[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, mit welcher sich die Berechtigung von Fahrzeugen
zum Befahren einer Fahrtstrecke überprüfen lässt. Derartige Vorrichtungen werden beispielsweise
an mautpflichtigen Strecken eingesetzt, um zu kontrollieren, ob die auf der betreffenden
Strecke fahrenden Fahrzeuge die fällige Benutzungsgebühr ordnungsgemäß entrichtet
haben.
[0002] Es sind verschiedene Systeme zur Erhebung von Mautgebühren für Kraftfahrzeuge, insbesondere
für Lastkraftwagen, auf Autobahnen oder Fernstraßen bekannt. Diese berechnen die zu
zahlende Mautgebühr in der Regel auf Basis der Länge der zurückgelegten Strecke. Zusätzlich
werden üblicherweise auch fahrzeugbezogene Faktoren, wie Achsklasse, Schadstoffemissionsklasse
und Herkunft des Fahrzeugs bei der Ermittlung der fälligen Benutzungsgebühr berücksichtigt.
[0003] Bei herkömmlichen Mauterfassungssystemen nimmt der Fahrzeugführer bei der Einfahrt
in die mautpflichtige Strecke einen Beleg entgegen, aus dem hervorgeht, an welcher
Stelle er die Benutzung der Strecke begonnen hat. An jeder Abfahrt der benutzungsgebührenpflichtigen
Strecke existiert dann in der Regel eine personenbesetzte Kassenstation, an der anhand
des vom Fahrzeugführer übergebenen Beleges die Länge des auf der mautpflichtigen Strecken
zurückgelegten Weges bestimmt und die sich daraus ergebende Maut ermittelt wird.
[0004] Der mit dem Betrieb der personenbesetzten Kassenstationen verbundene Aufwand ist
erheblich. Daher ist beabsichtigt, automatische Mauterhebungssysteme einzurichten,
bei denen kein oder nur noch ein zahlenmäßig stark reduziertes Personal für die Erfassung
und Abrechnung der Maut benötigt wird. Derartig automatisch arbeitende Systeme sind
jedoch der Gefahr von Manipulationen ausgesetzt, die zu erheblichen Verlusten an Gebühreneinnahmen
führen können.
[0005] Dies gilt auch für in jüngerer Zeit eingesetzte automatische Mauterhebungs- und -zahlungssysteme,
bei denen die Fahrzeuge mit maschinenlesbaren Identifikationsmitteln, etwa mit maschinenlesbaren
Kfz-Kennzeichen, Transpondern oder anderen, eine eindeutige Identifikation des jeweiligen
Fahrzeugs zulassenden Identifikationsmerkmalen, ausgerüstet sind. Diese Identifikationsmittel
werden beim Auf- bzw. Abfahren auf bzw. von einer mautpflichtige Straße unter Verbuchung
der für die gefahrene Strecke fälligen Mautgebühr automatisch erfasst.
[0006] Die automatischen Verbuchungssysteme ermöglichen selbst bei hohem Verkehrsaufkommen
eine schnelle, korrekte und unproblematische Mauterhebung, ohne dass es zu Verkehrsverzögerungen
kommt. Sie setzen jedoch voraus, dass tatsächlich jedes in Frage kommende Fahrzeug
mit geeigneten Identifikationsmerkmalen ausgestattet ist. Da dies in der Praxis des
unbeschränkten Zugangs zum Straßennetz nicht zu gewährleisten ist, ist ergänzend zum
automatischen System ein sogenannte "manuelles Mauterhebungssystem" vorgeschlagen
worden. Bei diesem manuellen System, entrichtet der Kraftfahrer an hierfür vorgesehenen
Zahlstellen die für die von ihm zu befahrende Strecke zu entrichtende Maut im Voraus
und erhält hierfür einen Beleg, den er während des Befahrens der Strecke mit sich
führen muss. Gerade die Möglichkeit, in eigener Verantwortung Mautgebühren zu entrichten,
birgt allerdings eine erhebliche Gefahr des Missbrauchs in sich.
[0007] Um sicherzustellen, dass die vom Kraftfahrer angegebenen und vom System unter dem
jeweiligen Identifikationsmittel aufgerufenen Fahrzeugdaten korrekt sind, sind daher
regelmäßige Kontrollen durch entsprechend bevollmächtigtes Aufsichtspersonal der zum
Einziehen der Maut berechtigten Institution erforderlich. Bei einer solchen Kontrolle
wird vom Aufsichtspersonal festgestellt, ob die im System unter dem jeweiligen Identifikationsmittel
verbuchten Fahrzeugdaten wie Achsklasse, Schadstoffemissionsklasse und Länderkennzeichen
mit den tatsächlichen Fahrzeugdaten übereinstimmen. Zusätzlich zu der im automatischen
System vorgesehenen stichprobenmäßigen Kontrolle der Fahrzeugdaten muss bei nicht
für das automatische System ausgerüsteten Fahrzeugen auch überprüft werden, ob für
das jeweilige Fahrzeug überhaupt eine Einbuchung in das Mautsystem erfolgt ist und
ob sich das Fahrzeug auf der eingebuchten Strecke befindet. Dies kann etwa durch Kontrolle
des Einbuchungsbeleges oder durch Identifizierung des Fahrzeuges anhand des Kfz-Kennzeichens
im Buchungssystem erfolgen.
[0008] Der mit der Durchführung der stichprobenartigen Kontrolle verbundene Aufwand ist
ebenfalls erheblich. Darüber hinaus besteht das Problem, dass das Kontrollpersonal
jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen in der vorgesehenen Zeit erfassen
und kontrollieren kann. Dies hat zur Folge, dass die Anzahl der bei den Kontrollen
aufgespürten Missbräuche gemessen am durch derartige Missbräuche verursachten Schaden
gering ist.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Überprüfung der korrekten
Mautentrichtung bereitzustellen, mit der die Effektivität und Treffsicherheit der
Kontrolle von Fahrzeugen erhöht werden kann.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zum Überprüfen der Berechtigung
von Fahrzeugen zum Befahren einer Fahrtstrecke gelöst, die mit einer Erkennungseinrichtung
zum Erkennen jeweils eines von den Fahrzeugen mitgeführten Identifikationsmerkmals,
die eine Identifikationsinformation abgibt, welche bei einer erfolgreichen Erkennung
dem Identifikationsmerkmal entspricht, während sie andernfalls den Misserfolg der
Erkennung angibt, mit einer Auswerteinrichtung, die feststellt, ob der von der Erkennungseinrichtung
abgegebenen Identifikationsinformation ein Datensatz zugeordnet ist, welcher zu einem
Pool von die zum Befahren der Fahrstrecke berechtigten Fahrzeuge repräsentierenden
Datensätzen gehört, und die bei einem positiven Ergebnis dieser Feststellung ein positives
Kontrollsignal abgibt, während sie bei negativem Ergebnis dieser Feststellung ein
negatives Kontrollsignal erzeugt, sowie mit einer Anzeigeeinrichtung, das in Abhängigkeit
vom Kontrollsignal ein Anzeigesignal abgibt.
[0011] Eine erfindungsgemäß ausgestattete Vorrichtung ermöglicht eine automatische Vorauswahl
aus den sie passierenden Fahrzeugen. Auf diese Weise können aus dem an der Kontrolleinrichtung
vorbeifahrenden Verkehr diejenigen Fahrzeuge selektiert werden, welche tatsächlich
einer Kontrolle unterzogen werden müssen. Bei letzteren handelt es sich entweder um
solche Fahrzeuge, von denen im jeweiligen Datenerfassungssystem der zum Einzug der
Maut berechtigten Institution nicht bekannt ist, ob sie eine Maut entrichtet haben,
bzw. um solche Fahrzeuge, bei denen das Datenerfassungssystem feststellen kann, dass
gar keine bzw. eine unrichtige Maut für die Streckenbenutzung entrichtet worden ist.
Die Anzahl der für eine Kontrolle in Frage kommenden Fahrzeuge ist auf diese Weise
so stark reduziert, dass bei geringem Personalbedarf eine weit erhöhte Trefferquote
bei der Fahrzeugkontrolle erzielt werden kann.
[0012] Dabei eignet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung insbesondere zum Einsatz im Zusammenhang
mit solchen Mauterfassungs- und -verbuchungssystemen, bei denen einerseits die Möglichkeit
einer automatischen Zahlung und Verbuchung der Maut und andererseits die Möglichkeit
der manuellen Entrichtung der Gebühr besteht. Bei solchen Systemen kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung erkennen, ob es sich jeweils um ein Fahrzeug handelt, für welches die
Maut manuell entrichtet worden ist und für welches demzufolge eine erhöhte Notwendigkeit
einer Kontrolle besteht. Ebenso kann die erfindungsgemäße Vorrichtung selbsttätig
feststellen, ob für das jeweilige Fahrzeug zu wenig oder falsche Mautgebühren entrichtet
worden sind, so dass es nicht zum Befahren der jeweils überwachten Strecke berechtigt
ist.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine Erkennungseinrichtung auf, die mindestens
ein Identifizierungsmerkmal eines vorbeifahrenden Fahrzeuges erfassen kann. Als Identifizierungsmerkmale
kommen dabei grundsätzlich alle Elemente oder Signale in Frage, die eine Zuordnung
des betreffenden Fahrzeuges zu einer oder mehrerer im Gebührenerhebungssystem vorliegenden
Datensätzen ermöglichen. Dementsprechend kann es sich bei dem jeweils von der Erkennungseinrichtung
zu erfassenden Identifikationsmerkmal beispielsweise um ein optisch erkennbares Merkmal,
wie das Länderkennzeichen und/oder das Kraftfahrzeugkennzeichen des betreffenden Fahrzeuges,
handeln. Bei dem Identifikationsmerkmal kann es sich ferner um das Signal von einem
im oder am Fahrzeug befindliche Signalgeber, wie passive oder aktive Transponder,
Funkeinrichtungen oder vergleichbare Signalgeber, handeln. Die betreffenden Identifikationsmerkmale
können gleichzeitig bei der für die automatische Einbuchung in das Gebührenerhebungssystem
genutzt werden, wobei das dem von ihnen erzeugte Signal die für die Gebührenerhebung
erheblichen Daten eindeutig zugeordnet sein sollten.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Vorrichtung sowohl
mit einer optischen Erkennungseinrichtung zum Erkennen von optischen Merkmalen, als
auch mit einer Empfangseinrichtung zum Erfassen drahtlos übertragener Signale ausgestattet.
Bei mit elektronischen Signalgebern, wie Transpondern, ausgestatten und als solche
im automatischen System eingebuchten Fahrzeugen kann auf diese Weise automatisch überprüft
werden, ob das dem jeweiligen Identifikationssignal im Datenspeicher zugeordnete Kfzund/oder
Länderkennzeichen mit den entsprechenden, am jeweiligen Fahrzeug befindlichen optischen
Erkennungsmerkmalen übereinstimmen. Ein Missbrauch von für die automatische Entrichtung
der Mautgebühren bestimmten Signalgeber kann so leicht festgestellt werden.
[0015] Stellt die Erkennungseinrichtung fest, dass sie am jeweils überprüften Fahrzeug ein
Identifikationsmerkmal eindeutig erfasst hat, so erzeugt sie eine Identifikationsinformation,
welche das Identifikationsmerkmal enthält. Andernfalls gibt die Identifikationsinformation
an, dass der Erkennungsversuch erfolglos war.
[0016] Die Auswerteinrichtung wertet die von der Erfassungseinrichtung empfangene Identifikationsinformation
aus. Dabei überprüft sie, ob dieser Information ein Datensatz zugeordnet werden kann,
der zu einer Gruppe von in einem Datenspeicher angelegten, beispielsweise alle zum
Befahren des jeweils überwachten Streckenabschnitts berechtigten Fahrzeuge repräsentierenden
Datensätze gehört. Ist dies der Fall, so ist das Ergebnis der Feststellung positiv
und es ist klar, dass das erkannte Fahrzeug zum Befahren des überwachten Streckenabschnitts
berechtigt ist. Ist von der Auswerteinrichtung vorgenommene Feststellung dagegen erfolglos,
so ist dies ein eindeutiges Indiz dafür, dass eine spezielle Kontrolle des betreffenden
Fahrzeugs angezeigt ist. Erfolglos ist die von der Auswerteinrichtung immer dann,
wenn kein Identifikationsmerkmal am Fahrzeug erkannt werden konnte oder dann, wenn
dem erkannten Indentifikationsmerkmal kein zur Gruppe der die berechtigten Fahrzeuge
repräsentierenden Datensätze gehörender Datensatz zugeordnet werden kann.
[0017] Die Auswerteinrichtung kann in Form eine in der erfindungsgemäßen Vorrichtung jeweils
lokal vorhandenen Datenverarbeitungseinrichtung verwirklicht sein. Ebenso ist es jedoch
auch möglich, die erforderlichen Feststellungen von einer entfernt von der erfindungsgemäßen
Vorrichtung plazierten Rechnereinheit durchführen zu lassen, die mit der in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung lokal vorhandenen Auswerteinrichtung in einer Telekommunikationsverbindung
steht. In diesem Fall umfasst die lokal vorhandene Auswerteinrichtung eine Sende-
und Empfangsstation, über welche die von der Erkennungseinrichtung abgegebene Indentifikationsinformation
an die entfernte Rechnereinheit abgegeben und das Ergebnis der von der Rechnereinheit
durchgeführten Feststellung empfangen wird. Die lokal vorhandene Auswerteinrichtung
liefert dann ein dem von der entfernten Rechnereinheit gelieferten Ergebnis entsprechendes
Kontrollsignal an die Anzeigeneinrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weiter.
[0018] Bei der Überprüfung durch die Auswerteinrichtung berücksichtigten fahrzeugspezifischen
Daten handelt es sich beispielsweise um die vom Gebührenerhebungssystem bei der automatischen
und/oder manuellen Einbuchung der Fahrzeuge erfassten gebührenerheblichen Fahrzeugdaten
wie Kfz-Kennzeichen, Länderkennzeichen, Achsklasse und Schadstoffemissionsklasse.
Ebenso kann es sich um buchungsspezifischen Daten handeln, wie beispielsweise eine
Information über die bei der manuellen Einbuchung erfasste, im Voraus bezahlte Fahrtroute.
[0019] Die von der Erkennungseinrichtung erfassten Identifikationsmerkmale können zu Dokumentationszwecken
in einem Datenspeicher der erfindungsgemäßen Vorrichtung oder in einem Datenspeicher
der entfernt angeordneten Rechnereinheit abgelegt werden.
[0020] Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungsanlage mit einem Uhrzeit- und/oder Datumsgeber
ausgestattet. Dadurch kann bei jedem Erkennungsvorgang ein Zeit-/Datumsvermerk erzeugt
und zusammen mit dem eingelesenen Identifizierungsmerkmal abgespeichert werden. Dies
ermöglicht eine Echtzeitzuordnung der vorbeifahrenden Fahrzeuge.
[0021] Ist die Gruppe der fahrzeug- und buchungsspezifischen Datensätze, welche die zum
Befahren des jeweils überwachten Streckenabschnitts berechtigten Fahrzeuge umfassen,
in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem lokalen Speicher der Auswerteinrichtung
abgelegt, so sollte letztere eine Empfangseinrichtung zum Empfang von von einem zentralen
Datenserver gelieferten Datensätzen umfassen. Auf diese Weise kann gewährleistet werden,
dass sich die bei der von der Auswerteinrichtung durchgeführten Feststellung verwendeten
Daten immer auf einem aktuellen Stand befinden. Wird als Verbindung zwischen dem zentralen
Server und lokalen Auswerteinrichtung eine drahtlose Verbindung, z.B. eine Funkverbindung,
genutzt, so kann die erfindungsgemäße Vorrichtung unabhängig vom Vorhandensein eines
örtlichen Festanschlusses sicher betrieben werden.
[0022] Das von der Auswerteinrichtung ermittelte Kontrollergebnis wird von der Anzeigeeinrichtung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung angezeigt. Dazu kann ein optisches Anzeigeelement
vorgesehen sein. Ergänzend oder alternativ können jedoch auch akustische Signalgeber
oder andere zum Anzeigen eines eindeutigen Signals geeignete Elemente verwendet werden.
Wird ein optisches Anzeigeelement eingesetzt, ist dieses vorzugsweise derart dimensioniert,
dass die Anzeige noch aus 200 m Entfernung vom Kontrollpersonal lesbar ist. Auf diese
Weise kann gewährleistet werden, dass auch ein mit hoher Geschwindigkeit fahrendes
Fahrzeug vom Kontrollpersonal aus dem Verkehrsstrom gewunken werden kann, wenn es
von der erfindungsgemäßen Vorrichtung als "zu kontrollierend" erkannt worden ist.
[0023] Bei der akustischen Meldeeinrichtung kann es sich beispielsweise um einen von der
jeweiligen Kontrollperson getragenen Kopfhörer handeln, der nach der Erkennung eines
zu kontrollierenden Fahrzeugs ein akustisches Signal abgibt. Hierdurch ist gewährleistet,
dass das Kontrollergebnis vom Kontrollpersonal trotz der insbesondere bei hohem Verkehrsaufkommen
großen Zahl von möglichen optischen Störungen einwandfrei wahrgenommen wird. Die akustische
Ausgabe der Kontrollergebnisse kann beispielsweise durch Sprach- oder Signaltonwiedergabe
erfolgen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden über die akustische
Meldeeinrichtung zusätzlich fahrzeug- und/oder buchungsspezifische Daten übermittelt.
Dies hat den Vorteil, dass dem Kontrollpersonal bei der Kontrolle des stehenden Fahrzeuges
z.B. die gebuchte Achs- und Schadstoffemissionsklasse mitgeteilt werden kann. Ergänzend
kann eine Datenausgabeeinrichtung vorhanden sein, welche die betreffenden Daten der
Kontrollperson ausgibt.
[0024] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann zur Dokumentation der vorbeifahrenden und erfassten
Fahrzeuge ferner eine Stand- oder Bewegbildkamera aufweisen. Vorzugsweise handelt
es sich dabei um eine sogenannte "intelligente" Kamera, die beispielsweise selbsttätig
anhand von bestimmten charakteristischen Erkennungsmerkmalen den Bildausschnitt wählt
und die Bildschärfe ebenso automatische einstellt. Um die vorbeifahrenden Fahrzeuge
auch bei Dunkelheit sichtbar zu machen, kann die erfindungsgemäße Vorrichtung ferner
eine Beleuchtungseinrichtung, z.B. ein Infrarot-Blitzgerät, aufweisen.
[0025] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- einen typischen Aufbau zum Kontrollieren der korrekten Mautentrichtung von Fahrzeugen
an einer Autobahn,
- Fig. 2
- eine Vorrichtung zum Überprüfen der Berechtigung von Fahrzeugen zum Befahren einer
Fahrtstrecke.
[0026] Seitlich einer Fahrbahn 1 der Autobahn ist in einem definierten Abstand von einer
quer über die Fahrbahn 1 verlaufenden Detektionslinie 2 eine Vorrichtung 3 zum Überprüfen
von auf der Fahrbahn 1 fahrenden Fahrzeugen 4,5 aufgestellt. In einem weiteren Abstand
in Fahrtrichtung F hinter der Vorrichtung 3 ist eine ebenfalls quer über die Fahrbahn
1 verlaufende, virtuelle, d.h. nicht notwendig körperlich vorhandene, jedoch bei der
Auswertung berücksichtigte Auswahllinie 6 markiert, hinter der die Einfahrt 7 zu einem
Parkplatz angeordnet ist. An der Einfahrt 7 steht eine Kontrollperson 8, die ein freies
Sichtfeld auf die ihr zugewendete Rückseite 9 des Gehäuses 10 der Vorrichtung 3 hat.
[0027] Das Gehäuse 10 ist auf einem Ständer 11 montiert, der auf dem Boden neben der Fahrbahn
1 aufgestellt ist. Die Höhe des Ständers 11 ist so bemessen, dass eine in dem Gehäuse
10 montierte Kamera K mit ihrer auf der Vorderseite 12 des Gehäuses 10 angeordneten
Optik jedes Fahrzeug 4,5, das die Detektionslinie 2 passiert, mit seiner gesamten
Frontansicht vollflächig scharf erfasst.
[0028] Die im Gehäuse 10 montierte Kamera ist Teil einer Erkennungseinrichtung E, die in
der Vorrichtung 3 montiert ist. Die Erkennungseinrichtung E filtert aus dem von der
Kamera in Form von digitalisierten Daten gelieferten Bild das KFZ-Kennzeichen des
jeweils erfassten Fahrzeugs 4,5. Zusätzlich kann die Erkennungseinrichtung E mit einer
Empfangseinrichtung P ausgestattet sein, die, sofern das jeweils erfasste Fahrzeug
4,5 mit einem Funksignalgeber versehen ist, das von diesem abgegebene Funksignal empfängt.
[0029] Die Erkennungseinrichtung E liefert das aus dem Bild der Kamera K herausgefilterte
KFZ-Kennzeichen und eine dem gegebenenfalls empfangenen Funksignal entsprechende Nachricht
als Identifikationsinformation I an eine ebenfalls in dem Gehäuse 10 untergebrachte
Auswerteinrichtung A. Kann die Erkennungseinrichtung E aus dem Bild der Kamera K kein
KFZ-Kennzeichen ermitteln, so gibt die Identifikationsinformation I diesen Umstand
der Auswerteinrichtung A bekannt.
[0030] Die Auswerteinrichtung A umfasst einen Datenspeicher S, in dem zu allen Fahrzeugen,
die zum Befahren des von der Vorrichtung 3 überwachten Teilstücks der Autobahn berechtigt
sind, Datensätze abgespeichert sind. Diese Datensätze bezieht die Auswerteinrichtung
A über eine drahtlose Telekommunikationseinrichtung von einem zentralen, weit entfernt
angeordnete Datenserver, in dem die Daten aller in das Mauterfassungssystem des Autobahnbetreibers
eingebuchten Fahrzeuge abgespeichert sind. Dabei ist die Verbindung zwischen der Auswerteinrichtung
A und dem Datenserver so eingestellt, dass die in dem Datenspeicher S vorhandenen
Daten stets aktuell sind.
[0031] Die Auswerteinrichtung A überprüft, ob sich zu der von der Erkennungseinrichtung
E gelieferten Identifikationsnachricht I unter den im Datenspeicher S abgelegten Datensätze
ein Datensatz zuordnen lässt. Ist dies der Fall, so gibt die Auswerteinrichtung A
ein positives Kontrollsignal S an eine Anzeigeeinrichtung Z ab, die ebenfalls im Gehäuse
10 der Vorrichtung 3 vorhanden ist. Ist dies dagegen nicht der Fall oder konnte die
Erkennungseinrichtung E kein KFZ-Kennzeichen des erfassten Fahrzeugs 4,5 ermitteln,
so gibt die Auswerteinrichtung A ein negatives Kontrollsignal G an die Anzeigeeinrichtung
Z ab.
[0032] Die Anzeigeeinrichtung Z umfasst zwei auf der Rückseite 9 des Gehäuses 10 montierte
Anzeigeleuchten 13,14, von denen die eine bei Betätigung ein erstes Lichtsignal abgibt,
indem sie beispielsweise in gelber Farbe für eine kurze Zeitdauer leuchtet, und von
denen die andere ein zweites Lichtsignal abgibt, indem sie beispielsweise für eine
längere Dauer gelb leuchtet.
[0033] Empfängt die Anzeigeeinrichtung Z ein positives Kontrollsignal G, so betätigt sie
die Anzeigeleuchte 13, die daraufhin aufleuchtet. Die Kontrollperson 8 erkennt das
kurz gelb aufleuchtende Lichtsignal der Anzeigeleuchte 13 und lässt das von der Vorrichtung
3 als ordnungsgemäß eingebucht erkannte und demnach zum Befahren des überwachten Autobahnteilstücks
berechtigte Fahrzeug 4 passieren.
[0034] Erhält die Anzeigeeinrichtung Z dagegen ein negatives Kontrollsignal G, so betätigt
sie die andere Anzeigeleuchte 14, die daraufhin für ein längeres, sich von der Signaldauer
der Anzeigeleuchte 14 unterscheidendes Zeitintervall gelb aufleuchtet. Dieses von
der Anzeigeleuchte 14 abgegebene längere Lichtsignal zeigt der Kontrollperson 8 an,
dass das Fahrzeug 5, welches als nächstes die virtuelle Auswahllinie 6 passiert, kontrolliert
werden sollte, da nicht festgestellt werden konnte, ob es zum Befahren des überwachten
Teilstücks der Autobahn berechtigt ist. Die Kontrollperson 8 leitet daraufhin das
betreffende Fahrzeug 5 in die Einfahrt 7 des Parkplatzes, auf dem dann die Kontrolle
des Fahrzeugs vorgenommen wird.
BEZUGSZEICHEN
[0035]
- 1
- Fahrbahn
- 2
- Detektionslinie
- 3
- Vorrichtung zum Überprüfen von auf der Fahrbahn 1 fahrenden Fahrzeugen 4,5
- 4,5
- Fahrzeuge
- 6
- Auswahllinie
- 7
- Einfahrt zu einem Parkplatz
- 8
- Kontrollperson
- 9
- Rückseite des Gehäuses 10
- 10
- Gehäuse
- 11
- Ständer
- 12
- Vorderseite des Gehäuses 10
- 13,14
- Anzeigeleuchten
- A
- Auswerteinrichtung
- E
- Erkennungseinrichtung
- F
- Fahrtrichtung
- G
- Kontrollsignal
- I
- Identifikationsinformation
- P
- Empfangseinrichtung
- S
- Datenspeicher
1. Vorrichtung zum Überprüfen der Berechtigung von Fahrzeugen (4,5) zum Befahren einer
Fahrtstrecke (1)
- mit einer Erkennungseinrichtung (E) zum Erkennen jeweils eines von den Fahrzeugen
(4,5) mitgeführten Identifikationsmerkmals, die eine Identifikationsinformation (I)
abgibt, welche bei einer erfolgreichen Erkennung dem Identifikationsmerkmal entspricht,
während sie andernfalls den Misserfolg der Erkennung angibt,
- mit einer Auswerteinrichtung (A),
- die feststellt, ob der von der Erkennungseinrichtung (E) abgegebenen Identifikationsinformation
(I) ein Datensatz zugeordnet ist, welcher zu einem Pool von die zum Befahren der Fahrstrecke
(1) berechtigten Fahrzeuge (4,5) repräsentierenden Datensätzen gehört, und
- die bei einem positiven Ergebnis dieser Feststellung ein positives Kontrollsignal
(G) abgibt, während sie bei negativem Ergebnis dieser Feststellung ein negatives Kontrollsignal
(G) erzeugt, sowie
- mit einer Anzeigeeinrichtung (Z), die in Abhängigkeit vom Kontrollsignal (G) ein
Anzeigesignal abgibt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungseinrichtung (2) zum Erkennen eines vom Fahrzeug (7,7a) getragenen,
optisch erfassbaren Identifikationsmerkmals, wie eines Nummernschilds oder ein Landeskennzeichens,
geeignet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erkennungseinrichtung (2) zum Erkennen eines vom jeweiligen Fahrzeug drahtlos
abgegebenen Identifikationsmerkmals, wie eines Funksignals, geeignet ist.
4. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteinrichtung eine Empfangseinrichtung zum Empfang von von einem zentralen
Datenserver gelieferten Datensätzen umfasst.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteinrichtung über eine drahtlose Telekommunikationsleitung mit dem zentralen
Datenserver verbunden ist.
6. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteinrichtung einen Uhrzeit- und/oder Datumsgeber aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigeeinrichtung ein akustisches und/oder optisches Signal abgibt.