(19)
(11) EP 1 367 206 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.12.2003  Patentblatt  2003/49

(21) Anmeldenummer: 03010039.0

(22) Anmeldetag:  02.05.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E05F 11/48
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(30) Priorität: 18.05.2002 DE 20207826 U

(71) Anmelder: Wilhelm Karmann GmbH
D-49084 Osnabrück (DE)

(72) Erfinder:
  • Emmelmann, Hans Joachim, Dr.
    49074 Osnabrück (DE)
  • Jäger, Wolfgang
    49593 Bersenbrück (DE)

   


(54) Seilzug-Fensterheber


(57) Seilzug-Fensterheber zum Anheben und Absenken einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs mit einer vorderen Schiene und einer hinteren Schiene, die in einer Tür oder einer Seitenwand des Kraftfahrzeugs befestigt sind, mit zwei jeweils an einer der Schienen geführten, mit der Scheibe verbundenen Mitnehmern, mit einem an Umlenkrollen der Schienen insbesondere über Kreuz geführten Seitenzug, der mit den Mitnehmern verbunden sowie mittels eines Antriebes zum Anheben und Absenken der Scheibe betätigbar ist, und mit einer mit der vorderen Schiene des Seilzug-Fensterhebers mittelbar oder unmittelbar verbundenen stationären Scheibenhalterung oder -führung, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung oder -führung so ausgebildet ist, daß sie eine vordere Kante der Scheibe über deren gesamten Bewegungsbereich umfaßt oder übergreift.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Seilzug-Fensterheber zum Anheben und Absenken einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs mit einer vorderen Schiene und einer hinteren Schiene, die in einer Tür oder einer Seitenwand des Kraftfahrzeugs befestigt sind, mit zwei jeweils an einer der Schienen geführten, mit der Scheibe verbundenen Mitnehmern, mit einem an Umlenkrollen der Schienen insbesondere über Kreuz geführten Seilzug, der mit den Mitnehmern verbunden sowie mittels eines Antriebes zum Anheben und Absenken der Scheibe betätigbar ist, und mit einer mit der vorderen Schiene des Seilzug-Fensterhebers mittelbar oder unmittelbar verbundenen stationären Scheibenhalterung oder -führung.

[0002] Ein derartiger, gattungsgemäßer Seilzug-Fensterheber ist aus der DE 197 04 593 C2 bekannt, wobei dort vorgesehen ist, daß an der vorderen Schiene, die zur Führung eines die Scheibe bewegenden Mitnehmers dient, eine kurze Scheibenhalterung bzw. -führung angeordnet ist. Diese kurze Scheibenführung umfaßt oder übergreift die Scheibe an der vorderen Kante in ihrer abgesenkten Position, um bei geöffneter (abgesenkter) Scheibe ein Klappern oder Beschädigungen zu vermeiden, bspw. beim Öffnen und Schließen der Fahrzeugtür.

[0003] Der bekannte Seilzug-Fensterheber ist dahingehend nachteilig, daß die kurze Scheibenhalterung keine Führung der Scheibe bietet, wenn diese angehoben ist, was insbesondere bei rahmenlosen Türen von Carbioletts oder Coupés problematisch ist.

[0004] Ferner ist aus der DE 44 22 489 A1 ein Seilzug-Fensterheber für ein Kraftfahrzeug bekannt, dessen Führungsschienen für die Mitnehmer in den Türrahmen integriert sind. Die eigentliche Führung der Scheibe an deren vorderer und hinterer Kante wird sowohl in der abgesenkten als auch in der angehobenen Position der Scheibe von dem Türrahmen, d.h. von in diesem integrierten Führungen übernommen, so daß die Führungsschienen der Mitnehmer keine Führung für die Scheibe bilden. Diese Lösung ist dahingehend nachteilig, daß sie nur bei Türen mit Rahmen einsetzbar ist, wobei außerdem sowohl eine vordere als auch eine hintere Führung für die Scheibe notwendig ist, um eine sichere Funktion zu gewährleisten.

[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen gattungsgemäßen Seilzug-Fensterheber dahingehend zu verbessern, daß er sich insbesondere für eine rahmenlose Kraftfahrzeugtür eignet und über den ganzen Bewegungsbereich der Scheibe eine zuverlässige Führung bildet, so daß in jeder Stellung der Scheibe eine definiert geführte und klapperfreie Lagerung der Scheibe erreicht wird.

[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem gattungsgemäßen Seilzug-Fensterheber dadurch gelöst, daß die Scheibenhalterung oder -führung so ausgebildet ist, daß sie eine vordere Kante der Scheibe über deren gesamten Bewegungsbereich umfaßt oder übergreift.

[0007] Bevorzugt ist vorgesehen, daß die Scheibenhalterung in ihrem oberen Bereich einen Fenstersteg ausbildet. Die Scheibenhalterung kann einstückig mit der vorderen Schiene ausgebildet oder durch Schweißen, Schrauben oder Fügen mit der vorderen Schiene verbunden sein.

[0008] Die vordere Schiene kann in ihrem oberen Endbereich eine Verlängerung aufweisen, die einen tragenden Teil eines Fensterstegs bildet.

[0009] Vorzugsweise ist die Verlängerung der vorderen Schiene in ihrem oberen Bereich mit der Tür oder Seitenwand des Kraftfahrzeugs verbunden, zweckmäßigerweise verschraubt.

[0010] Die Scheibenhalterung kann U-förmigen Querschnitt aufweisen, und die Verlängerung der vorderen Schiene kann L-förmigen Querschnitt aufweisen, so daß beide Teile günstig miteinander zu verbinden sind. Ferner kann die Verlängerung der vorderen Schiene laschenartige Schraubbefestigungen aufweisen.

[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, wobei auf eine Zeichnung Bezug genommen ist, in der

Fig. 1 eine Prinzipdarstellung eines elektrisch betätigten Seilzug-Fensterhebers mit einer vorderen und einer hinteren Mitnehmerschiene zeigt,

Fig. 2 einen oberen Bereich der vorderen Schiene des Seilzug-Fensterhebers nach Fig. 1 zeigt,

Fig. 3 eine Darstellung entsprechend Fig. 2 mit nach oben bewegtem Mitnehmer zeigt,

Fig. 4 den oberen Bereich der Schiene nach Fig. 2 in einer Ansicht von hinten zeigt,

Fig. 5 eine Darstellung entsprechend Fig. 4 mit nach oben bewegtem Mitnehmer zeigt,

Fig. 6 eine perspektivische Ansicht des oberen Bereichs entsprechend Fig. 2 bzw. 4 schräg von vorn zeigt, und

Fig. 7 eine schematische Schnittansicht des Seilzug-Fensterhebers im Bereich der vorderen Schiene in einer Ebene senkrecht zur Bewegungsrichtung der Scheibe zeigt.



[0012] Fig. 1 zeigt eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen, elektrisch betätigten Seilzug-Fensterhebers zum Einbau in eine Kraftfahrzeugtür, der sich insbesondere für eine vordere rahmenlose Tür bspw. eines Cabrioletts oder eines Coupés eignet. Der Seilzug-Fensterheber besteht aus einer vorderen Schiene 2 und einer hinteren Schiene 4, in bzw. an denen jeweils ein vorderer und hinterer Mitnehmer 6, 8 geführt sind, die mit einer nicht dargestellten Scheibe verbunden sind.

[0013] Die Mitnehmer 6, 8 sind in Fig. 1 zur Verdeutlichung ihres Bewegungsbereichs jeweils in ihrer oberen und unteren Endstellung dargestellt, wobei sie zum Anheben und Absenken der Scheibe mit einem über Kreuz geführten Seilzug 10 verbunden sind, der an den Schienen 2, 4 über jeweils eine obere Rolle 12 und eine untere Rolle 14 geführt ist. Der Seilzug 10 wird von einem elektrisch angesteuerten Motor 16 angetrieben.

[0014] An der vorderen Schiene 2 ist eine Scheibenhalterung 18 angeordnet, die mit der vorderen Schiene 2 fest verbunden ist, bspw. über eine Verschraubung, Falzung oder Verschweißung. Wie Fig. 7 in einer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Scheibe 22 bzw. senkrecht zur Längsrichtung der Schienen 2, 4 gelegten Schnittdarstellung zeigt, wobei ein Karosserie- bzw. Türblech 21 angedeutet ist, ist die Scheibenhalterung 18 im Querschnitt im wesentlichen U-förmig ausgebildet, so daß sie eine vordere Kante 20 der Scheibe 22 umgreifen und stabil führen kann. Ein den in Fig. 7 sichtbaren Zwischenraum zwischen der Scheibenhalterung 18 und der Scheibe 20 ausfüllendes, dämpfendes und dichtendes Falzmaterial ist nicht dargestellt.

[0015] Wie Fig. 7 weiter zeigt, ist die Scheibenhalterung 18 unmittelbar mit der vorderen Schiene 2 verbunden, welche den vorderen Mitnehmer 6 führt, der mit der Scheibe 22 verbunden ist.

[0016] Durch die erfindungsgemäße Maßnahme, daß die Scheibenhalterung 18 die Scheibe 22 in jeder Position der Scheibe umgreift, ist stets eine klapperfreie Lage der Scheibe sowie eine stabile Führung auch in der angehobenen Stellung bzw. in einer Zwischenposition gegeben, bspw. bei halb geöffnetem Fenster.

[0017] Die Scheibenhalterung 18 reicht über die Fensterbrüstung hinaus und bildet bevorzugt eine Seite des Spiegeldreiecks der Tür aus. Fig. 2 und 3 erläutern die stabile Verbindung der Scheibenhalterung 18 einerseits mit der vorderen Schiene 2 und andererseits mit einer Verlängerung 24 der vorderen Schiene, die an deren oberen Endbereich anschließt, bei abgesenktem bzw. angehobenem Mitnehmer 6. Die Verlängerung 24 kann einstückig mit der Schiene 2 ausgebildet oder als separates Teil an dieser befestigt sein. Die Verlängerung hat L-förmigen Querschnitt und übergreift einen Teil der U-förmigen Scheibenhalterung 18.

[0018] Fig. 4 und 5 erläutern die mit der vorderen Schiene 3 verbundene Verlängerung 24 in einer Ansicht von der Rückseite der Schiene, ebenfalls bei abgesenktem bzw. angehobenem Mitnehmer 6. Fig. 6 zeigt die Verlängerung 24 in einer perspektivischen Ansicht von vorn.

[0019] Wie man Fig. 2 bis 6 entnimmt, weist die Verlängerung 24 an ihrem oberen Ende 24a eine laschen- oder flanschartige Schraubbefestigung 26 auf, mit der sie mit dem Türrahmen verschraubt werden kann. Auf diese Weise kann einerseits der gesamte Seilzug-Fensterheber bzw. insbesondere dessen vordere Schiene 2 günstig montiert werden, und es ergibt sich als weiterer Vorteil der Erfindung eine Versteifung des Türrahmens insbesondere im Bereich des Spiegeldreiecks. Neben der auf diese Weise erreichten zusätzlichen Stabilität kann eine separate Führung im Bereich des Scheibendreiecks eingespart werden, da die Scheibenhalterung 18 den Fenstersteg bildet.


Ansprüche

1. Seilzug-Fensterheber zum Anheben und Absenken einer Scheibe (22) eines Kraftfahrzeugs mit einer vorderen Schiene (2) und einer hinteren Schiene (4), die in einer Tür oder einer Seitenwand des Kraftfahrzeugs befestigt sind, mit zwei jeweils an einer der Schienen (2, 4) geführten, mit der Scheibe (22) verbundenen Mitnehmern (6, 8), mit einem an Umlenkrollen (12, 14) der Schienen (2, 4) insbesondere über Kreuz geführten Seitenzug (10), der mit den Mitnehmern (6, 8) verbunden sowie mittels eines Antriebes (16) zum Anheben und Absenken der Scheibe (22) betätigbar ist, und mit einer mit der vorderen Schiene (2) des Seilzug-Fensterhebers mittelbar oder unmittelbar verbundenen stationären Scheibenhalterung oder -führung (18), dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung oder -führung so ausgebildet ist, daß sie eine vordere Kante (20) der Scheibe (22) über deren gesamten Bewegungsbereich umfaßt oder übergreift.
 
2. Seilzug-Fensterheber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung (18) in ihrem oberen Bereich einen Fenstersteg ausbildet.
 
3. Seilzug-Fensterheber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung (18) einstückig oder durch Schweißen, Schrauben oder Fügen mit der vorderen Schiene (2) verbunden ist.
 
4. Seilzug-Fensterheber nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere Schiene (2) in ihrem oberen Endbereich eine Verlängerung (24) aufweist, die einen tragenden Teil eines Fensterstegs bildet.
 
5. Seilzug-Fensterheber nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung (24) der vorderen Schiene (2) in ihrem oberen Bereich mit der Tür oder Seitenwand des Kraftfahrzeugs verbunden, insbesondere verschraubt ist.
 
6. Seilzug-Fensterheber nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung (18) U-förmigen Querschnitt aufweist.
 
7. Seilzug-Fensterheber nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung (24) L-förmigen Querschnitt aufweist.
 
8. Seilzug-Fensterheber nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung (24) laschenartige Schraubbefestigungen (26) aufweist.
 




Zeichnung