[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Stabilisatorzusammensetzungen für halogenierte
Polymere, Polymerzusammensetzungen die derartige Stabilisatorzusammensetzungen enthalten
sowie Formkörper, die unter Verwendung der beschriebenen Stabilisatorzusammensetzungen
oder Polymerzusammensetzungen hergestellt werden.
[0002] Bekanntermaßen neigen halogenhaltige Kunststoffe bei thermischer Belastung während
der Verarbeitung oder im Langzeitgebrauch zu unerwünschten Zersetzungs- und Abbaureaktionen.
Bei dem Abbau halogenierter Polymerer, insbesondere bei PVC, entsteht Salzsäure, die
aus dem Polymerstrang eliminiert wird woraus ein verfärbter, ungesättigter Kunststoff
mit farbgebenden Polyensequenzen resultiert.
[0003] Besonders problematisch wirkt sich dabei aus, daß halogenhaltige Polymere erst bei
einer relativ hohen Verarbeitungstemperatur die zur Verarbeitung notwendigen rheologischen
Rahmenbedingungen aufweisen. Bei derartigen Temperaturen setzt jedoch bei unstabilisierten
Polymeren bereits eine merkliche Zersetzung des Polymeren ein, die sowohl zu der oben
beschriebenen unerwünschten Farbänderung als auch zu einer Änderung der Materialeigenschaften
führt. Darüber hinaus kann die aus nicht stabilisierten, halogenhaltigen Polymeren
bei einer derartigen Verarbeitungstemperatur freigesetzte Salzsäure zu einer merklichen
Korrosion der Verarbeitungsanlagen führen. Dieser Vorgang spielt insbesondere dann
eine Rolle, wenn es bei der Verarbeitung derartiger halogenierter Polymerer zu Formkörpern,
beispielsweise durch Extrusion, zu Produktionsunterbrechungen kommt und die Polymermasse
für eine längere Zeitdauer im Extruder verweilt. Während dieser Zeit kann es zu den
obengenannten Zersetzungsreaktionen kommen, wodurch die im Extruder befindliche Charge
unbrauchbar wird und der Extruder gegebenenfalls geschädigt wird.
[0004] Weiterhin neigen Polymere, die einer derartigen Zersetzung unterworfen sind dazu,
Anhaftungen an den Verarbeitungsanlagen zu bilden, die nur schwierig wieder zu entfernen
sind. Die genannten Probleme werden üblicherweise durch den Einsatz von Stabilisatoren
gelöst, die dem halogenhaltige Polymeren vor oder während der Verarbeitung zugegeben
werden. Zu derartigen, bekannten Stabilisatoren zählen beispielsweise die Blei-Stabilisatoren,
Barium-Stabilisatoren, Cadmium-Stabilisatoren, Organozinn-Stabilisatoren sowie Barium-Cadmium-,
Barium-Zink- oder Calcium-Zink-Stabilisatoren.
[0005] Neben den hier geschilderten Problemen, die in einer frühen Phase der Herstellung
von Formkörpern aus halogenhaltigen Polymeren auftreten, sind jedoch für die Gebrauchseigenschaften
eines derartigen Formkörpers über einen längeren Zeitraum Farbstabilität und möglichst
unveränderte Materialeigenschaften wichtig. Insbesondere bei Formkörpern, die Licht,
wechselnden Temperaturen oder anderen äußeren Einflüssen ausgesetzt sind, kommt es
mit zunehmender Gebrauchsdauer zu Veränderungen der Farbe und der Materialeigenschaften,
die gegebenenfalls bis zur Unbrauchbarkeit des Formkörpers fortschreiten können.
[0006] Die Verwendung der aus dem Stand der Technik bekannten, schwermetallhaltigen Stabilisatoren
stößt jedoch bei der verarbeitenden Industrie und beim Anwender aus verschiedenen
Gründen auf Ablehnung.
[0007] Um dem Problem der Anfangsfarbe und dem Problem der Farbstabilität entgegenzuwirken,
wurden in der Vergangenheit organische Stabilisatorkombinationen eingesetzt, die zum
einen während der Verarbeitungsphase zum Formkörper und zum anderen im Langzeitgebrauch
den Veränderungen von Farbe und Materialeigenschaften entgegenwirken sollen.
[0008] So beschreibt beispielsweise die FR-A 2 491 480 eine Stabilisatorkombination, die
ein Dihydropyridin und ein Derivat der Aminocrotonsäure enthält. Problematisch wirkt
sich bei der beschriebenen Stabilisatorkombination aus, daß ihre Wirkung im Hinblick
auf die Anfangsfarbe während der Verarbeitung zu wünschen übrig läßt.
[0009] Die DE-A 1 569 056 betrifft eine stabilisierte Formmasse. Beschrieben wird eine Formmasse,
die aus einem Polymerisat oder Mischpolymerisat des Vinylchlorids und einer Stabilisatorkombination
aus einem mono- oder diaromatisch substituierten Harnstoff oder Thioharnstoff und
einem organischen Phosphit besteht. Die Stabilisatorkombination kann weiterhin noch
Magnesiumoxid oder Magnesiumstearat enthalten. Problematisch wirkt sich bei der beschriebenen
Formmasse jedoch aus, daß ihre Farbstabilität zu wünschen übrig läßt.
[0010] Die deutsche Patentschrift 746 081 betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Hitzebeständigkeit
von hochpolymeren halogenhaltigen Stoffen. Beschrieben wird die Stabilisierung von
halogenhaltigen Polymeren mit alkalisch wirkenden Mitteln zusammen mit Aminen oder
Carbamiden, die ein bewegliches, durch Alkali ersetzbares Wasserstoffatom besitzen.
Problematisch wirkt sich bei dem beschriebenen Verfahren jedoch aus, daß die Anfangsfarbe
der beschriebenen hochpolymeren halogenhaltigen Stoffe zu wünschen übrig läßt. Außerdem
verlieren die beschriebenen Stabilisatoren bei Temperaturen oberhalb von 160°C ihre
Wirkung.
[0011] Die DE-C 36 36 146 betrifft ein Verfahren zur Stabilisierung chlorhaltiger Harze.
Bei dem beschriebenen Verfahren werden einem polymerisierten Harz ein Aminocrotonsäureester
und eine metallionenfreie Epoxyverbindung zugesetzt. Nachteilig wirkt sich bei dem
beschriebenen Verfahren jedoch aus, daß die Anfangsfarbe der Harze gehobenen Anforderungen
nicht entspricht.
[0012] Die DE-C 26 49 924 betrifft ein antistatisches Schuhwerk. Beschrieben wird eine Außensohle
für ein Schuhwerk, die aus einem Vinylchloridderivat besteht und ein nichtionisches
antistatisches Mittel, ein ionisches antistatisches Mittel und einen nichtmetallischen
Stabilisator enthält. Als Kombinationen werden insbesondere Derivate der Aminocrotonsäure
zusammen mit quaternären Ammoniumkomplexen, Alkylbenzolsulfonat oder Triäthanolaminalkylsulfat
und Estern der Caprylsäure eingesetzt. Nachteilig wirkt sich bei den beschriebenen
Zusammensetzungen jedoch die Tatsache aus, daß sie bereits im Hinblick auf die Anfangsfarbe
der mit solchen Zusammensetzungen stabilisierten halogenhaltigen Kunststoffe keine
gute Wirkung zeigen.
[0013] Die JP63010648 (Adeka Argus Chem. Co. Ltd.) betrifft ein PVC-Harz, das durch Vermischen
von PVC-Harz, einem Glycidylacrylatharz und einer stickstoffhaltig Verbindung erhältlich
ist. Als geeignete stickstoffhaltige Verbindungen werden beispielsweise Hydroxyether
der Aminocrotonsäure, Dihydropyridine und Harnstoffverbindungen beschrieben. Die beschriebenen
Zusammensetzungen zeigen jedoch mangelnde Stabilisierung im Hinblick auf die Anfangsfarbe
und genügen im Hinblick auf die Farbhaltung keinen hohen Ansprüchen.
[0014] Die EP-A 1 046 668 betrifft Stabilisatorkombinationen für chlorhaltige Polymere.
Beschrieben werden Kombinationen aus 6-Aminouracilderivaten und mindestens einer weiteren
Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Perchlorat-Verbindungen, Glycidylverbindungen,
β-Diketonen, β-Ketoestern, Dihydropyridinen, Polydihydropyridinen, sterisch gehinderten
Aminen, Alkalialumosilikaten, Hydrotalciten, Alkali- und Erdalkalihydroxiden, Alkali-
und Erdalkalicarbonaten oder -carboxylaten, Antioxidantien und Gleitmitteln sowie
Organozinn-Stabilisatoren. Nachteilig wirkt sich bei den beschriebenen Kombinationen
jedoch eine mangelnde UV-Stabilität der Stabilisatorkombinationen im Rahmen ihres
Einsatzes aus.
[0015] Die US-A 5,464,892 betrifft eine PVC-Harzzusammensetzung, die als Stabilisator ein
Perchlorat und ein Metallcarboxylat enthält. Nachteilig wirkt sich bei den beschriebenen
Zusammensetzungen die mangelnde Stabilisierung im Hinblick auf die Anfangsfarbe aus.
[0016] Die US-A, 5,872,166 betrifft PVC-Stabilisatoren die eine überbasische Mischung von
Salzen unsubstituierter oder alkylsubstituierter Benzoesäuren gegebenenfalls mit einer
oder mehreren aliphatischen Fettsäuren, einem Carbonat- oder Silikatstabilisator und
gegebenenfalls einem oder mehreren Polyolen mit 2 bis 10 OH-Gruppen, enthalten. Nachteilig
wirkt sich bei dem beschriebenen Stabilisator jedoch die mangelnde Stabilisierung
im Hinblick auf die Anfangsfarbe aus.
[0017] Die EP 0 962 491 A1 betrifft den Einsatz von Cyanacetylharnstoffen zum Stabilisieren
von halogenhaltigen Polymeren. Problematisch wirkt sich bei den beschriebenen Cyanacetylharnstoffen
aus, dass sie durch die Zahl der Syntheseschritte bei ihrer Herstellung ökonomische
und ökologische Nachteile aufweisen.
[0018] Es bestand daher ein Bedürfnis nach einer Stabilisatorkombination für halogenierte
Polymere, die frei von Schwermetallen ist und trotzdem eine ausgezeichnete Anfangsfarbe
und Farbstabilität bewirkt. Ein besonderes Bedürfnis bestand nach einer Stabilisatorkombination,
die bei der Herstellung von Formkörpern aus halogenhaltigen Polymeren eine gute Anfangsfarbe
gewährleistet und die auch bei kurzzeitigen Produktionsunterbrechungen und einer damit
einhergehenden höheren thermischen Belastung des Werkstoffs erhalten bleibt. Weiterhin
bestand ein Bedürfnis nach einer Stabilisatorkombination, die auch eine gute Farbhaltung
im Langzeitgebrauch eines aus einem halogenhaltigen Polymeren hergestellten Formkörpers
ermöglicht.
[0019] Der vorliegenden Erfindung lag damit die Aufgabe zugrunde, Stabilisatorkombinationen
für halogenhaltige Polymere zur Verfügung zustellen, welche die obengenannten Bedürfnisse
befriedigen. Weiterhin lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Stabilisierung halogenhaltiger Polymerer zur Verfügung zustellen. Darüber hinaus
lag der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, Polymerzusammensetzungen zur
Verfügung zu stellen, welche eine gute Anfangsfarbe und eine gute Farbstabilität aufweisen.
[0020] Die der Erfindung zugrundeliegenden Aufgaben werden durch eine Stabilisatorzusammensetzung,
ein Verfahren zur Stabilisierung halogenhaltiger Polymerer und eine Polymerzusammensetzung
gelöst, wie sie im nachfolgenden Text beschrieben sind.
[0021] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Stabilisatorzusammensetzung, mindestens
enthaltend eine Verbindung, die ein mercaptofunktionelles sp
2-hybridisiertes C-Atom aufweist, wobei es sich bei der Verbindung mit einem mercaptofunktionellen
sp
2-hybridisiertes C-Atom nicht um einen Cyanacetylharnstoff handelt, und ein halogenhaltiges
Salz einer Oxysäure.
[0022] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Stabilisatorzusammensetzung,
mindestens enthaltend eine Verbindung, die ein mercaptofunktionelles sp
2-hybridisiertes C-Atom aufweist und ein halogenhaltiges Salz einer Oxysäure oder ein
Carbazol oder mindestens ein Carbazolderivat oder 2,4-Pyrrolidindion oder mindestens
ein 2,4-Pyrrolidindion-Derivat oder mindestens eine Verbindung mit einem Strukturelement
der allgemeinen Formel I

worin n für eine Zahl von 1 bis 100.000, die Reste R
a, R
b, R
1 und R
2 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten
linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten aliphatischen Alkylrest
mit 1 bis 44 C-Atomen, einen gegebenenfalls substituierten gesättigten oder ungesättigten
Cycloalkylrest mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest
mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Aralkylrest mit 7 bis
44 C-Atomen stehen oder der Rest R
1 für einen gegebenenfalls substituierten Acylrest mit 2 bis 44 C-Atomen steht oder
die Reste R
1 und R
2 zu einem aromatischen oder heterocyclischen System verbunden sind und worin der Rest
R
3 für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten, linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten aliphatischen Alkyl- oder Alkylenrest oder Oxyalkyl-oder
Oxyalkylenrest oder Mercaptoalkyl- oder Mercaptoalkylenrest oder Aminoalkyl- oder
Aminoalkylenrest mit 1 bis 44 C-Atomen, einen gegebenenfalls substituierten gesättigten
oder ungesättigten Cycloalkyl- oder Cycloalkylenrest oder Oxycycloalkyl- oder Oxycycloalkylenrest
oder Mercaptocycloalkyl- oder Mercaptoeycloalkylenrest oder Aminocycloalkyl- oder
Aminocycloalkylenrest mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten
Aryl- oder Arylenrest mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen Ether- oder Thioetherrest mit
1 bis 20 O- oder S-Atomen oder O- und S-Atomen oder für ein Polymeres, das über O,
S, NH, NR
a oder CH
2C(O) mit dem in Klammern stehenden Strukturelement verbunden ist, steht oder der Rest
R
3 mit dem Rest R
1 so verbunden ist, daß insgesamt ein gegebenenfalls substituiertes, gesättigtes oder
ungesättigtes heterocyclisches Ringsystem mit 4 bis 24 C-Atomen gebildet wird, wobei
der Rest R
1 in einem Ringsystem mit R
3 nicht für NH oder NR
a steht, oder ein Gemisch aus zwei oder mehr der genannten Verbindungen.
[0023] Unter einer "Stabilisatorzusammensetzung" wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung
eine Zusammensetzung verstanden, die zur Stabilisierung halogenhaltiger Polymerer
eingesetzt werden kann. Zur Erzielung dieses Stabilisierungseffekts wird eine erfindungsgemäße
Stabilisatorzusammensetzung in der Regel mit einem zur Stabilisierung vorgesehenen,
halogenhaltigen Polymeren vermischt und anschließend verarbeitet. Es ist jedoch ebenso
möglich eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung dem zu stabilisierenden,
halogenhaltigen Polymeren während der Verarbeitung beizumischen.
[0024] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung weist mindestens zwei Bestandteile
auf. Als einen ersten Bestandteil enthält eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung
mindestens eine Verbindung, die mindestens ein mercaptofunktionelles, sp
2-hybridisiertes C-Atom aufweist, beispielsweise Thioharnstoff oder ein Thioharnstoffderivat.
[0025] Als Verbindungen, die mindestens ein mercaptofunktionelles, sp
2-hybridisiertes C-Atom aufweisen eignen sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung
grundsätzlich alle Verbindungen, die ein Strukturelement Z=CZ-SH oder ein Strukturelement
Z
2C=S aufweisen, wobei beide Strukturelemente tautomere Formen einer einzigen Verbindung
sein können. Das sp
2-hybridisierte C-Atom kann dabei Bestandteil einer gegebenenfalls substituierten aliphatischen
Verbindung oder Bestandteil eines aromatischen Systems sein. Geeignete Verbindungstypen
sind beispielsweise Thiocarbamidsäurederivate, Thiocarbamate, Thiocarbonsäuren, Thiobenzoesäurederivate,
Thioacetonderivate oder Thioharnstoff oder Thioharnstoffderivate.
[0026] Wenn eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung außer einer Verbindung, die
mindestens ein mercaptofunktionelles, sp
2-hybridisiertes C-Atom aufweist und einem Salz einer halogenhaltigen Oxysäure keine
Verbindung aus der Gruppe bestehend aus Carbazolen oder Carbazolderivaten oder 2,4-Pyrrolidindionen
oder ein 2,4-Pyrrolidindion-Derivaten oder Verbindungen mit einem Strukturelement
der allgemeinen Formel I

worin n für eine Zahl von 1 bis 100.000, die Reste R
a, R
b, R
1 und R
2 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten
linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten aliphatischen Alkylrest
mit 1 bis 44 C-Atomen, einen gegebenenfalls substituierten gesättigten oder ungesättigten
Cycloalkylrest mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest
mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Aralkylrest mit 7 bis
44 C-Atomen stehen oder der Rest R
1 für einen gegebenenfalls substituierten Acylrest mit 2 bis 44 C-Atomen steht oder
die Reste R
1 und R
2 zu einem aromatischen oder heterocyclischen System verbunden sind und worin der Rest
R
3 für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten, linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten aliphatischen Alkyl- oder Alkylenrest oder Oxyalkyl-
oder Oxyalkylenrest oder Mercaptoalkyl- oder Mercaptoalkylenrest oder Aminoalkyl-
oder Aminoalkylenrest mit 1 bis 44 C-Atomen, einen gegebenenfalls substituierten gesättigten
oder ungesättigten Cycloalkyl- oder Cycloalkylenrest oder Oxycycloalkyl- oder Oxycycloalkylenrest
oder Mercaptocycloalkyl- oder Mercaptoalkylenrest oder Aminocycloalkyl- oder Aminocycloalkylenrest
mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Aryl- oder Arylenrest
mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen Ether- oder Thioetherrest mit 1 bis 20 O- oder S-Atomen
oder O- und S-Atomen oder für ein Polymeres, das über O, S, NH, NR
a oder CH
2C(O) mit dem in Klammem stehenden Strukturelement verbunden ist, steht oder der Rest
R
3 mit dem Rest R
1 so verbunden ist, dass insgesamt ein gegebenenfalls substituiertes, gesättigtes oder
ungesättigtes heterocyclisches Ringsystem mit 4 bis 24 C-Atomen gebildet wird, wobei
der Rest R
1 in einem Ringsystem mit R
3 nicht für NH oder NR
a steht, oder ein Gemisch aus zwei oder mehr der genannten Verbindungen aufweist, so
enthält die Stabilisatorzusammensetzung als Verbindung, die mindestens ein mercaptofunktionelles,
sp
2-hybridisiertes C-Atom aufweist keine Verbindung aus der Klasse der Cyanacetylharnstoffe,
insbesondere keine Cyanacetylharnstoffe wie sie in der EP 0 962 491 A1 beschrieben
werden.
[0027] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als Verbindung
mit mindestens einem mercaptofunktionellen, sp
2-hybridisierten C-Atom Thioharnstoff oder ein Thioharnstoffderivat eingesetzt.
[0028] Unter einem Thioharnstoffderivat wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Verbindung
der allgemeinen Formel II

verstanden, worin die Reste R
4 bis R
7 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Alkylrest mit 1 bis
24 C-Atomen, einen gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest
mit 6 bis 24 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 6 bis
24 C-Atomen, einen gegebenenfalls substituierten Aralkylrest mit 7 bis 44 C-Atomen
oder einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls
substituierten Acylrest mit 1 bis 24 C-Atomen stehen, oder jeweils zwei der Reste
R
4 und R
5 oder R
6 und R
7 paarweise einen gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Cyclus
mit 4 bis etwa 10 C-Atomen bilden oder jeweils zwei der Reste R
7 und R
4 oder R
7 und R
5 oder R
6 und R
4 oder R
6 und R
5 einen gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Homo- oder Heterocyclus
mit 2 bis etwa 10 C-Atomen bilden, wobei in den vorgenannten Fällen die jeweils nicht
an der Cyclusbildung beteiligten Reste jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff,
einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten
Alkylrest mit 1 bis 24 C-Atomen, einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder
ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Alkylrest mit 1 bis 24 C-Atomen, einen
gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest mit 6
bis 24 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 6 bis 24 C-Atomen
stehen können und die an der Cyclusbildung beteiligten Reste nicht über -C(O)-Gruppen
an das Stickstoffatom gebunden sind.
[0029] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform enthält eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung
Thioharnstoff oder ein Thioharnstoffderivat, insbesondere ein an einem oder beiden
Stickstoffatomen mit sterisch anspruchsvollen aliphatischen, cycloaliphatischen oder
aromatischen Substituenten ausgestattetes Thioharnstoffderivat.
[0030] Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung daher bevorzugt, wenn eine erfindungsgemäße
Stabilisatorzusammensetzung mindestens eine Verbindung der allgemeinen Formel II aufweist,
in der mindestens einer der Reste R
4 bis R
7 für einen Arylrest mit mindestens 6 C-Atomen steht und mindestens einer der Reste
R
4 bis R
7 für Wasserstoff steht. Im Rahmen einer besonders bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung enthält eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung mindestens
eine Verbindung der allgemeinen Formel II, in der einer der Reste R
4 oder R
5 und einer der Reste R
6 oder R
7 für einen Arylrest mit mindestens 6 C-Atomen steht.
[0031] Im Rahmen einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
enthält eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung beispielsweise Thioharnstoff,
Phenylthioharnstoff oder N,N'-Diphenylthioharnstoff oder deren Gemisch.
[0032] Es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehen, daß eine erfindungsgemäße
Stabilisatorzusammensetzung nur eine Verbindung der allgemeinen Formel II aufweist.
Es ist jedoch erfindungsgemäß ebenso möglich, daß eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung
ein Gemisch aus zwei oder mehr der obengenannten Verbindungen der allgemeinen Formel
II aufweist.
[0033] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung enthält vorzugsweise mindestens
etwa 0,1 Gew.-% Thioharnstoff oder Thioharnstoffderivate. Die Obergrenze für den Gehalt
an den genannten Verbindungen liegt bei etwa 80 Gew.-%, vorzugsweise jedoch bei höchstens
etwa 30 Gew.-%. Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
enthält eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung etwa 1 bis etwa 25, beispielsweise
etwa 3 bis etwa 15 oder etwa 5 bis etwa 10 Gew.-% Thioharnstoff oder Thioharnstoffderivate,
insbesondere Phenylthioharnstoff oder N,N'-Diphenylthioharnstoff oder deren Gemisch.
[0034] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung als Verbindung mit mindestens einem mercaptofunktionellen
sp2-hybridisierten C-Atom ein Mercaptobenzimidazol oder ein Mercaptobenzimidazolderivat
der allgemeinen Formel VII

worin die Reste R
16 und R
17 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Alkylrest mit 1 bis
24 C-Atomen oder einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten,
gegebenenfalls substituierten Acylrest mit 2 bis 24 C-Atomen, einen gesättigten oder
ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest mit 6 bis 24 C-Atomen
oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 6 bis 24 C-Atomen stehen und
der Rest R
18 für Wasserstoff steht.
[0035] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen Formel
VII, worin R
16 für H oder F und R
17 für H oder C
16-18-Acyl steht.
[0036] Wenn eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen
Formel VII oder ein Gemisch aus zwei oder mehr solcher Verbindungen enthält, so beträgt
der Anteil dieser Verbindung oder dieser Verbindungen an der gesamten Stabilisatorzusammensetzung
etwa 0,1 bis etwa 50 Gew.-%, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 20 Gew.-%.
[0037] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung, die eine Verbindung der allgemeinen
Formel VII enthält, keine weiteren Stabilisatoren die Zinn oder Blei enthalten.
[0038] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung als Verbindung mit mindestens einem sp2-hybridisierten
C-Atom ein Mercaptobenzothiazol oder ein Mercaptobenzothiazolderivat der allgemeinen
Formel VIII

worin der Rest R
19 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Alkylrest mit 1 bis
24 C-Atomen oder einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten,
gegebenenfalls substituierten Acylrest mit 2 bis 24 C-Atomen, einen gesättigten oder
ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest mit 6 bis 24 C-Atomen
oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 6 bis 24 C-Atomen und der Rest
R
20 für Wasserstoff steht.
[0039] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen Formel
VIII, worin R
19 für H oder F steht.
[0040] Wenn eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen
Formel VIII oder ein Gemisch aus zwei oder mehr solcher Verbindungen enthält, so beträgt
der Anteil dieser Verbindung oder dieser Verbindungen an der gesamten Stabilisatorzusammensetzung
etwa 0,1 bis etwa 50 Gew.-%, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 20 Gew.-%.
[0041] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Thiocarbamidsäure der allgemeinen
Formel IX

worin die Reste R
21, R
22 und R
23 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Alkylrest mit 1 bis
24 C-Atomen, einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls
substituierten Acylrest mit 2 bis 24 C-Atomen, einen gesättigten oder ungesättigten,
gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest mit 6 bis 24 C-Atomen oder einen gegebenenfalls
substituierten Arylrest mit 6 bis 24 C-Atomen stehen.
[0042] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen Formel
IX, worin R
21 oder R
22 oder R
21 und R
22 für H und R
23 für einen linearen Alkylrest mit 1 bis 12 C-Atomen steht.
[0043] Wenn eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen
Formel IX oder ein Gemisch aus zwei oder mehr solcher Verbindungen enthält, so beträgt
der Anteil dieser Verbindung oder dieser Verbindungen an der gesamten Stabilisatorzusammensetzung
etwa 0,1 bis etwa 50 Gew.-%, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 20 Gew.-%.
[0044] Neben einer Verbindung mit mindestens einem mercaptofunktionellen sp
2-hybridisierten C-Atom, beispielsweise einer Verbindung gemäß einer der allgemeinen
Formeln II, VII, VIII oder IX oder einem Gemisch aus zwei oder mehr davon, enthält
eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung noch mindestens eine weitere Verbindung.
Als mindestens eine weitere Verbindung sind beispielsweise halogenhaltige Salze der
Oxysäuren, insbesondere die Perchlorate, geeignet. Beispiele für geeignete Perchlorate
sind diejenigen der allgemeinen Formel M(ClO
4)
n, wobei M für Li, Na, K, Mg, Ca, Sr, Zn, Al, La oder Ce steht. Der Index n steht entsprechend
der Wertigkeit von M für die Zahl 1, 2 oder 3. Die genannten Perchloratsalze können
mit Alkoholen (Polyolen, Cyclodextrinen) oder Etheralkoholen beziehungsweise Esteralkoholen
komplexiert sein. Zu den Esteralkoholen sind auch die Polyolpartialester zu zählen.
Bei mehrwertigen Alkoholen oder Polyolen kommen auch deren Dimere, Trimere, Oligomere
und Polymere in Frage, wie Di-, Tri-, Tetra- und Polyglykole, sowie Di-, Tri- und
Tetrapentaerythrit oder Polyvinylalkohol in verschiedenen Polymerisations- und Verseifungsgraden.
Als Polyolpartialester sind Glycerinmonoether und Glycerinmonothioether bevorzugt.
Ebenfalls geeignet sind Zuckeralkohole oder Thiozucker.
[0045] Die Perchloratsalze können dabei in verschiedenen gängigen Darreichungsform eingesetzt
werden, beispielsweise als Salz oder wäßrigen Lösung aufgezogen auf ein geeignetes
Trägermaterial wie PVC, Calciumsilikat, Zeolithe oder Hydrotalcite oder eingebunden
durch chemische Reaktion in einen Hydrotalcit. Eine als Bestandteil der erfindungsgemäßen
Stabilisatorzusammensetzung geeignete Kombinationen von Na-Perchlorat und Calciumsilikat
kann beispielsweise durch Kombination einer wäßrigen Lösung von Na-Perchlorat (Gehalt
an Na-Perchlorat etwa 60% oder mehr) mit Calciumsilikat, beispielsweise einem synthetischen,
amorphen Calciumsilikat, erfolgen. Geeignete Teilchengrößen für das einsetzbare Calciumsilikat
liegen beispielsweise bei etwa 0,1 bis etwa 50 , beispielsweise etwa 1 bis etwa 20
µm. Geeignete perchlorathaltige Darreichungsformen werden beispielsweise in der US-A
5,034,443 beschrieben, auf deren perchlorathaltige Darreichungsformen betreffende
Offenbarung ausdrücklich Bezug genommen wird und wobei diese Offenbarung als Bestandteil
der Offenbarung des vorliegenden Textes angesehen wird.
[0046] Weitere geeignete Darreichungsformen sind beispielsweise in der EP-A 394,547, der
EP-A 457,471 und der WO 94/24200 genannt, auf deren geeignete Darreichungsformen betreffende
Offenbarung ausdrücklich Bezug genommen wird und wobei diese Offenbarung als Bestandteil
der Offenbarung des vorliegenden Textes angesehen wird.
[0047] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann im Rahmen der vorliegenden
Erfindung ein entsprechendes Salz einer halogenhaltige Oxysäure in einer Menge von
etwa 0,1 bis etwa 40 Gew.-%, beispielsweise etwa 1 bis etwa 35 Gew.-%, insbesondere
etwa 10 bis etwa 20 Gew.-%, jeweils abhängig von der Darreichungsform, enthalten.
Bezogen auf den Gehalt an Anionen der halogenhaltige Oxysäure, beispielsweise bezogen
auf den Gehalt an Perchloratanionen, beträgt der Gehalt beispielsweise etwa 0,01 bis
etwa 20 Gew.-%, insbesondere etwa 1 bis etwa 10 Gew.-%.
[0048] Als weiterer Bestandteil der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen eignen
sich beispielsweise Carbazol oder Carbazolderivate oder Gemische aus zwei oder mehr
davon.
[0049] Unter "Carbazol oder Carbazolderivaten" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindungsverbindungen
der allgemeinen Formel III

verstanden, worin die Reste R
8, R
9 und R
10 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Alkylrest mit 1 bis
24 C-Atomen, einen gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest
mit 6 bis 24 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 6 bis
24 C-Atomen stehen.
[0050] Wenn eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen
Formel III oder ein Gemisch aus zwei oder mehr solcher Verbindungen enthält, so beträgt
der Anteil dieser Verbindung oder dieser Verbindungen an der gesamten Stabilisatorzusammensetzung
etwa 0,1 bis etwa 40 Gew.-%, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 20 Gew.%.
[0051] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung ein 2,4-Pyrrolidindion oder ein 2,4-Pyrrolidindion-Derivat.
Unter einem "2,4-Pyrrolidindion" oder einem 2,4-Pyrrolidindion-Derivat" wird im Rahmen
der vorliegenden Erfindung eine Verbindung der allgemeinen Formel IV

verstanden, worin die Reste R
11, R
12, R
13 und R
14 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Alkylrest mit 1 bis
24 C-Atomen, einen gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest
mit 6 bis 24 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 6 bis
24 C-Atomen stehen.
[0052] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen Formel
IV, worin R
11 für Phenyl, R
12 für Acetyl und R
13 und R
14 für Wasserstoff stehen.
[0053] Wenn eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen
Formel IV oder ein Gemisch aus zwei oder mehr solcher Verbindungen enthält, so beträgt
der Anteil dieser Verbindung oder dieser Verbindungen an der gesamten Stabilisatorzusammensetzung
etwa 0,1 bis etwa 40 Gew.-%, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 20 Gew.-%.
[0054] Ebenfalls als Bestandteil der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen eignen
sich Verbindungen mit einem Strukturelement der allgemeinen Formel I

worin n für eine Zahl von 1 bis 100.000, die Reste R
a, R
b, R
1 und R
2 jeweils unabhängig voneinander für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten
linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten aliphatischen Alkylrest
mit 1 bis 44 C-Atomen, einen gegebenenfalls substituierten gesättigten oder ungesättigten
Cycloalkylrest mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest
mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Aralkylrest mit 7 bis
44 C-Atomen stehen oder der Rest R
1 für einen gegebenenfalls substituierten Acylrest mit 2 bis 44 C-Atomen steht oder
die Reste R
1 und R
2 zu einem aromatischen oder heterocyclischen System verbunden sind und worin der Rest
R
3 für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten, linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten aliphatischen Alkyl- oder Alkylenrest oder Oxyalkyl-
oder Oxyalkylenrest oder Mercaptoalkyl- oder Mercaptoalkylenrest oder Aminoalkyl-
oder Aminoalkylenrest mit 1 bis 44 C-Atomen, einen gegebenenfalls substituierten gesättigten
oder ungesättigten Cycloalkyl- oder Cycloalkylenrest oder Oxycycloalkyl- oder Oxycycloalkylenrest
oder Mercaptocycloalkyl- oder Mercaptocycloalkylenrest oder Aminocycloalkyl- oder
Aminocycloalkylenrest mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten
Aryl- oder Arylenrest mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen Ether- oder Thioetherrest mit
1 bis 20 O- oder S-Atomen oder O- und S-Atomen oder für ein Polymeres, das über O,
S, NH, NR
a oder CH
2C(O) mit dem in Klammern stehenden Strukturelement verbunden ist, steht oder der Rest
R
3 mit dem Rest R
1 so verbunden ist, daß insgesamt ein gegebenenfalls substituiertes, gesättigtes oder
ungesättigtes heterocyclisches Ringsystem mit 4 bis 24 C-Atomen gebildet wird, wobei
der Rest R
1 in einem Ringsystem mit R
3 nicht für NH oder NR
a steht, oder Gemische aus zwei oder mehr der genannten Verbindungen.
[0055] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird als Verbindung
der allgemeinen Formel I eine auf einer α,β-ungesättigten β-Aminocarbonsäure, insbesondere
eine auf β-Aminocrotonsäure basierende Verbindung eingesetzt. Besonders geeignet sind
hierbei die Ester oder Thioester der entsprechenden Aminocarbonsäuren mit einwertigen
oder mehrwertigen Alkoholen oder Mercaptanen wobei X in den genannten Fällen jeweils
für O oder S steht.
[0056] Wenn der Rest R
3 zusammen mit X für einen Alkohol- oder Mercaptanrest steht, so kann ein derartiger
Rest beispielsweise aus Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol, Butanol, 2-Ethylhexanol,
Isooctanol, Isononanol, Decanol, Laurylalkohol, Myristylalkohol, Palmitylalkohol,
Stearylalkohol, Ethylenglykol, Propylenglykol, 1,3-Butandiol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol,
1,10-Decandiol, Diethylenglykol, Thio-Diethanol, Trimethylolpropan, Glyzerin, Tris-(2-hydroxymethyl)-isocyanurat,
Triethanolamin, Pentaerythrit, Di-Trimethylolpropan, Diglyzerin, Sorbitol, Mannitol,
Xylitol, Di-Pentaerythrit sowie den entsprechenden Mercaptoderivaten der genannten
Alkohole gebildet werden.
[0057] Im Rahmen einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird als Verbindung der allgemeinen Formel I eine Verbindung eingesetzt, in der R
1 für einen linearen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, R
2 für Wasserstoff und R
3 für einen linearen oder verzweigten, gesättigten, ein- bis sechswertigen Alkyl- oder
Alkylenrest mit 2 bis 12 C-Atomen oder einen linearen, verzweigten oder cyclischen
2- bis 6-wertigen Etheralkoholrest oder Thioetheralkoholrest steht.
[0058] Geeignete Verbindungen der allgemeinen Formel I umfassen beispielsweise β-Aminocrotonsäurestearylester,
1,4-Butandiol-di(β-aminocrotonsäure)ester, Thio-diethanol-β-aminocrotonsäureester,
Trimethylolpropan-tri-β-aminocrotonsäureester, Pentaerythrit-tetra-β-aminocrotonsäureester,
Dipentaerythrit-hexa-β-aminocrotonsäureester und dergleichen. Die genannten Verbindungen
können in einer erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung jeweils alleine oder
als Gemisch aus zwei oder mehr davon enthalten sein.
[0059] Ebenfalls im Rahmen der vorliegenden Erfindung als Verbindungen der allgemeinen Formel
I geeignet sind Aminouracilverbindungen der allgemeinen Formel V

worin die Reste R und R
7 die bereits obengenannte Bedeutung haben und der Rest R
15 für Wasserstoff, einen gegebenenfalls substituierten linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 44 C-Atomen, einen
gegebenenfalls substituierten gesättigten oder ungesättigten cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest
mit 6 bis 44 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten aromatischen Kohlenwasserstoffrest
mit 6 bis 44 C-Atomen steht.
[0060] Die Verbindung gemäß Formel V fällt damit unter die Verbindungen gemäß Formel I,
wobei n in der allgemeinen Formel I für 1 und die Reste R
1 und R
3 gemäß der allgemeinen Formel I zu dem Strukturelement der allgemeinen Formel VI

verbunden sind, worin X für S oder O steht. R
1 steht im Falle einer Verbindung der allgemeinen Formel V also für N-R
15, während R
3 für -RN-C=X steht und beide Reste über eine N-C-Bindung kovalent zu einem heterocyclischen
Ring verknüpft sind.
[0061] Vorzugsweise werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung Verbindungen der allgemeinen
Formel V eingesetzt, bei denen R
2 für Wasserstoff steht.
[0062] Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden
in den erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen Verbindungen der allgemeinen
Formel V eingesetzt, bei denen R und R
15 für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen, beispielsweise
Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Pentyl oder Hexyl, einen mit OH-Gruppen substituierten
linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 6 C-Atomen, beispielsweise Hydroxymethyl,
Hydroxyethyl, Hydroxypropyl, Hydroxybutyl, Hydroxypentyl oder Hydroxyhexyl, einen
Aralkylrest mit 7 bis 9 C-Atomen, beispielsweise Benzyl, Phenylethyl, Phenylpropyl,
Dimethylbenzyl oder Phenylisopropyl, wobei die genannten Aralkylreste beispielsweise
mit Halogen, Hydroxy oder Methoxy substituiert sein können oder einen Alkenylrest
mit 3 bis 6 C-Atomen, beispielsweise Vinyl, Alkyl, Methallyl, 1-Butenyl oder 1-Hexenyl
stehen.
[0063] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden in
den erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen Verbindungen der allgemeinen Formel
V eingesetzt, worin R und R
15 für Wasserstoff, Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl, n-, i-, sec- oder t-Butyl stehen.
[0064] Ebenfalls als Verbindungen der allgemeinen Formel I geeignet sind beispielsweise
Verbindungen, in denen die Reste R
1 und R
2 zu einem aromatischen oder heteroaromatischen System verbunden sind, beispielsweise
Aminobenzoesäure, Aminosalicylsäure oder Aminopyridincarbonsäure und deren geeignete
Derivate.
[0065] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung eine Verbindung der allgemeinen Formel
I oder ein Gemisch aus zwei oder mehr Verbindungen der allgemeinen Formel I, beispielsweise
eine Verbindung der allgemeinen Formel V, in einer Menge von etwa 0,1 bis etwa 99,5
Gew.-%, insbesondere etwa 5 bis etwa 50 Gew.-% oder etwa 5 bis etwa 25 Gew.-%.
[0066] Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
eine erfindungsgemäße Stabilisatorzeisammensetzung mindestens eine Verbindung der
allgemeinen Formel II und ein halogenhaltiges Salz einer Oxysäure, insbesondere ein
Perchlorat, oder ein Gemisch aus zwei oder mehrer derartigen Salzen, oder mindestens
eine Verbindung der allgemeinen Formel II und eine Verbindung der allgemeinen Formel
I oder ein Gemisch aus zwei oder mehr solcher Verbindungen der allgemeinen Formel
I, oder eine Verbindung der allgemeinen Formel I und ein halogenhaltiges Salz einer
Oxysäure oder ein Gemisch aus zwei oder mehr derartigen Salzen und eine Verbindung
der allgemeinen Formel I oder ein Gemisch aus zwei oder mehr solcher Verbindungen.
[0067] Erfindungsgemäß geeignete Stabilisatorzusammensetzungen enthalten beispielsweise
- etwa 30 bis etwa 70 Gew.-% einer Verbindung mit mindestens einem mercaptofunktionellen
sp2-hybridisierten C-Atom, insbesondere Thioharnstoff oder ein Thioharnstoffderivat der
allgemeinen Formel II, oder eines Gemischs aus zwei oder mehr solcher Verbindungen
und
- etwa 30 bis etwa 70 Gew.-% eines halogenhaltigen Salzes einer Peroxysäure oder eines
Gemischs aus zwei oder mehr solcher Salze,
oder
- etwa 30 bis etwa 70 Gew.-% einer Verbindung mit mindestens einem mercaptofunktionellen
sp2-hybridisierten C-Atom, insbesondere Thioharnstoff oder ein Thioharnstoffderivat der
allgemeinen Formel II, oder eines Gemischs aus zwei oder mehr solcher Verbindungen
und
- etwa 30 bis etwa 70 Gew.-% einer Verbindung mit einem Strukturelement der allgemeinen
Formel I oder eines Gemischs aus zwei oder mehr solcher Verbindungen, insbesondere
eine auf β-Aminocrotonsäure basierende Verbindung oder ein Gemisch aus zwei oder mehr
solcher Verbindungen
oder
- etwa 20 bis etwa 60 Gew.-% einer Verbindung mit mindestens einem mercaptofunktionellen
sp2-hybridisierten C-Atom, insbesondere Thioharnstoff oder ein Thioharnstoffderivat der
allgemeinen Formel II, oder eines Gemischs aus zwei oder mehr solcher Verbindungen
und
- etwa 20 bis etwa 60 Gew.-% eines halogenhaltigen Salzes einer Peroxysäure oder eines
Gemischs aus zwei oder mehr solcher Salze und
- etwa 20 bis etwa 60 Gew.-% einer Verbindung mit einem Strukturelement der allgemeinen
Formel I oder eines Gemischs aus zwei oder mehr solcher Verbindungen, insbesondere
eine auf β-Aminocrotonsäure basierende Verbindung oder ein Gemisch aus zwei oder mehr
solcher Verbindungen.
[0068] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann eine erfindungsgemäße
Stabilisatorzusammensetzung noch Zusatzstoffe enthalten.
[0069] Als Zusatzstoffe eignen sich beispielsweise Epoxyverbindungen. Beispiele für derartige
Epoxyverbindungen sind epoxidiertes Sojaöl, epoxidiertes Olivenöl, epoxidiertes Leinöl,
epoxidiertes Rizinusöl, epoxidiertes Erdnußöl, epoxidiertes Maisöl, epoxidiertes Baumwollsamenöl
sowie Glycidylverbindungen.
[0070] Glycidylverbindungen enthalten eine Glycidylgruppe, die direkt an ein Kohlenstoff-,
Sauerstoff-, Stickstoff- oder Schwefelatom gebunden ist. Glycidyl- oder Methylglycidylester
sind durch Umsetzung einer Verbindung mit mindestens einer Carboxylgruppe im Molekül
und Epichlorhydrin bzw. Glyzerindichlorhydrin bzw. Methyl-epichlorhydrin erhältlich.
Die Umsetzung erfolgt zweckmäßigerweise in Gegenwart von Basen.
[0071] Als Verbindungen mit mindestens einer Carboxylgruppe im Molekül können beispielsweise
aliphatische Carbonsäuren eingesetzt werden. Beispiele für diese Carbonsäuren sind
Glutarsäure, Adipinsäure, Pimelinsäure, Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure oder
dimerisierte oder trimerisierte Linolsäure, Acrylsäure, Methacrylsäure, Capronsäure,
Caprylsäure, Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure oder Pelargonsäure
sowie die im weiteren Verlauf dieses Textes erwähnten Mono- oder Polycarbonsäuren.
Ebenfalls geeignet sind cycloaliphatischen Carbonsäuren wie Cyclohexancarbonsäure,
Tetrahydrophthalsäure, 4-Methyltetrahydrophthalsäure, Hexahydrophthalsäure, Endomethylentetrahydrophthalsäure
oder 4-Methylhexahydrophthalsäure. Weiterhin geeignet sind aromatische Carbonsäuren
wie Benzoesäure, Phthalsäure, Isophthalsäure, Trimellithsäure oder Pyromellithsäure.
[0072] Glycidylether oder Methylglycidylether lassen sich durch Umsetzung einer Verbindung
mit mindestens einer freien alkoholischen OH-Gruppe oder einer phenolischen OH-Gruppe
und einem geeignet substituierten Epichlorhydrin unter alkalischen Bedingungen oder
in Anwesenheit eines sauren Katalysators und anschließender Alkalibehandlung erhalten.
Ether dieses Typs leiten sich beispielsweise von acyclischen Alkoholen wie Ethylenglykol,
Diethylenglykol oder höheren Poly(oxyethylen)glykolen, Propan-1,2-diol oder Poly(oxypropylen)glykolen,
Butan-1,4-diol, Poly(oxytetramethylen)glykolen, Pentan-1,5-diol, Hexan-1,6-diol, Hexan-2,4,6-triol,
Glyzerin, 1,1,1-Trimethylolpropan, Bis-Trimethylolpropan, Pentaerythrit, Sorbit sowie
von Polyepichlorhydrinen, Butanol, Amylalkohol, Pentanol sowie von monofunktionellen
Alkoholen wie Isooctanol, 2-Ethylhexanol, Isodecanol oder technischen Alkoholgemischen,
beispielsweise technischen Fettalkoholgemischen, ab.
[0073] Geeignete Ether leiten sich auch von cycloaliphatischen Alkoholen wie 1,3- oder 1,4-Dihydroxycyclohexan,
Bis(4-hydroxycyclohexyl)methan, 2,2-Bis(4-hydroxycyclohexyl)propan oder 1,1-Bis-(hydroxymethyl)cyclohexan-3-en
ab oder sie besitzen aromatische Kerne wie N,N-Bis-(2-hydroxyethyl)anilin. Geeignete
Epoxyverbindungen können sich auch von einkernigen Phenolen ableiten, beispielsweise
von Phenol, Resorcin oder Hydrochinon, oder sie basieren auf mehrkernigen Phenolen
wie Bis(4-hydroxyphenyl)methan, 2,2-Bis (4-hydroxyphenyl)propan, 2,2-Bis(3,5-dibrom-4-hydroxyphenyl)propan,
4,4'-Dihydroxydiphenylsulfonen oder auf unter sauren Bedingungen erhaltenen Kondensationsprodukten
von Phenol mit Formaldehyd, beispielsweise Phenol-Novolaken.
[0074] Weitere im Rahmen der vorliegenden Erfindung als Zusatzstoffe geeignete, endständige
Epoxide sind beispielsweise Glycidyl-1-naphthylether, Glycidyl-2-phenylphenylether,
2-Diphenylglycidylether, N-(2,3-Epoxypropyl)phthalimid oder 2,3-Epoxypropyl-4-methoxyphenylether.
[0075] Ebenfalls geeignet sind N-Glycidylverbindungen, wie sie durch Dehydrochlorierung
der Redaktionsprodukte von Epichlorhydrin mit Aminen, die mindestens ein Aminowasserstoffatom
enthalten, erhältlich sind. Solche Amine sind beispielsweise Anilin, N-Methylanilin,
Toluidin, n-Butylamin, Bis(4-aminophenyl)methan, m-Xylylendiamin oder Bis(4-methylaminophenyl)methan.
[0076] Ebenfalls geeignet sind S-Glycidylverbindungen, beispielsweise Di-S-glycidyletherderivate,
die sich von Dithiolen wie Ethan-1,2-dithiol oder Bis(4-mercaptomethylphenyl)ether
ableiten.
[0077] Besonders geeignete Epoxyverbindungen sind beispielsweise in der EP-A 1 046 668 auf
den Seiten 3 bis 5 beschrieben, wobei auf die dort enthaltene Offenbarung ausdrücklich
Bezug genommen wird und diese als Bestandteil der Offenbarung des vorliegenden Textes
betrachtet wird.
[0078] Weiterhin als Zusatzstoffe im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignet sind 1,3-Dicarbonylverbindungen,
insbesondere die β-Diketone und β-Ketoester. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung
geeignet sind Dicarbonylverbindungen der allgemeinen Formel R-C(O)CHR
''-C(O)R
''', wie sie beispielsweise auf S. 5 der EP- 1 046 668 beschrieben sind, auf die insbesondere
im Hinblick auf die Reste R', R" und R
''' ausdrücklich bezug genommen wird und deren Offenbarung als Bestandteil der Offenbarung
des vorliegenden Textes betrachtet wird. Besonders geeignet sind hierbei beispielsweise
Acetylaceton, Butanoylaceton, Heptanoylaceton, Stearoylaceton, Palmitoylaceton, Lauroylaceton,
7-tert-Nonylthioheptandion-2,4, Benzoylaceton, Dibenzoylmethan, Lauroylbenzoylmethan,
Palmitoylbenzoylmethan, Stearoylbenzoylmethan, Isooctylbenzoylmethan, 5-Hydroxycapronylbenzoylmethan,
Tribenzoylmethan, Bis(4-methylbenzoyl)methan, Benzoyl-p-chlorbenzoylmethan, Bis(2-hydroxybenzoyl)methan,
4-Methoxybenzoylbenzoylmethan, Bis(4-methoxybenzoyl)methan, Benzoylformylmethan, Benzoylacetylphenylmethan,
1-Benzoyl-1-acetylnonan, Stearoyl-4-methoxybenzoylmethan, Bis(4-tert-butylbenzoyl)methan,
Benzoylphenylacetylmethan, Bis(cyclohexanoyl)methan, Dipivaloylmethan, 2-Acetylcyclopentanon,
2-Benzoylcyclopentanon, Diacetessigsäuremethyl-, -ethyl-, -butyl-, 2-ethylhexyl-,
-dodecyl- oder -octadecylester sowie Propionyl- oder Butyrylessigsäureester mit 1
bis 18 C-Atomen sowie Stearoylessigsäureethyl-, -propyl-, -butyl-, hexyl- oder -octylester
oder mehrkernige β-Ketoester wie sie in der EP-A 433 230 beschrieben sind, auf die
ausdrücklich bezug genommen wird, oder Dehydracetsäure sowie deren Zink-, magnesium-
oder Alkalisalze oder die Alkali- Erdalkali- oder Zinkchelate der genannten Verbindungen,
sofern diese existieren.
[0079] 1,3-Diketoverbindungen können in einer erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung
in einer Menge von bis zu etwa 20 Gew.%, beispielsweise bis zu etwa 10 Gew.%, enthalten
sein.
[0080] Weiterhin als Zusatzstoffe im Rahmen der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung
geeignet sind Polyole. Geeignete Polyole sind beispielsweise Pentaerythrit, Dipentaerythrit,
Tripentaerythrit, Bistrimethylolpropan, Inosit, Polyvinylalkohol, Bistrimetylolethan,
Trimethylolpropan, Sorbit, Maltit, Isomaltit, Lactit, Lycasin, Mannit, Lactose, Leucrose,
Tris-(hydroxymethyl)isocyanurat, Palatinit, Tetramethylolcyclohexanol, Tetramethylolcyclopentanol,
Tetramethylolcycloheptanol, Glyzerin, Diglyzerin, Polyglyzerin, Thiodiglyzerin oder
1-0-α-D-Glycopyranosyl-D-mannit-dihydrat.
[0081] Die als Zusatzstoffe geeigneten Polyole können in einer erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung
in einer Menge von bis zu etwa 30 Gew.-%, beispielsweise bis zu etwa 10 Gew.-% enthalten
sein.
[0082] Ebenfalls als Zusatzstoffe geeignet sind beispielsweise sterisch gehinderte Aminen
wie sie in der EP-A 1 046 668 auf den Seiten 7 bis 27 genannt werden. Auf die dort
offenbarten sterisch gehinderten Amine wird ausdrücklich Bezug genommen, die dort
genannten Verbindungen werden als Bestandteil der Offenbarung des vorliegenden Textes
betrachtet.
[0083] Die als Zusatzstoffe geeigneten sterisch gehinderten Amine können in einer erfindungsgemä-ßen
Stabilisatorzusammensetzung in einer Menge von bis zu etwa 30 Gew.%, beispielsweise
bis zu etwa 10 Gew.% enthalten sein.
[0084] Weiterhin als Zusatzstoffe in den erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen
geeignet sind Hydrotalcite, Zeolithe und Alkalialumocarbonate. Geeignete Hydrotalcite,
Zeolithe und Alkalialumocarbonate sind beispielsweise in der EP-A 1 046 668 auf den
Seiten 27 bis 29, der EP-A 256 872 auf den Seiten 3, 5 und 7, der DE-C 41 06 411 auf
Seite 2 und 3 oder der DE-C 41 06 404 auf Seite 2 und 3 beschrieben. Auf diese Druckschriften
wird ausdrücklich bezug genommen und deren Offenbarung an den angegebenen Stellen
wird als Bestandteil der Offenbarung des vorliegenden Textes betrachtet.
[0085] Die als Zusatzstoffe geeigneten Hydrotalcite, Zeolithe und Alkalialumocarbonate können
in einer erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung in einer Menge von bis zu etwa
50 Gew.-%, beispielsweise bis zu etwa 30 Gew.-% enthalten sein.
[0086] Ebenfalls im Rahmen der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen als Zusatzstoffe
geeignet sind beispielsweise Hydrocalumite der allgemeinen Formel X
M
2+(2+x)Al
3+(1+y)(OH)
(6+z)A
k-a[B
n]
nlb*m H
2O (X),
worin M für Calcium, Magnesium oder Zink oder Gemische aus zwei oder mehr davon, A
für ein k-wertiges anorganisches oder organisches Säureanion, k für 1, 2 oder 3, B
für ein von A verschiedenes anorganisches oder organisches Säureanion steht, n für
eine ganze Zahl ≥ 1 steht und, sofern n ≥ 1 ist, den Polymerisationsgrad des Säureanions
angibt und l für 1, 2 3 oder 4 steht und die Wertigkeit des Säureanions angibt, wobei
für n = 1 l für 2, 3 oder 4 steht und für n > 1 die Wertigkeit der einzelnen Monomereinheiten
des Polyanions angibt und für 1, 2, 3 oder 4 steht und nl die Gesamtwertigkeit des
Polyanions angibt und die folgenden Regeln für die Parameter x, y, a, b, n, z, und
k gelten:
0 ≤ x < 0,6,
0 ≤ y< 0,4, wobei entweder x = 0 oder y = 0,
0 < a < 0,8/n und
z = 1 + 2x + 3y - ka - n/b.
[0087] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden als
Zusatzstoffe Verbindungen der allgemeinen Formel X eingesetzt, worin M für Calcium
steht, das gegebenenfalls im Gemisch mit Magnesium oder Zink oder Magnesium und Zink
vorliegen kann.
[0088] In der allgemeinen Formel X steht A für ein k-wertiges anorganisches oder organisches
Säureanion, wobei k für 1, 2 oder 3 steht. Beispiele für im Rahmen von erfindungsgemäß
einsetzbaren Hydrocalumiten vorliegende Säureanionen sind Halogenidionen, SO
32-, SO
42-, S
2O
32-, S
2O
42-, HPO
32-, PO
43-, CO
32-, Alkyl- und Dialkylphosphate, Alkylmercaptide und Alkylsulfonate, worin die Alkylgruppen
gleich oder verschieden, geradkettig, verzweigt oder cyclisch sein können und vorzugsweise
1 bis etwa 20 C-Atome aufweisen. Ebenfalls als Säureanionen A geeignet sind die Anionen
gegebenenfalls funktionalisierter Di-, Tri- oder Tetracarbonsäuren wie Maleat, Phthalat,
Aconitat, Trimesinat, Pyromellitat, Maleat, Tartrat, Citrat sowie Anionen der isomeren
Formen der Hydroxyphthalsäure oder der Hydroxymesinsäure. Im Rahmen einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung steht A für ein anorganisches Säureanionen,
insbesondere ein Halogenidion, beispielsweise F
-, Cl
- oder Br
-, vorzugsweise für Cl
-.
[0089] In der allgemeinen Formel X steht B für ein Säureanion, das von A verschieden ist.
Für den Fall, daß in der allgemeinen Formel X n für die Zahl 1 steht, steht Buchstabe
B für ein l-wertiges, anorganisches oder organisches Säureanion, wobei l für die Zahl
2, 3 oder 4 steht. Beispiele für im Rahmen von erfindungsgemäß einsetzbaren Verbindungen
der allgemeinen Formel X vorliegende Säureanionen B sind beispielsweise O
2-, SO
32-, SO
42-, S
2O
32-, S
2O
42-, HPO
32-, PO
43-, CO
32-, Alkyl- und Dialkylphosphate, Alkylmercaptide und Alkylsulfonate, worin die Alkylgruppen,
gleich oder verschieden, geradkettig oder verzweigt oder cyclisch sein können und
vorzugsweise 1 bis etwa 20 C-Atome aufweisen. Ebenfalls als Säureanionen A geeignet
sind die Anionen gegebenenfalls funktionalisierter Di-, Tri- oder Tetracarbonsäuren
wie Maleat, Phthalat, Aconitat, Trimesinat, Pyromellitat, Maleat, Tartrat, Citrat
sowie Anionen der isomeren Formen der Hydroxyphthalsäure oder der Hydroxymesinsäure.
Vorzugsweise steht B im Rahmen der vorliegenden Erfindung in Formel VII für ein Borat
oder ein Anion einer gegebenenfalls funktionalisierte Di-, Tri- oder Tetracarbonsäure.
Besonders bevorzugt sind dabei Carbonsäureanionen und Anionen von Hydroxycarbonsäuren
mit mindestens zwei Carboxylgruppen, wobei Citrate ganz besonders bevorzugt sind.
[0090] Für den Fall daß n in der allgemeinen Formel X für eine Zahl von mehr als 1 steht,
steht der Term [B
n]
nl- für ein anorganisches oder organisches Polyanion mit dem Polymerisationsgrad n und
der Wertigkeit 1 der einzelnen Monomereinheiten des Polyanions mit der Gesamtwertigkeit
nl, wobei l gleich oder größer als 1 ist. Beispiele für geeignete Polyanionen [Bn]
nl- sind Polyacrylate, Polycarboxylate, Polyborate, Polysilikate, Polyphosphate oder
Polyphosphonate.
[0091] In allen obengenannten Fällen können die Säureanionen A und B in einem beliebigen
Verhältnis a/b in den Verbindungen der allgemeinen Formel X enthalten sein.
[0092] Bei den Verbindungen der allgemeinen Formel X handelt es sich nicht um schichtartig
aufgebaute Verbindungen vom Hydrotalcit- bzw. Hydroalumittyp, sondern um eine physikalische
Mischung von M
2+/Aluminiumoxidhydraten mit Salzen zweiwertiger Metalle. Röntgendiffraktogramme der
in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung eingesetzten Verbindungen der allgemeinen
Formel X zeigen eindeutig, daß es sich nicht um diskrete kristalline Verbindungen
eines bekannten Typs sondern um röntgenamorphe Mischungen handelt.
[0093] Zur Herstellung der Verbindungen gemäß der allgemeinen Formel X können, bekannten
Verfahren folgend, Lösungen bzw. Suspensionen oxidischer Formen der gewünschten Kationen
(z.B. NaAlO
2, Ca(OH)
2, Zn(OH)
2, Al(OH)
3) mit Lösungen oder Suspension von Salzen oder den entsprechenden Säuren der gewünschten
Anionen gemischt und bei Temperaturen zwischen 40 und 95 °C zur Reaktion gebracht
werden. Dabei können die Reaktionszeiten zwischen 15 und 300 Minuten variiert werden.
[0094] Wenn eine Oberflächenbehandlung der Reaktionsprodukte gewünscht ist, können die Reaktionsprodukte
direkt mit dem Oberflächenbehandlungsmittel versetzt, das Produkt durch Filtration
von der Mutterlauge getrennt und bei geeigneten Temperaturen zwischen 100 und 250
°C getrocknet werden. Die zugesetzte Menge an Oberflächenbehandlungsmittel beträgt
beispielsweise etwa 1 bis etwa 20 Gew.-%.
[0095] Verbindungen der allgemeinen Formel X können im Rahmen der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen
in einer Menge von bis zu etwa 50 Gew.-%, beispielsweise bis zu etwa 30 oder bis zu
etwa 15 Gew.-% eingesetzt werden.
[0096] Ebenfalls als Zusatzstoffe zu den erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung geeignet
sind Metalloxide, Metallhydroxide und Metallseifen von gesättigten, ungesättigten,
geradkettigen oder verzweigten, aromatischen, cycloaliphatischen oder aliphatischen
Carbonsäuren oder Hydroxycarbonsäuren mit vorzugsweise etwa 2 bis etwa 22 C-Atomen.
[0097] Als Metallkationen weisen die als Zusatzstoffe geeigneten Metalloxide, Metallhydroxide
oder Metallseifen vorzugsweise ein zweiwertiges Kation auf, besonders geeignet sind
die Kationen von Calcium oder Zink oder deren Gemische.
[0098] Beispiele für geeignete Carbonsäureanionen umfassen Anionen von monovalenten Carbonsäuren
wie Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure, Valeriansäure, Hexansäure, Önanthsäure,
Octansäure, Neodecansäure, 2-Ethylhexansäure, Pelargonsäure, Decansäure, Undecansäure,
Dodecansäure, Tridecansäure, Myristylsäure, Palmitinsäure, Laurylsäure, Isostearinsäure,
Stearinsäure, 12-Hydroxystearinsäure, 9,10-Dihydroxystearinsäure, Ölsäure, 3,6-Dioxaheptansäure,
3,6,9-Trioxadecansäure, Behensäure, Benzoesäure, p-tert-Butylbenzoesäure, Dimethylhydroxybenzoesäure,
3,5-Di-tert-butyl-4-hydroxybenzoesäure, Tolylsäure, Dimethylbenzoesäure, Ethylbenzoesäure,
n-Propylbenzoesäure, Salicylsäure, p-tert-Octylsalicylsäure, Sorbinsäure, Anionen
von divalenten Carbonsäuren bzw. deren Monoestern wie Oxalsäure, Malonsäure, Maleinsäure,
Weinsäure, Zimtsäure, Mandelsäure, Äpfelsäure, Glykolsäure, Oxalsäure, Salicylsäure,
Polyglykoldicarbonsäuren mit einem Polymerisationsgrad von etwa 10 bis etwa 12, Phthalsäure,
Isophthalsäure, Terephthalsäure oder Hydroxyphthalsäure, Anionen von tri- oder tetravalenten
Carbonsäuren bzw. deren Mono-, Di- oder Triestern wie sie in Hemimellithsäure, Trimellithsäure,
Pyromellithsäure oder Zitronensäure sowie ferner sogenannte überbasische Carboxylate
wie sie beispielsweise in der DE-A 41 06 404 oder der DE-A 40 02 988 beschrieben werden,
wobei die Offenbarung der letztgenannten Dokumente als Bestandteil der Offenbarung
des vorliegenden Textes betrachtet wird.
[0099] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden vorzugsweise
Metallseifen eingesetzt, deren Anionen sich von gesättigten oder ungesättigten Carbonsäuren
oder Hydroxycarbonsäuren mit etwa 8 bis etwa 20 C-Atomen ableiten. Besonders bevorzugt
sind hierbei Stearate, Oleate, Laurate, Palmitate, Behenate, Versatate, Hydroxystearate,
Dihydroxystearate, p-tert-Butylbenzoate oder (Iso)Octanoate von Calcium oder Zink
oder Gemische aus zwei oder mehr davon. Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weist eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung
Calciumstearat oder Zinkstearat oder deren Gemisch auf.
[0100] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann die genannten Metalloxide,
Metallhydroxide oder Metallseifen oder ein Gemisch aus zwei oder mehr davon, in einer
Menge von bis zu etwa 50 Gew.-%, beispielsweise in einer Menge von bis etwa 30 Gew.-%,
enthalten.
[0101] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann darüber hinaus weiterhin als
Thermostabilisatorkomponente eine Organozinnverbindung oder ein Gemisch aus zwei oder
mehr Organozinnverbindungen enthalten. Geeignete Organozinnverbindungen sind beispielsweise
Methylzinn-tris-(isooctyl-thioglycolat), Methylzinn-tris-(isooctyl-3-mercaptopropionat),
Methylzinn-tris-(isodecyl-thioglycolat), Dimethylzinn-bis-(isooctyl-thioglycolat),
Dibutylzinn-bis-(isooctyl-thioglycolat), Monobutylzinn-tris-(isooctyl-thioglycolat),
Dioctylzinn-bis-(isooctyl-thioglycolat), Monooctylzinn-tris-(isooctyl-thioglycolat)
oder Dimethylzinn-bis-(2-ethylhexyl-β-mercaptopropionat).
[0102] Darüber hinaus sind im Rahmen der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen
die in der EP-A 0 742 259 auf den Seiten bis 18 bis 29 genannten und in ihrer Herstellung
beschriebenen Organozinnverbindungen einsetzbar. Auf die obengenannte Offenbarung
wird ausdrücklich Bezug genommen, wobei die dort genannten Verbindungen und deren
Herstellung als Bestandteil der Offenbarung des vorliegenden Textes verstanden werden.
[0103] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann die beschriebenen Organozinnverbindungen
in einer Menge von bis zu etwa 20 Gew.-%, insbesondere bis etwa 10 Gew.-%, enthalten.
[0104] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann eine erfindungsgemäße
Stabilisatorzusammensetzung organische Phosphitester mit 1 bis 3 identischen, paarweise
identischen oder unterschiedlichen organischen Resten enthalten. Geeignete organische
Reste sind beispielsweise lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte Alkylreste
mit 1 bis 24 C-Atomen, gegebenenfalls substituierten Alkylreste mit 6 bis 20 C-Atomen
oder gegebenenfalls substituierte Aralkylreste mit 7 bis 20 C-Atomen. Beispiele für
geeignete organische Phosphitester sind Tris-(nonylphenyl)-, Trilauryl-, Tributyl-,
Trioctyl-, Tridecyl-, Tridodecyl-, Triphenyl-, Octyldiphenyl-, Dioctylphenyl-, Tri-(Octylphenyl)-,
Tribenzyl-, Butyldikresyl-, Octyl-di(octylphenyl)-, Tris-(2-ethylhexyl)-, Tritolyl-,
Tris-(2-cyclohexylphenyl)-, Tri-α-naphthyl-, Tris-(phenylphenyl)-, Tris-(2-phenylethyl)-,
Tris-(dimethylphenyl)-, Trikresyl- oder Tris-(p-nonylphenyl)-phosphit oder Tristearyl-sorbit-triphosphit
oder Gemische aus zwei oder mehr davon.
[0105] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann die beschriebenen Phosphitverbindungen
in einer Menge von bis zu etwa 30 Gew.%, insbesondere bis etwa 10 Gew.-%, enthalten.
[0106] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann weiterhin als Zusatzstoffe
blockierte Mercaptane enthalten, wie sie in der EP-A 0 742 259 auf den Seiten 4 bis
18 genannt werden. Auf die Offenbarung in der angegebenen Schrift wird ausdrücklich
Bezug genommen, sie wird als Bestandteil der Offenbarung des vorliegenden verstanden.
[0107] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann die beschriebenen blockierten
Mercaptane in einer Menge von bis zu etwa 30 Gew.-%, insbesondere bis zu etwa 10 Gew.-%,
enthalten.
[0108] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann weiterhin Gleitmittel wie
Montanwachs, Fettsäureester, gereinigte oder hydrierte natürliche oder synthetische
Triglyceride oder Partialester, Polyethylenwachse, Amidwachse, Chlorparaffine, Glyzerinester
oder Erdalkaliseifen enthalten. Verwendbare Gleitmittel werden darüber hinaus auch
in "Kunststoffadditive", R. Gächter/H. Müller, Carl Hanser Verlag, 3. Auflage, 1989,
S. 478 - 488 beschrieben. Weiterhin als Gleitmittel geeignet sind beispielsweise Fettketone
wie sie in der DE 4,204,887 beschrieben werden sowie Gleitmittel auf Silikonbasis,
wie sie beispielsweise die EP-A 0 259 783 nennt, oder Kombinationen davon, wie sie
in der EP-A 0 259 783 genannt werden. Auf die genannten Dokumente wird hiermit ausdrücklich
Bezug genommen, deren Gleitmittel betreffende Offenbarung wird als Bestandteil der
Offenbarung des vorliegenden Textes betrachtet.
[0109] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann die beschriebenen Gleitmittel
in einer Menge von bis zu etwa 70 Gew.-%, insbesondere bis etwa 40 Gew.-%, enthalten.
[0110] Ebenfalls als Zusatzstoffe für Stabilisatorzusammensetzungen gemäß der vorliegenden
Erfindung geeignet sind organische Weichmacher.
[0111] Als Weichmacher geeignet sind beispielsweise Verbindungen aus der Gruppe der Phthalsäureester
wie Dimethyl-, Diethyl-, Dibutyl-, Dihexyl-, Di-2-ethylhexyl-, Di-n-octyl-, Di-iso-octyl-,
Di-iso-nonyl-, Di-iso-decyl-, Dicyclohexyl-, Di-methylcyclohexyl-, Dimethylglykol-,
Dibutylglykol-, Benzylbutyl- oder Diphenylphthalat sowie Gemische von Phthalaten,
beispielsweise Gemische von Alkylphthalaten mit 7 bis 9 oder 9 bis 11 C-Atomen im
Esteralkohol oder Gemische von Alkylphthalaten mit 6 bis 10 und 8 bis 10 C-Atomen
im Esteralkohol. Besonders im Sinne der vorliegenden Erfindung geeignet sind dabei
Dibutyl-, Dihexyl-, Di-2-ethylhexyl-, Di-n-octyl-, Di-iso-octyl-, Di-iso-nonyl-, Di-iso-decyl-,
Di-iso-tridecyl- und Benzylbutylphthalat sowie die genannten Mischungen von Alkylphthalaten.
[0112] Weiterhin als Weichmacher geeignet sind die Ester aliphatischer Dicarbonsäuren, insbesondere
die Ester von Adipin-, Azelain- oder Sebacinsäure oder Gemische aus zwei oder mehr
davon. Beispiele für derartige Weichmacher sind Di-2-ethylhexyladipat, Di-isooctyladipat,
Di-iso-nonyladipat, Di-iso-decyladipat, Benzylbutyladipat, Benzyloctyladipat, Di-2-ethylhexylazelat,
Di-2-ethylhexylsebacat und Di-iso-decylsebacat. Bevorzugt sind im Rahmen einer weiteren
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung Di-2-ethylhexylacetat und Di-iso-octyladipat.
[0113] Ebenfalls als Weichmacher geeignet sind Trimellithsäureester wie Tri-2-ethylhexyltrimellithat,Tri-iso-tridecyltrimellithat,
Tri-iso-octyltrimellithat sowie Trimellithsäureester mit 6 bis 8, 6 bis 10, 7 bis
9 oder 9 bis 11 C-Atomen in der Estergruppe oder Gemische aus zwei oder mehr der genannten
Verbindungen.
[0114] Weiterhin geeignete Weichmacher sind beispielsweise Polymerweichmacher, wie sie in
"Kunststoffadditive", R. Gächter/H. Müller, Carl Hanser Verlag, 3. Auflage, 1989,
Kapitel 5.9.6, Seiten 412-415, oder "PVC Technology", W. V. Titow, 4th Edition, Elsevier
Publishers, 1984, Seiten 165-170, angegeben sind. Die gebräuchlichsten Ausgangsmaterialien
für die Herstellung von Polyesterweichmacher sind beispielsweise Dicarbonsäuren wie
Adipin-, Phthal-, Azelain- oder Sebacinsäure sowie Diole wie 1,2-Propandiol, 1,3-Butandiol,
1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Neopentylglykol oder Diethylenglykol oder Gemische aus
zwei oder mehr davon.
[0115] Ebenfalls als Weichmacher geeignet sind Phosphorsäureester, wie sie im "Taschenbuch
der Kunststoffadditive", Kapitel 5.9.5, S. 408-412 zu finden sind. Beispiele für geeignete
Phosphorsäureester sind Tributylphosphat, Tri-2-ethylbutylphosphat, Tri-2-ethylhexylphosphat,
Trichlorethylphosphat, 2-Ethyl-hexyl-di-phenylphosphat, Triphenylphosphat, Trikresylphosphat
oder Trixylenylphosphat, oder Gemische aus zwei oder mehr davon.
[0116] Weiterhin als Weichmacher geeignet sind chlorierte Kohlenwasserstoffe (Paraffine)
oder Kohlenwasserstoffe wie sie in "Kunststoffadditive", R. Gächter/H. Müller, Carl
Hanser Verlag, 3. Auflage, 1989, Kapitel 5.9.14.2, S. 422-425 und Kapitel 5.9.14.1,
S. 422, beschrieben sind.
[0117] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann die beschriebenen Weichmacher
in einer Menge von bis zu etwa 99,5 Gew.-%, insbesondere bis zu etwa 30 Gew.-%, bis
zu etwa 20 Gew.-% oder bis zu etwa 10 Gew.-% enthalten. Im Rahmen einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt die Untergrenze für die beschriebenen
Weichmacher als Bestandteil der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen etwa
0,1 Gew.-% oder mehr, beispielsweise etwa 0,5 Gew.-%, 1 Gew.%, 2 Gew.% oder 5 Gew.-%.
[0118] Ebenfalls als Bestandteil der erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen geeignet
sind Pigmente. Beispiele für geeignete anorganische Pigmente sind Titandioxid, Ruß,
Fe
2O
3, Sb
2O
3, (Ba, Sb)O
2, Cr
2O
3, Spinelle wie Kobaltblau und Kobaltgrün, Cd (S, Se) oder Ultramarinblau. Als organische
Pigmente sind beispielsweise Azopigmente, Phthalocyaninpigmente, Chinacridonpigmente,
Perylenpigmente, Diketopyrrolopyrrolpigmente oder Anthachinonpigmente geeignet.
[0119] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann weiterhin Füllstoffe wie sie
im "Handbook of PVC Formulating", E. J. Wickson, John Wiley & Sons, Inc., 1993, auf
den Seiten 393-449 beschrieben sind oder Verstärkungsmittel wie sie im "Taschenbuch
der Kunststoffadditive", R. Gächter/H. Müller, Carl Hanser Verlag, 1990, Seiten 549-615
beschrieben sind, enthalten. Besonders geeignete Füllstoffe oder Verstärkungsmittel
sind beispielsweise Calciumcarbonat (Kreide), Dolomit, Wollastonit, Magnesiumoxid,
Magnesiumhydroxid, Silikate, Glasfasern, Talk, Kaolin, Kreide, Ruß oder Graphit, Holzmehl
oder andere nachwachsende Rohstoffe. Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung enthält eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung Kreide.
[0120] Im Rahmen einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können die erfindungsgemäßen
Stabilisatorzusammensetzungen Antioxidantien, UV-Absorber und Lichtschutzmittel oder
Treibmittel enthalten. Geeignete Antioxidantien sind beispielsweise in der EP-A 1
046 668 auf den Seiten 33 bis 35 beschrieben. Geeignete UV-Absorber und Lichtschutzmittel
sind dort auf den Seiten 35 und 36 genannt. Auf beide Offenbarungen wird hier ausdrücklich
Bezug genommen, wobei die Offenbarungen als Bestandteil des vorliegenden Textes betrachtet
werden.
[0121] Als Treibmittel eignen sich beispielsweise organische Azo- und Hydrazoverbindungen,
Tetrazole, Oxazine, Isatosäureanhydrid, Salze der Citronensäure, beispielsweise Ammoniumcitrat,
sowie Soda und Natriumbicarbonat. Besonders geeignet sind beispielsweise Ammoniumcitrat,
Azodicarbonamid oder Natriumbicarbonat oder Gemische aus zwei oder mehr davon.
[0122] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann darüber hinaus noch Schlagzähmodifikatoren
und Verarbeitungshilfen, Geliermittel, Antistatika, Biozide, Metalldesaktivatoren,
optische Aufheller, Flammschutzmittel sowie Antifoggingverbindungen enthalten. Geeignete
Verbindungen dieser Verbindungsklassen sind beispielsweise in "Kunststoff Additive",
R. Keßler/H. Müller, Carl Hanser Verlag, 3. Auflage, 1989 sowie im "Handbook of PVC
Formulating", E.J. Wilson, J. Wiley & Sons, 1993 beschrieben.
[0123] Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann im Rahmen bevorzugter Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung eine komplexe Zusammensetzung aufweisen. Grundsätzlich
sind als Bestandteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen im wesentlitchen die
bereits im Rahmen dieses Textes genannten Verbindungen einsetzbar. Eine erfindungsgemäße
Stabilisatorzusammensetzung kann demnach beispielsweise ausschließlich Verbindungen
enthalten, die im Hinblick auf die Anfangsfarbe oder die Farbstabilität wirksam sind.
Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung kann jedoch darüber hinaus weitere
der obengenannten Verbindungen, insbesondere Zusatzstoffe enthalten, welche die Verarbeitbarkeit
von halogenhaltigen Kunststoffen oder die Eigenschaften von aus solchen Kunststoffen
hergestellten Formkörpern beeinflussen.
Eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung weist demnach beispielsweise die
in den nachfolgenden Tabellen 1 bis 4 beispielhaft aufgeführten Bestandteile auf.
Alle nachfolgenden Angaben sind in Gewichtsprozent, bezogen auf die gesamte Stabilisatorzusammensetzung,
angegeben.
Tabelle 1:
| |
Nr.1 |
Nr.2 |
Nr.3 |
Nr. 4 |
Nr. 5 |
Nr. 6 |
Nr.7 |
Nr. 8 |
| (Di)Arylthioharnstoff |
15 - 50 |
15 - 50 |
15 - 50 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
| Aminocrotonsäureester |
15 - 50 |
15 - 50 |
15 - 50 |
2 - 10 |
|
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
| Perchlorat (geträgert, 10%) |
|
|
|
|
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
| Hydrocalumit / Hydrotalcit / Zeolith |
20 - 40 |
|
20 - 40 |
40 - 80 |
40 - 80 |
40 - 80 |
40 - 80 |
|
| anorganische Säurefänger (z. B. Calciumhydroxid) |
|
|
|
|
|
|
|
40 - 80 |
| Ca- und/oder Zn-Seifen |
|
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 40 |
10 - 40 |
10 - 40 |
10 - 40 |
10 - 40 |
Tabelle 2:
| |
Nr. 9 |
Nr. 10 |
Nr. 11 |
Nr. 12 |
Nr. 13 |
Nr. 14 |
Nr. 15 |
Nr. 16 |
| (Di)Arylthioharnstoff |
2 - 10 |
15 - 50 |
5 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
| Aminocrotonsäureester |
2 - 10 |
|
5 - 10 |
|
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
2 - 10 |
| Perchlorat (geträgert, 10%) |
2 - 10 |
15 - 50 |
|
5 - 20 |
5 - 20 |
5 - 20 |
5 - 20 |
2 - 20 |
| Hydrocalumit / Hydrotalcit / Zeolith |
40 - 80 |
20 - 40 |
|
|
|
|
|
4 - 10 |
| Ca- und/oder Zn-Seifen |
10 - 40 |
10 - 30 |
5 - 25 |
5 - 25 |
5 - 25 |
5 - 25 |
5 - 25 |
5 - 25 |
| innere Gleitmittel (z.B. Fettsäureester) |
|
|
65 - 80 |
65 - 80 |
65 - 80 |
65 - 80 |
65 - 80 |
65 - 80 |
| Phosphitester |
|
|
|
|
|
5 - 20 |
|
|
| β-Diketone |
|
|
|
|
|
|
5 - 20 |
5 - 20 |
| Antioxidantien |
0,2 - 5 |
|
|
|
|
|
|
|
Tabelle 3:
| |
Nr. 17 |
Nr. 18 |
Nr. 19 |
Nr. 20 |
Nr. 21 |
Nr. 22 |
Nr. 23 |
Nr. 24 |
| (Di)Arylthioharnstoff |
|
2 - 10 |
|
8 - 20 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
| substituiertes Mercaptobenzothiazol |
2 - 10 |
|
2 - 10 |
|
|
|
|
|
| Aminocrotonsäureester |
2 -10 |
|
|
8 - 20 |
5 - 15 |
|
5 - 15 |
5 - 15 |
| Aminosalicylat |
|
2 - 10 |
2 - 10 |
|
|
|
|
|
| Perchlorat (geträgert, 10%) |
5 - 20 |
5 - 20 |
5 - 20 |
|
|
1 - 10 |
1 - 10 |
1 - 10 |
| Hydrocalumit / Hydrotalcit / Zeolith |
|
|
|
20 - 40 |
20 - 40 |
10 - 30 |
10 - 30 |
|
| anorganische Säurefänger (z. B. Calciumhydroxid) |
|
|
|
|
|
10 - 30 |
10 - 30 |
20 - 40 |
| Ca- und/oder Zn-Seifen |
5 - 25 |
5 - 25 |
5 - 25 |
10 - 20 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
| innere Gleitmittel (z.B. Fettsäureester) |
65 - 80 |
65 - 80 |
65 - 80 |
10 - 20 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
| äußere Gleitmittel (z.B. PE-Wachse, oxidierte PE-Wachse) |
|
|
|
10 - 20 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
| Polyol (z.B. Trimethylolpropan oder Sorbitol) |
|
|
|
|
|
|
|
5 - 15 |
Tabelle 4:
| |
Nr. 24 |
Nr. 25 |
Nr. 26 |
Nr. 27 |
Nr. 28 |
Nr. 29 |
Nr. 30 |
| (Di)Arylthioharnstoff |
5 - 15 |
5 -15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
|
5 - 15 |
|
| substituiertes Mercaptobenzothiazol |
|
|
|
|
5 - 15 |
|
5 - 15 |
| Aminocrotonsäureester |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
|
|
| Aminosalicylat |
|
|
|
|
|
5 - 15 |
5 - 15 |
| Perchlorat (geträgert, 10%) |
1 - 10 |
1 - 10 |
1 - 10 |
1 - 10 |
1 - 10 |
1 - 10 |
1 - 10 |
| Hydrocalumit /Hydrotalcit / Zeolith |
|
|
|
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
| anorganische Säurefänger (z. B. Calciumhydroxid) |
20 - 40 |
20 - 40 |
20 - 40 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
20 - 40 |
| Ca- und/oder Zn-Seifen |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
| innere Gleitmittel (z.B. Fettsäureester) |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
| äußere Gleitmittel (z.B. PE-Wachse, oxidierte PE- Wachse) |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
10 - 30 |
| Polyol (z.B. Trimethylolpropan oder Sorbitol) |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
5 - 15 |
| Phosphitester |
|
5 - 15 |
|
|
|
|
|
| β-Diketone |
|
|
5 - 15 |
|
|
|
|
[0124] Die erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen eignen sich zur Stabilisierung
halogenhaltiger Polymerer.
[0125] Beispiele für derartige halogenhaltige Polymere sind Polymere des Vinylchlorids,
Vinylharze die Vinylchlorideinheiten im Polymerrückgrat enthalten, Copolymere von
Vinylchlorid und Vinylestem aliphatischer Säuren, insbesondere Vinylacetat, Copolymere
von Vinylchlorid mit Estern der Acryl- und Methacrylsäure oder Acrylnitril oder Gemischen
aus zwei oder mehr davon, Copolymere des Vinylchlorids mit Dienverbindungen oder ungesättigten
Dicarbonsäuren oder deren Anhydriden, beispielsweise Copolymere des Vinylchlorids
mit Diethylmaleat, Diethylfumarat oder Maleinsäureanhydrid, nachchlorierte Polymere
und Copolymere des Vinylchlorids, Copolymere des Vinylchlorids und Vinylidenchlorids
mit ungesättigten Aldehyden, Ketonen und anderen Verbindungen wie Acrolein, Crotonaldehyd,
Vinylmethylketon, Vinylmethylether, Vinylisobutylether und dergleichen, Polymere und
Copolymere des Vinylidenchlorids mit Vinylchlorid und anderen polymerisierbaren Verbindungen,
wie sie bereits oben genannt wurden, Polymere des Vinylchloracetats und Dichlordivinylethers,
chlorierte Polymere des Vinylacetats, chlorierte polymere Ester der Acrylsäure und
der α-substituierten Acrylsäuren, chlorierte Polystyrole, beispielsweise Polydichlorstyrol,
chlorierte Polymere des Ethylens, Polymere und nachchlorierte Polymere von Chlorbutadien
und deren Copolymere mit Vinylchlorid sowie Mischungen aus zwei oder mehr der genannten
Polymeren oder Polymermischungen, die eines oder mehrere der obengenannten Polymere
enthalten.
[0126] Ebenfalls zur Stabilisierung mit den erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen
geeignet sind die Pfropfpolymerisate von PVC mit EVA, ABS oder MBS. Bevorzugte Substrate
für derartige Propfcopolymere sind außerdem die vorstehend genannten Homo- und Copolymerisate,
insbesondere Mischungen von Vinylchlorid-Homopolymerisaten mit anderen thermoplastischen
oder elastomeren Polymeren, insbesondere Blends mit ABS, MBS, NBR, SAN, EVA, CPE;
MBAS, PAA (Polyalkylacrylat), PAMA (Polyalkylmethacrylat), EPDM, Polyamiden oder Polylactonen.
[0127] Ebenfalls zur Stabilisierung mit den erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen
geeignet sind Gemische von halogenierten und nicht-halogenierten Polymeren, beispielsweise
Gemische der obengenannten nicht-halogenierten Polymeren mit PVC, insbesondere Gemische
von Polyurethanen und PVC.
[0128] Weiterhin können mit den erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzungen auch Rezyklate
chlorhaltiger Polymere stabilisiert werden, wobei grundsätzlich alle Rezyklate der
obengenannten, halogenierten Polymeren hierzu geeignet sind. Geeignet ist im Rahmen
der vorliegenden Erfindung beispielsweise PVC-Rezyklat.
[0129] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung betrifft daher eine Polymerzusammensetzung,
mindestens enthaltend ein halogeniertes Polymeres und eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung.
[0130] Im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält eine
erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung die erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung
in einer Menge von 0,1 bis 20 phr, insbesondere etwa 0,5 bis etwa 15 phr oder etwa
1 bis etwa 12 phr. Die Einheit phr steht für "per hundred resin" und betrifft damit
Gewichtsteile pro 100 Gewichtsteile Polymeres.
[0131] Vorzugsweise enthält eine erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung als halogeniertes
Polymeres zumindest anteilsweise PVC, wobei der PVC-Anteil insbesondere mindestens
etwa 20, vorzugsweise mindestens etwa 50 Gew.-%, beispielsweise mindestens etwa 80
oder mindestens etwa 90 Gew.-% beträgt. Im Rahmen einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weist eine erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung beispielsweise
die in der nachfolgenden Tabelle 5 genannten Bestandteile auf (alle Angaben in phr):
Tabelle 5:
| Polymerzusammensetzungen |
P1 |
P 2 |
P 3 |
P 4 |
P 5 |
P 6 |
P7 |
P8 |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
| PVC |
100 |
100 |
100 |
100 |
100 |
100 |
100 |
100 |
| Polyacrylat |
|
|
|
|
|
0,5 - 10 |
0,5 - 10 |
0,5 - 10 |
| Füllstoff (Kreide) |
0 - 70 |
0 - 50 |
|
1,0 - 10 |
1,0 - 10 |
1,0 - 10 |
1,0 - 10 |
1,0 - 10 |
| Weichmacher |
40 - 70 |
0 - 50 |
40 - 70 |
|
|
|
|
|
| Pigment (Ti02) |
|
|
|
|
1,0 - 10 |
1,0 - 10 |
1,0 - 10 |
1,0 - 10 |
| innere / äußere Gleitmittel |
|
|
|
|
|
0,5 - 4 |
|
|
| anorganischer Säurefänger |
|
|
|
|
|
|
0,5 - 4 |
|
| Beispiele 1 - 10 |
|
|
|
|
|
2,0 - 7 |
|
|
| Beispiele 11 - 19 |
|
|
|
|
|
|
2,0 - 7 |
|
| Beispiele 20 - 30 |
|
|
|
2,0 - 7 |
2,0 - 7 |
|
|
2,0 - 7 |
| Beispiele 1 - 19 |
2,5 - 12 |
2,5 - 12 |
2,5 -12 |
|
|
|
|
|
[0132] Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Stabilisierung halogenhaltiger
Polymerer, bei dem ein halogenhaltiges Polymeres oder ein Gemisch aus zwei oder mehr
halogenhaltige Polymeren oder ein Gemisch aus einem oder mehreren halogenhaltige Polymeren
und einem oder mehreren halogenfreien Polymeren mit einer erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung
vermischt wird.
[0133] Die Vermischung von Polymeren oder Polymeren und der erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung
kann grundsätzlich zu jedem beliebigen Zeitpunkt vor oder während der Verarbeitung
des Polymeren erfolgen. So kann die Stabilisatorzusammensetzung beispielsweise dem
in Pulver- oder Granulatform vorliegenden Polymeren vor der Verarbeitung zugemischt
werden. Es ist jedoch ebenso möglich, die Stabilisatorzusammensetzung dem Polymeren
oder den Polymeren in erweichtem oder geschmolzenem Zustand, beispielsweise während
der Verarbeitung in einem Extruder, als Emulsion oder als Dispersion, als pastöse
Mischung, als trockenen Mischung, als Lösung oder Schmelze zuzusetzen.
[0134] Eine erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung kann auf bekannte Weise in eine gewünschte
Form gebracht werden. Geeignete Verfahren sind beispielsweise Kalandrieren, Extrudieren,
Spritzgießen, Sintern, Extrusions-Blasen oder das Plastisol-Verfahren. Eine erfindungsgemäße
Polymerzusammensetzung kann beispielsweise auch zur Herstellung von Schaumstoffen
verwendet werden. Grundsätzlich eignen sich die erfindungsgemäßen Polymerzusammensetzung
zur Herstellung von hart- oder weich-PVC.
[0135] Eine erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung kann zu Formkörpern verarbeitet werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher auch Formkörper, mindestens enthaltend
eine erfindungsgemäße Stabilisatorzusammensetzung oder eine erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung.
[0136] Der Begriff "Formkörper" umfaßt im Rahmen der vorliegenden Erfindung grundsätzlich
alle dreidimensionalen Gebilde, die aus einer erfindungsgemäße Polymerzusammensetzung
herstellbar sind. Der Begriff "Formkörper" umfaßt im Rahmen der vorliegenden Erfindung
beispielsweise Drahtummantelungen, Automobilbauteile, beispielsweise Automobilbauteile
wie sie im Innenraum des Automobils, im Motorraum oder an den Außenflächen eingesetzt
werden, Kabelisolierungen, Dekorationsfolien, Agrarfolien, Schläuche, Dichtungsprofile,
Bürofolien, Hohlkörper (Flaschen), Verpackungsfolien (Tiefziehfolien), Blasfolien,
Rohre, Schaumstoffe, Schwerprofile (Fensterrahmen), Lichtwandprofile, Bauprofile,
Sidings, Fittings, Platten, Schaumplatten., Coextrudate mit recyceltem Kern oder Gehäuse
für elektrische Apparaturen oder Maschinen, beispielsweise Computer oder Haushaltsgeräte.
Weitere Beispiele für aus einer erfindungsgemäßen Polymerzusammensetzung herstellbare
Formkörper sind Kunstleder, Bodenbeläge, Textilbeschichtungen, Tapeten, Coil-Coatings
oder Unterbodenschutz für Kraftfahrzeuge.
[0137] Die Erfindung wird nachfolgend durch Beispiele näher erläutert.
Beispiele:
1. Rezepturen
[0138] Folgende Rezepturen wurden im Hinblick auf Ihre Stabilisatorwirkung überprüft:
Beispiel 1: Rezepturen zum Vergleich von PVC ohne Diphenylthioharnstoff/ mit Diphenylthioharnstoff/
Kombinationen
[0139]
| Rezeptur |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
| PVC |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
| Kreide |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
| Calciumstearat |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Zeolith |
1,00 |
1,00 |
1,00 |
1,00 |
1,00 |
| Calciumhydroxid |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Perchlorat (10%) |
|
|
0,20 |
|
0,20 |
| Aminocrotonat |
|
|
|
0,30 |
0,30 |
| Fettsäureester |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Diphenylthioharnstoff |
|
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| PE-Wachs |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
| oxidiertes PE-Wachs |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Titandioxid |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
Beispiel 2: Vergleich der UV-Stabilisierung einer erfindungsgemäßen Stabilisatorzusammensetzung
gegenüber einer Stabilisatorzusammensetzung mit Aminouracil
[0140]
Tabelle 2.1
| Rezeptur |
6 |
7 |
8 |
| PVC |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
| Kreide |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
| Calciumstearat |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Zeolith |
0,75 |
0,75 |
0,75 |
| Calciumhydroxid |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
| Perchlorat (10%) |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
| Aminocrotonat |
0,20 |
|
|
| Fettsäureester |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Diphenylthioharnstoff |
0,10 |
|
|
| PE-Wachs |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
| oxidiertes PE-Wachs |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Titandioxid |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
| Aminouracil |
|
0,30 |
0,10 |
Beispiel 3: Vergleiche zu verschiedenen Kombinationen Diphenylthioharnstoff/Aminocrotonat
mit anderen Verbindungen aus dem Stand der Technik
[0141]
Tabelle 3.1
| Rezeptur |
9 |
10 |
11 |
12 |
13 |
| PVC |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
100,00 |
| Kreide |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
| Calciumstearat |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Zeolith |
0,75 |
0,75 |
0,75 |
0,75 |
0,75 |
| Calciumhydroxid |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
| Perchlorat (10%) |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
| Aminocrotonat |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
| Fettsäureester |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Diphenylthioharnstoff |
0,30 |
|
|
|
|
| PE-Wachs |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
| Oxidiertes PE-Wachs |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Titandioxid |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
| Bisphenol A - Glycidylether |
|
|
|
|
|
| Di-tert-butylphenol |
|
0,30 |
|
|
|
| Polyethylenglycol |
|
|
0,30 |
|
|
| Phenylindol |
|
|
|
0,30 |
|
| Dehydroessigsäure |
|
|
|
|
0,30 |
Tabelle 3.2
| Rezeptur |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
| PVC |
100,00 |
100,0 |
100,00 |
100,00 |
100,0 |
| Kreide |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
2,00 |
| Caiciumstearat |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Zeolith |
0,75 |
0,75 |
0,75 |
0,75 |
0,75 |
| Caiciumhydroxid |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
| Perchlorat (10%) |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
| Aminocrotonat |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
0,20 |
| Fettsäureester |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
0,60 |
| Diphenylthioharnstoff |
0,30 |
|
|
|
|
| PE-Wachs |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
0,50 |
| Oxidiertes PE-Wachs |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Titandioxid |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
0,10 |
| Bisphenol A-Glycidylether |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
0,30 |
| Di-tert-butylphenol |
|
0,30 |
|
|
|
| Polyethylenglycol |
|
|
0,30 |
|
|
| Phenylindol |
|
|
|
0,30 |
|
| Dehydroessigsäure |
|
|
|
|
0,30 |
2. Tests
[0142] Die nach den angegeben Rezepturen gefertigten Dryblends wurden auf einem Laborwalzwerk
bei 190°C binnen 3 Minuten zu Fellen verarbeitet. Die Thermostabilität der so erhaltenen
PVC-Prüfstücke wurde statisch sowohl im Kongo-Rot-Test nach DIN VDE 0472/T614 quantitativ
ermittelt, als auch im Mathis-Ofen (200°C, Vorschub alle 5 Minuten) qualitativ visuell
beurteilt. Zur Bestimmung der Anfangsfarbe wurde das PVC-Fell bei 180°C zu Preßplatten
weiterverarbeitet. Deren Farbe wurde anhand des CIE-LAB-Farbsystems gemessen. Zur
Bestimmung der UV-Stabilität wurden Prüfstücke für 24, 48, 72 Stunden mit Kunstlicht,
erzeugt durch Glühlampen der Bezeichnung OSRAM-ULTRA-VITALUX (UV-A-Strahlung) in einem
ARA-LUX-Gerät bestrahlt. Die Farbe der Prüfkörper wurde anschließend im CIE-LAB-System
gemessen.
3. Ergebnisse
Beispiel 1
[0143]
| |
HCl (Minuten) |
L-Wert |
a-Wert |
b-Wert |
Beurteilung Anfangsfarbe (visuell) |
Beurteilung Farbhaltung (visuell) |
| Rezeptur 1 |
13 |
47,3 |
19,1 |
10,6 |
5 |
6 |
| Rezeptur 2 |
8 |
77,5 |
6,4 |
22,3 |
3 |
5 |
| Rezeptur 3 |
18 |
83,3 |
1,9 |
21,9 |
2 |
2 |
| Rezeptur 4 |
11 |
86,4 |
-0,7 |
17,3 |
2 |
2 |
| Rezeptur 5 |
22 |
87,0 |
-0,5 |
14,7 |
1 |
1 |
Beispiel 2
[0144]
| |
|
vor Bestrahlung |
| |
HCl (Minuten) |
L-Wert |
a-Wert |
b-Wert |
Farbbeurteilung (visuell) |
| Rezeptur 6 |
19 |
89,2 |
-0,6 |
10,5 |
1 |
| Rezeptur 7 |
19 |
88,0 |
-0,6 |
10,8 |
1 |
| Rezeptur 8 |
19 |
87,3 |
-1,2 |
16,3 |
3 |

Beispiel 3
[0145]
| |
HCl (Minuten) |
L-Wert |
a-Wert |
b-Wert |
Beurteilung Anfangsfarbe (visuell) |
Beurteilung Farbhaltung (visuell) |
| Rezeptur 9 |
19 |
88,8 |
-0,2 |
11,3 |
1 |
1 |
| Rezeptur 10 |
21 |
83,2 |
1,2 |
32,4 |
4 |
4 |
| Rezeptur 11 |
16 |
83,5 |
1,5 |
32,6 |
4 |
4 |
| Rezeptur 12 |
30 |
86, 1 |
-0,6 |
16,4 |
2 |
3 |
| Rezeptur 13 |
18 |
84,3 |
0,3 |
26,8 |
4 |
4 |
| Rezeptur 14 |
19 |
86,5 |
0,0 |
12,3 |
1 |
1 |
| Rezeptur 15 |
25 |
84,9 |
1,1 |
27,7 |
4 |
4 |
| Rezeptur 16 |
22 |
85,1 |
-0,1 |
29,7 |
4 |
4 |
| Rezeptur 17 |
34 |
87,4 |
-0,8 |
16,9 |
3 |
3 |
| Rezeptur 18 |
22 |
83,6 |
-0,3 |
27,7 |
4 |
4 |