[0001] Die Erfindung betrifft eine Leitungsbefestigung für Hubwerke mit einer, im wesentlichen
stationären Einheit und einer dazu relativ beweglichen Hubvorrichtung, insbesondere
einem Spreader gemäß den Merkmalen im Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der DE-PS 3 824 281 ist eine schleifringfreie Stromübertragung an Krananlagen
von einer, im wesentlichen stationären zu einer relativ dazu beweglichen Einrichtung,
insbesondere auf Greifvorrichtungen an Hubwerken, wie Spreader, Drehhaken, oder dergleichen,
bekannt. Dabei ist mindestens eine Stromleitung mittels mehrerer stationärer sowie
relativ dazu verschiebbarer Umlenkrollen von einer ersten Position zu einer zweiten
Position führbar, wobei die Senkgeschwindigkeit der Stromleitung der Hubgeschwindigkeit
des Hubwerkes entspricht. Bei unerwartet hohen Stößen in der Mechanik, insbesondere
den Hubseilen, ist eine Echtheitssynchronisation der Bewegung der Stromleitung in
der Regel nicht möglich. Es wird daher vorgeschlagen, die Stromleitungen im Bereich
der Hubvorrichtung elastisch zu lagern bzw. zu halten. Hierzu können die Stromleitungen
mittels einer elastischen Feder gehalten werden, wobei das eine Ende der Feder an
der Stromleitung befestigt ist und das andere Ende der Feder an der Hubvorrichtung.
Das der Hubvorrichtung zugeordnete Ende der Stromleitung wird dabei schlaufenartig
geführt, um auch bei maximaler Dehnung der Feder genügend Stromleitung zur Verfügung
zu haben und eine Uberbelastung der Stromleitung zu vermeiden.
[0003] In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass nach einiger Einsatzzeit Schäden an den
Stromleitungen auftraten. Diese sind auf eine innere Walkbewegung im Bereich der Leitungsbefestigungsschelle
zurückzuführen. Die Walkbewegung an der Leitungsbefestigungsschelle führt nicht nur
zur Beschädigung der äußeren Ummantelung der Stromleitung, sondern bei fortschreitender
Beanspruchung auch zu Schäden an den innenliegenden Leitern. In der Folge kann die
Stromzuführung zu einem Verbraucher der Hubvorrichtung gestört sein.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Leitungsbefestigung für Hubwerke bereit zu stellen, welche eine deutliche Verlängerung
der Standzeit der elektrischen Leitung selbst unter ungünstigen Einsatzbedingungen
oder auch bei größeren Relativbewegungen zwischen dem Kabel und den Hubseilen gewährleistet.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Leitungsbefestigung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1.
[0006] Kern der erfindungsgemäßen Leistungsbefestigung ist eine, an der Hubvorrichtung befestigte,
drehbar gelagerte Ausgleichstrommel, über deren Mantel das, der Hubvorrichtung zugeordnete
Ende der elektrischen Leitung geführt und in seinem weiteren Verlauf an der Ausgleichstrommel
befestigt ist. Der Ausgleichstrommel ist wenigstens ein, entgegen der Zugkraft der
Leitung wirkendes Federelement zugeordnet.
[0007] Der entscheidende Vorteil gegenüber der bekannten Leitungsbefestigung ist, dass die
an der elektrischen Leitung angreifenden Zugkräfte nicht unmittelbar auf ein linear
wirkendes Federelement übertragen werden, sondern vielmehr eine Linearbewegung in
eine Rotationsbewegung überführt wird. Dadurch ergibt sich, dass der Mantel der elektrischen
Leitungen weit weniger mechanischen Belastungen und inneren Walkbewegungen unterliegt.
Die Standzeit der elektrischen Leitungen kann dadurch deutlich verlängert werden.
[0008] Auch bei der erfindungsgemäßen Leitungsbefestigung ist vorgesehen, dass der Ausgleichstrommel
ein Federelement zugeordnet ist, das entweder unmittelbar an der Ausgleichstrommel
angreifen kann oder mittelbar über einen der Ausgleichstrommel zugeordneten Hebelmechanismus.
Erst über das Federelement ist eine vorzugsweise gleichbleibende Vorspannung der elektrischen
Leitung gewährleistet.
[0009] Als günstig hat es sich erwiesen, wenn die elektrische Leitung in mehreren Windungen
um die Ausgleichstrommel geführt ist (Patentanspruch 2). Durch die Haftreibung der
elektrischen Leitung an dem Mantel der Ausgleichstrommel erfährt die abschließende
unnachgiebige Befestigung der elektrischen Leitung an der Ausgleichstrommel eine entscheidende
Zugentlastung, so dass der Mantel der elektrischen Leitung im Bereich der unnachgiebigen
Befestigung weitaus geringen Flächenpressungen unterworfen ist, als es im Stand der
Technik der Fall ist. Als unnachgiebige Befestigung kann eine einfache Kabelschelle
an der Ausgleichstrommel vorgesehen sein.
[0010] Vorzugsweise sind eine Arbeitswindung und wenigstens zwei Entlastungswindungen auf
der Ausgleichstrommel aufgenommen (Patentanspruch 3). Zweckmäßig sind zwei bis drei
Entlastungswindungen, wobei selbstverständlich jede Zwischenlänge im Rahmen der Erfindung
möglich ist. Die Haftreibung zwischen der elektrischen Leitung und dem Mantel der
Ausgleichstrommel wird selbstverständlich auch durch die Größe der Kontaktfläche zwischen
Leitung und Mantel beeinflusst, d.h. durch die Ausgestaltung der Mantelfläche, die
grundsätzlich zylindrisch gestalten ist und in Linienberührung mit der elektrischen
Leitung steht, aber im Rahmen der Erfindung auch an die Außenkontur der elektrischen
Leitung angepasst sein kann. Eine in gewissen Grenzen geeignete Maßnahme zur Erhöhung
der Haftreibung ist die Vergrößerung des Außendurchmessers des Mantels angesehen.
Allerdings kann auch eine geeignete Beschichtung des Mantels und/oder der Leitung
die gegenseitige Haftung verbessern.
[0011] In vorteilhafter Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist der Ausgleichstrommel
nach den Merkmalen des Patentanspruchs 4 eine Leitungsführung vorgeschaltet, die von
der elektrischen Leitung durchsetzt ist. Die Leitungsführung gewährleistet einerseits
ein korrektes Wickelverhalten der elektrischen Leitung auf der Ausgleichstrommel und
definiert zudem die korrekte Zuführung und Positionierung der elektrischen Leitung
gegenüber der Ausgleichstrommel, so dass die elektrische Leitung auch bei größerer
Entlastung nicht unkontrolliert umherschwingen kann.
[0012] Die Leitungsführung ist grundsätzlich derart ausgebildet, dass an der relativ beweglichen
elektrischen Leitung keine bleibenden Schäden hervorgerufen werden. Insbesondere hat
sich die Ausgestaltung der Leitungsführung als Rollenkorb als vorteilhaft erwiesen
(Patentanspruch 5). Ein solcher Rollenkorb weist vorzugsweise vier die elektrische
Leitung gleichmäßig umgebenden Führungsrollen auf. Durch die Führungsrollen werden
die Reibungsverluste zwischen der elektrischen Leitung und der Leitungsführung minimiert.
[0013] Nach Patentanspruch 6 ist an der Ausgleichstrommel wenigstens ein, zumindest mittelbar
angreifender Drehbewegungsdämpfer vorgesehen, der dazu beiträgt, Eigenschwingungen
der elektrischen Leitung als auch Eigenschwingungen der Ausgleichstrommel bei stoßartiger
Belastung zu vermeiden. Ebenso wie das Federelement kann auch der Drehbewegungsdämpfer
grundsätzlich unmittelbar an der Ausgleichstrommel angreifen. Es ist auch eine mittelbare
Anbindung unter Zwischenschaltung eines Getriebes möglich.
[0014] Besonders günstig ist die Kombination des Drehbewegungsdämpfers mit dem Federelement
zu einer linear wirkenden Feder-Dämpfer-Kombination, die der Ausgleichstrommel unmittelbar
zugeordnet ist (Patentanspruch 7). Eine solche Feder-Dämpfer-Kombination, umfassend
eine Schraubendruckfeder und eine vorzugsweise innerhalb der Schraubendruckfeder angeordnete
Kolben-Zylinder-Einrichtung auf pneumatischer oder hydraulischer Basis, beansprucht
bei relativ geringem Gewicht nur minimalen Bauraum. Zudem sind solche Feder-Dämpfer-Kombinationen
geeignet, Drehbewegungen in beide Richtungen der Ausgleichstrommel wirksam auszugleichen
und unter Umständen auch zu begrenzen.
[0015] Zweckmäßig ist eine Feder-Dämpfer-Kombination einerseits an einer Bordwand der Auslgeichstrommel
befestigt und andererseits an einem, die Ausgleichstrommel aufnehmenden Tragrahmen
(Patentanspruch 8). Die Enden der Feder-Dämpfer-Anordnung sind jeweils in Schwenklagern
gehalten, um die Drehbewegungen der Ausgleichstrommel kompensieren zu können.
[0016] Zur Vermeidung von Überbeanspruchungen sowohl der elektrischen Leitung, als auch
der Leitungsbefestigung, sind nach den Merkmalen des Patentanspruchs 9 zwischen dem
Tragrahmen und der Ausgleichstrommel Mittel zur gepufferten Drehbewegungsbegrenzung
vorgesehen. Eine Drehbewegungbegrenzung ist allein deshalb schon sinnvoll, um die
vorgesehene Feder-Dämpfer-Kombination keiner Überbelastung auszusetzen oder im Extremfall
die unnachgiebige Befestigung der elektrischen Leitung an der Ausgleichstrommel zu
strapazieren. Die Mittel zur Drehbewegungsbegrenzung sind zweckmässigerweise gepuffert
ausgeführt, so dass es nicht zu einer abrupten Unterbrechung der Drehbewegung kommen
kann, sondern vielmehr zu einer gedämpften Abbremsung. Hierdurch können Spannungsspitzen
in der gesamten Anordnung, insbesondere aber der elektrischen Leitung vermieden werden.
Die Mittel zur gepufferten Drehbewegungsbegrenzung sind in einfachster Ausgestaltung
jeweils ein, an der Ausgleichstrommel und dem Tragrahmen angeordneter Anschlag. Einem
oder beiden Anschlägen können elastomere Pufferelemente zugeordnet sein.
[0017] In konkreter Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist nach Patentanspruch 10 vorgesehen,
dass die elektrische Leitung im Anschluß an die Zugentlastungswindungen über eine
Ausnehmung in einen Zentralbereich innerhalb des Mantels der Ausgleichstrommel geführt
und dort im wesentlichen unnachgiebig befestigt ist. Die Befestigung ist am einfachsten
durch eine Klemmung, z.B.mit einer Schelle möglich. Die Ausnehmung kann sowohl im
Mantel, als auch in der Bordwand der Ausgleichstrommel vorgesehen sein. In ihrem weiteren
erstreckt sich die Leitung Verlauf quer aus einer Öffnung der Bordwand heraus.
[0018] Alle, in irgendeiner Weise die Ausgleichstrommel kontaktierenden Längenbereiche der
Leitung folgen zwangsläufig der Drehbewegung der Ausgleichstrommel. Ein endgültiger
Fixpunkt der Leitungsbefestigung ist nach den Merkmalen des Patentanspruchs 11 an
einem Fixierarm vorgesehen, an dem das aus der Ausgleichstrommel herausgeführte Ende
der Leitung im Abstand vom Tragrahmen lagefixiert ist. Der Abstand vom Tragrahmen
ist insofern von Bedeutung, als dass die Befestigungsstellen an der Ausgleichstrommel
und dem Tragrahmen einen gewissen Mindestabstand einhalten müssen, um eine mechanische
Überbeanspruchung der elektrischen Leitung zwischen den Befestigungsstellen zu vermeiden.
Ein maximaler Abstand von der Befestigungsstelle an der Ausgleichstrommel ergibt sich,
wenn der Fixierarm in Axialrichtung der Ausgleichstrommel ausgebildet ist und die
elektrische Leitung am äußersten Ende des Fixierarms befestigt ist.
[0019] Optional ist nach Anspruch 12 ein Sensor an dem Tragrahmen vorgesehen. Dieser soll
einen maximalen Drehwinkel der Ausgleichstrommel detektieren und bei Überschreiten
des Drehwinkels ein Haltesignal generieren. Ein Sensor, insbesondere in Form eines
den Mitteln zur Drehbewegungsbegrenzung zugeordneten Näherungsschalters, zeigt bei
seiner Auslösung an, dass ein weiterer Ausgleich der Relativbewegung der elektrischen
Leitung gegenüber den Hubseilen nicht mehr möglich ist und dass bei fortschreitender
Bewegung eine unbedingt zu vermeidende Überbelastung der elektrischen Leitung erfolgen
wird. Daher soll der Sensor ein Haltesignal absetzen, das beispielsweise an einer
Steuerung des Hubwerks die Stillsetzung der Hubvorrichtung bewirkt. Die Auslösung
dieses Sensors macht eine Überprüfung erforderlich, wo die Ursache für die unzulässige
Zugbeanspruchung des Kabels herrührt.
[0020] Ferner ist der Fall zu berücksichtigen, dass eine Bremse an einer, der stationären
Einheit zugeordneten, die elektrische Leitung aufnehmenden Kabeltrommel aus gleich
welchen Gründen auch immer nicht aktiviert ist, oder dass die Hubvorrichtung bei stillstehender
Kabeltrommel nach oben verfährt. Beide Fälle entsprechen dem Umstand, dass der freie
Längenabschnitt der elektrischen Leitung "länger" ist als die Hubseile, d.h. die elektrische
Leitung bildet eine Schlaufe zwischen der Kabelführung und der Ausgleichstrommel.
Für diese Fälle ist nach Patentanspruch 13 vorgesehen, dass ein, ein maximales Grenzmaß
einer Schlaufe zwischen der Kabelführung und der Ausgleichstrommel detektierender
und bei Überschreiten des Grenzmasses ein Haltesignal generierender Sensor der erfindungsgemäßen
Leitungsbefestigung zugeordnet ist. Dieser kann beispielsweise als Berührungsschalter
ausgestaltet sein, sobald eine Schlaufe der Leitung mit ihm Kontakt kommt. Ebenso
wie der zuvor beschriebene Näherungssensor kann dieser Berührungsschalter eine Stillsetzung
des gesamten Hubwerks nach sich ziehen.
[0021] Um die dynamisch zu bewegenden Lasten der Hubwerke nicht unnötig zu vergrößern, ist
es im Rahmen der Erfindung zweckmäßig, die Leitungsbefestigung möglichst leicht zu
gestalten, was nach den Merkmalen des Patentanspruchs 14 dadurch gelingt, dass die
Bordwandungen der Ausgleichstrommel mit gewichtsreduzierenden Aussparungen versehen
sind. Die Größe und Anordnung der Aussparungen richtet sich dabei auch nach dem maximal
zulässigen Winkelbereich, über den die Ausgleichstrommel verschwenkt werden darf,
sofern die elektrische Leitung aus ihrem Zentralbereich durch diese Aussparungen nach
außen geführt werden muss.
[0022] Die erfindungsgemäße Leitungsbefestigung kann als vorkonfigurierte Einheit hergestellt
sein, mit der Ausgleichstrommel als wesentlichem funktionalen Bestandteil, sowie dem
Tragrahmen, an dem auch die Leitungsführung und die Feder-Dämpfer-Kombination befestigt
sein kann. Durch die modulare Bauweise ist gegebenenfalls sogar möglich, bestehende
herkömmliche Leitungsbefestigungen für Hubwerke durch die erfindungsgemäße Vorrichtung
zu ersetzen, ohne dass gravierende Umbaumaßnahmen an der Hubvorrichtung erforderlich
sind.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen und dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in stark vereinfachter Darstellung ein Hubwerk in der Seitenansicht;
- Figuren 2 bis 5
- die erfindungsgemäße Leitungsbefestigung in vier Seitenansichten;
- Figuren 6 bis 8
- die Ausgleichstrommel der Leitungsbefestigung in jeweils axial gerichteter sowie einer
radial gerichteten Seitenansicht.
[0024] Figur 1 zeigt ein Hubwerk 1 bestehend aus einer im wesentlichen stationären Einheit
2 und einer dazu relativ beweglichen Hubvorrichtung 3. Die Hubvorrichtung 3 ist über
Hubseile 4 in nicht näher dargestellter Weise mit einer stationären Einheit gekoppelt
und gegenüber dieser höhenverlagerbar.
[0025] Die stationäre Einheit wird in diesem Ausführungsbeispiel lediglich durch eine elektromotorisch
angetriebene Leitungstrommel verdeutlicht, auf der eine elektrische Leitung 6 synchron
zur Hubgeschwindigkeit der Hubseile 4 auf- und abgewickelt wird. Die elektrische Leitung
6 dient zur Energieversorgung der Hubvorrichtung 3 und ist mit dieser über eine Leitungsbefestigung
7 gekoppelt. Eine elektrische Leitung im Sinne der Erfindung kann neben elektrischen
Leitern selbstverständlich auch Signalleiter beinhalten, die nicht notwendigerweise
elektrische Signale übertragen. Es ist beispielsweise auch möglich, dass in die elektrische
Leitung 6 optische Leiter integriert sind.
[0026] Die Figuren 2 bis 5 zeigen den näheren Aufbau der Leitungsbefestigung 7. Kern der
Leitungsbefestigung 7 ist eine Ausgleichstrommel 8, wie sie als Einzelteil in den
Figuren 6 bis 8 dargestellt ist. Auf diese Ausgleichstrommel 8 ist das der Hubvorrichtung
3 zugeordnete Ende 9 der elektrischen Leitung 6 in mehreren Windungen aufgewickelt.
Hierzu passiert die elektrische Leitung 6 von oben kommend eine als Rollenkorb ausgebildete
Leitungsführung 10. Vier jeweils um 90° versetzte Rollen 11 umschließen dabei die
elektrische Leitung 6, so dass diese von oben tangential an den Mantel 12 der Ausgleichstrommel
8 herangeführt wird.
[0027] In diesem Ausführungsbeispiel sind auf dem Mantel 12 der Ausgleichstrommel 8 insgesamt
drei Windungen aufgenommen, wobei die erste Windung der ankommenden elektrischen Leitung
als Arbeitungswindung 13 und die sich daran anschließenden weiteren Windungen als
Entlastungswindungen 14 bezeichnet werden. Während die Arbeitswindungen 13 in einem
gewissen Winkelbereich auf- und abgewickelt wird, bleiben die Entlastungswindungen
14 stets am Mantel 12 anliegend und dienen durch Haftreibung zur Zugentlastung der
elektrischen Leitung 6.
[0028] Die Ausgleichstrommel 8 umfasst jeweils eine Bordwand 15, 16, zwischen denen der
Mantel 12 befestigt ist. Die Ausgleichstrommel 8 ist über eine diese zentral durchsetzende
Achse 17 mit über die Bordwände 15, 16 vorstehenden Enden 18, 19 in an einem Tragrahmen
20 befestigten Stehlagern 21, 22 drehbeweglich gelagert. Der Tragrahmen 20 umfasst
jeweils einen trapezförmig konfigurierten Lagerbock 23, 24 auf jeder Seite der Ausgleichstrommel
8. Auf dem oberen Querholm der Lagerböcke 23, 24 sind jeweils die Stehlager 21, 22
zur Aufnahme der Ausgleichstrommel 8 befestigt. Die Lagerböcke 23, 24 sind über eine
ebene Grundplatte 25 miteinander verbunden. Über die Grundplatte 25 kann die gesamte
Leitungsbefestigung 7 mit der Hubvorrichtung 3 insbesondere schraubtechnisch gekoppelt
sein. An dem Tragrahmen 20 ist außer der Ausgleichstrommel 8 auch noch die Leitungsführung
10 schraubtechnisch befestigt. Hierzu sind an der Leitungsführung 10 jeweils sich
in Richtung der Lagerböcke 23, 24 erstreckenden Stützplatten 26 vorgesehen. Die Stützplatten
26 sind als ebene Bleche gestaltet, welche außenseitig der Bordwände 15, 16 an der
Ausgleichstrommel 8 vorbeigeführt sind, so dass die Ausgleichstrommel 8 zwischen die
Stützplatten 26 der Leitungsführung 10 fasst.
[0029] Während an einem Bein 27 eines jeden Lagerbocks 23, 24 jeweils eine Stützplatte 26
befestigt ist, weist das jeweils andere Bein 28 eines jeden Lagerbocks 23, 24 in seinem
mittleren Höhenbereich jeweils eine schraubtechnisch festgelegte Konsole 29 auf. An
den Konsolen 29 ist jeweils eine linear wirkende Feder-Dämpfer-Kombination 30 mit
ihrem einen Ende befestigt. Das jeweils andere Ende der Feder-Dämpfer-Kombination
30 ist über eine weitere ebenfalls im wesentlichen L-förmig konfigurierte Konsole
31 an einer Speiche 32 der Bordwände 15, 16 befestigt. In entlasteter Position erstrecken
sich die Feder-Dämpfer-Kombinationen 30 parallel zum Bein 28 der Lagerböcke 23, 24.
[0030] Die Feder-Dämpfer-Kombination 30 umfasst in nicht näher dargestellter Weise einen
von einem Federelement 33 in Form einer Schraubendruckfeder umgebenden Drehbewegungsdämpfer.
Diese Feder-Dämpfer-Kombination 30 hat die Aufgabe, stoßartig an der elektrischen
Leitung 4 angreifende Zugkräfte F zu dämpfen und die Ausgleichstrommel 8 in einer
Ausgangsposition zu halten. An der elektrischen Leitung 6 angreifende Zugkräfte F
werden zunächst über eine Drehbewegung der Ausgleichstrommel 8 entgegen der Federkraft
der Federelemente 33 kompensiert. Gleichzeitig erfolgt eine Dämpfung durch die integrierten
Drehbewegungsdämpfer. Während die Kraftübertragung der Zugkraft F auf die Ausgleichstrommel
8 zunächst über die Haftreibung zwischen der elektrischen Leitung im Bereich der Arbeitswindung
13 und in den Entlastungswindungen 14 erfolgt, ist die elektrische Leitung 14 schließlich
über eine an einer weiteren Speiche 34 der Bordwand 15 vorgesehenen Schelle 35 fixiert.
Hierzu ist die elektrische Leitung 6 im Anschluss an die Entlastungswindungen 14 durch
eine Ausnehmung 36 in der Bordwand 15 und/oder den Mantel 12 in einem Zentralbereich
37 der Ausgleichstrommel innerhalb des Mantels 12 geführt, wobei die Wicklungsrichtung
zunächst beibehalten wird.
[0031] Um die elektrische Leitung 6 in den Zentralbereich 37 führen zu können, sind zwischen
den in diesem Ausführungsbeispiel um 90° versetzten Speichen 32, 34 ebenso wie zwischen
den weiteren Speichen 38, 39 Aussparungen 40, 41 vorgesehen. Während die sich horizontal
gegenüberliegenden Aussparungen 40 ebenso wie die an die Ausnehmung 36 in der Bordwand
15 angrenzende Aussparung 40 im wesentlichen kreissegmentförmig konfiguriert sind,
ist die Aussparung 41 zwischen den Speichen 38, 39 kreisringstückförmig gestaltet.
Des Weiteren sind die die Aussparung 41 begrenzenden Speichen 38, 39 schmaler als
die übrigen Speichen 32, 34 gestaltet und erstrecken sich zudem nicht radial, sondern
im wesentlichen tangential zur Längsachse LA der Ausgleichstrommel 8. Diese Gestaltung
wurde vor dem Hintergrund gewählt, dass die elektrische Leitung 6 in ihrem weiteren
Verlauf im Anschluss an die Schelle 35 durch diese Aussparung 41 aus dem Zentralbereich
37 der Ausgleichstrommel 8 herausgeführt ist. Hierfür ist an dem Tragrahmen 20 ein
sich parallel zur Längsachse LA der Ausgleichstrommel 8 erstreckender Fixierarm 42
vorgesehen, der an seinem äußersten Ende 43 eine Schelle 44 zur Aufnahme des aus der
Ausgleichstrommel 8 herausgeführten Endes der elektrischen Leitung 6 besitzt. Um ein
maximales Verschwenken der Ausgleichstrommel 8 zu ermöglichen, ist die elektrische
Leitung 6 im inneren Eckbereich der kreisringstückförmigen Aussparung 41 herausgeführt.
Dort ist auch der Fixierarm 42 an dem Lagerbock 24 befestigt. Eine verbesserte Führung
der elektrischen Leitung 6 beim Eintritt in den Zentralbereich 37 der Ausgleichstrommel
8 wird durch eine bogenförmig und damit an die Querschnittskontur der elektrischen
Leitung angepasste Führungssschale 45 erreicht, die innenseitig des Mantels 12 befestigt
ist und die elektrische Leitung der Schelle 35 zuführt.
[0032] Um eine Überbeanspruchung der Leitungsbefestigung 7 zu vermeiden, sind erfindungsgemäß
Mittel zur gepufferten Drehbewegungsbegrenzung 46 vorgesehen. Sie umfassen in diesem
Ausführungsbeispiel einen elastomeren Dämpfer 47, der an dem Bein 27 befestigt ist.
Der Dämpfer 47 wirkt bei hinreichender Auslenkung der Ausgleichstrommel 8 mit einem
L-förmig konfigurierten Anschlag 48 zusammen, der an der Bordwand 15 der Ausgleichstrommel
8 befestigt ist und etwa an der tiefsten Stelle der Bordwand 15 im Bereich der Aussparung
41 axial vorsteht.
[0033] An der gegenüberliegenden Bordwand 16 befindet sich in der Ruheposition der Ausgleichstrommel
an ihrer tiefsten Stelle ein über den Außenumfang der Bordwand 16 vorstehender Nocken
49, der beim Verschwenken der Ausgleichstrommel durch Zugbelastung mit einem an dem
Bein 27 befestigten Sensor 50 berührungslos zusammenwirkt. Passiert der Nocken 49
beim Verschwenken der Ausgleichstrommel 8 den Messbereich des Sensors 50, ist dies
ein Signal dafür, dass der maximal mögliche Drehwinkel der Ausgleichstrommel 8 erreicht
ist. Um Schaden an der elektrischen Leitung 6 zu vermeiden, generiert der Sensor 50
daher ein Haltesignal, um das gesamte Hubwerk 1 anzuhalten.
Bezugszeichenaufstellung:
[0034]
- 1 -
- Hubwerk
- 2 -
- stationäre Einheit
- 3 -
- Hubvorrichtung
- 4 -
- Hubseil
- 5 -
- Leitungstrommel
- 6 -
- elektrische Leitung
- 7 -
- Leitungsbefestigung
- 8 -
- Ausgleichstrommel
- 9 -
- Ende v. 6
- 10 -
- Leitungsführung
- 11 -
- Rollen v. 10
- 12 -
- Mantel v. 8
- 13 -
- Arbeitswindung
- 14 -
- Entlastungswindungen
- 15 -
- Bordwand v. 8
- 16-
- Bordwand v. 8
- 17 -
- Achse v. 8
- 18 -
- Ende v.17
- 19 -
- Ende v. 17
- 20 -
- Tragrahmen v. 3
- 21 -
- Stehlager an 20
- 22 -
- Stehlager an 20
- 23 -
- Lagerbock v. 20
- 24 -
- Lagerbock v. 20
- 25 -
- Grundplatte v. 20
- 26 -
- Stützplatten v. 10
- 27 -
- Bein v. 23
- 28 -
- Bein v. 24
- 29 -
- Konsole an 28
- 30 -
- Feder-Dämpfer-Kombination
- 31 -
- Konsole f. 30
- 32 -
- Speiche v. 15, 16
- 33 -
- Federelement v. 30
- 34 -
- Speiche v. 15, 16
- 35 -
- Schelle
- 36 -
- Ausnehmung in 15
- 37 -
- Zentralbereich v. 8
- 38 -
- Speiche v. 15, 16
- 39 -
- Speiche v. 15, 16
- 40 -
- Aussparung in 15,16
- 41 -
- Aussparung in 15,16
- 42 -
- Fixierarm an 20
- 43 -
- Ende v.42
- 44 -
- Schelle an 42
- 45 -
- Führungsschale
- 46 -
- Mittel zur Drehbewegungsbegrenzung
- 47 -
- Dämpfer v. 46
- 48 -
- Anschlag v. 46
- 49 -
- Nocken
- 50 -
- Sensor
- F -
- Zugkraft
- LA -
- Längsachse v. 8
1. Leitungsbefestigung für Hubwerke, mit einer im wesentlichen stationären Einheit und
einer dazu relativ beweglichen Hubvorrichtung (3), insbesondere einem Spreader, wobei
wenigstens eine elektrische Leitung (6) von der stationären Einheit zur Hubvorrichtung
(3) geführt und an dieser begrenzt elastisch befestigt ist, wobei die Hubgeschwindigkeiten
der Hubseile (4) der Hubvorrichtung (3) und der elektrischen Leitung (6) im wesentlichen
gleich sind, dadurch gekennzeichnet, dass an der Hubvorrichtung (3) eine begrenzt drehbar gelagerte Ausgleichstrommel (8) vorgesehen
ist, über deren Mantel (12) das der Hubvorrichtung (3) zugeordnete Ende (9) der elektrischen
Leitung (6) geführt und im weiteren Verlauf an der Ausgleichstrommel (8) befestigt
ist, wobei der Ausgleichstrommel (8) wenigstens ein entgegen der Zugkraft (F) der
Leitung (6) wirkendes Federelement (33) zugeordnet ist.
2. Leistungsbefestigung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (6) in mehreren Windungen (13, 14) um die Ausgleichstrommel
(8) geführt ist.
3. Leitungsbefestigung nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arbeitswindung (13) und wenigstens zwei Entlastungswindungen (14) auf der Ausgleichstrommel
(8) aufgenommen sind.
4. Leistungsbefestigung nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgleichstrommel (8) eine von der Leitung (6) durchsetzte Leitungsführung (10)
vorgeschaltet ist.
5. Leitungsbefestigung nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungsführung (10) als Rollenkorb ausgebildet ist.
6. Leitungsbefestigung nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein zumindest mittelbar an der Ausgleichstrommel (8) angreifender Drehbewegungsdämpfer
vorgesehen ist.
7. Leitungsbefestigung nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgleichstrommel (8) eine linear wirkende Feder-Dämpfer-Kombination (30) zugeordnet
ist.
8. Leitungsbefestigung nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder-Dämpfer-Kombination (30) einerseits an einer Bordwand (15, 16) der Ausgleichstrommel
(8) befestigt ist und andererseits an einem die Ausgleichstrommel (8) aufnehmenden
Tragrahmen (20).
9. Leitungsbefestigung nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an zwischen dem Tragrahmen (20) und der Ausgleichstrommel (8) Mittel zur gepufferten
Drehbewegungsbegrenzung (46) vorgesehen sind.
10. Leitungsbefestigung nach einem der Patentansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (6) im Anschluss an die Entlastungswindungen (14) über eine Ausnehmung
(36) in einen Zentralbereich (37) der Ausgleichstrommel (8) geführt und dort im wesentlichen
unnachgiebig befestigt ist, wobei die Leitung (6) in ihrem weiteren Verlauf quer aus
einer Aussparung (41) der Bordwand (15) herausgeführt ist.
11. Leitungsbefestigung nach Patentanspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das aus der Ausgleichstrommel (8) herausgeführte Ende der Leitung (6) an einem Fixierarm
(42) im Abstand vom Tragrahmen (20) lagefixiert ist.
12. Leitungsbefestigung nach einem der Patentansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein einen maximalen Drehwinkel der Ausgleichstrommel (8) detektierender und bei Überschreiten
des Drehwinkels ein Haltesignal generierender Sensor (50) an dem Tragrahmen (20) vorgesehen
ist.
13. Leitungsbefestigung nach einem der Patentansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein ein maximales Grenzmaß einer Schlaufe zwischen der Leitungsführung (10) und der
Ausgleichstrommel (8) detektierender und bei Überschreiten des Grenzmaßes ein Haltesignal
generierender Sensor vorgesehen ist.
14. Leitungsbefestigung nach einem der Patentansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Bordwandungen (15, 16) der Ausgleichstrommel (8) mit gewichtsreduzierenden Aussparungen
(40, 41) versehen sind.