[0001] Die Erfindung richtet sich auf eine Markise, insbesondere eine Wintergartenmarkise,
umfassend eine Tuchwelle zum Auf- bzw. Abwickeln eines Markisentuchs, wobei das innere
Ende des Markisentuchs mit der Tuchwelle und das äußere Ende des Markisentuchs mit
einem Ausfallprofil verbunden sind und das Ausfallprofil in seitlichen Führungsschienen
gelagert ist, wobei an dem Ausfallprofil an dem dem Markisentuch gegenüberliegenden
Ende elastische Zugbänder angreifen, die um eine im Endbereich der Führungsschiene
gelagerte Umlenkrolle umgelenkt und zur Tuchwelle zurückgeführt sind und an der Tuchwelle
aufgewickelt werden, wenn das Markisentuch ausgefahren und abgewickelt wird und dementsprechend
auf das Ausfallprofil und damit das Markisentuch Zug ausüben, wobei das Abwickeln
des Markisentuchs bzw. das Aufwickeln der Zugbänder über einen elektromotorischen
Antrieb der Tuchwelle erfolgt und Schalteinrichtungen vorgesehen sind zum Abschalten
des Tuchwellen-Antriebs nach Erreichen des voll ausgefahrenen Zustandes.
[0002] Eine Markise der gattungsgemäßen Art ist bekannt aus DE 101 32 616 A1. Die dort beschriebene
Wintergartenmarkise weist elastische Zugbänder auf, um das Markisentuch auch in einem
teilweise ausgefahrenen Zustand zu spannen. Der vollständig ausgefahrene Zustand des
Markisentuchs wird herkömmlicher Weise durch einen Kontaktschalter oder einen optischen
Schalter erfasst und in Anhängigkeit hiervon wird der elektrische Antrieb angehalten.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Markise der in Betracht stehenden
Art unter Wahrung der grundsätzlichen Vorteile elastischer Zugbänder insbesondere
bei vollständig ausgefahrenem Markisentuch eine zuverlässige Straffung desselben und
damit ein optisch attraktives Erscheinungsbild zu gewährleisten.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Schalteinrichtungen derart
auf den Antrieb der Tuchwelle einwirken, dass sie den Antrieb erst dann abschalten,
wenn der maximale Ausfahrzustand überschritten ist und das Markisentuch in der ursprünglichen
Abwickelrichtung um einen definierten Winkelbereich wieder aufgewickelt wird.
[0005] Eine erfindungsgemäße Schalteinrichtung kann unterschiedlich ausgestaltet sein. Beispielsweise
kann sie in Form einer in vielen Elektromotoren ohnehin vorhandenen Drehmomentbegrenzungseinrichtung
realisiert sein, als in den Elektromotor integrierter Kraft-Weg-Geber, als elektronische
Messeinrichtung mit Hilfe derer die relative Phasenlage von Strom und Spannung als
Maß für die Belastung des Elektromotors erfasst wird oder als externe Schalteinrichtung.
[0006] Erfindungsgemäß wird also auf die herkömmliche Endabschaltung verzichtet und die
Kraft des elektrischen Antriebes zu einer Spannung des Markisentuchs ausgenutzt oder
eine wegabhängige Abschaltung erst nach Überschreiten des maximalen Ausfahrzustandes
vorgenommen.
[0007] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Bewegung des Markisentuchs sowohl beim
Ausfahren als auch beim Einfahren drehmomentabhängig zum Stillstand gebracht wird.
[0008] Primär wird man dabei an einen Antrieb über einen Elektromotor denken. Jedoch ist
es auch denkbar, insbesondere bei Fenstermarkisen, einen manuellen Antrieb vorzusehen,
wobei dann sozusagen der Drehmomentsensor durch das Gefühl der Bedienungsperson gebildet
wird. Für die Wahrung der so "eingestellten" Tuchspannung muss zwischen dem manuellen
Antrieb, insbesondere einer Kurbel, und der Tuchwelle ein selbsthemmendes Getriebe
vorgesehen sein.
[0009] Dabei ist das Markisentuch in an sich bekannter Weise in einer Kedernut der Tuchwelle
mittels eines Keders festgelegt.
[0010] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass im Bereich vor der Tuchwelle je eine Umlenkrolle
für die Zugbänder derart vorgesehen ist, dass die Zugbänder längs der Führungsschienen
verlaufen.
[0011] Eine vorteilhafte Möglichkeit, das erfindungsgemäße Abschaltverhalten zu realisieren,
besteht darin, dass die Schalteinrichtung in Abhängigkeit von der Zugspannung auf
die Zugbänder bzw. auf das Markisentuch ausgelöst wird, und zwar insbesondere indem
die Schalteinrichtung einen auf der Tuchwelle angeordneten Drehmomentgeber umfasst.
[0012] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Steuerung des Ausfahrens des Markisentuchs
einer Wintergartenmarkise, welche sich dadurch auszeichnet, dass das Markisentuch
nach Erreichen des maximalen Ausfahrzustandes in der ursprünglichen Abwickelrichtung
bis zum Erreichen eines vorgegebenen, gewünschten Spannungszustandes wieder aufgewickelt
wird.
[0013] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung
mit der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Wintergartenmarkise,
- Fig. 2
- einen Schnitt längs der Linie II-II in Fig. 4,
- Fig. 3 bis 5
- einen Schnitt längs der Linie III-III in Fig. 1.
[0014] Eine in Fig. 1 dargestellte Wintergartenmarkise 1 umfasst eine an einer nicht dargestellten
Hauswand drehbar gelagerte Tuchwelle 2 zum Auf- und Abwickeln eines Markisentuchs
3, welches mit seinem inneren Ende mittels eines Keders 4 in einer Kedernut 5 der
Tuchwelle 2 festgelegt ist, und dessen äußeres Ende über einen Keder 6 in der Kedernut
7 eines Ausfallprofils 9 befestigt ist. Das Ausfallprofil 9 ist in seitlichen Führungsschienen
10 über jeweils ein Gleitstück 11 geführt, welches auf Gleitschienen 12 der Führungsschienen
10 gleitet.
[0015] An dem der Kedernut 7 abgewandten Ende des Ausfallprofils 9 ist eine weitere Kedernut
14 vorgesehen, an welcher an beiden Außenseiten jeweils ein elastisches Zugband 15
angreift, welches jeweils am ausfahrseitigen Ende über eine Umlenkrolle 16 umgelenkt,
zurückgeführt und über eine im Bereich der Tuchwelle 2 angeordnete Umlenkrolle 17
wiederum umgelenkt und auf Wickelscheiben 18 beiderseits des Tuchwickels auf- bzw.
abgewickelt wird.
[0016] Die Tuchwelle 2 ist über einen Elektromotor 19 gesteuert antreibbar, wobei ein an
der Tuchwelle 2 angeordneter Drehmomentgeber 20 das jeweils auf die Tuchwelle 2 wirkende
Drehmoment entsprechend der auf das Markisentuch 3 wirkenden Zugspannung misst.
[0017] Ausgehend von dem in Fig. 3 dargestellten eingefahrenen Zustand des Markisentuchs
3 bzw. des Ausfahrprofils 9 wird die Tuchwelle 2 von dem Elektromotor 19 zum Ausfahren
des Markisentuchs 3 in Ausfahrrichtung (Pfeil 21) angetrieben, wobei dann der in Fig.
4 dargestellte maximale Ausfahrzustand des Ausfallprofils 9 erreicht wird. In diesem
Zustand erstreckt sich das Markisentuch 3 radial von der Tuchwelle 2 weg, d. h. auf
der Tuchwelle 2 befindet sich kein Tuchrest mehr und das Markisentuch 3 erstreckt
sich unmittelbar von der Kedernut 5 radial weg nach außen. Dies führt dazu, dass,
wenn nun die Tuchwelle 2 in der ursprünglichen Abwickelrichtung (Pfeil 21) um z. B.
90° weitergedreht wird, das Markisentuch 3 wieder um die entsprechende Strecke auf
der Tuchwelle 2 aufgewickelt und dementsprechend, wie in Fig. 5 dargestellt, das Ausfahrprofil
9 um eine kleine Wegstrecke eingefahren wird, was dazu führt, dass die elastischen
Zugbänder 15 ebenfalls wieder aufgewickelt und hierdurch gespannt werden, sodass im
ausgefahrenen Zustand eine definierte Zugspannung auf das Markisentuch 3 wirkt und
dieses straff hält.
[0018] Die gewünschte definierte Zugspannung wird über einen Drehmomentgeber 20 erfasst,
der an der Wickelwelle 2 angeordnet ist, dessen Drehmoment mit einem vorgegebenen
Sollwert verglichen wird und der dann den Elektromotor 19 abschaltet.
1. Markise, insbesondere Wintergartenmarkise, umfassend eine Tuchwelle (2) zum Auf- bzw.
Abwickeln eines Markisentuchs (3), wobei das innere Ende des Markisentuchs (3) mit
der Tuchwelle (2) und das äußere Ende des Markisentuchs (3) mit einem Ausfallprofil
(9) verbunden sind und das Ausfallprofil (9) in seitlichen Führungsschienen (10) gelagert
ist, wobei an dem Ausfallprofil (9) an dem dem Markisentuch (3) gegenüberliegenden
Ende elastische Zugbänder (15) angreifen, die um eine im Endbereich der Führungsschiene
(10) gelagerte Umlenkrolle (16, 17) umgelenkt und zur Tuchwelle (2) zurückgeführt
sind und an der Tuchwelle (2) aufgewickelt werden, wenn das Markisentuch (3) ausgefahren
und abgewickelt wird, und dementsprechend auf das Ausfahrprofil (9) und damit das
Markisentuch (3) Zug ausüben, wobei das Abwickeln des Markisentuchs (3) bzw. das Aufwickeln
der Zugbänder (15) über einen elektromotorischen Antrieb (19) der Tuchwelle (2) erfolgt
und Schalteinrichtungen vorgesehen sind zum Abschalten des Tuchwellen-Antriebs (19)
nach Erreichen des voll ausgefahrenen Zustandes, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtungen (Drehmomentgeber 20) derart auf den Antrieb (19) der Tuchwelle
(2) einwirken, dass sie den Antrieb (19) erst dann abschalten, wenn der maximale Ausfahrzustand
überschritten ist und das Markisentuch (3) in der ursprünglichen Abwickelrichtung
(Pfeil 21) um einen definierten Winkelbereich wieder aufgewickelt wird.
2. Markise nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Markisentuch (3) sowohl beim Ausfahren als auch beim Einfahren in Abhängigkeit
von einem erreichten Drehmoment angehalten wird.
3. Markise nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Ende des Markisentuchs (3) in einer Kedernut (5) der Tuchwelle (2) mittels
eines Keders (4) festgelegt ist.
4. Markise nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich vor der Tuchwelle (2) je eine Umlenkrolle (16, 17) für die Zugbänder (15)
derart vorgesehen ist, dass die Zugbänder (15) längs der Führungsschienen (10) verlaufen.
5. Markise nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtung in Abhängigkeit von der Zugspannung auf die Zugbänder (15)
bzw. auf das Markisentuch (3) ausgelöst wird.
6. Markise nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtung einen auf der Tuchwelle (2) angeordneten Drehmomentgeber (20)
umfasst.
7. Verfahren zur Steuerung des Ausfahrens des Markisentuchs einer Wintergartenmarkise,
insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Markisentuch (3) nach Erreichen des maximalen Ausfahrzustandes in der ursprünglichen
Abwickelrichtung bis zum Erreichen eines vorgegebenen, gewünschten Spannungszustandes
wieder aufgewickelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Markisenantrieb manuell, insbesondere über eine Kurbel und ein selbsthemmendes
Getriebe, erfolgt und das Anhalten der Markise beim Ausfahren in Abhängigkeit vom
Gefühl der Bedienungsperson für das steigende Drehmoment erfolgt.