[0001] Die Erfindung betrifft ein Ventilsystem für Verbrennungskraftmaschinen insbesondere
zur Abgasrückführung mit zumindest einem Gehäuse, in dem eine Antriebseinheit mit
einer Antriebswelle, eine exzentrisch angetriebene Kupplungseinheit und zumindest
ein Ventil angeordnet sind, wobei das Ventil zumindest aus einer Ventilstange, einem
Ventilschließkörper und einem Ventilsitz besteht, wobei die Kupplungseinheit die rotatorische
Bewegung der Antriebseinheit in eine lineare Bewegung der Ventilstangen umwandelt.
[0002] Das Prinzip eines solchen Ventilsystems wird beispielsweise in der Europäischen Patentanmeldung
EP 10 91 112 A2 beschrieben. Ein solches Ventilsystem weist im wesentlichen eine Antriebseinheit,
eine Getriebeeinheit mit einem über einen Zapfen exzentrisch angeordneten Lager als
Kupplungsteil und ein Ventil mit Ventilstange, Ventilschließglied und Ventilsitz auf,
wobei die Getriebeeinheit mit der Ventilstange in Wirkverbindung steht und dadurch
das Ventil öffnen oder schließen kann. Des weiteren weist sie eine Auslaßöffnung und
eine Einlaßöffnung auf.
[0003] Häufig ist es jedoch notwendig, die in einer Verbrennungskraftmaschine vorhandenen
Abgasstränge voneinander zu entkoppeln. Dies ist beispielsweise bei Motoren in V-Bauform,
bei denen das Abgas aus beiden Zylinderbänken zurückgeführt wird, der Fall. Dadurch
wird es notwendig, für jeden Abgasstrang ein Ventil zur Abgasrückführung zu verwenden.
Dabei wird jedes Ventil durch einen eigenen Antrieb betätigt. Dies führt zu einem
hohen Kosten- und Montageaufwand. Zusätzlich muß jedes einzelne Ventil mit einer eigenen
Sensorik zur Feststellung des Ventilhubes ausgestattet und mit der Auswerteeinheit
verbunden werden.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Ventilsystem zu schaffen,
welches die oben genannten Nachteile vermeidet und zudem einfach aufgebaut und kostengünstig
herzustellen ist.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß in dem Gehäuse mindestens zwei Ventile in
einer Ebene, die lotrecht zur Antriebswelle der Antriebseinheit verläuft, angeordnet
sind und daß die Kupplungseinheit eine Wirkverbindung zwischen der einen Antriebseinheit
und den mindestens zwei Ventilstangen herstellt.
[0006] Vorteilhafterweise besteht die Kupplungseinheit aus einem durch die Antriebswelle
exzentrisch angetriebenen Koppelelement und mindestens zwei fest mit dem Koppelelement
verbundenen Kupplungssträngen, wobei die Kupplungsstränge jeweils aus einem ersten
Exzenter, einer in einem Lager angeordneten Verbindungswelle, die an ihrem ersten
Ende mit dem ersten Exzenter und an ihrem zweiten Ende mit einem zweiten Exzenter
fest verbunden ist und einem fest mit dem zweiten Exzenter verbundenen Lagerelement
bestehen.
[0007] Ein derartig gestaltetes Ventilsystem benötigt somit zur Betätigung mehrerer Ventile
nur noch eine Antriebseinheit und gegebenenfalls eine Sensoreinheit. Des weiteren
wird für die Ventile nur noch ein Gehäuse benötigt, so daß das gesamte Ventilsystem
fertig vormontiert am Ansaugstrang bzw. den Abgassträngen angebracht werden kann.
Dies reduziert sowohl den mechanischen als auch den elektrischen Montageaufwand erheblich,
wodurch zusätzlich zu den reduzierten Bauteilkosten auch eine Reduzierung der Montagekosten
entsteht.
[0008] Des weiteren ist es möglich, die Ventile je nach Winkelstellung des jeweils ersten
zum jeweils zweiten Exzenter eines Kupplungsstranges entweder synchron, also gleichzeitiges
Öffnen und Schließen der Ventile, insbesondere bei Verbrennungsmotoren in V-Bauform
oder asynchron, also zeitlich versetztes Öffnen und Schließen der Ventile, zu betätigen.
Dadurch wird eine Vielzahl von Einbaumöglichkeiten für ein solches Ventilsystem geschaffen.
[0009] Dadurch, daß als Lagerelemente Wälz- oder Gleitlager eingesetzt werden, kann des
weiteren eine besonders einfache und robuste Ausführungsform des Ventilsystems geschaffen
werden.
[0010] Eine besonders einfache Form der Lagerung der Verbindungswelle der beiden Exzenter
wird dadurch geschaffen, daß das Lager mit dem Gehäuse des Ventilsystems verbunden
ist. Die Wälzlager sind vorteilhafterweise in Kulissen angeordnet, die mit den Ventilstangen
fest verbunden sind, so daß eine Zwangsführung der Ventilstangen entsteht.
[0011] Bei einem Anbau dieses Ventilsystems an Saugrohre aus Kunststoff oder Magnesium kann
eine Wasserkühlung in das Gehäuse integriert werden.
[0012] Auf diese Art und Weise wird somit ein Ventilsystem geschaffen, welches einfach und
robust aufgebaut ist und zusätzlich Gewicht spart. Des weiteren erreicht man eine
hohe Flexibilität bezüglich Einbau und Vormontage. Durch die Zwangsführung können
des weiteren die Ventile aktiv geschlossen und auch zugehalten werden.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel eines solchen Ventilsystems ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird nachfolgend beschrieben.
[0014] Figur 1 zeigt eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Ventilsystems
mit geschnittenem Gehäuse und ohne Gehäusedeckel.
[0015] Figur 2 zeigt eine perspektivische Darstellung des Ventilsystems ohne Antriebseinheit
und ohne Gehäusedeckel mit geschnittenem Gehäuse.
[0016] Figur 3 zeigt in perspektivischer Darstellung einen Ausschnitt des Ventilsystems
ohne Gehäusedeckel und hier insbesondere eine erfindungsgemäße Kupplungseinheit und
eine Kulisse zur Zwangsführung, mit Pfeilen zur Verdeutlichung der Bewegungsrichtung
der einzelnen Bauteile der Kupplungseinrichtung.
[0017] Figur 4 zeigt in perspektivischer Ansicht einen Abtriebsteil der Kupplungseinheit
bei asynchronem Betrieb.
[0018] Das dargestellte Ventilsystem besteht aus einer Antriebseinheit 1, welche einen Elektromotor
2 mit einem Planetenstandgetriebe 3 und einer aus einem Motorgehäuse 4 austretenden
Antriebswelle 5 besteht. Auf dem Ende der aus dem Motorgehäuse 4 austretenden Antriebswelle
5 ist ein exzentrisch angeordneter Mitnehmer 6 fest angebracht, der wiederum über
einen Stift 7 mit einem Koppelelement 8, welches lotrecht zur Antriebswelle 5 steht,
drehbar verbunden ist. Die Drehbewegung der Antriebswelle 5 wird über dieses Koppelelement
auf zwei baugleiche Kupplungsstränge 9 übertragen. Der exzentrisch angeordnete Mitnehmer
6, der Stift 7, das Koppelelement 8 und die beiden Kupplungsstränge 9 bilden eine
Kupplungseinheit 10. Jeder der beiden Kupplungsstränge 9 besteht aus einem ersten
Exzenter 11, der wiederum über einen Stift 12 mit dem Koppelelement 8 verbunden ist,
sowie einer in einem Lager 13, welches in Bezug auf die Antriebswelle 5 fest angebracht
ist, angeordneten Verbindungswelle 14, die den ersten Exzenter 11 mit einem zweiten
Exzenter 15 verbindet. Dieser zweite Exzenter 15 ist wiederum über einen Stift 16
mit einem Lagerelement, in diesem Fall einem Wälzlager 17 verbunden. Dieses Wälzlager
17 bildet gleichzeitig das Endglied der Kupplungseinheit 10 bzw. der beiden Kupplungsstränge
9. Die beiden Wälzlager 17 sind jeweils in einer Kulisse 18 angeordnet, die die Bewegung
der Kupplungseinheit 10 bzw. des Wälzlagers 17 auf zwei Ventilstangen 19, die gleichzeitig
durch die Kulisse 18 zwangsgeführt werden, überträgt.
[0019] In Figur 3 sind die einzelnen Bewegungsrichtungen der Bauelemente der Kupplungseinheit
10 noch einmal durch Pfeile dargestellt. Im einzelnen wird die Drehbewegung der Antriebswelle
5 durch den exzentrisch angeordneten Mitnehmer 6 im wesentlichen in eine horizontale
Bewegung des Koppelelementes 8 umgewandelt. Über die beiden Exzenter 11 und 15 sowie
die Verbindungswelle 14 wird diese horizontale Bewegung im wesentlichen über die feststehende
rotierende Verbindungswelle 14 in eine rotatorische Bewegung des zweiten Exzenters
15 umgewandelt. Dieser wiederum überträgt diese Bewegung auf die Wälzlager 17, woraus
eine im wesentlichen vertikale Bewegung der Kulissen 18 und somit der fest mit den
Kulissen verbundenen Ventilstangen 19 entsteht. Durch diese vertikale Bewegung werden
zwei Ventilteller 20, die fest mit den Ventilstangen 19 verbunden sind, gegen ihre
Ventilsitze 21, die Teil eines Gehäuseteils 22 sind, gepreßt. Durch die Bewegung der
Antriebswelle 5 in entgegengesetzte Richtung werden die Ventilteller vom Ventilsitz
21 abgehoben, wodurch eine fluidische Verbindung zwischen Auslaßöffnung 23 und Einlaßöffnung
24 hergestellt wird. Zur stromlosen Rückstellung des Ventiltellers 20 ist ein Federelement
25 vorgesehen, welches die Ventilstange 19 in Richtung des Lagers 17 unter Vorspannung
hält. Diese Vorspannung entsteht durch Einbringen des Federelementes 25 zwischen einer
Auflagefläche 26 des Gehäuseteils 22 und einem Auflagering 27, welcher entweder Teil
der Kulisse 18 ist, oder wie im Ausführungsbeispiel ein unter der Kulisse 18 angeordneter
Federteller ist. Bei einem Ausfall des Elektromotors 2 wird also der Auflagering 27
der Kulisse 18 in Richtung des Wälzlagers 17 durch die Kraft des Federelementes 25
belastet und somit der Ventilteller 20 über die Ventilstange 19 gegen den Ventilsitz
21 gepreßt.
[0020] Das Gehäuseteil 22 ist so aufgebaut, daß es nicht nur den Ventilsitz 21, die Auslaßöffnung
23, die Einlaßöffnung 24 sowie die Auflagefläche 26 für das Federelement 25 beinhaltet,
sondern zusätzlich zwei Lageraufnahmesockel 28 aufweist, die die Lager 13 der Verbindungswellen
14 aufnehmen. Das gesamte Ventilsystem wird durch einen in den Zeichnungen nicht dargestellten
Gehäusedeckel verschlossen.
[0021] Durch die Trennung der Abgasstränge im Einlaßbereich können die Ventile je nach Stellung
des jeweils ersten Exzenters 11 zum zweiten Exzenter 15 entweder synchron, was insbesondere
bei Verbrennungsmotoren in V-Bauform sinnvoll ist, oder wie in Figur 4 dargestellt
asynchron betätigt werden. Hier ist der zweite Exzenter 15 eines Kupplungsstranges
9 um 180° im Vergleich zu dem Exzenter 15 des anderen Kupplungsstranges gedreht, wodurch
eine entgegengesetzte Bewegung der beiden Ventilstangen 19 entsteht. Je nach Anwendung
ist jedoch jede Winkelstellung der beiden Exzenter 15 zueinander vorstellbar.
[0022] Vorteilhafterweise kann in das Gehäuse eine Wasserkühlung integriert werden, was
es möglich macht, dieses Ventil bei Einsatz als Abgasrückführventil auch an Saugrohren
aus Kunststoff oder Magnesium anzubringen.
[0023] Mit der erfindungsgemäßen Ausführung liegt eine Konstruktion vor, bei der durch Einsatz
der Kupplungseinheit zwei oder mehrere Ventile mit einem Stellantrieb unabhängig voneinander
betätigt werden. Eine solche Ausführung reduziert Kosten, Bauraum und die Anzahl der
Bauteile und somit Gewicht. Des weiteren werden die Ventile durch die Zwangsführung
aktiv geschlossen und auch in dieser Schließstellung gehalten.
[0024] Veränderungen bezüglich der Ausführung, beispielsweise einer Mehrteiligkeit des Gehäuses
oder einer anderen Ausführung der Ventile zum Beispiel als Kegelventil o.ä. beschränken
den Schutzbereich der Erfindung nicht.
1. Ventilsystem für Verbrennungskraftmaschinen insbesondere zur Abgasrückführung mit
mindestens einem Gehäuse, in dem eine Antriebseinheit mit einer Antriebswelle, eine
exzentrisch angetriebenen Kupplungseinheit und zumindest ein Ventil angeordnet sind,
wobei das Ventil zumindest aus einer Ventilstange, einem Ventilschließkörper und einem
Ventilsitz besteht, wobei die Kupplungseinheit die rotatorische Bewegung der Antriebseinheit
in eine lineare Bewegung der Ventilstangen umwandelt, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Gehäuseteil (22) mindestens zwei Ventile in einer Ebene, die lotrecht zur
Antriebswelle (5) der Antriebseinheit (1) verläuft, angeordnet sind und daß die Kupplungseinheit
(10) eine Wirkverbindung zwischen der einen Antriebseinheit (1) und den mindestens
zwei Ventilstangen (19) herstellt.
2. Ventilsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungseinheit (10) aus einem durch die Antriebswelle (5) exzentrisch angetriebenen
Koppelelement (8) und mindestens zwei fest mit dem Koppelelement (8) verbundenen Kupplungssträngen
(9) besteht, wobei die Kupplungsstränge (9) jeweils aus einem ersten Exzenter (11),
einer in einem Lager (13) angeordneten Verbindungswelle (14), die an ihrem ersten
Ende mit dem ersten Exzenter (11) und an ihrem zweiten Ende mit einem zweiten Exzenter
(15) fest verbunden ist und einem fest mit dem zweiten Exzenter (15) verbundenen Lagerelement
(17) bestehen.
3. Ventilsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventile je nach Winkelstellung des jeweils ersten Exzenters (11) zum jeweils
zweiten Exzenter (15) eines Kupplungsstranges (9) entweder synchron, insbesondere
bei Verbrennungsmotoren in V-Bauform, oder asynchron betätigbar sind.
4. Ventilsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerelemente Wälzlager (17) sind.
5. Ventilsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerelemente Gleitlager sind.
6. Ventilsystem nach Anspruch 2, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerelemente (13) der Verbindungswelle (14) fest mit dem Gehäuseteil (22) verbunden
sind.
7. Ventilsystem nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager (17) in Kulissen (18) angeordnet sind, die mit den Ventilstangen (19) fest
verbunden sind, so daß die Ventilstangen (19) zwangsgeführt sind.
8. Ventilsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Wasserkühlung im Gehäuseteil (22) angeordnet ist.