[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Zubringen eines geklemmten
Schussfadens zu einem Bringergreifer einer Webmaschine nach dem Oberbegriff der unabhängigen
Patentansprüche, wobei die Schussfadenzubringer- und -klemmvorrichtung dem Minimieren
des Schussfadenabfalls bei der Herstellung von Gewebe auf Greiferwebmaschinen dient.
[0002] Zum Minimieren des Schussfadenabfalls ist aus der EP 0 240 075 B ein Arbeitsverfahren
und eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens bekannt. Gemäß dem Verfahren werden
wenigstens zwei Schussfadenliefervorrichtungen zur Gewebeherstellung verwendet. Das
bekannte Arbeitsverfahren kann im wesentlichen wie folgt charakterisiert werden:
1. Das freie Ende wenigstens eines ersten und eines zweiten nacheinander in ein Webfach
einzutragenden Schussfadens wird in jeweils einer Klemme jeweils eines Zubringerhebels
einer Zubringer- und -klemmvorrichtung geklemmt. Die Hebel befinden sich dabei in
einer Position A.
2. Ein Schussfadenwähler wählt nach einem Steuerprogramm zwischen den beiden Schussfäden
einen Schussfaden für einen Bringergreifer aus.
3. Der betreffende Zubringerhebel wird in eine zweite Position B bewegt und bringt
dabei den ausgewählten Schussfaden in den Weg des Bringergreifers, der den Schussfaden
übernimmt.
4. Der Zubringerhebel wird nachfolgend in eine Position C bewegt, die nahe der eintragseitigen
Gewebekante in Fortsetzung des Bindepunktes eines Gewebes liegt.
5. Der mit dem Fadenvorrat verbundene, vorgenannte Schussfaden wird nach dem Eintragen
in das Webfach und nach dem Abbinden von der betreffenden Klemme in der Position C
geklemmt gehalten.
6. Der abgebundene Schussfaden wird nachfolgend zwischen der Gewebekante und der in
Position C stehenden Klemme von dem bereitgehaltenen, geklemmten Schussfaden mittels
einer Schussfadenschere abgeschnitten.
7. Der betreffende Zubringerhebel wird nach dem Abschneiden des Schussfadens in die
Position A zurückbewegt oder in der Position C gehalten.
[0003] Das bekannte Verfahren besitzt, zusammen mit der nachfolgend noch darzustellenden
Vorrichtung zur Verfahrensdurchführung, einen entscheidenden Nachteil, der darin besteht,
dass jeder einzutragende Schussfadentyp zwangsläufig eine voneinander abweichende
Abfalllänge aufweist. Während also die dem Geweberand am nächsten positionierte Fadenklemme
eine relativ geringe Abfalllänge realisiert, ist der Schussfadenabfall der Schussfäden,
die von den übrigen Fadenklemmen gehalten werden, vergleichsweise zunehmend größer.
Das Zunehmen der Abfalllänge ist vorrichtungsbedingt und, wie bereits erwähnt, von
erheblichem Nachteil. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Schussfaden im
Bereich des Anschlages des Webblatts geschnitten wird und somit bis zum Bindepunkt
ausgezogen werden muss. Um eine Abfallreduzierung zu erreichen, muss der Schussfaden
von einer Schussfaden-Rückholeinrichtung zurückgezogen werden, auch um die erforderliche
Fadenspannung für den nächsten Schusseintrag sicherzustellen.
[0004] Zur besseren Veranschaulichung der vorgenannten Nachteile soll die Vorrichtung zur
Verfahrensdurchführung kurz charakterisiert werden. Danach ist eine Vorrichtung zur
Darbietung und Klemmung von Schussfäden in einer Greiferwebmaschine bekannt.
Die genannte Vorrichtung umfasst im wesentlichen für jeden in ein Webfach einzutragenden
Schussfaden einen Zubringerhebel mit Fadenklemme. Die Zubringerhebel sind nebeneinander
liegend und etwa parallel zur eintragseitigen Gewebekante angeordnet. Dabei liegt
die Klemme des ersten Zubringerhebels in den Positionen A und C der Gewebekante am
nächsten, während die Klemme des letzten Zubringerhebels am weitesten weg von der
Gewebekante positioniert ist. Damit wird deutlich, dass die freie Fadenlänge zwischen
der festen Position der Fadenschere am Geweberand und jeder der ersten Klemme folgenden
Klemme als weiterer Nachteil anzusehen ist. Je größer nämlich die Fadenlänge zwischen
der Fadenschere und der Fadenklemme ist, desto geringer ist in der Regel die für den
Schneidvorgang notwendige Fadenspannung. Insoweit stellt die bekannte Vorrichtung
nicht sicher, dass eintragseitig des Webfaches immer eine ordnungsgemäße Schneidkante
erzielt wird.
[0005] Aus der DE-OS 25 31 954 ist eine steuerbare Schussfaden-Klemmvorrichtung mit mehreren
Klemmstellen bekannt, wobei jede Klemmstelle relativ zu einer Bezugsebene verschiebbar
ist und wobei ferner die Klemmstellen in gleichbleibenden Abständen übereinander angeordnet
sind und jeweils eine Klemmstelle in die Bezugsebene verschoben werden kann. In Kombination
mit an sich bekannten, gesteuerten Schussfadenwählern, d.h. jeder Klemmstelle der
gesteuerten Klemmvorrichtung ist funktionsbedingt ein gesteuerter Schussfadenwähler
zugeordnet, wird einerseits in vorteilhafter Weise erreicht, dass der in das Webfach
einzutragende Schussfaden in eine erste Bezugsebene bewegt werden kann und in der
dieser vom Bringergreifer problemlos übernommen wird. Andererseits kann die betreffende
Klemmstelle in ein zweite Bezugsebene bewegt werden, die der Lage des Bindepunktes
vom Gewebe entspricht. Hierdurch wird erreicht, dass beim Anschlagen des Schussfadens
an den Bindepunkt des Gewebes der Schussfaden von der betreffenden Klemmstelle der
Klemmvorrichtung aufgenommen wird und eintragseitig des Webfaches zwischen Geweberand
und Klemmstelle gespannt gehalten wird. Dies ist von Vorteil für den Schneidvorgang,
der zwischen der Klemmstelle und dem Geweberand angeordneten Fadenschere. Eine Minimierung
des Schussfadenabfalls kann aber damit nicht erreicht werden, weil die Schussfäden
dem Bringergreifer nicht unmittelbar vorgelegt werden können.
[0006] Aus der DE 30 42 053 Cl ist eine Webmaschine mit einer Vorrichtung zum Reduzieren
des Schussfadenabfalls bekannt, die sich insbesondere im Hinblick auf die Vorkehrungen
zum Verringern des Schussfadenabfalls und auf die Vorkehrung zum Abschneiden des Schussfadens
von dem zuvor im Gewebe abgebundenen Schussfaden als technisch aufwendig und störanfällig
darstellt. Wenn, wie die Erfindung lehrt, das Ende des abgeschnittenen Schussfadens
durch pneumatisch wirkende Mittel gehalten werden soll, dann versteht es sich von
selbst, dass das Ende des abgeschnittenen Schussfadens nicht relativ kurz sein kann.
[0007] Schließlich lehrt die DE 197 39 853 C2 eine Schussfadenzubringer- und -klemmvorrichtung
mit mehreren Schussfadenzubringern mit Klemme, die derart in der Webmaschine in Kombination
mit wenigstens einer Schussfaden-Rückholeinrichtung angeordnet sind und zusammenwirken,
dass für alle in einer vorbestimmten Folge in ein Webfach einzutragenden Schussfäden
aufgrund der in nahezu einem Punkt erfolgenden Hinreichung der Schussfäden zum Bringergreifer
ein Minimum an Schussfadenabfall realisiert wird.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Minimierung des Schussfadenabfalls
bei Vermeidung der dem Stand der Technik anhaftenden Nachteile zu schaffen und eine
Vorrichtung zur Verfahrensdurchführung anzugeben.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche
gelöst.
[0010] Erfindungswesentlich ist danach, dass unmittelbar nach dem Eintragen des Schussfadens
in das Webfach und vor dessen Anschlagen durch das Webblatt an die Gewebekante der
zwischen einer Fadenführung und dem eintragseitigen Geweberand verbleibende Teil des
Schussfadens unmittelbar nach dem Klemmen durch die Zubringerklemme und durch die
Halteklemme und noch während der Bewegung des Webblatts von einer zwischen der Hinreicheposition
der Zubringerklemme und einer Aufhahmeposition der Halteklemme angeordneten Schneideinrichtung
geschnitten wird und daraufhin ein hinteres Schussfadenende und ein vorderes Ende
eines neuen Schussfadens vorliegt, dass die das hintere Ende des eingetragenen Schussfadens
klemmende Halteklemme der Anschlagbewegung des Webblatts bis hin zum Bindepunkt folgt,
wonach der Schussfaden am Bindepunkt angeschlagen wird, die Halteklemme daraufhin
geöffnet wird und in die Aufnahmeposition zurückkehrt und wonach ferner auch der Fadenzubringer
mit dem vorderen Ende eines neuen Schussfadens in seine Ruheposition zurückkehrt.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Patentansprüchen angegeben.
[0012] Mit der erfindungsgemäßen Bereitstellung einer beweglichen, der Bewegung des Webblattes
folgenden Halteklemme in Kombination mit der jeweiligen Fadenzubringerklemme und einer
entfernt von der Anschlagkante angeordneten Schneideinrichtung für den Schussfaden
wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass der Schussfaden während der Bewegung des
Webblatts in Richtung der Anschlagkante des Gewebes geschnitten werden kann. Ferner
ist der Bewegungsablauf der Fadenzubringer so gewählt, dass zumindest in der Ruhestellung
und der Hinreichstellung dieselbe Fadenspannung herrscht. Die Vorteile dieser Anordnung
liegen in der Erzielung eines sehr geringen Schussfadenabfalls, ohne dass eine Rückholeinrichtung
für den Schussfaden vorgesehen werden muss.
[0013] Durch die punktuelle Hinreichung jeder Schussfadenfarbe durch die Fadenzubringer
wird bei jeder Farbe ein gleichmäßig geringer Schussfadenabfall erzielt.
[0014] Der Verfahrensablauf und die zeitgerechte Ansteuerung der einzelnen Einrichtungen,
wie Fadenzubringer, Bringergreifer, Nehmergreifer, Webblatt, Halteklemme und Scheideinrichtung,
wird durch eine elektronische Webmaschinensteuerung realisiert. Der Antrieb der Einrichtungen
kann entweder vom zentralen Webmaschinenantrieb abgeleitet sein, oder aber durch von
der Webmaschinensteuerung gesteuerte unabhängige Antriebe, z.B. elektromotorische
Antriebe, erfolgen.
[0015] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist in dem unabhängigen Patentanspruch
12 offenbart.
Gemäß der Vorrichtung ist erfindungswesentlich, dass am eintragseitigen Geweberand
eine der Bewegung des Webblatts folgende Halteklemme für das hintere Ende des eingetragenen
Schussfadens vorgesehen ist und dass eine Schneideinrichtung nahe dem Hinreichepunkt
einer Fadenklemme zwischen der Fadenklemme und der Halteklemme angeordnet ist.
[0016] Die Erfindung wir nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
[0017]
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausgestaltung der Schussfadenzubringer-
und Klemmvorrichtung mit kreisförmiger Bewegung der Fadenzubringer;
- Figur 2:
- einen Schnitt der Vorrichtung nach Fig. 1 oder Fig. 3 im Bereich der Halteklemme;
- Figur 3:
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausgestaltung der Schussfadenzubringer-
und Klemmvorrichtung mit linearer Bewegung der Fadenzubringer.
[0018] In den Figuren 1 und 2 ist schematisch die Schussfaden-Eintragsseite einer Webmaschine
dargestellt. Die oberen und unteren Kettfäden 1, 2 verlaufen durch die Webmaschinenschäfte
3 und durch die Lamellen des Webblatts 4 bis hin zum Bindepunkt 5, an welchem der
jeweils in das durch die Kettfäden 1, 2 aufgespannte Webfach 6 eingetragene Schussfaden
7 von dem hin- und herbeweglichen Webblatt 4 an die Anschlagkante 8 des Gewebes 9
angeschlagen wird. Die Schussfäden 7 werden von einem Bringergreifer 10 und einem
nicht dargestellten Nehmergreifer in das Webfach 6 eingebracht. Das gebildete Gewebe
9 wird fortlaufend nach unten abgezogen.
[0019] Im Beispiel nach Figur 1 sind sechs Schussfäden 7 dargestellt, die von Vorratsspulen
(nicht dargestellt) abgezogen und über eine Fadenführung 11 zu sogenannten Fadenzubringern
12 verlaufen, wo sie von einer Zubringerklemme 13 gehalten werden. Jedem Schussfaden
7 ist ein Fadenzubringer 12 mit Zubringerklemme 13 zugeordnet. Die Fadenzubringer
12 sind als bügelartige Schwenkhebel ausgebildet. In der Zeichnung ist ein Fadenzubringer
12 in seiner Ruheposition 12A gezeigt, wobei die Zubringerklemme 13 das Ende des zugeordneten
Schussfadens 7 klemmt. Jeder Fadenzubringer 12 ist um eine Schwenkachse 14 schwenkbar
angeordnet und kann zwischen der Ruheposition 12A und einer Hinreicheposition 12Bverschwenkt
werden, wobei die Schwenkachse 14 derart gewählt ist, dass sie durch die Fadenöse
15 der Fadenführung 11 des zugeordneten Schussfadens 7 verläuft. Dadurch wird erreicht,
dass der Abstand zwischen der Fadenöse 15 und der Zubringerklemme 13 und damit auch
die Fadenspannung in jeder Stellung des Fadenzubringers 12 konstant bleibt. In ihrer
Hinreicheposition 12Bbefinden sich alle Fadenzubringer 12 im wesentlichen an dem selben
Hinreichepunkt 16, wie es in Figur 1 angedeutet ist.
[0020] Wird nun ein Schussfaden 7 für den nächsten Schussfadeneintrag ausgewählt, so verschwenkt
der Fadenzubringer 12 von seiner Ruheposition 12A in seine Hinreicheposition 12B nahe
dem eintragseitigen Geweberand 17, wobei in Figur 1 lediglich die Zubringerklemme
13 in Hinreicheposition angedeutet ist. Dadurch wird der ausgewählte Schussfaden 7
in die Bewegungsbahn des Bringergreifers 10 gebracht. Der Bringergreifer 10 ergreift
den Schussfaden und bringt ihn in das geöffnete Webfach 6 ein. Etwa in der Mitte des
Webfachs wird der Schussfaden von einem Nehmergreifer (nicht dargestellt) übernommen
und vollständig durch das Webfach hindurchgezogen. Der Bringergreifer 10 kehrt daraufhin
in seine Ruheposition außerhalb des Webfachs zurück und ist bereit für den nächsten
Schusseintrag.
[0021] Nach dem Schusseintrag wird das Webblatt 4 aus seiner vorderen Stellung 4A in Richtung
seiner Anschlagsposition 4B am Bindepunkt 5 bewegt und schiebt den eingetragenen Schussfaden
7 vor sich her. Der Fadenzubringer 12 mit der Zubringerklemme 13 befindet sich dabei
noch in der Hinreicheposition 12B. Durch die Bewegung des Webblatts 4 wird der am
Geweberand 17 austretende Schussfaden 7 in die Zubringerklemme 13 eingebracht und
dort geklemmt.
Im wesentlichen zum gleichen Zeitpunkt wird der Schussfaden 7 durch das Webblatt 4
in eine am seitlichen Geweberand 17 beweglich angeordneten Halteklemme 18 eingebracht
und dort ebenfalls geklemmt.
[0022] Das Einbringen des Schussfadens in die Zubringerklemme 13 und die Halteklemme 18
kann durch einen seitlich am Webblatt 4 angeordneten Hinreichehaken 19 unterstützt
werden, der ein zuverlässiges Einführen des Schussfadens 7 in die beiden Klemmeinreinrichtungen
13, 18 sicherstellt. Die Verwendung eines Hinreichehakens 19 ist jedoch nicht zwingend
notwendig und kann z.B. von der Art der zu verarbeitenden Schussfäden abhängig gemacht
werden.
[0023] Nachdem der Schussfaden 7 zuverlässig in der Zubringerklemme 13 und der Halteklemme
18 geklemmt ist, wird er unmittelbar von einer nahe der Hinreicheposition 12B der
Fadenklemme 13 stationär angeordneten Schneideinrichtung 20 geschnitten, noch während
sich das Webblatt 4 weiter in Richtung seiner Anschlagsposition 4b bewegt.
[0024] Das hintere, abgeschnittene Ende des eingetragenen Schussfadens 7 ist nun durch die
Halteklemme 18 geklemmt, während ein neues vorderes Ende des von der Vorratsspule
kommenden Schussfadens 7 zur erneuten Vorlage für den Bringergreifer 10 in der Zubringerklemme
13 geklemmt gehalten wird.
[0025] Wie insbesondere aus Figur 2 hervorgeht, ist die Halteklemme 18 an einem um eine
Achse 21 beweglichen Schwenkhebel 22 angeordnet. Die Bewegung des Schwenkhebels 22
ist zwangsgesteuert und folgt nach dem Klemmen des Schussfadens 7 im wesentlichen
der Bewegung des Webblatts 4 bis in dessen Anschlagposition.
[0026] Nach dem Schussfadeneintrag befindet sich der Schwenkhebel 22 in einer in Figur 2
angedeuteten mittleren Stellung 22A. Beim Ausführen der Anschlagbewegung gelangt das
Webblatt in den Bereich der Position 22A des Schwenkhebels. Durch eine Bewegung des
Schwenkhebels 22 in Richtung der rückwärtigen Position des Webblattes 4, nämlich in
eine Stellung 22B, wird der anzuschlagende Schussfaden 7 von der Halteklemme 18 ergriffen
und geklemmt. Von der Position 22B bewegt sich der Schwenkhebel 22 synchron mit der
Bewegung des Webblattes 4 in eine Stellung 22C, in welcher das Webblatt 4 den eingetragenen
Schussfaden 7 an der Anschlagkante 8 des Gewebes 9 anschlägt. In Figur 2 ist die Position
des Webblatts 4 in der Anschlagsstellung 4b angedeutet. In dieser Stellung 4b öffnet
die Halteklemme 18 und gibt das Ende des Schussfadens 7 frei. Der Schwenkhebel 22
kann nun in seine Ausgangsposition 22A zurückkehren.
[0027] Währenddessen schwenkt auch der Fadenzubringer 12 in seine Ruheposition 12A zurück
um einem anderen Fadenzubringer 12 platz zu machen. Soll derselbe Schussfaden nochmals
eingetragen werden, kann der Fadenzubringer 12 in seiner Hinreichestellung 12A verbleiben.
[0028] Figur 3 zeigt eine Ausgestaltung der Erfindung mit einer linearen Fadenzuführung.
Der wesentliche Unterschied zu der Ausgestaltung gemäß Figur 1 ist, dass jeder Fadenzubringer
12 anstelle einer kreisförmigen Bewegung eine rein lineare Verstellbewegung in Richtung
25 zwischen seiner Ruheposition 12A und seiner Hinreicheposition 12B und umgekehrt
vollführt. Die Fadenzubringer 12 befinden sich in ihrer Hinreicheposition 12B im wesentlichen
alle an dem selben Hinreichepunkt 16. Die lineare Bahn des Fadenzubringers 12 von
seiner Ruhestellung 12A in die Hinreichestellung 12B ist derart gewählt, dass der
geklemmte Schussfaden 7 zumindest in der Ruhestellung und der Hinreichestellung gespannt
gehalten wird.
Nachdem der Fadenzubringer 12 den einzutragenden Schussfaden 7 in die Hinreicheposition
12B gebracht hat, wird der Faden vom Bringergreifer 10 erfasst und in das Webfach
6 eingetragen. Die danach folgenden Verfahrenschritte entsprechen den im Zusammenhang
mit den Figuren 1 und 2 beschrieben Schritten.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Kettfäden oben
- 2
- Kettfäden unten
- 3
- Webmaschinenschäfte
- 4
- Webblatt
- 4A
- Webblatt (Eintragsstellung)
- 4B
- Webblatt (Anschlagstellung)
- 5
- Bindepunkt
- 6
- Webfach
- 7
- Schussfaden
- 8
- Anschlagkante
- 9
- Gewebe
- 10
- Bringergreifer
- 11
- Fadenführung
- 12
- Fadenzubringer
- 12A
- Fadenzubringer Ruhestellung
- 12B
- Fadenzubringer Hinreichestellung
- 13
- Zubringerklemme
- 14
- Schwenkachse
- 15
- Fadenöse
- 16
- Hinreichepunkt
- 17
- Geweberand
- 18
- Halteklemme
- 19
- Hinreichehaken
- 20
- Schneideinrichtung
- 21
- Achse
- 22
- Schwenkhebel
- 22A
- Schwenkhebel (Position A)
- 22B
- Schwenkhebel (Position B)
- 22C
- Schwenkhebel (Position C)
- 25
- Pfeilrichtung
1. Verfahren zum Zubringen eines Schussfadens zu einem Bringergreifer einer Webmaschine,
wobei mehrere Schussfäden (7) vorhanden sind und der Anfangsabschnitt jedes Schussfadens
durch eine ihm zugeordnete, an einem beweglichen Fadenzubringer (12) angeordneten
Zubringerklemme (13) geklemmt wird, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
Bewegen eines ausgewählten Fadenzubringers (12) mit dem Schussfaden von einer Ruheposition
(12A) in eine Hinreicheposition (12B),
Erfassen des Schussfadens (7) durch einen Bringergreifer (10) und Öffnen der Zubringerklemme
(13) des Fadenzubringers (12),
Eintragen des gewählten Schussfadens (7) in ein geöffnetes Webfach (6),
Anschlagen des Schussfadens im Bindepunkt (5) an die Anschlagkante (8) des Gewebes
(9) durch das Webblatt, wobei vor dem Anschlagen des Schussfadens der zwischen einer
Fadenführung (11) und dem eintragseitigen Geweberand (17) verbleibende Teil des Schussfadens
(7) in dieselbe Zubringerklemme (13) eingebracht und geklemmt wird und dass der verbleibende
Teil des Schussfadens (7) im wesentlichen zum gleichen Zeitpunkt, zu dem dieser in
der Zubringerklemme (13) eingebracht und geklemmt wird, von einer am eintragseitigen
Geweberand (17) angeordneten Halteklemme (18) erfasst und geklemmt wird, dadurch gekennnzeichnet,
dass der verbleibende Teil des Schussfadens (7) unmittelbar nach dem Klemmen durch
die Zubringerklemme (13) und die Halteklemme (18) und noch während der Bewegung des
Webblatts (4) von einer zwischen der Hinreicheposition der Zubringerklemme (13) und
einer Aufnahmeposition (22B) der Halteklemme (18) angeordneten Schneideinrichtung
(20) abgeschnitten wird und daraufhin ein hinteres Schussfadenende und ein vorderes
Ende eines neuen Schussfadens vorliegt, dass die das hintere Ende des Schussfadens
(7) klemmende Halteklemme (18) der Anschlagbewegung des Webblatts (4) bis hin zum
Bindepunkt (5) folgt, wonach der Schussfaden am Bindepunkt angeschlagen wird, die
Halteklemme (18) daraufhin geöffnet wird und in die Aufnahmeposition (22b) zurückkehrt
und wonach ferner auch der Fadenzubringer (12) mit dem vorderen Ende eines neuen Schussfadens
in die Ruheposition (12A) zurückkehrt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der eingetragene Schussfaden (7) mit Unterstützung eines Hinreichehakens (19) in
die Zubringerklemme (13) und die Halteklemme (18) eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteklemme (18) an einem um eine Achse (21) beweglichen Schwenkhebel (22) angeordnet
ist, wobei die Halteklemme (18) den Schussfaden in einer Aufnahmeposition (22B) des
Schwenkhebels aufnimmt und klemmt, der Schwenkhebel (22) zusammen mit der Bewegung
des Webblatts (4) in eine hintere Anschlagposition (22C) verschwenkt und die Halteklemme
(18) den Schussfaden dort wieder freigibt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils einer von mehreren, um eine Achse (14) schwenkbaren Fadenzubringern (12)
verwendet wird, wobei jeder Fadenzubringer in der Hinreicheposition (12B) im wesentlichen
ein- und denselben Hinreichepunkt (16) einnimmt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lage der Achse (14) der Fadenzubringer (12) derart gewählt ist, dass der Schussfaden
bei der Bewegung zwischen Ruheposition (12A) und Hinreicheposition (12B) und umgekehrt
gespannt gehalten wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils einer von mehreren, linear beweglichen Fadenzubringern (12) verwendet wird,
wobei jeder Fadenzubringer in der Hinreicheposition (12B) im wesentlichen ein- und
denselben Hinreichepunkt (16) einnimmt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die lineare Bahn der Fadenzubringer (12) von der Ruheposition (12A) in die Hinreicheposition
(12B) so gewählt ist, dass der Schussfaden (7) zumindest in der Ruheposition und der
Hinreicheposition gespannt gehalten wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenzubringer (12) in seiner Hinreicheposition (12B) verbleibt, wenn beim nächsten
Schuss derselbe Schussfaden (7) eingetragen werden soll.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung der Fadenzubringer (12), die Betätigung der Zubringerklemmen (13), die
Bewegung des Schwenkhebels (22), die Betätigung der Halteklemme (18) sowie die Betätigung
der Schneideinrichtung (20) in Abhängigkeit des Maschinenwinkels gesteuert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zubringerklemmen (13) und/oder die Halteklemme (18) passiv betätigt werden.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zubringerklemmen (13) und/oder die Halteklemme (18) aktiv betätigt werden.
12. Vorrichtung zum Zubringen eines Schussfadens zu einem Bringergreifer einer Webmaschine,
wobei mehrere Schussfäden (7) vorhanden sind und das vordere Ende jedes zuzubringenden
Schussfadens durch eine ihm zugeordnete, an einem beweglichen Fadenzubringer (12)
angeordneten Zubringerklemme (13) geklemmt wird, wobei die Fadenzubringer (12) aus
einer Ruheposition in eine Hinreicheposition und umgekehrt bewegt werden, mit einem
in das Webfach (6) vorschiebbaren und wieder zurückziehbaren Bringergreifer und einer
Schneideinrichtung (20) zum Abschneiden des eingetragenen Schussfadens (7) von einem
bereitgehaltenen Schussfaden, dadurch gekennzeichnet, dass am eintragseitigen Geweberand (17) eine der Bewegung des Webblattes folgende Halteklemme
(18) für den Schussfaden (7) vorgesehen ist und dass die Schneideinrichtung (20) nahe
dem Hinreichepunkt (16) der Fadenklemme (12) stationär am eintragseitigen Geweberand
(17) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteklemme (18) an einem um eine Achse (21) beweglich angetriebenen Schwenkhebel
(22) angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 , dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenzubringer (12) als um eine Schwenkachse (14) angetriebene bügelartige Elemente
ausgebildet sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 12 , dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenzubringer (12) als in linearer Richtung angetriebene Elemente ausgebildet
sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Hinreicheposition (12B) des Fadenzubringers (12) und der Schneideinrichtung
(20) ein fest installierter Hinreichehaken (19) vorgesehen ist.