[0001] Die Erfindung betrifft zum einen ein Verfahren zum spanlosen Anformen einer Nabe
an einem Werkstück, bei dem eine Rolle mit einer spitzwinkeligen Trennkante an das
um eine Rotationsachse rotierende Werkstück zugestellt und ein Materialbereich etwa
V-förmig abgezweigt wird, wobei dieser Materialbereich nachfolgend durch mindestens
eine Nachformrolle zu der Nabe endgeformt wird. Die Erfindung betrifft zum anderen
eine Drückwalzmaschine mit mindestens einer Rolle mit einer spitzwinkeligen Trennkante
und mit einem Drückfutter zum Aufnehmen und Halten des Werkstücks, wobei das Drückfutter
relativ zu der Rolle rotierend antreibbar ist.
[0002] Ein gattungsgemäßer Stand der Technik geht beispielsweise aus der DE 975 677 oder
der DE 41 15 423 A1 hervor. Bei beiden bekannten Verfahren wird mittels einer Rolle
mit einer spitzwinkeligen Trennkante, welche auch als Spaltoder Schneidrolle bezeichnet
wird, an einer ebenen Ronde ein Materialbereich im Querschnitt V-förmig abgezweigt
oder abgespalten. Auf Grund der spitzwinkeligen Trennkante kann die Rolle relativ
leicht in das Werkstück eindringen, so dass auch nur geringe Umformkräfte zum Zustellen
der Spaltrolle notwendig sind. Auf Grund der geringen Umformkräfte wird auch das Materialgefüge
sowohl des verbliebenen radialen Werkstückbereiches als auch des abgezweigten Werkstückbereiches
nicht allzu stark belastet. Insbesondere die Gefahr der Bildung von Gefügerissen innerhalb
des Werkstücksgefüges bleibt gering. Dies gilt vor allem, wenn eine Zustellung der
Spaltrolle entsprechend der Lehre der DE 41 15 423 A1 von der Außenkante an ohne ein
axiales Eindrücken in das Werkstück ausschließlich radial erfolgt. Allerdings kann
sich hierbei ein relativ langer Materialzweig bilden, dessen Werkstoff nicht vollständig
zum Ausbilden der Nabe genutzt werden kann.
[0003] Zum spanlosen Anformen einer Nabe ist es aus der DE 44 44 526 C1 weiter bekannt,
an eine Seitenfläche einer Blechplatine eine Drückrolle mit einem relativ großen Drückradius
zuzustellen, durch welche Werkstückmaterial zum Ausbilden der Nabe in einen Aufnahmeraum
gedrückt wird. Der Aufnahmeraum ist um einen mittigen Werkzeugstift gebildet und durch
einen Anschlag an einem Vorsetzer begrenzt. In Abhängigkeit von der Größe dieses Aufnahmeraumes
soll die Wanddicke der anzuformenden Nabe bestimmt werden können. Bei diesen bekannten
Verfahren sind jedoch relativ hohe axiale und radiale Umformkräfte auf das Werkstück
auszuüben. Es sind entsprechend aufwändige Maschinen vorzusehen, wobei das Problem
besteht, dass bei einer Überbeanspruchung des Materiales die anzuformende Nabe abreißen
kann.
[0004] Ein insgesamt werkstückschonenderes Verfahren ist aus der DE 198 49 981 A1 bekannt,
bei welchem mittels einer speziellen Umformrolle eine Nabe spanlos angeformt wird.
Die spezielle Umformrolle umfasst eine Trennkante und einen sich daran unmittelbar
anschließenden Stauchbereich, dessen Außenprofil der Außenumfangskontur der anzuformenden
Nabe angepasst ist.
[0005] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Drückwalzmaschine anzugeben, mit welchen eine Nabe
besonders gefügeschonend und wirtschaftlich bei gleichzeitig hoher Gestaltungsfreiheit
anformbar ist.
[0006] Die Aufgabe wird durch Verfahren mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und 8 sowie durch
eine Drückwalzmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Bevorzugte Ausführungen
der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Nachformrolle
eine axiale Anschlagsfläche aufweist, durch welche eine axiale Erstreckung des V-förmig
abgezweigten Materialbereiches begrenzt wird. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird zunächst ein Materialbereich mittels einer Rolle mit einer spitzwinkeligen Trennkante
abgezweigt, wobei aufgrund der spitzwinkeligen Kontur der Rolle nur geringe Umformkräfte
aufgebracht werden müssen. Auf Grund der speziellen Kontur der Rolle können die Umformkräfte
sehr zielgerichtet in das Werkstück eingebracht werden. Hierdurch wird das Werkstückgefüge
geschont. Die Gefahr von einer Überbeanspruchung des Gefüges sowie des Entstehens
von Gefügerissen ist deutlich vermindert. Gleichzeitig kann aber auch eine hohe Gestaltungsfreiheit
und eine hervorragende Materialausnutzung erfolgen, da durch die Nachformrolle der
V-förmig abgezweigte Materialbereich in seiner axialen Erstreckung begrenzt wird.
Mit der Nachformrolle ist somit sogar eine Verdickung des abgezweigten Materialbereiches
zum Anformen der Nabe möglich.
[0008] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Rolle mit der spitzwinkeligen
Trennkante aus einem besonders hochfesten Werkzeugstahl oder einem anderen besonders
verschleißfesten Material gefertigt werden kann. Aufgrund der einfachen Formgebung
kann diese Rolle trotz des teuren und grundsätzlich schwer zu bearbeitenden Werkstoffes
kostengünstig gefertigt werden. Da die Rolle auf die eigentliche Form der anzuformenden
Nabe keinen maßgeblichen Einfluss hat, kann die spitzwinklige Rolle für eine Vielzahl
von Nabenformen eingesetzt werden. Ein Nacharbeiten der Rolle, etwa durch Schleifen
ist ohne weiteres möglich, ohne dass hierdurch die Kontur der anzuformenden Nabe beeinträchtigt
werden würde.
[0009] Die Nachformrolle kann wegen der andersartigen Beanspruchung aus einem einfacheren
Werkstoff gefertigt werden. Somit kann eine kostengünstige Anpassung des Verfahrens
an geänderte Nabenformen ohne Weiteres erfolgen. Ein Einlaufradius an der Nachformrolle
kann beliebig gewählt werden. Hierdurch kann ein Fußradius an der Nabe beliebig gewählt
werden.
[0010] Besonders wirtschaftlich ist es nach der Erfindung, wenn die axiale Anschlagsfläche
der Nachformrolle an einer Ausnehmung ausgebildet ist, durch welche eine Außenkontur
und eine axiale Länge der anzuformenden Nabe vorgegeben wird. Die Ausnehmung kann
dabei ein konvexes oder konkaves oder ein sonstiges Profil, wie Stufen, Nuten etc.
aufweisen, welches sich in entsprechender Weise an der Außenkontur der anzuformenden
Nabe abbildet.
[0011] Für das Gefüge des Werkstoffs ist es besonders schonend, wenn die Rolle mit der spitzwinkeligen
Trennkante von einer Anfangsposition an dem Werkstück bis zu einer Endposition zugestellt
wird, an welcher die Nabe an dem Werkstück axial vorspringt. Die Rolle mit der spitzwinkeligen
Trennkante wird bis zum Fußbereich der Nabe zugestellt. Die Nachformrolle braucht
sich in diesem Fall daher nur bis an den Rand des Fußbereiches erstrecken.
[0012] Abhängig von der gewünschten Form der Nabe kann zunächst die Zustellung der Rolle
mit der spitzwinkeligen Trennkante erfolgen, wobei die Zustellung der Nachformrolle
erst nach Abschluss der Ausformung des V-förmigen abgezweigten Bereiches erfolgt.
Für eine besonders kurze Bearbeitungszeit ist es erfindungsgemäß, dass die Nachformrolle
an den V-förmig abgezweigten Materialbereich zugestellt wird, noch bevor die Rolle
mit der spitzwinkeligen Trennkante ihre Endposition erreicht hat. Bei dieser Ausführung
erfolgt die Zustellung der Nachformrolle um eine bestimmte Zeitspanne versetzt, so
dass durch das Nachformen das Abspalten oder Abzweigen des V-förmigen Materialbereiches
nicht behindert wird.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Verfahrensvariante besteht darin, dass die Nabe zwischen
der Nachformrolle und einem Werkzeugdorn ausgeformt wird. Die Außenkontur des Werkzeugdorns
kann zylindrisch oder mit einem konvexen oder konkaven Profil, beispielsweise mit
einer Verzahnung oder Umfangsnuten versehen sein.
[0014] Das Werkstück kann an dem Drückfutter in beliebiger Weise entlang seines Umfanges
oder an der Randkante gehalten sein. Nach der Erfindung ist es jedoch bevorzugt, dass
das Werkstück in seinem Mittenbereich gehalten wird. Das Halten kann durch einen sogenannten
Gegenhalter erfolgen, welcher gleichzeitig in das Werkstück zentriert und dessen Außenbereich
den Werkzeugdorn bildet.
[0015] Als Ausgangswerkstück kann eine ebene Blechronde oder eine sonstige Vorform aus einem
Blech- oder Gussmaterial sein. Zum Anformen der Nabe wird die Rolle üblicherweise
an einem im Wesentlichen radial verlaufenden Werkstückbereich radial zugestellt. Für
besondere Werkstückformen ist es jedoch auch erfindungsgemäß, dass die Rolle mit der
spitzwinkeligen Trennkante radial und gleichzeitig axial zugestellt wird. So kann
beispielsweise ein Werkstückbereich mit einer sich in radialer Richtung ändernden
Wanddicke erstellt werden.
[0016] Ein weiteres erfindungsgemäßes Verfahren zum spanlosen Anformen einer Nabe ist dadurch
gekennzeichnet, dass ein radial äußerer Werkstückbereich axial in eine Vertiefung
eines Drückfutters gedrückt wird, so dass ein radial innerer Werkstückbereich um einen
definierten Betrag axial vorsteht, dass an dem vorstehenden inneren Werkstückbereich
eine Rolle zugestellt wird, durch welche eine Wanddicke des inneren Werkstückbereiches
verringert wird, und dass das dabei anfallende Werkstückmaterial zur Nabe geformt
wird. Dieses erfindungsgemäße Verfahren kann dann zum Einsatz kommen, wenn zum Anformen
einer Nabe nicht das gesamte Material einer Blechronde oder eines radialen Werkstückbereiches
zur Materialabnahme benötigt wird. Ein axiales Einpressen der Rolle mit einer lokal
erheblichen Beanspruchung des Werkstückgefüges, wie es im Stand der Technik erforderlich
ist, wird nach der Erfindung dadurch vermieden, dass ein definierter äußerer Werkstückbereich
um einen Teilbetrag der Wanddicke axial rückversetzt wird. Auf diese Weise entsteht
ein vorstehender innerer Werkstückbereich, an dessen Außenkante eine Umformrolle in
einfacher Weise zugestellt werden kann.
[0017] Dieses erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere mit einer Rolle mit einer spitzwinkeligen
Trennkante sowie der nachfolgenden Zustellung einer Nachformrolle gemäß dem vorbeschriebenen
Verfahren eingesetzt werden. Der radial innere, vorstehende Werkstückbereich kann
jedoch auch mit einer anderen bekannten Umformrolle zum spanlosen Anformen einer Nabe
in seiner Werkstückdicke verringert werden.
[0018] Dabei ist es erfindungsgemäß, dass der vorstehende innere Werkstückbereich in seiner
Wanddicke um den Betrag verringert wird, um welchen dieser axial gegenüber den gedrückten
äußeren Werkstückbereich vorsteht. Nach Anformen der Nabe entsteht so trotz der partiellen
Wanddickenverringerung eine praktisch ebene Werkstückfläche.
[0019] Auch bei diesem Verfahren kann jede beliebige Halterung des Werkstücks am Drückfutter
gewählt werden. Eine bevorzugte Möglichkeit besteht nach der Erfindung darin, dass
beim Drücken des äußeren Werkstückberexches diese radial erweitert und gegen einen
ringförmigen Absatz an dem Drückfutter geformt und dabei eingespannt wird. Das Werkstück
würde sozusagen kraft- und/oder formschlüssig in eine Ringform eingepresst werden,
wobei nach Beendigung der Bearbeitung das Werkstück durch eine Ausstoßeinrichtung
am Drückfutter ausgeworfen wird.
[0020] Hinsichtlich der Drückwalzmaschine ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich eine Nachformrolle mit einer axialen Anschlagsfläche vorgesehen ist und
dass die Nachformrolle räumlich und zeitlich versetzt zur Rolle mit der spitzwinkeligen
Trennkante zustellbar ist. Mit einer derartigen Drückwalzmaschine lässt sich das erfindungsgemäße
Verfahren ausführen, so dass sich die vorbeschriebenen Vorteile bei der erfindungsgemäßen
Drückwalzmaschine entsprechend ergeben.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsformen weiter erläutert,
welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens in drei unterschiedlichen
Verahrensstadien in einer stark schematisierten Teilquerschnittsansicht;
- Fig. 2
- eine schematische Anordnung der Umformrollen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren;
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens in drei Verfahrensstadien
gemäß der Ansichtsform von Fig. 1;
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens in drei Verfahrensstadien
gemäß der Ansichtsform von Fig. 1; und
- Fig. 5
- ein weiteres erfindungsgemäßes Verfahren in fünf Verfahrensstadien in einer stark
schematisierten Teilquerschnittsansicht.
[0022] Gemäß Fig. 1a wird ein rondenförmiges Werkstück 1 an einem Drückfutter 15 mit einer
Auflagefläche angeordnet und mittels eines Werkzeugdornes 16, welcher gleichzeitig
als Gegenhalter dient, axial festgespannt. An den freien Rand des um eine Rotationsachse
14 rotierenden Werkstücks 1 wird eine Rolle 10 mit einer spitzwinkeligen Trennkante
12 radial in einem spitzen Anstellwinkel zugestellt.
[0023] Entsprechend der Darstellung von Fig. 1b wird durch die Rolle 10 die Wanddicke des
Werkstücks 1 verringert, wobei ein Materialbereich 3 im Querschnitt etwa V-förmig
abgespalten wird. Bei diesem Spalten mit der Rolle 10 bleibt das Werkstückgefüge in
dem abgezweigten Materialbereich 3 und insbesondere in dem dickenverrringerten radialen
Wandbereich 4 weitgehend unverändert. Räumlich versetzt und zeitlich nachfolgend wird
an den abgezweigten Materialbereich 3 eine Nachformrolle 20 mit einer Ausnehmung 24
sowie einer zur Rotationsachse 14 radial gerichteten axialen Anschlagsfläche 22 zugestellt.
Die axiale Anschlagsfläche 22 begrenzt die axiale Erstreckung des V-förmig abgezweigten
Materialbereichs 3. Durch weiteres radiales Zustellen der Nachformrolle 20 entsprechend
Fig. 1c kann so eine Materialverdickung des abgezweigten Materialbereichs 3 entsprechend
der Kontur der Ausnehmung 24 erfolgen. Die Endform der Nabe 5 wird bei dieser Ausführungsform
zwischen dem Werkzeugdorn 16 und der Ausnehmung 24 der Nachformrolle 20 ausgebildet.
[0024] Die räumlich und zeitlich versetzte Zustellung der Rolle 10 zu der Nachformrolle
20 an das Werkstück 1 wird in Fig. 2 schematisch dargestellt. Die Rolle 10 und die
Nachformrolle 20 sind an einer einzigen Drückwalzmaschine gelagert, wobei deren Zustellachsen
um 120
o versetzt um die Rotationsachse angeordnet sind. An einer weiteren Zustellachse 9,
welche ebenfalls um 120 versetzt ist, kann beispielsweise eine weitere Nachformrolle
vorgesehen werden. Diese kann einen Kalibriervorgang oder einen speziellen Fußradius
am Übergang der Nabe 5 zu dem radial verlaufenden Bereich des Werkstücks 1 vorgeben.
[0025] Eine Verfahrensalternative ist in den Fig. 3a bis 3c dargestellt, wobei im Unterschied
zu dem Verfahren nach Fig. 1 die Rolle 10 mit der spitzwinkeligen Trennkante 12 nicht
nur radial, sondern gleichzeitig auch axial an das Werkstück 1 zugestellt wird. Auf
diese Weise wird an dem verbliebenen radialen Werkstückbereich 4 eine sich zur Rotationsachse
14 hin verjüngende Wanddicke eingestellt. Ein derartiger Wanddickenverlauf kann für
Getriebeteile mit einer gewünschten speziellen Flexibilität vorteilhaft sein.
[0026] Die weitere Verfahrensvariante gemäß den Fig. 4a bis 4c basiert ebenfalls auf den
zuvor beschriebenen Ausführungsformen, wobei im Unterschied zu der Ausführungsform
von Fig. 1 die Rolle 10 mit der spitzwinkeligen Trennkante 12 nicht an der Randkante,
sondern in einem mittleren Bereich des rondenförmigen Werkstücks 1 gemäß Fig. 4a ansetzt.
[0027] Die Rolle 10 wird zunächst in Schneidrichtung entsprechend der spitzwinkeligen Trennkante
in das Werkstück 1 eingefahren, um so eine Beeinträchtigung des Werktückgefüges des
Werkstücks 1 weitestgehend zu vermeiden. Die Verschieberichtung verläuft vertikal
zur Drehachse 11 der Rolle 10 und ist in Fig. 4b schematisch durch einen Pfeil dargestellt.
Nach Erreichen einer bestimmten axialen Position erfolgt die weitere Zustellung der
Rolle 10 wie bei der Ausführungsform von Fig. 1 in radialer Richtung, wobei nachfolgend
in der bereits beschriebenen Weise die Nachformrolle 20 zum Endformen der Nabe 5 zugestellt
wird.
[0028] Wie aus Fig. 4c deutlich zu erkennen ist, kann die Nachformrolle 20 von dem verdünnten,
radial verlaufenden Werkstückbereich 4 axial etwas beabstandet sein. Der Fußradius
am Übergang zwischen der Nabe 5 zu dem radialen Werkstückbereich 4 kann durch die
Rolle 10 oder eine separate Formgebungsrolle erfolgen.
[0029] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Umformkräfte weitgehend gleichmäßig
auf das Abzweigen des Materialbereichs 3 durch die Rolle 10 mit der spitzwinkeligen
Trennkante 12 und auf eine oder mehrere Nachformrollen 20 zum Aus- und Endformen des
Nabenbereichs 5 aus dem V-förmig abgezweigten Materialbereich 3 verteilt werden. Es
kann daher mit insgesamt geringeren maximalen Umformkräften gearbeitet werden, was
sowohl schonend für das Werkstück als auch für die Drückwalzmaschine ist. Der Verschleiß
und der Wartungsaufwand sowie der Energiebedarf zur Zustellung der Rollen werden vermindert.
Auf Grund der insgesamt geringeren Belastung der Werkzeuge besteht auch die Möglichkeit,
die Umformgeschwindigkeit zu erhöhen und damit die Fertigungszeit je Werkstück zu
verkürzen.
[0030] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist in den Fig. 5a bis 5e dargestellt. Ein rondenförmiges
Werkstück 1 wird an einem Druckfutter 15 mittels eines Werkzeugdorns 16 eingespannt,
welcher gleichzeitig als ein Gegenhalter zum mittigen axialen Anpressen des Werkstücks
1 gegen das Drückfutter 15 dient. Nachdem das Werkstück 1 um die Rotationsachse 14
in Drehung versetzt ist, wird mittels einer Anpressrolle, welche im vorliegenden Fall
die Nachformrolle 20 ist, ein äußerer Werkstüakbereich 6 in eine ringförmige Vertiefung
18 in Druckfutter 15 gedrückt, wie Fig. 5b zeigt. Es entsteht so ein rückversetzter
radial äußerer Werkstückbereich 6 sowie ein innerer vorstehender Werkstückbereich
7.
[0031] Gemäß Fig. 5c wird an dem äußeren Randvorsprung 8 des inneren Werkstückbereiches
7 eine Rolle 10 mit einer spitzwinkeligen Trennkante 12 radial zugestellt. Hierdurch
wird der innere Werkstückbereich 7 in seiner Wanddicke um den vorstehenden Wanddickenbetrag
verringert, wobei sich ein V-förmig abgezweigter Materialbereich 3 ausbildet. Durch
räumliches und zeitlich versetztes Zustellen einer Nachformrolle 20 mit einer Ausnehmung
24 und einer axialen Anschlag fläche 22 wird die axiale Erstreckung des abgezweigten
Materialbereichs 3 begrenzt. Durch weiteres radiales Zustellen der Nachformrolle 20
kann dieser Materialbereich verdickt und zu der gewünschten Form der Nabe 5 endgeformt
werden.
[0032] Wie aus Fig. 5e zu erkennen ist, wird durch dieses Verfahren ein Werkstück 1 mit
einer Nabe 5 und einem äußeren Werkstückbereich 6 mit einer Wandverdickung geschaffen,
wobei jedoch die bearbeitete Stirnseite eben ausgebildet ist.
[0033] Am äußeren Werkstückbereich 6 steht somit ausreichend Material zur Verfügung, welcher
gegebenenfalls für eine weitere spanlose oder spanabhebende Bearbeitung zu einem gewünschten
Getriebeteil dienen kann.
1. Verfahren zum spanlosen Anformen einer Nabe (5) an einem Werkstück (1), bei dem eine
Rolle (10) mit einer spitzwinkeligen Trennkante (12) an das um eine Rotationsachse
(14) rotierende Werkstück (1) zugestellt und ein Materialbereich (3) etwa V-förmig
abgezweigt wird, wobei dieser Materialbereich (3) nachfolgend durch mindestens eine
Nachformrolle (20) zu der Nabe (5) endgeformt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nachformrolle (20) eine axiale Anschlagsfläche (22) aufweist, durch welche eine
axiale Erstreckung des V-förmig abgezweigten Materialbereiches (3) begrenzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die axiale Anschlagsfläche (22) der Nachformrolle (20) an einer Ausnehmung (24) ausgebildet
ist, durch welche eine Außenkontur und eine axiale Länge der anzuformenden Nabe (5)
vorgegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rolle (10) mit der spitzwinkeligen Trennkante (12) von einer Ausgangsposition
an dem Werkstück (1) bis zu einer Endposition zugestellt wird, an welcher die Nabe
(5) an dem Werkstück (1) axial vorspringt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nachformrolle (20) an den V-förmig abgezweigten Materialbereich (3) zugestellt
wird, noch bevor die Rolle (10) mit der spitzwinkligen Trennkante (12) ihre Endposition
erreicht hat.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nabe (5) zwischen der Nachformrolle (20) und einem mittigen Werkzeugdorn (16)
ausgeformt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Werkstück (1) in seinem Mittenbereich gehalten wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rolle (10) mit der spitzwinkligen Trennkante (12) radial und gleichzeitig axial
zugestellt wird.
8. Verfahren zum spanlosen Anformen einer Nabe, insbesondere nach einem der Ansprüche
1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
- dass ein radial äußerer Werkstückbereich (6) axial in eine Vertiefung (18) eines Drückfutters
(15) gedrückt wird, so dass ein radial innerer Werkstückbereich (7) um einen definierten
Betrag axial vorsteht,
- dass an dem vorstehenden inneren Werkstückbereich (7) eine Rolle (10) zugestellt wird,
durch welche eine Wanddicke des inneren Werkstückbereiches (7) verringert wird, und
- dass das dabei anfallende Werkstückmaterial zur Nabe (5) geformt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der vorstehende innere Werkstückbereich (7) in seiner Wanddicke um den Betrag verringert
wird, um welchen dieser axial gegenüber dem gedrückten äußeren Werkstückbereich (6)
vorsteht.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Drücken des äußeren Werkstückbereiches (6) dieser radial erweitert und gegen
einen ringförmigen Absatz an dem Drückfutter (15) geformt und dabei eingespannt wird.
11. Drückwalzmaschine, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 10,
mit mindestens einer Rolle (10) mit einer spitzwinkeligen Trennkante (12) und mit
einem Drückfutter (15) zum Aufnehmen und Halten des Werkstücks (1), wobei das Drückfutter
(15) relativ zu der Rolle (10) rotierend antreibbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass zusätzlich eine Nachformrolle (20) mit einer axialen Anschlagsfläche (22) vorgesehen
ist und
- dass die Nachformrolle (20) räumlich und zeitlich versetzt zur Rolle (10) mit der spitzwinkligen
Trennkante (12) zustellbar ist.