[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer textilen Kettenwirkware
(D) mit Verankerungselementen an der technischen Rückseite der Ware.
[0002] Eine derartige textile Kettenware ist im Stand der Technik in den unterschiedlichsten
Ausführungsformen bekannt, die als Verschlüsse für Wegwerfartikel wie Windeln und
Inkontinenzkleidungsstücken und in anderen Einmalverwendungen und Verwendungen für
geringe Beanspruchung eingesetzt werden. Die vorliegende Erfindung ist insbesondere
darauf gerichtet, bei gleichbleibender oder sogar verbesserter Kletthaftung wirtschaftlicher
zu arbeiten, d.h. Materialkosten und/oder Kosten beim Herstellungsverfahren solcher
Kettenwirkware einzusparen.
[0003] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine dritte nur über eine Nadel (C) legende
Legeschiene für einer Overfit-Legung zur Erzeugung eines Kletthaftungseffekts vorgesehen
wird, die zwischen den benachbarten Maschenstäbchen (A) so angeordnet ist, daß sie
nicht mit der Grundware (G) arbeitet, jedoch im Maschenstäbchen (A) mit der Grundware
(G) mittels einer Vermaschung (E) verbunden wird, sich über eine oder mehrere Maschenreichen
(B) erstreckt, die im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) gelegt wird, und
wobei die dritte Legeschiene in der Grundware (G) mit zwei Maschenreihen (B) verbunden
und im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) festgehalten wird und anschließend
nach links über zwei oder mehrere Nadeln in die leere Nadel (C) ausweicht, die den
Faden zu einer Masche ausbildet, und daß die nächste Verbindung mit der Grundware
(G) auf das benachbarte Maschenstäbchen (A) mit zwei Maschenreihen (B) eingewirkt
wird und anschließend um zwei oder mehrere Nadeln nach rechts in die leere Nadel (C)
ausweicht, die den Faden zu einer Masche ausbildet.
[0004] Erfindungsgemäß ist es also in überraschenderweise möglich, auf jeden zweiten Faden
in der dritten Legeschiene zu verzichten, was zu einer Gewichtseinsparung von ca.
15% führt, ohne daß die Kletthaftung in irgendeiner Form verschlechtert wird. Im Gegenteil,
es wurden sogar verbesserte Werte in der Praxis für verschiedene Materialien festgestellt.
[0005] Weitere Vorteile und Merkmale gehen aus den Unteransprüchen hervor, die auch gemeinsam
mit dem Hauptanspruch von erfinderischer Bedeutung sein können.
[0006] Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung zum besseren
Verständnis derselben näher erläutert. Es dürfte jedoch einleuchten, daß die Erfindung
hierauf nicht beschränkt ist.
[0007] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung, die die Einzellegungsaufstellung für die Grund- und
die überfütterungsbildenden Verbindergarne zeigt, daß durch eine Kettenwirkmaschine
ausgeführt wird, in dem sie eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Erzeugnisses gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung kettenwirkt; und
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäß hergestellten Kettenwirkware im Ausschnitt.
[0008] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Kettenwirkgrundware G, die aus zwei Legeschienen
und den dazugehörigen Fadenscharen hergestellt wird und mit einer neuen Overfit oder
Überfütterungslegung kombiniert wurde, die dann eine Kettenwirkware D darstellt.
[0009] Dieser sogenannte overfit-Effekt wird erreicht, indem man zwei Sätze von Fadenscharen,
die in zwei Legeschienen eingefädelt werden, einmal einen Satz von Fäden die über
mindestens zwei Nadeln und mehr, und eine darauf folgende Legeschiene, die nur über
eine Nadel legt, die letztere Legeschiene jedoch die Grundware G verfestigt.
[0010] Diese Grundware G besteht aus Maschenstäbchen (A) und Maschenreihen (B).
[0011] Die Maschenstäbchen (A) müssen so angeordnet sein, daß zwischen dem benachbarten
Maschenstäbchen (A) eine nicht mit der Grundware (G) arbeitenden Nadel (C) vorhanden
ist, die dann den overfit-Effekt erzeugt.
[0012] Die overfit-Legung die den Kletthaftungseffekt erzeugt, wird im Maschenstäbchen (A)
mit der Grundware (G) verbunden.
[0013] Diese Verbindung (E) erstreckt sich über eine Maschenreihe (B), und mehr, die im
Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) gelegt wird.
[0014] Um den overfit-Effekt zu erreichen, wird die 3. Legeschiene, die in der Grundware
(G) mit zwei Maschenreihen (B) verbunden, und im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen
(A) festgehalten wird. Es folgt eine Ausweichbewegung nach links über zwei Nadeln,
und mehr, in die leere Nadel (C) die den Faden zu einer Masche ausbildet. Da jedoch
die vorhergehende Masche und die nachfolgende Masche legungsmäßig und einzugstechnisch
(Fadenschar) nicht vorhanden ist, wird sie wieder abgeworfen, und die für den overfit-Effekt
gewünschte Fadenmenge erzielt.
[0015] Um eine Gewichtseinsparung von ca. 15% der Ware zu erreichen, sowie die Kletthaftungswerte
zu erhalten, wird das nächste Festhalten in der Grundware (G) auf das benachbarte
Maschenstäbchen (A) mit 2 Maschenreihen eingewirkt. Es folgt wiederum eine Ausweichbewegung
jedoch nach rechts, um zwei Nadeln, und mehr, in die leere Nadel (C) die den Faden
zu einer Masche ausbildet. Da jedoch die vorhergehende Masche und die nachfolgende
Masche legungsmäßig und einzugstechnisch (Fadenschar) nicht vorhanden ist, wird sie
wieder abgeworfen, und die für den overfit-Effekt gewünschte Fadenmenge (F) erzielt,
die besonders in Fig. 2 deutlich hervorgehoben wird und die Überfütterungsstruktur
zeigt, die zum Festhalten der (nicht gezeigten) Verankerungshaken sehr gut geeignet
ist.
[0016] Nur so ist es möglich, auf jeden zweiten Faden in der dritten Legeschiene zu verzichten,
das wiederum bedeutet ca. 15% Gewichtseinsparung bei gleichbleibender, oder je nach
Material sogar besserer Kletthaftung, so daß die erfindungsgemäße Kettenware ein Gewicht
von 25-30 g/m
2, insbesondere von 26 g/m
2 aufweist.
1. Verfahren zum Herstellen einer textilen Kettenwirkware (D) mit Verankerungselementen
an der technischen Rückseite der Ware, die für einen gepaarten Eingriff mit einhakenden
Elementen einer anderen Ware zur Verwendung in einem zweikomponentigen Warenverbinder
des Klettverschlußtyps ausgelegt sind, wobei die aus Maschenstäbchen (A) und Maschenreihen
(B) bestehende Kettenwirkgrundware (G) mittels zwei Legeschienen und dazu gehörigen
Fadenscharen hergestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine dritte nur über eine Nadel (C) legende Legeschiene für einer Overfit-Überfütterungslegung
zur Erzeugung eines Kletthaftungseffekts vorgesehen wird, die zwischen den benachbarten
Maschenstäbchen (A) so angeordnet ist, daß sie nicht mit der Grundware (G) arbeitet,
jedoch im Maschenstäbchen (A) mit der Grundware (G) mittels einer Vermaschung (E)
verbunden wird, sich über eine oder mehrere Maschenreichen (B) erstreckt, die im Wechsel
zum benachbarten Maschenstäbchen (A) gelegt wird,
und wobei die dritte Legeschiene in der Grundware (G) mit zwei Maschenreihen (B) verbunden
und im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) festgehalten wird und anschließend
nach links über zwei oder mehrere Nadeln in die leere Nadel (C) ausweicht, die den
Faden zu einer Masche ausbildet,
und daß die nächste Verbindung mit der Grundware (G) auf das benachbarte Maschenstäbchen
(A) mit zwei Maschenreihen (B) eingewirkt wird und anschließend um zwei oder mehrere
Nadeln nach rechts in die leere Nadel (C) ausweicht, die den Faden zu einer Masche
ausbildet.
2. Textile Kettenwirkware (D), hergestellt nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1.