[0001] Die Erfindung betrifft ein Tarnnetz mit einem Trägermaterial in Form eines Gewirkes
aus Polyesterfasern, mit Anteilen aus Metall und Kunststoff in Faser- oder Pigmentform
und mit einer Tarnfarbenbeschichtung.
[0002] Ein Tarnnetz der beschriebenen Art ist z.B. aus der EP 0 468 173 B1 bekannt. Es besteht
aus einem Trägermaterial mit Polyesterfasern als Wirkware, in die Metallfasern eingelegt
sind. Über dem Gewirk aus Polyesterfasern mit den Metallfasern ist eine Polymerschicht
aus Polyurethan angeordnet, in welchem Kohlenstoff als Absorberpigmente vorhanden
ist. Die Polymerschicht ist flammhemmend ausgebildet und zusätzlich noch mit einer
Infrarot-Tarnfarbe beschichtet.
[0003] Das vorbekannte Tarnnetz ist nicht nur wirksam gegenüber einer Erkennung im Radar
und im Wärmebild, sondern auch gegen eine Erkennung im nahen Infrarotbereich.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zügrunde ein Tarnnetz der beschriebenen
Art weiter zu verbessern, insbesondere hinsichtlich seiner Wirksamkeit und seiner
Handhabung im Gebrauch.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass in das Gewirk aus Polyester
metallummantelte Polyamidfasern eingebracht sind.
[0006] Durch die Verwendung von metallummantelten bzw. metallisiertem Polyamid anstelle
der bisherigen Metallfasern erhält man größere Oberflächen bei Beibehaltung eines
prozentualen Flächengewichtes des eingebrachten Metalles und damit auch eine höhere
Reflexionsfläche. Durch die in das Gewirk aus Polyester eingearbeiteten metallisierten
Polyamidfasern ergibt sich ein deutlich verbessertes Ergebnis bei der Radarabsorption
und Streuung, d.h. eine bessere Richtungsunabhängigkeit.
[0007] Durch die Einbringung von metallisiertem Polyamid, das vorzugsweise wirr bzw. in
verschiedenen Richtungen in dem Gewirk angeordnet ist, werden die Radardämpfungswerte
in deutlicher Weise verbessert. Die metallisierten Polyamidfasern, welche für eine
Reflexion zuständig sind, ergeben eine deutlich bessere Streuwirkung wie die bisher
bekannten Metallfasern, welche vorwiegend in eine Richtung orientiert waren.
[0008] In einer sehr vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können zusätzlich Polyamidfasern
mit elektrisch leitfähigen Pigmenten oder Fasern in das Gewirk eingebracht werden,
durch die die erforderliche Absorption von Radarstrahlen erreicht wird. Durch diese
Maßnahme kann im Vergleich zu dem bekannten Tarnnetz eine Schicht, nämlich die Polymerschicht
eingespart werden. Der vielschichtige Aufbau bzw. die vielschichtigen Auflagen bei
dem bekannten Tarnnetz konnte zu wechselnden Abhängigkeiten beim Einsatz der hierfür
notwendigen Bindemenge und des Flammschutzes führen, was mitunter ein Nachteil für
die Wirksamkeit des Tarnnetzes war. Durch den Verzicht auf die Polymerschicht wird
das Tarnnetz insgesamt auch leichter und ist damit besser zu handhaben. Gleichzeitig
bedeutet dies, dass das erfindungsgemäße Tarnnetz bereits für eine IR-Remission (Infrarot)
eine Grunddämpfung besitzt und somit bei den Aufdruckfarben für eine Tarnschicht und
für den Flammschutz einen reduzierten Anteil an Kohlenstoff- und somit Bindemengen
erforderlich sind. Darüber hinaus wird das erfindungsgemäße Tarnnetz damit auch flexibler.
[0009] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass in
den Gewirkeverbund zusätzlich in einem Querschuss Polyesterfasern mit metallummantelten
und/oder mit elektrisch leitfähigen Pigmenten oder Fasern versehene Polyamidfasern
eingebracht sind.
[0010] Durch diese erfindungsgemäße Maßnahme wird nochmals eine bessere Wirkung und Gebrauchsfähigkeit
des Tarnnetzes erreicht.
[0011] Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen
und aus dem nachfolgend anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellten Ausführungsbeispiel.
[0012] Es zeigt:
- Fig. 1
- in einer vergrößerten Prinzipdarstellung das erfindungsgemäße Tarnnetz;
- Fig. 2
- ausschnittsweise eine Polyesterfaser mit Polyamidfasern in stark vergrößerter Darstellung;
- Fig. 3
- eine Ausschnittsvergrößerung gemäß III aus der Fig. 2; und
- Fig. 4
- eine ähnliche Ausschnittsvergrößerung wie in der Fig. 3 dargestellt mit einer anderen
Querschnittsform der Polyamidfaser.
[0013] Die Fig. 1 zeigt in Prinzipdarstellung ein Gewirk aus Polyesterfasern 1 als Trägermaterial,
das in bekannter Weise aus Franse und Schuss aufgebaut ist. In dem Schuss sind zusätzlich
zu den Polyesterfasern 1 metallummantelte Polyamidfasern 2a und Polyamidfasern 2b
mit elektrisch leitfähigen Pigmenten 3 auf der Oberfläche der Polyamidfasern. Die
Metallisierung der Polyamidfasern 2a wird durch einen Überzug bzw. Mantel aus leitfähigem
Metall 4 über die Polyamidfasern 2a geschaffen, wobei das Metall galvanisch aufgebracht
werden kann. Als Metall kann z.B. Silber, gegebenenfalls auch Aluminium, vorgesehen
sein. Wie aus der Fig. 3 ersichtlich ist, können die Polyamidfasern 2a und 2b einen
runden Querschnitt aufweisen. Alternativ dazu ist auch eine trilobale Querschnittsform
möglich bzw. eine Querschnittsform nach Art eines dreiblättrigen Kleeblattes.
[0014] Die Polyamidfasern 2a und 2b mit ihrer Metallummantelung 4 bzw. mit ihren Pigmenten
3 sind wirr oder in Zick-Zack-Form in das Gewirk eingebracht. Die Fransen des Gewirkes
bestehen im allgemeinen nur aus Polyesterfasern 2.
[0015] Als Polyamidfasern 2a und 2b, die im Vergleich zu den Polyesterfasern 1 deutlich
dünner im Querschnitt sind, können 6.6 Monophilamente, verwendet werden. Die Schichtstärke
der Polyamidfasern 2a und 2b kann zwischen 0,5 und 2,0 µ, vorzugsweise bei 1,0 µ liegen.
Die Leitfähigkeit der elektrisch leitfähigen Polyamidfasern 2b mit ihren Kohlenstoffpigmenten
3 kann vorzugsweise zwischen 3x10
3 bis 35x10
3 Ω/cm liegen.
[0016] Die Stärke der Polyamidfasern 2a und 2b kann vorzugsweise von 0,13 denier bis 0,64
denier betragen.
[0017] Die Polyamidfasern 2a und 2b können z.B. in dem Gewirkeverbund einen Gewichtsanteil
von 3 bis 15% besitzen.
[0018] Selbstverständlich sind im Rahmen der Erfindung auch noch andere Werte und Anteile
möglich.
[0019] Zusätzlich kann in das Gewirk noch ein Querschuss 6 aus Polyesterfasern eingebracht
werden. Auch hier können die Polyesterfasern 1 mit Polyamidfasern 2a, die mit Metall
4 ummantelt sind und/oder mit Polyamidfasern 2b, die mit Kohlenstoffpigmenten 3 versehen
sind, verzwirnt sein.
[0020] Der Gewirkeverbund aus Polyesterfasern 1 und Polyamidfasern 2a und 2b wird beidseitig
mit einer Flammschutzbeschichtung 7 in bekannter Art versehen, wobei die Polyesterfasern
1 und die Polyamidfasern 2a und 2b dabei nahezu allseitig von dem Flammschutzmittel
umhüllt werden. Zusätzlich kann wenigstens auf eine Seite des Gewirkes ein Tarnfarbendruck
8 aufgebracht. Die Art des Tarnfarbendruckes 8 richtet sich dabei nach der Beschaffenheit
des Geländes, für welches das Tarnnetz eingesetzt werden soll. Im offenen Gelände
im Sommer wird man die Tarnfarben in üblicher Weise grün/braun gesprenkelt verwenden,
im Winter wird man hierfür weiß als Grundfarbe einsetzen. Gegebenenfalls lässt sich
das Tarnnetz auch beidseitig mit unterschiedlichen Tarnfarben für unterschiedliche
Einsatzzwecke bedrucken.
1. Tarnnetz mit einem Trägermaterial in Form eines Gewirkes aus Polyesterfasern, mit
Anteilen aus Metall und Kunststoff in Faser- oder Pigmentform und mit einer Tarnfarbenbeschichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass
in das Gewirk aus Polyester (1) metallummantelte Polyamidfasern (2a) eingebracht sind.
2. Tarnnetz nach Anspruch 1,
"dadurch gekennzeichnet, dass
in das Gewirk aus Polyester (1) Polyamidfasern (2b) mit elektrisch leitfähigen Pigmenten
oder Fasern (3) eingebracht sind.
3. Tarnnetz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Polyamidfasern (2a,2b) wirr in dem Gewirk aus Polyesterfasern (1) verteilt angeordnet
sind.
4. Tarnnetz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Polymaidfasern (2a,2b) in Zickzackform in das Gewirk aus Polyesterfasern (1) eingebracht
sind.
5. Tarnnetz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Polyamidfasern (2a,2b) als Monophilamente ausgebildet sind.
6. Tarnnetz nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
Monophilamente vorgesehen sind.
7. Tarnnetz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Polyamidfasern (2a,2b) einen runden Querschnitt aufweisen.
8. Tarnnetz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Polyamidfasern (2a,2b) einen trilobalen Querschnitt aufweisen.
9. Tarnnetz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Polyamidfasern (2a,2b) in einer Schichtstärke von 0,5 bis µ, vorzugsweise 1 µ
eingebracht sind.
10. Tarnnetz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Polyamidfasern (2a,2b) in einem Gewichtsanteil von 3 bis 15% in dem Gewirkeverbund
vorhanden sind.
11. Tarnnetz nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrische Leitfähigkeit der mit Kohlenstoffpigmenten (3) oder Kohlenstofffasern
versehenen Polyamidfasern (2b) zwischen 3x103 bis 35x103 Ω beträgt.
12. Tarnnetz nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Metallummantelung ein leitfähiges Metall (4), vorzugsweise Silber, vorgesehen
ist.
13. Tarnnetz nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Gewirkeverbund zusätzlich in einem Querschuss (6) Polyesterfasern (1) und metallummantelte
und/oder mit elektrisch leitfähigen Pigmenten (3) oder Fasern versehene Polyamidfasern
(2a,2b) eingebracht sind.