[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Auszug, insbesondere Schublade, für Möbel, Fahrzeuge
od. dgl. der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art.
[0002] Derartige Auszüge werden in kostengünstiger Weise in einem Stück aus Kunststoff gespritzt.
Es hat sich bei diesen Auszügen als mitunter störend erwiesen, dass beim Herausziehen
dieser Auszüge Gegenstände, die in der mindestens einen vertieften Aufnahme des Auszugs
enthalten sind, darin verrutschen. Dies bedingt störende Klappergeräusche und kann
auch z.B. durch Hochspringen von Gegenständen beim Herausziehen dazu führen, dass
hiernach ein Einschieben des Auszuges beeinträchtigt wird. Dem lässt sich zwar durch
nachträgliches Einlegen von geräuschdämmenden, mattenartigen Einlegeteilen aus Gummi
oder ähnlichem weichen Material entgegenwirken. Jedoch hat dieses nachträgliche Einlegen
entsprechender Unterlagen vielfältige Nachteile, da derartige Matten entsprechend
maßgenau zugeschnitten werden müssen. Vor allem reduzieren eingelegte Matten die Tiefe
der Aufnahme im Auszug in nicht zuträglicher Weise, so dass unter Umständen bestimmte
Gegenstände, die im Aufzug aufgenommen werden sollen, wegen zu geringer Tiefe nicht
hineinpassen. Von Nachteil ist auch die erhöhte Verschmutzungsgefahr, da sich in den
Übergangsbereichen zwischen den nachträglich eingebrachten Einlagen und den angrenzenden
Bereichen des Auszuges bleibend Schmutz und dergleichen Verunreinigungen ansammeln
können.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Auszug der im Oberbegriff des Anspruchs
1 genannten Art so zu gestalten, dass eine rutschhemmende Schicht einfach und kostengünstig
aufbringbar ist unter Vermeidung der vorstehend beschriebenen Nachteile.
[0004] Die Aufgabe ist bei einem Auszug der eingangs genannten Art gemäß der Erfindung durch
die Merkmale im Anspruch 1 gelöst. Dadurch, dass zumindest ein Flächenteil des Auszuges,
der sowohl Teil einer vertieften Aufnahme als auch einer Wand oder einer Oberseite
des Auszuges sein kann, eine mit dem Kunststoffmaterial des Auszuges einstückig gespritzte
rutschhemmende Außenfläche aufweist, sind vielfältige Vorteile erreicht. Zum einen
ist in einfacher und kostengünstiger Weise eine rutschhemmende Schicht verwirklicht,
die beständiger dauerhafter Oberflächenteil des Auszuges ist und die eine Geräuschdämmung
bewirkt. Die für die Einbringung von Gegenständen in die mindestens eine Aufnahme
des Auszuges benötigte Tiefe kann hierbei trotz der rutschhemmenden Außenfläche voll
erhalten bleiben. Vorteilhaft ist ferner, dass durch diese einstückig gespritzte rutschhemmende
Außenfläche, die beim Herstellen des Auszuges in einem Stück aus Kunststoff mitgespritzt
wird, die Voraussetzungen dafür geschaffen sind, den Flächenteil, der die rutschhemmende
Außenfläche aufweist, vom übrigen Bereich des Auszuges abzusetzen, z.B. durch eine
andere Kontur und/oder Farbe und/oder Oberflächenstruktur od. dgl. Es sind damit die
Möglichkeiten gegeben, den Auszug mehrfarbig, z.B. zweifarbig, zu gestalten, wobei
den Bereichen, die die rutschhemmende Außenfläche aufweisen, eine andere Farbe, z.B.
grün, als den übrigen Bereichen des Auszuges gegeben wird. Von Vorteil ist ferner,
dass die Übergangsbereiche zwischen den rutschhemmenden Außenflächen einerseits und
den übrigen Flächenbereichen des Auszuges nicht verschmutzungsgefährdet sind und sich
die rutschhemmende Schicht aufgrund der Herstellung auch nicht in diesen Bereichen
oder auf anderen Flächenbereichen vom übrigen Kunststoffmaterial ablösen kann. In
einfacher Weise kann im übrigen den rutschhemmenden Außenflächen und der diese bildenden
Schicht bei der Herstellung noch eine besondere Struktur gegeben werden, sofern dies
gewünscht wird.
[0005] Weitere vorteilhafte Erfindungsmerkmale und Ausgestaltungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
[0006] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung.
[0007] Der vollständige Wortlaut der Ansprüche ist vorstehend allein zur Vermeidung unnötiger
Wiederholungen nicht wiedergegeben, sondern statt dessen lediglich durch Verweisung
darauf Bezug genommen, wodurch jedoch alle diese Anspruchsmerkmale als an dieser Stelle
ausdrücklich und erfindungswesentlich offenbart zu gelten haben. Dabei sind alle in
der vorstehenden und folgenden Beschreibung erwähnten Merkmale sowie auch die allein
aus der Zeichnung entnehmbaren Merkmale weitere Bestandteile der Erfindung, auch wenn
sie nicht besonders hervorgehoben und insbesondere nicht in den Ansprüchen erwähnt
sind.
[0008] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht eines Auszuges hier in Form eines als Zahlbrettschieber
ausgebildeten Flachschiebers,
- Fig. 2
- einen schematischen Schnitt entlang der Linie II - II in Fig. 1.
[0009] Als Beispiel für einen Auszug 10, insbesondere eine Schublade, für Möbel, Fahrzeuge
od. dgl. ist in der Zeichnung ein Auszug 10 gezeigt, der hier als Flachschieber gestaltet
ist, z.B. in der Ausbildung als üblicher Zahlbrettschieber, auch Materialschieber
oder Utensilienscheiber genannt. Dieser ist in einem Stück aus Kunststoff gespritzt
und weist als mindestens eine vertiefte Aufnahme einzelne Einteilungen 11 bis 14 und
weitere auf, die jeweils einen in Bezug auf die Oberseite 15 vertieften Boden 16 und
die Einteilungen 11 bis 14 begrenzende Wände 17 aufweisen. Zumindest ein Flächenteil
des Auszuges 10 weist eine mit dessen Kunststoffmaterial einstückig gespritzte rutschhemmende
Außenfläche auf. Bei einem nicht gezeigten Ausführungsbeispiel kann dieser mindestens
eine Flächenteil, der die einstückig gespritzte rutschhemmende Außenfläche aufweist,
Teil der Oberseite 15 des Auszuges 10 sein. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel hingegen
ist dieser Flächenteil Teil mindestens einer Einteilung, wie beispielsweise für die
Einteilungen 11 bis 14 schematisch angedeutet ist, die jeweils eine durch gekreuzte
Schraffierung hervorgehobene, mit dem Kunststoffmaterial einstückig gespritzte rutschhemmende
Außenfläche 18 aufweisen. Hierbei erstreckt sich diese rutschhemmende Außenfläche
18 über zumindest einen Teil des Bodens 16 der jeweiligen Einteilung 11 bis 14 und
bildet damit dessen Bodenoberfläche. Die rutschhemmende Außenfläche 18 schließt sich
dabei flächenbündig an die jeweils benachbarten Flächenbereiche, z.B. der Wände 17,
an. Die rutschhemmende Außenfläche 18 ist vom übrigen Bereich dieses Flächenteils
abgesetzt, was je nach Gestaltung durch eine andere Kontur und/oder Farbe und/oder
Oberflächenstruktur od. dgl. dieses die Außenfläche 18 aufweisenden Flächenteils geschieht.
Hierbei kann es von besonderem Vorteil sein, wenn der Auszug 10 eine zweifarbige Gestaltung
aufweist, bei der der mindestens eine die rutschhemmende Außenfläche 18 aufweisende
Bereich, also z.B. der damit versehene Bodenbereich der Einteilungen 11 bis 14, andersfarbig
als die übrigen Bereiche des Auszuges 10 gestaltet ist. Beispielsweise kann die rutschhemmende
Außenfläche 18 in grüner Farbe gehalten sein, während der übrige Teil des Auszuges
10 andersfarbig gestaltet ist.
[0010] Die jeweilige rutschhemmende Außenfläche 18 ist aus einem solchen Kunststoffmaterial
gebildet, das weicher als das übrige Kunststoffmaterial des Auszuges 10 ist. Dabei
kann diese rutschhemmende Außenfläche 18 aus einer, wenn auch querschnittsdünnen,
Schicht gebildet sein, wie Fig. 2 erkennen lässt. Die rutschhemmende Außenfläche 18
bzw. Schicht ist z.B. aus einem thermoplastischen Elastomer gebildet.
[0011] Der Auszug 10 ist einstückig aus zwei verschiedenartigen Kunststoffmaterialen gespritzt,
insbesondere aus Hartkunststoff und aus Weichkunststoff, wobei aus letzterem die rutschhemmende
Außenfläche 18 und aus dem Hartkunststoff der übrige Teil des Auszuges 10 gebildet
werden. Dieses Hart-/Weichverfahren oder auch Zweikomponenten-Verfahren ermöglicht
in einfacher und kostengünstiger Weise einen Auszug 10 gezeigter und beschriebener
Art, bei dem die beim Herstellen gebildete rutschhemmende Außenfläche 18 einstückig
mit dem übrigen Kunststoffmaterial verwirklicht wird. Diese rutschhemmende Außenfläche
18 kann oberseitig in bekannter Art noch besonders strukturiert sein, z.B. mit einander
abwechselnden Vorsprüngen und Vertiefungen versehen sein.
[0012] Ein solcher Auszug 10 hat vielfältige Vorteile. Durch die rutschfeste Außenfläche
18 ist erreicht, dass in die einzelnen, damit ausgestatteten Einteilungen 11 bis 14
eingebrachte Gegenstände, z.B. Bleistifte, Büroklammern oder sonstige eingelegte Teile,
bei der Längsverschiebung des Auszuges 10 längs Führungen, mit denen der Auszug 10
in einem Fahrzeug, einem Möbel, z. B. Büromöbel od. dgl. gehalten ist, nicht oder
zumindest nur erschwert verrutschen und das Einschieben bzw. Ausziehen des Auszuges
10 behindert können. Vorteilhaft ist ferner, dass die rutschhemmende Außenfläche 18
eine Geräuschdämmung bewirkt, so dass beim Ausziehen bzw. Einschieben etwaige damit
verbundene sonst vorkommende Klappergeräusche reduziert oder gar beseitigt sind. Im
Hinblick darauf kann es von Vorteil sein, bei einem anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel
zusätzlich oder statt dessen die Wände 17 der mindestens einen Aufnahme in Form der
einzelnen Einteilungen 11 bis 14 des Auszuges 10 in entsprechender Weise mit rutschhemmender
Außenfläche 18 zu versehen. Ausgehend vom gezeigten Ausführungsbeispiel in Fig. 1
und 2, wo die rutschhemmende Außenfläche 18 vom übrigen Bereich, insbesondere von
den ringsum verlaufenden Wänden 17, abgesetzt ist, kann bei einem abgewandelten, nicht
gezeigten Ausführungsbeispiel die rutschhemmende Außenfläche 18 auch noch über den
Bereich des Bodens 16 randseitig hinaus bis in den Bereich der Wände 17 reichen. Die
Abgrenzung zwischen dem die rutschhemmende Außenfläche 18 aufweisenden Bodenbereich
und den Wänden 17 der Einteilungen 11 bis 14 wird beim gezeigten Ausführungsbeispiel
in besonders einfacher Weise dadurch erreicht, dass der jeweilige Boden 16 um die
Querschnittsdicke der Schicht der rutschhemmenden Außenfläche 18 nach unten abgesetzt
ist und gewissermaßen eine Wanne für die Aufnahme der rutschhemmenden Schicht bildet.
Es versteht sich, dass die unterschiedliche Schraffur in Fig. 2 für die rutschhemmende
Außenfläche 18 einerseits und den Boden 16 andererseits allein des besseren Verständnisses
wegen gewählt ist, wobei gleichwohl sowohl die Wände 17 und der Boden 16 als auch
die Schicht, die die rutschhemmende Außenfläche 18 bildet, aus einstückig gespritztem
Kunststoffmaterial gebildet sind. Für die weichere rutschhemmende Außenfläche 18 ist
dabei ein Weichkunststoff, z.B. ein thermoplastisches Elastomer, z.B. TPE, geeignet,
während für den übrigen Teil des Auszuges 10 ein Hartkunststoff, z.B. ABS oder Polystyrol,
verwendet werden.
[0013] Ein weiterer besonderer Vorteil ergibt sich beim beschriebenen Auszug 10 hinsichtlich
der rutschhemmenden Außenfläche 18 dadurch, dass damit die Möglichkeiten z.B. für
eine mehrfarbige Gestaltung des Auszuges 10 geschaffen sind, bei dem für die rutschhemmende
Außenfläche 18 eine andere Farbe als für den aus Hartkunststoff gebildeten übrigen
Teil des Auszuges 10 gewählt werden kann. Auf diese Weise sind vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten
gegeben.
[0014] Von Vorteil ist ferner, dass aufgrund der einstückig aus zwei unterschiedlichen Kunststoffmaterialien
gespritzten Gestaltung des Auszuges 10 mit rutschhemmender Außenfläche 18 bei ausgewählten
Flächenteilen keine Verschmutzungsgefahr dort besteht, wo die rutschhemmende Außenfläche
18 endet und der Übergang zum anderen, damit einstückigen Kunststoffmaterial des Auszuges
10 geschieht.
[0015] Auch wenn beim gezeigten Ausführungsbeispiel die Erfindung anhand eines Auszuges
10 in Form eines Flachschiebers, z. B. in der Ausbildung als üblicher Zahlbrettschieber,
erläutert ist, versteht es sich gleichwohl, dass als Auszug 10 statt dessen auch eine
Schublade für Möbel, Fahrzeuge od. dgl. in gleicher Weise ausgebildet sein kann. Schubladen
weisen üblicherweise mindstens eine vertiefte Aufnahme mit Boden 16 und seitlichen
Wänden 17 auf. Bei einer solchen Schublade kann sich zumindest über einen Teil des
Bodens 16 eine rutschhemmende Außenfläche 18 beschriebener Art als dessen Bodenoberfläche
erstrecken. Von Vorteil kann es dabei auch sein, wenn diese rutschhemmende Außenfläche
18 sich durchgehend über den Boden 16 der Aufnahme und zumindest die Innenseite der
Wände 17 erstreckt. In diesem Fall ist die rutschhemmende und geräuschdämmende Wirkung
der rutschhemmenden Außenfläche 18 auch auf zumindest die Innenseite der Wände 17
ausgedehnt.
1. Auszug, insbesondere Schublade, für Möbel, Fahrzeuge, od. dgl., der in einem Stück
aus Kunststoff gespritzt ist und mindestens eine Aufnahme mit in Bezug auf die Oberseite
(15) vertieftem Boden (16) und mit die Aufnahme begrenzenden Wänden (17) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Flächenteil des Auszuges (10) eine mit dessen Kunststoffmaterial einstückig
gespritzte rutschhemmende Außenfläche (18) aufweist.
2. Auszug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die rutschhemmende Außenfläche (18) sich über zumindest einen Teil des Bodens (16)
der Aufnahme als dessen Bodenoberfläche erstreckt.
3. Auszug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die rutschhemmende Außenfläche (18) sich durchgehend über den Boden (16) der Aufnahme
und zumindest die Innenseite der Wände (17) erstreckt.
4. Auszug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die rutschhemmende Außenfläche (18) vom übrigen Flächenbereich abgesetzt ist, z.B.
durch eine andere Kontur und/oder Farbe und/oder Oberflächenstruktur od. dgl.
5. Auszug nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch
eine mehrfarbige Gestaltung, bei der der mindestens eine die rutschhemmende Außenfläche
(18) aufweisende Bereich andersfarbig als die übrigen Bereiche des Auszuges (10) gestaltet
ist.
6. Auszug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die rutschhemmende Außenfläche (18) flächenbündig an die benachbarten Flächenbereiche
anschließt.
7. Auszug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die rutschhemmende Außenfläche (18) aus einem solchen Kunststoffmaterial gebildet
ist, das weicher als das übrige Kunststoffmaterial ist.
8. Auszug nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die rutschhemmende Außenfläche (18) aus einer Schicht gebildet ist.
9. Auszug nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die rutschhemmende Außenfläche (18) aus einem thermoplastischen Elastomer gebildet
ist.
10. Auszug nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
gekennzeichnet durch
dessen einstückige Herstellung durch Spritzen von Hartkunststoff und Weichkunststoff, wobei aus dem Weichkunststoff die
rutschhemmende Außenfläche (18) und aus dem Hartkunststoff der übrige Teil des Auszuges
(10) gebildet werden.
11. Auszug nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
gekennzeichnet durch
die Ausbildung als Flachschieber, insbesondere Zahlbrettschieber, der als Aufnahme
eine oder mehrere vertiefte Einteilungen (11 bis 14) aufweist, wobei ein Flächenteil
mindestens einer Einteilung (11 bis 14) eine mit dessen Kunststoffmaterial einstückig
gespritzte rutschhemmende Außenfläche (18) aufweist.