und Übergängen.
[0006] Ziel der Erfindung ist es deshalb, eine Fahrbahnbeschichtung bereitzustellen, die
kraftstoffresistent ausgebildet ist und vorzugsweise einen Zuschlagsstoff enthält,
der den Ableitwiderstand gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ausreichend reduziert.
Die Fahrbahndecke muß zusätzlich den Anforderungen an die Rißbeständigkeit genügen,
so dass sie das Eindringen von Kraftstoff in den Untergrund auf Dauer unterbindet
und hinreichend widerstandsfähig ist, um dem täglichen Verschleiß und der Belastung
durch Kraftfahrzeuge über einen längeren Zeitraum widerstehen zu können. Ein weiterer
Aspekt der vorliegenden Anmeldung ist es, eine möglichst kostengünstige und in kürzester
Zeit auftragbare Fahrbahnbeschichtung bereitzustellen, die nur eine geringe Stärke
aufweist und dadurch Anpassungsmaßnahmen an bestehenden Strukturen erleichtert oder
gar überflüssig macht.
[0007] Dieses Ziel wird mit einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art erreicht, bei
dem zur Erstellung einer kraftstoff- und/oder chemikalienresistenten Verkehrsfläche
auf Basis einer Polymerbeschichtung einer bestehenden Oberfläche, insbesondere einer
bestehenden Fahrbahn im Tankstellenbereich, durch Reinigen der bestehenden Oberfläche,
Aufbringen eines Primers auf die gereinigte Oberfläche, Auflegen einer Faserschicht
auf der geprimten Oberfläche, Tränken der Faserschicht mit einer ersten härtbaren
Kunststoffmasse, Beschichten der getränkten Faserschicht mit einer zweiten härtbaren
Kunststoffmasse in einer Menge von wenigstens 1,0 kg/m
2, und gegebenenfalls Ausbilden einer Schleißschicht oder Deckschicht.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es, auf einer bestehenden Fahrbahndecke eine
kraftstoffresistente und ableitende Schicht definierter Zusammensetzung aufzubringen,
die den gesetzlichen Anforderungen voll genügt. Die Beständigkeit und insbesondere
die Rißbeständigkeit wird dadurch erzielt, dass die aufgebrachte Polymerbeschichtung
mit einer Stärke von 1 bis 9 mm eine Faserverstärkung enthält. Zusätzlich kann ein
Zuschlag in Form von z. B Koksgries oder Graphit zu der Polymerschicht oder die zusätzlich
aufgetragenen Schleißschicht eine hinreichende elektrische Leitfähigkeit gewährleisten.
[0009] Erfindungsgemäß wird auf dem zuvor gründlich gesäuberten Untergrund der Fahrbahndecke
zunächst ein Primer auf Kunststoffbasis aufgebracht. Als Primer können Polyepoxide,
Polysulfide, Polyester, Polyurethane oder ähnliche verwendet werden. Besonders bevorzugt
sind selbstvernetzende (feuchtigkeitshärtende) Polyurethane. Zuträgliche Mengen liegen
im Bereich von 50 bis 500 g/m
2, insbesondere 100 bis 250 g/m
2.
[0010] Auf den abgetrockneten und ausgehärteten Primer wird als zweite Schicht eine Faserschicht
aufgebracht. Für die Faserschicht werden insbesondere Vliese aus Kunststoff- oder
Glasmaterialien verwandt.
[0011] Die Faserschicht wird erfindungsgemäß mit einer härtbaren Kunststoffmasse getränkt,
etwa in einer Menge von wenigstens 0,5 kg/m
2. Als Kunststoffmasse kommt insbesondere selbstvernetzendes Polyurethan oder peroxidhärtender
Polyester in Frage.
[0012] Auf die Faserschicht wird eine Schicht eines aushärtbaren Polymers in einer Menge
von wenigstens 1 kg/m
2 aufgetragen, wobei die Gesamtschichtdicke 1 bis 3 mm betragen kann. In einer weiteren
Ausführung kann ein Faservlies direkt in eine erste Schicht eines aushärtbaren Polymers
eingebettet werden, wonach die vollständige Polymerbeschichtung aufgetragen wird.
Eine solche erste Polymerschicht liegt zweckmäßigerweise in einer Menge von wenigstens
500 g/m
2 vor.
[0013] Als einsetzbare Polymere können vernetzbare Polyester, Polyurethane, Polyolefine
(HDPE) oder Polysulfide eingesetzt werden. Bevorzugt sind Polyesterharze, die mit
einem Peroxidvernetzer, z. B MEK-Peroxid, gehärtet werden und durch diesen Vernetzer
an die Primerschicht und gegebenenfalls weitere Schichten angebunden werden.
[0014] Der Einsatz von Polyolefinen wie z. B von Polyethylen (HDPE) kann in besonders problembehafteten
Bereichen alternativ oder zusätzlich zur Anwendung kommen. In einer Ausführungsform
des Verfahrens wird Polyethylen (HDPE) entweder als zusätzliche Beschichtung auf eine
bereits vorhandene Polymerbeschichtung aufgetragen oder anstelle des ursprünglich
zu verarbeitenden Polymers verwendet. HDPE ist insbesondere gegen Bio-Diesel (Rapsölmethylester)
resistent.
[0015] Zur Verbesserung der Verschleißeigenschaften des faserverstärkten Polymermaterials
wird gegebenenfalls eine Schleißschicht auf die Polymerschicht aufgetragen, etwa dadurch,
dass schleißhemmenden Substanzen als Partikel auf die noch nicht ausgehärtete faserverstärkte
Polymerschicht aufgestreut werden. Als Verschleißschutzmaterial können Quarz, Steinsplit
oder auch Siliciumcarbid verwendet werden. Beim Auftrag einer separaten Verschleißschutzschicht
kann zum Beispiel ein vernetzbarer Polyester oder feuchtigkeitshärtendes Polyurethan
als Bindemittel dienen, in dem die schleißfesten Substanzen vorhanden sind. Um die
Ableitfähigkeit zu gewährleisten wird in die Schleißschicht gegebenenfalls zusätzlich
Metall und/oder Kohlenstoff in einer Menge von bis zu 20 Gew.-% eingebracht. Siliciumcarbid
oder auch Eisenoxide als schleißmindernde Materialien haben den Vorteil, dass sie
die Ableitfähigkeit gleichzeitig verbessern.
[0016] Als Kohlenstoff kann Koksgries oder Graphit verwendet werden.
[0017] Als Metalle kommen vor allem Kupfer und Aluminium, insbesondere in Form von Netzen,
in Frage.
[0018] Es kann zweckmäßig sein, die Schleißschicht, d. h. die das Schleißmaterial enthaltende
Schicht mit einer Deckschicht als Versiegelung auszurüsten, etwa einer Schicht eines
selbsthärtenden Polyurethan in einer Menge von 100 bis 300 g/m
2. Diese Schicht kann dann auch durch einen Kohlenstoffzusatz die Ableitfähigkeit gewährleisten.
[0019] Das Fasermaterial liegt, wie bereits festgestellt, vorzugsweise als Vlies vor, etwa
mit einem Flächengewicht von 100 bis 500 g/m
2. Bevorzugt sind Polyester- und Glasfaservliese; andere Materialien können ebenfalls
eingesetzt werden.
[0020] Zur Verbesserung der Übergänge, Haftung oder elastischen Eigenschaften können Zwischenschichten
zweckmäßig sein. Insbesondere ist es zweckmäßig, die einzelnen Schichten so aufeinander
aufzubringen, dass die jeweils untere noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Auf
diese Weise kann bei zeitlich abgestimmtem Auftrag die obere Schicht noch jeweils
reaktiv an die untere anbinden.
[0021] In einem weiteren Schritt können noch bestehende Fugen mit einer kraftstoffresistenten
Dichtmasse abgedichtet werden. Es kann sich dabei sowohl um eine in regelmäßigen Abständen
angebrachte Trennfuge, wie auch um Fugen zu angrenzenden Fahrbahndecken und um Fugen
zu Einbauteilen handeln. Die Dichtmasse ist zweckmäßigerweise eine zweikomponentige
reaktiv aushärtende Dichtmasse, insbesondere auf Polysulfid- oder Polyurethanbasis.
[0022] Derartige Dichtmassen, die aufgrund ihrer inneren Vernetzung hochgradig kraftstoffresistent
sind, werden beispielsweise von den Firmen Chanefall GmbH bzw. Denso GmbH unter den
Bezeichnungen Geoseal® bzw. Densolastik® für Dichtzwecke vertrieben.
[0023] Andererseits ist aber das erfindungsgemäße Verfahren geeignet, vorhandene Fugen zu
überbauen, ohne dass Undichtigkeiten entstehen. Die Elastizität der Kunststoffmassen
und des Fasermaterials reichen aus, (Zug)Spannungen aufzufangen.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Erstellung einer kraftstoffresistenten Fahrbahndecke
auf einer bestehenden Fahrbahn hat den Vorteil, dass das Anheben und Anpassen von
Einbauteilen an, die durch Aufbringung einer weiteren Decke nicht mehr die notwendige
Anfahrtsschutzhöhe aufweisen, gegebenenfalls das Abfräsen einer bestehenden Fahrbahndecke
um maximal die Dicke der neu aufzubringenden Schicht, entfällt. Die Gesamtschichtdicken
betragen im allgemeinen 2 bis 9 mm, insbesondere 3 bis 5 mm.
[0025] Soweit die Stärke der Beschichtung nicht von Bedeutung ist oder eine stärkere Deckschicht
in Kauf genommen werden kann, ist es ohne weiteres möglich, eine Deckschicht aus einem
alternativen Deckmaterial vorzusehen. Als alternative Materialien kommen herkömmliche
Baumaterialien in Frage, etwa Bitumen, Asphalt, Sand, Kies, Plattierungen, Beton und
dergleichen. In diesem Fall ist die abdichtende Ebene nicht einsehbar.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren kann auf bestehende Fahrbahndecken verschiedenster
Bauart angewendet werden, sofern diese einen vorgereinigten Untergrund aufweisen.
Hierzu gehören beispielsweise Pflasterdecken, bituminöse Decken und insbesondere betonierte
Decken. Bei Betonsteinen und -decken empfiehlt sich die Verwendung eines Polyurethanprimers,
wenn für die zentrale Kunststoffschicht ein Polyester zum Einsatz kommt.
[0027] Die optimale Einbaudicke des Mehrschichtensystems liegt bei etwa 3 bis 6 mm. Zur
Erzeugung einer gleichmäßigen Fahrbahnoberfläche können örtlich geringere bzw. größere
Schichtdicken ohne weiteres in Kauf genommen werden.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren dient in erster Linie zur Abdichtung von bestehenden
nicht flüssigkeitsdichten Fahrbahnen aus Beton, Pflaster oder Walzasphalt. Es kann
aber auch zur Sanierung von bereits eingebauten flüssigkeitsdichten Fahrbahnbelägen,
die reparaturbedürftig geworden sind, eingesetzt werden. Es sei darauf hingewiesen,
dass das erfindungsgemäße Verfahren auch beim Neubau zum Einsatz kommen kann, z. B
beim Wannenbau von Tankstellen, dem heute gängigen Verfahren beim Bau von Tankstellen,
oder auch als Hohlraumbeschichtung, etwa bei Schachtverkleidungen und im Tankbau.
Bei der Hohlraumbeschichtung kann die Schleißschicht naturgemäß entfallen. Insbesondere
ist das erfindungsgemäße Verfahren auch zu kraftstoffdichten und chemikalienresistenten
Beschichtungen von Oberflächen in Fahr- und Lagerbereichen geeignet, etwa in LAU-
und HBV-Anlagen.
[0029] Im Bereich von Zapfsäulen und dort, wo die Fahrbahndecke mit größeren Flächen an
Schmier- und Kraftstoffen in Berührung kommen kann, wird vorzugsweise eine zusätzliche
Versiegelung der Belagsoberflächen mit üblichen Versiegelungsmaterialien vorgenommen.
[0030] Die Erfindung betrifft ferner eine kraftstoffresistente (überwiegend aus Polymeren
bestehende) Fahrbahndecke, die nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren erhältlich
ist. Dabei befindet sich auf einer bestehenden Fahrbahndecke ein Mehrschichtensystem
aus zunächst einem Primer, auf dem eine mit einem vernetzten Polymer getränkte und
abgedeckte Faserschicht vorhanden ist, auf welcher eingestreute schleißfähige Partikel
oder eine abschließende weitere Deck- und/oder Schleißschicht aufgetragen ist, die
ableitfähig ist und schleißbeständige Materialien enthält.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung befindet sich auf
den Primer eine erste 1 bis 4 mm dicke Polymerschicht, in die die Lage des Faservlieses
eingebettet ist. Hierauf befindet sich eine weitere Polymerschicht mit einer Dicke
von 1 bis 3 mm mit schleißmindernden Partikeln. Im Falle einer Versiegelungsschicht
enthält diese Kohlenstoff zur Herstellung der Ableitfähigkeit.
[0032] Vorzugsweise beträgt der Kohlenstoffanteil mehr als 10 bis zu 25 Gew.-% und besteht
aus Koksgries oder Graphit.
[0033] Wie vorstehend erwähnt, kann die Faserlage aus mineralischen- oder organischen Materialien
bestehen, beispielsweise aus Glasfaservliesen, Polyester- oder Polyolefinvliesen.
[0034] Die erfindungsgemäße Fahrbahndecke kann übliche Trennfugen und Randfugen aufweisen,
die mit einer kraftstoffresistenten Dichtmasse, wie vorstehend beschrieben, gefüllt
sind. Sie kann aber auch bestehende Fugen überbrücken.
[0035] Die Erfindung betrifft zusätzlich die Verwendung der vorstehend beschriebenen Mehrschichtensystems
bestehend aus einem Primer einer faserverstärkten Polymerschicht und einer Schleißschicht
zur Erstellung von kraftstoffresistenten und ableitenden Fahrbahndecken im Tankstellenbereich.
[0036] Ebenfalls findet das Mehrschichtensystem Verwendung beim Wannenbau von Tankstellen,
dem heutigen gängigen Verfahren bei der Ausführung von Tankstellen, oder im Bereich
von Schachtverkleidungen und im Tankbau.
[0037] Die erfindungsgemäßen Fahrbahndecken können ein Sensorsystem zur Anzeige von Leckagen
aufweisen. Hierzu kann beispielsweise die Vliesschicht elektrisch leitfähig ausgebildet
sein und mit einem elektrischen Potential versehen werden. Bei Undichtigkeiten werden
Veränderungen in dem Potential des Vlieses zum Oberflächenpotential durch Sensoren
registriert und geortet. Ein solches System wird von der Firma Progeo Monitoring GmbH
unter der Bezeichnung Smartex® vertrieben.
[0038] Die Erfindung wird durch das nachfolgende Beispiel näher beschrieben.
Beispiel:
[0039] Eine erfindungsgemäße Fahrbahndecke wird auf eine Betondecke im Bereich einer Tankstelle
wie folgt aufgebracht:
[0040] Zunächst wird die zu versiegelnde Fahrbahndecke gereinigt und ein Primer auf Polyurethanbasis
z. B Bipurcoat 5BAX mit einer Rolle in einer Menge von 200 g/m
2 aufgebracht. Auf dem getrockneten Primer wird ein Polyestervlies mit 160 g/m
2 ausgebreitet. Das Polyestervlies wird mit 500 g/m
2 Polyester mit 2 % Härter getränkt. Im weiteren werden 2000 g/m
2 Polyester und 2 % Härter (Flexbinard® der Firma Fabripol) aufgebracht. Vor dem Aushärten
der Polyesterschicht wird SiC in einer Menge von 1000 g/m
2 eingestreut.
[0041] Nach dem Aufbringen der Schleißschicht werden noch verbleibende Arbeitsfugen geschnitten
und diese wie die Fugen zu den Einbauteilen mit dem Fugenvergußmittel Geosal® (2K-Polysulfidmasse)
vergossen. Die Fugen werden schlüssig unter der Fahrbahnoberfläche verfüllt.
1. Verfahren zur Erstellung einer kraftstoff- und/oder chemikalienresistenten Verkehrsfläche
auf Basis einer Polymerbeschichtung einer bestehenden Oberfläche, insbesondere einer
bestehenden Fahrbahn im Tankstellenbereich, durch Reinigen der bestehenden Oberfläche,
Aufbringen eines Primers auf die gereinigte Oberfläche, Auflegen einer Faserschicht
auf der geprimten Oberfläche, Tränken der Faserschicht mit einer ersten härtbaren
Kunststoffmasse, Beschichten der getränkten Faserschicht mit einer zweiten härtbaren
Kunststoffmasse in einer Menge von wenigstens 1,0 kg/m2, und gegebenenfalls Ausbilden einer Schleißschicht oder Deckschicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Fugen zu Einbauteilen mit kraftstoff- und/oder chemikalienresistenten Dichtmassen
abgedichtet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserschicht mit der ersten aushärtenden Kunststoffmasse in einer Menge von wenigstens
0,5 kg/m2 getränkt wird, bevor mit der zweiten Kunststoffmasse beschichtet wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als härtbare Kunststoffmasse ein selbstvernetzendes Polyurethan oder ein peroxidhärtender
Polyester verwandt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Primer ein selbstvernetzendes Polyurethan verwandt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Schleißschicht Quarzsand, Steinsplit oder SiC-Split in die zweite härtbare Kunststoffmasse
eingebracht wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleißschicht mit einem härtbaren Kunststoffharz kopfversiegelt ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Kopfversiegelung ein Polyurethanharz verwandt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verkehrsfläche eine Deckschicht aus einem konventionellen Baumaterial erhält.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Deckschicht eine Beton- oder Bitumenschicht verwandt wird.
11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Schicht der kraftstoffresistenten Oberfläche elektrisch leitend ausgebildet
ist.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch leitende Schicht Metall, Kohlenstoff oder Siliciumcarbid enthält.
13. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die kraftstoffresistente Dichtmasse eine Polyurethandichtmasse ist.
14. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Faserschicht ein Glasfaser-, Polyester- oder Polyolefinvlies verwandt wird.
15. Kraftstoff- und/oder chemikalienresistente Fahrbahndecke, insbesondere für den Tankstellenbereich,
bei der auf einer bestehenden Fahrbahndecke ein Mehrschichtensystem aufliegt, erhältlich
nach dem Verfahren eines der Ansprüche 1 bis 14.
16. Fahrbahndecke nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Schleißschicht aus Siliciumcarbid aufweist.
17. Fahrbahndecke nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine der Primerschicht aus einem Polyurethanharz aufweist.
18. Fahrbahndecke nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Faserschicht aus einem Glasfaservlies aufweist.
19. Fahrbahndecke nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass darin enthaltene Trenn- und Randfugen mit einer kraftstoff- und/oder chemikalienresistenten
Dichtmasse verfüllt sind.
20. Fahrbahndecke nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmasse eine Polysulfid- oder Polyurethandichtmasse ist.
21. Fahrbahndecke nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein integriertes Sensorsystem zur Erfassung von Undichtigkeiten aufweist.
22. Kraftstoff- und/oder chemikalienresistente Hohlraumauskleidung, erhältlich nach dem
Verfahren eines der Ansprüche 1 bis 5.
23. Hohlraumauskleidung nach Anspruch 22 mit einem integrierten Sensorsystem zur Erfassung
von Undichtigkeiten.