[0001] Die Erfindung betrifft durch Scherwirkung fragmentierte vernetzte Stärke zum Zusatz
bei der Faserstoffherstellung und zum Auftrag auf Faserstoffproduktoberflächen, ein
Verfahren zu ihrer Herstellung sowie ihre Verwendung. Sie bezieht sich insbesondere
auf fragmentierte Stärkeprodukte, die einen begrenzten Quellungsgrad in Dispersion
haben.
[0002] Stärke wird häufig als Hilfsstoff bei der Faserproduktherstellung z.B. zur Festigkeitssteigerung
des Faserprodukts sowie zur Verbesserung der Retention und der Entwässerbarkeit während
des Herstellungsprozesses eingesetzt. Dabei werden hier unter Faserprodukten solche
aus Holzfasern, Zellstoff, Holzschliff, Recyclingfaserstoffe, also bspw. Papier, Tapeten,
Pappe, Kunststoffaserprodukte, Glasfaserprodukte, Spanplatten, Faserplatten, Faservliese,
auch Holzfaservliese, verstanden.
[0003] Aus der DE-A-2431199 sind fragmentierte vernetzte Stärken mit einem Quellvermögen
zwischen 15 und 5 und einer Teilchengrösse im Bereich von 1 - 10 µm für filmbildende
Klebemittel bekannt geworden. Die DE-A-2408008 verwendet nicht fragmentierte Stärken
in der Papierherstellung.
[0004] Ein Problem beim Stand der Technik ist die ungenügende Retention der Stärke im Faservlies
bzw. eine zu tiefe Stärkepenetration beim Oberflächenauftrag, was z. B. die erzielbare
Oberflächenfestigkeit oder die Bedruckbarkeit des Faserprodukts limitiert.. Die in
der Papiermasse maximal adsorbierbare Menge an unmodifizierter gelöster Stärke liegt
meist unter 1 % des Faserproduktes. Durch Modifikationen der Stärke und deren Kombination
mit Retentionshilfsmitteln kann dieser Anteil bis auf etwa 2% gesteigert werden. Durch
die übliche Ionisierung der Stärke durch Kationisierung oder Anionisierung, die deren
Faserfixierung verbessert, tritt eine starke Abhängigkeit der ladungsbedingten Retention
von pH-Wert, Salzgehalt und Störstoffbelastung im System auf. Schwankungen der Leitfähigkeit
des Kreislaufwassers, wie sie insbesondere bei der Verarbeitung von Recycling-Fasern
in den meisten Fabriken ständig auftreten, verändern direkt den Stärkeanteil im Papier.
Es müssen aufwendige Massnahmen ergriffen werden, um eine konstante Produktqualität
zu erzielen - wenn überhaupt möglich. Die bekannten löslichen Stärken sind überdies
enzymatisch leicht abbaubar und damit in Kreisläufen, die Mikroorganismen aufweisen,
unbeständig.
[0005] Bei der Anlagerung von kornförmiger Stärke an eine Faser kann im Vergleich zu einem
gelösten Produkt bei gleichem Oberflächenbe-darf eine vielfache Menge Stärke gebunden
werden, da diese neben der reinen Ad-sorption auch noch über Filtrationsmechanismen
im Faservlies zurückgehalten werden, so dass ihre Retention erheblich über dem Niveau
löslicher Stärken liegen kann.
[0006] Das Verhalten von Stärkekörnern in Fasermassen wird im Wesentlichen von folgenden
Einflussgrössen bestimmt :
- Grösse des Komes
- Geometrische Form des Kornes
- Zugängliche Ladungen
- Weitere strukturelle, molekulare Eigenschaften der Oberfläche
- Aufnahmefähigkeit des Faserstoffes für niedermolekulare Substanzen.
[0007] Diese Kriterien sind für das unbearbeitete Naturprodukt Stärke lediglich über den
Wechsel zu einer anderen Stärkesorte und nur in engen Grenzen variierbar. Eine Anpassung
der Stärken an die Vorgaben des Produktes wurde bisher durch Veränderung des Faserprodukt-Herstellungsverfahrens
erreicht, die immer mit einer Verminderung der Produktionsleistung verbunden war.
Ein Anstieg der Retention granulärer Stärke wurde mit geringerer Scherbelastung am
Stoffauflauf, durch eine allgemein geringere Arbeitsgeschwindigkeit und mit geringerer
Entwässerungsleistung am Sieb erreicht. Höhere Festigkeiten werden über einen höheren
Wassergehalt der Bahn beim Eintritt in die Trockenpartie und durch eine langsamere
Trocknung erreicht, da so eine weitergehende Verkleisterung der Kömer eintritt. Diese
Massnahmen führen zu unerwünscht langen Produktionszeiten.
[0008] Bisher musste bei Einsatz von granulären Stärken in der Masse eine wenigstens teilweise
Verkleisterung bei der Trocknung des Papiers erfolgen, um dessen Festigkeit zu erhöhen.
Bei der Verkleisterung wird mit sinkendem Wassergehalt eine immer höhere Temperatur
erforderlich, um die Körner aufzubrechen. Der typische Temperaturverlauf bei der Trocknung
ist, dass die Temperatur der Papierbahn erst bei weitgehendem Entzug von Wasser in
den zur Verkleisterung erforderlichen Bereich ansteigen kann. Unter diesen wasserarmen
Bedingungen verkleistem normale Stärkekörner nur unzureichend. Analog zum Einsatz
in der Masse werden auch bei einem Stärkeauftrag auf dieFaserstoffproduktoberfläche
("Oberflächenleimung") derzeit ausschliesslich voll ständig verkleisterte, abgebaute
Stärkelösungen eingesetzt, da granuläre Stärken keine ausreichende Affinität zur Faserstoffoberfläche
besitzen. Teilverkleisterte Stärkeprodukte haben sich in der Praxis nicht bewährt.
Sie sind anwendungstechnisch problematisch, da sie zu starkem Kleben an den Auftragsaggregaten
und an den Trockenzylindern führen.
[0009] Es ist nun Aufgabe der Erfindung, Stärken so weiterzuentwickeln, dass sie mit geringem
Aufwand herstellbar sind und gute Eigenschaften als Hilfsstoffe für die Papierherstellung
zeigen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch eine fragmentierte vernetzte
Stärke mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Femer bezieht sich die Erfindung
auf ein Verfahren zur Herstellung derselben gemäss Patentanspruch 3 sowie auf deren
Verwendung nach Patentanspruch 10. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen. Dabei wird hier unter Trockenprodukt ein solches verstanden,
das eine Feuchtigkeit von weniger als etwa 15% aufweist. Die Dispersion eines typischen
erfindungsgemässen Stärkeprodukts weist Teilchen-grössen auf, deren gewichtetes Mittel
im Bereich zwischen 5-25 µm liegt, wobei weit über 15 %grösser als 10µm sind.
[0010] Unter "durch Scherwirkung fragmentierten" vernetzten Stärken werden solche verstanden,
die durch eine Scherwirkung und anschliessende Expansion wie beispielsweise einem
Extruder, zerkleinert werden, wobei diese auch verschiedensten chemischen Reaktionen
wie Oxidation unterworfen werden können. Als kornförmige Ausgangsstärken eignen sich
beispielsweise native, oxidativ, thermisch oder hydrolytisch abgebaute Stärken sowie
deren chemisch modifizierte Ether-oder Esterderivate.
[0011] Die Herstellung ionisierter Derivate kann z. B. mit folgenden Kationisierungs- bzw.
Anionisierungsmitteln im Substitutionsbereich zwischen 0,02-0,1 (D. S.) erfolgen :3-Chlor-2-hydroxypropyltrimethlammoniumchlorid,
2,3-Epoxipropyltrimelthylammoniumchlorid,3-Chlor-2-hydroxypropyldimethyldodecylammoniumchlorid,
3-Chlor-2-hydroxypropyldimethyloctadecyl-ammoniumchlorid, Natriummonochloracetat,
Essigsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid.
[0012] Zur Vernetzung werden bevorzugt 0,1 - 0,8 Gew.% eines bifunktionellen oder polyfunktionellen
Mittels, berechnet auf Basis des Gewichts der Stärke in Kornform, das mit wenigstens
zwei freien Hydroxylgruppen der Stärkemoleküle reagieren kann, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus aliphatischen Epoxyhalogen- oder Dihalogenverbindungen, Phosphoroxyhalogeniden,
Alkalimethaphosphaten, Aldehyden, eingeschlossen aldehydhaltige Harze, Säureanhydride
und polyfunktionellen Reagenzien wie beispielsweise Cyanursäurechlorid, mit den Stärkekörner
umgesetzt.
[0013] Chemische Modifizierungsreaktionen können sowohl vor der Extrusion als auch im Extruder
durchgeführt werden. Es kann sinnvoll sein, diese vor der Extrusion durchzuführen,
weil dann nach Fragmentierung im Extruder und anschließender Dispergierung des gemahlenen
Produkts in Wasser Dispersionen mit kleineren Fragmenten entstehen.
[0014] Die Stärken können vorzugsweise Knollen- und Wurzelstärken sowie Getreidestärken
als Ausgangsmaterial haben. Typische Knollen- und Wurzelstärken sind Kartoffelstärke,
Tapiokastärke; wobei leicht verfügbare Getreidestärken Maisstärke oder Weizenstärke
sind. Die Erfindung ist keineswegs auf diese Stärken beschränkt - diese sind nur auf
dem Markt z.Z. leicht zu beschaffen. Es können selbstverständlich auch Mischungen
aus einer oder mehreren Stärken, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus nativen,
oxidativ, thermisch oder hydrolytisch abgebauten sowie chemisch modifizierten Knollen-,
Wurzel- oder Getreidestärken eingesetzt werden. Darüber hinaus können auch Knollen-,
Wurzel- oder Getreidemehle als Rohstoff eingesetzt werden.
[0015] Überraschenderweise konnte nur mittels eines Extruders (sowohl Einschnecken- als
auch Doppelschneckenextruder), ausgehend von z.B. Kartoffelstärkekörnern, eine definierte
Fragmentierung erreicht werden, wobei das fertige Trockenprodukt unter 2 mm Körnung,
vorzugsweise unter 1 mm, mit einer mittleren Partikelgröße von ca. 500 m gemahlen
wird.
[0016] Das mechanische und thermische Zerkleinern der vernetzten Stärkekörner führt dabei
zu Fragmenten, deren Oberfläche nicht aus geordneten molekularen Bezirken besteht,
sondern von losen, teilhydrolysierten Polysaccharidsträngen gebildet wird. Diese nach
Quellen in Wasser "weiche" Schicht ermöglicht größere Berührungsflächen beim Anlagern
an Fasern und damit festere Bindung der Stärkepartikel an Fasern. Mit speziellen Labormühlen
gelang eine solche Fragmentierung nur bedingt.
[0017] Der Einsatz der erfindungsgemäßen fragmentierten vernetzten Stärken wirkt sich insbesondere
auf die Papierqualität und auf die Produktivität der Papierherstellung positiv aus.
Durch die erfindungsgemäße Anwendung dieser Produkte werden gegenüber anderen löslichen
oder granulären Stärken wesentlich höhere Retentionswerte an Zellulosefasern erreicht,
ohne dabei das Entwässerungsverhalten der Papierbahn negativ zu beeinflussen. Mit
den resultierenden hohen Stärkemengen im Papier ist es möglich, stärkeren Einfluß
auf die Produkteigenschaften zu haben.
Z. B. kann die Füllstoffretention ohne Festigkeitseinbußen signifikant gesteigert
werden. Dabei ist das Verhalten der fragmentierten Stärken weitgehend unabhängig von
der Art des eingesetzten Faser- und Füllstoffs sowie der Salz- und Störstofffracht
des Papiermaschinenkreislaufs. Bei damit erzeugten Papieren werden Zug-, Stauch-,
Spalt- und Rupffestigkeit gleichermaßen verbessert. Die Stärkefragmente zeigen insbesondere
bei allen Teilvorgängen der Papierherstellung ein günstiges Verhalten:
- Bei der Stoffaufbereitung quellen sie unter Aktivierung ihrer Oberfläche auf, die
Partikel sind leicht adsorbierbar.
- Zu Beginn der Entwässerung reduzieren sie die rasche Durchströmung des Faservlieses,
begünstigen damit zusätzlich die Retention von Fein- und Füllstoffen und wirken Störungen
des Blattgefüges entgegen. Im weiteren Verlauf verbessert die Flockung der Komponenten
das Ausfließen von Wasser und damit die leichtere Verdichtung und Entwässerung der
Bahn.
- In der Pressenpartie wird mechanisch die Berührungsfläche zwischen Stärkefragmenten
und anderen Komponenten erhöht.
- Beim Entzug weiteren Wassers in der Trockenpartie bilden sich stabile Haftstellen
des Stärkeproduktes mit Fasern, Fein- und Füllstoff aus.
- Die erfindungsgemäßen fragmentierten Stärken sind weitgehend unempfindlich gegenüber
Schwankungen der Wasserqualität.
- Sie sind nur langsam aerob abbaubar, wodurch eine bessere Verweilzeit in geschlossenen
Faserstoffherstellungssystemen und ein höherer Verwendungsgrad der Stärke bzw. geringerer
Verlust durch Abbau derselben durch Mikroorganismen resultiert.
[0018] Wird eine Dispersion fragmentierter Stärke auf eine Faserproduktoberftäche aufgetragen,
unterscheidet sie sich von klassischen Stärkelösungen hinsichtlich ihres Penetrations-
und Abdeckverhaltens.
[0019] Bei herkömmlichen Lösungen abgebauter Stärke (oxidativer, hydrolytischer oder enzymatischer
Abbau) penetriert ein gewisser Anteil der Stärke in das Innere des Faservlieses und
steht somit der Substratoberfläche nicht mehr in maximaler Effizienz zur Verfügung.
Fragmentierte Stärke - mechanisch zerkleinerte Stärke - hingegen verbleibt aufgrund
ihres Teilchencharakters nahezu vollständig and der Faserstoffproduktoberfläche und
wird dort über stabile Haftstellen gebunden. Eine Penetration ins Innere des Vlieses
ist dann nicht mehr möglich, allerdings können Poren and der Vliesoberfläche von den
Stärkepartikeln ausgefüllt bzw. abgedeckt werden.
[0020] Somit verbleibt mehr Stärke an der Faserproduktoberfläche zur Verbesserung der Oberflächeneigenschaften
des Produkts - bei Papier bspw. der Rupffestigkeit, Rauhigkeit, Luftpermeabilität,
Tintenabsorption, Verhinderung von Stauben (Dustingverhalten) etc. zur Verfügung,
was unter anderem zur Verbesserung der Be- und Verdruckbarkeit oder zu vollständig
neuen Oberflächeneigenschaften der mit Stärkefragmenten ausgerüsteten Faserstoffprodukte
führt.
[0021] Zur Erzielung besonderer Produkteigenschaften und Effekte kann eine weitere Verarbeitung
z.B. Kalandrieren des mit fragmentierter Stärke beschichteten Faserstoffproduktes
vorteilhaft sein. Die Applikation der gequollenen Stärkepartikel auf die Faserstoffproduktoberfläche
ist mittels geeigneter üblicher Auftragsysteme (z. B. in der Papierindustrie übliche
Streichmaschinen, wie Leimpresse, Filmpresse etc.) leicht möglich.
[0022] Beim Einsatz in der Faserstoffherstellung, insbesondere Papierherstellung, kann die
erfindungsgemäße fragmentierte Stärke als Trockenprodukt direkt oder mit Wasser unter
Bildung einer wäßrigen Dispersion gemischt den Papierfasern während der Papierherstellung
zugesetzt sowie mittels o.g. Auftagssysteme als wäßrige Dispersion auf die Vliesoberfläche
aufgetragen werden.
[0023] Meist werden im tatsächlichen Einsatz als "fragmentierte Stärke" für Papierherstellungszwecke
stabile Dispersionen der fragmentierten Stärkekörner eines vernetzten Stärkeprodukts
mit begrenztem Quellungsgrad - zwischen 15 bis 2 - eingesetzt, bei denen mehr als
70 Gew.% der gesamten Stärke in Form gesonderter Bruchstücke von vernetzten Stärkekörnern
vorliegen. Es kann günstig sein, daß mindestens eine fragmentierte Stärke dem Faserstoff
bzw. der Faserstoffproduktoberfläche separat zugesetzt wird. In anderen Fällen kann
es sich als erforderlich erweisen, daß mindestens eine fragmentierte Stärke dem Faserstoff
nach Mischung bzw. Dispergierung zusammen mit anorganischen oder organischen Füllstoffen
und Pigmenten wie Aluminiumoxid, Bariumsulfat, Calciumcarbonat, Kaolin, Titandioxid,
Talkum, Satinweiß, Silicaten oder Kunststoffpigmenten zugesetzt wird.
[0024] Darüber hinaus kann es sich als günstig erweisen, die fragmentierten Stärken dem
Faserstoff bzw. auf die Faserproduktoberfläche separat, vor oder nach der Zugabe,
oder nach Mischung bzw. Dispergierung zusammen mit anorganischen oder organischen
Additiven, welche als Monomere, Oligomere oder Polymere mit unterschiedlicher Ladung,
Polarität oder Hydrophobie vorliegen können, zuzugeben.
[0025] Zur Aktivierung der Produkte kann eine Vorbehandlung mit einem Lösungsmittel durchgeführt
werden, um eine Quellung zu erreichen. Als Lösungsmittel wird hier Wasser bevorzugt
verwendet. Die Quellung und Dispergierung kann in kaltem, heißem oder siedendem Wasser
allein oder in zusammen mit weiteren Hilfsstoffen erfolgen, Eine sehr schnelle Quellung
und Dispergierung wird durch das Einmischen von Dampf in eine Suspension der Stärkefragmente
oder durch Kochen mittels eines Düsenkochers erreicht. Auch hier sind Kombinationen
mit weiteren Hilfsstoffen möglich.
[0026] Die Bestimmung des Quellungsgrades erfolgt nach der Formel:
Q = Gewicht gequollene Stärke/Gewicht trockene Stärke im gleichen Feststoff.
[0027] Die Bestimmung erfolgt einfach durch Kochen der Stärke in Wasser und Bestimmen des
Gewichts des dabei gebildeten wasserhaltigen Stärkeprodukts sowie Trocknen des Produkts
und Bestimmung des Gewichts des getrockneten Produkts als Gewicht der trockenen Stärke.
[0028] Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie der
begleitenden Zeichnung näher erläutert, auf die sie aber keineswegs beschränkt ist,
sondern alternative Ausführungsformen beinhaltet wie sie dem Fachmann innerhalb des
Rahmens der Patentansprüche geläufig sind. Dabei zeigt:
Fig. 1 einen schematischen Vergleich unmodifizierter Kartoffelstärke mittlerer Größe
(1a) und fragmentierter Kartoffelstärke (1b)
Fig. 2 einen Vergleich der Eigenretention fragmentierter Stärke mit unfragmentierter
granulärer Stärke bei der Laborblattbildung (Dosiermengen jeweils 2,5 % und 10 % atro),
und
Fig. 3 Reißlängen von Laborblättern mit und ohne fragmentierter Stärke in Kombination
mit Füllstoff (Calciumcarbonat).
Fig. 4 Vergleich von Tintendruck auf mit fragmentierter Stärke behandeltem Papier
und mit Lösung abgebauter Stärke behandeltem Papier (4o-fache Vergrößerung unter Lichtmikroskop)
Fig. 4a: Büropapier mit Auftrag von fragmentierter Stärke.
Fig. 4b: Büropapier mit Auftrag von Stärkelösung.
Beispiel 1
Die Herstellung anionisch modifizierter fragmentierter Kartoffelstärke
[0029] Kartoffelstärke, die zuvor mit 0,1-0,8 Gew. % 1,2-Epoxy-3-chlorpropan vemetzt wurde,
wurde mit 2-12 Gew. % Natriummonochloracetat und einem Katalysator in einem Schneckenextruder
der Marke Buehler bei einer Temperatur von 110-180 °C und einem Druck von 20-60 barfragmentiert.
Am Extruderende ist eine Düse angeordnet, die das austretende vernetzte Produkt in
Umgebungstemperatur und - druck verdüste. Um größere Verklumpungen abzutrennen, wird
das Granulat gesiebt und anschließend abgesackt.
[0030] Die so hergestellten fragmentierten vernetzten Stärkekörner besaßen eine mittlere
Korngröße (gewichtetes Mittel) von 400-600 µm und einen Feuchtegehalt von 10-15 Gew.
%.
Beispiel 2
Die Herstellung kationisch modifizierter fragmentierter Kartoffelstärke
[0031] Kartoffelstärke wird nach vorheriger Reaktion mit 2-12 Gew. % 2,3-Epoxipropyltrimethyl-ammoniumchlorid
mit 0,1-0,8 Gew. % 1,2-Epoxy-3-chlorpropan als Vernetzungsmittel in einem Schneckenextruder
der Marke Buehler bei einer Temperatur von 110-180 °C und einem Druck von 20-60 bar
fragmentiert. Am Extruderende ist eine Düse angeordnet, die das austretende vernetzte
Produkt in Umgebungstemperatur und -druck verdüst. Um größere Verklumpungen abzutrennen,
wird das Granulat gesiebt und anschließend abgesackt.
[0032] Die so hergestellten fragmentierten vernetzten Stärkekörner besitzen eine mittlere
Korngröße (gewichtetes Mittel) von 400-600 µm und einen Feuchtegehalt von 10-15 Gew.
%.
Beispiel 3
Die Herstellung fragmentierter, nicht ionisierter Kartoffelstärke
[0033] Kartoffelstärke wird mit 0,1-0,8 Gew. % 1,2-Epoxy-3-chlorpropan in Slurry vorvernetzt
und in einem Schneckenextruder der Marke Buehler bei einer Temperatur von 110-180
°C und einem Druck von 20-60 bar fragmentiert.
[0034] Am Extruderende ist eine Düse angeordnet, die das austretende vernetzte Produkt in
Umgebungstemperatur und -druck verdüste.
[0035] Um Verklumpungen abzutrennen, wird das Granulat gesiebt und anschließend abgesackt.
Die so hergestellten fragmentierten vernetzten Stärkekörner besaßen eine mittlere
Korngröße (gewichtetes Mittel) von 350-550 µm und einen Feuchtegehalt von 10-15 Gew.
%.
[0036] In Fig. 1 ist schematisch ein Größen- und Formvergleich zwischen einer herkömmlichen
kornförmigen Stärke und einer erfindungsgemäßen fragmentierten Stärke gezeigt. Es
ergibt sich, daß die erfindungsgemäßen Stärkefragmente gegenüber Stärkekörnern eine
zum Rückhalt an Fasern geeignete eckige Form aufweisen und daher leichter mechanisch
mit Fasern wechselwirken können.
[0037] Die erfindungsgemäßen fragmentierten Stärken haben gegenüber granulären Stärke eine
höhere Eigenretention (Fig.2) und beeinflussen auch das Festigkeitsverhalten damit
hergestellter Faserprodukte positiv - insbesondere können durch Füllstoffe (Calciumcarbonat)
bedingte Festigkeitsverluste, wie in Fig. 3 gezeigt, ausgeglichen werden.
Beispiel 4
[0038] Vergleich der Tintenstrahl-Bedruckbarkeit von mit fragmentierter Stärke oberflächen
behandeltem und mit konventionell abgebauter Stärke oberflächenbehandeltem Papier
[0039] Es wurde Büropapier mit einem Flächengewicht von 81g/m
2 hergestellt, indem ein Rohpapier - ein ohne Stärkeauftrag auf die Papieroberfläche
hergestelltes, mit Calciumcarbonat gefülltes Papier (100% holzfrei, Flächengewicht
75g/m
2) zur Herstellung von Mehrzweckbüropapier ("MOP = multi - purpose - office paper)
in einer Laborleimpresse Typ HFR 29779 der Fa Mathis, Schweiz, bei einem Walzenanpreßdruck
von 3 bar und einer Leimflottentemperatur von 50 Grad C behandelt wurde. Als Leimflotte
wurde einmal eine 10 % ige wäßrige Dispersion einer kationisierten fragmentierten
Stärke (Kationisierungsgrad von 0,03) gemäß Beispiel 2 und als Vergleich eine 10 %
ige Lösung einer oxidativ abgebauten, kationisierten Maisstärke (Kationisierungsgrad
von 0,03, Viskosität 10 %ig: 55 mPas gemessen nach Brookfield RVT, bei 50°C, 100 rpm)
in einer Menge von 3 g/m
2 Trockenmasse pro Blattseite beidseitig aufgebracht. Anschließend wurden die Papiermuster
1 h bei 100 Grad C im Trockenschrank getrocknet und danach 48 Stunden unter Normklima
(23 Grad C, 50% relative Luftfeuchte) konditioniert. Kalandrierung erfolgte anschließend
mittels eines Laborkalanders GA 9869 der Maschinenfabrik Gebr. Kesten, Niederlande,
bei einem Liniendruck von 50 kg/cm2 und einer Walzentemperatur von 70 Grad C.
[0040] Aus den in Fig. 4 gezeigten, 40 fach vergrößerten Aufnahmen einer Draufsicht auf
mittels eines HP-Deskjet 850 C Tintenstrahldruckers (erhältlich von der Fa. Hewlett-Packard,
USA) mit schwarzer Farbe hergestellten Testbildes zeigen deutlich, daß die Inkjet-Bedruckbarkeit
des mittels fragmentierter Stärke oberflächenbehandelten Papiers (Fig 4a) gegenüber
dem mit herkömmlicher Stärkelösung behandeltem Papier (Fig. 4b) verbessert ist - es
tritt weniger Verlaufen der Tinte ("feathering") auf und die Linien erscheinen klarer.
Beispiel 5
[0041] Vergleich der Rupffestigkeiten von mit konventionell abgebauten beschichtetem Büropapier
und mit fragmentierter Stärke behandeltem Büropapier nach dem IGT-Verfahren
[0042] Analog zu den beiden Versuchspapieren des Beispiels 4 behandelte Papierblätter wurden
einem Rupftest unterworfen.
[0043] Rupfen wird allgemein als Beschädigung der Papieroberfläche während des Druckens
definiert. Beim Abheben der Druckform von Papier über die Druckfarbe eine gewisse
Kraft auf das Papier aus. Bei zunehmender Geschwindigkeit sowie zunehmender Viskosität
und Zügigkeit der Farbe nimmt die Kraft zu. Übersteigt sie einen Grenzwert, kommt
es zu Beschädigungen der Papieroberfläche. Der Test zur Bestimmung von Rupfgeschwindigkeit
wird hier nach ISO 3782 und 3783 durchgeführt. Dabei wird mit dem IGT-Bedruckbarkeitsprüfgerät
auf das zu testende Papier mit zunehmender Geschwindigkeit Druck ausgeübt. Dazu wird
Rupföl anstelle der beim Drucken verwendeten Farbe eingesetzt. Rupfgeschwindigkeit
und Rupffestigkeit werden aus dem Abstand zwischen Druckbeginn und der Stelle abgelesen,
an der die ersten Schäden am Papier auftreten Als Rupfgeschwindigkeit wird die Geschwindigkeit,
bei der das Rupfen auftritt. bezeichnet. Es handelt sich nicht um die Geschwindigkeit
von Druckmaschinen in der Praxis. Die Rupffestigkeit setzt sich aus dem Produkt der
Rupfgeschwindigkeit im m/s und der Viskosität in Pa-s des eingesetzten Rupföls zusammen
und wird als VVP (Viscosity Velocity product = Viskositäts-Geschwindigkeitsprodukt)
bezeichnet. Dieses ist ein konstanter Wert für ein bestimmtes Papier. Mit VVP können
verschiedene Papiersorten miteinander verglichen werden.
[0044] IGT-Rufpöle sind Newtonsche Flüssigkeiten, deren Viskositätsverhalten nicht von der
Geschwindigkeit abhängig ist.
Die Ergebnisse des Rupftests zwischen den beiden Papieren des Beispiels 5 sind in
der nachfolgenden Tabelle 1 dargestellt:
Tabelle 1: Steigerung der Rupffestigkeit von Büropapier (kalandriert, IGT-Methode
W 31), (gemessen als VVP in N/m)
| |
Auftragsmenge beidseitig (g/m2) |
WP (N/m) |
| Rohpapier* |
0 |
18 |
| Referenz 1 ** |
3,0 |
56 |
| Referenz 2*** |
3,0 |
77 |
| Fragmentierte Stärke **** |
3,0 |
105 |
| * Flächengewicht 75g/m2, ohne Stärkeleimung |
| **mit oxidativ abgebauter Kartoffelstärkelsg1 geleimt |
| ***mit kationisierter (DS von 0,03), oxidativ abgebauter Kartoffelstärkelsg1 geleimt |
| **** kationisiert (DS von 0,03) auf Basis Kartoffelstärke |
| 1: Viskosität 60 mPas bei einer Konzentration von 10 % gemessen nach Brookfield RVT,
bei 50 °C, 100 rpm |
Beispiel 6
Erniedrigung der Luftdurchlässigkeit von Büropapier mit unterschiedlicher Leimung
[0045] Die Luftdurchlässigkeit von Büropapier ist u. a. als ein Maß für die Güte der Oberflächenverleimung
anzusehen - je dichter die Verleimung, je geringer ist die Luftdurchlässigkeit. Hier
wurden zwei Papiere des Beispiels 5 miteinander verglichen. Es wurde das Verfahren
zur Messung der Luftdurchlässigkeit nach Gurley mit einem Densometer der Fa. Messmer-Buchel,
NL, Typ K 522 eingesetzt. Das Verfahren entspricht der ISO-Norm 3687, ASTM D 726 oder
auch TAPPI T 460. Dabei wird die Sinkgeschwindigkeit eines Gewichts in einem Meßzylinder
gemessen, das Luft durch ein unter dem Meßzylinder eingespanntes Papier drückt. Je
schneller die Sinkgeschwindigkeit, je durchlässiger das Papier. Als Einheit wird die
Zeit, die das Gewicht zum Herabfallen gegen die Luftsäule im Zylinder, die durch das
Papier gedrückt wird, genommen.
[0046] Die Ergebnisse der nachstehenden Tabelle 2 zeigen, daß die Verwendung fragmentierter
Stärkelösung als Oberflächenverleimung gegenüber herkömmlich oxidativ abgebauter Kartoffelstärkelösung
zu einer mehr als Verdoppelung des Luftwiderstandes führt, wodurch gezeigt ist, daß
der Einsatz fragmentierter Stärke für die Oberlfächenverleimung zu erheblich verbesserten
Papiereigenschaften führt.
Tabelle 2: Erniedrigung der Luftdurchlässigkeit von Büropapier (kalandriert, gemessen
nach Gurley)
| |
Auftragsmenge beidseitig (g/m2) |
Luftwiderstand (s) |
| Referenz*** |
3,0 |
55 |
| Fragmentierte Stärke **** |
3,0 |
140 |
| *** mit kationisierter (DS von 0,03), oxidativ abgebauter Kartoffelstärkelsg1, geleimt |
| **** kationisiert (DS von 0,03) auf Basis Kartoffelstärke |
| 1:Viskosität 60 mPas bei einer Konzentration von 10 % gemessen nach Brookfield RVT,
bei 50 °C, 100 rpm |
1. Durch Scherwirkung fragmentierte vernetzte Stärke zum Zusatz bei der Faserstoffherstellung
und zum Auftrag auf Faserstoffproduktoberflächen, wobei das Quellvermögen des Stärkeprodukts
in Wasser zwischen 15 bis 2 beträgt; in Form von Bruchstücken vernetzter Stärkekörner
mit einer Teilchengröße (gewichtetes Mittel) des Trockenprodukts im Bereich von 1
bis 1000 µm, wobei weit über 15% größer als 10 µm ist.
2. Fragmentierte vernetzte Stärke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke ionisiert ist.
3. Verfahren zur Herstellung der vernetzten, durch Scherwirkung fragmentierten Stärke
nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch:
- Umsetzung von kornförmiger Stärke mit einem bi- oder polyfunktionellen Stärkevernetzungsmittel,
- Bearbeiten der vernetzten Stärkekörner in Gegenwart von nicht mehr als 30 % Feuchtigkeit
in einem Extruder durch Wärme, Druck und Scherkräfte, und
- Verdüsen des aus dem Extruder, in dem das Stärkederivat erhöhter Temperatur und
Druck ausgesetzt ist, austretenden Stärkederivats in einen Bereich mit Umgebungstemperatur
und -druck unter schlagartigem Entweichen von Wasserdampf aus demselben.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß 0,1 bis 8 Gew.-% eines bifunktionellen oder polyfunktionellen Mittels, berechnet
auf Basis des Gewichts der Stärke in Komform, das mit wenigstens zwei freien Hydroxylgruppen
der Stärkemoleküle reagieren kann, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus aliphatischen
Epoxyhalogen- oder Dihalogenverbindungen, Phosphoroxyhalogeniden, Alkalimetaphosphaten,
Aldehyden, eingeschlossen aldehydhaltige Harze, Säureanhydriden und polyfunktionellen
Reagenzien wie beispielsweise Cyanursäurechlorid, eingesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß als kornförmige Ausgangsprodukte native, oxidativ, thermisch oder hydrolytisch abgebaute
Stärken als auch chemisch modifizierte Stärken, deren Ether oder Esterderivate eingesetzt
werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Knollen- und Wurzelstärken sowie Getreidestärken, Knollen-, Wurzelsowie Getreidemehle
als Ausgangsmaterial eingesetzt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Knollen- und Wurzelstärke ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus: Kartoffelstärke,
Tapiokastärke.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Getreidestärke ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus: Maisstärke oder
Weizenstärke.
9. Verfahren zur Herstellung der fragmentierten vernetzten Stärken nach einem der Ansprüche
2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine simultane Vernetzung und Fragmentierung im Extruder durchgeführt wird.
10. Verwendung der durch Scherwirkung fragmentierten vernetzten Stärken nach Anspruch
1 zur Herstellung von Faserprodukten wie Holzfaserprodukten, Zellstoff, Holzschliffprodukten,
Recyclingfaserstoffen und deren Mischungen, Papier, Pappe, Tapeten, Kunststoffaserprodukten,
Glasfaserprodukten.
11. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine fragmentierte Stärke dem Faserstoff separat während der Faserstoffherstellung
zugesetzt bzw. auf dessen Oberfläche aufgetragen wird.
12. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine fragmentierte Stärke in Mischung zusammen mit anorganischen oder
organischen Füllstoffen und Pigmenten wie Aluminiumoxid, Bariumsulfat, Calciumcarbonat,
Kaolin, Titandioxid, Talkum, Satinweiß, Silicaten oder Kunststoffpigmenten dem Faserstoff
während der Faserstoffherstellung zugesetzt oder auf die Faserstoffproduktoberfläche
aufgetragen wird.
13. Verwendung der fragmentierten Stärken nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die fragmentierten Stärken dem Faserstoff separat, vor oder nach der Zugabe, oder
nach Mischung bzw. Dispergierung zusammen mit anorganischen oder organischen Additiven,
welche als Monomere, Oligomere oder Polymere mit unterschiedlicher Ladung, Polarität
oder Hydrophobie vorliegen können, zugesetzt bzw. auf die Faserproduktoberfläche appliziert
werden.
14. Verwendung der fragmentierten Stärken nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aktivierung der Produkte eine Behandlung mit einem Lösungsmittel durchgeführt
wird, um eine Quellung und Dispergierung zu erreichen.
1. Amidon réticulé fragmenté par effet de cisaillement, pour addition lors de la production
de matières fibreuses et pour application sur des surfaces de produits à base de matières
fibreuses, le pouvoir gonflant dans l'eau du produit à base d'amidon se trouvant entre
15 et 2 ; grains d'amidon réticulés en forme de fragments, d'une granulométrie (moyenne
pondérée) du produit sec dans la plage de 1 à 1 000 µm, une quantité très supérieure
à 15% étant d'une granulométrie supérieure à 10 µm.
2. Amidon réticulé fragmenté selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'amidon est ionisé.
3. Procédé de production de l'amidon réticulé fragmenté par effet de cisaillement, selon
la revendication 1 ou 2,
caractérisé par :
- la transformation d'amidon granulaire avec un agent de réticulation d'amidon bi-
ou polyfonctionnel,
- le traitement des grains d'amidon réticulés en présence d'une humidité non supérieure
à 30% dans une extrudeuse, par la chaleur, la pression et les forces de cisaillement,
et
- l'atomisation du dérivé d'amidon sortant de l'extrudeuse, dans laquelle il est exposé
à une température et à une pression élevées, dans une zone où règnent la température
et la pression du milieu environnant avec échappement instantané de vapeur d'eau de
celui-ci.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'on utilise de 0,1 à 8% en poids d'un agent bifonctionnel ou polyfonctionnel, calculée
sur la base du poids de l'amidon en forme de grains, qui peut réagir avec au moins
deux groupes hydroxyle libres de la molécule d'amidon, agent choisi dans le groupe
constitué de composés époxyhalogénés ou dihalogénés aliphatiques, oxyhalogénures de
phosphore, métaphosphates alcalins, aldéhydes, y compris les résines contenant des
aldéhydes, anhydrides d'acides et réactifs polyfonctionnels comme par exemple le chlorure
de l'acide cyanurique.
5. Procédé selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que l'on utilise, comme produits de départ granulaires, des amidons naturels, dégradés
par voies oxydative, thermique ou hydrolytique, mais aussi des amidons chimiquement
modifiés, leurs dérivés éthers ou esters.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 3 à 5 précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise des amidons de tubercules et de racines ainsi que des amidons de céréales,
des farines de tubercules, de racines, et de céréales comme matière de départ.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'amidon de tubercules et de racines est choisi dans le groupe constitué de l'amidon
de pommes de terre et de l'amidon de tapioca.
8. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'amidon de céréales est choisi dans le groupe constitué de l'amidon de maïs et de
l'amidon de froment.
9. Procédé de production des amidons réticulés fragmentés selon l'une quelconque des
revendications 2 à 10, caractérisé en ce que l'on effectue une réticulation et une fragmentation simultanées dans l'extrudeuse.
10. Utilisation des amidons réticulés fragmentés par effet de cisaillement selon la revendication
1, pour la production de produits à base de fibres comme les produits en fibres de
bois, la cellulose, les produits en pâte mécanique, les matières fibreuses de recyclage
et leurs mélanges, papier, carton, papiers peints, produits en fibres de plastique,
produits en fibres de verre.
11. Utilisation selon la revendication 10, caractérisée en ce que l'on ajoute au moins un amidon fragmenté à la matière fibreuse, séparément, pendant
la production de cette matière fibreuse, ou on l'applique sur sa surface.
12. Utilisation selon la revendication 10, caractérisée en ce que l'on ajoute à la matière fibreuse, pendant la production de cette matière fibreuse,
au moins un amidon fragmenté en mélange avec des charges inorganiques ou organiques
et des pigments comme l'oxyde d'aluminium, le sulfate de baryum, le carbonate de calcium,
le kaolin, le dioxyde de titane, le talc, le blanc de satin, les silicates ou les
pigments de plastique, ou on l'applique sur la surface des produits en matière fibreuse.
13. Utilisation des amidons fragmentés selon la revendication 10, caractérisée en ce que les amidons fragmentés sont ajoutés à la matière fibreuse séparément, avant ou après
l'addition, ou après le mélange ou selon le cas la dispersion, conjointement avec
des additifs inorganiques ou organiques, qui peuvent se présenter sous forme de monomères,
oligomères ou polymères d'une charge, d'une polarité ou d'une hydrophobie variables,
ou selon le cas sont appliqués sur la surface du produit à base de fibres.
14. Utilisation des amidons fragmentés selon la revendication 10, caractérisée en ce que l'on effectue, pour l'activation des produits, un traitement avec un solvant pour
obtenir un gonflement et une dispersion.
1. Cross-linked starch fragmented by shearing for addition in the production of fibrous
material and for application on fibrous material product surfaces, whereby the expansion
capacity of the starch product in water lies between 15 to 2; cross-linked starch
granules in the form of fragments with a particle size (weighed average) of the dry
product in the range of 1 to 1000 µm, whereby it is far above 15% greater than 10
µm.
2. Fragmented cross-linked starch according to claim 1,
characterized in that
the starch is ionised.
3. Process for production of the cross-linked starch fragmented by shearing effect according
to claim 1 or 2,
characterized by:
- Conversion of granule-shaped starch with a bi- or poly-functional starch cross-linked
agent;
- Treatment of the cross-linked starch granules in presence of not more than 30% moisture
in an extruder with heat, pressure and shearing forces, and
- Nozzle-jetting of the starch derivative coming out of the extruder, in which the
starch derivative is subjected to increased temperature and pressure, into a region
with atmospheric temperature and pressure under escape of water vapour from the same
in sudden bursts.
4. Process according to claim 3,
characterized therein that
0,1 to 8 percent by weight of a bi-functional or poly-functional agent is used, calculated
on the basis of the weight of the starch in granule form, which can react with at
least two hydroxyl groups of starch molecules, selected from the group consisting
of aliphatic epoxy-halogen or di-halogen compounds, phosphoric oxyhalogenides, alkali
metal phosphates, aldehydes including aldehyde containing resins, acid anhydrides
and poly-functional reagents like cyanic acid chloride.
5. Process according to claim 3 or 4,
characterized in that
as granule products native starch extracted in an oxidative, thermal or hydrolytic
method is used, or even chemically modified starches, as well as their ether or ester
derivatives.
6. Process according to one of the previous claims 3 to 5,
characterized in that
tuber and root starches, as well as corn starches, tuber flour, root flour and corn
flour are used as starting material.
7. Process according to claim 6,
characterized in that
the tuber and root starch is selected from the group consisting of: potato starch,
tapioca starch.
8. Process according to claim 6,
characterized in that
the corn starch is selected from the group consisting of: maize starch or wheat starch.
9. Process for production of fragmented cross-linked starch according to one of the claims
2 to 10,
characterized in that
crosslinking and fragmenting is carried out simultaneously in the extruder.
10. Use of the cross-linked starches fragmented by shearing effect according to claim
1 for production of fibrous products like wood fibre products, wood pulp, wood pulp
products, recycling fibre substances and their mixtures, paper, cardboard, wallpapers,
plastic fibre products, glass fibre products.
11. Use according to claim 10,
characterized therein that
at least one fragmented starch is added to the fibrous substance separately during
the fibrous material production, or applied on its surface.
12. Use according to claim 10,
characterized therein that
at least one fragmented starch mixed together with inorganic or organic filing substances
and pigments like aluminum oxide, barium sulphate, calcium carbonate, koalin, titanium
dioxide, talcum, satin white, silicates or syntehtic pigments is added to the fibrous
substance during the fibrous substance production, or applied on the fibrous substance
product surface.
13. Use of fragmented starches according to claim 10,
characterized therein that
the fragmented starches are added to the fibrous substance or applied on the surface
of the fibrous product separately, before or after the addition, or after mixing or
dispersing together with inorganic or organic additives that can be present as monomers,
oligomers or polymers with different charge, polarity or hydrophobia.
14. Use of fragmented starches according to claim 10,
characterized therein that
for activating the products, a treatment with a solvent is carried out, in order to
achieve an expansion and dispersion.