[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Sortierung von Brettern bzw. Balken als Zwischenprodukt
für die Herstellung von Brettschichtholz oder Balkenschichtholz, bei der die Bretter
bzw. Balken nach Durchlaufen einer Meßanlage, in der sie hinsichtlich ihrer Festigkeit
und/oder nach optischen Kriterien untersucht und anschließend klassifiziert wurden,
über einen Sortierförderer entsprechend ihrer Klassifizierung unterschiedlichen Sortieretagen
einer Sortieretageneinrichtung zugeführt werden.
[0002] Bei Hobellinien mit maschineller Festigkeitsklassifizierung von Hölzern zur Herstellung
von Schichtholz mit anschließendem Etagenlager sowie Paketierung treten im Prozeß
immer wieder Werkstücke (Bretter bzw. Balken) auf, die einer visuellen Nachklassifikation
und Nachsortierung bedürfen.
[0003] Zum einen entstehen sogenannte Irrläufer, deren Daten in der Steuerung verlorengegangen
sind, zum anderen wird ein nicht unerheblicher Teil der Werkstücke durch die Meßanlage
nicht optimal bzw. überhaupt nicht beurteilt bzw. klassifiziert. Solche Werkstücke
können in eine eigene Sortieretage, z.B. die oberste Sortieretage gefahren werden
und nach der Paketierung manuell entstapelt, visuell beurteilt und von Hand zur Weiterverwendung
sortiert werden. Dies ist zeitaufwendig, personalintensiv und daher kostspielig.
[0004] Der Erfindung liegt in erster Linie die Aufgabe zugrunde, den Vorgang des Nachsortierens
ökonomischer zu gestalten.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im Wesentlichen gelöst durch eine Nachsortierstation
zum visuellen bzw. manuellen Nachklassifizieren von in der Meßanlage nicht oder nicht
eindeutig klassifizierten Brettern bzw. Balken, eine erste Fördereinrichtung zum Zuführen
der nachzuklassifizierenden Bretter bzw. Balken vom Sortierförderer zu der Nachsortierstation
sowie eine zweite Fördereinrichtung zum Zurückführen der nachklassifizierten Bretter
bzw. Balken zum Sortierförderer.
[0006] Im Falle der erfindungsgemäßen Anlage werden somit die manuell bzw. visuell nachzuklassifizierenden
Werkstücke unmittelbar nach einem erfolglosen Eintaktversuch in eine der Sortieretagen
automatisch der Nachsortierstation zugeführt, in der diese Werkstücke von geschultem
Personal von Hand bzw. visuell nach Festigkeit (Tragfähigkeit) und/oder optischen
Kriterien (Bläue, Harzgallen usw.) beurteilt und entsprechend klassifiziert werden.
Die klassifizierten Werkstücke werden sodann wieder dem Sortierförderer zugeführt
und in die den jeweiligen Klassifizierungen entsprechenden Sortieretagen geleitet.
[0007] In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß in Förderrichtung
der nachzuklassifizierenden Bretter bzw. Balken gesehen vor der Nachsortierstation
ein erster Puffer für nachzusortierende Bretter bzw. Balken und in Förderrichtung
der nachklassifizierten Bretter bzw. Balken gesehen nach der Nachsortierstation ein
zweiter Puffer für nachklassifizierte Bretter bzw. Balken vorgesehen ist, so daß auf
diese Weise die Arbeitsgeschwindigkeit in der Nachsortierstation im Wesentlichen unabhängig
von der Arbeitsgeschwindigkeit des übrigen Sortierbetriebs ist. Zweckmäßigerweise
kann aufgrund der hohen Taktgeschwindigkeit des Sortierförderers der zweite Puffer
kleiner als der erste Puffer sein.
[0008] Gemäß einem weiteren vorteilhaften Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß die
erste Fördereinrichtung an das der zuletzt bedienten Sortieretage zugeordnete Ende
des Sortierförderers anschließt.
[0009] In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Beschickung des
Sortierförderers mit Brettern bzw. Balken aus der Meßanlage derart steuerbar ist,
daß in regelmäßigen oder unregelmäßigen, ggf. auch steuerbaren Abständer Lücken zur
Aufnahme von nachklassifizierten Brettern bzw. Balken aus der zweiten Fördereinrichtung
vorhanden sind.
[0010] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. In der Zeichnung zeigt in schematischer Darstellung
[0011] Fig. 1 eine erfindungsgemäße Anlage mit zusätzlicher Nachsortierstation.
[0012] In der Zeichnung nicht näher dargestellte Werkstücke (Bretter oder Balken) werden
in einer Meßanlage 200 hinsichtlich ihrer Festigkeit und nach optischen Kriterien
maschinell analysiert, in verschiedene Klassen klassifiziert und entsprechend ihrer
Klassifizierung unterschiedlich markiert und dann mittels eines Sortierförderers 202
zu einer Sortieretageneinrichtung 204 gefördert, wo die einzelnen Werkstücke entsprechend
ihrer Klassifizierung in den jeweils zugeordneten Sortieretagen abgelegt werden, an
denen der Sortierförderer vorbeiführt. An das Ende des Sortierförderers schließt sich
eine Fördereinrichtung 206 an, die zu einer Nachsortierstation 208 führt. Werkstücke,
die von der Meßanlage nicht oder falsch klassifiziert worden sind und in keine der
Sortieretagen eingetaktet werden können, werden über die Fördereinrichtung 206 der
Nachsortierstation 208 zugeführt.
[0013] In der Nachsortierstation werden die Werkstücke durch erfahrene Arbeitskräfte hinsichtlich
ihrer Festigkeit (Tragfähigkeit) und/oder hinsichtlich optischer Kriterien manuell
bzw. visuell beurteilt und entsprechend klassifiziert. Auch werden die hier von der
Arbeitskraft festgelegten Schnittinformationen mittels Markierkreide oder -farbe auf
dem Werkstück markiert. Die Klassifizierung (Festigkeits- und/oder optische Klassifizierung)
wird der (nicht dargestellten) Systemsteuerung mittels entsprechender Eingabe in ein
(nicht dargestelltes) Dateneingabegerät mitgeteilt.
[0014] Die so manuell klassifizierten Werkstücke werden anschließend von Hand einer Fördereinrichtung
210 zugeführt, welche diese Werkstücke wieder in den Sortierförderer 202 einspeist.
Der Sortierförderer 202 führt diese Werkstücke wieder den Sortieretagen der Sortieretageneinrichtung
204 zu, wo sie dann entsprechend ihrer Klassifizierung abgelegt werden.
[0015] Um ein zügiges Einspeisen der Werkstücke von der Fördereinrichtung 210 in den Sortierförderer
sicherzustellen, wird mittels der Systemsteuerung die Zufuhr der Werkstücke aus der
Meßanlage 200 zum Sortierförderer 202 derart gesteuert, daß sich nach einer bestimmten
Anzahl von aufeinanderfolgenden Werkstücken immer ein nicht belegter Platz befindet,
auf den dann jeweils ein aus der Nachsortierstation kommendes Werkstück eingeschleust
werden kann.
[0016] Damit die Nachsortierstation 208 unabhängig von der Geschwindigkeit der übrigen Sortieranlage
arbeiten kann, ist jeweils ein entsprechender Puffer 212, 214 vor bzw. nach der Nachsortierstation
208 vorgesehen. Aufgrund der hohen Taktgeschwindigkeit des Sortierförderers kann der
der Nachsortierstation 208 nachgeschaltete Puffer 214 wesentlich kleiner sein als
der der Nachsortierstation 208 vorgeschaltete Puffer 212.
1. Anlage zum Sortieren von Brettern bzw. Balken als Zwischenprodukt für die Herstellung
von Brettschichtholz oder Balkenschichtholz, bei der die Bretter oder Balken nach
Durchlaufen einer Meßanlage (200), in der sie hinsichtlich ihrer Festigkeit und/oder
optischen Kriterien untersucht und anschließend klassifiziert wurden, über einen Sortierförderer
(202) entsprechend ihrer Klassifizierung unterschiedlichen Sortieretagen einer Sortieretageneinrichtung
(204) zugeführt werden, gekennzeichnet durch
eine Nachsortierungsstation (208) zum visuellen bzw. manuellen Nachklassifizieren
von in der Meßanlage (200) nicht oder nicht eindeutig klassifizierten Brettern bzw.
Balken,
eine erste Fördereinrichtung (206) zum Zuführen der nachzuklassifizierenden Bretter
bzw. Balken vom Sortierförderer (202) zu der Nachsortierstation (208), und
eine zweite Fördereinrichtung (210) zum Zurückführen der nachklassifizierten Bretter
bzw. Balken zum Sortierförderer.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Förderrichtung der nachzuklassifizierenden Bretter bzw. Balken gesehen vor der
Nachsortierstation (208) ein erster Puffer (206) für nachzuklassifizierende Bretter
bzw. Balken vorgesehen ist.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in Förderrichtung der nachklassifizierten Bretter bzw. Balken gesehen nach der Nachsortierstation
(208) ein zweiter Puffer (214) für nachsortierte, dem Sortierförderer (202) wieder
zuzuführende Bretter bzw. Balken vorgesehen ist.
4. Anlage nach Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Puffer (214) kleiner ist als der erste Puffer (212).
5. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Fördereinrichtung (206) an das der letzten Sortieretage zugeordnete Ende
des Sortierförderers (202) anschließt.
6. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickung des Sortierförderers (202) mit Brettern bzw. Balken aus der Meßanlage
(200) derart steuerbar ist, daß Lücken zur Aufnahme von nachklassifizierten Brettern
bzw. Balken aus der zweiten Fördereinrichtung (214) vorhanden sind.