[0001] Die Erfindung betrifft einen Seilzug-Fensterheber zum Anheben und Absenken einer
Scheibe eines Kraftfahrzeugs mit einer vorderen Schiene und einer hinteren Schiene,
die in einer Tür oder einer Seitenwand des Kraftfahrzeugs befestigt sind, mit zwei
jeweils an einer der Schienen geführten, mit der Scheibe verbundenen Mitnehmern, mit
einem an Umlenkrollen der Schienen insbesondere über Kreuz geführten Seilzug, der
mit den Mitnehmern verbunden sowie mittels eines Antriebes zum Anheben und Absenken
der Scheibe betätigbar ist, und mit einer mit der vorderen Schiene des Seilzug-Fensterhebers
mittelbar oder unmittelbar verbundenen stationären Scheibenhalterung oder -führung.
[0002] Ein derartiger, gattungsgemäßer Seilzug-Fensterheber ist aus der DE 197 04 593 C2
bekannt, wobei dort vorgesehen ist, daß an der vorderen Schiene, die zur Führung eines
die Scheibe bewegenden Mitnehmers dient, eine kurze Scheibenhalterung bzw. -führung
angeordnet ist. Diese kurze Scheibenführung umfaßt oder übergreift die Scheibe an
der vorderen Kante in ihrer abgesenkten Position, um bei geöffneter (abgesenkter)
Scheibe ein Klappern oder Beschädigungen zu vermeiden, bspw. beim Öffnen und Schließen
der Fahrzeugtür.
[0003] Der bekannte Seilzug-Fensterheber ist dahingehend nachteilig, daß die kurze Scheibenhalterung
keine Führung der Scheibe bietet, wenn diese angehoben ist, was insbesondere bei rahmenlosen
Türen von Carbioletts oder Coupés problematisch ist.
[0004] Ferner ist aus der DE 44 22 489 A1 ein Seilzug-Fensterheber für ein Kraftfahrzeug
bekannt, dessen Führungsschienen für die Mitnehmer in den Türrahmen integriert sind.
Die eigentliche Führung der Scheibe an deren vorderer und hinterer Kante wird sowohl
in der abgesenkten als auch in der angehobenen Position der Scheibe von dem Türrahmen,
d.h. von in diesem integrierten Führungen übernommen, so daß die Führungsschienen
der Mitnehmer keine Führung für die Scheibe bilden. Diese Lösung ist dahingehend nachteilig,
daß sie nur bei Türen mit Rahmen einsetzbar ist, wobei außerdem sowohl eine vordere
als auch eine hintere Führung für die Scheibe notwendig ist, um eine sichere Funktion
zu gewährleisten.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen gattungsgemäßen Seilzug-Fensterheber
dahingehend zu verbessern, daß er sich insbesondere für eine rahmenlose Kraftfahrzeugtür
eignet und über den ganzen Bewegungsbereich der Scheibe eine zuverlässige Führung
bildet, so daß in jeder Stellung der Scheibe eine definiert geführte und klapperfreie
Lagerung der Scheibe erreicht wird.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem gattungsgemäßen Seilzug-Fensterheber
dadurch gelöst, daß die Scheibenhalterung oder -führung so ausgebildet ist, daß sie
eine vordere Kante der Scheibe über deren gesamten Bewegungsbereich umfaßt oder übergreift.
[0007] Bevorzugt ist vorgesehen, daß die Scheibenhalterung in ihrem oberen Bereich einen
Fenstersteg ausbildet. Die Scheibenhalterung kann einstückig mit der vorderen Schiene
ausgebildet oder durch Schweißen, Schrauben oder Fügen mit der vorderen Schiene verbunden
sein.
[0008] Die vordere Schiene kann in ihrem oberen Endbereich eine Verlängerung aufweisen,
die einen tragenden Teil eines Fensterstegs bildet.
[0009] Vorzugsweise ist die Verlängerung der vorderen Schiene in ihrem oberen Bereich mit
der Tür oder Seitenwand des Kraftfahrzeugs verbunden, zweckmäßigerweise verschraubt.
[0010] Die Scheibenhalterung kann U-förmigen Querschnitt aufweisen, und die Verlängerung
der vorderen Schiene kann L-förmigen Querschnitt aufweisen, so daß beide Teile günstig
miteinander zu verbinden sind. Ferner kann die Verlängerung der vorderen Schiene laschenartige
Schraubbefestigungen aufweisen.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, wobei
auf eine Zeichnung Bezug genommen ist, in der
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung eines elektrisch betätigten Seilzug-Fensterhebers mit
einer vorderen und einer hinteren Mitnehmerschiene zeigt,
Fig. 2 einen oberen Bereich der vorderen Schiene des Seilzug-Fensterhebers nach Fig.
1 zeigt,
Fig. 3 eine Darstellung entsprechend Fig. 2 mit nach oben bewegtem Mitnehmer zeigt,
Fig. 4 den oberen Bereich der Schiene nach Fig. 2 in einer Ansicht von hinten zeigt,
Fig. 5 eine Darstellung entsprechend Fig. 4 mit nach oben bewegtem Mitnehmer zeigt,
Fig. 6 eine perspektivische Ansicht des oberen Bereichs entsprechend Fig. 2 bzw. 4
schräg von vorn zeigt, und
Fig. 7 eine schematische Schnittansicht des Seilzug-Fensterhebers im Bereich der vorderen
Schiene in einer Ebene senkrecht zur Bewegungsrichtung der Scheibe zeigt.
[0012] Fig. 1 zeigt eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen, elektrisch betätigten
Seilzug-Fensterhebers zum Einbau in eine Kraftfahrzeugtür, der sich insbesondere für
eine vordere rahmenlose Tür bspw. eines Cabrioletts oder eines Coupés eignet. Der
Seilzug-Fensterheber besteht aus einer vorderen Schiene 2 und einer hinteren Schiene
4, in bzw. an denen jeweils ein vorderer und hinterer Mitnehmer 6, 8 geführt sind,
die mit einer nicht dargestellten Scheibe verbunden sind.
[0013] Die Mitnehmer 6, 8 sind in Fig. 1 zur Verdeutlichung ihres Bewegungsbereichs jeweils
in ihrer oberen und unteren Endstellung dargestellt, wobei sie zum Anheben und Absenken
der Scheibe mit einem über Kreuz geführten Seilzug 10 verbunden sind, der an den Schienen
2, 4 über jeweils eine obere Rolle 12 und eine untere Rolle 14 geführt ist. Der Seilzug
10 wird von einem elektrisch angesteuerten Motor 16 angetrieben.
[0014] An der vorderen Schiene 2 ist eine Scheibenhalterung 18 angeordnet, die mit der vorderen
Schiene 2 fest verbunden ist, bspw. über eine Verschraubung, Falzung oder Verschweißung.
Wie Fig. 7 in einer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Scheibe 22 bzw. senkrecht
zur Längsrichtung der Schienen 2, 4 gelegten Schnittdarstellung zeigt, wobei ein Karosserie-
bzw. Türblech 21 angedeutet ist, ist die Scheibenhalterung 18 im Querschnitt im wesentlichen
U-förmig ausgebildet, so daß sie eine vordere Kante 20 der Scheibe 22 umgreifen und
stabil führen kann. Ein den in Fig. 7 sichtbaren Zwischenraum zwischen der Scheibenhalterung
18 und der Scheibe 20 ausfüllendes, dämpfendes und dichtendes Falzmaterial ist nicht
dargestellt.
[0015] Wie Fig. 7 weiter zeigt, ist die Scheibenhalterung 18 unmittelbar mit der vorderen
Schiene 2 verbunden, welche den vorderen Mitnehmer 6 führt, der mit der Scheibe 22
verbunden ist.
[0016] Durch die erfindungsgemäße Maßnahme, daß die Scheibenhalterung 18 die Scheibe 22
in jeder Position der Scheibe umgreift, ist stets eine klapperfreie Lage der Scheibe
sowie eine stabile Führung auch in der angehobenen Stellung bzw. in einer Zwischenposition
gegeben, bspw. bei halb geöffnetem Fenster.
[0017] Die Scheibenhalterung 18 reicht über die Fensterbrüstung hinaus und bildet bevorzugt
eine Seite des Spiegeldreiecks der Tür aus. Fig. 2 und 3 erläutern die stabile Verbindung
der Scheibenhalterung 18 einerseits mit der vorderen Schiene 2 und andererseits mit
einer Verlängerung 24 der vorderen Schiene, die an deren oberen Endbereich anschließt,
bei abgesenktem bzw. angehobenem Mitnehmer 6. Die Verlängerung 24 kann einstückig
mit der Schiene 2 ausgebildet oder als separates Teil an dieser befestigt sein. Die
Verlängerung hat L-förmigen Querschnitt und übergreift einen Teil der U-förmigen Scheibenhalterung
18.
[0018] Fig. 4 und 5 erläutern die mit der vorderen Schiene 3 verbundene Verlängerung 24
in einer Ansicht von der Rückseite der Schiene, ebenfalls bei abgesenktem bzw. angehobenem
Mitnehmer 6. Fig. 6 zeigt die Verlängerung 24 in einer perspektivischen Ansicht von
vorn.
[0019] Wie man Fig. 2 bis 6 entnimmt, weist die Verlängerung 24 an ihrem oberen Ende 24a
eine laschen- oder flanschartige Schraubbefestigung 26 auf, mit der sie mit dem Türrahmen
verschraubt werden kann. Auf diese Weise kann einerseits der gesamte Seilzug-Fensterheber
bzw. insbesondere dessen vordere Schiene 2 günstig montiert werden, und es ergibt
sich als weiterer Vorteil der Erfindung eine Versteifung des Türrahmens insbesondere
im Bereich des Spiegeldreiecks. Neben der auf diese Weise erreichten zusätzlichen
Stabilität kann eine separate Führung im Bereich des Scheibendreiecks eingespart werden,
da die Scheibenhalterung 18 den Fenstersteg bildet.
1. Seilzug-Fensterheber zum Anheben und Absenken einer Scheibe (22) eines Kraftfahrzeugs
mit einer vorderen Schiene (2) und einer hinteren Schiene (4), die in einer Tür oder
einer Seitenwand des Kraftfahrzeugs befestigt sind, mit zwei jeweils an einer der
Schienen (2, 4) geführten, mit der Scheibe (22) verbundenen Mitnehmern (6, 8), mit
einem an Umlenkrollen (12, 14) der Schienen (2, 4) insbesondere über Kreuz geführten
Seitenzug (10), der mit den Mitnehmern (6, 8) verbunden sowie mittels eines Antriebes
(16) zum Anheben und Absenken der Scheibe (22) betätigbar ist, und mit einer mit der
vorderen Schiene (2) des Seilzug-Fensterhebers mittelbar oder unmittelbar verbundenen
stationären Scheibenhalterung oder -führung (18), dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung oder -führung so ausgebildet ist, daß sie eine vordere Kante
(20) der Scheibe (22) über deren gesamten Bewegungsbereich umfaßt oder übergreift.
2. Seilzug-Fensterheber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung (18) in ihrem oberen Bereich einen Fenstersteg ausbildet.
3. Seilzug-Fensterheber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung (18) einstückig oder durch Schweißen, Schrauben oder Fügen
mit der vorderen Schiene (2) verbunden ist.
4. Seilzug-Fensterheber nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere Schiene (2) in ihrem oberen Endbereich eine Verlängerung (24) aufweist,
die einen tragenden Teil eines Fensterstegs bildet.
5. Seilzug-Fensterheber nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung (24) der vorderen Schiene (2) in ihrem oberen Bereich mit der Tür
oder Seitenwand des Kraftfahrzeugs verbunden, insbesondere verschraubt ist.
6. Seilzug-Fensterheber nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibenhalterung (18) U-förmigen Querschnitt aufweist.
7. Seilzug-Fensterheber nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung (24) L-förmigen Querschnitt aufweist.
8. Seilzug-Fensterheber nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerung (24) laschenartige Schraubbefestigungen (26) aufweist.