(19)
(11) EP 1 365 054 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.11.2003  Patentblatt  2003/48

(21) Anmeldenummer: 02015060.3

(22) Anmeldetag:  05.07.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7D04B 21/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder: Mattes & Ammann KG
72469 Messstetten (Tieringen) (DE)

(72) Erfinder:
  • Larsén, Christoph Sven
    Messstetten-Tieringen (DE)

(74) Vertreter: Fleck, Thomas, Dr. Dipl.-Chem. 
Raffay & Fleck Patentanwälte Geffckenstrasse 6
20249 Hamburg
20249 Hamburg (DE)

   


(54) Textile Kettenware


(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer textilen Kettenwirkware mit Verankerungselementen an der technischen Rückseite der Ware. Die Erfindung ist darauf gerichtet, bei gleichbleibender oder verbesserter Kletthaftung wirtschaftlicher zu arbeiten und Materialkosten und/oder Kosten beim Herstellungsverfahren einzusparen. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine dritte nur über eine Nadel (C) legende Legeschiene für einer Overfit-Überfütterungslegung zur Erzeugung eines Kletthaftungseffekts vorgesehen wird, die zwischen den benachbarten Maschenstäbchen (A) so angeordnet ist, daß sie nicht mit der Grundware (G) arbeitet, jedoch im Maschenstäbchen (A) mit der Grundware (G) mittels einer Vermaschung (E) verbunden wird, sich über eine oder mehrere Maschenreichen (B) erstreckt, die im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) gelegt wird, und wobei die dritte Legeschiene in der Grundware (G) mit zwei Maschenreihen (B) verbunden und im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) festgehalten wird und anschließend nach links über zwei oder mehrere Nadeln in die leere Nadel (C) ausweicht, die den Faden zu einer Masche ausbildet, und daß die nächste Verbindung mit der Grundware (G) auf das benachbarte Maschenstäbchen (A) mit zwei Maschenreihen (B) eingewirkt wird und anschließend um zwei oder mehrere Nadeln nach rechts in die leere Nadel (C) ausweicht, die den Faden zu einer Masche ausbildet (Fig.1).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer textilen Kettenwirkware (D) mit Verankerungselementen an der technischen Rückseite der Ware.

[0002] Eine derartige textile Kettenware ist im Stand der Technik in den unterschiedlichsten Ausführungsformen bekannt, die als Verschlüsse für Wegwerfartikel wie Windeln und Inkontinenzkleidungsstücken und in anderen Einmalverwendungen und Verwendungen für geringe Beanspruchung eingesetzt werden. Die vorliegende Erfindung ist insbesondere darauf gerichtet, bei gleichbleibender oder sogar verbesserter Kletthaftung wirtschaftlicher zu arbeiten, d.h. Materialkosten und/oder Kosten beim Herstellungsverfahren solcher Kettenwirkware einzusparen.

[0003] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine dritte nur über eine Nadel (C) legende Legeschiene für einer Overfit-Legung zur Erzeugung eines Kletthaftungseffekts vorgesehen wird, die zwischen den benachbarten Maschenstäbchen (A) so angeordnet ist, daß sie nicht mit der Grundware (G) arbeitet, jedoch im Maschenstäbchen (A) mit der Grundware (G) mittels einer Vermaschung (E) verbunden wird, sich über eine oder mehrere Maschenreichen (B) erstreckt, die im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) gelegt wird, und wobei die dritte Legeschiene in der Grundware (G) mit zwei Maschenreihen (B) verbunden und im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) festgehalten wird und anschließend nach links über zwei oder mehrere Nadeln in die leere Nadel (C) ausweicht, die den Faden zu einer Masche ausbildet, und daß die nächste Verbindung mit der Grundware (G) auf das benachbarte Maschenstäbchen (A) mit zwei Maschenreihen (B) eingewirkt wird und anschließend um zwei oder mehrere Nadeln nach rechts in die leere Nadel (C) ausweicht, die den Faden zu einer Masche ausbildet.

[0004] Erfindungsgemäß ist es also in überraschenderweise möglich, auf jeden zweiten Faden in der dritten Legeschiene zu verzichten, was zu einer Gewichtseinsparung von ca. 15% führt, ohne daß die Kletthaftung in irgendeiner Form verschlechtert wird. Im Gegenteil, es wurden sogar verbesserte Werte in der Praxis für verschiedene Materialien festgestellt.

[0005] Weitere Vorteile und Merkmale gehen aus den Unteransprüchen hervor, die auch gemeinsam mit dem Hauptanspruch von erfinderischer Bedeutung sein können.

[0006] Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung zum besseren Verständnis derselben näher erläutert. Es dürfte jedoch einleuchten, daß die Erfindung hierauf nicht beschränkt ist.

[0007] Es zeigt:
Fig. 1
eine schematische Darstellung, die die Einzellegungsaufstellung für die Grund- und die überfütterungsbildenden Verbindergarne zeigt, daß durch eine Kettenwirkmaschine ausgeführt wird, in dem sie eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Erzeugnisses gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung kettenwirkt; und
Fig. 2
eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäß hergestellten Kettenwirkware im Ausschnitt.


[0008] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Kettenwirkgrundware G, die aus zwei Legeschienen und den dazugehörigen Fadenscharen hergestellt wird und mit einer neuen Overfit oder Überfütterungslegung kombiniert wurde, die dann eine Kettenwirkware D darstellt.

[0009] Dieser sogenannte overfit-Effekt wird erreicht, indem man zwei Sätze von Fadenscharen, die in zwei Legeschienen eingefädelt werden, einmal einen Satz von Fäden die über mindestens zwei Nadeln und mehr, und eine darauf folgende Legeschiene, die nur über eine Nadel legt, die letztere Legeschiene jedoch die Grundware G verfestigt.

[0010] Diese Grundware G besteht aus Maschenstäbchen (A) und Maschenreihen (B).

[0011] Die Maschenstäbchen (A) müssen so angeordnet sein, daß zwischen dem benachbarten Maschenstäbchen (A) eine nicht mit der Grundware (G) arbeitenden Nadel (C) vorhanden ist, die dann den overfit-Effekt erzeugt.

[0012] Die overfit-Legung die den Kletthaftungseffekt erzeugt, wird im Maschenstäbchen (A) mit der Grundware (G) verbunden.

[0013] Diese Verbindung (E) erstreckt sich über eine Maschenreihe (B), und mehr, die im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) gelegt wird.

[0014] Um den overfit-Effekt zu erreichen, wird die 3. Legeschiene, die in der Grundware (G) mit zwei Maschenreihen (B) verbunden, und im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) festgehalten wird. Es folgt eine Ausweichbewegung nach links über zwei Nadeln, und mehr, in die leere Nadel (C) die den Faden zu einer Masche ausbildet. Da jedoch die vorhergehende Masche und die nachfolgende Masche legungsmäßig und einzugstechnisch (Fadenschar) nicht vorhanden ist, wird sie wieder abgeworfen, und die für den overfit-Effekt gewünschte Fadenmenge erzielt.

[0015] Um eine Gewichtseinsparung von ca. 15% der Ware zu erreichen, sowie die Kletthaftungswerte zu erhalten, wird das nächste Festhalten in der Grundware (G) auf das benachbarte Maschenstäbchen (A) mit 2 Maschenreihen eingewirkt. Es folgt wiederum eine Ausweichbewegung jedoch nach rechts, um zwei Nadeln, und mehr, in die leere Nadel (C) die den Faden zu einer Masche ausbildet. Da jedoch die vorhergehende Masche und die nachfolgende Masche legungsmäßig und einzugstechnisch (Fadenschar) nicht vorhanden ist, wird sie wieder abgeworfen, und die für den overfit-Effekt gewünschte Fadenmenge (F) erzielt, die besonders in Fig. 2 deutlich hervorgehoben wird und die Überfütterungsstruktur zeigt, die zum Festhalten der (nicht gezeigten) Verankerungshaken sehr gut geeignet ist.

[0016] Nur so ist es möglich, auf jeden zweiten Faden in der dritten Legeschiene zu verzichten, das wiederum bedeutet ca. 15% Gewichtseinsparung bei gleichbleibender, oder je nach Material sogar besserer Kletthaftung, so daß die erfindungsgemäße Kettenware ein Gewicht von 25-30 g/m2, insbesondere von 26 g/m2 aufweist.


Ansprüche

1. Verfahren zum Herstellen einer textilen Kettenwirkware (D) mit Verankerungselementen an der technischen Rückseite der Ware, die für einen gepaarten Eingriff mit einhakenden Elementen einer anderen Ware zur Verwendung in einem zweikomponentigen Warenverbinder des Klettverschlußtyps ausgelegt sind, wobei die aus Maschenstäbchen (A) und Maschenreihen (B) bestehende Kettenwirkgrundware (G) mittels zwei Legeschienen und dazu gehörigen Fadenscharen hergestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine dritte nur über eine Nadel (C) legende Legeschiene für einer Overfit-Überfütterungslegung zur Erzeugung eines Kletthaftungseffekts vorgesehen wird, die zwischen den benachbarten Maschenstäbchen (A) so angeordnet ist, daß sie nicht mit der Grundware (G) arbeitet, jedoch im Maschenstäbchen (A) mit der Grundware (G) mittels einer Vermaschung (E) verbunden wird, sich über eine oder mehrere Maschenreichen (B) erstreckt, die im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) gelegt wird,
und wobei die dritte Legeschiene in der Grundware (G) mit zwei Maschenreihen (B) verbunden und im Wechsel zum benachbarten Maschenstäbchen (A) festgehalten wird und anschließend nach links über zwei oder mehrere Nadeln in die leere Nadel (C) ausweicht, die den Faden zu einer Masche ausbildet,
und daß die nächste Verbindung mit der Grundware (G) auf das benachbarte Maschenstäbchen (A) mit zwei Maschenreihen (B) eingewirkt wird und anschließend um zwei oder mehrere Nadeln nach rechts in die leere Nadel (C) ausweicht, die den Faden zu einer Masche ausbildet.
 
2. Textile Kettenwirkware (D), hergestellt nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1.
 




Zeichnung










Recherchenbericht