[0001] Die Erfindung betrifft einen Beschlag, z.B. für Fenster oder Türen, mit einer Stulpschiene
und einer entlang der Stulpschiene längs verschieblich gelagerten Treibstange, wobei
an der Treibstange wenigstens ein mit der Treibstange längs verschiebliches Verriegelungselement
befestigt ist, welches die Stulpschiene durchgreift.
[0002] Derartige Beschläge sind allgemein bekannt und dienen bei Fenstern oder Türen dazu,
den Flügel mit dem Festrahmen über die Flügellänge und Flügelbreite an mehreren Punkten
zu verriegeln. Das Verriegelungselement ist dabei als Rollzapfen ausgebildet. Um die
Sicherheit gegen Einbruch zu erhöhen, werden auch Pilzkopfzapfen verwendet, die in
entsprechende, am Festrahmen vorgesehene, U-förmige Schließbleche mit eingezogenem
Aufnahmeschlitz eingreifen. Insbesondere bei Pilzkopfzapfen muss darauf geachtet werden,
dass die Luft zwischen dem Flügel und dem Festrahmen nicht zu groß ist, so dass der
Pilzkopf noch problemlos vom Schließblech aufgenommen werden kann.
[0003] Die DE 197 15 055 A1 schlägt einen Riegelzapfen vor, bei welchem der Pilzkopf auf
einen Stehbolzen aufgeschraubt ist. Dadurch kann der Pilzkopfzapfen durch mehr oder
weniger weites Aufschrauben an die Luft zwischen dem Flügel und dem Festrahmen eingestellt
werden. Ein derartiger Einstellvorgang ist jedoch bei mehreren Pilzkopfzapfen zeitaufwändig
und muss des Öfteren durchführt werden, da sich die Luft aufgrund von temperaturbedingten
Dehnungen des Flügels permanent ändert.
[0004] Die DE 297 02 182 U1 schlägt einen Beschlag vor, bei welchem ein Pilzkopfzapfen beim
Verschieben der Treibstange aus dem Flügel heraus in Richtung eines Schließbleches
ausfährt. Hierfür ist die Treibstange abschnittsweise geschlitzt ausgeführt, so dass
ein Teil der Treibstange beim Längsverschieben in Richtung der Stulpschiene verlagert
und dadurch der Pilzkopfzapfen weiter in Richtung des Festrahmens ausgeschoben wird.
Ein derartiger Beschlag ist konstruktiv aufwändig und anfällig bei unsachgemäßer Handhabung
bzw. wenig widerstandsfähig im Falle eines Einbruchs.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Beschlag der eingangs genannten
Art so weiterzubilden, dass dieser relativ einfach hergestellt werden kann und dennoch
sehr widerstandsfähig gegen Einbruch ist und mit dem größere Unterschiede in der Luft
zwischen dem Flügel und dem Festrahmen problemlos ausgeglichen werden können.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Beschlag der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass die Treibstange in dem Bereich, in welchem das Verriegelungselement befestigt
ist, in Achsrichtung des Verriegelungselements elastisch nachgiebig ausgebildet ist.
[0007] Der erfindungsgemäße Beschlag hat den wesentlichen Vorteil, dass ein stabiles, insbesondere
einstückiges, Verriegelungselement Einsatz finden kann, da die Nachgiebigkeit von
der Treibstange bewirkt wird. Diese ist in dem Bereich, in welchem das Verriegelungselement
an der Treibstange befestigt ist, als ganzes derart elastisch nachgiebig ausgebildet,
dass das Verriegelungselement in Richtung des Fest- und des Flügelrahmens, d.h. in
der Ebene des Fensters bzw. der Tür nach außen und nach innen verlagerbar ist.
[0008] Bei einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Treibstange in Richtung auf die
Stulpschiene elastisch nachgiebig ausgebildet ist. Sollte sich aufgrund von Temperatur-
oder anderen Umwelteinflüssen die Luft zwischen dem Flügel und dem Festrahmen vergrößern,
so wird beim Einführen des Verriegelungselements in das zugehörige Schließblech das
Verriegelungselement nachgeführt, indem die Treibstange sich elastisch verformt. Hierdurch
kann zum einen ein Klemmen des Verriegelungselements im zugehörigen Schließblech vermieden
und vor allem eine Beschädigung des Beschlages verhindert werden.
[0009] Bei einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass der elastische Bereich der Treibstange
von wenigstens einer Abkröpfung gebildet wird. Durch die Abkröpfung wird der elastische
Bereich aus der Ebene der Treibstange, in welcher die Treibstange längs verschieblich
geführt ist, herausgehoben, so dass Raum geschaffen wird, innerhalb welchem der elastische
Bereich der Treibstange senkrecht zu ihrer Verschieberichtung bewegbar ist.
[0010] Dabei hat die Abkröpfung einen parallel zur Stulpschiene verlaufenden, das Verriegelungselement
tragenden Abschnitt und wenigstens einen, diesen Abschnitt aus der Ebene der Treibstange
herausführenden und von der Stulpschiene entfernenden Federarm. Dies bedeutet, dass
der elastische Bereich der Treibstange weiter von der Stulpschiene entfernt ist, als
der Rest der Treibstange. Der elastische Bereich kann also in Richtung der Stulpschiene
und somit in Richtung auf den Festrahmen verlagert werden. Dies erfolgt dadurch, dass
auf das Verriegelungselement Zugkräfte ausgeübt werden, welche den elastischen Bereich
der Treibstange verformen.
[0011] Eine hohe Festigkeit der Treibstange wird dadurch gewährleistet, dass die Treibstange
im elastischen Bereich einstückig ausgebildet ist. Lockerungen von miteinander verbundenen
Teilen bzw. ein aufwändiges Verbinden, wie Verschrauben, Vernieten, Verschweißen oder
dergleichen von Treibstangenabschnitten entfällt hierdurch.
[0012] Bei einem Ausführungsbeispiel weist die Stulpschiene ein Langloch für den Durchgriff
des Verriegelungselements auf und weist das Langloch an seiner Umfangsfläche eine
vorspringende Schulter auf. Das Langloch erlaubt ein Längsverschieben des Verriegelungselements,
welches seinerseits mit einem Fuß ausgestattet ist, der auf der vorspringenden Schulter
aufsitzt und das Verriegelungselement derart abstützt, dass dieses nicht in Richtung
des Flügels eingedrückt werden kann. Hierdurch wird vor allem die Treibstange gegen
unsachgemäße Verformung geschützt.
[0013] Um eine höhere Sicherheit gegen Einbruch zu schaffen, ist das Verriegelungselement
als Pilzkopfzapfen ausgebildet. Dabei können das Verriegelungselement und/oder die
Treibstange aus Metall, insbesondere aus Stahl, bestehen. Für die Treibstange bietet
sich Bandstahl an, welcher im Bereich des Verriegelungselements doppelt abgekröpft
ist.
[0014] Bei einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass der das Verriegelungselement tragende
Abschnitt der Treibstange eine Breite aufweist die kleiner ist, als die Breite der
restlichen Treibstange. Durch die geringere Breite wird die Elastizität des das Verriegelungselement
tragenden Abschnitts in Richtung auf den Festrahmen erhöht, ohne dass dessen Festigkeit
bzw. Steifigkeit in Verschieberichtung, d.h. in Längsrichtung vermindert wird.
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung zwei
besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können
die in der Zeichnung dargestellten sowie in der Beschreibung und in den Ansprüchen
erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich
sein.
[0016] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Beschlages,
teilweise aufgebrochen;
- Figur 2
- eine vergößerte Wiedergabe des Ausschnitts II gemäß Figur 1;
- Figur 3
- eine perspektivische Ansicht des das Verriegelungselement aufweisenden Bereichs des
Beschlages gemäß Figur 1;
- Figur 4
- eine Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Beschlages,
teilweise aufgebrochen;
- Figur 5
- eine perspektivische Ansicht des das Verriegelungselement aufweisenden Bereichs des
Beschlages gemäß Figur 4;
- Figur 6
- eine vergrößerte Wiedergabe eines Schnitts VI-VI gemäß Figur 4 durch das Verriegelungselement;
- Figur 7
- eine Draufsicht auf das Verriegelungselement in Richtung des Pfeils VII gemäß Figur
4; und
- Figur 8
- eine Draufsicht auf eine alternative Ausführungsform des elastischen, das Verriegelungselement
tragenden Abschnitts.
[0017] Die Figur 1 zeigt eine Seitenansicht eines Abschnitts eines insgesamt mit 10 bezeichneten
Beschlages, der eine Stulpschiene 12 und eine Treibstange 14 aufweist. Ferner ist
in Figur 1 noch ein Verriegelungselement 26 erkennbar, welches mit der Treibstange
14 vernietet ist, was deutlich aus Figur 2 erkennbar ist. Das Verriegelungselement
26 steht orthogonal zur Treibstange 14 in Richtung eines nicht dargestellten Festrahmens
ab.
[0018] Aus der Figur 3 ist erkennbar, dass die Stulpschiene 12 ein Langloch 28 aufweist,
welches vom Verriegelungselement 26 durchgriffen ist. Das Verriegelungselement 26
ist im Langloch 28 verschieblich geführt.
[0019] Das Verriegelungselement 26 besitzt einen Pilzkopf 36, der, wie aus den Figuren 2
und 7 ersichtlich, über einen exzentrisch angeordneten, zapfenförmigen Abschnitt 38
mit dem Niet 40 verbunden ist. Dies hat den Vorteil, dass das Verriegelungselement
26 durch einfache Verdrehung in seiner Lage eingestellt werden kann, wodurch der Flügel
mehr oder weniger stark senkrecht zur Festrahmenebene an den Festrahmen angepresst
wird. Der Pilzkopf 36 weist hierfür eine als Innensechskant ausgebildete Werkzeugaufnahme
42 auf.
[0020] Aus Figur 4 ist erkennbar, dass die Treibstange 14 mit einem Getriebe 16 gekoppelt
ist. Im Bereich des Getriebes 16 ist die Treibstange 14 mit Ausnehmungen 18 nach Art
einer Zahnstange versehen, wobei Zähne 20 eines Zahnrads 22 in die Ausnehmungen 18
eingreifen und eine Verdrehung des Zahnrads 22 eine Verlagerung der Treibstange 14
in Richtung des Doppelpfeils 24, d.h. in Längsrichtung der Treibstange 14, bewirkt.
Ferner weist die Treibstange 14 einen Bereich 44 auf, der zwei Abkröpfungen 46 aufweist,
so dass der Bereich 44 außerhalb der Ebene der Treibstange 14 liegt und einen größeren
Abstand zur Stulpschiene 12 aufweist, als der Rest der Treibstange 14. Der Bereich
44 weist einen Abschnitt 48 auf, der parallel zur Stulpschiene verläuft, und an welchem
das Verriegelungselement 26 befestigt ist. Dieser Abschnitt 48 ist über zwei Federarme
50, die schräg zur Längsachse der Treibstange 14 verlaufen und die Aufgabe haben,
den Abschnitt 48 von der Stulpschiene 12 zu beabstanden, einstückig mit dem Rest der
Treibstange 14 verbunden.
[0021] Aus den Figuren 5 und 6 ist erkennbar, dass das Langloch 28 an seiner Umfangsfläche
30 mit einer Schulter 32 versehen ist, welche deutlich in Figur 6 dargestellt ist.
An der Schulter 32 stützt sich ein Fuß 34 des Verriegelungselements 26 ab, wobei die
Breite des Fußes 34 geringfügig kleiner ist als die Breite des Langlochs 28, jedoch
größer als der Abstand der beiden Schultern 32.
[0022] Wird am Verriegelungselement 26, z.B. mittels eines Schließblechs, eine Zugkraft
ausgeübt, dann kann der Abschnitt 48 der Treibstange 14 elastisch federnd in Richtung
der Stulpschiene 12 nachgeben und das Verriegelungselement 26 kann geringfügig von
der Stulpschiene 12 weggezogen werden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass auch
bei zu großer Luft zwischen dem Flügel und dem Festrahmen der Beschlag 10 noch in
Längsrichtung verschoben werden kann und der Pilzkopf 36 in das Schließblech eintreten
kann und ein Verschließen und Verriegeln möglich ist. Dabei ist das Verriegelungselement
26 bevorzugt in der Mitte des Abschnitts 48 angeordnet, so dass die vom Verriegelungselement
26 ausgeübten Zugkräfte gleichmäßig auf die Treibstange 14 eingeleitet werden. Die
Stabilität der Treibstange 14 wird durch den elastischen Abschnitt 48 nicht vermindert.
Außerdem muss die Treibstange lediglich in einem Bereich mit zwei Abkröpfungen versehen
werden, um das Verriegelungselement 26 elastisch federnd aufnehmen zu können. Die
Herstellung ist sehr einfach und der erfindungsgemäße Beschlag 10 ist so robust, dass
er den gleichen Widerstand gegen Einbruch bietet, wie herkömmliche Beschläge.
[0023] Die Figur 8 zeigt eine Draufsicht auf eine alternative Ausführungsform des elastischen,
das Verriegelungselement 26 tragenden Abschnitts 48 und es ist deutlich erkennbar,
dass der Abschnitt 48 über seine Länge eingeschnürt ist. Dadurch wird die Elastizität
(in einer Richtung senkrecht zur Zeichenebene) erhöht, wobei die Steifigkeit in Verschieberichtung,
die der Längsrichtung der Treibstange 14 entspricht, beibehalten bleibt.
1. Beschlag (10), z.B. für Fenster oder Türen, mit einer Stulpschiene (12) und einer
entlang der Stulpschiene (12) längs verschieblich gelagerten Treibstange (14), wobei
an der Treibstange (14) wenigstens ein mit der Treibstange (14) längs verschiebliches
Verriegelungselement (26) befestigt ist, welches die Stulpschiene (12) durchgreift,
dadurch gekennzeichnet, dass die Treibstange (14) in dem Bereich (44), in welchem das Verriegelungselement (26)
befestigt ist, in Achsrichtung des Verriegelungselements (26) elastisch nachgiebig
ausgebildet ist.
2. Beschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibstange (14) in Richtung auf die Stulpschiene (12) elastisch nachgiebig ausgebildet
ist.
3. Beschlag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der elastische Bereich (44) der Treibstange (14) von einer Abkröpfung (46) gebildet
wird.
4. Beschlag nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkröpfung (46) einen parallel zur Stulpschiene (12) verlaufenden, das Verriegelungselement
(26) tragenden Abschnitt (48) und wenigstens einen, diesen Abschnitt (48) aus der
Ebene der Treibstange (14) herausführenden und von der Stulpschiene (12) entfernenden
Federarm (50) aufweist.
5. Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibstange im elastischen Bereich (44) einstückig ausgebildet ist.
6. Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stulpschiene (12) ein Langloch (28) für den Durchgriff des Verriegelungselements
(26) aufweist.
7. Beschlag nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Langloch (28) an seiner Umfangsfläche (30) eine vorspringende Schulter (32) aufweist.
8. Beschlag nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (26) einen auf der Schulter (32) aufsitzenden Fuß (34) aufweist.
9. Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (26) ein Pilzkopfzapfen ist.
10. Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (26) und/oder die Treibstange (14) aus Metall, insbesondere
Stahl, bestehen.
11. Beschlag nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der das Verriegelungselement (26) tragende Abschnitt (48) der Treibstange (14) eine
Breite aufweist die zumindest abschnittsweise kleiner ist, als die Breite der restlichen
Treibstange (14).