[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Nachlegen von mit Raucherartikeln,
insbesondere Zigaretten, gefüllten Packungen an einen Stangenpacker, wobei auf den
Packungen wenigstens ein Abzeichen, insbesondere Prüfzeichen, vorzugsweise staatliches
Hoheitszeichen, aufgebracht ist.
[0002] Unter dem Begriff "Abzeichen" bzw. "staatliches Hoheitszeichen" wird insbesondere
ein Steuerzeichen, eine Steuermarke oder eine Steuerbanderole etc. verstanden.
[0003] Auf Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Rauchtabak wird in der Regel Tabaksteuer
erhoben. Um die steuerlichen Vorschriften eines Staates zu erfüllen, werden Steuerbanderolen
auf den Packungen für Zigaretten bzw. für Zigarren etc. aufgeklebt. Daher ist es für
die Produzenten und den Staat wichtig, daß keine Packung ohne Steuermarke in den Verkauf
kommt.
[0004] Um die Zigarettenpackungen besser zu handhaben und zu transportieren, werden in einem
Stangenpacker die Packungen zu einer sogenannten Stange, d. h. zu einem Gebinde mit
beispielsweise zehn Packungen zusammengefaßt. Dieses Gebinde wird in Verpackungspapier
eingeschlagen und von diesem gegen Verschmutzung geschützt. Ein Stangenpacker ist
bspw. in EP-B-0 311 830 beschrieben.
[0005] Vor dem Stangenpacker ist ein Nachleger angeordnet, um aus einem manuell befüllten
Packungsvorrat im vorgelagerten Prozeß des Verpackens von Einzelpackungen entstandene
Lücken am Stangenpacker zu schließen. Die Nachlegervorrichtung stellt dabei dem Stangenpacker
ein Gebinde mit mehreren Packungen bereit.
[0006] Beim Nachlegen von den Zigarettenpackungen in den Packungsvorrat erfolgt allerdings
eine Überprüfung der Steuermarken auf den Packungen nur durch das Bedienungspersonal.
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
das Nachlegen von Zigarettenpackungen an einen Stangenpacker zu verbessern, wobei
das Bedienpersonal entlastet werden soll.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe besteht bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art
darin, daß wenigstens ein Sensor für das Abzeichen auf der Packung vorgesehen ist.
Mittels des Sensors wird das Abzeichen bzw. die Steuerbanderole auf der Zigarettenpackung
erkannt. Hierbei wird jede nachgelegte Packung aus einem Schacht auf das Vorhandensein
der Steuermarke hin überprüft. Diese Kontrolle erfolgt nunmehr automatisch, so daß
das Bedienungspersonal an der Nachlegevorrichtung entlastet wird. Außerdem wird dadurch
die Qualitätskontrolle verbessert und gesteigert, da die optische Kontrolle der Steuermarke
durch das Bedienungspersonal durch die automatische Erkennung unterstützt wird. Das
Bedienungspersonal braucht nunmehr nur noch Packungen beispielsweise in die Schächte
der Nachlegevorrichtung einzufüllen. Im übrigen ist es im Rahmen der Erfindung unerheblich,
an welcher Stelle die Steuermarke auf der Packung aufgebracht wird. Mittels des Sensors
kann die Steuermarke an beliebigen Stellen auf der Packung erkannt werden.
[0009] Von Vorteil ist es ferner, wenn der Sensor als optischer Sensor, insbesondere Lichttaster,
ausgebildet ist.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß eine
Auswerfeinrichtung für die Packungen vorgesehen ist. Durch die Auswerfeinrichtung
werden Packungen ohne Steuermarke oder mit einer fehlerhaften Steuermarke nach der
Erkennung mittels des Sensors automatisch aus dem Prozeß ausgeschleust bzw. ausgeworfen.
Unter Auswerfeinrichtung wird auch eine Vorrichtung verstanden, mittels der eine fehlerhafte
Packung entfernt wird.
[0011] Packungen ohne Steuermarke lassen sich leicht aus dem Nachlegeprozeß entfernen, wenn
die Auswerfeinrichtung als Klappe ausgebildet ist.
[0012] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn ein Sammelbehälter für fehlerhafte Packungen vorgesehen
ist. Dadurch wird ausgeschlossen, daß Zigarettenpackungen ohne Steuermarke dem Stangenpacker
zugefördert und zu einer Stange verpackt werden und in den Verkauf gelangen.
[0013] Ferner ist es vorteilhaft, wenn wenigstens eine Steuereinheit vorgesehen ist. Mittels
dieser zentralen Steuereinheit ist es möglich, fehlerhaft erkannte Packungen einzeln
und automatisch aus dem Verpackungsvorgang zu entfernen.
[0014] Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit mit dem Sensor und/oder mit
der Auswerfeinrichtung verbunden ist.
[0015] Eine weitere Lösung besteht bei einem Verfahren der eingangs genannten Art darin,
daß das Abzeichen der Packung erfaßt wird.
[0016] Vorteilhaft ist es ferner, wenn das Abzeichen mittels eines, insbesondere optischen,
Sensors, vorzugsweise Lichttaster, erfaßt wird. Hierdurch werden Packungen, insbesondere
ohne oder mit fehlerhafter Steuermarke, einzeln und automatisch ermittelt und erkannt.
[0017] Um den Vorgang zu automatisieren, wird nach Erfassung einer Packung ohne oder mit
fehlerhaftem Abzeichen die Packung mittels einer Auswerfeinrichtung ausgeworfen. Dieser
Vorgang erfolgt automatisch, so daß nur noch Packungen mit einem einwandfreien Steuerzeichen
zu einer Stange verpackt werden. Das Bedienungspersonal wird somit entlastet, da keine
manuellen Eingriffe zur Entfernung einer fehlerhaften Packung in der Nachlegevorrichtung
erforderlich sind. Insgesamt wird dadurch die Produktivität einer Vorrichtung gesteigert,
weil das Verfahren selbsttätig, d. h. ohne Eingriff von außen abläuft. Es muß nicht
mehr abgewartet werden, bis die fehlerhafte Packung entnommen wird. Im Rahmen der
Erfindung wird unter einer Auswerfeinrichtung allgemein jede Vorrichtung verstanden,
mit der fehlerhafte Pakkungen aus dem Verpackungsvorgang entfernt werden können.
[0018] Das Verfahren wird weiterhin dadurch verbessert, wenn die fehlerhaften Packungen
in einem Sammelbehälter gesammelt werden.
[0019] Um ein automatisches Verfahren zu gewährleisten, wird vorteilhafterweise der Sensor
und/oder die Auswerfeinrichtung mittels einer Steuereinheit gesteuert.
[0020] Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, daß in einem automatischen Produktionsprozeß
die Steuermarke mittels einer Sensorik abgefragt wird. Wird eine Packung mit fehlerhafter
Steuermarke oder ohne Steuermarke an der Nachlegevorrichtung erkannt, wird diese Packung
aus dem Prozeß ausgeschleust, so daß keine Packungen ohne Steuermarke zum Stangenpacker
gelangen und zu Stangen verpackt werden.
[0021] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben,
wobei für alle im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen Einzelheiten ausdrücklich
auf die Zeichnungen verwiesen wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Nachlegevorrichtung für Zigarettenpakkungen in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- die Nachlegevorrichtung aus Fig. 1 in einer Seitenansicht und
- Fig. 3
- eine weitere erfindungsgemäße Nachlegevorrichtung in einer schematisierten, perspektivischen
Ansicht.
[0022] In der folgenden Figurenbeschreibung sind gleiche Elemente durch dieselben Bezugsziffern
bezeichnet, so daß von einer erneuten Vorstellung abgesehen wird.
[0023] In Fig. 1 und Fig. 2 ist dieselbe Nachlegevorrichtung für Zigarettenpackungen perspektivisch
und in einer Seitenansicht dargestellt. Die Nachlegevorrichtung 1 ist Teil eines Stangenförderers
oder Stangenpackers bzw. einer Zigarettenstangenverpackungsvorrichtung, mittels der
mehrere Zigarettenpackungen zu Stangen verpackt werden.
[0024] Die Nachlegevorrichtung 1 weist einen Schacht 2 auf, in den Packungen 3 mit Raucherartikeln,
insbesondere Zigaretten, eingelegt sind. In den Schacht 2 werden die Zigarettenpackungen
3 vom Bedienungspersonal per Hand eingelegt. Die jeweils unterste Packung 3 im Schacht
2 liegt auf einer horizontalen Tischfläche 4 auf. An der Stirnfläche der untersten
Packung 3 ist ein Schieber 5 angeordnet, der die unterste Packung 3 aus dem Schacht
2 zu einer Ablage 13 wegbefördert. Der Schieber 5 schiebt die unterste Packung 3 aus
dem Schacht 2 weg, ohne daß die übrigen, darüber liegenden Packungen 3 im Schacht
2 sich in der Höhe verschieben. Unterhalb der Tischfläche 4, im Bereich der vom Schieber
5 abgewandten Stirnseite der untersten Zigarettenpackung 3 ist ein Sensor 10 zur Erkennung
der Steuermarke auf der Zigarettenpackung 3 angeordnet. Dieser Sensor 10 kann beispielsweise
als optischer Sensor ausgebildet sein, wobei die Tischfläche 4 im Bereich des Sensors
10 eine Aussparung oder ein Fenster aufweist.
[0025] Der Sensor 10 ist über eine Verbindung 9 mit der Steuereinheit 8 verbunden. Die Steuereinheit
8 ist ferner über Verbindungen 6 mit Aktoren 7 verbunden, die weiterhin über Verbindungen
6 mit zu bedienenden Elementen verbunden sind. Beispielsweise ist die Steuereinheit
8 über die Verbindung 6 und einem Aktor 7 mit dem Schieber 5 verbunden.
[0026] Mittels des erfindungsgemäßen Sensors 10 wird festgestellt, ob auf der zu unterst
liegenden Packung 3 eine Steuermarke angeordnet ist. Hierbei muß die Steuermarke nicht
mehr an einer bestimmten Stelle auf der Packung aufgebracht sein, sondern kann vielmehr
an einer Stelle auf der Unterseite der Packung 3 angeordnet sein.
[0027] Kommt die unterste Packung 3 im Schacht 2 zur Auflage auf der Tischfläche 4, so erkennt
der Sensor 10, ob diese Packung 3 eine Steuermarke besitzt. Die Erfassung der Steuermarke
kann auch beim Vorbeischieben der Packung 3 am Sensor 10 erfolgen. Wird festgestellt,
daß die Packung 3 keine Steuermarke oder eine fehlerhafte Steuermarke aufweist, so
gibt die Steuerung 8 über die Verbindung 6 an den Aktor 7 für eine Klappe 11 einen
Steuerbefehl weiter. Dieser Steuerbefehl bewirkt, daß die in der Tischfläche 4 eingelassene
Klappe 11 sich öffnet und nach unten wegklappt, so daß die mittels des Schiebers 5
transportierte Packung 3 nicht zur Ablage 13 sondern in einem unter der Klappe 11
angeordneten Sammelbehälter 12 gelangt. In diesem Sammelbehälter 12 werden alle fehlerhaften
Packungen 3 gesammelt.
[0028] Die einwandfreien Packungen 3 mit einer ordnungsgemäß angebrachten Steuermarke werden
auf die vertikal bewegbare Ablage 13 geschoben, so daß die Packungen 3 in einer Reihe
angeordnet werden. Zur Beförderung der Packungen 3 auf der Ablage 13 ist zusätzlich
ein Schieber 14 vorgesehen, der die Packungen 3 in einer senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Schiebers 5 ausgebildeten Richtung verschiebt. Gemäß eines gewählten Verfahrensschemas
werden die Packungen 3 doppellagig mit je einer Lage aus fünf Packungen auf der Ablage
13 angeordnet. Anschließend werden die Packungen 3 auf der Ablage 13 auf ein Förderband
15 verschoben, das die Packungen 3 zu einem, hier nicht gezeigten Stangenpakker, transportiert.
Mittels des Stangenpackers werden mehrere Packungen 3 zu einer Zigarettenstange verpackt.
[0029] Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, mehrere Schächte 2 für Zigarettenpackungen
3 parallel und nebeneinander anzuordnen, so daß gleichzeitig mehrere Packungen 3 auf
die Ablage 13 befördert werden, wie in Fig. 3 gezeigt ist. Hierbei ist jedem Schacht
2 ein Sensor 10 zugeordnet, so daß gleichzeitig und parallel alle Packungen 3 hinsichtlich
des Vorhandenseins einer Steuermarke auf der Packung überprüft werden.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Nachlegevorrichtung
- 2
- Schacht
- 3
- Zigarettenpackung
- 4
- Tischfläche
- 5
- Schieber
- 6
- Verbindung
- 7
- Aktor
- 8
- Steuereinheit
- 9
- Verbindung
- 10
- Sensor
- 11
- Klappe
- 12
- Behälter
- 13
- Ablage
- 14
- Schieber
- 15
- Band
1. Vorrichtung (1) zum Nachlegen von mit Raucherartikeln, insbesondere Zigaretten, gefüllten
Packungen (3) an einen Stangenpacker, wobei auf den Packungen (3) wenigstens ein Abzeichen,
insbesondere Prüfzeichen, vorzugsweise staatliches Hoheitszeichen, aufgebracht ist,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Sensor (10) für das Abzeichen vorgesehen ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (10) als optischer Sensor (10), insbesondere Lichttaster, ausgebildet
ist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Auswerfeinrichtung (8, 7, 11) für die Packungen (3) vorgesehen ist.
4. Vorrichtung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerfeinrichtung (8, 7, 11) als Klappe (11) ausgebildet ist.
5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Sammelbehälter (12) für fehlerhafte Packungen (3) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Steuereinheit (8) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (8) mit dem Sensor (10) und/oder mit der Auswerfeinrichtung (8,
7, 11) verbunden ist.
8. Verfahren zum Nachlegen von mit Raucherartikeln, insbesondere Zigaretten, gefüllten
Packungen (3) an einen Stangenpacker, wobei auf den Packungen (3) wenigstens ein Abzeichen,
insbesondere Prüfzeichen, vorzugsweise staatliches Hoheitszeichen, aufgebracht ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Abzeichen der Packung (3) erfaßt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Abzeichen mittels eines insbesondere optischen, Sensors (10), vorzugsweise Lichttaster,
erfaßt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß nach Erfassung einer Packung (3) ohne oder mit fehlerhaftem Abzeichen die Packung
(3) mittels einer Auswerfeinrichtung (8, 7, 11) ausgeworfen wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die fehlerhaften Packungen (3) in einem Sammelbehälter (12) gesammelt werden.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (10) und/oder die Auswerfeinrichtung (8, 7, 11) mittels einer Steuereinheit
(8) gesteuert wird.