[0001] Die Erfindung betrifft einen Aufzug mit mehereren selbstfahrenden Kabinen und mindestens
drei nebeneinander angeordneten, vertikalen Aufzugsschächten sowie ein Verfahren zum
Betreiben eines solchen Aufzugs.
[0002] Es gibt verschiedene Ansätze zur Anordnung der Aufzugsschächte einer Aufzugsanlage.
Einige Beispiele sind in den Figuren 1A - 1D in einer schematischen Draufsicht gezeigt.
[0003] In Figur 1A sind zwei vertikale Aufzugsschächte 1 und 2 gezeigt, die nebeneinander
angeordnet sind. In jedem der beiden Schächte 1 und 2 bewegt sich mindestens eine
Aufzugskabine 3 auf- bzw. abwärts. Jeder Schacht 1, 2 hat eine Schachttüre 4.
[0004] In Figur 1B ist eine weitere Anordnung gezeigt, die wiederum zwei vertikale Aufzugsschächte
5 und 6 aufweist, die nebeneinander angeordnet sind. Jeder der Aufzugsschächte 5 und
6 hat in Richtung der Schachttiefe zwei hintereinander angeordnete Schachtbereiche.
Eine Aufzugskabine 3, die sich im vordern Bereich eines der Schächte 5, 6 bewegt (wie
im linken Schacht 5 gezeigt), bedient die Schachtüren 4. Eine Aufzugskabine 3, die
sich im hinteren Bereich eines der Schächte 5, 6 bewegt (wie im rechten Schacht 6
gezeigt), bietet keinen Zugang zu einer der Schachttüren 4. Es können mehrere Aufzugskabinen
3 im Umlauf sein.
[0005] Die Japanische Patentanmeldung mit der Publikationsnummer JP 6080324 zeigt eine Anordnung
mit zwei nebeneinander liegenden Schächten, ähnlich wie in Figur 1B gezeigt. Anders
als in Figur 1B weist jeder der Schächte in Richtung der Schachttiefe drei hintereinander
liegenden Schachtbereiche auf. Nur der jeweils vordere Schachtbereich hat Zugang zu
den Schachttüren, ähnlich wie in Figur 1B. Eine Erweiterung des Konzepts nach Figur
1B ist der Japanische Patentanmeldung mit der Publikationsnummer JP 6080352 zu entnehmen.
In Richtung der Schachttiefe weist die Anordnung gemäss JP 6080352 mehrere Schachtbereiche
und horizontal bzw. schräg verlaufende Übergänge auf. Schachtüren befinden sich sowohl
in der vorderen Schachtwand (wie in Figur 1B), als auch in der rückwärtigen Schachtwand.
Die Aufzugskabinen müssen daher auf zwei gegenüberliegenden Seiten Zutrittöffnungen
aufweisen.
[0006] Eine weitere Anordnung ist in Figur 1C gezeigt. Diese Anordnung weist einen vertikalen
Aufzugsschacht 7 auf. Links und rechts in diesem Aufzugsschacht 7 können Aufzugskabinen
3 auf- bzw. abwärts bewegt werden. Im mittleren Schachtbereich 9 sind keine Schachttüren
4 vorgesehen. Es können zwei Beförderungsansätze unterschieden werden, die sich in
einem solchen Schacht 7 realisieren lassen. Entweder wird der mittlere Schachtbereich
9 nur zum Überwechseln der Aufzugskabinen 3 von links nach rechts, oder umgekehrt
verwendet, oder der mittlere Bereich 9 wird auch zur vertikalen Beförderung und/oder
zur Speicherung der Aufzugskabinen 3 eingesetzt.
[0007] In der US-Patentschrift 3,658,155 ist eine Anordnung beschrieben, die mit der Variante
in Figur 1C vergleichbar ist. Gemäss dieser US-Patentschrift wird der mittlere Bereich
zwischen dem linken Schachtbereich und dem rechten Schachtbereich zum vorübergehenden
Parken der Aufzugskabinen verwendet. Die Aufzugskabinen bewegen sich entlang einer
zentralen Fördereinrichtung. Eine Aufzugskabine kann ausgeklinkt und im mittleren
Bereich geparkt werden.
[0008] Die Japanische Patentanmeldung mit der Publikationsnummer JP 09077418 zeigt eine
Anordnung mit drei nebeneinander liegenden Schachtbereichen, ähnlich wie in Figur
1C gezeigt. Der linke Schachtbereich wird für Aufwärtsfahrten und der rechte Schachtbereich
für Abwärtsfahrten eingesetzt. Der mittlere Schachtbereich wird für schnelle Abwärtsfahrten
eingesetzt, weist aber keine Schachttüren zum Ein- und Aussteigen auf. Hinter den
drei nebeneinander liegenden Schachtbereichen befindet sich am Schachtkopf und am
Schachtfuss je eine Querverbindungsschacht zum Überwechseln der Kabinen zwischen den
drei vertikalen Schachtbereichen. Im rechten und im linken Schachtbereich werden die
Aufzugskabinen gemeinsam im Verbund in vertikaler Richtung bewegt. Im mittleren Schachtbereich
ist eine autarke Vertikalbewegung möglich.
[0009] Die Japanische Patentanmeldung mit der Publikationsnummer JP 2000185885 zeigt eine
Anordnung mit vier nebeneinander liegenden Schachtbereichen, ähnlich wie in Figur
1C gezeigt. Ein wesentlicher Unterschied ist darin zu sehen, das die Schachtbereiche
einzeln angeordnet und nur durch schräg verlaufende Übergangsstellen verbunden sind.
[0010] Eine Variante der in Figur 1C gezeigten Anordnung ist in Figur 1D angedeutet. Der
Schacht 7 hat drei vollwertige Schachtbereiche, die nebeneinander liegen. Nicht nur
der linke und der rechte Schachtbereich weisen Schachttüren 4 auf, sondern der mittlere
Schachtbereich hat auch Schachttüren 8.
[0011] Was den Antrieb der Aufzugskabinen 3 betrifft unterscheidet man zwei grundlegende
Ansätze. Entweder werden die Aufzugskabinen 3 zumindest in vertikaler Richtung gemeinsam
gefördert, oder die Kabinen können individuell bewegt werden. Der letztere Ansatz
resultiert in einer zusätzlichen Flexibilität.
[0012] Es ist ein Nachteil einiger der bekannten Schachtanordnungen, dass die Aufzugskabinen
beim Überwechseln von einer Fahrspur in eine andere, oder beim Überwechseln von einem
Aufzugsschacht in den anderen Aufzugsschacht Querbeschleunigungen von mit Passagieren
besetzten Aufzugskabinen unterliegen. Derartige Querbeschleunigungen sind für die
zu befördernden Passagiere unangenehm. Auch ist ein derartiges Überwechseln mit starken
Erschütterungen verbunden, die als störend empfunden werden können. Diese Faktoren
können eine Unsicherheit der Passagiere hervorrufen, zumal der Passagier sich in einer
geschlossenen Kabine befindet und keinen Sichtkontakt oder Bezug nach Aussen hat.
[0013] Andere Anordnungen wiederum haben einen relativ grossen Platzbedarf, ohne die Beförderungsleistung
wesentlich zu erhöhen, oder der bauliche Aufwand ist gross. Einige der bekannten Anordnungen
erfordern Haltestellen und/oder Schachtüren an mehreren Seitenwänden eines Schachtes.
Das ist aus baulicher Sicht aufwendig. Ausserdem müssen die Passagiere unter Umständen
bei einem Richtungswechsel oder beim Umsteigen um einen Schacht herum gehen, um eine
andere Aufzugskabine zu betreten.
[0014] Es ist in Anbetracht der bekannten Anordnungen eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ein Aufzugssystem und ein entsprechendes Verfahren bereitzustellen, das die Nachteile
des Standes der Technik reduziert oder gänzlich vermeidet.
[0015] Es ist insbesondere eine Aufgabe, ein Aufzugssystem und ein entsprechendes Verfahren
bereitzustellen, bei dem die zu befördernden Passagiere keinen als störend empfundenen
Einflüssen unterliegen.
[0016] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1 und durch die Merkmale
des Anspruchs 10.
[0017] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemässen Aufzugssystems sind durch die
abhängigen Patentansprüche 2 bis 9 und durch die abhängigen Patentansprüche 11 bis
16 definiert.
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und mit Bezug auf
die Zeichnung ausführlich beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1A - 1D
- schematische Draufsichten verschiedener bekannter Aufzugssysteme;
- Fig. 2
- eine schematische Frontansicht eines ersten Aufzugssystems gemäss Erfindung;
- Fig. 3
- eine schematische Schnittansicht des ersten Aufzugssystems gemäss Erfindung;
- Fig. 4
- eine schematische Seitenansicht eines Ausschnitts des ersten Aufzugssystems gemäss
Erfindung;
- Fig. 5
- eine schematische Schnittansicht eines weiteren Aufzugssystems gemäss Erfindung;
- Fig. 6A - 6B
- schematische Seitenansichten eines Ausschnitts eines weiteren Aufzugssystems gemäss
Erfindung;
- Fig. 7
- eine schematische Schnittansicht eines weiteren Aufzugssystems gemäss Erfindung.
[0019] Eine erste Ausführungsform der Erfindung ist im Zusammenhang mit den Figuren 2 und
3 beschrieben. Es ist eine Aufzugsanlage gezeigt, die drei nebeneinander angeordnete
vertikale Aufzugsschächte 10, 11 und 12 aufweist. Es werden insgesamt fünf Stockwerke
13.1 - 13.5 bedient. Innerhalb der Aufzugsschächte 10, 11 und 12 befinden sich mehrere
individuell angetriebene Aufzugskabinen 16 (siehe Figur 3). Die beiden aussen angeordneten
Aufzugsschächte 10 und 12 weisen Zutrittsöffnungen 14 auf, die alle in einer durch
die Zeichnungsebene definierten Ebene liegen. Die Zutrittsöffnungen 14 sind üblicherweise
mit Schachttüren versehen. Der in der Mitte angeordnete Aufzugsschacht 11 dient als
vertikaler Depotschacht und weist Übergänge 15 (z.B. in Form von Durchführungen) auf,
die ein Verschieben der Aufzugskabinen 16 zwischen zwei nebeneinander angeordneten
Aufzugsschächten ermöglichen. Eine Aufzugskabine 16 kann zum Beispiel durch eine Durchführung
15 von dem Aufzugsschacht 10 oder von dem Aufzugsschacht 12 in den Depotschacht 11
bewegt werden. Die Aufzugskabinen 16 können auch von dem Depotschacht 11 in einen
der beiden äusseren Aufzugsschächte 10 oder 12 verschoben werden.
[0020] Gemäss Erfindung werden Aufzugskabinen 16 in einem ersten der beiden aussen angeordneten
Aufzugsschächte (zum Beispiel im Aufzugsschacht 10) bereit gestellt, falls ein Anforderungsruf
für eine Aufwärtsfahrt bei der Aufzugssteuerung eingeht. Falls ein Anforderungsruf
für eine Abwärtsfahrt eingeht, kann eine der Aufzugskabinen 16 in dem zweiten der
beiden aussen angeordneten Aufzugsschächte (zum Beispiel im Aufzugsschacht 12) bereit
gestellt werden. Die Anlage ist so ausgelegt, dass ein Wechsel einer leeren Aufzugskabine
16 von einem der beiden aussen angeordneten Aufzugsschächte 10, 12 in den in der Mitte
angeordnete Depotschacht 11 nur erfolgt, wenn die Aufzugskabine 16 leer ist. Leere
Aufzugskabinen 16 werden in dem Depotschacht 11 deponiert. Die Aufzugssteuerung ist
vorzugsweise so ausgelegt, dass ein bedarfsabhängiges Bereitstellen leerer Aufzugskabinen
16 erfolgt. Zu diesem Zweck werden leere Aufzugskabinen 16 in dem Depotschacht 11
in Wartepositionen im Bereich der Übergänge 15 deponiert, um im Fall eines Anforderungsrufs
ein schnelles Bereitstellen zu ermöglichen.
[0021] Es wurde für die Aufzugsanlage ein rechteckiger Grundriss gewählt, da diese Anordnung
der drei Aufzugsschächte 10, 11, 12 eine gute Förderleistung bei akzeptabler Platzausnützung
gewährleistet.
[0022] Gemäss einer anderen Ausführungsform weist jede der Aufzugskabinen 16 einen autarken,
kabinenseitigen Linearantrieb 21, 22 auf, der es ermöglicht, die Aufzugskabinen 16
selbstständig in vertikaler Richtung in den vertikalen Aufzugsschächten 10, 11, 12
zu bewegen. Ein derartiges System ist in Figur 4 dargestellt, die einen Schnitt durch
den Aufzugsschacht 10 zeigt. An der rückwärtigen Schachtwand 20 ist ein nicht-bestromter
Antriebsteil 23 (z.B. der Sekundärteil eines Linearmotorantriebs) angeordnet, an dem
sich der Linearantrieb 21, 22 entlang bewegt. Der Linearantrieb 21, 22 weist eine
Ansteuerung auf, die es ermöglicht, den Linearantrieb 21, 22 so anzusteuern, dass
dieser eine Aufwärtsfahrt oder eine Abwärtsfahrt der Aufzugskabine 16 in dem entsprechenden
Aufzugsschacht bewirkt. Die Ansteuerung des Linearantriebs 21, 22 erfolgt unter Berücksichtigung
eines Anforderungsrufs, der zum Beispiel durch das Drücken einer Ruftaste ausgelöst
werden kann.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform weist eine Aufzugskabine 16 einen zusätzlichen
Antrieb auf, um die Aufzugskabine 16 selbstständig in horizontaler Richtung von einem
Aufzugsschacht 10 oder 12 in den Depotschacht 11 hinein oder aus dem Depotschacht
11 heraus verschieben zu können.
[0024] Alternativ kann der vorhandene Linearantrieb 21, 22, der zum vertikalen Bewegen der
Aufzugskabinen 16 eingesetzt wird so umgeschwenkt werden, dass dieser Linearantrieb
21, 22 auch zum Bewirken der horizontalen Verschiebung zwischen benachbarten Aufzugsschächten
einsetzbar ist. Vorzugsweise erfolgt dieses Umschwenken zusammen mit einem Umschwenken
eines Abschnitts des nicht-bestromten Antriebsteils 23, da das alleinige Umschwenken
des Linearantriebs 21, 22 ein Lösen des Linearantriebs 21, 22 von dem nicht-bestromten
Antriebsteil 23 notwendig machen würde. Ein solches Lösen ist aufwendig, da enorme
Haftkräfte zwischen dem Linearantrieb 21, 22 und dem nicht-bestromten Antriebsteil
23 herrschen.
[0025] Gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Aufzugssystem ein Steuerungssystem
40 auf, wie in Figur 5 schematisch gezeigt. Das Steuerungssystem 40 ist so ausgelegt,
dass ein sogenanntes Bedarfsprofil beigezogen wird, um das bedarfsabhängige Bereitstellen
leerer Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 zu ermöglichen. Ein solches Bedarfsprofil kann fest
vorgegeben sein, oder es kann sich dynamisch anpassen. Vorzugsweise ist das Bedarfsprofil
in einem Speicher 38 gespeichert. Besonders geeignet ist ein Bedarfsprofil, bei dem
gewisse Grundbedarfsmuster vorgegeben sind, die sich jedoch durch das Beobachten des
täglichen Aufzugsbetriebs automatisch weiterentwickeln.
[0026] Ein einfaches Beispiel soll dies verdeutlichen. Bei einem Aufzugssystem in einem
Bürogebäude fallen zu Arbeitsbeginn zahlreiche Aufwärtsfahrten zu den verschiedenen
Büroräumlichkeiten an. Das Bedarfsprofil ist gemäss Erfindung so ausgelegt, dass mehrere
leere Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 im unteren Bereich des Depotschachts 31 deponiert
werden, damit genügend leere Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 für die anstehenden Aufwärtsfahrten
bereit stehen. Abends bzw. bei Arbeitsschluss werden mehrere leere Aufzugskabinen
36.1 - 36.3 im oberen und mittleren Schachtbereich gebraucht, da zahlreiche Passagiere
ihre Büros verlassen und Richtung Parterre 13.2 oder Tiefgarage 13.1 fahren. Ein sich
automatisch anpassendes Steuerungssystem 40 kann zum Beispiel berücksichtigen, dass
es zwischen Sommer und Winter Unterschiede im Passagierverhalten geben kann. Es ist
auch denkbar, dass sich das Bedarfsprofil während der ferienbedingten Abwesenheit
so anpasst, dass morgens erfasst wird, wie viele Aufwärtsfahrten angefordert wurden,
um dann am selben Tag abends eventuell weniger Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 als sonst
bereitzustellen.
[0027] Das Aufzugssystem gemäss der in Figur 5 gezeigten Ausführungsform weist drei nebeneinander
angeordnete Aufzugsschächte 30, 31, 32 auf, von denen der mittlere Schacht als vertikaler
Depotschacht 31 dient. Im gezeigten Beispiel gibt es im Bereich des untersten Stockwerks
13.1 (Tiefgarage), im Bereich des Stockwerks 13.3 und beim obersten Stockwerk 13.5
Übergänge 35, die ein Verschieben der Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 zwischen zwei nebeneinander
angeordneten Aufzugsschächten 30, 31, 32 ermöglichen. Das Steuerungssystem 40 umfasst
im gezeigten Beispiel einen Speicher 38, der zum Beispiel Bedarfsprofil(e) bereitstellt.
Auf jedem der Stockwerke 13.1 - 13.5 befindet sich ein Panel 41.1 - 41.5 mit dem bei
Bedarf eine der Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 angefordert werden kann. In der gezeigten
Ausführungsform sind die Panele 41.1 - 41.5 über eine Kommunikationsverbindung 37
mit dem Steuerungssystem 40 verbunden. Jeder der Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 weist
eine Steuerungseinheit 39 auf, die über Kommunikationsverbindungen 42.1 - 42.3 mit
dem zentralen Steuerungssystem 40 der Aufzugsanlage verbindbar sind. Die Komponenten
37, 38, 40 39, 41.1 - 41.5, 42.1 - 42.3, und 43 werden gesamthaft als Aufzugssteuerung
bezeichnet. Die Kommunikationsverbindungen 37 und 42.1 - 42.3 sind in Figur 5 nur
schematisch dargestellt. Üblicherweise handelt es sich bei den Kommunikationsverbindungen
37 und 42.1 - 42.3 um Busverbindungen oder um Parallelverdrahtungen.
[0028] Nachdem ein Anforderungsruf zum Beispiel durch Betätigung der Aufwärtstaste am Panel
41.1 ausgelöst wurde, wird dieser Anforderungsruf über die Kommunikationsverbindungen
37 an das Steuerungssystem 40 übermittelt. Das Steuerungssystem 40 wählt eine Aufzugskabine
36.3 aus, die sich in der Nähe des Stockwerks 41.1 befindet und die leer ist. Über
die Kommunikationsverbindung 42.3 beauftragt das Steuerungssystem 40 die Steuerungseinheit
39 der Aufzugskabine 36.3. Dies kann zum Beispiel geschehen, indem das Steuerungssystem
40 der Steuerungseinheit 39 der Aufzugskabine 36.3 ein Anforderungsprofil übergibt,
das dann von der Steuerungseinheit 39 selbstständig umgesetzt wird. In diesem Fall
muss die Steuerungseinheit 39 intelligent ausgeführt sein, um ein Anforderungsprofil
selbstständig ausführen zu können. In einer anderen Ausführungsform sind die Steuerungseinheiten
39 dem Steuerungssystem 40 untergeordnet und brauchen daher weniger aufwendig in der
Auslegung zu sein.
[0029] Die Steuerungseinheit 39 aktiviert und steuert den autarken Linearantrieb der Aufzugskabine
36.3 so, dass diese sich von dem Depotschacht 31, in dem sie sich gemäss Figur 5 befindet,
durch die Durchführung 35 in den linken Aufzugsschacht 30 bewegt, der für Aufwärtsfahrten
vorgesehen ist. Die Aufzugskabine 36.3 hält dann selbstständig beim Stockwerk 41.1,
von dem der Anforderungsruf ausgegangen war, um dort die Kabinentüren (falls vorhanden)
und Schachttüren zu öffnen. Nachdem der Passagier die Aufzugskabine 36.3 betreten
und eine Stockwerkstaste am Kabinenpanel 43 in der Kabine gedrückt hat, schliessen
sich die Türen und die Aufzugskabine 36.3 wird in Bewegung gesetzt. Am gewünschten
Zielstockwerk hält die Aufzugskabine 36.3 an, um den Passagier aussteigen zu lassen.
Danach bewegt sich die Aufzugskabine 36.3 durch die nächstliegende Durchführung 35
zurück in den Depotschacht 31, falls das Steuerungssystem 40 der Steuerungseinheit
39 der Aufzugskabine 36.3 ein entsprechendes Anforderungsprofil übermittelt hat. Ansonsten
kann die Aufzugskabine 36.3 zum Beispiel im Aufzugsschacht 30 verbleiben, bis ein
neues Anforderungsprofil von dem Steuerungssystem 40 an die Steuerungseinheit 39 übergeben
wird.
[0030] Es liegt auf der Hand, dass es verschiedene Varianten der Aufzugssteuerung gibt,
die sich in einem solchen Aufzugssystem umsetzen lassen. Vorzugsweise behält das Steuerungssystem
40 einen gewisse Autorität über die Steuerungseinheiten 39 der Aufzugskabinen 36.1
- 36.3. Dies ist aus folgenden Gründen von Vorteil:
- Vermeiden von Kollisionen der Aufzugskabinen 36.1 - 36.3;
- bedarfsabhängiges Bereitstellen der Aufzugskabinen 36.1
- 36.3 in den Aufzugsschächten 30, 32;
- bedarfsabhängiges Bereitstellen der Aufzugskabinen 36.1 - 36.3 im Depotschacht 31;
- Richtungsumkehr in den Aufzugsschächten 30, 31, 32;
- Sonderverkehr im Wartungsfall oder bei anderen Störungen, usw.
[0031] Gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Aufzugssystem so ausgelegt,
dass vor dem Durchführen eines Wechsels einer Aufzugskabine von einem der Schächte
in einen anderen Schacht überprüft wird, ob die entsprechende Aufzugskabine leer ist.
Zu diesem Zweck können Sensoren in oder an der Aufzugskabine angebracht sein. Erst
dann stoppt die Aufzugskabine auf der Höhe einer Durchführung und der Schachtwechsel
wird eingeleitet und durchgeführt.
[0032] Eine weitere Ausführungsform gemäss Erfindung ist in den Figuren 6A und 6B als Seitenansicht
gezeigt. Die Aufzugskabine 56 trägt an einer unteren Aufhängung 59 ein unteres Rollenpaar
57 (nur eines der Räder des Rollenpaares 57 ist in der Figur zu erkennen). Ein weiteres
Rollenpaar 58 ist diagonal gegenüberliegend an einer oberen Kante der Aufzugskabine
56 gelagert (nur eines der Räder des Rollenpaares 58 ist in der Figur zu erkennen).
Diese Rollenpaare 57, 58 führen die Aufzugskabine 56 entlang der Führungsschienen
53 und 55. Zu diesem Zweck können die Rollenpaare 57, 58 eventuell mit Spurkranz versehen
sein, damit eine Führung in Verschiebungsrichtung gewährleistet ist. Vorzugsweise
ist der kabinenseitige Antrieb (nicht in den Figuren 6A, 6B gezeigt) an der hinteren
Rückseite 66 der Aufzugskabine 56 angeordnet. Diese exzentrische Anordnung des Antriebs
auf der Kabinenrückseite 66 führt zu einem Drehmoment (wie in Figur 6A durch den Pfeil
67 angedeutet), so dass zur Lagerung der Aufzugskabine 56 nur die beiden Rollenpaare
57, 58 nötig sind. Dieses Drehmoment wirkt im Uhrzeigersinn und ist in jeder Fahrsituation
so gross, dass die Rollen der Rollenpaare 57, 58 auf Druck belastet sind. Das Drehmoment
entsteht aus der Kraft des kabinenseitigen Antriebs und aus der Schwerkraft.
[0033] Beim Durchführen eines Wechsels der Aufzugskabine 56 von einem Aufzugsschacht 50
in einen benachbarten Schacht, werden die folgenden Schritte ausgeführt, nachdem die
Aufzugskabine 56 leer ist und an einer vorgegebenen Position in dem Aufzugsschacht
50 angehalten wurde. Dieser Zustand ist in der Figur 6A gezeigt. Um die Aufzugskabine
56 in den benachbarten Schacht verschieben zu können, wird die Aufzugskabine 56 mit
horizontalen Führungselement 62, 64 in Kontakt gebracht. Hierzu sind an der Aufzugskabine
56 Eingriffselemente 63, 65 vorgesehen. Die horizontalen Führungselemente 62, 64 befinden
sich im Bereich eines Durchtritts. Das Eingriffselement 63 in Figur 6A wird über den
unteren Kabinenrand hinausgeschoben und die Aufzugskabine 56 leicht abgesenkt, so
dass diese sich über das Eingriffselement 63 auf dem Führungselement 62 abstützt.
[0034] Aus der Stützkraft und der Gewichtskraft der Aufzugskabine 56 resultiert ein Drehmoment,
welches die Aufzugskabine 56 um einen bei den Elementen 62, 63 liegenden Drehpunkt
gegen den Uhrzeigersinn kippt (wie durch den Pfeil 68 in Figur 6B angedeutet), bis
sie mit ihrem Eingriffselement 65 am Führungselement 64 anliegt. Infolge dieser Kippbewegung
gelangen die Führungsrollen 57, 58 ausser Eingriff (Kontakt) mit den Führungsschienen
und die Aufzugskabine 56 kann horizontal verschoben werden.
[0035] Diese Kippbewegung wird vorzugsweise durch den Wegfall des Drehmomentes (Pfeil 67)
ausgelöst, der vom Antrieb ausgeht. Wird der Antrieb abgestellt, so entfällt dieses
Drehmoment und die Aufzugskabine 56 kippt aufgrund des Eigengewichts gegen den Uhrzeigersinn,
wie in Figur 6B gezeigt. Die Kippbewegung kann aber auch durch mechanische oder elektro-mechanische
Mittel hervorgerufen bzw. unterstützt werden.
[0036] Das Wiederaufrichten der Aufzugskabine 56 nach einer horizontalen Verschiebung kann
durch das Erzeugen einer Aufwärtskraft im kabinenseitigen Antrieb erfolgen.
[0037] Durch das leichte Kippen der Aufzugskabine 56 werden die Rollen des unteren Rollenpaares
57 nach rechts von der Führungsschiene 53 weg bewegt. Gleichzeitig bewegt sich das
obere Rollenpaar 58 nach links von der Führungsschiene 55 weg. Mit anderen Worten,
die beiden Rollenpaare 57, 58 der Aufzugskabine 56 werden durch das Kippen von den
schachtseitig angebrachten Führungsschienen 53, 55 entfernt. Während dem Kippen stellt
das Eingriffselement 63 einen Kontakt mit einem als längliches Winkeleisen ausgeführten
horizontalen Führungselement 62 her. Im konkreten Beispiel liegt das Eingriffselement
63 auf einem horizontalen Schenkel des Führungselements 62 auf. Das diagonal gegenüberliegend
angebrachte Eingriffselement 65 stellt einen Kontakt mit dem Führungselement 64 her,
indem es gegen dieses Element 64 gedrückt wird.
[0038] Nachdem das Kippen beendet ist haben die Rollenpaare 57, 58 keine Führungsfunktion
mehr. Die Aufzugskabine 56 kann nun entlang der Führungselemente 62, 64 senkrecht
zur Längsrichtung des Aufzugsschacht 50 verschoben werden (d.h. in die Zeichenebene
hinein, oder aus dieser Ebene heraus).
[0039] Die in den Figuren 6A und 6B gezeigte Ausführungsform bietet verschiedene Vorteile.
Bei einem kabinengebundenen Antrieb besteht üblicherweise das Problem, dass die Antriebskraft
ausserhalb des Kabinenschwerpunktes angreift. Dies kann zu einem Verkanten der Aufzugskabine
führen was ruckartige Bewegungen während der Fahrt auslösen kann. Die hierin vorgeschlagene
Ausführungsform wandelt diesen Nachteil in einen Vorteil um, da das antriebsbedingte
Drehmoment während der Fahrt dazu eingesetzt wird, um die Rollenpaare 57, 58 gegen
die Führungen 53, 55 zu drücken. Sobald die Führungskräfte nicht mehr gebraucht werden,
können diese Kräfte durch Abstellen des Antriebs aufgehoben werden. Dies ermöglicht
ein leichtes Lösen der Rollenpaare 57, 58 von den Führungen 53, 55. Durch die gewählte
Art der Führung ist die vertikale Fahrt trotz des exzentrischen Antriebs sehr komfortabel.
Die Führung der Aufzugskabine 56 und der Wechsel von Schacht zu Schacht kommt gemäss
Erfindung mit relativ wenigen bewegten Teilen aus. Damit ist die Lösung robust und
kostengünstig.
[0040] Das Verschieben der Aufzugskabine 56 entlang der Führungselemente 62, 64 kann durch
die Aufzugskabine 56 selbst erfolgen, indem ein Antrieb der Kabine dafür sorgt, oder
die Verschiebung kann durch (Förder)Mittel erfolgen, die sich im Bereich der Durchführung
im Aufzugsschacht befinden.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform erfolgt die Herstellung des Kontaktes zwischen
Elementen an der Aufzugskabine und Führungselementen im Aufzugsschacht durch mechanische
oder elektro-mechanische Mittel. In diesem Fall braucht keine Kippbewegung der Aufzugskabine
ausgeführt zu werden, da durch die mechanischen oder elektro-mechanischen Mittel sowohl
die Trennung der Rollenpaare von den Führungsschienen, als auch die Herstellung des
Kontaktes bewerkstelligt werden kann.
[0042] Eine weitere Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass vor dem Abstellen des
Kabinenantriebs ein Gleiter oder ein ähnliches Mittel (z.B. das Eingriffselement 63)
an der Aufzugskabine 56 ausgefahren wird, um mit einem schachtseitigen Gegenmittel
(z.B. das Führungselement 62) in Kontakt zu treten. Dieses Mittel kann so ausgeführt
sein, dass es ein Absacken der Aufzugskabine 56 verhindert und/oder das es als Drehachse
für die auszuführende Kippbewegung dient.
[0043] In einer weiteren Ausführungsform, die in Figur 7 schematisch dargestellt ist, sind
mindestens vier Aufzugschächte 70 - 72 und 77 vorhanden, von denen mindestens ein
Aufzugsschacht 77 für Langstreckenfahrten bereitgestellt wird. Vorzugsweise gibt es
einen Aufzugsschacht für Langstreckenfahrten in Aufwärtsrichtung (z.B. der Aufzugsschacht
77) und einen Aufzugsschacht für Langstreckenfahrten in Abwärtsrichtung. Diese Aufzugsschächte
(z.B. der Aufzugsschacht 77) können als Überholspur dienen. Verzögerungen auf Langstrekkenfahrten
können dadurch weitestgehend vermieden werden.
[0044] Die Anzahl der Übergänge 74 zu den Langstreckenschächten 77 kann geringer sein als
die Anzahl der Übergänge 75 zwischen den Aufzugsschächten 70, 72 und dem Depotschacht
71, da in diesen Langstreckenschächten 77, wie der Name bereits ausdrückt, vorzugsweise
nur lange Strecken zurückgelegt werden. Ein Wechseln von einem Aufzugsschacht 77 für
Langstreckenfahrten in einen anderen Aufzugsschacht 72 erfolgt erst nachdem eine Langstreckenfahrt
beendet ist, also zum Beispiel beim obersten Stockwerk 73.10 oder beim untersten Stockwerk
73.1. Es ist ein Vorteil der Anordnung mit Langstreckenschächten, dass zeitaufwendige
Langstreckenfahrten nicht durch im ersten Stockwerk 73.1 wartende Aufzugskabinen 76.2
behindert werden. Kurzstreckenfahrten werden vorzugsweise in den beiden Aufzugsschächten
70 und 72 ausgeführt, zwischen denen der vertikale Depotschacht 71 angeordnet ist.
Bei dieser Anordnung können die Aufzugskabinen 76.1 und 76.3 unmittelbar nachdem ein
Auftrag erledigt ist in den Depotschacht 71 überwechseln.
[0045] In dem gezeigten Beispiel sind zwei Aufzugskabinen 76.1 im Aufzugsschacht 70 in Aufwärtsrichtung
und zwei Aufzugskabinen 76.3 im Aufzugsschacht 72 in Abwärtsrichtung unterwegs. Sechs
Aufzugskabinen 76.2 befinden sich im Depotschacht 71. Eine Aufzugskabine 76.4 bewegt
sich in schneller Langstrekkenfahrt im Aufzugsschacht 77 aufwärts.
[0046] Statt mit einem autarken kabinenseitigen Linearantrieb können die Aufzugskabinen
auch mit einem Reibradantrieb, Zahnradantrieb, Zahnstangenantrieb oder dergleichen
versehen sein.
[0047] Die erfindungsgemässe Anordnung ist besonders vorteilhaft, da sie auf einer Kombination
von zwei wesentlichen Parametern beruht. Die Parameter unterstützen sich in der beanspruchten
Anordnung besonders. Zum einen bietet der vertikale Depotschacht den Vorzug, dass
nicht verwendete Aufzugskabinen aus dem Schachtverkehr entnommen werden können. Die
vertikale Ausführung und Anordnung des Depots als mittlerer Schacht braucht wenig
Platz. Dazu können die Übergänge zwischen den Aufzugsschächten und dem Depotschacht
so angeordnet werden, dass jedes Stockwerk innerhalb einer vorgegebenen Zeit erreichbar
ist. Die Aufzugskabinen können zudem abseits vom Personenverkehr verteilt und bereitgestellt
werden.
[0048] Der vertikale Depotschacht bietet den Vorteil, dass zusätzliche Aufzugskabinen im
Aufzugssystem verstaubar sind, die bei Bedarf angefordert werden können. Auch kann
gemäss Erfindung der Einbahnbetrieb unbegrenzt fortgesetzt werden, da immer wieder
Aufzugskabinen aus dem Depotschacht bereitgestellt werden können. Leere Aufzugskabinen
verweilen vorzugsweise nur so lange wie gerade nötig in den vertikalen Aufzugsschächten.
[0049] Die erfindungsgemässe Anordnung bietet einen hohen Komfort für die Passagiere, da
Erschütterungen vermieden werden und die Passagiere keinen Querbeschleunigungen ausgesetzt
sind.
[0050] Erfindungsgemäss sind alle Schachttüren in einer einzigen vertikalen Ebene angeordnet.
Dadurch werden Fahrten der Aufzugskabinen in Richtung der Normalen zu dieser Ebene
vermieden. Querbeschleunigungen beladener Aufzugskabinen werden auch dadurch vermieden,
dass die Aufzugskabinen nur im leeren (unbeladenden) Zustand einen Wechsel von einem
Schacht zu einem anderen Schacht ausführen.
[0051] Gemäss Erfindung können die Fahrrichtungen in jedem Schacht vorgegeben werden. Vorzugsweise
wird einer der Schächte exklusiv für Aufwärts- und ein anderer Schacht für Abwärtsfahrten
reserviert.
[0052] Es wird gemäss Erfindung eine Anordnung und ein Verfahren bereitgestellt, die gute
Förderleistungen bei einem vertretbaren baulichen Aufwand ermöglichen. Die Erfindung
bietet eine grosse Flexibilität, da im Bedarfsfalle an verschiedenen Stellen leere
Aufzugskabinen bereitgestellt werden können.
[0053] Um so mehr Übergänge zwischen benachbarten Aufzugsschächten vorgesehen werden, um
so flexibler kann das Verkehrskonzept der Aufzugsanlage ausgelegt werden.
[0054] Gemäss Erfindung dient einer des Aufzugsschächte (vorzugsweise der mittlere Schacht)
als Ausweich- und Depotschacht. Dieser Aufzugsschacht braucht keine Zugänge aufzuweisen.
[0055] Die Verwendung eines Depotschachts hat den Vorteil, dass nur jeweils die aktuell
benötigte Anzahl an Aufzugskabinen im Umlauf gehalten werden muss. Dies hat zum Beispiel
einen Einfluss auf die gesamte Energiebilanz einer Aufzugsanlage. Zusätzlich wird
die Abnutzung reduziert, da die Aufzugskabinen nicht dauernd im Einsatz sind.
[0056] Vorteile der Erfindung liegen darin, dass sich die Schachtquerschnittsfläche bei
gleicher Verkehrsleistung wie bei einer konventionellen Schachtanordnung erheblich
reduziert. Die Wartezeiten vor den Aufzugschächten und die Verweilzeit in den Aufzugskabinen
wird durch die Erfindung kürzer. Die Baukosten können im Vergleich zu herkömmlichen
Ansätzen gesenkt werden.
1. Verfahren zum Betreiben einer Aufzugsanlage mit drei nebeneinander angeordneten vertikalen
Aufzugsschächten (10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) und einer Mehrzahl von individuell
angetriebenen Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4), wobei die beiden
aussen angeordneten Aufzugsschächte (10, 12) Zutrittsöffnungen (14) aufweisen, die
in einer Ebene liegen, und der in der Mitte angeordnete Aufzugsschacht (11; 31; 71)
Übergänge (15; 35; 74, 75) aufweist, die ein Verschieben der Aufzugskabinen (16; 36.1
- 36.3; 56; 76.1 - 76.4) zwischen zwei nebeneinander angeordneten Aufzugsschächten
(10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) ermöglichen,
wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
a) Bereitstellen einer der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) in einem
ersten der beiden aussen angeordneten Aufzugsschächte (10; 30; 70), falls ein Anforderungsruf
für eine Aufwärtsfahrt eingeht,
b) Bereitstellen einer der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) in dem
zweiten der beiden aussen angeordneten Aufzugsschächte (12; 32; 72), falls ein Anforderungsruf
für eine Abwärtsfahrt eingeht.
c) Durchführen eines Wechsels einer leeren Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1
- 76.4) von einem der beiden aussen angeordneten Aufzugsschächte (10, 12; 30, 32;
70, 72) in den in der Mitte angeordneten Aufzugsschacht (11; 31; 71), um die leere
Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) in dem in der Mitte angeordneten
Aufzugsschacht (11; 31; 71) zu deponieren,
d) bedarfsabhängiges Bereitstellen leerer Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1
- 76.4) in dem in der Mitte angeordneten Aufzugsschacht (11; 31; 71) in Wartepositionen
im Bereich der Übergänge (15; 35; 74, 75), um im Fall eines Anforderungsrufs ein schnelles
Bereitstellen zu ermöglichen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei jede der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1
- 76.4) einen autarken kabinenseitigen Antrieb (21, 22) aufweist, der es ermöglicht
die Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) selbstständig in vertikaler
Richtung in den vertikalen Aufzugsschächten (10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77)
zu bewegen,
wobei das Verfahren den folgenden Schritt umfasst:
- Ansteuern des Antriebs (21, 22) um eine Aufwärtsfahrt oder eine Abwärtsfahrt einer
Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) hervorzurufen, je nach Anforderungsruf.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei
- jede der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) entweder einen weiteren
Antrieb aufweist, um die Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) selbstständig
in horizontaler Richtung zwischen zwei nebeneinander angeordneten Aufzugsschächten
(10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) zu verschieben, oder
- wobei der Antrieb (21, 22) ausgelegt ist, um die Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3;
56; 76.1 - 76.4) selbstständig in horizontaler Richtung zwischen zwei nebeneinander
angeordneten Aufzugsschächten (10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) zu verschieben.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei es sich bei dem Antrieb um einen Linearantrieb
handelt und wobei vor dem Verschieben einer Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1
- 76.4) der folgende Schritt ausgeführt wird:
- Umschwenken des Linearantriebs (21, 22) der Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56;
76.1 - 76.4).
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der folgende zusätzliche Schritt ausgeführt wird:
- Berücksichtigen eines gespeicherten Bedarfsprofils, um das bedarfsabhängige Bereitstellen
leerer Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) zu ermöglichen.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Durchführen eines Wechsels die folgenden zusätzlichen Schritte ausgeführt
werden:
- Anhalten der Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) auf der Höhe einer
Durchführung (15; 35; 74, 75),
- Prüfen, ob die entsprechende Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) leer
ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Durchführen eines Wechsels die folgenden zusätzlichen Schritte ausgeführt
werden:
- Herstellen eines Kontakts zwischen Eingriffselementen (63, 65) an der Aufzugskabine
(16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) und horizontalen Führungselementen (62, 64), die
sich im Bereich eines Durchtritts (15; 35; 74, 75) im Aufzugsschacht befinden,
- Kippen der Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4), um Rollenpaare (57,
58) der Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1 - 76.4) von schachtseitig angebrachten
Führungsschienen (53, 55) zu entfernen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass jede der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 76.1- 76.4) eine Steuerungseinheit (39)
aufweist, die über eine Kommunikationsverbindung (42.1 - 42.3) mit einem Steuerungssystem
(40) der Aufzugsanlage verbindbar ist, wobei das Verfahren die folgenden weiteren
Schritte umfasst:
- Empfangen eines Anforderungsrufs durch das Steuerungssystem (40),
- Auswählen einer verfügbaren Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3; 76.1- 76.4),
- Übermitteln von Steuerinformation von dem Steuerungssystem (40) über die Kommunikationsverbindung
(42.1 - 42.3) zu der Steuerungseinheit (39) der verfügbaren Aufzugskabine (16; 36.1
- 36.3; 76.1-76.4),
- Ansteuern des kabinenseitigen Antriebs (21, 22) der verfügbaren Aufzugskabine ((16;
36.1 - 36.3; 76.1-76.4) durch die Steuerungseinheit (39), um die Aufzugskabine (16;
36.1 - 36.3; 76.1- 76.4) zu der Zutrittsöffnungen (14) des Stockwerks (13.1 - 13.5;
73.1 - 73.10) zu bewegen, von dem bzw. für den der Anforderungsruf eingegangen ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerungssystem (40) softwaregesteuerte Schritte zur verkehrsabhängigen Steuerung
und Bereitstellung der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 76.1- 76.4) ausführt.
10. Aufzugsanlage mit
- einer Mehrzahl von individuell angetriebenen Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56;
76.1- 76.4),
- einem ersten vertikalen Aufzugsschacht (10; 30; 70), der Zutrittsöffnungen (14)
aufweist,
- einem zweiten vertikalen Aufzugsschacht (12; 32; 72), der Zutrittsöffnungen (14)
aufweist,
- einem vertikalen Depotschacht (11; 31; 71), der zwischen dem ersten vertikalen Aufzugsschacht
(10; 30; 70) und dem zweiten vertikalen Aufzugsschacht (12; 32; 72) angeordnet ist
und der Übergänge (15; 35; 74, 75) aufweist, die ein Verschieben der Aufzugskabinen
(16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1- 76.4) zwischen zwei nebeneinander angeordneten Aufzugsschächten
(10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) ermöglichen,
- einem Steuerungssystem (39, 40) und Antriebsmitteln (21, 22),
wobei der erste Aufzugsschacht (10; 30; 70) und der zweite Aufzugsschacht (12; 32;
72) so angeordnet sind, dass die Zutrittsöffnungen (14) in einer Ebene liegen, und
wobei durch das Steuerungssystem (39, 40) und die Antriebsmittel (21, 22) leere Aufzugskabinen
(16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1- 76.4) durch die Übergänge (15; 35; 74, 75) hindurch verschiebbar
sind, und
wobei durch das Steuerungssystem (39, 40) und die Antriebsmittel (21, 22) leere Aufzugskabinen
(16; 36.1
- 36.3; 56; 76.1- 76.4) im Bedarfsfall in dem ersten Aufzugsschacht (10; 30; 70) und
dem zweiten Aufzugsschacht (12; 32; 72) bereitstellbar sind.
11. Aufzugsanlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1- 76.4) einen autarken kabinenseitigen
Antrieb (21, 22) aufweist, der es ermöglicht die Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3;
56; 76.1- 76.4) selbstständig in vertikaler Richtung in den vertikalen Aufzugsschächten
(10, 12; 30, 32; 70, 72, 77) und in dem Depotschacht (11; 31; 71) zu bewegen.
12. Aufzugsanlage nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der autarke kabinenseitige Antrieb ein Linearantrieb ist(21, 22),
- jede der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1-76.4) entweder einen weiteren
Antrieb aufweist, um die Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1-76.4) selbstständig
in horizontaler Richtung zwischen zwei nebeneinander angeordneten Aufzugsschächten
(10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) zu verschieben, oder
- dass der Linearantrieb (21, 22) ausgelegt ist, um die Aufzugskabinen (16; 36.1 -
36.3; 56; 76.1-76.4) selbstständig in horizontaler Richtung zwischen zwei nebeneinander
angeordneten Aufzugsschächten (10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) verschieben
zu können.
13. Aufzugsanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugsanlage Mittel zum Umschwenken des Linearantriebs (21, 22) umfasst.
14. Aufzugsanlage nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1- 76.4) Mittel zum Herstellen eines
Kontakts zwischen Eingriffselementen (63, 65) an der Aufzugskabine (16; 36.1 - 36.3;
56; 76.1- 76.4) und horizontalen Führungselementen (62, 64) aufweist, wobei sich die
horizontalen Führungselemente (62, 64) im Bereich eines Durchtritts (15; 35; 74, 75)
im Aufzugsschacht (10, 11, 12; 30, 31, 32; 70, 71, 72, 77) befinden.
15. Aufzugsanlage nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Aufzugskabinen (16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1- 76.4) Mittel zum Kippen der Aufzugskabine
(16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1- 76.4) aufweist, um Rollenpaare (57, 58) der Aufzugskabine
(16; 36.1 - 36.3; 56; 76.1- 76.4) von schachtseitig angebrachten Führungsschienen
(53, 55) zu entfernen.
16. Aufzugsanlage nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass einer der vertikalen Aufzugsschächte als Langstreckenschacht ausgelegt ist.