[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen von flüssigem oder pastösem
Auftragsmedium mittels eines Auftragswerks auf einen laufenden Untergrund gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Obgleich die vom Untergrund mitgeführte Luftgrenzschicht auch bei anderen Typen von
Auftragswerken das Auftragsergebnis nachteilig beeinflussen kann, wird die Erfindung
nachfolgend am Beispiel einer Vorhang-Auftragsvorrichtung näher diskutiert werden,
d.h. einer Auftragsvorrichtung, bei welcher das Auftragswerk das Auftragsmedium als
sich im Wesentlichen schwerkraftbedingt bewegenden Vorhang oder Schleier an den Untergrund
abgibt.
[0003] Bei der Beschichtung von Materialbahnen unter Einsatz eines Vorhang-Auftragswerks
(in der Fachwelt auch als "Curtain Coating" bekannt) wird das Auftragsmedium an den
Untergrund in Form eines Auftragsmedium-Vorhangs abgegeben, der sich im Wesentlichen
schwerkraftbedingt vom Auftragswerk zum Untergrund bewegt. Dass das Vorhang-Auftragswerk
sich dabei in einem vorbestimmten Abstand vom Untergrund befindet, hat unter anderem
den Vorteil, dass es beispielsweise bei einem Bahnabriss einem geringeren Beschädigungsrisiko
ausgesetzt ist. Vorhang-Auftragswerke unterscheiden sich von anderen "kontaktlosen"
Auftragswerken, beispielsweise Freistrahl-Düsenauftragswerken, bei welchen die Bewegung
des Auftragsmediums vom Auftragswerk zum Untergrund hauptsächlich vom Ausstoßimpuls
aus der Abgabedüse des Auftragswerks herrührt, grundlegend, da die Gestalt des aus
der Abgabedüse austretenden Vorhangs lediglich dem Wechselspiel zwischen der Oberflächenspannung
des Auftragsmediums und der Schwerkraft ausgesetzt ist. Die Oberflächenspannung versucht
dabei, den Vorhang, der bezogen auf sein Volumen bzw. seine Querschnittsfläche eine
sehr große Oberfläche bzw. Umfangslänge aufweist, zusammenzuziehen, um so seine Oberfläche
zu verringern. Diesem Effekt widersetzt sich lediglich die Schwerkraft, die den Vorhang
zu strecken sucht. Es ist daher leicht einzusehen, dass es umso schwieriger ist, einen
über die gesamte Arbeitsbreite gleichmäßig dicken Auftrgasmedium-Vorhang zu erhalten,
je größer diese Arbeitsbreite ist.
[0004] Die Beschichtung von Materialbahnen mittels eines Vorhang-Auftragswerks, das der
Materialbahn das Auftragsmedium als sich im Wesentlichen schwerkraftbedingt bewegenden
Auftragsmedium-Vorhang bzw. -Schleier zuführt, ist von der Beschichtung von photographischen
Filmen, Tonbändern und dergleichen seit langem bekannt. Allerdings weisen die Materialbahnen
auf diesen Anwendungsgebieten eine erheblich geringere Breite auf, als dies bei moderenen
Anlagen zur Herstellung von Papier- und Pappebahnen der Fall ist, bei denen Materialbahnbreiten
von mehr als 10 m gefordert werden. Einen über diese Breite gleichmäßig dicken Auftragsmedium-Vorhang
bilden und stabil halten zu können, ist eine Aufgabe, bei der es alles andere als
naheliegt, sich von den vergleichsweise einfach zu kontrollierenden bekannten schmalen
Auftragsmedium-Vorhängen Anregungen für eine funktionstaugliche Lösung zu erwarten.
Darüber hinaus bewegen sich die Materialbahnen in modernen Anlagen zur Herstellung
von Papier- und Pappebahnen mit Geschwindigkeiten von bis zu 3000 m/min, was ein Vielfaches
der Geschwindigkeit ist, mit der sich die bekannten schmalen Materialbahnen bewegen,
und überdies eine weitere hohe Belastung für die Stabilität des Auftragsmedium-Vorhangs
darstellt.
[0005] Eine Auftragsvorrichtung der gattungsgemäßen Art ist aus der DE 199 03 559 A1 bekannt.
Die DE 199 03 559 A1 stellt eine ganze Reihe von Wirkprinzipien vor, welche es ermöglichen
sollen, die von der Materialbahn mitgeführte Luftgrenzschicht unmittelbar vor einem
Vorhang-Auftragswerk zu schwächen. Dies geschieht unter anderem durch ein Abdichtelement,
welches sich in Materialbahnquerrichtung erstreckt und an der Materialbahnoberfläche
anliegt. Das Abdichtelement kann bspw. als Walze ausgebildet sein, die derart drehangetrieben
sein kann, dass sich ihre Mantelfläche nahe des Kontaktbereichs mit der Materialbahn
in der gleichen Richtung wie die Materialbahn bewegt. Nachteilig an dieser Vorrichtung
ist, dass sich an der Materialbahn nach einem Passieren des Abdichtelements erneut
eine von der Materialbahn mitgeführte Luftgrenzschicht ausbilden kann. Auf die Möglichkeiten,
die Effizienz dieser Wirkprinzipien zu verbessern, geht diese Druckschrift jedoch
nicht ein.
[0006] Die US 3 369 522 A1 offenbart eine Curtain-Coating-Auftragsvorrichtung, bei der in
Laufrichtung vor der Auftreffstelle des Auftragsmediums auf den Untergrund ein klingenartig
ausgebildetes Abdichtelement vorgesehen ist, welches sich quer zur Laufrichtung des
Untergrundes an diesem anliegend erstreckt. Das klingenartige Abdichtelement selbst
kann mit einer zum Untergrund hin weisenden Saugdüsenöffnung als Absaugvorrichtung
ausgebildet sein.
[0007] Die US 5 336 534 A1 offenbart eine Curtain-Coating-Auftragsvorrichtung, bei welcher
eine nahe der Auftreffstelle des Auftragsmediums auf den Untergrund angeordnete Ultraschallquelle
zur Beeinflussung der von der Materialbahn mitgeführten Luftschicht vorgesehen ist.
[0008] Die EP 0 489 978 A1 zeigt ebenfalls eine Curtain-Coating-Auftragsvorrichtung. Bei
dieser wird eine um eine Gegenwalze geführte Materialbahn durch einen im Bereich der
Ablösestelle der Materialbahn von der Gegenwalze auftreffenden Auftragsmedium-Vorhang
beschichtet. In Laufrichtung vor der Auftreffstelle ist eine als ein der Kontur der
Gegenwalze folgendes Zylinderschalensegment ausgebildete Luftschicht-Schwächungsvorrichtung
vorgesehen. Diese Luftschicht-Schwächungsvorrichtung ist in großer Nähe, jedoch mit
Abstand zur Oberfläche der Gegenwalze angeordnet, so dass ein Spalt zwischen der an
der Gegenwalze umlaufenden Materialbahn und der Luftschicht-Schwächungsvorrichtung
vorgesehen ist. In einem zwischen der Eintrittsstelle der Materialbahn in die und
der Austrittsstelle der Materialbahn aus der Schwächungsvorrichtung gelegenen Zwischenabschnitt
ist eine Vorrichtung zur Absaugung von Luft vorgesehen.
[0009] Die WO 97/03009 befasst sich mit dem Problem der Trocknung von Materialbahnen nach
dem Auftrag von Medien, nämlich Druckfarben, insbesondere im Tief- Rollenoffset- und
Flexodruck. Sie schlägt vor, die Gasmoleküle an der Oberfläche der Materialbahn mittels
einer KoronaEntladung zu ionisieren und zu einer Elektrode hin zu beschleunigen, um
durch den mit diesem "lonenwind" einhergehenden Gasaustausch an der Materialbahnoberfläche
die Trocknungseffizienz zu erhöhen.
[0010] Aus der DE 198 17 202 A1 der Anmelderin ist eine Auftragsvorrichtung bekannt, bei
welcher die Schwächungsvorrichtung eine elastische Abdichtplatte umfasst, die an einem
Ende gelagert und mit ihrem gegenüberliegenden freien Ende dem Untergrund gegenüberliegt,
wobei die Dichtungsplatte an einer zwischen ihrem lagerseitigen Ende und ihrem freien
Ende gelegenen Stelle unter Ausbildung einer Drehachse so abgestützt ist, dass eine
Durchbiegung des zwischen dem lagerseitigen Ende und der Abstützstelle gelegenen Abdichtplattenabschnitts
infolge eines zwischen den beiden Plattenseiten vorherrschenden Differenzdrucks einer
Durchbiegung des zwischen der Abstützstelle und dem freien Ende gelegenen Abdichtplattenabschnitts
zumindest entgegenwirkt, um insbesondere auch bei höheren Differenzdrücken einen insbesondere
vorgebbaren maximalen Abstand zwischen der Abdichtplatte und dem Untergrund einzuhalten.
Der den Aufbau und die Funktion dieser Schwächungs- bzw. Dichtungsvorrichtung betreffende
Offenbarungsgehalt der DE 198 17 202 A1 wird daher hiermit vollinhaltlich in Bezug
genommen und zum Teil der Offenbarung dieser Anmeldung gemacht.
[0011] Mit Hilfe dieser Ausführungsform können Funktionsbeeinträchtigungen auch bei höheren
Laufgeschwindigkeiten des Untergrunds im Wesentlichen ausgeschlossen werden. Zum einen
können von dem Untergrund mitgeführte Störkörper die Schwächungsvorrichtung passieren,
ohne dass damit ein Beschädigungsrisiko für die Abdichtplatte einherginge, und ohne
dass hierdurch die Dichtungswirkung dauerhaft verloren ginge. Infolge der Abstützung
der relativ elastischen Abdichtplatte wird verhindert, dass sich bei höheren Differenzdrücken,
wie sie beispielsweise im Bereich einer einen Unterdruck erzeugenden lufttechnischen
Einrichtung auftreten können, der Abstand zwischen der Dichtplatte und dem Untergrund
vergrößert. So wirkt sich eine jeweilige Durchbiegung des zwischen dem lagerseitigen
Ende und der Abstützstelle gelegenen Abdichtplattenabschnitts in der Weise auf den
zwischen der Abstützstelle und dem freien Ende gelegenen Abdichtplattenabschnitt aus,
dass eine unerwünschte Durchbiegung oder Auslenkung des letzteren praktisch kompensiert
wird.
[0012] Zum weiteren Stand der Technik sei der Vollständigkeit halber noch auf die DE 198
03 240 A1 und die DE 198 29 449 A1 verwiesen.
[0013] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Vorrichtung anzugeben,
bei der die vom Untergrund mitgeführte Luftgrenzschicht stärker geschwächt werden
kann als beim Stand der Technik.
[0014] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch eine Auftragsvorrichtung der gattungsgemäßen
Art gelöst, bei welcher die Schwächungsvorrichtung eine Elektrodenanordnung umfasst.
Diese Elektrodenanordnung kann die Luftgrenzschicht auf unterschiedliche Art und Weise
beeinflussen und somit wenigstens einen Teil der laminaren Strömung der Luftgrenzschicht
in eine turbulente Strömung umwandeln.
[0015] Umfasst die Elektrodenanordnung eine Mehrzahl von in Querrichtung des Untergrunds
einander benachbart angeordneten Einzelelektroden, vorzugsweise Nadelelektroden, oder
umfasst die Elektrodenanordnung wenigstens eine Flachelektrode, welche an ihrer zum
Untergrund hin weisenden Seite eine Mehrzahl von Vorsprüngen oder Nadelspitzen aufweist,
so kann es zwischen der Elektrode und dem Untergrund zu Entladungen kommen. Die in
diesen Entladungen geladenen Luftmoleküle werden in dem von der Elektrodenanordnung
erzeugten elektrischen Feld beschleunigt und können dadurch zu einer zumindest teilweisen
Zerstörung des laminaren Charakters der Strömung der Luftgrenzschicht führen.
[0016] Zur Erhöhung der Effizienz dieses Effekts kann die Elektrodenanordnung vom Untergrund
einen Abstand von zwischen etwa 2 mm und etwa 30 mm aufweisen. Ferner kann die Elektrodenanordnung
auf einem vorbestimmten elektrischen Potential gehalten sein, welches beispielsweise
einen Wert von zwischen etwa 5 kV und etwa 60 kV, vorzugsweise etwa 30 kV, aufweist.
[0017] Alternativ zu dem vorstehend erläuterten Entladungs-Effekt ist es jedoch auch möglich,
dass die Elektrodenanordnung ein hochfrequentes elektrisches Wechselfeld abstrahlt.
Die Frequenz des Wechselfelds kann dabei derart gewählt sein, dass wenigstens ein
Teil der Luftmoleküle zu Schwingungen angeregt wird. In Folge dieser Schwingungen
wird wiederum zumindest ein Teil der laminaren Strömung der Luftgrenzschicht in eine
turbulente Strömung umgewandelt.
[0018] Die weitere Elektrodenanordnung kann beispielsweise an der Absaugvorrichtung, vorzugsweise
deren stromabwärtigem Ende, und von dieser elektrisch isoliert angeordnet sein. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die Elektrodenanordnung in dem saugaktiven Bereich der Absaugvorrichtung,
d.h. beispielsweise in dem von dem wenigstens einen elastischen Element umgrenzten
Bereich der Absaugvorrichtung, angeordnet ist. In diesem Fall wirken nämlich die Absaugvorrichtung
und die Elektrodenanordnung nicht unabhängig voneinander, sondern ergänzen sich in
der Beeinflussung der Luftgrenzschicht. So kann beispielsweise der von der Elektrodenanordnung
erzeugte turbulente Anteil der Strömung der Luftgrenzschicht unmittelbar von der Absaugvorrichtung
abgesaugt werden.
[0019] Alternativ zu der Schwingungsanregung über ein elektrisches Wechselfeld kann eine
vergleichbare Schwingungsanregung auch mittels einer Schwächungsvorrichtung erzielt
werden, die eine Ultraschallquelle umfasst. Die Frequenz dieser Ultraschallquelle
kann dabei wiederum derart gewählt sein, dass wenigstens ein Teil der Luftmoleküle
zu Schwingungen angeregt wird.
[0020] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn der Schwächungsvorrichtung
eine Konditionierungsvorrichtungvorgeordnetist, welche die obersten Schichten der
Luftgrenzschicht im Wesentlichen vollständig entfernt. Üblicherweise hängt die Effizienz
der Schwächungsvorrichtung von verschiedenen Einflüssen ab, beispielsweise der Laufgeschwindigkeit
des Untergrunds. Die Kontitionierungsvorrichtung sorgt durch die Entfernung der obersten
Bereiche der Luftgrenzschicht dafür, dass die Abhängigkeit von diesen Einflüssen gemindert,
wenn nicht gar vollständig unterbunden wird. Zudem braucht die Schwächungsvorrichtung
nicht mehr gegen die gesamte Luftgrenzschicht vorzugehen, sondern nur noch gegen den
von der Konditionierungsvorrichtung durchgelassenen Teil. Hierdurch wird die Schwächungsvorrichtung
entlastet und kann entsprechend leistungsärmer ausgebildet sein.
[0021] In einer einfachen Ausführungsform kann die Kontitionierungsvorrichtung eine sich
in Querrichtung des Untergrunds erstreckende Leiste umfassen, die beispielsweise von
einem einfachen Blechstreifen gebildet sein kann. Es ist jedoch auch möglich, dass
die Konditionierungsvorrichtung aerodynamische Effekte ausnutzt, beispielsweise indem
sie in Querrichtung gesehen einen Querschnitt aufweist, der die Gestalt eines auf
dem Kopf stehenden Tragflächenprofils hat.
[0022] Gute Ergebnisse können beispielsweise dann erzielt werden, wenn die Konditionierungsvorrichtung
vom Untergrund in einem Abstand von zwischen etwa 3 mm und etwa 10 mm angeordnet ist.
[0023] Die Konditionierungsvorrichtung kann selbsttragend ausgebildet oder auch an der Schwächungsvorrichtung
angebracht sein.
[0024] Wie vorstehend bereits erwähnt, können die erfindungsgemäßen Schwächungsvorrichtungen
insbesondere bei einerAuftragsvorrichtung eingesetzt werden, welche ein Vorhang-Auftragswerk
aufweist, d.h. ein Auftragswerk, welches das Auftragsmedium als sich im Wesentlichen
schwerkraftbedingt bewegenden Vorhang oder Schleier an den Untergrund abgibt.
[0025] Die Erfindung wird im Folgenden an einigen Ausführungsbeispielen anhand der beigefügten
Zeichnung näher erläutert werden. Es stellt dar:
- Fig. 1 bis 8
- grobschematische Seitenansichten verschiedener Ausführungsformen von vorteilhaften
Auftragsvorrichtungen.
[0026] In Fig. 1 ist eine Auftragsvorrichtung allgemein mit 10 bezeichnet. Sie umfasst ein
Vorhang-Auftragswerk 12, aus dessen Abgabedüse 14 Auftragsmedium 16 als Auftragsmedium-Vorhang
18 an einen sich in Laufrichtung L bewegenden Untergrund U abgegeben wird. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist der Untergrund U von der Oberfläche 20a einer Materialbahn
20 gebildet, auf die das Auftragsmedium 16 als Auftragsschicht 22 aufgebracht wird.
[0027] Zur Schwächung einer Luftgrenzschicht G ist in Laufrichtung L vor dem Auftragswerk
12 eine Absaugvorrichtung 24 mit einem Saugkasten 26 vorgesehen, der in einem vorbestimmten
Abstand vom Untergrund U angeordnet ist. Um trotz dieses Abstands eine wirksame Absaugung
sicherstellen zu können, ist der Saugbereich 26a des Saugkastens 26 in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel zur Umgebung hin mittels einer Mehrzahl unterschiedlich ausgebildeter
Abdichtelemente 28, 30 und 32 abgedichtet, die sämtlich als elastisch verformbare
Elemente ausgebildet sind.
[0028] Bezüglich der Laufrichtung L auslaufseitig ist an dem Saugkasten 26 eine elastische
Folie 28 angebracht, die beispielsweise aus einem Verbundwerkstoff gefertigt sein
kann, der an seiner Oberfläche mit Teflon beschichtet ist. Die Folie 28 nimmt einen
von oben nach unten und rechts nach links getrümmten Verlauf und schmiegt sich an
die Oberfläche 20a der Materialbahn 20 an, wobei sie aufgrund ihrer Eigenelastizität
gegen die Materialbahn 20 vorgespannt ist. Des Weiteren wird die Folie 28 durch die
Saugwirkung des Saugkastens 26 gegen den Untergrund U angedrückt, was ihr Dichtwirkung
verbessert. Vor der Folie 28 staut sich die in den Saugbereich 26a des Saugkastens
26 eingedrungene Luftgrenzschicht G, was den laminaren Charakter der Strömung dieser
Luftgrenzschicht G zumindest teilweise zerstört und das Absaugen der in der Luftgrenzschicht
G mitgeführten Luft durch den Saugkasten 26 erleichtert. Das stromabwärtige Ende 28a
der Folie 28 hat von der Auftreffposition P des Vorhangs 18 auf dem Untergrund U einen
Abstand d. Dieser Abstand d ist derart bemessen, dass einerseits der Wiederaufbau
einer Luftgrenzschicht auf dem Bahnabschnitt zwischen dem Saugkasten 26 und der Auftreffposition
P und ein physischer Kontakt zwischen Folie 28 und Vorhang 18 verhindert werden kann.
[0029] Eingangsseitig ist der Saugbereich 26a des Saugkastens 26 von der Bürste 30 begrenzt.
Diese Bürste 30 bremst die in den Saugbereich 26a eintretende Luftgrenzschicht G ab
und schwächt deren laminaren Charaktert zu Gunsten turbulenter Strömungsanteile. Zur
Erhöhung der Effizienz der Wirkung der Bürste 30 kann die Härte der Borsten 30a dieser
Bürste 30 in Laufrichtung L abnehmen, was in Fig. 1 durch eine von rechts nach links
abnehmende Strichdicke der die einzelnen Borsten 30a der Bürste 30 darstellenden Striche
angedeutet ist. Harte Borsten eignen sich insbesondere zum Abbremsen der Luftgrenzschicht
G, da sie von dieser nicht so leicht ausgelenkt werden können, während sich weiche
Borsten aufgrund ihrer höheren Beweglichkeit eher dazu eignen, die laminare Strömung
in eine turbulente Strömung umzuwandeln.
[0030] Schließlich sind durch relativ lange Striche noch zur Querrichtung Q im Wesentlichen
orthogonal verlaufende seitliche Begrenzungselemente 32 angedeutet, welche beispielsweise
aus Moosgummi gefertigt sein können und zur vollständigen Abdichtung des Saugbereichs
26a relativ zur Umgebung dienen.
[0031] Schließlich ist in Fig. 1 stromaufwärts der Absaugvorrichtung 24 noch eine Konditioniereinrichtung
in Form einer Dreieckskeil-Leiste angeordnet. Diese Konditionierleiste 36 hat die
Aufgabe, die obersten Schichten der Luftgrenzschicht G abzuheben, bevor die untergrundnahen
Bereiche der Luftgrenzschicht dem Saugkasten 26 zugeführt werden. In Folge dieser
relativ einfach vorzusehenden Schwächung der Luftgrenzschicht G kann die Absaugvorrichtung
24 leistungsärmer und somit kostengünstiger bereitgestellt werden. Darüber hinaus
variiert die Stärke der Luftgrenzschicht G im Anschluss an die Konditionierleiste
36 nicht mehr so stark in Abhängigkeit von den Betriebsparametern der Auftragsvorrichtung
10, als dies ohne die Konditionierleiste 36 der Fall ist.
[0032] In Fig. 2 ist eine weitere Ausführungsform einer nicht zur vorliegenden Erfindung
zu rechnenden Auftragsvorrichtung dargestellt. Diese ist in Fig. 2 allgemein mit 110
bezeichnet. In Laufrichtung L vor dem Vorhang-Auftragswerk 112 ist dabei eine Umlenkleiste
140 vorgesehen, deren eines Ende 140a einen Teil der Luftgrenzschicht G vom Untergrund
U abgreift. Darüber hinaus ist die Umlenkleiste 140 derart gekrümmt ausgebildet, dass
sie einen Teil G' des abgegriffenen Luftstroms um im Wesentlichen 180° umlenkt und
entgegen der Laufrichtung L auf die Luftgrenzschicht G einwirken lässt. Hierdurch
kann der laminare Charakter zumindest der oberen Bereiche der Luftgrenzschicht G geschwächt
werden. Eine Trennwand 142 sorgt dafür, dass der Luftstrom G' im Wesentlichen ungestört
gegen die Luftgrenzschicht G geleitet werden kann. Die Umlenkleiste 140 und die Trennwand
142 haben vom Untergrund U vorzugsweise einen Abstand von weniger als 1 mm.
[0033] Ein weiterer Anteil G" der von der Umlenkleiste 140 abgegriffenen Luft wird durch
eine Öffnung 140b der Umlenkleiste 140 in einen unmittelbar stromaufwärts des Auftragmedium-Vorhangs
118 geleitet. Der hierdurch zulaufseitig am Vorhang 118 erzeugte Überdruck ist, hilft,
diesen gegenüber dem Einfluss der Luftgrenzschicht G weiter zu stabilisieren.
[0034] Bei der Auftragsvorrichtung 210 gemäß Fig. 3 ist in Laufrichtung L stromaufwärts
des Vorhang-Auftragswerks 212 eine Vorrichtung 250 vorgesehen, welche ein elektrisches
Feld erzeugt, durch das sich die Materialbahn 220 hindurch bewegt. Dabei kann das
elektrische Feld sowohl zu elektrischen Entladungen führen, welche die Luftmoleküle
der Luftgrenzschicht G elektrisch laden und orthogonal zum Untergrund U beschleunigen.
Es ist jedoch auch möglich, dass die Vorrichtung 250 mit einem hochfrequenten elektrischen
Wechselfeld auf die Luftgrenzschicht G einwirkt, dessen Frequenz derart gewählt ist,
dass zumindest ein Teil der Luftmoleküle zu Schwingungen angeregt wird. Beide Effekte
führen dazu, dass zumindest ein Teil der laminaren Strömung der Luftgrenzschicht G
in eine turbulente Strömung umgewandelt wird, was in Fig. 3 durch von rechts nach
links zunehmend gekrümmte Wirbelpfeile angedeutet ist und zu einer Schwächung der
Luftgrenzschicht G führt.
[0035] Eine der Felderzeugungsvorrichtung 250 entsprechende Elektrodenanordnung 50 ist auch
bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 vorgesehen, und zwar vorzugsweise am stromabwärtigen
Ende des Saugkastens 26 zwischen dem Saugkasten 26 und der Folie 28. Die von dieser
Elektrodenanordnung 50 ausgehenden Entladungsvorgänge e stören den laminaren Charakter
der Luftgrenzschicht G, so dass die von dieser mitgeführte Luft von dem Saugkasten
leichter abgesaugt werden kann.
[0036] Die Auftragsvorrichtung 310 gemäß Fig. 4 unterscheidet sich von der Ausführungsform
gemäß Fig. 3 lediglich dadurch, dass die in Laufrichtung L stromaufwärts des Vorhang-Auftragswerks
312 vorgesehene Vorrichtung 360 zur Schwächung der von der Materialbahn 320 mitgeführten
Luftgrenzschicht G eine Ultraschallquelle umfasst, deren Frequenz derart gewählt ist,
dass zumindest ein Teil der Luftmoleküle in der Luftgrenzschicht G zu Schwingungen
angeregt werden. Hinsichtlich der hieraus resultierenden Schwächung der Luftgrenzschicht
G sei auf die Erläuterungen zu Fig. 3 hingewiesen.
[0037] Die in den Fig. 5 bis 7 gezeigten Ausführungsformen dienen lediglich zur Erläuterung
weiterer, von der vorliegenden Erfindung unabhängiger Möglichkeiten zur Lösung der
Aufgabe der vorliegenden Erfindung.
[0038] Die Luftgrenzschicht G kann, wie dies in Fig. 5 für die Auftragsvorrichtung 410 dargestellt
ist, auch mittels einer in Laufrichtung L stromaufwärts des Vorhang-Auftragswerks
412 angeordneten Abdichtwalze 470 geschwächt werden, welche gegen die Oberfläche 420a
der Materialbahn 420. angedrückt ist und auf dieser abrollt. Der Mantel 470a der Abdichtwalze
470 ist aus einem elastischen Material, beispielsweise Gummi oder einem gummiartigen
Material, gefertigt, um die Beanspruchung der Materialbahn 420 in Folge des Andrückens
der Walze 470 möglichst gering halten zu können. Ferner weist der Walzenmantel 470a
eine Mehrzahl von Durchbrechungen 470b auf, und ist die Walze 470 mit einer Saugpumpe
472 verbunden, welche die von der Luftgrenzschicht G mitgeführte Luft durch die Durchbrechungen
470b zumindest teilweise von der Oberfläche 420a der Materialbahn 420 absaugt.
[0039] Alternativ kann die Abdichtwalze 570, wie dies am Beispiel der Auftragsvorrichtung
510 in Fig. 6 dargestellt ist, aber auch einen durchbrechungsfreien Walzenmantel 570a
aufweisen. Diese Abdichtwalze 570 bildet zusammen mit einer Gegenwalze 574 einen Nip
N, durch den die Materialbahn 520 hindurchgeführt ist. Da die Materialbahn 520 die
Gegenwalze 574 im Bereich des Nips N umschlingt, und auch die Abdichtwalze 570 im
Bereich des Nips N gegen die Materialbahn 520 angestellt ist, wird die Luftgrenzschicht
G im Nip N durch die Abdichtwalze 570 blockiert.
[0040] Sollte eine Glättung der Materialbahn 520 zwecks Beeinflussung ihres Dicken- oder/und
Glätt- oder/und Porositätsprofiles vor dem Mediumsauftrag gewünscht sein, so sind
die Walzen 570 und 574 gleichzeitig als heiz- oder kühlbare Kalanderwalzen nutzbar.
Dazu ist die Einstellung eines bestimmten Liniendruckes bzw. einer bestimmten Flächenpressung
im Nip N erforderlich, was in Fig. 6 durch die Pfeile D angedeutet ist.
[0041] Um auch diejenigen Anteile g der Luftgrenzschicht G, die den Nip N trotz der Abdichtwalze
570 passieren konnten, weiter schwächen zu können, ist unmittelbar im Anschluss an
die Abdichtwalze 570 die Saugöffnung 576a eines Saugkastens 576 angeordnet, der an
eine Saugpumpe 572 angeschlossen ist. Ablaufseitig ist die Saugöffnung 576a mittels
eines Blendenelements 528, beispielsweise eines gegen die Materialbahn 520 angestellten
Schleppschabers, abgedichtet. Die Saugöffnung 576a kann sich unmittelbar an die Abdichtwalze
570 anschließen, wie dies in Fig. 6 dargestellt ist, gemäß der die Saugöffnung 576a
mittels eines weiteren Blendenelements 528' zweigeteilt ist.
[0042] Um die Laufstrecke zwischen der Saugöffnung 576a und der Auftreffposition P des aus
dem Auftragswerk 512 als Vorhang 518 austretenden Auftragsmedium 516 möglichst kurz
halten zu können, ist die Abdichtwalze 570 im Wesentlichen vollständig in dem Saugkasten
576 aufgenommen. D.h. nur der mit der Materialbahn 520 in Eingriff stehende Umfangsabschnitt
der Abdichtwalze 570 sowie an diesen angrenzende, einen Sicherheitsabstand zwischen
der Materialbahn 520 und dem Saugkasten 576 bereitstellende Umfangsabschnitte ragen
aus dem Saugkasten 576 heraus.
[0043] Obgleich die Abdichtwalzen 470 und 570 gemäß Fig. 5 und 6 jeweils in Kombination
mit einer Saugvorrichtung ausgeführt sind, ist es grundsätzlich auch möglich, die
Abdichtwalze alleine vorzusehen. Hierzu sei beispielhaft auf die Ausführungsform gemäß
Fig. 7 verwiesen, gemäß der eine rakelstabartige Abdichtwalze 670, d.h. eine Abdichtwalze
mit einem Durchmesser von zwischen etwa 10 mm und etwa 38 mm, die in einem "Rakelbett"
678 gelagert ist, gegen die um eine Gegenwalze 674 herumgeführte Materialbahn 620
angestellt ist. Diese Ausführungsform der Auftragsvorrichtung 610 ermöglicht es, die
Länge d der Laufstrecke zwischen der Abdichtwalze 670 und der Auftreffposition P des
aus dem Auftragswerk 612 austretenden Auftragsmedium-Vorhangs 618 besonders kurz zu
halten.
[0044] Im Gegensatz zu der rakelstab-artigen Walze 670 weisen die Walzen 470 und 570 in
Abhängigkeit der Maschinenbreite einen Durchmesser von bis zu 1000 mm auf, beispielsweise
bei einer Maschinenbreite von 4 m einen Durchmesser von etwa 500 mm. Die Anordnung
des Blendenelements 528 ermöglicht auch bei größerem Walzendurchmesser einen geringen
Abstand d zum Auftragsmedium-Vorhang 518.
[0045] In Fig. 8 ist schließlich eine im Wesentlichen berührungslos arbeitende Abdichtvorrichtung
780 dargestellt, die bei einer Auftragsvorrichtung 710 eingesetzt werden kann, und
zwar sowohl alleine als auch beispielsweise in Kombination mit anderen Abdichtvorrichtungen,
etwa bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 anstelle der Konditionierleiste 36. Die
Abdichtvorrichtung 780 umfasst eine relativ elastische Dichtplatte 782, die an einem
Ende mittels eines an einem Saugkasten 784 vorgesehenen Lagers 786 gelagert ist und
mit ihrem freien Ende der Materialbahn 720 gegenüberliegt, von der sie einen Abstand
X aufweist.
[0046] Die Dichtplatte 782 ist bis auf das im Lager 786 eingespannte Ende gekrümmt, wobei
sie von der im Bereich des Saugkastens 784 vorgesehenen Unterdruckseite 784a weg nach
oben zur Überdruckseite hin gewölbt ist. Dabei ist sie im Bereich ihres freien Endes
zumindest im Wesentlichen tangential an die Materialbahn 720 herangeführt.
[0047] Die relativ elastische Dichtplatte 782 ist an einer zwischen ihrem lagerseitigen
Ende und ihrem freien Ende gelegenen Stelle 782a unter Ausbildung einer sich quer
zur Bahnlaufrichtung L erstreckenden Drehachse so abgestützt, dass eine Durchbiegung
des zwischen dem lagerseitigen Ende und der Abstützstelle 782a gelegenen Dichtplattenabschnitts
782b in Folge eines zwischen den beiden Plattenseiten herrschenden Differenzdrucks
einer unerwünschten Durchbiegung oder Auslenkung des zwischen der Abstützstelle 782a
und dem freien Ende gelegenen Dichtplattenabschnitts 782c zumindest entgegenwirkt,
um insbesondere auch bei höheren Differenzdrücken einen maximalen Abstand X zwischen
der Dichtplatte 782 und der Materialbahn 720 einzuhalten. Damit wird erreicht, dass
insbesondere auch bei höheren Differenzdrücken der gewünschte Abstand X zumindest
im Wesentlichen beibehalten wird, d.h. insbesondere nicht größer wird.
[0048] Im vorliegenden Fall ist die relativ elastische Dichtplatte 782 durch eine auf der
Unterdruckseite 784a angeordnete steifere Stützplatte 788 abgestützt. Diese ist mit
Durchgangsöffnungen 788a versehen und an ihrem linken Ende zusammen mit dem benachbarten
Ende der Dichtplatte 782 im Lager 786 eingespannt.
[0049] Die Abstützstelle 782a und damit die in deren Bereich gebildete Drehachse liegen
dem freien Ende der Dichtplatte 782 näher als deren lagerseitigem Ende, wobei sie
im vorliegenden Fall im Bereich des freien Endes der Dichtplatte 782 angeordnet ist.
Damit ergibt sich mit dem linken Dichtplattenabschnitt 782b eine relativ große, dem
Differenzdruck ausgesetzte Angriffsfläche, mit deren Durchbiegung einer unerwünschten
Auslenkung des der Materialbahn 720 benachbarten Dichtplattenabschnitts 782c in der
Weise entgegengewirkt wird, dass sich auch bei höheren Differenzdrücken praktisch
keine Änderung des Abstands X ergibt. Mit den in der Stützplatte 788 vorgesehenen
Öffnungen 788a ist sichergestellt, dass der zwischen dem lagerseitigen Ende und der
Stützstelle 782a gelegene Dichtplattenabschnitt 782b in der erforderlichen Weise vom
Unterdruck beaufschlagt wird.
[0050] Wie anhand von Fig. 8 zu erkennen ist, wird die Dichtplatte 782 unter Bildung einer
sich quer zur Bahnlaufrichtung L erstreckenden Drehachse durch das freie rechte Ende
der darunterliegenden steiferen Stützplatte 788 abgestützt.
[0051] Der einzuhaltende Abstand zwischen dem Dichtplattenabschnitt 782c und der Materialbahn
720 kann einstellbar sein. Zudem kann dieser Abstand X auch bereits bei stillstehender
Maschine oder geringen Bahnlaufgeschwindigkeiten gegeben sein. Grundsätzlich ist jedoch
auch eine dynamische Abdichtung möglich, bei der der Dichtplattenabschnitt 782c erst
beim Anfahren der Maschine, d.h. mit zunehmender Bahngeschwindigkeit durch einen Teil
der Luftgrenzschicht G abgehoben wird, wobei sich der gewünschte Abstand X jedoch
spätestens bei Erreichen der Betriebsgeschwindigkeit einstellt. Aufgrund der sich
spätestens im Betrieb einstellenden berührungslosen Abdichtung kann es somit auch
in diesem Fall zu keinem Abrieb kommen.
[0052] Durch die Dichtungseinrichtung 780 wird somit in jedem Fall verhindert, dass ein
größerer Anteil der durch die Materialbahn 720 mitgeschleppten Luft G in den Bereich
der in Fig. 8 nicht dargestellten Auftreffposition P des Auftragmediumsvorhangs gelangt.
[0053] Die von der Materialbahn 720 mitgeschleppte Luftgrenzschicht G wird also zum größten
Teil abgeschabt oder abgestreift. Als weiterer Vorteil ist zu nennen, dass der Dichtplattenabschnitt
782c auf der Oberfläche der Materialbahn 720 mitgeführten Verunreinigungen ohne Weiteres
ausweichen kann. Und auch bei einem Bahnriss und einem "Einpacken" der Stützwalze
774 ist der Gefahr einer Beschädigung der Abdichtvorrichtung 780 zuverlässig vorgebeugt.
1. Vorrichtung (410; 510; 610) zum Auftragen von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium
(516) mittels eines Auftragswerks (412; 512; 612) auf einen laufenden Untergrund (U),
wobei der Untergrund (U) bei direktem Auftrag die Oberfläche einer Materialbahn
(420; 520; 620), insbesondere aus Papier oder Karton, und bei indirektem Auftrag die
Oberfläche eines Übertragselements, vorzugsweise einer Übertragswalze, ist, welches
das Auftragsmedium dann an die Oberfläche der Materialbahn überträgt, und
wobei in Laufrichtung (L) des Untergrundes (U) vor dem Auftragswerk (412; 512;
612) eine Vorrichtung (470; 570; 670) zur Schwächung der von dem Untergrund (U) mitgeführten
Luftgrenzschicht (G) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwächungsvorrichtung eine auf der Auftragsmedium-Auftragsseite des Untergrunds
angeordnete Elektrodenanordnung (250) umfasst.
2. Auftragsvorichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodenanordnung (250) eine Mehrzahl von in Querrichtung des Untergrunds (U)
einander benachbart angeordneten Einzelelektroden, vorzugsweise Nadelelektroden, umfasst.
3. Auftragsvorichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodenanordnung (250) wenigstens eine Flachelektrode umfasst, welche an ihrer
zum Untergrund (U) hin weisenden Seite eine Mehrzahl von Vorsprüngen oder Nadelspitzen
aufweist.
4. Auftragsvorichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodenanordnung (250) vom Untergrund (U) einen Abstand von zwischen etwa
2 mm und etwa 30 mm aufweist.
5. Auftragsvorichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodenanordnung (250) auf einem vorbestimmten elektrischen Potential gehalten
ist, welches vorzugsweise einen Wert von zwischen etwa 5 kV und etwa 60 kV aufweist.
6. Auftragsvorichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodenanordnung (250) ein hochfrequentes elektrisches Wechselfeld abstrahlt.
7. Auftragsvorichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenz des Wechselfeldes derart gewählt ist, dass wenigstens ein Teil der Luftmoleküle
zu Schwingungen angeregt wird.
8. Auftragsvorichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrodenanordnung (50) an der Absaugvorrichtung (26), vorzugsweise deren stromabwärtigen
Ende, von dieser elektrisch isoliert angeordnet ist.
9. Auftragsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungsvorrichtung eine Ultraschallquelle (360) umfasst, deren Frequenz vorzugsweise
derart gewählt ist, dass wenigstens ein Teil der Luftmoleküle zu Schwingungen angeregt
wird.
10. Auftragsvorichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schwächungsvorrichtung (24) eine Konditionierungsvorrichtung (36) vorgeordnet
ist, welche die obersten Schichten der Luftgrenzschicht (G) im Wesentlichen vollständig
entfernt.
11. Auftragsvorichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Konditionierungsvorrichtung (36) eine sich in Querrichtung (Q) des Untergrunds
(U) erstreckende Leiste umfasst.
12. Auftragsvorichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Konditionierungsvorrichtung (36) in Querrichtung (Q) gesehen einen Querschnitt
aufweist, der die Gestalt eines auf dem Kopf stehenden Tragflächenprofils hat.
13. Auftragsvorichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Konditionierungsvorrichtung (36) vom Untergrund (U) in einem Abstand von zwischen
etwa 3 mm und etwa 10 mm angeordnet ist.
14. Auftragsvorichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Konditionierungsvorrichtung (36) selbsttragend ausgebildet ist.
15. Auftragsvorichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Konditionierungsvorrichtung an der Schwächungsvorrichtung angebracht ist.
16. Auftragsvorichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Auftragswerk (12) ein Vorhang-Auftragswerk ist, welches das Auftragsmedium (16)
als sich im Wesentlichen schwerkraftbedingt bewegenden Vorhang oder Schleier (18)
an den Untergrund (U) abgibt.